Kommission bereist den Sielort: Wird Hooksiel bald Nordseebad?

Seebadeverein bem Frühjahrsputz
Mitglieder des Seebadevereins reinigten beim Frühjahrsputz die Parkplätze am Strand. Der vereinseigene Strandaufbau fällt dieses Jahr aus. Foto: Fähnders

Hooksiel (14. 3. 2024) – Die Anerkennung von Hooksiel als Nordseebad rückt näher. Wie Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel ankündigte, wird eine Bewertungskommission den Sielort am Mittwoch, 15. Mai, in Augenschein nehmen. Bislang ist Hooksiel nur als Küstenbadeort eingestuft.

Die Bereisung gilt als letzter Schritt vor der Verleihung des touristisch wichtigen Prädikats. Im Vorlauf hatte die WTG bereits Antworten auf einen umfangreichen Fragenkatalog zu den Vorzügen des Ortes im Wirtschaftsministerium in Hannover eingereicht. Echte KO-Kriterien hatten sich dabei nicht abgezeichnet.

Kanning rief die Mitglieder des Seebadevereins und alle Hooksieler Bürger auf, mit dazu beizutragen, dass Hooksiel am 15. Mai einen guten Eindruck macht. Seebadevereins-Vorsitzender Erwin Abels kündigte an, dass im Vorfeld eine Putzaktion stattfinden soll. (Geplant: Sonnabend, 11. Mai, 13 Uhr, am Alten Hafen). Auf den traditionellen Strandaufbau habe man aufgrund der schlechten Beteiligung im Vorjahr für 2024 verzichtet. Im nächsten Jahr soll aber wieder ein Versuch gestartet werden, so Abels.

Rundgang im „Thalasso Meeres Spa“ möglich

Kanning kündigt an, dass die Campingplätze im Wangerland am 28. März eröffnet werden. Damit beginne die Hauptsaison. Im April soll dann der von verschiedenen Sturmfluten im Winter abgetragene Sand am Strand, vor allem zwischen Strandhaus 1 und dem Außenhafen, wieder aufgefahren werden. „Das sind erhebliche Mengen“, sagte der Kurdirektor. 

Für Freitag, 21. Juni, sei die Eröffnung des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel geplant. Von dem Thalasso-Zentrum erwartet die WTG touristische Impulse für das gesamte Wangerland. Am Eröffnungstag und auch am folgenden Sonnabend könne sich jedermann im Rahmen eines Tages der offenen Tür einen Eindruck von der Gesundheits-Einrichtung verschaffen. Für interessierte Gruppen biete die WTG aber auch schon jetzt Rundgänge über die Baustelle an. 

Hooksmeer wird ausgebaggert

Kanning kündigte zudem an, dass die vorhandenen Untiefen im Hooksmeer beseitigt werden sollen. Dafür seien Fördermittel bewilligt worden. Vor allem im Alten Hafen hatten im vergangenen Jahr Kutter und größere Boote Schwierigkeiten, ihre Liegeplätze zu erreichen. Im Meerwasser-Hallenwellenbad, so Kanning weiter, werde es künftig dreitägige Schwimmkurse für Nichtschwimmer geben. Das neue Angebot richte sich vor allem auch an Urlauber.

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) sagte, dass jetzt endlich die Planung für die Nachnutzung des Feuerwehr-Areals am Alten Hafen vorangetrieben werden soll. Die Feuerwehr zieht bekanntlich demnächst in den Neubau am Hohe Weg um. Eigentlich hätten die Planungen bereits vor einem Jahr hohe Priorität gehabt, so Szlezak. „Passiert ist aber leider so gut wie nichts.“ Als Grund verwies der Bürgermeister auf Personalengpässe im Bauamt.

Tempo-20-Hooksiel
Kein Verständnis zeigen die Seebadevereins-Mitglieder dafür, dass der Gemeinderat die Entscheidung über die Geschwindigkeitsreduzierung im Ortskern von Hooksiel vertagt hat. Achim-Foto: hol

Emotionale Debatte über Tempo 30

Auf erheblichen Unmut („unmögliche Strategie“, „bin sprachlos“, „Augenwischerei“) in der von über 60 Mitgliedern besuchten Versammlung stieß die Mitteilung des Bürgermeisters, dass der Gemeinderat die Einführung einer Tempo-30-Zone im Verlauf des Pakenser Altendeich/Lange Straße zwischen Kreisel und Ortskern zur Beratung zurück in die Fraktionen verwiesen hat. Man wolle über ein Gesamtkonzept für alle Dörfer im Wangerland nachdenken.

Werner Doyen, Initiator der bereits von Verkehrsbehörde und Polizei abgesegneten Tempo-30-Regelung für Hooksiel, forderte, dass man unabhängig von der Wangerland-Lösung in Hooksiel starten sollte. Die Straße sei in einem desolaten Zustand, der nur einseitig vorhandene Geh- und Radweg sei viel zu schmal und buckelig. Mehrere Anwohner bestätigen zudem das Ergebnis von Verkehrszählungen, wonach auf der Strecke gerast werde, vor allem auch im Bereich einer Bushaltestelle. Mario Szlezak und Ratsherr Holger Ulfers signalisierten, dass sie die Stimmungslage in Hooksiel mitnehmen und das Thema zügig vorantreiben wollen. 

Pläne für Aufspülungen am Strand

Im Mai findet nach den Worten von Szlezak eine „Elefantenrunde“ zur großflächigen Sandaufspülung am Hooksieler Strand statt. In einer vom Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (Po Wangerland) geführten Arbeitsgruppe seien alle relevanten Behörden, Ministerien und Umweltverbände vertreten. Das Gremien suche nach einer dauerhaften Lösung. Dabei müsse gewährleistet werden, dass der Sand nicht immer wieder weggespült wird. Die Ergebnisse der Beratungen werden im Anschluss in einer öffentlichen Ratssitzung mit Beteiligung der Bürger präsentiert werden, versprach der Bürgermeister. 

Der deutlich über 100 Jahre Seebadeverein ist mit 325 Mitglieds-Familien einer der größten Vereine im Ort. Im vergangenen Jahr habe man, so Abels, die Restaurierung der historischen Kanone vorangetrieben, das Entenhaus auf der Graft am Gästehaus saniert und die Anschaffung von Weihnachtssternen mitfinanziert. Mit einem Zuschuss sei zudem die Veranstaltung „Herbstleuchten“ unterstützt worden. Ausdrücklich dankte der Vorsitzende seinem Stellvertreter Wolf Hegemann, der sich um die Restaurierung der Kanone kümmert. „Wolf ist dabei schon fast selbst zum Kanonier geworden.“

Die Kanone soll in diesem Sommer wieder am Deich aufgestellt werden. Ratsherr Ulfers regte an, das Museumsstück ins Zentrum einer touristischen Veranstaltung zu rücken – ein Treffen von Kanonieren in historischen Uniformen etwa.