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Alle Beiträge zum Thema “Thalasso”

Razzia bei der WTG: Ermittler stellen Unterlagen sicher

Wangerland/Horumersiel (4. 9. 2026) – Heute früh, gegen 9.20 Uhr. Die Tür zum Haus des Gastes in Horumersiel öffnet sich. Ein halbes Dutzend Polizeibeamte betritt das Gebäude der Wangerland Touristik GmbH. Ihr Ziel: Die Verwaltungsräume des insolventen Unternehmens. Dort werden sie Dokumente, Kommunikationsdaten und sonstige Unterlagen beschlagnahmen, die Licht ins Dunkel um die Gründe und Verantwortlichkeiten für das Finanz-Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) bringen sollen.

Polizeibeamte beschlagnahmten heute im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den Bau des Thalasso Meeres Spa an mehreren Orten Unterlagen und Dokumente. Auch die Wangerland Touristik GmbH in Horumermsiel bekam Besuch von der Polizei. Foto: hol

Wie Thorsten Stein, Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, suchen die Ermittler nach einem Beschluss des Amtsgerichtes Oldenburg nach Hinweisen und Beweisen, die den Anfangsverdacht einer möglichen Insolvenzverschleppung oder der Untreue erhärten – oder eben auch nicht. Ein wichtiger Aspekt dabei: „Wer wusste wann was?“

Aktionen an mehreren Orten

Vergleichbare Aktionen habe es heute früh an mehreren Orten gegeben, bestätigt Stein. Namen nennt der Staatsanwalt nicht. Mutmaßlich dürften aber auch der ehemalige WTG-Geschäftsführer und die am Bau des TMS beteiligen Architekten Besuch von der Polizei bekommen haben.

Die Explosion der Baukosten beim TMS von 8,8 Millionen auf bis zu 23 Millionen Euro hat die gemeindeeigene WTG in eine finanzielle Schieflage gebracht, die zu einer noch laufenden Insolvenz in Eigenregie geführt hat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich auf mögliche strafrechtliche Verfehlungen von Beteiligten.

Unabhängig davon zu sehen sind Fragen rund um mögliche Schadensersatzansprüche der Gemeinde Wangerland, der die WTG gehört, oder der WTG selbst gegen Dritte sowie die Debatte um politische Verantwortlichkeiten.

Bürgermeister und Ratspolitiker versprechen persönliche Konsequenzen

Wangerland/Horumersiel (30. 8. 2026) – Eine Reihe von Mitgliedern des aktuellen Wangerländer Gemeinderates haben ihren Rücktritt für den Fall angekündigt, das die Staatsanwaltschaft gegen sie im Zusammenhang mit dem Thalasso-Desaster Anklage erheben sollte. Das wurde bei eine Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Freitagabend im Kursaal in Horumersiel bekannt.

Podiumsdiskussion im Kursaal

Zu der von Heiko Manott moderierten Veranstaltung hatten der örtliche Seebadeverein und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe eingeladen. Amtsinhaber Szlezak und seine beiden Herausforderer stellten sich vor, unterstrichen ihre Qualifikation fürs Amt und stellten einige Schwerpunktthemen vor.

Das Motto von Abrahams (Foto): „Kleine Maßnahmen, große Wirkung“. Hier ein maroder Gehweg saniert, dort eine Mülltonne mehr und die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Urlauber würde erheblich steigen. Touristisch setze er nicht auf die Erkenntnisse großer Agenturen, die den Touristen der Zukunft malen, sondern auf die Kompetenz der Leistungsträger vor Ort.

Szlezak erinnert daran, dass er sich schon für eine stärkere Einbeziehung der Leistungsträger in die touristischen Entscheidungsgremien wie der Lenkungsgruppe der Wangerland Touristik GmbH (WTG) stark gemacht habe. Er wolle in der nächsten Wahlperiode das 2017 erstellte touristische Leitbild umsetzten, das seither – auch aufgrund von Personalmangel im Rathaus – in irgendeiner Schublade verschwunden war.

Bislang, so beklagte Fischer (Foto), seien die Stimmen von Fachleuten etwa aus dem WTG-Beirat in dem gemeindeeigenen Unternehmen so gut wie nicht gehört worden. Horumersiel/Schillig sollte sich seiner Ansicht nach wieder auf den Familientourismus konzentrieren.

Das neue Thalasso Meeres Spa (TMS) spielt dabei aus Sicht vieler Horumersiel kaum eine Rolle. So zeigte sich Gastronom Frank Hensel überzeugt, dass das TMS keinen touristischen Mehrwert hat. Bevor dessen Betreib über Jahre mit Hunderttausenden Euro im Jahr subventioniert werde, sollte man die acht Millionen Euro Fördergelder lieber zurückzahlen. Auf keinen Fall sei es sinnvoll, eine Großteil der Gästebeiträge in den nur von sehr wenigen Gästen genutzten Gesundheitstempel zu stecken. Das Geld wäre für den Erhalt eines Schwimmbades sinnvoller eingestzt.

Szlezak (Foto) zeigte sich zuversichtlich, dass das Bad in Horumersiel wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Verhaltungen der WTG mit drei bis vier Investoren für den Gesamtkomplex am Hafen 3 in Horumersiel sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.

Über die Frage, was ein Investor dann konkret bauen darf, werde der künftige Rat mitbestimmen. „Die Bauleitplanung liegt in den Händen der Gemeinde.“ So sollte sich nach den Vorstellungen von Szlezak in einem neuen Komplex auch ein großer Versammlungssaal finden.

