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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Schießanlage Tammhausen wird für Jäger noch wichtiger

Wilhelmshaven/Hooksiel (30. 9. 2026) – Es ist ruhig in Hooksiel. Eigentlich. Wenn nicht gerade Kampfjets der Bundeswehr am Himmel ihre Runden drehen und nebenan nicht geschossen wird. Nebenan, das ist in Tammhausen. Dort, auf Wilhelmshavener Gebiet, liegt die Schießanlage des Jade Wurftaubenclubs (JWTC) ein beliebter Trainingsplatz für ambitionierte Sportschützen und die Jägerschaft aus der ganzen Region. Auch aus dem Wangerland.

Heinz Weerda ist stolz auf die neue Kugelschießanlage des Jade Wurftaubenclubs. Das Millionenprojekt in Wilhelmshaven-Tammhausen wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Foto: hol

„Es ist uns durchaus bewusst, dass man uns in Hooksiel bei südlichen Winden hören kann“, räumt Vereinsvorsitzender Heinz Weerda (79) ein. Problem dabei ist nach seiner Überzeugung nicht die Lautstärke der Schüsse, sondern das Geräuschmuster. „Pock“- und wenig später wieder „Pock“. Dann Ruhe. Und wieder „Pock, Pock“.

Ärger über Schießlärm

Nicht alles, was als störend empfunden wird, ist unzulässig. Die Genehmigung des Betriebs der 2002 eingeweihten Anlage in Tammhausen jedenfalls ist juristisch mehrfach überprüft und als rechtens eingestuft worden. Dennoch, so betont Weerda: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Schießlärm einzudämmen, ohne den Betrieb selbst zu gefährden, sind wir die Letzten, die da etwas gegen haben.“

Zuletzt habe es dazu sehr konstruktive Gespräche mit Vertretern des Seebadeverein Hooksiel und mit Bürgermeister-Kandidat Bernd Abrahams (Pro Wangerland) gegeben. Eine Lösung sei aber noch nicht in Sicht, auch weil der Schall sich wellenförmig ausbreitet und mit einem Schutzwall in 100 Meter Entfernung kaum gedämmt werden kann.

Investition von 1,5 Millionen Euro

Anders stellt sich das beim neuen Kugelschießstand dar, der nach anderthalb Jahren Bauzeit vor wenigen Tagen offiziell in Betrieb genommen wurde. 1,5 Millionen Euro hat der Verein nach den Worten von Weerda in die Anlage investiert, die zu einem wichtigen Stück Infrastruktur vornehmlich für die Jägerschaft werden wird. Trainieren werden an dem Schießstand aber auch Polizisten, etwa von Sondereinsatzkommandos (SEK) und Mobilen Einsatzkommandos (MEK).

Entstanden ist aus Hooksieler Sicht hinter der Wurftauben-Schießanlage ein Schießstand, der aus einem festen Gebäude besteht, aus dem heraus die Schützen ihre Waffen abfeuern. Am Ende der 50 beziehungsweise 100 Meter langen Schießbahnen, die seitlich durch vier Meter hohe, durch massive Fundamente stabilisierte Betonwände abgesichert sind, befinden sich die Ziele – laufende Keiler oder auch Zielscheiben, an denen die Schützen die Treffgenauigkeit ihrer Waffen testen können.

Der Kugelschießstand liegt südlich von der Wurftaubenanlage, auf der Schützen mit Schrott auf Tontauben schießen. Foto JWTC

Eine entsprechende Schießanlage gibt es derzeit in der Region lediglich in Webershausen bei Aurich, die allerdings in den nächsten Jahren aufgegeben werden soll. Die Lücke will der WTC schließen, auch weil das Schießen mit Kugeln – neben dem mit Schrot – ein fester Bestandteil der Jägerausbildung ist. Aber auch für Meisterschafen sei die Anlage ausgelegt.

