Hooksiel (6. 9. 2026) – Hooksiel begrüßt seine Gäste mit einem freundlichen „Moin. Moin.“ So jedenfalls ist es über Jahrzehnte am Sengwarder Anteil passiert. Der Begrüßungsspruch stand am Straßenrand auf den Segeln eines stilisierten Segelbootes, das einst der örtliche Verein für Handel. Handwerk und Gewerbe (HHG) dort aufgestellt hat.
Tobias Geisen und Frank Müller (rechts) montierten die Begrüßungssegel ab. Sie sollen erneuert werden. Foto: hol
Bis zum gestrigen Samstag. HHG-Vorsitzender Tobias Geisen und Frank Müller vom Seebadeverein Hooksiel refften die verdrahteten Segel, packten sie ein und fuhren sie zu einer Segelmacherei. Der Grund: Das Moin. Moin. War schon erheblich verblasst. Die Segel selbst wirkten verwittert und etwas schmuddelig.
Das soll in Zukunft anders werden. Die alten Segel werden als Muster für die neuen genutzt. Beide Vereine teilen sich die Kosten. Die Segel werden auch einen neuen Schriftzug bekommen. Natürlich auch einen Willkommensgruß auf Platt. Wie aber genau die Gäste künftig in Hooksiel begrüßt werden sollten, ist noch ein Geheimnis. Das aber wird in wenigen Wochen gelüftet werden, wenn die neuen Segel den Informationskasten umrahmen.
Hooksiel (1. 9. 2026) – Hooksiel braucht echte Hingucker. Plätze, die mit dem Ort verbunden sind und an denen sich Urlauber gern fotografieren lassen. Das war die Idee von Frank Müller, Lotse der Arbeitsgruppe „Infrastruktur“ des Seebadevereins Hooksiel.
Von der Idee zur Tat: Der Seebadeverein lobte einen Ideenwettbewerb aus, bei dem jedermann seine Ideen und Vorschläge einbringen konnte. Eine Jury bestehend aus Initiator Müller sowie der Hooksieler Künstlerin und Autorin Christine Keweritsch , dem Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH Torsten Riedel, der Vorsitzenden von „De Hooksieler“ Anke Müller und Bürgermeister Mario Szlezak wählte aus 20 Einsendungen am Ende zwei Vorschläge aus: Einen für einen „Fotopoint“ am Alten Hafen und einen zweiten für den Strand von Hooksiel.
Die Sieger beim Ideenwettbewerb „Fotopoint“ des Seebadevereins. Screenshots: Seebadeverein
Gewonnen haben Andrea Grün und Ines Kurbjun. Der Vorschlag von Andrea Grün zeigt einen Fotorahmen, der am Alten Hafen aufgestellt werden könnte. Besucher stellen sich in den Rahmen, hinter ihnen ist das historische Ambiente mit den Packhäusern zu sehen. Ines Kurbjun schlägt zwei urige Gestalten vor, die am Strand positioniert ein schönes Fotomotiv ergeben könnten.
Die Sieger erhielten Essensgutscheine. Die weiteren 18 Vorschläge werden auf der Internet-Seite des Seebadevereins veröffentlicht.
Die Verkündung der Sieger erfolgte im Ramen des Gäste- und Bürgersnaks des Seebadevereins. Dabei wies Müller zudem darauf hin, dass das Segel, das Besucher am Sengwarden Anteil begrüßt, vom Seebadevereine und vom Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe erneuert wird. Auf dem Segel sollen Besucher des Ortes mit plattdeutschen Sprüchen begrüßt werden. Um die Frage zu klären, wie man die Sprüche auf Platt „richtig“ schreibt, habe man sogar wissenschaftliche Experten hinzugezogen.
Hooksiel (26. 8. 2026) – Der Ort Hooksiel wird weiter wachsen. Davon jedenfalls sind die Kommunalpolitiker überzeugt, die sich am Dienstagabend auf Einladung des Hooksieler Seebadevereins zum „Parteien-Talk“ eingefunden hatten. Vor rund 80 Interessierten diskutierten sie zwei Stunden lang über Infrastrukturprojekte, in der nächsten Wahlperiode unbedingt angegangen werden müssen – oder halt auch nicht.