Probleme: Ferienwohnungen und Deichstraße

Auch Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen. Die Debatte dreht sich um lokale Themen. Wie und wo lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Was wird aus Ferienwohnungen, die nach den Vorgaben der Gemeinde in bestimmten Straßenzügen von Horumersiel nicht mehr zulässig sind? Und was ist mit der schmalen Deichstraße, die man im Sommer kaum noch befahren kann, da sie von Autos zugeparkt wird? „Das ist seit zehn Jahren ein Thema. Und nichts ist passiert“, klagte ein Bürger. Bürgermeister Szlezak greift den Ball auf: „In 14 Tagen ist das erledigt!“

Viele Themen, fairer Austausch – aber grundlegende Unterschiede zwischen den Bewerbern um für das Amt des Verwaltungschefs sind kaum erkennbar, auch weil die Herausforderer sich weigern, Versprechen zu machen, die man nachher nicht halten kann, wie Abrahams es formuliert. Der Kommentar eines Zuhörer: „Das ist aber langweilig.“

Frontalangriff auf den Bürgermeister

Kurz vor 22 Uhr dann ein komplett verändertes Bild. Hans-Hugo Woltmann, Landwirt aus Förrien, greift Bürgermeister Szlezak mit Verweis auf den Thalasso-Skandal, die Insolvenz der WTG und die daraus erwachsenen Folgen wie die Schließung der Bäder und dem Verkauf von Gemeindevermögen frontal an. „Sie sind seit fünf Jahren im Amt und hier herrscht ein Chaos, wie wir es noch nicht erlebt haben.“

„Mich hier so an den Pranger zu stellen, ist nicht in Ordnung“, hält der sichtlich angefasste Bürgermeister dem entgegen. Sein Sakko hat er inzwischen abgelegt. Kommentar von Moderator Manott: „Jetzt ist hier Temperatur drin!“

Persönliche Konsequenzen aus Thalasso-Desaster

Szlezak verweist darauf, dass der Rat aus 25 Personen besteht und der Bürgermeister nur eine Stimme habe. „Ich ducke mich nicht weg. Aber ich bin überzeugt, dass der gesamte Rat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“

Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen des Desasters verkündet Fischer, dass in der CDU Einvernehmen darüber gestehe, dass Ratsmitglieder, die wiedergewählt werden, zurücktreten, wenn die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erheben sollte. Und auch Bürgermeister Szlezak kündigte an, sich zurückziehen zu wollen, wenn die noch laufenden Ermittlungen ergeben, dass er sich strafbar gemacht hat. 

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Unabhängige geben Einblick ins Thalasso-Desaster

Wangerland (27. 8. 2026) – Die letzten Kapitel zum Thema Thalasso-Desaster sind noch nicht geschrieben. Auch ist die Frage noch offen, mit welcher Überschrift sie versehen werden müssen: „Pleiten, Pech und Pannen“ oder eher „Größenwahn, Unfähigkeit und Untreue“. Noch laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Fehlende Abstimmungen, keine Dokumentationen, schlechte Kommunikation: Die Zustände beim Bau des Thalasso Meeres Spa muten chaotisch an. Am Ende stand eine Kostenexplosion und ein möglicherweise dauerhaft unwirtschaftlicher Gesundheitstempel. Foto: hol

Am Mittwochabend gab die Gruppe der Unabhängigen im Rat der Gemeinde Wangerland (ZUW) im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung einen Einblick in ein Zwischengutachten eines Bausachverständigen, der im Auftrag der Gemeinde die Kostensteigerung von 4,7 über 8,8 auf am Ende über 20 Millionen Euro nachvollziehbar machen soll. Das Papier liegt seit April wurde, wurde aber bislang von der Gemeinde mit Verweis auf rechtliche Bedenken unter Verschluss gehalten. Die gute Nachricht, so ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier: Der Gutachter geht von Gesamtkosten von „nur“ 21,6 Millionen Euro aus. Zuletzt waren 23 Millionen und mehr befürchtet worden.

Mit Bemühen um Transparenz gescheitert

Wohl auch am großen Interesse an dem Gutachten dürfte es gelegen haben, dass sich über 50 Interessierte im Dorfgemeinschaftshaus in Hohenkirchen einfanden, in dem zunächst Ratsfrau Geraldine Vogdt das Wahlkampfprogramm der Wählergemeinschaft „Pro Wangerland“ und die Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit im Gemeinderat vorstellte. Dabei habe das Bemühen um Transparenz beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) in Horumersiel einen Schwerpunkt gebildet. Als ZUW sei man allerdings lange mit dem Bemühen um mehr Kontrolle der Wangerland Touristik GmbH (WTG) bei dem Bauvorhaben an der Ratsmehrheit gescheitert.

Erst Ende 2024 sei das Ausmaß der Kostensteigerungen offenkundig geworden. Wie Geraldine Vogdt sagte, sei sie eine von zwei Anzeige-Erstattern, die die strafrechtlichen Ermittlungen in der Angelegenheit ins Rollen gebracht hätten. Auch weil sie immer wieder mitten in der Nacht Lastwagen beobachtet habe, die Baumaterialen zur TMS-Baustelle gebracht und dort hinter einem Bauzaun abgelegt hätten – für jedermann zugänglich. Ohne Annahmekontrolle.

Schäfermeier (rechts, mit Bernd Abrahams), der nach erste Bedenken im Rat an den letzten 64 Baubesprechungen des im Sommer 2024 eingeweihten Gesundheitstempels teilgenommen hat, stellte eine Zusammenfassung des Gutachtens vor, das für Nicht-Baufachleute kaum verstehbar sei.

Eine sich durch das Papier ziehende Erkenntnis: Es fehlen prüffähige Unterlagen wie Protokolle, Nachweise, Bautagebücher, Bauablaufpläne und Prüfberichte. Bei der WTG habe man nicht einmal ein eigenes Baukonto für das Großprojekt eingerichtet, so dass alle Rechnungen über das laufende Girokonto des Unternehmens abgewickelt werden mussten.

Architekt schon überbezahlt?

Aus den Lücken in der Dokumentation und der fehlenden Transparenz der Unterlagen ergeben sich eine Fülle von Streitpunkten. So habe der Architekt etwa aus Sicht des Gutachters auf Grundlage der ursprünglichen Kostenberechnung in Höhe von 8,8 Millionen Euro einen Honoraranspruch von rund 1,5 Millionen Euro. Mit für den Fachmann zum Teil nicht nachvollziehbaren Kostensteigerungen stieg auch die Honorarforderung des Architekten. Ausgezahlt wurden etwa 2,8 Millionen Euro. Der Gutachter geht von einer Überzahlung in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus. Der Architekt seinerseits hat hingegen noch Nachforderungen von mehreren Millionen Euro angemeldet.