Weerda kündigt Rückzug an

Zur Einweihung des Kugelschießstandes konnte der 1998 gegründete WTV, der heute um die 340 Mitglieder hat, über 40 Gäste begrüßen. Darunter Vertreter der Jägerschaft mit Helmut Dammann-Tamke als Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) an der Spitze sowie Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats Jever. Ausdrücklich betonte Weerda die stets gute Zusammenarbeit mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven bei Planung und Bau der Projekte, die der Verein nahezu vollständig aus eigenen Mitteln finanziert hat.

Von 1,6 Million Euro Baukosten für den Wurftaubenstand habe der JWTC 84 Prozent getragen. Der Zuschuss der Stadt zum Kugelschießstand lag bei 15.000 Euro. Weitere Mittel seien vom Landessportbund (100.000 Eure) sowie von der Jägerschaft geflossen. Rund eine Million Euro müsse der Verein selbst aufbringen. Mehrkosten in Höhe von rund 150.000 Euro seien durch eine kürzlich erlassene Vorgabe entstanden, dass die Anlage „bleifrei“ betrieben werden muss. Jetzt werde mit Stahlkugeln geschossen, für die der Schießstand mit Splitterschutz ausgelegt werden musste, so Weerda.

Im nächsten Jahr werde übrigens die Investition in die Wurftauben-Schießstand abbezahlt sein, sagte Weerda nicht ohne Stolz. Das werde er für sich zum Anlass nehmen werde, sich aus der ersten Reihe der Vereinsführung zurückzuziehen.

Wangerland Touristik Thalassa
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Müller: Gemeinderäte müssen unbequem und kritisch sein

Wangerland (29. 9. 2026) – Zum 31. Oktober geht eine Ära in der Kommunalpolitik des Wangerlandes zu Ende. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWW), zu deren Gründern vor über einem viertel Jahrhundert die langjährigen Gemeinderatsmitglieder Immo Müller, Ellmer Cramer und Jens Damm gehörten, wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein. 

Rathaus-Blockade mit Treckern

Ein Rückblick: März 2001. Vor dem Rathaus in Hohenkirchen stehen gut 70 Trecker. Über hundert aufgebrachte Landwirte protestieren im Vorfeld einer Ratssitzung geben den Plan der Gemeinde Wangerland, eine „touristische Schwerpunktzone“ auszuweisen, die die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beeinträchtigen könnte. Vornehmlich geht es um den Bau von Geflügelmastställen.

Die Rathaustüren werden blockiert. Bürgermeister Joachim Gramberger, Kämmerer Erwin Ufken und einige Ratsmitglieder sind im Gebäude eingesperrt. Als Höhepunkt der Aktion, mit der die Landwirte – mittendrin Tierarzt Immo Müller – ihren Unmut kundtun, wird ein Güllefass ausgekippt … das allerdings nur mit Wasser gefüllt ist.

Heute, 25 Jahre später, ein anderes Bild. Der Ärger über die Tourismus-Zone ist längst verflogen. Und: Immo Müller (Foto) zieht sich als letzter UWW-Aktivist aus der Kommunalpolitik zurück. Ende Oktober wird er das Rathaus verlassen. Vermutlich unbehelligt.

20 Jahre lang war der 70-Jährige als Ratsherr aktiv. Zunächst 15 Jahre lang in einer Oppositionsrolle gegenüber wechselnden, mal von der SPD, mal von der CDU dominierten Mehrheiten im Rat. Dann – nach fünf Jahren Pause – ab 2021 in der Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften), einen Verbund aus Pro Wangerland, UWW und BfB.

Sachorientierte Diskussionen

„Die Gründung der ZUW hat die Zusammenarbeit im Gemeinderat grundlegend verändert“, bilanziert Müller. Die Konstellation mit drei Machtblöcken im Rat – GfW (CDU/FDP/Grüne), SPD und ZUW – habe die Ratsmitglieder geradezu gezwungen, sachorientiert zu diskutieren, um möglichst gemeinsame Beschlüsse fassen zu können. Mit Ausnahme des leidigen Themas Bau des „Thalasso Meeres Spa“ habe das auch gut geklappt.