Auf dem Podium im Gästehaus die Kommunalpolitiker (von rechts) Fabian Ulbrich, Andy Strümpel, Gaby Szlezak, Holger Ulfers und Dieter Schäfermeier sowie der Moderator Gerd Abeldt von „Hooksiel-life“. Foto: hol
Thomas Leimkühler aus dem Seebadevereins-Vorstand begrüßte mit Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Andy Strümpel (CDU), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen), Holger Ulfers (SPD) und Fabian Ulbrich (Freie Wähler) Kandidatinnen und Kandidaten von Wählergruppen und Parteien, die sich bei der Kommunalwahl am 13. September um Mandate im Gemeinderat bemühen. Die Kandidatin der AfD war zeitlich verhindert. Und auch die FDP fehlte.
Großbaustelle Alter Hafen
Einigkeit besteht zum Thema Strandsicherung. In dem geplanten Bau eines Deckwerkes, das den von Strömung und Sturmfluten bedrohten Badestrand sichern sollt, sehen alle eine Chance für Hooksiel. Sehr wichtig ist nach der Einschätzung der Politiker auch die Entwicklung am Alten Hafen, insbesondere die zukünftige Nutzung des ehemalige Feuerwehrareals. Die Gemeinde sucht hierfür seit 2022 einen Investor. Bislang erfolglos. Aktuell wartet man auf die Präsentation von Plänen für den Bau einer Markthalle.
Hier überwog auf dem Podium die Skepsis. „Die schöne Markthalle in Aurich wurde schnell wieder geschlossen“, sagte Ulbrich. Eine Halle kombiniert mit Hotelzimmern im Obergeschoss? „Wer will schon über einem Markt wohnen, in dem immer Betrieb ist“, fragte Dieter Schäfermeier. Strümpel hofft weiterhin auf ein Hotel für dieses Filetgrundstück. Holger Ulfers und Gaby Szlezak rieten dazu, die Entscheidung nicht über Knie zu brechen. Ulfers: „Wir dürfen hier vor allem nichts falsch machen.“
Auch jenseits des Feuerwehrareals sehen die Politiker am Alten Hafen großen Handlungsbedarf. Der Hafenplatz sollte barrierefrei sein, das Kopfsteinpflaster ersetzt, die Sanitäranlage erneuert werden. Wie stabil ist die Kaimauern noch? Wie lässt sich auf Dauer die Wasserqualität sichern? Fragen über Fragen. Schäfermeiers Vorschlag „Wir sollten eine Arbeitsgruppe mit allen zuständigen Behörden und Institutionen bilden, um die Probleme anzugehen“ blieb unwidesprochen.
Knackpunkt Trabrennbahn
Klar Position bezogen die Politiker zur geplanten touristischen Entwicklung des Freizeitgeländes durch die landeseigene Hafengesellschaft NPorts. Zumindest zu einem Detail. Aus Sicht von SPD und Pro Wangerland soll die Trabrennbahn an der Bäderstraße auf jeden Fall dauerhaft erhalten bleiben. Andy Strümpel hielt für die CDU dagegen. Wenn sich ein Investor zum Beispiel für einen attraktiven Hotelbau an dieser Stelle finde, müsse die nur an drei Tagen im Jahr genutzte Pferdesportarena weichen. Zumal ohnehin niemand sagen könne, ob Trabrennsport eine Zukunft habe. Hotel hin oder her – die Grünen sehen den Tiersport ansich schon kritisch. Gaby Szlezak: „Wenn Pferde bei 35 Grad Rennen laufen müssen, ist das für mich fragwürdig.“
Weiteres Thema: Die Zukunft des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades und der umliegenden Flächen. Das Areal gehört der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) und steht zum Verkauf. Der Einfluss der Politik auf die Auswahl des Investors sei nur gering, so Schäfermeier. Und die WTG brauche das Geld, um wieder auf die Beine zu kommen.
Hotel statt Hallenbad?
