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Alle Beiträge zum Thema “Kommunalpolitik”

Holger Ulfers bleibt Fraktionsvorsitzender der SPD

Wangerland/Hooksiel (4. 10. 2026) – Auch die SPD Wangerland setzt auf Kontinuität im künftigen Gemeinderat.

Ratsherr Holger Ulfers

Auf einer vorbereitenden Sitzung für die neue Ratsperiode wurde Holger Ulfers (Foto) als Fraktionsvorsitzender im Amt bestätigt. Zu seiner Stellvertreterin wählten die Sozialdemokraten Ratsfrau Stefanie Bremers (Hohenkirchen).

Die SPD erlitt bei der Kommunalwahl starke Verluste. Ihr Stimmenanteil von 25 Prozent reicht für sechs Sitze im neuen Gemeinderat, der ab dem 1. November seine Arbeit aufnehmen wird. Damit stellt die Partei nach der CDU die zweitgrößte Fraktion. Zu ihr wird unter anderem auch der noch amtierende Landrat Sven Ambrosy gehören.

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Müller: Gemeinderäte müssen unbequem und kritisch sein

Wangerland (29. 9. 2026) – Zum 31. Oktober geht eine Ära in der Kommunalpolitik des Wangerlandes zu Ende. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWW), zu deren Gründern vor über einem viertel Jahrhundert die langjährigen Gemeinderatsmitglieder Immo Müller, Ellmer Cramer und Jens Damm gehörten, wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein. 

Rathaus-Blockade mit Treckern

Ein Rückblick: März 2001. Vor dem Rathaus in Hohenkirchen stehen gut 70 Trecker. Über hundert aufgebrachte Landwirte protestieren im Vorfeld einer Ratssitzung geben den Plan der Gemeinde Wangerland, eine „touristische Schwerpunktzone“ auszuweisen, die die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beeinträchtigen könnte. Vornehmlich geht es um den Bau von Geflügelmastställen.

Die Rathaustüren werden blockiert. Bürgermeister Joachim Gramberger, Kämmerer Erwin Ufken und einige Ratsmitglieder sind im Gebäude eingesperrt. Als Höhepunkt der Aktion, mit der die Landwirte – mittendrin Tierarzt Immo Müller – ihren Unmut kundtun, wird ein Güllefass ausgekippt … das allerdings nur mit Wasser gefüllt ist.

Heute, 25 Jahre später, ein anderes Bild. Der Ärger über die Tourismus-Zone ist längst verflogen. Und: Immo Müller (Foto) zieht sich als letzter UWW-Aktivist aus der Kommunalpolitik zurück. Ende Oktober wird er das Rathaus verlassen. Vermutlich unbehelligt.

20 Jahre lang war der 70-Jährige als Ratsherr aktiv. Zunächst 15 Jahre lang in einer Oppositionsrolle gegenüber wechselnden, mal von der SPD, mal von der CDU dominierten Mehrheiten im Rat. Dann – nach fünf Jahren Pause – ab 2021 in der Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften), einen Verbund aus Pro Wangerland, UWW und BfB.

Sachorientierte Diskussionen

„Die Gründung der ZUW hat die Zusammenarbeit im Gemeinderat grundlegend verändert“, bilanziert Müller. Die Konstellation mit drei Machtblöcken im Rat – GfW (CDU/FDP/Grüne), SPD und ZUW – habe die Ratsmitglieder geradezu gezwungen, sachorientiert zu diskutieren, um möglichst gemeinsame Beschlüsse fassen zu können. Mit Ausnahme des leidigen Themas Bau des „Thalasso Meeres Spa“ habe das auch gut geklappt.

Müller, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit und die Familie nicht mehr für den neuen Rat kandidiert hat, galt als kritischer Geist, der oft seine Meinungen gesagt hat, oftmals auch unbequeme. Vor allem seine aus professioneller Planung von Windparks erworbenen Kenntnisse in Baurechtsfragen und Baugenehmigungsverfahren waren für Ratspolitiker und Verwaltung häufig nützlich.