Müller, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit und die Familie nicht mehr für den neuen Rat kandidiert hat, galt als kritischer Geist, der oft seine Meinungen gesagt hat, oftmals auch unbequeme. Vor allem seine aus professioneller Planung von Windparks erworbenen Kenntnisse in Baurechtsfragen und Baugenehmigungsverfahren waren für Ratspolitiker und Verwaltung häufig nützlich.

Nach 15 Jahren in Rats-Blase gefangen

„Gemeinderäte sollten diskutieren, Meinungen und Sichtweisen kundtun, dabei aber nicht unbedingt streiten“, betont Müller in seiner Rückschau. Wobei er für sich selbst festgestellt hat, dass die fünfjährige Pause in seiner Ratstätigkeit sehr gut war. „Nach meinem ersten Ausscheiden habe ich gemerkt, dass man nach 15 Jahren im Rat den Blick von außen verliert, also sich sozusagen in einer Rats-Blase befindet.“

Dabei können Sichtweisen von außerhalb dieser Blase auf Geschehnisse manchmal deutlich differenzierter sein. Müllers Empfehlung an alle langjährigen Kommunalpolitiker: „Nach längstens 15 Jahren sollte man mindestens ein Periode lang aussetzen.“

Künftigen Ratsvertretern rät der Unabhängige, Fragen zu stellen, noch mal Fragen zu stellen und sich selbst in komplizierte Themen einzuarbeiten, auch wenn das Zeit und Mühe koste. „Ratsvertreter sind ehrenamtlich tätig. Aber dennoch sollten sie nicht darauf vertrauen, dass so genannte Fachleute, Investoren und Verwaltungsfachleute belastbare und richtige Zahlen vorlegen und alle Risiken aufzeigen“, so Müller. „Gemeinderäte haben nach meiner Meinung unbequem und kritisch zu sein.“

Neue Pastorin beim Erntedank und beim Männerkreis

Wangerland/Hooksiel (29. 9. 2026) – Die evangelisch- lutherischen. Kirchengemeinde Wangerland lädt zum „Gottesdienst zum Erntedank“ am Sonntag, 4. Oktober, ein. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr auf dem Hof Graalfs in der Nähe von Neugarmssiel (Kleinengroden 1).

Die geistliche Einführung werden Diakon Fredo Eilts und die neue Pastorin Vera Rosin übernehmen. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von Jagdhornbläsern und dem Kirchenchor Hohenkirchen. Im Anschluss laden die Landfrauen zu einer warmer Suppe ein. Besucher werden gebeten, Suppenschalen und Löffel mitzubringen.

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. Oktober, wird sich Vera Rosin beim Männerkreis der Bezirke Pakens-Hooksiel und St. Joost-Wüppels der ev.-luth. Kirchengemeinde in Hooksiel vorstellen. Der Organisator der Runde, Herbert Ulfers, lädt dazu für 19 Uhr ins Walter-Spitta-Gemeindehaus ein. Auch Männer, die der Runde noch nicht angehören, sind herzlich willkommen. Mit der Veranstaltung endet die Sommerpause des Männerkreises, der sich danach wieder einmal monatlich treffen wird.

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Backstein-Kunst als Verbindung von Natur und Mensch

Hooksiel (28. 9. 2026) – Backsteine sind ein Markenzeichen für die ost-friesisiche Region. Gewöhnlich baut man mit den gebrannten Ziegeln besonders stabile, wetterfeste Häuser. Nicht so Nic Schaatsbergen. Die Bildhauerin, die in der Nähe von Dornum lebt, gestaltet aus den Ziegeln „Körper“. Eine Auswahl davon ist seit Sonntag im Künstlerhaus in Hooksiel zu bewundern.