Dass an dem Standort ein Schwimmbad erhalten bleibt, gilt als ausgeschlossen. Wahrscheinlicher sei ein Hotelbau, der aber maximal vier Geschosse hoch sein dürfte, so Ulfers. Den Vorschlag von Ulbrich, die Fläche für Wohnbebauung zu nutzen, hält Schäfermeister für abwegig. Bei dem hohen Preis für Grundstück und Abrisskosten gebe es keine Alternative zu einer intensiven Nutzung,
Von großer Bedeutung für Hooksiel ist nach Überzeugung von Holger Ulfers der Einstieg in die Bauleitplanung für die Freifläche zwischen der Bäderstraße und dem Altendeich. Hier könnten Grundstücke für Dauerwohner entstehen, möglicherweise sei auch Platz für den Neubau eines Kindergartens, den auch Gaby Szlezak und Andy Strümpel für in absehbarer Zeit erforderlich halten. Für den CDU-Politiker könnte ein Kindergarten eine sinnvolle Nachnutzung für das Gästehaus sein, das der WTG gehört. Ulfers sprach sich zudem für einen Discounter-Standort in der Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses aus, mitten im Ort. Strümpel und Szlezak würden sich auch über einen Netto-Markt im Gewerbegebiet freuen.
Wohnungen statt Walter-Spitta-Haus
Einigkeit in der Runde bestand darüber, dass vor allem auch bezahlbarer Wohnraum etwa für junge Leute oder für Senioren geschaffen werden müsse. Schäfermeier verwies darauf, dass die Gemeinde mit der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Friesland über die Nutzung der Freiflächen am Walter-Spitta-Haus im Gespräch sei. Die Kirche will das Gemeindehaus aufgeben. Denkbar wäre die Erweiterung der benachbarten Altenwohnanlage. Diskutiert wurde darüber hinaus über den Bau von Mehrfamilienhäusern und die Verdichtung der Bebauung im Ort, etwa durch die Nutzung großer Gärten oder – wie Strümpel anregte – den Abriss von maroden Altbauten.
In der Debatte wurden eine Reihe weiterer Positionen deutlich. Unter anderem forderte Andy Strümpel weitere Gewerbeflächen für Hooksiel, Holger Ulfers hält die Sanierung der maroden Georg-Adden-Straße sowie die Planung der Grundschul-Erweiterung für dringend erforderlich. Fabian Ulbrich unterstrich die Dringlichkeit des Baus eines Radweges entlang der Landesstraße von Hooksiel nach Waddewarden. Gaby Szlezak wies auf die große Bedeutung von Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen vor Ort hin.
Gemeinde hofft auf Geld von der WTG
Viele Projekte erfordern viel Geld. Wo soll das herkommen, zumal die Gemeinde schon jetzt einen hohen Schuldenstand hat? Dieter Schäfermeier zeigte sich optimistisch. Wenn das Insolvenzverfahren für die WTG gut laufe, werde die Gemeinde ihr Geld zurückbekommen, das sie der Tourismustochter einst geliehen hat. „Dann wird unser Handlungsrahmen deutlich besser.“
Im Anschluss hatte das Publikum Gelegenheit, weitere Fragen an die Politiker zu stellen: Inwieweit hat die Gemeinde Fördertöpfe im Blick? Gibt es eine Gesamtstrategie für die Entwicklung des Wangerlandes? Wer kümmert sich eigentlich um die Schafe am Deich, die unter der Hitze leiden? Fragen über Fragen, die deutlich machen, dass es noch viel Redebedarf gibt.
Nächste Podiumsdebatte
Die nächste Podiumsdiskussion des Seebadevereins ist für Dienstag, 8. September, ab 19 Uhr im Gästehaus angesetzt. Auf dem Podium werden dann die Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) erwartet.
Hooksiel (26. 5. 2026) – Erinnerungen prägen das künftige Handeln. Gerade Urlaubsorte sollten deshalb ein großes Interesse daran haben, dass Gäste sie mit positiven Eindrucken verbinden. Vor diesem Hintergrund haben der Seebadeverein Hooksiel und die Interessengemeinschaft De Hooksieler eine gemeinsame Mitmach-Aktion gestartet.
Bilderbuchkulisse Aller Hafen von Hooksiel. Ein Motiv, das positive Erinnerungen wecken kann. Archiv-Foto: Giesers
Alle Hooksielerinnen und Hooksieler sind aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo in welcher Form attraktive Foto-Punkte im Ort gestaltet werden könnten und sollten. Frank Müller, Sprecher des „Kompetenzteams Infrastruktur“ des Seebadeverein, erläuterte das Projekt beim jüngsten Bürger- und Gästesnak und stellte Beispiele aus anderen Orten vor.
