Wangerland (20. 5. 2026) – Die vakanten Pastorenstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland kann voraussichtlich in absehbarer Zeit wieder besetzt werde. Wie Lübbo Meppen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, habe das Gremium am Dienstag einstimmig Vera Rosin als neue Pastorin gewählt.
Das Gremium tagte im Beisein von Kreispfarrer Christian Scheuer, der der Geistlichen im Anschluss das Votum übermittelt habe. Die 61-jährige Theologin, die sich kürzlich im Rahmen eines Gottesdienstes in Hohenkirchen vorgestellt hatte und derzeit noch eine Pfarrstelle in Castrop-Rauxel bekleidet, habe die Wahl angenommen. Sie möchte mit ihrer Familie ins Wangerland ziehen.
Wann die Pastorin ihre neue Aufgabe übernehmen kann, steht noch nicht genau fest, da sie dafür aus der Landeskirche Westfalen in die Oldenburgische Landeskirche wechseln muss. Meppen: „Wir hoffen, sie im August oder September begrüßen zu können.“
Mit den Pastorinnen Vera Rosin und Hanja Harke (halbe Stelle) sowie dem Diakon Fredo Eils wäre das theologische Führungsteam der Kirchengemeinde Wangerland komplett. Die aktuelle Vakanz war durch den Wechsel des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld zur Landeskirche nach Oldenburg entstanden.
Wangerland (20. 5. 2026) – Das Thalasso-Desaster wird das eines der Schlüsselthemen für den Kommunalwahlkampf. Das wurde am Dienstagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung der Wählergruppe Pro Wangerland (WPW) in Horumersiel deutlich. Dabei stellte der Vorstand die Schwerpunkte für die nächste Wahlperiode vor.
Ein Großteil der Mehrkosten beim Bau des Thalasso Meeres Spa soll dadurch entstanden sein, dass die Projektleitung nachträglich hochwertigere Materialien und Ausstattungen geordert haben soll als ursprünglich geplant. Foto: hol
Intensiver diskutiert wurden aber die Ursachen der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) und die Folgen für Horumersiel, wenn die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) tatsächlich einen privaten Investor für das Grundstück Zum Hafen 3 finden sollte, auf dem neben dem TMS das Dorfgemeinschafts- und Gästehaus samt WTG-Verwaltung, Kursaal und Kurpark untergebracht sind.
Vier Schwerpunktthemen
Wie Ratsfrau Geraldine Vogdt sagte, habe sich die Wählergruppe für die Zeit nach der Wahl am 13. September vier Schwerpunkte auf ihre Fahnen geschrieben. Um den Mehrwert des Tourismus zu erhöhen, wolle man mit den touristischen Leistungsträgern in der Gemeinde den so genannten Leitbildprozess aus dem Jahr 2017 wieder aufnehmen und darin entwickelte Projekte umsetzen. Dazu gehöre auch die Stärkung des Tourismus im Innenland des Wangerlandes, etwa durch die Nutzung der Wasserwege für Paddel- und Pedal-Stationen.
Eine weitere Idee von Pro Wangerland: Ein Bürgerbudget. Dafür sollen 70.000 Euro bereit gestellt werden, die für Bürgerprojekte vorgesehen sind. Welche Projekte bedacht werden, entscheiden die Wangerländer am Ende eines Jahres in öffentlicher Abstimmung. Vogdt: „Das wäre ein Stück direkte Demokratie.“
Zentrale Förderstelle
Im Rathaus soll nach dem Willen der WPW eine „zentrale Förderstelle“ einrichtet werden. Ein auf Fördertöpfe des Landes, des Bundes und der EU spezialisierte Mitarbeiter soll die Kommune, aber auch auch Wirtschaftsbetriebe aus der Gemeinde, beraten, wo welche Zuschüsse zu bekommen sind. „Zurzeit lassen wir viel Geld liegen. Wir brauchen die Förderungen dringend, um unsere Infrastruktur in Ordnung bringen zu können.“ Ein Projekt, das nur mit Fördermitteln zu realisieren sei, wäre nach den Worten von Ratsherr Carsten Ihnken die maritime Umgestaltung des Zentralparkplatzes in Horumersiel, auf dem eine Wasserfläche an den ehemaligen Hafen erinnern könnte.
Als viertes Thema setzt die Wählergruppe auf die Erneuerung von alten Windkrafträdern durch moderne, leistungsstärkere Anlagen („Repowering“). Dadurch solle die Zahl der Windkrafträder verringert, die erzeugte Energieleistung und damit die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde aber erhöht werden. Die Ausweisung neuer Windpark lehnt die WPW ab.
„Pro Wangerland“ wurde 2017 vom Hooksieler Dieter Schäfermeier (Foto) als „Pro Hooksiel“ gegründet. Hauptthema damals: Die drohende Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel.