Als Fehler habe sich erwiesen, dass die WTG als Auftraggeberin die Projektleitung eigenständig übernommen hat. Die Projektabwicklung sei von dieser Seite ohne jede Fachkenntnis, Kontrolle und Führung erfolgt. Von Auftragnehmern wurden Rechnungen gestellt, ohne dass die erforderlichen Nachweise dafür erbracht wurden. „Die vertraglich vereinbarte Prüfung der Einhaltung von Verträgen und Leistungen wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt“, heißt es in dem Gutachten.

Missmut auf der Baustelle

Und das alles zu Zeiten von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg, die zwar aus Sicht des Gutachters nur für einem geringen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich waren, die aber die Bauabläufe deutlich beeinträchtigt haben dürften – und in der Folge ohne die nötige Kommunikation zwischen Bauherren, Architekten und Baufirmen zu Missmut und Chaos auf der Baustelle geführt haben. „Die Bauleitung war völlig überfordert“, so der Eindruck von Schäfermeier.

Thalasso Meeres Spa
Die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa sind aus dem Ruder gelaufen – auch weil die Wangerland Touristik als Bauherrin immer wieder Sonderwünsche zu Ausstattung und Qualität der Baustelle angemeldet hat. Foto: WTG

Ein wesentlich Faktor für die immensen Kostensteigerungen waren aus Sicht der ZUW die immer neuen Wünsche des damaligen Geschäftsführers der WTG. Nach einem Besuch der Thalasso-Einrichtungen auf Norderney im Juli 2020 habe er offenbar eine Fülle neuer Erkenntnisse gewonnen, die zu erheblichen Umplanungen (und Verteuerungen) des Projektes in Horumersiel führten. Wie der Gemeinderat erst 2024 erfahren habe, musste deshalb seinerzeit bereits ein neuer Bauantrag gestellt werden.

Pleite beim geplanten Wasserfall

Unter anderem musste der ursprünglich für die Fassade vorgesehene Bockhorner Klinker weißen Steinen weichen, eine Kältekammer wurde bestellt, neue Edel-Fliesen geordert. Farbe wurde als Wandverzierung als zu schnöde bewertet. Holztüren ersetzten Standardtüren, Lampen, Behandlungsplätze – alles sollte vom Feinsten sein.

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Ein Eingangsbereich mit Tresen aus Edelhölzern und einem Wasserfall an der Wand wurde konzipiert. Allein der Wasserfall habe 60.000 Euro gekostet, schilderte Schäfermeier. Der Preis für die Sonderanfertigung musste die WTG im voraus zahlen. Da dann das beauftragte Unternehmen pleite ging, war das Geld futsch – und der Wasserfall Geschichte.

Ähnlich bunt eine Posse um die Sprechfunkanlage, über die im Brandfall die Patienten in den Behandlungsräume gewarnt werden sollen. Auf Wunsch der Geschäftsführung sollte darüber auch Musik abgespielt werden können. Es wurde eine entsprechende Software installiert – die aber nur englische Sprache übermittelt. Für Brandschutzzwecke also wenig hilfreich. Auch Nachbesserungen gestalteten sich schwierig, zumal es keine Dokumentation dazu gibt, wo welche Stromkabel verlegt wurden. Also mussten die schönen neuen Wände teilweise wieder aufgeklopft werden …

Suche nach Verantwortlichen

Eine Frage, die die anschließende Debatte beherrschte: Wer hätte wann das drohende Chaos beim Thalasso-Bau stoppen können – und vielleicht auch müssen? Schließlich werde durch die Insolvenz der WTG Vermögen der Gemeinde vernichtet. Warum, so wollte Manfred Meppen, ehemaliger Beamter in Diensten der Gemeinde, wissen, habe niemand zum Beispiel die Kommunalaufsicht eingeschaltet?

Als Grund dafür verwiesen Geraldine Vogdt, Dieter Schäfermeier und Immo Müller (UWW) und Pro-Wangerland-Bürgermeisterkandidat Bernd Abrahams darauf, dass man sich im Rathaus lange Zeit nichts vom Ausmaß des Desasters gewusst habe. Die WTG brauche nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Unterstützung, habe es von anderen Gruppierungen geheißen. Unter anderem hatte die WTG-Geschäftsführung Schäfermeier vorgeworfen, eine Hetzjagt zu betreiben.

Der Hooksieler hatte schon Anfang 2022 Zweifel an der Wirtschaftlichkeits-Berechnung fürs Thalasso gezweifelt. „Grundlage dafür waren Massagezahlen aus dem alten Reh-Zentrum aus 2007/2008.“ Um das Zentrum wirtschaftlich betreiben zu können, hätten die geplanten Mitarbeiter 16 bis 24 Stunden am Tag arbeiten müssen. An ein drohendes jährliches Millionen-Defizit mochte im Rathaus niemand glauben. Immo Müller: „Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister und auch der größte Teil des Rates dem Geschäftsführer voll vertraut haben.“ Die tatsächlichen Zahlen seien lange weder dem Rat noch der Verwaltung bekannt gewesen.

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Thalasso: Pro Wangerland beleuchtet Explosion der Baukosten

Wangerland (20. 8. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Mittwoch, 26. August, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hohenkirchen amAlma-Rogge-Weg 4.

Thalasso metres Spa Logo
Wer oder was hat die Baukosten für das Thasos Meeres Spa in die Höhe getrieben? Mit dieser Frage will sich die Wählergemeinschaft Pro Wangerland in einer Wahlkampfveranstaltung auseinandersetzen. Archiv-Foto: hol

Die WPW will ihr Wahlprogramm für die kommende Legislaturperiode vorstellen und umfassend über den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel berichten. Der Schwerpunkt soll dabei bei den Gründen für die massiven Kostensteigerungen vor und während der Bauphase liegen. Dabei wolle man auch auf den Bericht des externen Gutachters eingehen, der im Auftrag der Gemeinde Wangerland Organisation, Abläufe und Rechnungen rund um das Projekt geprüft hat.

Der Zwischenbericht des Gutachters war kürzlich intern vorgestellt worden. Die Gemeinde lehnt es bislang ab, selbst unkritische Teile daraus zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich zu machen, um die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen und mögliche Schadensersatz-Forderungen nicht zu gefährden.