Ideen von Bürgern gefragt
Den klassischen Bilderrahmen im Großformat, in den sich Menschen für eine Aufnahme vor einem besonders schönen Hintergrund hineinstellen können, kennt man. Denkbarer Punkt in Hooksiel: der alte Hafen. Aber auch andere Hingucker sind denkbar. Große Schriftzüge etwa von Hooksiel oder Rahmen in Herzform oder, oder, oder.
Wer bei der Aktion mitmachen möchte, kann seine Idee in Form eines Textes, eine Skizze oder eines vielleicht sogar mit Hilfe von künstlicher Intelligenz kreierten Fotos an die Email-Adresse des Seebadevereins: info@seebadeverein-hooksiel.de senden. Vorgestellt werden sollen die Ergebnisse beim nächsten Bürger- und Gästesnak am Donnerstag, 23. Juni, im Gästehaus. Beginn der Veranstaltung wird dann 19 Uhr (bislang stets 18 Uhr) sein. Der beste „Foto-Rahmen“-Vorschlag soll möglichst umgesetzt, der Ideengeber aber auf jeden Fall prämiert werden.
Hooksiel (18. 4. 2026) – Hooksiel ist ein schöner Ort. Aber er hat auch eine ganze Reihe von Macken. Kleinere und größere. Die Arbeitsgruppe „Infrastruktur“ des Seebadevereins Hooksiel will dazu beitragen, dass die Probleme erkannt und Lösungen angegangen werden. „Damit der Ort, in dem wir leben, am Ende noch schöner wird“, sagt Frank Müller.
Stolz sind die Mitglieder der Infrastruktur-Arbeitsgruppe des Hooksieler Seebadevereins darauf, dass die Gemeinde Wangerland auf ihre Anregung hin den viel genutzten Gehweg vom Hallenbad in Richtung Deich saniert hat. Auf dem Bild (von links) Frank Müller, Christine Ulbrich, Nicole Kutscher, Stefan Mampilly, Volker Meyer und Barbara Köster. Foto: hol
Müller ist Lotse der im vergangenen Jahr gegründeten Gruppe, die sich in seinem Haus in der Hinrike-Lichtenfeld-Straße trifft. Zur Sitzung sind an diesem Abend Nicole Kutscher, Stefan Mampilly und Volker Meyer erschienen, allesamt wie Müller Neubürger, die im Neubaugebiet zwischen Hohe Weg und Bäderstraße ein neues Zuhause gefunden haben.
Mit Zwischenbilanz zufrieden
Zur Runde gehören zudem Barbara Köster, die seit 2019 in Hooksiel lebt, sowie Kira Zucher und Christine Ulbrich, die in Hooksiel bzw. in Hohenkirchen aufgewachsen sind. Barbara Köster sucht nach einem günstigen Raum, der von der Musikschule Friesland genutzt werden könnte. Kira Sucher möchte die Bedingungen für die Wassersportler in Hooksiel verbessern und Christina Ulbrich hält ein größeres Betreuungsangebot der Jugendpflege im Ort für dringend geboten – und einen neuen Basketballkorb auf dem Skaterplatz.
Im Zentrum der über dreistündigen Beratung steht eine Zwischenbilanz. Müller berichtet über einen Rundgang durch Hooksiel, zu dem der Seebadeverein kürzlich Bürgermeister Mario Szlezak und weitere Vertreter der Gemeinde eingeladen hatte. Dabei habe man sich etliche Ecken im Ort angesehen, an denen Handlungsbedarf besteht.
Tor zum Wangerland
„Insgesamt haben wir im Moment 17 Projekte auf dem Schirm“, so Müller. Einige Themen wie die Sanierung der Geländer am Sieltor oder die Erneuerung des marode Gehwegs vor dem Hallenbad zum Deich hätten sich dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde inzwischen bereits erledigt. Auf dem Rundgang seien verdreckte oder falsch positionierte Schilder, marode Fuß- und Radwege sowie einige unschöne Ecken thematisiert worden. Ein „Tor zum Wangerland“ am südlichen Ortseingang, würde sich Müller wünschen, vielleicht in Form eines an Land gesetzten Fischkutters. Und ein oder zwei Strandkörbe wären seiner Ansicht nach eine echte Bereicherung für die Fußgängerzone Lange Straße.
Aber der Seebadeverein will auch bei den großen Themen mitmischen, die für Hooksiel auf der Agenda stehen. Für die Aufwertung des Alten Hafens – von der Verbesserung der Wasserqualität über das Thema Barrierefreiheit bis hin zur Sanierung der Kaimauer und der Bebauung des ehemaligen Feuerwehrareals – hat der Verein eine weitere Arbeitsgruppe gebildet. Und auch für die Lösung des Dauerproblems „Parken“ will man eigene Ideen einbringen.