Nach 15 Jahren in Rats-Blase gefangen

„Gemeinderäte sollten diskutieren, Meinungen und Sichtweisen kundtun, dabei aber nicht unbedingt streiten“, betont Müller in seiner Rückschau. Wobei er für sich selbst festgestellt hat, dass die fünfjährige Pause in seiner Ratstätigkeit sehr gut war. „Nach meinem ersten Ausscheiden habe ich gemerkt, dass man nach 15 Jahren im Rat den Blick von außen verliert, also sich sozusagen in einer Rats-Blase befindet.“

Dabei können Sichtweisen von außerhalb dieser Blase auf Geschehnisse manchmal deutlich differenzierter sein. Müllers Empfehlung an alle langjährigen Kommunalpolitiker: „Nach längstens 15 Jahren sollte man mindestens ein Periode lang aussetzen.“

Künftigen Ratsvertretern rät der Unabhängige, Fragen zu stellen, noch mal Fragen zu stellen und sich selbst in komplizierte Themen einzuarbeiten, auch wenn das Zeit und Mühe koste. „Ratsvertreter sind ehrenamtlich tätig. Aber dennoch sollten sie nicht darauf vertrauen, dass so genannte Fachleute, Investoren und Verwaltungsfachleute belastbare und richtige Zahlen vorlegen und alle Risiken aufzeigen“, so Müller. „Gemeinderäte haben nach meiner Meinung unbequem und kritisch zu sein.“

Steht der Gemeinderat zum „Strandumbau Hooksiel“?

Hooksiel/Wangerland (23. 6. 2026) – Das Projekt „Strandumbau Hooksiel“ kommt in die entscheidende Phase. In der nächsten Sitzung des Rates der Gemeinde Wangerland am kommenden Dienstag, 30. Juni, ab 18 Uhr im Ratssaal in Hohenkirchen steht das Thema auf der Tagesordnung. Bevor die offizielle Planung beginnt und Anträge für Fördergelder gestellt werden können, muss die Gemeinde einen Grundsatzbeschluss fassen, dass sie zu dem laut Kostenschätzung 16 Millionen Euro teurem Vorhaben steht.

So könnte das Deckwerk verlaufen, das den Hooskieler Badestrand sichern soll. Grafik: Planungsbüro

Worum geht es? Der Hooksieler Badestrand am Strandhaus 1 ist in den vergangenen Jahrzehnten immer schmaler geworden. Sturmfluten und Strömung nagen am Strand, tragen Sand ab und gefährden inzwischen auch das Strandgebäude selbst. In dem von einer Vielzahl von Behörden und Verwaltungen unter Leitung des Hooksieler Ratsherren Dieter Schäfermeier entwickelten Projekt geht es im Kern darum, den Strand durch ein massives Betonbauwerk zu sichern. 

650 Meter langes Deckwerk

Eine Machbarkeitsstudie sieht ein etwa 650 Meter langes Deckwerk aus Schüttsteinen in Beton vor, das am Fuß durch eine Spundwand gesichert werden soll. Auf dem Deckwerk ist ein 4,5 Meter breiter Promenadenweg geplant. Drei zusätzlich in die Jade gesetzte Buhnen sollen weiteren Sandabtrag verhindern. 

In das Areal hinter dem Deckwerk werden rund 100.000 Kubikmeter Sand gespült werden. Hier könnten zum Beispiel Spiel- oder Veranstaltungsflächen entstehen. Ein wichtiger Punkt: Strand und Wasser sollen barrierefrei erreichbar sein.  Dafür ist eine Rampenanlage über den Hauptdeich und das Deckwerk vorgesehen.

Geld aus dem Kohlestrukturfonds

Finanziert werden soll das Projekt vornehmlich aus dem Kohlestrukturfonds des Bundes, durch den die Nachteile für die Region aus dem Ausstieg aus der Kohleverstromumg ausgeglichen werden sollen. Angestrebt wird eine maximale Förderquote von 90 Prozent. Zehn Prozent müsste die Gemeinde stemmen, gegebenenfalls auch mit Hilfe von Dritten wie dem Land Niedersachsen.

Vor dem Baubeginn stehen aber – neben dem Grundsatzbeschluss der Gemeinde – noch einige Hürden. So wird das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserbau und Küstenschutz Nord) ein Planfeststellungsverfahren einleiten, in dem unter anderem in Modellen die Auswirkungen aufs Wattenmeer, auf Strömungen und Sandverschiebungen untersucht werden müssen.