Eröffneten die Ausstellung „Körper“ der Künstlerin Nia Schaatsbergen (rechts) im Künstlerhaus Hooksiel: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs, Kunsthistorikerin Sarah Byl und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Als Plattform für die Ausstellungseröffnung nutzte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann den Vorplatz es Gebäudes an der Lange Straße. Zum einen weil im Innenraum der Platz durch die Vielzahl der Exponate beengt gewesen wäre. Zum anderen weil wieder über 40 Kunstinteressierte zu der Vernissage gekommen waren, darunter auch Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs und die Kunsthistorikern Sarah Byl, die in Werk und Arbeitsweise von Nic Schaatsbergen einführte.

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Die Künstlerin, deren ursprünglichen beruflichen Wurzeln im Journalismus lagen, hat von 2028 bis 2022 ein Kunststudium im Fachbereich Bildhauerei in Bochum absolviert. Schon im Studium sei der Backstein zum Medium ihrer Wahl geworden – auch als ein Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat Ostfriesland und den dortigen Klinkerbrennereien, mit denn sie eng zusammenarbeitet.

Byl stellte zwei unterschiedliche Arbeitsweisen vor, die sich an den im Künstlerhaus gezeigten Arbeiten gut nachvollziehen lassen. Zum einen mauere die Künstlerin Klinker in Rohform auf und schnitze die gewünschte, stets im Vorfeld genau geplante und skizzierte Skulptur heraus. Anschließend werden die Rohlinge getrocknet, wieder abgemauert und nummeriert, um dann – nachdem sie im Hochofen gebacken wurden – erneut zum endgültigen Kunstwerk aufgemauert zu werden.

Bei der zweiten Herangehensweise modelliere Nic Schaatsbergen ihre Kunstwerke direkt aus dem Rohmaterial des Ziegels. Dieser Prozess sei schneller, berge aber beim Trocknen und Brennen des Materials aber auch Risiken und Tücken wie Abplatzungen oder Risse, mit denen die Künstlerin dann umgehen muss. Auch die Farbe, in der das Werk den Hochofen verlässt, lässt sich kaum präzise vorherbestimmen. „Das ist oft eine ein Überraschung“, so Nic Schaatsberger. „Aber so ist das Leben.“

Bei ihren Körper-Skulpturen, so Sarah Byl, gehe es der Künstlerin meist um Verbindungen zwischen Natur und Mensch. Die Backsteine werden kombiniert, mal mit Holz, mal mit Blättern oder Muscheln. Die Oberflächen sind häufig uneben, mit Lücken, Fugen und Rissen übersät – auch als Ausdruck für beschwerliche Wege und zerbrechliche Verbindungen.

Der weibliche Körper ist eines das Hauptmotiv bei den Skulpturen von Nico Schaatsbergen. Foto: hol

„Hauptmotiv ihrer Werk ist der weibliche Körper und die Urformen der körperlichen Darstellung“, so die Kunsthistorikerin. „Schaatsbergen interessiert an dem Motiv der Frau ihr Selbst, ihr Inneres, ihr Wandel im Laufe der Zeit.“ Die Ausstellung ist bis zum 1. November jeweils von dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Wechsel im Rathaus: Kantersieg für Thies Fischer

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat die Stichwahl gegen Mario Szlezak (SPD) deutlich gewonnen. 69,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für den 25-jährigen Herausforderer aus Middoge. Für Szlezak endet damit seine fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Gemeindeverwaltung am 31. Oktober. 

Mario Szlezak abgewählt

Pünktlich um 18 Uhr waren die sechs Wahllokale im Gemeindegebiet geschlossen worden. Die Wahlvorstände begannen vor Ort mit der Auszählung der Stimmen. Im Rathaus wurden zeitgleich zwei Briefwahlbezirke ausgezählt.

Schon nach den ersten Ergebnissen zeichnete sich der Trend des Wahlabends ab. 18.15 Uhr: In Hooksiel, Horumersiel und Minsen – den am stärksten touristisch geprägten Orten im Wangerland – lag Fischer (Foto) mit um die 75 Prozent der Stimmen vorn.

Aber auch in den ländlicher geprägten Gemeindeteilen gelang es dem Tettenser Szlezak nicht, das Wahlergebnis noch zu drehen. In keinem der acht Wahlbezirke konnte er mehr Stimmen erzielen als sein Herausforderer.