Kurzzeit-Parktaste fürs Fischbrötchen
Ziel müsse ein einheitliches Parksystem von Gemeinde und Wangerland Touristik GmbH (WTG) sein, so Müller. Damit könnten Gäste, die am Strand parken, ihr Parkticket auch für den Besuch in einem der Orte nutzen. Wünschenswert wären aus Sicht der selbst ernannten Infrastruktur-Experten auch eine Kurzzeit-Parktaste („Für das schnelle Fischbrötchen am Hafen“) und eine Regelung für freies Parken für Einheimische („Kann doch nicht sein, dass wir für einen Spaziergang an unserem eigenen Strand zahlen müssen …“). Es sei erfreulich, dass Gemeinde und WTG bereits eine Arbeitsgruppe gebildet hätten, um die Parkregeln an den Stränden und in der Gemeinde zu vereinheitlichen. Vielleicht könne man dort auch die Wünsche der Bürger einbringen?
Alter Hafen, Parkregelung, Ortsverschönerungen – alles Themen, die die Gemeinde Wangerland und deren politischen Gremien schon seit Jahren umtreiben. Woher nehmen gerade die Neubürger im Seebadeverein den Optimismus, hier schnell zu guten Lösungen zu kommen?
„Wir haben den Eindruck, dass viele Alt-Wangerländer die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus gar nicht so richtig einschätzen“, sagt Müller. Neubürger seien aber oft gerade wegen der Attraktivität der Orte zum Beispiel nach Hooksiel gezogen. Sie würden Verbesserungspotenziale erkennen, wo Einheimische vielleicht schon etwas „betriebsblind“ seien, wie es Bürgermeister Szlezak kürzlich einmal formuliert hat. Müller: „Am Ende wollen wir alle doch nur, dass Hooksiel noch schöner wird.“
Hooksiel (26. 3. 2026) – Der Alten Hafen zählt zu den schönsten Plätzen in Hooksiel. Aber er hat auch eine Reihe von Problemen. Nicht nur, dass die Zukunft des ehemaligen Feuerwehrareals zwischen Lange Straße und Hafen noch ungeklärt ist. Das Hafenbecken und vor allem das Binnentief hinter dem Siel drohen zu verschlammen, Kai- und Hafenmauer müssten saniert, das schlecht begehbare Kopfsteinpflaster auf dem Hafenplatz ausgetauscht werden – zumindest wenn der Festplatz behindertengerecht werden soll.
Der Alte Hafen, das Markenzeichen von Hooksiel. Aber auch hier gibt es jede Menge Baustellen. Archiv-Foto: hol
Der Strauß an Handlungsfeldern am Alten Hafen war eines der Themen, mit der sich Vertreter des Seebadevereins Hooksiel und eine hochkarätige Delegation der Gemeinde Wangerland bei einem gut zweistündigen Rundgang durch das Dorf beschäftigen. Dazu hatte Bürgermeister Mario Szlezak Bauhofleiter Renke Oltmanns sowie den Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes Markus Gellert mitgebracht. Sie wurden von Seiten des Seebadevereins von dessen Vorsitzenden Wolfgang Ademes, Vorstandsmitglied Thomas Leimkühler sowie dem Lotsen der „Arbeitsgruppe Infrastruktur“, Frank Müller, begleitet.
Schnelle Abhilfe zugesagt
Szlezak bewertet die Aktion im Anschluss gegenüber „Hooksiel-Life“ als sehr aufschlussreich. Es sei schon sinnvoll, wenn Bürger, gerade Neu-Bürger, auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände hinweisen. „Wenn man mit den Themen seit Jahren zu tun hat, wird man ja auch ein Stückweit betriebsblind.“ Der Bürgermeister sagte schnelle Hilfe und Abhilfe dort zu, wo es möglich und geboten sei – und wo die Gemeinde auch tatsächlich zuständig ist.