Modelle zu den Auswirkungen

Allein diese Studien und Modelle dürften rund 500.000 Euro kosten, für die zunächst die Gemeinde als Antragstellerin gerade stehen muss. Falls das Projekt genehmig wird, können auch die im Rahmen der Planfeststellung anfallenden Untersuchungskosten über Fördergelder abgedeckt werden. Aber, so ein Risiko, das die Gemeindeverwaltung in der Beschlussvorlage für den Rat benennt: Wenn es am Ende keine Genehmigung gibt, gibt es auch kein Projekt und damit auch keine Projektförderung – die Gemeinde bliebe auf den Kosten für Modelle und Studien sitzen.

Verkauf der Rundinsel

Ob die Gemeinde dieses Risiko eingehen will, dürfte in der öffentlichen Ratssitzung diskutiert und entschieden werden. In weiteren Tagesordnungspunkten geht es unter anderem um die Bauleitplanung für Horumersiel, die Abschaffung der Wochenmarkt-Gebühren und die Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen in Tettens.

Wichtigster Punkt im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung dürfte der geplante Verkauf der Rundinsel im Wangermeer in Hohenkirchen werden. Mit einem finalen Beschluss sollen die monatelangen Verhandlungen über die Vertragskonditionen mit Dieter Boll, Mitgesellschafter im „Wangerland-Ressort“, abgeschlossen werden. 

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Kassen sind leer: Kommunen fordern mehr Geld von Bund

Friesland/Wangerland (22. 6. 2026) – Die Aufgaben wachsen, die finanziellen Spielräume werden kleiner. Vor diesem Hintergrund haben der Landkreis Friesland sowie die kreisangehörigen Städte und Gemeinden gemeinsam im Rahmen des heutigen bundesweiten Aktionstages „Kommunen am Limit“ auf die zunehmend angespannte Finanzlage der Kommunen aufmerksam gemacht.

Pochen auf eine bessere Finanzausstattung der Kommunen: (von links nach rechts) Erster Stadtrat Sören Krieghoff (Varel), die Bürgermeister Mario Szlezak (Wangerland) und Olaf Oetken (Zetel), Landrat Sven Ambrosy (Landkreis Friesland), die Bürgermeister Stephan Eiklenborg (Sande) und Jan Edo Albers (Jever), Erster Stadtrat Karsten Hage (Schortens) sowie (online zugeschaltet) die Bürgermeisterin Tina Mißmahl (Gemeinde Wangerooge) und Bürgermeister Thorsten Krettek (Gemeinde Bockhorn). Foto: Landkreis Friesland

Der Aktionstag wurde von den kommunalen Spitzenverbänden – Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – initiiert. Ziel ist es, bundesweit auf die schwierige finanzielle Situation der Kommunen aufmerksam zu machen und Bund sowie Länder zum Handeln aufzufordern.

Finanzierung dauerhaft sichern

Dabei verwiesen die Vertreter von Gemeinden, Städten und Landkreis darauf, dass die Kommunen zahlreiche Aufgaben übernehmen, die für die Menschen vor Ort von zentraler Bedeutung sind – von der Kinderbetreuung über Schulen bis hin zum Brand- und Katastrophenschutz. Gleichzeitig würden ihnen immer neue Aufgaben übertragen, ohne dass die Finanzierung dauerhaft gesichert sei.

„Wer bestellt, der bezahlt!“

Zugleich machten sie deutlich, dass die Kommunen einen wesentlichen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gewährleisten. „Um diese Aufgaben auch künftig verlässlich erfüllen zu können, sind auskömmliche und verlässliche Finanzierungsstrukturen erforderlich“, heißt es in einer Mitteilung. Gemeinsam appellieren sie an Bund und Länder, die kommunale Ebene finanziell nachhaltig zu stärken und das „Konnexitäts-Prinzip“ konsequent anzuwenden. Das bedeutet: Wer zusätzliche Aufgaben überträgt, muss auch für deren Finanzierung sorgen. Oder verkürzt: „Wer bestellt, der bezahlt!“

HHG-Hooksiel pocht auf Ausweisung von Gewerbeflächen

Hooksiel/Wangerland (12. 6. 2026) – Als „unhaltbaren Zustand“ bewertet der Hooksieler Verein für Handwerk, Handel und Gewerbe (HHG) die Situation, dass es aktuell in der Gemeinde Wangerland keine freien Gewerbeflächen gibt. „Handwerksbetriebe können nicht wachsen oder müssen notgedrungen das Wangerland verlassen“, beklagt HHG-Vorsitzender Tobias Geisen. Das Problem müsse „schnellstmöglich durch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen angegangen werden“. 