Später kam der Protest gegen ein geplantes Hotel im Speicherpolder in Horumersiel hinzu. Bei der Kommunalwahl 2021 erhielt die Wählergruppe über 20 Prozent der Stimmen und zog mit fünf Vertretern in den Gemeinderat ein. Mit der UWW und BfB bildete man die siebenköpfige ZUW-Gruppe, den „Zusammenschluss der Unabhängigen Wangerland“ – die dritte Kraft neben SPD und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengefunden haben.
Kontrolle extrem schwierig
Schäfermeier erinnerte daran, dass 2021 bereits alle Grundsatzbeschlüsse zum Bau des „Thalasso Meeres Spa“ gefasst wurden. Der vorherige Rat hatte das mit 4,59 Millionen Euro veranschlagte Projekt beschlossen und schließlich – nach einem Beschluss zur Aufstockung des Gebäudes samt Dachbegrünung – mit veranschlagten 8,8 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Was der Rat nicht wusste, so Schäfermeier, war, dass schon das Ergebnis der ersten Ausschreibung schon bei 12,7 Millionen Euro lag.
Der Weg zu den tatsächlichen Kosten von am Ende mindestens 23 Millionen bezeichnete Schäfermeier als Folge einer „Nicht-Ahnung von Bau“. Die Politik habe Kostensteigerungen zugestimmt, allerdings ohne vollständige Informationen. Den allgemeinen Vorwurf, der Rat als Gesellschafterversammlung der gemeindeeigene WTG habe nicht aufgepasst, hält Schäfermeier nur für bedingt zutreffend. „Das war auch extrem schwierig. Was ist dem Rat nur vorwerfen kann ist, dass er Pro Wangerland so lange ausgebremst hat.“
Extrawünsche und Sprachlosigkeit
Die Unabhängigen waren mit Forderungen nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit und Kontrolle des Baufortschritts mehrfach gescheitert. Erst ab Anfang 2024 durfte Schäfermeier als Ratsvertreter und zur Verschwiegenheit verpflichtet an einer Baubesprechung teilnehmen. 67 weitere folgten. Auf seinen Rat hin wurden externe Sachverständige und Gutachter hinzugezogen. Dank der Initiative des SPD-Fraktionssprechers Holger Ulfers sei zudem eine „Lenkungsgruppe“ als Quasi-Aufsichtsrat der WTG installiert worden.
Rechtsanwälte der Gemeinde hätten dazu geraten, das kürzlich vorgelegte Ergebnis eines Gutachtens mit Blick auf laufende Ermittlungen nicht öffentlich zu machen. Dennoch vermittelte Schäfermeier der Runde einen Einblick. Ein Großteil der Mehrkosten gehe auf nachträgliche Wünsche der WTG zur Ausstattung des TMS zurück: andere Klinker, teurere Fliesen, hochwertigeres Holz für den Tresen und so weiter. Auf der Baustelle habe es nach seinem Eindruck so gut wie keine Kommunikation zwischen Projektleitung, Architekten und Handwerksbetrieben der unterschiedlichen Gewerke gegeben. Das habe zu Verzögerungen, Mehrarbeit und Chaos auf der Baustelle geführt.
Thalasso-Kur für Kassenpatienten?
Was die nachträgliche Aufarbeitung erschwere sei, dass es keine Dokumentation gebe. Ein Bautagebuch es nicht. So sei es auch nur schwer nachvollziehbar, welche Rechnung für welche Leistung angemessen war und ist. Die von Dr. Christian Kaufmann, Insolvenz-Rechtsbeistand der WTG-Geschäftsführung, genannten 37 Millionen Euro als mögliche Gesamtkosten für das Projekt hält Schäfermeier dennoch für überzogen. „Ganz so dick kommt es nicht.“
Er halte 23 Millionen weiter für realistisch. Die noch ausstehenden Gläubigerforderungen aus dem Baugewerbe in Höhe von 14 Millionen Euro seien nicht nachvollziehbar. Die drohende Rückzahlung von 8,5 Millionen Euro Fördergelder entfalle, da man das TMS ja als Thalasso weiter betreiben werde. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es aus Sicht von Schäfermeier aber, dass Gebäude für Kuren von Kassenpatienten zu öffnen. Er rate dem Insolvenzverwalter, entsprechende Verhandlungen mit den Krankenkassen aufzunehmen.
Saal für Horumersiel erhalten
Unterstützen will die WPW Bemühungen aus Horumersiel, zumindest den Kursaal als öffentlich nutzbaren Veranstaltungsort zu erhalten. Allerdings: Aktuell läuft eine europaweite Ausschreibung, mit der die WTG einen Käufer für das Gesamtensemble sucht. Durch die Erlöse soll ein Teil der Forderungen gedeckt werden. Zudem könnte ein Hotelbetreiber das Thalasso mit nutzen.
Da der Gemeinderat über die Bauleitplanung durchaus Einfluss auf die Pläne eines Investors habe, werde man zumindest darauf achten, dass ein Projekt welcher Art auch immer zu Horumersiel passe und einen öffentlichen Versammlungsraum beinhalte, versicherten die WPW-Vertreter.