Unternahmen einen Ortsrundgang: Bürgermeister Mario Szlezak (2. von rechts) mit (von links) Frank Müller (Seebadeverein), Markus Gellert (Gemeinde), Wolfgang Ademes und Thomas Leimkühler (beide Seebadeverein) sowie Renke Oltmanns (Gemeinde). Foto: hol
Dazu gehört die Beschilderung. Viele Verkehrsschilder im Ort sind verdreckt, einige Hinweistafeln überflüssig und einige falsch montiert. So etwa die neuen Verkehrsschilder „Verkehrsberuhigter Bereich“ an den Eingängen zum Neubaugebiet zwischen Bäderstraße und Hohe Weg. Sie hängen zu hoch. Szlezak: „Das werden wir in Kürze ändern.“
Investitionen müssen geplant werden
Schwieriger zu beseitigen sind die Mängel etwa am Radweg an der Bäderstraße oder auf Fahrbahn und Gehweg an der Straße „An der Jaderennbahn“. Sanierungsarbeiten dort müssten geplant und auch finanziell machbar sein. Nach und nach abgebaut und gegebenenfalls durch Blumenkübel ersetzt werden sollen die Pflanzbeete an der Friesenstraße. Deren Betoneinfassungen sind zum Teil massiv beschädigt.
Überflüssige Schilder: Die zahlreichen Hinweise auf das Meerwasser-Hallenwellenbad im Ort sind irreführend. Das Bad ist geschlossen und wird nicht wieder eröffnet. Auch die Musikkneipe „Lütt und Lütt“ gibt es seit Jahren nicht mehr. Foto: hol
Gemeinsam begutachtet die Gruppe den in der vergangenen Woche vom Bauhof der Gemeinde sanierten Fußweg zwischen ehemaligem Hallenbad und zweiter Deichlinie. Offenkundigen Handlungsbedarf gibt es aber auf dem Deich selbst. Die Gehwegplatten sind verrutscht, teilweise stehen sie fast senkrecht. „Echte Gefahrenpunkte gehen wir natürlich sofort an“, versicherte Szlezak. Aber Grundsätzlich sei für die Unterhaltung des Weges auf dem Deich die Wangerland Touristik GmbH zuständig. Warum das die inzwischen insolvente Gemeinde-Tochter in der Vergangenheit nicht ordentlich gemacht habe, könne er nicht beurteilen.
Großbaustelle Alter Hafen
Wie der Bürgermeister versicherte, werde die Gemeinde jetzt auch die vielfältigen Aufgaben rund um den Alten Hafen angehen, auch wenn hier unterschiedlichste Institutionen und Behörden zuständig seien. Zumindest für Investitionen in den Bereichen „Denkmalschutz“ und „Behindertengerechtigkeit“ müsste es auch Fördermöglichkeiten geben. Dass es Schritt für Schritt voran gehen kann, zeigt die Absperrung am Sieltor. Nach einem entsprechenden Hinweis hatte hier der Bauhof ein marodes Teilstück innerhalb weniger Tage saniert und neu montiert. Frank Müller: „Es ist doch gut, wenn wir gemeinsam daran arbeiten, dass Hooksiel noch schöner wird.“
Hooksiel (19. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel hat einen neuen Vorsitzenden. Nachdem der vor einem Jahr gewählte Amtsinhaber Wolf Hegemann sich aus dem Vorstand zurückgezogen hat, ist sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Ademes in die Führungsfunktion aufgerückt. Dem vor über 110 Jahren gegründeten Verein gehören rund 300 Familien an.
Wolfgang Ademes (links) hat das Amt des 1. Vorsitzenden des Seebadevereins Hooksiel übernommen, nachdem sein Vorgänger Wolf Hegemann sich krankheitsbedingt aus dem Vorstand des Vereins zurückgezogen hat. Archiv-Foto: hol
Stellvertretender Vorsitzender ist künftig Uwe Gaudian. Zur neuen 2. stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Haus des Gastes einstimmig Nicole Kutscher. Die Neu-Hooksielerin, die sich aus ihrem Urlaubsort per Video-Schalte vorstellte, hat sich schon bislang in Arbeitsgruppen des Vereins engagiert und zuletzt unter anderem die Aktion „Hooksiel putzt“ organisiert.
Satzung ohne Tourismus
Ohne Widerspruch stimmten die über 50 anwesenden Vereinsmitglieder einer umfassenden Satzungsänderung zu. Als Vereinszwecke werden darin Denkmalschutz, Heimatpflege und Ortsverschönerung genannt, aber nicht mehr Tourismus und Fremdenverkehr, für die der Verein einst gegründet worden ist. Die Überarbeitung der ohnehin nicht mehr zeitgemäßen Satzung sei auch notwendig geworden, so Ademes, damit der Verein als gemeinnützig anerkannt werden kann. Der neue Status soll ab dem 1. Januar 2027 gelten.