Geisen kritisiert SPD und ZUW

Unternehmen und Unternehmern aus Handwerk, Handel und Gewerbe werde das Arbeiten und Wirtschaften durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen immer schwerer gemacht. Für Vieles seien Bund und Land verantwortlich, für Manches aber auch der Gemeinderat vor Ort. Enttäuscht zeigt sich Geisen in diesem Zusammenhang von dem Verlauf der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Sanierung in der vergangenen Woche, an der er als beratendes Mitglied teilgenommen hat. 

In der Sitzung hatte die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) einen Antrag eingebracht, wonach die Gemeindeverwaltung umgehend mit der Planung eines Gewerbegebietes in Tettens beginnen solle. Sprecher von SPD und ZUW (Unabhängige) waren zunächst skeptisch und verwiesen darauf, dass die Bauverwaltung der Gemeinde ohnehin überlastet sei und zunächst andere, zeitkritische Bauleitverfahren abarbeiten müsse. 

Letztlich stimmte der Ausschuss dem Antrag aber doch einvernehmlich zu, was Geisen auf seine vehement Intervention zurückführt. Der HHG-Vorsitzende bewertet die zunächst gegen die Planung der neuen Gewerbeflächen eingebrachte Argumente als „fadenscheinig“, zumal auch Bürgermeister und Verwaltungschef Mario Szlezak (SPD) eingeräumt hatte, dass die Kapazitäten dafür im Rathaus vorhanden wären.

Müller weist Kritik zurück

Für die ZUW-Gruppe weist Ratsherr Immo Müller (UWW) die Vorwürfe des HHG zurück. Der Austausch von unterschiedlichen Meinungen und Argumenten sei ein ganz normaler Bestandteil der demokratischen Willensbildung in einem Fachausschuss. Hier werde nicht nur zugestimmt oder abgelehnt. „Genau das ist geschehen“, stellt Müller in einer Erklärung fest. 

„Nicht in Ordnung“ sei es und möglicherweise dem Vor-Wahlkampf geschuldet, dass Geisen im Nachhinein die Argumente von Ratsmitgliedern als fadenscheinig bezeichne. Die Ausweisung von Gewerbeflächen stehe schon lange im Fokus aller im Rat vertretenen Parteien und Gruppen. „An welcher Stelle in der Gemeinde und ob in Tettens ist zu prüfen und vorzubereiten.“ 

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Kreistag will Resolutionen verabschieden

Friesland/Jever (21. 5. 2026) – Der Kreistag des Landkreises Friesland tagt am Dienstag, 26. Mai, ab 16.30 Uhr in der Feuerwehrtechnische Zentrale in der Wangerländischen Straße 40 in Jever. Unter anderem sollen zwei Resolutionen in Richtung Land und Bund verabschiedet werden. 

Zum einen geht es um die Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen. Zum anderen um den Erhalt der Organisationsstruktur des Rettungsdienstes. Hier sollen Reformbestrebungen auf Bundesebene abgewehrt werden. Ein weiteres wichtiges Thema: Die Verabschiedung des Konzeptes für den geplanten „Gesundheitscampus Varel“.

Die Sitzung ist öffentlich. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Wer die Beratungen online verfolgen möchte, muss sich bis Montag, 25. Mai, unter www.friesland.de/kreistag anmelden. 

Wangerland Touristik Thalassa
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Pro Wangerland sucht Kandidaten für die Kommunalwahl

Wangerland/Horumersiel (18. 5. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Dienstag, 19. Mai, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Horumersiel ein. Ab 19 Uhr wollen die fünf WPW-Ratsmitglieder im kleinen Kursaal im Gästehaus eine Bilanz über ihre Ratstätigkeit in den zurückliegenden fünf Jahren ziehen. 