Wangerland/Horumersiel (18. 5. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Dienstag, 19. Mai, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Horumersiel ein. Ab 19 Uhr wollen die fünf WPW-Ratsmitglieder im kleinen Kursaal im Gästehaus eine Bilanz über ihre Ratstätigkeit in den zurückliegenden fünf Jahren ziehen.
Ziel der Veranstaltung sei es auch, neue Mitglieder zu gewinnen. Deshalb seien insbesondere alle herzlich eingeladen, die in der nächsten Wahlperiode für Pro-Wangerland über die Liste in den Gemeinderat einziehen wollen. Die Aufstellungsversammlung, auf der die Liste mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September beschlossen werden soll, findet am Donnerstag, 28. Mai, statt.
Friesland/Wilhelmshaven (18. 5. 2026) – Eine filmreife Verfolgungsjagd liefere sich ein junger Mann in der Nacht zum Sonntag mit der Polizei. Der wesentliche Schauplatz: die Autobahn 29.
Der Wagen war einer Streifenwagenbesatzung des Polizeikommissariats Jever gegen 4 Uhr im Bereich Sande aufgefallen. Der Fahrer sei mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und gefährdender Fahrweise unterwegs gewesen. Unter anderem habe er die Vorfahrt des Polizeiwagens missachtet, wodurch es beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen wäre.
Straßensperre umfahren
Wie es im Polizeibericht weiter heißt, habe der junge Mann sich danach mit hoher Geschwindigkeit, zum Teil in Schlangenlinien fahrend, entfernt. Dabei habe er Anhaltesignale, Martinshorn und Blaulicht der Verfolger missachtet und eine Straßensperre umfahren.
Der Flüchtige fuhr auf die A 29 in Richtung Oldenburg auf. In Höhe Jaderberg hatte die Polizei eine Sperrvorrichtung, einen so genannten „Stop-Stick“, ausgelegt. Auch den überfuhr der Raser. Allerdings seien dabei beide Vorderreifen des Wagens beschädigt worden. „Der Fahrer setzte die Flucht zunächst fort, verlor kurze Zeit später jedoch die Kontrolle über das Fahrzeug und kam bei Rastede im Grünbereich neben der Fahrbahn zum Stehen“, schildert die Polizei. Dabei seien mehrere Bäume beschädigt worden.
Hubschrauber und Spürhund im Einsatz
Der Fahrzeugführer, nach Darstellung der Polizei zweifelsfrei ein 22-Jähriger aus Wilhelmshaven, habe seine Flucht danach zu Fuß fortgesetzt. Die Fahndung nach ihm sei trotz des Einsatzes eines Polizeihubschraubers und eines Diensthundes zunächst erfolglos geblieben. Im Fluchtwagen, einem noch nicht zugelassenen Neuwagen, habe es stark nach Alkohol gerochen.
Im Laufe des Sonntagvormittags wurde in Bockhorn der Diebstahl eines Mercedes angezeigt. Der Dieb, möglicherweise der 22-Jährige, hatte am Tatort ein Motorrad ohne Kennzeichen zurückgelassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine im Bereich Wapeldorf aus einer Scheune entwendet wurde.
In Wilhelmshaven gestellt
Der gestohlene Mercedes, so die Polizei, wurde später auf einem Parkplatz in Wilhelmshaven gefunden. Der Beschuldigte sei dort in der Nähe von zivilen Einsatzkräften entdeckt worden. „Nach kurzer Flucht gelang die vorläufige Festnahme des Mannes“, so die Polizei. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest habe 0,0 Promille ergeben. Aber ein Drogen-Vortest habe positiv auf Kokain und Amphetamine reagiert.
Gegen den 22-Jährigen wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Urkundenfälschung, Fahrzeugdiebstahls sowie weiterer Verkehrsdelikte eingeleitet.
Wangerland/Upjever (18. 5. 2026) – Der nächste Termin des Verkehrssicherheitsprogramms „Junge Autofahrer und Autofahrerinnen“ für Personen zwischen 18 und 25 Jahre, das der Landkreis Friesland anbietet, findet am Samstag, 27. Juni, von 12.15 bis etwa 17.30 Uhr statt. Anmeldungen sind online unter www.friesland.de/fahrsicherheitstrainingmöglich.
Ziel ist es, jungen Fahrern Wissenswertes über Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln und die Möglichkeit zu bieten, in sicherem Rahmen Erfahrungen mit schwierigen Verkehrssituationen zu sammeln. Weitere Termine sind für Samstag, 15. August, sowie Samstag, 12. September, geplant.
In Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, der Verkehrswacht Jever, dem Bundeswehr-Fliegerhorst Upjever, dem Fahrlehrerverband sowie dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Jeverland e.V. wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben Theoriefragen zu Alkohol, Drogen, Bremssystemen, Stress und Reaktionsvermögen soll den Teilnehmern beim Fahrtraining auch praktisches Wissen vermittelt werden. Mit dem eigenen Fahrzeug können unter anderem verschiedene Bremsmethoden getestet und die Fliehkräfte bei Kurvenfahrten ausgelotet werden.