Aus Sicht der Gemeinde Wangerland haben sich die Bemühungen, den denkmalgeschützten Leuchtturm „Roter Sand“ an den Außenhafen von Hooksiel zu versetzen, erledigt. Beim Seebadeverein hingegen hat man die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Foto: Eike Doyen
Bürgermeister Mario Szlezak würdige in einem Grußwort das beeindruckende Engagement im Seebadeverein, der im vergangenen Jahr ein Fülle von Veranstaltungen („Gäste- und Bürgersnak“) ausgerichtet und dabei – angesichts der guten Teilnehmerzahlen – offenbar die richtigen Themen angesprochen habe. Ausdrücklich dankte Szlezak Hegemann und Ademes für deren Einsatz für die angestrebte Verlegung des denkmalgeschützten Leuchtturms „Roter Sand“ aus der Wesermündung an den Hooksieler Außenhafen.
Investor für eine Markthalle
Leider seien die gemeinsamen Bemühungen von Gemeinde und Seebadeverein nicht erfolgreich gewesen, so Szlezak. Nach neuerlichen Gesprächen mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und dem Verkehrsministerium werde die Gemeinde ihre Bemühungen jetzt einstellen. Der Standort am Außenhafen sei offenbar mit den geltenden schifffahrtsrechtlichen Bestimmungen nicht vereinbar. Für Ademes hingegen will noch nicht aufgeben. „So lange wir keine Absage bekommen haben, sind wir noch im Rennen.“
Mehr Hoffnung machte der Bürgermeister beim Thema Nachnutzung des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen. Nachdem ein geplanter Hotelbau nicht zustande gekommen war, wünschen sich viele Vereinsmitglieder eine Markthalle mit unterschiedlichen Funktionen. Wie Szlezak sagte, gebe es für diese „charmante Idee“ inzwischen einen potenziellen Investor, mit dem bereits erste Gespräche geführt worden seien. Sollten sich dessen Pläne verfestigen, werde man das Projekt öffentlich vorstellen.
Unterstützung sagte der Bürgermeister dem Verein auch bei dessen Bemühungen zu, den häufig in Hooksiel vernehmbaren Lärm der auf Wilhelmshavener Grund liegenden Wurftaubenschießanlage einzudämmen. Er bemühe sich derzeit um ein Gespräch über das Thema mit Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist.
Hooksiel (16. 3. 2026) – „Hooksiel putzt“ – dieses Motto der Frühjahrs-Putzaktion haben am Samstag mehrere kleinere und größerer Gruppen im Ort umgesetzt. Trotz des mittelprächtigen, regnerischen Wetters hatten die Beteiligten in der Regel viel Spaß – und freuten sich über Erfolge. Ein Beispiel: Einige Tennisspieler arbeiten auf der Platzanlage des SC Wangerland, bekämpften über mehrere Stunden Moos, Laub und Unkraut und waren sich am Ende sicher: „Wir werden der Sommersaison – nach einigen weiteren Arbeitsdiensten – wieder viel Spaß haben.“
Alle gemeinsam mit Besen und Sammelzange unterwegs. Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Seebadevereins Hooksiel demonstrierten bei der Aktion „Hooksiel putzt“ den Schulterschluss. Vorn Bodo Zeiger (mit Besen) von der Arbeitsgruppe und Wolfgang Ademes vom Seebadeverein. Foto: Nicole Kutscher
Im Zentrum des Frühjahrsputzes im Ortskern standen aber die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Hooksiel und des Seebadevereins. Vormittags startete die Arbeitsgruppe mit dem Großreinemach, nachmittags übernahmen die Aktiven des Seebadevereine. An der symbolischen „Besenübergabe“ am Gästehaus in Hooksiel nahmen rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer teil, die dem Aufruf „Hooksiel putzt“ gefolgt waren.