Thalasso: Wohltuende Kälteflut gegen den Alltagsstress

Horumersiel (22. 6. 2026) – Zum Sommeranfang wird es im „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel nochmal eisig und wohltuend zugleich. Für Samstag, 27. Juni, lädt die „Thalasso‑Kälteflut“ dazu ein, den Alltagsstress abzustreifen und neue Energie zu tanken. Das rund vierstündige Event kombiniert Anwendungen in der Kältekammer bei  -110 °C mit Entspannung, Bewegung und gesunder Stärkung. 

In kleinen Gruppen à vier Personen erleben bis zu zwölf Teilnehmende drei Durchgänge in der Kältekammer (Foto), jeder zwischen 60  und  90  Sekunden. Dazwischen bleibt Zeit für Ruhe und einen Besuch der Teelounge mit Smoothies, Tee, Cracker und Obst. Im Anschluss wählen die Gäste zwischen Schwimmen im Meerwasserpool oder einer AquaJet-Anwendung.

Eine Anmeldung für die Thalasso-Kälteflut ist über meeresspa.de/specials oder telefonisch direkt im Thalasso Meeres Spa möglich. Der Preis beträgt 95  Euro pro Person. Teilnehmende sollten sportliche Kleidung, Mütze, Handschuhe und saubere Sportschuhe mitbringen; bei gesundheitlichen Einschränkungen ist vorherige ärztliche Rücksprache erforderlich.

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Tammen: Fahrlässiger Umgang mit Vermögen der WTG

Wangerland (2. 6. 2026) – Wer nach Schuldigen für das Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel und für die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) sucht, darf nach Überzeugung von Reiner Tammen nicht nur Ereignisse der vergangenen vier Jahren in den Blick nehmen. In einer persönlichen Betrachtung weist der Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Landrat der Grünen darauf hin, dass sämtliche Entscheidungen zum Bau des TMS im Rat der Gemeinde einstimmig gefasst wurden.

Erste Fehler liegen lange zurück

Tammen (Foto, 71) war über Jahrzehnte führendes Mitglied im Rat der Gemeinde Wangerland. Nach einem Umzug nach Jever gab er im vergangenen Jahr sein Mandat nach 34 Jahren im Amt zurück. Nach seinem Eindruck seien die Wangerländer und die Kommunalpolitik nicht nur die zurückliegenden vier Jahre, sondern mindestens 35 oder sogar 45 Jahre „ziemlich ziellos, oder eher planlos mit der WTG umgegangen“. 

 Es sei nicht seine Absicht, irgendjemanden aus der Verantwortung zu nehmen, beteuert Tammen. „Natürlich sind auch in der WTG selbst Fehler gemacht worden. Aber nur dadurch ist die heutige Situation so nicht entstanden.“

Der Grünen-Politiker blickt unter anderem zurück auf das Jahr 1991, auf den Bau des Gästehauses in Hooksiel. Damals wehrte sich Tammen mit einigen Hooksieler Bürgerinnen gegen das Projekt. „Leider konnte der Bau aber nicht mehr verhindert werden.“ Das Gebäude habe sich aus seiner Sicht, und auch aus Sicht der WTG, wie erwartet als überflüssig erwiesen. „Die Kosten, die die WTG pro Jahr zuschießen muss, belaufen sich auf 400.000 bis 500.000 Euro.“

Der Bau des Gästehauses sei eine politische Entscheidung gewesen. Als dann WTG und Gemeinde vor einigen Jahren den Beschluss fassten, das Gebäude zu verkaufen, gingen die Hooksieler Bürger auf die Barrikaden. Einem Investor, der das Gästehaus zu einem Hotel umbauen wollte, musst abgesagt werden. Das Gebäude blieb im Eigentum der WTG. Das, so Tammen, sei „beispielhaft für den fahrlässigen Umgang mit dem Vermögen der WTG“. 

Horumersiel contra Hooksiel

Das Muster, das der Grüne als Motiv dahinter sieht: „Horumersiel hat ein Schwimmbad, Hooksiel braucht auch eins. Das gleiche gab es natürlich auch schon mal umgekehrt.“ Als das Wellenfreibad in Horumersiel fast fünf Jahre defekt gewesen sei, seien die Besucherzahlen im Wangerland nicht zurückgegangen. „Aber das neue Bad, die ,Friesland-Therme‘, wurde natürlich trotzdem gebaut, denn Hooksiel hatte ja auch eins.“

Als weiteres Beispiel verweist Tammen auf das Hallenwellenbad (HWB) in Hooksiel. Die WTG wollte das in die Jahre gekommene Bad schließen und die Räume für ein modernes Indoor-Spielzentrum nutzen. Aber wieder seien die Hooksieler Bürger auf die Barrikaden gegangen. „Hooksiel ohne Schwimmbad, geht ja gar nicht …“. Obwohl, so die Überzeugung von Tammen, die Gäste das Bad kaum nutzten. Das Bad habe jahrelang über 500.000 Euro Zuschuss von der WTG benötigt. Zuletzt sollen es 800.000 Euro gewesen sein.

Vor Protesten eingeknickt

Ähnlich die Geschichte vom Kurmittelhaus in Horumersiel. Wie Tammen sich erinnert, stand es seit langem leer und es gab keine Nutzungsmöglichkeiten. Die WTG habe zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Björn Mühlena (bis 2021) einen Investor gefunden, der das Haus kaufen, abreißen und durch ein großes Hotel ersetzen wollte. 

„Als das Projekt bekannt wurde, waren es dieses Mal die Horumersieler, die sich dagegenstellten. In der öffentlichen Sitzung des Gemeindeentwicklungs-, Planung- und Sanierungsausschusses, die ich leitete, waren im Saal des Gästehauses Horumersiel etwa 350 Gäste“, erinnert sich Tammen. Schnell sei klar gewesen, dass im Saal nicht ein einziger Gast war, der für das Projekt gewesen wäre. Er habe den 350 Gästen dann gesagt, dass nun die WTG selber etwas auf dem Gelände bauen müsse und dass das sicher nicht billig werden würde. „Mit 23 Millionen Euro hätte aber wohl niemand gerechnet, aber es gab ja auch noch gar keine Pläne für irgendwas.“

Widerstände überall

Ähnlich sei der Plan für einen Hotelbau am Speicherpolder gescheitert. „Wieder gab es einen Investor, wieder gab es großen Widerstand. Somit waren auch diese Pläne schnell vom Tisch.“ Beide Investoren wären auch bereit gewesen, die „Friesland-Therme“ zu übernehmen oder zumindest mit zu nutzen. Das Bad verursachte zuletzt nach der Darstellung von Tammen jährliche Kosten von um 1,2 Millionen Euro. 