Das Training findet auf dem Gelände des Fliegerhorstes Upjever statt und kostet 15 Euro. Teilnehmer sollten über eine Fahrerfahrung von mindestens sechs Monaten verfügen und müssen ein verkehrssicheres Fahrzeug mitbringen.
Oldenburg/Wilhelmshaven/Friesland (16. 5. 2026) – Die Überwachung der Grenzen sowie Kontrollen in Seehäfen bilden einen Aufgabenschwerpunkt des Hauptzollamts Oldenburg. Steigende Bedeutung hat hierbei der Kokainschmuggel. „Durch die Vergrößerung des Überwachungsdrucks in den klassischen Einfallshäfen wie beispielsweise Antwerpen und Rotterdam müssen wir damit rechnen, dass auch die niedersächsischen Seehäfen zunehmend in den Fokus international agierender Tätergruppierungen gelangen“, sagte Regierungsdirektorin Stephanie Grotheer, Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, bei der Vorstellung des Jahresberichtes für 2025 der Behörde, zu der auch das Zollamt Wilhelmshaven gehört.
Im vergangenen Jahr wurde mit dem Zollschiff „Emden“ das erste Einwachenschiff des Zolls mit alternativem LNG-Antrieb für das Einsatzgebiet der Nordsee in Dienst gestellt. Foto: Zoll
Zwar gäbe es keine belastbaren Erkenntnisse, das niedersächsische Seehäfen bereits als alternative Schmuggel-Routen genutzt werden. Aber zwei Großfunde von Drogen in Brake und Wilhelmshaven würden zeigen, dass damit durchaus zu rechnen sei.
Kampf gegen Drogen-Import
Der Zoll kontrolliert auf dem Wasser, in den Häfen und im ganzen Land. „Unsere Zollkontrollen sind erfolgreich und wichtig. Sie schützen die Bevölkerung vor verbotenen Schmuggelwaren, die wir aus dem Verkehr ziehen“, führt Grotheer aus. „Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 44.700 Fahrzeuge und Einzelpersonen kontrolliert. Dabei bleibt der Kampf gegen den Drogenschmuggel im Grenzraum zu den Niederlanden ein Kontrollschwerpunkt.“
In 3.419 Fällen sei es zu Beanstandungen gekommen, davon standen 745 Fälle im Zusammenhang mit Rauschgift-Schmuggel. Insgesamt seien über 300 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt und damit dem Schwarzmarkt entzogen worden. Den größten Anteil habe dabei Kokain ausgemacht. Aber auch die unerlaubte Einfuhr von Cannabis-Produkten insbesondere aus den Niederlanden sei ein Dauerthema. Trotz der Teillegalisierung durch das Konsumcannabis-Gesetz ist sowohl die Ein- und Durchfuhr von Cannabis aus dem Ausland als auch die Ausfuhr in das Ausland nach wie vor verboten.
Über drei Milliarden Euro Einnahmen
Der Zoll schützt nach eigenem Verständnis die Menschen in unserem Land – und die heimische Wirtschaft. Grotheer: „Das Hauptzollamt Oldenburg steht im nordwestlichen Niedersachsen für eine reibungslose Abfertigung des regulären internationalen Warenverkehrs, schützt Bürger und Umwelt vor schädlichen oder gefährlichen Schmuggelgütern, erhebt Steuern für die Handlungsfähigkeit des Staates und setzt sich mit der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit für einen fairen Wettbewerb ein.“
Die rund 700 Zöllnerinnen und Zöllner im Weser-Ems-Bereich hätten 2025 über drei Milliarden Euro Steuergelder eingenommen. Auf den klassischen Zoll, die Steuer für die Einfuhr von Waren aus Ländern außerhalb der EU, seien davon rund 201,8 Millionen Euro entfallen. Die in diesem Zusammenhang zu erhebende Einfuhrumsatzsteuer betrug rund 2,3 Milliarden Euro. Weitere Einnahmequellen sind Verbrauchsteuern (418,6 Mio. Euro) wie Energie-, Strom-, Tabak, Alkohol- und Biersteuer und die Verkehrsteuern einschließlich der Kraftfahrzeugsteuer (96,3 Mio. Euro).
Illegale Beschäftigung im Visier
Zu den Aufgaben des Zolls zählt die Bekämpfung der Schwarzarbeit.„Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze“, so Grotheer. Andererseits würden aber auch Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber von der staatlichen und sozialen Infrastruktur profitieren, die von Steuergeldern finanziert wird.
2025 seien annähernd 450 Arbeitgeber überprüft und rund 7.500 Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt worden. Der dabei festgestellte finanzielle Schaden lag bei rund 18 Millionen Euro. In der Folge seien 1.319 Strafverfahren und über 600 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Darin enthalten sind Verfahren, die wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz angeschoben wurden. Insgesamt seien auf Grundlage der Ermittlungen des FKS 665.000 Euro an Geldstrafen sowie 526.000 Euro an Buß- und Verwarngeldern verhängt und 182 Monate an Freiheitsstrafen festgesetzt worden.