Ziel der Veranstaltung sei es auch, neue Mitglieder zu gewinnen. Deshalb seien insbesondere alle herzlich eingeladen, die in der nächsten Wahlperiode für Pro-Wangerland über die Liste in den Gemeinderat einziehen wollen. Die Aufstellungsversammlung, auf der die Liste mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September beschlossen werden soll, findet am Donnerstag, 28. Mai, statt.

Gemeindepolitik lehnt beratende Stimmen aus der Wirtschaft ab

Wangerland (26. 3. 2026) – Die gewählten Politiker und die Verwaltungsvertreter der Gemeinde Wangerland wollen bei den Beratungen im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates unter sich bleiben. Wie die Gemeinde heute mitteilte, habe der Rat bereits in seiner Sitzung am 17. März den Antrag der örtlichen Interessenvertretungen aus Handel, Handwerk und Gewerbe abgelehnt, die für sich einen Sitz mit beratender Stimme im Ausschusses für Wirtschaft, Finanzen und Energie beantragt hatten.

Vertrauliche Beratungen

Man habe hierzu eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, heißt es in der Mitteilung. Offenbar im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung. Im öffentlichen Teil war der Antrag nicht Gegenstand der Beratungen. Nach der Entscheidung bleibt der Fachausschuss weiterhin ausschließlich mit gewählten Ratsmitgliedern besetzt.

Das niedersächsische Kommunalverfassungsrecht lässt es grundsätzlich zu, beratene Mitglieder zum Ausschuss hinzuzuziehen. Eine Verpflichtung dafür gibt es nicht. In anderen Ausschüssen wie etwa im Schul- und Sozialausschuss oder im Tourismusausschuss werden auch im Wangerland beratende Mitglieder eingebunden. 

In diesen Gremien, so ein Argument der Gemeinde, stünden aber in der Regel keine vergleichbar sensiblen Inhalte in den nicht öffentlichen Beratungen auf der Tagesordnung. Beratende Mitglieder hätten auch Zugang zum nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen. Darin gehe es häufig um vertrauliche Informationen oder um die Belange Dritter.

Einstimmige Entscheidung

Die Entscheidung des Rates gegen den Antrag der Wirtschaftsvertreter aus Horumersiel, Hohenkirchen und Hooksiel sei einstimmig gefallen, so die Gemeinde. Die Vereine hatten auch mit Blick auf das Desaster bei wirtschaftlichen Entscheidungen zur gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH die Ansicht vertreten, das Fachwissen in wirtschaftlichen Fragen den Entscheidungen im Rat gut tun könnte.

Der Austausch mit der örtlichen Wirtschaft bleibe trotz der negativen Entscheidung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Gemeinde. „Externe Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden können weiterhin bei Bedarf zu einzelnen Themen hinzugezogen werden“, heißt es aus dem Rathaus Die Gemeinde Wangerland setze weiterhin auf eine „transparente, verantwortungsvolle und dialogorientierte Zusammenarbeit mit allen Akteuren vor Ort“.

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CDU sucht nach Kandidaten für die Kommunalwahl

Wangerland (20. 3. 2026) – Die CDU Wangerland lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 23. März,  ein. Angesprochen werden sollen alle engagierten Wangerländer, die sich eine Kandidatur für den Gemeinderat vorstellen können. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Restaurant „Adria“ in Tettens.

„Wir sind dankbar für jedes Interesse und jede Bereitschaft, sich für unsere Gemeinde einzubringen. Kommunalpolitik lebt vom Mitmachen – und genau dazu möchten wir ermutigen“, so der Vorsitzende der CDU Wangerland, Christian Burchardt. Im Rahmen der Veranstaltung werde die Arbeit des Gemeinderates umfassend vorgestellt. 

Die Besucher sollen einen Einblick in die Aufgaben, Abläufe und Verantwortlichkeiten der ehrenamtlichen Ratsarbeit bekommen. Erfahrene Ratsmitglieder der CDU Wangerland sind vor Ort, um Fragen zu beantworten und aus der Praxis zu berichten.

Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September 2026, entscheiden alle Wangerländer ab dem 16. Lebensjahr über die Zusammensetzung des Gemeinderats für die nächsten fünf Jahre. Zudem wird auch ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. 