Bei allen Versuchen, die WTG mit neuen Einnahmequellen zu versorgen, habe es Widerstand in der Bevölkerung gegeben. „Egal ob der Campingplatz in Hooksiel an der Bäderstraße, oder die Tiny-Houses in Schillig, nichts von allem wurde von den Hooksielern oder Horumersielern wirklich gewollt. All das wurde immer als Konkurrenz für die hiesigen Vermieter empfunden und somit abgelehnt und nur gegen großen Widerspruch durchgeboxt.“ 

Hinzu kam, dass durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgericht der Strandeintritt als Einnahmequelle wegbrach. Die daraufhin eingeführten Parkgebühren konnten das Loch nur bedingt stopfen.

Auf Einnahmen verzichtet

Und nicht nur das. Tammen erinnert daran, dass vor einigen Jahren die Fremdenverkehrsabgabe eingeführt wurde. Diese kommunale Abgabe wird von allen Unternehmen und Vermietern erhoben, die vom Tourismus Vorteile haben. Ihr Zweck ist die Finanzierung der touristischen Infrastruktur und Angebote in den Orten, die als Kur-, Erholungs- oder Küstenbadeort anerkannt sind. Die ermittelte Höhe der Abgabe habe bei 574.200 Euro gelegen. Das Volumen der erhobenen Abgabe sei dann aber, so Tammen, vor etwa zehn Jahren auf 350.000 Euro gesenkt worden. „Wieder ging eine politische Entscheidung zu Lasten der WTG.“

Die Entscheidung sei nachvollziehbar gewesen. Aber wieder hätten der WTG dadurch 224.000 Euro gefehlt. Die WTG habe vor ihrer Insolvenz jährlich über eine Million Euro allein fürs Marketing ausgegeben. Tammen: „Geld, dass der ganzen Gemeinde, der Region zugutekommt, der WTG aber nicht angemessen erstattet wurde.“

Jedes Jahr Loch von 3 Millionen

Die Kosten für die beiden Schwimmbäder, die Gästehäuser und die nicht ausgeschöpfte Fremdenverkehrsabgabe zusammengenommen, sei die WTG mit einem zu erwartenden Defizit von über 3,1 Millionen Euro in jedes neue Geschäftsjahr gegangen. Die letzten Geldbringer seien die Campingplätze gewesen. Die Überschüsse von dort seien benötigt worden, um die Ausfälle bei den Schwimmbädern und Gästehäusern zu kompensieren. „Das heißt aber wiederum, dass es in den letzten Jahren keine Investitionen in die Plätze gab. Was natürlich bedeutet, dass es einen riesigen Investitionsstau bei den Campingplätzen gibt“, so Tammen. 

„Ich behaupte, dass Politik und WTG sehenden Auges in die Insolvenz gelaufen sind. Das Thalasso Meeres Spa, das eigentlich neuen Anschub für die Gemeinde bringen sollte, hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, stellt Tammen fest. Die Frage, ob es auch so gekommen wäre, wenn das TMS statt 23 Millionen Euro „nur“ 12 Millionen gekostet hätte, sei müßig. Zu den Gründen für die Kostenexplosion beim Bau des TMS bleibe abzuwarten, was die Gutachter ans Licht bringen. 

Alle Beschlüsse einstimmig

Als „nicht schön“ empfindet es der Grünen-Politiker aber, wenn heute Fraktionen oder Gruppen im Rat so täten, als hätten sie das Debakel schon immer so kommen sehen. Gerade aus den Reihen der Gruppe der Unabhängigen sei zwar immer wieder Zweifel angemeldet und Kritik geübt worden. „Aber nachdem die Geschäftsführung der WTG genauere, zusätzliche Zahlen und Informationen vorgelegt und erklärt hat, hat auch die ZUW immer allen Beschlussvorlagen zugestimmt“, erinnert sich Tammen. „Alle, absolut alle Beschlüsse das TMS betreffend, wurden im Rat einstimmig gefasst. Nur einmal hat sich eine Ratsfrau enthalten.“ 

Anmerkung: Reiner Tammen hat seinen Blick auf den Kontext des TMS-Debakels bereits im vergangenen Jahr zusammengefasst. Warum erscheint der Bericht darüber erst heute auf „Hooksiel-Life“? Weil ein Ende der Debatte über das Thema nicht abzusehen ist. Sein Beitrag erweitert den Blick über die Frage der „Schuld“ im juristischen Sinne und die Suche nach betriebswirtschaftlichen Fehlern in der WTG hinaus.

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Thalasso: Pro Wangerland spricht von Chaos und Nicht-Ahnung

Wangerland (20. 5. 2026) – Das Thalasso-Desaster wird eines der Schlüsselthemen für den Kommunalwahlkampf. Das wurde am Dienstagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung der Wählergruppe Pro Wangerland (WPW) in Horumersiel deutlich. Dabei stellte der Vorstand die Schwerpunkte für die nächste Wahlperiode vor. 

Ein Großteil der Mehrkosten beim Bau des Thalasso Meeres Spa soll dadurch entstanden sein, dass die Projektleitung nachträglich hochwertigere Materialien und Ausstattungen geordert haben soll als ursprünglich geplant. Foto: hol

Intensiver diskutiert wurden aber die Ursachen der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) und die Folgen für Horumersiel, wenn die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) tatsächlich einen privaten Investor für das Grundstück Zum Hafen 3 finden sollte, auf dem neben dem TMS das Dorfgemeinschafts- und Gästehaus samt WTG-Verwaltung, Kursaal und Kurpark untergebracht sind.