Teil der Küstenwache
Der Zoll ist auch Teil der deutschen Küstenwache. Er nimmt mit anderen Behörden die Grenzaufsicht an den Wassergrenzen, insbesondere der Seeküste wahr. Dazu gehöre auch die Überwachung der Umweltschutz-Vorschriften auf See und der so genannten kritischen maritimen Infrastruktur. Für das Hauptzollamt Oldenburg sind zwei Zollschiffe und zwei Zollboote mit Liegeplätzen in Emden und Wilhelmshaven im Einsatz.
Wangerland (15. 5. 2026) – Einen ganz anderen Blick haben Tennisfreunde seit dieser Woche auf die Platzanlage des MTV Hohenkirchen. In ehrenamtlicher Arbeit haben Aktive um den Abteilungsvorsitzenden Robert Meints eine Sitztribüne aufgebaut, die es den Zuschauerinnen und Zuschauern ermöglicht, über die Platzeinfassungen hinweg die Ballwechsel auf den beiden Plätzen zu verfolgen.
Verfolgten die Spiele beim Vatertags-Doppeltunier des MTV Hohenkirchen von der neuen Tribüne aus: (Von links) Hannes Sommer, Harald Fischer, Helmut Petermann, Alexander Scholz und Robert Meints. Foto: hol
Die Tribüne hat beim fast schon traditionelle Vatertags-Doppelturnier für Herren ihre Bewährungsprobe bestanden. Insgesamt zwölf Doppel traten dabei in den Altersklassen ü40 und ü50 an. Jedes Duo hatte dabei zwei Spiele zu absolvieren, meist gegen ein als etwas stärker und ein als etwas schwächer eingestuftes Team. Die Turnerleitung lag in den Händen von Nina Tjarks und Britta Taddigs, die mit den durchweg fairen Partien keine Probleme hatten.
Gewinner waren am Ende alle Teilnehmer der Veranstaltung, die aus dem Wangerland, aus Jever, Wilhelmshaven, Varel und Friedeburg angereist waren. Bei sehr gutem Tenniswetter konnten die Aktiven im Erfolgsfall ihre Leistungsklasse verbessern, zumindest aber Erfahrungen sammeln und sich im Anschluss beim gemeinsamen Essen austauschen.
In der Herren-ü50-Konkurrenz trafen die Wangerländer Doppel Alexander Scholz/Robert Meints und Mirko Ortmanns/Jörg Kase gleich zum Turnierauftakt aufeinander. Scholz/Meints gewannen 6:1/6:3, verloren ihr zweites Spiel gegen Carsten Biskupek/Rainer Dörnath dann aber mit 2:6/2:6. Ortmanns/Kase verpasste im Anschluss gegen das favorisierte Wangerländer Doppel Helmut Petermann/Harald Fischer eine Überraschung nur knapp (6:2, 1:6, 4:10).
Das Hooksieler Doppel Thorsten Csikos (links) und Thomas Otte blieb trotz guten Spiels ohne Erfolg. Foto: hol
Auch ohne Sieg zeigte das Hooksieler Doppel Thomas Otte/Thorsten Csikos gutes Tennis. Gegen das Friedeburger Duo Carsten Viehweger-Sick/Youssef El-Zein reichte es aber nur zu einem 2:6/4:6. Im zweiten Spiel unterlag man knapp mit 3:6/6:1/8:10 geben die Jeveraner Andreas Struß und Christian Horn, die zuvor Petermann/Fischer mit 6:1/6:1 geschlagen hatten. Alle Spielergebnisse des Turniers lassen sich im Internet unter www.tennis.de finden.
Das nächste Doppeltunier auf der Platzanlage des MTV Hohenkirchen ist für Samstag, 1. August, angesetzt. Dann werden Damen-Doppel der Altersklassen ü30 bis ü70 auf dem Platz stehen. Anmeldungen sind noch möglich.
Jever/Wangerland (15. 5. 2025) – Die Zeitungslandschaft im Landkreis Friesland verändert sich. Der Journalist Helmut Burlager (69), langjähriger Redaktionsleiter und Chefredakteur des „Jeverschen Wochenblatt“, erwartet nach der in dieser Woche angekündigten Mehrheitsbeteiligung der NOZ/mh:n Medien („Neue Osnabrücker Zeitung“) am Medienhaus BruneMettcker GmbH mehr Wettbewerb in der Region.
Almuth Thomßen von den Grünen bedankte sich bei Referent Helmut Burlager. Foto: Reiner Tammen
Burlager, seit 2020 Ruheständler mit Wohnsitz in Frankreich, war zu Gast beim politischen Stammtisch der Grünen/Bündnis 90 in Jever. Neben Mitgliedern und Anhängern der Partei waren weitere Journalisten vor Ort. In einem gut zweistündigen Austausch wurden die Gründe, die Chancen und Risiken der sich abzeichnenden Entwicklung diskutiert.