In der Grundschule Hooksiel stimmten fast 80 Prozent der Wähler für Fischer. Szlezak erzielte sein bestes Teilergebnis mit an die 47 Prozent der Stimmen in Tettens-Oldorf-Wiefels. Aber auch hier lag Fischer mit 53 Prozent der Stimmen vorn.

Das Endergebnis stand gegen 19.15 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 8180 Walberechtigten mit 54,2 Prozent deutlich niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen (66,8 %), als die Wähler neben der Bürgermeister-Frage auch noch über die Zusammensetzung des Gemeinderates, des Kreistages und den künftigen Landrat abzustimmen hatten. Szlezak holte 1334 Stimmen und damit deutlich weniger als im ersten Wahlgang (1655). Fischer, der vor zwei Wochen mit 2263 Stimmen gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung weiter aus und kam am Ende auf 3069 Stimmen.

Krettek bleibt im Amt

Spannend verlief die Auszählung der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn. Hier setzte sich Amtsinhaber Thorsten Krettek (parteilos) hauchdünn gegen seinen Herausforderer Marco Hans (SPD) durch. Auf Krettek entfielen 50,5 Prozent der Stimmen, auf Hans 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Krettek hat im vorläufigen Endergebnis 43 Stimmen Vorsprung.

Höhe der Beteiligung wichtiger Faktor bei der Stichwahl

Wangerland (26. 9. 2026) – An diesem Sonntag geht ein monatelanger Wahlkampf zu Ende. In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Wangerland stehen sich Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Herausforderer Thies Fischer (CDU) gegenüber.

Wer wird Chef der Verwaltung?

Szlezak (52) möchte seine seit 2021 andauernde Tätigkeit im Rathaus fortsetzen. Für Fischer (25) wäre es die erste Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister. Der künftige hauptamtliche Bürgermeister ist als Beamter auf Zeit ab dem 1. November für acht Jahr Chef der Verwaltung im Rathaus und zugleich erster Repräsentant der Gemeinde. Aber auch er hat nur eine Stimme im Gemeinderat, der für wichtige politische Weichenstellungen verantwortlich ist.

Der Ausgang der Wahl gilt als offen, auch wenn Fischer im ersten Wahlgang weit vorn lag. Szlezak hatte sich bereits vor fünf Jahre in der Stichwahl gegen seinen damaligen Kontrahenten Bernd Abrahams (Pro Wangerland) durchgesetzt.

Engagierter Wahlkampf

In der Schlussphase des von allen Bewerbern sehr engagiert geführten Wahlkampfes hatten die Grünen ihre Anhänger zur Wahl von Szlezak aufgefordert. Die FDP hingegen unterstützt Fischer. Die Wählergruppe Pro Wangerland, deren Kandidat Abrahams diesmal im ersten Wahlgang durchgefallen war, hat keine Wahlempfehlung abgegeben.

Ein wichtiger Faktor dürfte die Höhe der Wahlbeteiligung sein. Sie lag bei der Wahl am 13. September bei 66,8 Prozent. Vorteile dürfte der Kandidat haben, dem es in den beiden zurückliegenden Wochen gelungen ist, Wähler von Abrahams auf seine Seite zu ziehen und der gleichzeitig seine Stammwählerschaft dazu motivieren konnte, möglichst vollzählig an den Wahlurnen zu erscheinen.

Ergebnis gegen 19.30 Uhr

Im Wangerland sind am Wahltag sechs Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke. Die Auszählung der Stimmen beginnt um 18 Uhr. Bis 19.30 Uhr wird mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Das amtliche Wahlergebnis soll am kommenden Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr vom Gemeindewahlausschuss im Rathaus verkündet werden. 