Vier Schwerpunktthemen

Wie Ratsfrau Geraldine Vogdt sagte, habe sich die Wählergruppe für die Zeit nach der Wahl am 13. September vier Schwerpunkte auf ihre Fahnen geschrieben. Um den Mehrwert des Tourismus zu erhöhen, wolle man mit den touristischen Leistungsträgern in der Gemeinde den so genannten Leitbildprozess aus dem Jahr 2017 wieder aufnehmen und darin entwickelte Projekte umsetzen. Dazu gehöre auch die Stärkung des Tourismus im Innenland des Wangerlandes, etwa durch die Nutzung der Wasserwege für Paddel- und Pedal-Stationen.

Eine weitere Idee von Pro Wangerland: Ein Bürgerbudget. Dafür sollen 70.000 Euro bereit gestellt werden, die für Bürgerprojekte vorgesehen sind. Welche Projekte bedacht werden, entscheiden die Wangerländer am Ende eines Jahres in öffentlicher Abstimmung. Vogdt: „Das wäre ein Stück direkte Demokratie.“

Zentrale Förderstelle

Im Rathaus soll nach dem Willen der WPW eine „zentrale Förderstelle“ einrichtet werden. Ein auf Fördertöpfe des Landes, des Bundes und der EU spezialisierte Mitarbeiter soll die Kommune, aber auch Wirtschaftsbetriebe aus der Gemeinde, beraten, wo welche Zuschüsse zu bekommen sind. „Zurzeit lassen wir viel Geld liegen. Wir brauchen die Förderungen dringend, um unsere Infrastruktur in Ordnung bringen zu können.“ Ein Projekt, das nur mit Fördermitteln zu realisieren sei, wäre nach den Worten von Ratsherr Carsten Ihnken die maritime Umgestaltung des Zentralparkplatzes in Horumersiel, auf dem eine Wasserfläche an den ehemaligen Hafen erinnern könnte.

Als viertes Thema setzt die Wählergruppe auf die Erneuerung von alten Windkrafträdern durch moderne, leistungsstärkere Anlagen („Repowering“). Dadurch solle die Zahl der Windkrafträder verringert, die erzeugte Energieleistung und damit die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde aber erhöht werden. Die Ausweisung neuer Windpark lehnt die WPW ab.

EU-Gemeindert Dieter Schäfermeiser

„Pro Wangerland“ wurde 2017 vom Hooksieler Dieter Schäfermeier (Foto) als „Pro Hooksiel“ gegründet. Hauptthema damals: Die drohende Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel.

Später kam der Protest gegen ein geplantes Hotel im Speicherpolder in Horumersiel hinzu. Bei der Kommunalwahl 2021 erhielt die Wählergruppe über 20 Prozent der Stimmen und zog mit fünf Vertretern in den Gemeinderat ein. Mit der UWW und BfB bildete man die siebenköpfige ZUW-Gruppe, den „Zusammenschluss der Unabhängigen Wangerland“ – die dritte Kraft neben SPD und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengefunden haben.

Kontrolle extrem schwierig

Schäfermeier erinnerte daran, dass 2021 bereits alle Grundsatzbeschlüsse zum Bau des „Thalasso Meeres Spa“ gefasst wurden. Der vorherige Rat hatte das mit 4,59 Millionen Euro veranschlagte Projekt beschlossen und schließlich – nach einem Beschluss zur Aufstockung des Gebäudes samt Dachbegrünung – mit veranschlagten 8,8 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Was der Rat nicht wusste, so Schäfermeier, war, dass schon das Ergebnis der ersten Ausschreibung schon bei 12,7 Millionen Euro lag.

Der Weg zu den tatsächlichen Kosten von am Ende mindestens 23 Millionen bezeichnete Schäfermeier als Folge einer „Nicht-Ahnung von Bau“. Die Politik habe Kostensteigerungen zugestimmt, allerdings ohne vollständige Informationen. Den allgemeinen Vorwurf, der Rat als Gesellschafterversammlung der gemeindeeigene WTG habe nicht aufgepasst, hält Schäfermeier nur für bedingt zutreffend. „Das war auch extrem schwierig. Was ist dem Rat nur vorwerfen kann ist, dass er Pro Wangerland so lange ausgebremst hat.“

Extrawünsche und Sprachlosigkeit

Die Unabhängigen waren mit Forderungen nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit und Kontrolle des Baufortschritts mehrfach gescheitert. Erst ab Anfang 2024 durfte Schäfermeier als Ratsvertreter und zur Verschwiegenheit verpflichtet an einer Baubesprechung teilnehmen. 67 weitere folgten. Auf seinen Rat hin wurden externe Sachverständige und Gutachter hinzugezogen. Dank der Initiative des SPD-Fraktionssprechers Holger Ulfers sei zudem eine „Lenkungsgruppe“ als Quasi-Aufsichtsrat der WTG installiert worden.

Rechtsanwälte der Gemeinde hätten dazu geraten, das kürzlich vorgelegte Ergebnis eines Gutachtens mit Blick auf laufende Ermittlungen nicht öffentlich zu machen. Dennoch vermittelte Schäfermeier der Runde einen Einblick. Ein Großteil der Mehrkosten gehe auf nachträgliche Wünsche der WTG zur Ausstattung des TMS zurück: andere Klinker, teurere Fliesen, hochwertigeres Holz für den Tresen und so weiter. Auf der Baustelle habe es nach seinem Eindruck so gut wie keine Kommunikation zwischen Projektleitung, Architekten und Handwerksbetrieben der unterschiedlichen Gewerke gegeben. Das habe zu Verzögerungen, Mehrarbeit und Chaos auf der Baustelle geführt.

Thalasso-Kur für Kassenpatienten?

Was die nachträgliche Aufarbeitung erschwere sei, dass es keine Dokumentation gebe. Ein Bautagebuch gibt es nicht. So sei es auch nur schwer nachvollziehbar, welche Rechnung für welche Leistung angemessen war und ist. Die von Dr. Christian Kaufmann, Insolvenz-Rechtsbeistand der WTG-Geschäftsführung, genannten 37 Millionen Euro als mögliche Gesamtkosten für das Projekt hält Schäfermeier dennoch für überzogen. „Ganz so dick kommt es nicht.“

Er halte 23 Millionen weiter für realistisch. Die noch ausstehenden Gläubigerforderungen aus dem Baugewerbe in Höhe von 14 Millionen Euro seien nicht nachvollziehbar. Die drohende Rückzahlung von 8,5 Millionen Euro Fördergelder entfalle, da man das TMS ja als Thalasso weiter betreiben werde. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es aus Sicht von Schäfermeier aber, dass Gebäude für Kuren von Kassenpatienten zu öffnen. Er rate dem Insolvenzverwalter, entsprechende Verhandlungen mit den Krankenkassen aufzunehmen.