Neuer Partner für BruneMettcker Medienhaus
Zum Hintergrund: Das BruneMettcker Medienhaus gibt das „Jeversche Wochenblatt“ und die „Wilhelmshavener Zeitung“ heraus. Mit der NWZ-Ausgabe „Jeverlandbote“ erscheint im nördlichen Landkreis Friesland eine weitere, personell aber sehr dünn aufgestellte Zeitung. Im Südkreis ist die „Nordwest-Zeitung“ mit Sitz in Oldenburg ohnehin führendes Zeitungshaus. Die NWZ war auch seit Jahrzehnten so genannter Mantelpartner der Lokalzeitungen in der Region, lieferte also die überregionalen Nachricht etwa aus Politik und Sport.
Nach den ursprünglichen Überlegungen hätte diese Kooperation weiter vertieft werden sollen. Das BruneMettcker Medienhaus besteht in seiner aktuellen Form seit 2021. Hervorgegangen ist es aus der 1999 gegründeten Brune-Mettcker Druck- und Verlags GmbH, die zu jeweils 50 Prozent den Verlegerfamilien Brune/Adrian (Wilhelmshaven) und Allmers (Jever) gehörte. Nach dem Tod des WZ-Verlegers Manfred Adrian übernahm die Familie Allmers dessen Anteile und verkaufte dafür den bis dahin ebenfalls zum Unternehmen gehörenden „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) an die NWZ.
Veto vom Bundeskartellamt
In der Folge ging der Druck der Zeitungen nach Oldenburg. Anzeigengeschäft, Vertrieb und Internetauftritt wurden mit Blick auf eine geplante Verzahnung der Unternehmen und allgemein sinkenden Auflagenzahlen weitgehend von der NWZ organisiert. Doch aus der Fusion wurde nichts. Das Bundeskartellamt der NWZ untersagte die Übernahme des Mittbewerbers in Friesland. Dadurch sei die Medienvielfalt in der Region in Gefahr.
Bewegung in die Angelegenheit kam Anfang dieses Jahres. Die Madsack Mediengruppe (Hannover), einer der größten Regionalmedienverlage Deutschlands, übernahm die NWZ – offenbar ein schwerer Schlag für die Kooperation zwischen Oldenburg und Jever. Jedenfalls dürfte das das Signal für die Annäherung von BruneMettcker und NOZ gewesen sein.
NWZ stockt Redaktionen auf
Seit Mitte April liefert die NOZ, die schon mehrere Titel in Ostfriesland erworben hat, den Mantel für WZ und Wochenblatt. Vor wenigen Tagen wurde die geplante Übernahme von 50,01 Prozent, und damit der Mehrheit, der Anteile am BruneMettcker Medienhaus durch die NOZ verkündet – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes, die aber in diesem Fall als reine Formsache eingestuft wird.
Schließlich, so nicht nur die Einschätzung von Burlager, dürfte die Fusion den Wettbewerb in der Medienlandschaft in Wilhelmshaven und Friesland eher beleben. Die Konstellation: Die von Hannover aus gesteuerte NWZ gegen die dann zu Osnabrück gehörenden Lokalzeitungen WZ und Wochenblatt. Dafür spricht, dass die NWZ offenbar bereits dabei ist, ihre Redaktionen in Jever und Wilhelmshaven personell zu stärken.
Erhebliche Veränderungen
Abzuwarten bleibt, wie die Entflechtung der übrigen Geschäftsfelder zwischen NWZ und BruneMettcker abläuft. Wie sieht der künftige Internetauftritt der hiesigen Zeitungen aus? Wo erscheinen künftig welche Todesanzeigen? Wer organisiert die Verteilung der Print-Zeitungen vor Ort?
Schwierige, aber aus Sicht von Burlager lösbare Aufgaben. Ungewiss ist allerdings, wie die Leser auf das veränderte Angebot regieren werden. Klar dürfte aber sein: Kurz- und mittelfristig läuft die Region nicht Gefahr, zu einem „Ein-Zeitungs-Kreis“ zu werden. Das wäre ganz im Sinne der Kartellbehörden. Pressevielfalt gilt als ein wichtige Voraussetzung für demokratische Meinungs- und Willensbildung.
Wangerland/Horumersiel (13. 5. 2026) – Die Stimmungslage in Horumersiel war deutlich wahrzunehmen. Thalasso hin oder her – der Ort braucht dauerhaft einen Versammlungs- und Veranstaltungsort. Vor diesem Hintergrund begleiten viele Bürger die Bemühungen der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) mit Skepsis, das komplette Areal „Zum Hafen 3“ in dem Sielort an einen Investor zu verkaufen, der dort zum Beispiel ein Hotel bauen könnte, dessen Gäste das benachbarte Thalasso Meeres Spa (TMS) beleben sollen.