Nach Mastbruch Katamaran sicher nach Hooksiel gebracht

Hooksiel (26. 9. 2026) – Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal endete am Freitagabend nördlich von Wangerooge. Aus ungeklärter Ursache brach der Mast des Kajüt-Katamarans. Die Seenotretter der Station Hooksiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie Einsatzkräfte der Bundespolizei See kamen den Seglern zu Hilfe und schleppten das havarierte Boot in den Hafen von Hooksiel.

Am havarierten Katamaran (rechts) sind die „Johann Fidi“ sowie das Kontrollboot der „Bad Düben“ eingetroffen. Seenotretter und Polizisten kümmern sich gemeinsam um den gebrochenen Mast und das Segel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 17.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 einen schwachen „Mayday“-Ruf – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Der Funkspruch nannte weder den Namen eines Schiffes noch eine Position.

Manövrierunfähig in der Nordsee

Bald darauf meldete sich die Crew einer Segelyacht bei den Seenotrettern. Sie hatte das „Mayday“ in ihrer Nähe ebenfalls aufgefangen und machte einen havarierten Katamaran rund 16,5 Kilometer nördlich von Wangerooge aus. Das etwa zehn Meter lange Boot hatte Mastbruch erlitten und trieb manövrierunfähig mit zwei Menschen an Bord in der Nordsee.

Die Rettungsleitstelle See in Bremen alarmierte den in Hooksiel stationierten Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ , der sofort auslief. Dessen Tochterboot „Johann Fidi“ befand sich zu dem Zeitpunkt bereits zu einer Kontrollfahrt auf See und lief dem Seenotrettungskreuzer voraus. Auch das Einsatzschiff der Bundespolizei „Bad Düben“ hatte über Funk von der Notlage erfahren und steuerte die Unglücksstelle an.

Skipper seekrank

Gegen 18.15 Uhr trafen die Einsatzkräfte bei dem havarierten Katamaran ein. Dessen Skipper war durch das unkontrollierte Schaukeln des Bootes auf den Wellen seekrank geworden. Mit dem Kontrollboot der „Bad Düben“ wurde der Mann an Bord des Einsatzschiffes gebracht und dort zwischenzeitlich medizinisch versorgt. Die Seenotretter stiegen gemeinsam mit Bundespolizisten auf den havarierten Katamaran über und trennten schließlich den gebrochenen Mast mitsamt Segel und Takelung ab, um den Havaristen in Schlepp nehmen zu können.

Während die „Bad Düben“ mit ihrem Kran zunächst Mast und Segel sicherte, nahm der Seenotrettungskreuzer den Katamaran in Schlepp. Die Segelpartnerin des Skippers blieb an Bord, um während der Schleppreise das Ruder zu bedienen. Gegen 22.45 Uhr traf der Schleppverband sicher im Hafen von Hooksiel ein. Wenige Zeit später folgte auch die „Bad Düben“, so dass das Seglerpaar wieder vereint war. Eine weitere medizinische Versorgung war nicht mehr notwendig.

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Konzertreihe im Herbst: Von zeitlosen Oldies bis rockigen Sound

Hooksiel/Horumersiel (25. 9. 2026) – Mit einem abwechslungsreichen Programm startet die Veranstaltungsreihe „Live hinterm Deich“ in die Herbstsaison. Vom 8. bis zum 27. Oktober finden jeden Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr Konzerte in Horumersiel und Hooksiel statt. Der Eintritt dazu ist frei.

Sechs verschiedene Bands

Die Konzertreihe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms der Wangerland Touristik GmbH (WTG) entwickelt und begeistert nicht nur im Sommer mit musikalischer Vielfalt. Insgesamt sechs verschiedene Acts stehen auf dem Programm der Herbst-Ausgabe. „Von traditionellen Shanties über zeitlose Oldies und rockige Sounds bis hin zu avantgardistsicher Popmusik ist für jeden Geschmack etwas dabei“, so die WTG. Woche für Woche sorgen unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler für stimmungsvolle Abende in besonderer Atmosphäre. 

Dienstags erklingen die Konzerte im Kursaal Horumersiel, donnerstags im Saal im Gästehaus Hooksiel statt. Bei gutem Wetter finden die Konzerte draußen unter freiem Himmel mit Lichterketten, Feuerschalen und heißen Getränken statt. Für gastronomische Betreuung ist gesorgt.