CDU wählt Thies Fischer zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten

Wangerland (28. 11. 2025) – Die CDU Wangerland hat einen neuen Vorstand. Auf einer Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder Christian Burchardt (48) aus Hohenkirchen, Verwaltungsfachangestellter in der Bundeswehrverwaltung, als Nachfolger von Thies Fischer (24) zum neuen Vorsitzenden. Fischer hatte das Amt wie angekündigt mit Blick auf seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt abgegeben.

Die CDU Wangerland hat Thies Fischer (links) zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Neuer Ortsvereinsverbands-Vorsitzender ist Christian Burchhardt. Foto: CDU

Dem neuen Vorstand gehören neben Burchardt als stellvertretende Vorsitzende Beate Wedermann und Andy Strümpel, als Schriftführer Heiko Menkens sowie als Beisitzer Kurt Brandenburg, Petra Euken, Theo Hakvoort, Theo Lauts, Tobias Geisen und Claus Harms an.

Einstimmiges Votum

Zuvor hatten die Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Fischer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 gewählt. Der 24-jährige Diplom-Finanzwirt ist seit mehreren Jahren kommunalpolitisch aktiv und begleitet sowohl Fraktions- als auch Vorstandsarbeit auf Gemeinde- und Kreisebene. 

In seiner Bewerbungsrede vertrat Fischer die Ansicht, dass zentrale Projekte der vergangenen Jahre unvollendet seien und eine strukturelle Neuausrichtung erforderlich sei. Die derzeitige Haushaltslage der Gemeinde sei kritisch. Er warnte vor einer Fortführung kurzfristiger Einnahmenpolitik. Steigende Steuer-Hebesätze würden Bürger und Unternehmen übermäßig belasteten, ohne dass dadurch strukturelle Verbesserungen erzielt würden. „Uns fehlt eine Strategie, wie wir die Einnahmenseite langfristig verbessern können. Stattdessen greifen wir reflexartig an die Hebesätze – das ist langfristig eine Sackgasse.“ Ziel der Finanzpolitik müsse es sein, Handlungsspielräume zurückgewinnen, ohne kontinuierlich die Belastung für bestehende Steuerzahler zu erhöhen. 

Ansiedlung von Gewerbe

Fehlende Gewerbeflächen, Abwanderung von Betrieben und ein hoher Gewerbesteuerhebesatz würden die Standortattraktivität mindern, so Fischer. „Der Kauf und die Erschließung neuer Gewerbeflächen kostet Geld – ja. Aber es ist eine Investition, die sich auszahlt. Durch Flächenverkäufe, durch Gewerbesteuer-Einnahmen und das bei gleichbleibenden Hebesätzen.“ 

Ausführlich ging Fischer auf die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein. Er bezeichnete den Umgang der vergangenen Jahrzehnte – insbesondere den Bau des Thalasso Meeres Spa – als wesentliche Ursache für die aktuelle finanzielle Belastung. Vertrauen sei durch Planung, Kostenentwicklung und Insolvenz verloren gegangen. 

Vollständige Aufklärung

Fischer forderte vollständige Aufklärung. „Wenn sich schuldhaftes Verhalten bestätigt, muss dieses ohne Verzögerung an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergeleitet werden.“ Darüber hinaus müsse geprüft werden, ob zivilrechtliche Schritte, darunter mögliche Regressforderungen, notwendig und rechtlich durchsetzbar sind. 

Für die Zukunft skizzierte Fischer einen Neubeginn: Er spricht sich – vorbehaltlich des Gutachtens und der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahren – für eine konsequente Abwicklung der bestehenden Struktur und den Aufbau einer neuen, kleineren Organisation aus. Diese soll nach Vorstellung Fischers gemeinsam mit touristischen Leistungsträgern entwickelt werden, um wirtschaftliche Tragfähigkeit und Vertrauen dauerhaft herzustellen.

Wende im Gemeinderat

Der neue Vorsitzende Burchhardt forderte, dass das Wangerland für Gewerbe, Landwirtschaft, Tourismus und nicht an letzter Stelle für die Bürger einladend, attraktiv und lebenswert bleiben müsse. Dafür sei eine Wende im Gemeinderat bei der Kommunalwahl imSeptember 2026 zwingend erforderlich.