Kann Horumersiel ohne sein Gäste- und Dorfgemeinschaftshaus leben? Viele der Gäste im Kursaal hielten das neue Thalasso Meeres Spa für weniger wichtig als die Begegnungs- und Versammlungsstätte im Ort. Foto: hol
Rund 500 Interessierte aus dem gesamten Wangerland waren am Dienstagabend der Einladung des Seebadevereins Horumersiel-Schillig und des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe in den Kursaal gefolgt. Das Ziel, so Holger Meyer vom Seebadeverein: „Ein ehrliche Bürgergespräch zur Zukunft von Horumersiel.“
Zentraler Veranstaltungsort
Dabei spielt die Zukunft des Grundstücks, auf dem WTG-Zentrale, Touristen-Information, Bücherei, Kurpark und auch der Kursaal untergebracht sind, eine Schlüsselrolle. „Für die Urlauber ist es das Gästehaus, für die Einheimischen das Dorfgemeinschaftshaus“, sagte Frank Hensel, der den Kursaal im Auftrag der WTG betreibt. Das 1967 als DGH eingeweihte Gebäude sei der zentrale Veranstaltungsort für das ganze Wangerland mit um die 20.000 Besuchern im Jahr. Theater, Comedy, Kino, Bälle, Feten, Märkte, Tagungen, Ausstellungen …
Die Frage des Abends: Kann, will oder muss die Gemeinde auf das DGH verzichten? Hensel vertrat die Ansicht, dass man das Gebäude lieber (mit Fördermitteln) sanieren und so lange weiter betreiben sollte, wie es geht, damit Urlauber und Einheimische eine zentrale Anlaufstelle behalten. Energetisch modernisiert und um neue Angebote bereichert ließe sich das DGH nach seiner Überzeugung fast kostendeckend betreiben. Notfalls könnte ein Defizit durch den Gästebeitrag abgedeckt werden, den alle Urlauber im Wangerland zahlen müssen.
Dr. Christian Kaufmann (Foto), juristischer Berater für die Insolvenz in Eigenregie der WTG, hielt dem entgegen, dass das DGH sehr wohl erhebliche Kosten verursache. Zudem dürfe man den Gebäudekomplex nicht allein betrachten. „Das Problem steht nebenan.“
„Das Problem“ ist das Thalasso Meeres Spa (TMS). „Ohne Investor können wir das TMS nicht retten“, so Kaufmann. Im laufenden Ausschreibungsverfahren für den Verkauf des Grundstücks „Zum Hafen 3“ hätten sich bislang sechs Interessenten gemeldet. In der nächsten Woche sollen die ihre Vorstellungen in punkto Kaufpreis und Projektidee erstmals präzisieren.
14 Mio. Euro offene Forderungen
Die Kostenexplosion beim Bau des TMS von 8,8 auf zuletzt genannte 23 Millionen Euro gilt als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage der WTG. Um ihre Gläubiger zu befriedigen, muss sich das gemeindeeigene Unternehmen von seinen Liegenschaften wie Campingplätze, Bäder und Grundstücke trennen. Zahlreiche Mitarbeiter wurden bereits entlassen.
Wie groß die Probleme der WTG sind, verdeutlichen Zahlen, die Kaufmann erstmals öffentlich nannte. So hätten Bauunternehmen und Architekt aktuell noch Forderungen in Höhe von 14 Millionen Euro angemeldet, die aber nach Überzeugung der Insolvenzverwaltung nicht alle berechtigt sind. Hinzu kämen Zuschüsse des Landes Niedersachsen in Höhe von 8,5 Millionen Euro, die die WTG zurückzahlen müsste, wenn das TMS nicht als Thalasso-Zentrum genutzt werde. Die Summe von Baukosten, noch offener Forderungen und mögliche Zuschuss-Rückzahlungen bezifferte Kaufmann auf rund 37 Millionen Euro.
Suche nach Investor läuft
Die jährlichen Belastungen für die WTG aus dem TMS – unabhängig davon, ob man es betreibt oder nicht – lägen bei 1,3 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund könne es durchaus sinnvoll sein, so Kaufmann, einem Hotelinvestor zum Beispiel einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro im Jahr zu zahlen, wenn der dafür die betriebswirtschaftliche Verantwortung für das TMS übernimmt. Und die Gemeinde würde zudem von den touristischen Impulsen profitieren, die man sich einst vom Bau des TMS versprochen hat.
Ein Großteil der Besucher im Saal – so der Eindruck – bezweifeln, ob es derartige Impulse wirklich gibt. Sie warnten von einer zusätzlichen Bettenburg, glauben nicht daran, dass betuchte Thalasso-Gäste tatsächlich den Weg nach Horumersiel finden – mit oder ohne 5-Sterne-Hotel. „Wir sollten uns vielleicht lieber auf unser vorhandenes 3-Stern-plus-Publikum konzentrieren und dem mehr bieten“, sagte der Moderator des Abends, Heiko Manott.
Lösung für „Friesland-Therme“?