Saal für Horumersiel erhalten

Unterstützen will die WPW Bemühungen aus Horumersiel, zumindest den Kursaal als öffentlich nutzbaren Veranstaltungsort zu erhalten. Allerdings: Aktuell läuft eine europaweite Ausschreibung, mit der die WTG einen Käufer für das Gesamtensemble sucht. Durch die Erlöse soll ein Teil der Forderungen gedeckt werden. Zudem könnte ein Hotelbetreiber das Thalasso mit nutzen. 

Da der Gemeinderat über die Bauleitplanung durchaus Einfluss auf die Pläne eines Investors habe, werde man zumindest darauf achten, dass ein Projekt welcher Art auch immer zu Horumersiel passe und einen öffentlichen Versammlungsraum beinhalte, versicherten die WPW-Vertreter. 

Hotelbau in Horumersiel soll Thalasso Meeres Spa retten

Wangerland/Horumersiel (13. 5. 2026) – Die Stimmungslage in Horumersiel war deutlich wahrzunehmen. Thalasso hin oder her – der Ort braucht dauerhaft einen Versammlungs- und Veranstaltungsort. Vor diesem Hintergrund begleiten viele Bürger die Bemühungen der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) mit Skepsis, das komplette Areal „Zum Hafen 3“ in dem Sielort an einen Investor zu verkaufen, der dort zum Beispiel ein Hotel bauen könnte, dessen Gäste das benachbarte Thalasso Meeres Spa (TMS) beleben sollen.

Kann Horumersiel ohne sein Gäste- und Dorfgemeinschaftshaus leben? Viele der Gäste im Kursaal hielten das neue Thalasso Meeres Spa für weniger wichtig als die Begegnungs- und Versammlungsstätte im Ort. Foto: hol

Rund 500 Interessierte aus dem gesamten Wangerland waren am Dienstagabend der Einladung des Seebadevereins Horumersiel-Schillig und des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe in den Kursaal gefolgt. Das Ziel, so Holger Meyer vom Seebadeverein: „Ein ehrliche Bürgergespräch zur Zukunft von Horumersiel.“ 

Zentraler Veranstaltungsort

Dabei spielt die Zukunft des Grundstücks, auf dem WTG-Zentrale, Touristen-Information, Bücherei, Kurpark und auch der Kursaal untergebracht sind, eine Schlüsselrolle. „Für die Urlauber ist es das Gästehaus, für die Einheimischen das Dorfgemeinschaftshaus“, sagte Frank Hensel, der den Kursaal im Auftrag der WTG betreibt. Das 1967 als DGH eingeweihte Gebäude sei der zentrale Veranstaltungsort für das ganze Wangerland mit um die 20.000 Besuchern im Jahr. Theater, Comedy, Kino, Bälle, Feten, Märkte, Tagungen, Ausstellungen … 

Die Frage des Abends: Kann, will oder muss die Gemeinde auf das DGH verzichten? Hensel vertrat die Ansicht, dass man das Gebäude lieber (mit Fördermitteln) sanieren und so lange weiter betreiben sollte, wie es geht, damit Urlauber und Einheimische eine zentrale Anlaufstelle behalten. Energetisch modernisiert und um neue Angebote bereichert ließe sich das DGH nach seiner Überzeugung fast kostendeckend betreiben. Notfalls könnte ein Defizit durch den Gästebeitrag abgedeckt werden, den alle Urlauber im Wangerland zahlen müssen.

Dr. Christian Kaufmann (Foto), juristischer Berater für die Insolvenz in Eigenregie der WTG, hielt dem entgegen, dass das DGH sehr wohl erhebliche Kosten verursache. Zudem dürfe man den Gebäudekomplex nicht allein betrachten. „Das Problem steht nebenan.“

„Das Problem“ ist das Thalasso Meeres Spa (TMS). „Ohne Investor können wir das TMS nicht retten“, so Kaufmann. Im laufenden Ausschreibungsverfahren für den Verkauf des Grundstücks „Zum Hafen 3“ hätten sich bislang sechs Interessenten gemeldet. In der nächsten Woche sollen die ihre Vorstellungen in punkto Kaufpreis und Projektidee erstmals präzisieren.

14 Mio. Euro offene Forderungen

Die Kostenexplosion beim Bau des TMS von 8,8 auf zuletzt genannte 23 Millionen Euro gilt als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage der WTG. Um ihre Gläubiger zu befriedigen, muss sich das gemeindeeigene Unternehmen von seinen Liegenschaften wie Campingplätze, Bäder und Grundstücke trennen. Zahlreiche Mitarbeiter wurden bereits entlassen. 

Wie groß die Probleme der WTG sind, verdeutlichen Zahlen, die Kaufmann erstmals öffentlich nannte. So hätten Bauunternehmen und Architekt aktuell noch Forderungen in Höhe von 14 Millionen Euro angemeldet, die aber nach Überzeugung der Insolvenzverwaltung nicht alle berechtigt sind. Hinzu kämen Zuschüsse des Landes Niedersachsen in Höhe von 8,5 Millionen Euro, die die WTG zurückzahlen müsste, wenn das TMS nicht als Thalasso-Zentrum genutzt werde. Die Summe von Baukosten, noch offener Forderungen und mögliche Zuschuss-Rückzahlungen bezifferte Kaufmann auf rund 37 Millionen Euro. 

Suche nach Investor läuft

Die jährlichen Belastungen für die WTG aus dem TMS – unabhängig davon, ob man es betreibt oder nicht – lägen bei 1,3 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund könne es durchaus sinnvoll sein, so Kaufmann, einem Hotelinvestor zum Beispiel einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro im Jahr zu zahlen, wenn der dafür die betriebswirtschaftliche Verantwortung für das TMS übernimmt. Und die Gemeinde würde zudem von den touristischen Impulsen profitieren, die man sich einst vom Bau des TMS versprochen hat.