Ein wesentlicher Baustein der Aktion, an der sich in der ganzen Region Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund mehrere Tausend Menschen beteiligt haben, ist das Sammeln von Unrat und Müll. Was Kinder der Grundschule schon am Freitag rund ums Schulgelände begonnen hatten, setzten die Erwachsenen im Ort aber auch im Freizeitgelände fort. Die Arbeitsgruppe brachte unter anderem das Batteriegelände um Gästehaus und den Alten Hafen auf Vordermann, Gruppen des Seebadevereins kümmerten sich um Straßen, Wege und Parkplätzen sowie um die zweite Deichlinie.
Jede Menge Unrat sammelten die Aktiven im Ort. Im Anschluss gab es zur Belohnung Bratwurst und Getränke. Foto: Bernhard Köster
„Vom Taschentuch über die Radkappe bis zum DVD-Player war alles dabei“, schildert Teilnehmer Bernhard Köster. Zum Fundgut gehörten aber auch ein Portemonnaie – ohne Geld, aber dafür noch mit sämtlichen Papieren des Eigentümers – sowie Unmengen von Zigarettenkippen. Insgesamt habe die Aktion aber sehr viel Spaß gemacht, so Nicole Kutscher: „Gemeinsam sind wir stark und unser schönes Hooksiel ist noch schöner.“
Zur Belohnung konnten die Aktiven im Anschluss an die Arbeit gemeinsam stärken – mit Bratwurst im Brötchen und erfrischenden Getränken. Der Seebadeverein dankte einer Reihe von Sponsoren aus Handel, Handwerk und Gewerbe im Ort für ihre Unterstützung.
Hooksiel (15. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel will als gemeinnützig anerkannt werden. Auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 18. März, stehen dafür Satzungsänderungen auf der Tagesordnung. Während sich der 113 Jahre alte Seebadeverein bislang laut Satzung vornehmlich um die „touristische Entwicklung“ gekümmert hat, sollen künftig die Denkmal- und Heimatpflege und die Pflege des Landschafts- und Ortsbildes von Hooksiel im Fokus stehen.
Szlezak und Riedel zu Gast
Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gästehaus. Als Gäste werden Bürgermeister Mario Szlezak und der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, erwartet. Da sich die gemeindeeigene WTG in einer Insolvenz in Eigenverwaltung befindet, darf von beiden Verantwortungsträgern eine Einschätzung zur aktuellen Lage erwartet werden. Unter anderem ist als Folge der finanziellen Schieflage der Tourismus-Tochter der Gemeinde das Hallenwellenbad in Hooksiel seit Oktober geschlossen. Das Bad und das gesamte Areal umzu stehen zum Verkauf.
Ideen fürs alte Feuerwehrareal
Ein weiteres Thema, mit dem der Seebadeverein sich seit Monaten intensiv beschäftigt: Die Entwicklung des ehemaligen Feuerwehrgeländes am Alten Hafen. Der erste Anlauf eines Planungsbüros, für das Filetgrundstück im Ortskern einen Hotelinvestor zu finden, war gescheitert.
Der Seebadeverein favorisiert nach zwei Diskussionsrunden mit Bürgern den Bau einer Markthalle oder eines Bürgerhauses, in dem – so einige der Gedanken aus der Ideensammlung – neben Marktständen auch kleine Geschäfte, eine Gastronomie, eine Tourist-Info und ein Treffpunkt für Vereine untergebracht werden könnten. Details sollen sich unter anderem aus einer Bedarfsanalyse ergeben, die wiederum Grundlage für einen Architekten-Wettbewerb und die Suche nach einem Investor sein könnte.
Hooksiel (22. 2. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel lädt zu seinem nächsten „Gäste- und Bürgersnak“. Treffpunkt dafür ist Dienstag, 24. Februar, um 18 Uhr im Gästehaus. Im Zentrum der öffentlichen Veranstaltung steht der Bau einer „Adventure Golfanlage“ an der Hooksieler Wasserskianlage, die im Mai eröffnet werden soll.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung soll das weitere Vorgehen der Gemeinde bei der Suche nach einem Käufer für das ehemalige Feuerwehrgelände am Alten Hafen werden. Bekanntlich war ein Planungsbüro im vergangenen Jahr mit dem Versuch gescheitert, einen Hotelinvestor für den Ortskern von Hooksiel zu finden. Beim Gäste- und Bürgersnak vor vier Wochen hatten sich eine Reihe von Mitglieder des Seebadevereins als Alternative zu einem Hotels für eine Markthalle ausgesprochen. Angeblich soll es dafür auch einen potenziellen Investor geben.