Abwechslungsreiches Programm

Diese Bands stehen bei „Live hinterm Deich“ auf der Bühne: Donnerstag, 8. Oktober: Die Ungesteckerten 3 (Pop und Rock von Bowie bis Queen); Dienstag, 13. Oktober; Syracrus (Oldies aus den 60ern und 70ern); Donnerstag, 15. Oktober: Honeybird (sweet, groovy, acoustic – Unplugged-Trio); Dienstag, 20. Oktober: Adenalin (Rock- und Pop-Musik); Donnerstag, 22. Oktober: Shantychor Likedeeler (Maritimes und Shanties) sowie am Dienstag, 27. Oktober: Hey Brother (Rock- und Pop-Musik).

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Ausbildung in Hooksiel: Wo Azubis nebenbei auf Wettfahrt gehen

Von Theo Kruse

Hooksiel (21. 9. 2026) – Unbesetzte Ausbildungsplätze? Bewerbermangel? Das gilt nicht für die Werft Hooksiel. Und das hat auch mit dem Azubi-Projekt zu tun, das die Firma im vergangenen Jahr gestartet hat. Die Auszubildenden des Betriebs restaurierten in ihrer Freizeit ein stark beschädigtes Segelboot, das bei der Ostseesturmflut im Oktober 2023 in Kiel-Schilksee zum Wrack geworden war. Inzwischen schwimmt die „Azubi X“ wieder und wird von den Lehrlingen des Unternehmens aktiv gesegelt.

Die Auszubildenden Max Hesse (links) und Giuliano van Freeden haben einen Ausbildungsplatz auf der Werft Hooksiel gefunden und können in ihrer Freizeit mit der Firmenjacht Segeltörns auf der Nordsee unternehmen. Foto: Theo Kruse

„Unsere Überlegung war, ein Projekt aufzulegen, an dem sich die jungen Auszubildenden ausprobieren können und verschiedene Techniken der Restaurierung und Reparatur lernen können“, sagt Bootsbaumeister Tanno Kruse. Die Regattajacht vom „Typ X 79“ wies große Löcher im Rumpf und am Heck auf, das Ruderblatt war gebrochen, der Kiel beschädigt.

Unterschiedliche Materialien

Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen waren nötig, um das Boot zunächst wieder schwimmfähig zu machen. Als schließlich die umfangreiche Sanierung des GFK-Rumpfes abgeschlossen war, musste die glasfaserverstärkte Schale noch geschliffen und lackiert werden. 

Zum Ausbildungsbeginn im August fanden die neuen Azubis Giuliano van Freeden (18) und Max Hesse (17) das Boot jetzt regattafertig vor. „Wir haben die ersten Wettfahrten der Hooksail-Serie mitgemacht; das hat uns viel Spaß gemacht“, berichteten die jungen Azubis. Zwar habe das Angebot der Geschäftsführerin Bettina Kähler, in der Freizeit das Segeln zu lernen und eine schnelle Jacht zu segeln, ihre Berufswahl nicht allein beeinflusst; aber beide begrüßten diese Möglichkeit.

Arbeiten direkt am Wasser

„Die Arbeit hier macht Spaß, direkt am Wasser – und dann die Chance, mit dem Werftboot auf Tour zu gehen. Das ist super!“, sagt Max aus Jever und ist glücklich über seine Berufswahl. Mit Wasser und Booten hat Max zudem als aktives DLRG-Mitglied zu tun und will demnächst seinen Bootsführerschein machen.

Sein Kollege Giuliano ist auf Helgoland aufgewachsen und von daher mit dem Segeln bestens vertraut. „Die ,Azubi X´ ist wirklich ein schickes und schnelles Boot. Wir beide werden im nächsten Winter den Innenausbau realisieren“, sagt der Helgoländer. Die neuen Azubis hatten vor Beginn der Ausbildung ein Praktikum absolviert und dabei schon mal in den Werftbetrieb hinein geschnuppert. 