Vermieter im Saal beklagten immer schlechter werdende Gästezahlen. In den Wintermonaten sei der Ort tot. Es gebe keine Apotheke, keinen Friseur, nicht einmal ein gutes Café. Mit der Schließung der „Friesland-Therme“ sei ein weiteres Angebot vor allem für Familien mit Kindern weggebrochen.
Wie im Rahmen des Bürgergesprächs bekannt wurde, gibt es aber offenbar im Hintergrund Bemühungen, das Bad wieder zu öffnen. Eine Idee, so sagte Bürgermeister Mario Szlezak, sei es, den Gästebeitrag (derzeit 3,30 Euro am Tag) um 30 Cent zu erhöhen, um mit den Mehreinnahmen das Defizit des Bades zu decken.
Szlezak sagte, dass ein Hotelbau nicht in Stein gemeißelt sei. „Den Erhalt des Gebäudes des DGH kann ich nicht versprechen“, so Szlezak. Aber über die Planungshoheit könne die Gemeinde dafür sorgen, dass ein Neubau zu Horumersiel passt. Die Gemeinde habe einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, der Raum für ein Hotel, aber auch für andere Projekte bieten könnte.
Wenn es andere Ideen gebe, wie das TMS zu retten sei, sei man offen, so der Bürgermeister. Ein Vorschlag aus dem Saal: Eine Genossenschaft aus Bürgern der Gemeinde Wangerland gründen. Ein anderer: Die WTG als GmbH komplett in Insolvenz gehen lassen. „Wenn die Banken dann ihr Geld nicht bekommen, ist das deren Problem …“.
Versammlungsraum im Hotel-Komplex
Insolvenzfachmann Kaufmann warnte davor, mit den Banken zu brechen. Die Kreditgeber hätten in der Regel Pfändungsrechte. Und wenn die Banken die Grundstücke der WTG dann verkaufen würden, habe die Gemeinde darauf noch weniger Einfluss.
Ebenso wie weitere Kommunalpolitiker betonten die Ratsfrauen Alice Brandenburg-Bienek (CDU) und Geraldine Vogdt (Pro Wangerland), dass die Gemeinde darauf setzt, dass ein Investor gefunden wird, der in seinem Hotel-Projekt auch einen öffentlich nutzbaren Versammlungsraum und Elemente des Dorfgemeinschaftshauses vorsieht. Letztlich habe die Gemeinde Wangerland als Herrin der Bauleitplanung das letzte Wort darüber, was auf dem Grundstück „Zum Hafen 3“ gebaut werden darf und was nicht.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen warb für Vertrauen in die Kommunalpolitik. Ja, der Rat habe zusätzlichen Millionen für den Bau des TMS im Gemeinderat zugestimmt. Man habe Fachleuten vertraut und Angst vor der Gefahr gehabt, dass ein Abbruch der Arbeiten zu einer Bauruine geführt hätte.
Hooksiel (11. 5. 2026) – „Was? Die haben gar keine Autos?“ Verwundert reibt sich ein Kind im im Hooksieler Kindergarten die Augen. Auf einer Weltkarte sieht er Menschen, die mit Pferd und Wagen ihre Kakao-Ernte einfahren.
Anka Müller (links) von der Fairtrade Lenkungsgruppe möchte den Wert von fair gehandelten Produkten möglichst früh bei den Bürgern verankern. Hooksieler Kindergartenkinder (hier mit Erzieherin Marlies Möllmann) dürfen in dieser Woche entsprechen Leckereien probieren. Foto: hol
Aktion für 256 Kinder
„Faires Frühstück“ ist das Thema der bundesweiten Fairtrade-Kampagne. Die Lenkungsgruppe für den Bereich der Fairtrade-Gemeinde Wangerland beteiligt sich daran mit einer Aktion für Kinder. Drei Tage lang beschäftigen sich insgesamt 256 Kinder in den Kindergärten Hooksiel, Horumersiel, Tettens und Hohenkirchen mit den Produkten, die den Einrichtungen für deren Frühstückstische zur Verfügung gestellt wurden.
Das Programm umfasst zahlreiche fair gehandelte Produkte wie Kakao, Müsli, Nougatcreme, Orangensaft und auch Kaffee (für die Erwachsenen). Dazu regionale Produkte wie Brötchen, Butter und Milch. Abgerundet wird das heute von der Lenkungsgruppe in den Kitas vorgestellte Sortiment durch Bananen.
Thema in Kindergärten
Die Erzieherinnen in den Kitas haben die Aktion gut vorbereitet. Die Lebensmittel, ihre Herkunft samt Produktions- und Handelsbedingungen werden zum Gegenstand des Tagesprogramms. Wie Lenkungsgruppen-Sprecherin Anke Müller sagte, habe Fairtrade Deutschland dazu Informationen, Karten und Malunterlagen beigesteuert.
Am heutigen Montag stand bei den Kits im Wangerland das Müsli im Mittelpunkt, Dienstag wird der Bananentag und am Mittwoch gibt es frische Brötchen vom Bäcker vor Ort. Die Botschaft: Der Start in den Tag sollte möglichst lecker sein – aber auch fair.