Kenntnisse für den Standort sichern

„Wir bilden unsere Fachkräfte selbst aus und nehmen gerne Bewerber/innen aus der Region, die wir später als versierte Fachkräfte behalten können“, sagt Betriebsleiter Tanno Kruse. Qualifizierte Werftarbeit entstehe durch Erfahrung, Ausbildung und langfristige Bindung von Fachkräften, ergänzt der Bootsbaumeister, selbst seit über 30 Jahren im Betrieb. Es sei Anliegen der Werft, die Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Metall und glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) für den Standort Hooksiel zu sichern und an die nächste Generation weiterzugeben. 

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen angehenden Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler, zwei Veranstaltungskauffrauen, eine Zimmerin, eine Bäckerei-Fachverkäuferin, einen Handelsfachwirt, einen Koch, einen Landwirt, einen angehenden Fachangestellten für Bäderbetriebe , eine Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA), einen Industriemechaniker, eine Bankkauffrau und eine Heilerziehungspflegerin.

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Grundschule: Förderverein beklagt maroden Zustand des Fahrradstandes

Hooksiel (24. 9. 2026) – Er hat über Jahrzehnte gute Dienste geleistet. Doch inzwischen ist der Fahrradunterstand an der Grundschule und Kindertagesstätte Hooksiel sichtbar in die Jahre gekommen. Der Förderverein der Schule hofft darauf, dass die Gemeinde Wangerland hier möglichst bald Abhilfe schafft. Tobias Geisen, Vorsitzender des Fördervereins: „Ein etwas vergrößerter Unterstand mit Solardach wäre unserer Meinung nach das Sinnvollste.“

Dringenden Handlungsbedarf am Fahrradunterstand sieht der Förderverein der Grundschule Hooksiel: (von links) Katja Thomßen, Marie Weissen und Tobias Geisen. Foto: Förderverein

Der Unterstand dient vielen Kindern, die selbstständig zur Schule fahren, als Unterstand für ihre Fahrrädern und Roller. Aber er wird auch von Eltern genutzt, die Kinder zur Kita bringen oder sie abholen. „Das Dach ist völlig löchrig und muss neu gemacht werden. Wir vom Förderverein der Grundschule haben uns nun schon mehrfach mit der Gemeinde zu dem Thema Erneuerung des Fahrradunterstandes getroffen und darüber diskutiert“, schildert Geisen. „Leider ist bis jetzt immer noch nichts passiert.“

Gespräche mit der Gemeinde

Markus Gellert, zuständiger Abteilungsleiter bei der Gemeinde, bestätigt, dass der Unterstand schon mehrfach Thema bei den Gesprächen mit dem Förderverein gewesen sei. Im Grundsatz sei man sich einig, dass Handlungsbedarf besteht. Angesichts des voraussichtlichen Investitionsvolumens sei es aber wohl nicht möglich, das Projekt aus Bordmitteln zu stemmen – selbst wenn der Förderverein sich durch seine Aktivitäten an den Kosten beteiligt.

„Die Mittel müssen in den Haushalt der Gemeinde eingestellt werden“, so Gellert. Dafür müsse über das Vorhaben zunächst in den politischen Gremien beraten werden. So könnte der Fahrradunterstand Thema des Schulausschusses des neuen Gemeinderates werden, der sich im November konstituiert.

Neubau oder Reparatur?

Parallel dazu müsse die Bauabteilung prüfen, ob eine Reparatur des vorhandenen Unterstandes noch möglich und sinnvoll sei oder ob nicht tatsächlich ein neues Schutzgebäude die bessere Wahl wäre. „Die Idee mit dem Solardach müssen wir prüfen. Aber auch dafür haben wird Fachleute im Haus“, so Gellert.

Für den Förderverein sind das gute Signale. „Wir würden uns wünschen, dass es jetzt bald losgeht mit der Renovierung oder zumindest der Planung dafür.“