Ein Großteil der Besucher im Saal – so der Eindruck – bezweifeln, ob es derartige Impulse wirklich gibt. Sie warnten von einer zusätzlichen Bettenburg, glauben nicht daran, dass betuchte Thalasso-Gäste tatsächlich den Weg nach Horumersiel finden – mit oder ohne 5-Sterne-Hotel. „Wir sollten uns vielleicht lieber auf unser vorhandenes 3-Stern-plus-Publikum konzentrieren und dem mehr bieten“, sagte der Moderator des Abends, Heiko Manott.

Lösung für „Friesland-Therme“?

Vermieter im Saal beklagten immer schlechter werdende Gästezahlen. In den Wintermonaten sei der Ort tot. Es gebe keine Apotheke, keinen Friseur, nicht einmal ein gutes Café. Mit der Schließung der „Friesland-Therme“ sei ein weiteres Angebot vor allem für Familien mit Kindern weggebrochen. 

Wie im Rahmen des Bürgergesprächs bekannt wurde, gibt es aber offenbar im Hintergrund Bemühungen, das Bad wieder zu öffnen. Eine Idee, so sagte Bürgermeister Mario Szlezak, sei es, den Gästebeitrag (derzeit 3,30 Euro am Tag) um 30 Cent zu erhöhen, um mit den Mehreinnahmen das Defizit des Bades zu decken. 

Szlezak sagte, dass ein Hotelbau nicht in Stein gemeißelt sei. „Den Erhalt des Gebäudes des DGH kann ich nicht versprechen“, so Szlezak. Aber über die Planungshoheit könne die Gemeinde dafür sorgen, dass ein Neubau zu Horumersiel passt. Die Gemeinde habe einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, der Raum für ein Hotel, aber auch für andere Projekte bieten könnte.

Wenn es andere Ideen gebe, wie das TMS zu retten sei, sei man offen, so der Bürgermeister. Ein Vorschlag aus dem Saal: Eine Genossenschaft aus Bürgern der Gemeinde Wangerland gründen. Ein anderer: Die WTG als GmbH komplett in Insolvenz gehen lassen. „Wenn die Banken dann ihr Geld nicht bekommen, ist das deren Problem …“. 

Versammlungsraum im Hotel-Komplex

Insolvenzfachmann Kaufmann warnte davor, mit den Banken zu brechen. Die Kreditgeber hätten in der Regel Pfändungsrechte. Und wenn die Banken die Grundstücke der WTG dann verkaufen würden, habe die Gemeinde darauf noch weniger Einfluss.

Ebenso wie weitere Kommunalpolitiker betonten die Ratsfrauen Alice Brandenburg-Bienek (CDU) und Geraldine Vogdt (Pro Wangerland), dass die Gemeinde darauf setzt, dass ein Investor gefunden wird, der in seinem Hotel-Projekt auch einen öffentlich nutzbaren Versammlungsraum und Elemente des Dorfgemeinschaftshauses vorsieht. Letztlich habe die Gemeinde Wangerland als Herrin der Bauleitplanung das letzte Wort darüber, was auf dem Grundstück „Zum Hafen 3“ gebaut werden darf und was nicht. 

Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen warb für Vertrauen in die Kommunalpolitik. Ja, der Rat habe zusätzlichen Millionen für den Bau des TMS im Gemeinderat zugestimmt. Man habe Fachleuten vertraut und Angst vor der Gefahr gehabt, dass ein Abbruch der Arbeiten zu einer Bauruine geführt hätte. 

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Kommentar: Gemeinde muss offene Fragen zum Thalasso-Debakel zügig aufklären

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (8. 5. 2026) – Vertrauen ist eine hohes Gut. Vor allem in einer Demokratie. Wählerinnen und Wähler delegieren mit ihren Stimmen Entscheidungsgewalt. Auf Zeit – und im Vertrauen darauf, dass die Mächtigen auf Zeit, seien es Ehrenamtliche oder Hauptamtliche, ihre Arbeit so gut wie möglich erledigen. 

Die gewählten Vertreter an der Spitze des Wangerlandes laufen im Moment Gefahr, das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger zu verspielen. Deutlich spürbar ist der Unmut darüber, dass die Gemeinde sich dazu entschieden hat, den „vorläufige Abschlussbericht“ zum Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) entgegen ursprünglichen Zusagen doch nicht öffentlich zu machen. Aus ermittlungstechnischen Gründen, wie es heißt.

Es geht nicht nur um Straftaten

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen schon seit Monaten nach Ansatzpunkten für strafrechtlich relevante Taten im Umfeld der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH. Insolvenzverschleppung? Untreue? Verstöße gegen das Vergaberecht oder Buchhaltungspflichten?

Es ist schwer vorstellbar. Aber wenn es wirklich so sein sollte, dass die Veröffentlichung des Gutachtens zur Kostenexplosion beim Bau des TNS von 8,8 auf mindestens 23 Millionen diese Ermittlungen behindern würde, könnte man die Geheimniskrämerei um die WTG-Interna nachvollziehen. Zumindest teilweise. 

Aber es geht beim Thalasso-Desaster ja nicht nur um Straftaten und Schuld. Mindestens genau so wichtig ist die Aufarbeitung von Verantwortlichkeiten, etwa durch Unterlassungen – und zwar nicht nur bei der Tourismus GmbH, sondern auch bei ihrer Mutter, der Gemeinde Wangerland.

Wer hat wann was gewusst?

Mit Ausnahme einer Teil-Chronik zu den Entscheidungsabläufen durch die Wählergruppe Pro Wangerland liegt bislang noch keine kritische Auseinandersetzung mit möglichen Versäumnissen im Rathaus vor. Gerade dazu gibt es aber jede Menge Aufklärungsbedarf.

Was hätte der Gemeinderat als Gesellschafterversammlung der WTG wissen müssen und was hat er tatsächlich zu welchem Zeitpunkt gewusst? Warum hat niemand in Politik und Verwaltung gemerkt, dass die WTG mit dem Bauvorhaben überfordert war und es faktisch offenbar so gut wie keine Bauaufsicht gab? Wer hätte wann Alarm schlagen müssen, als die Kosten aus dem Ruder liefen? Zumindest aus heutiger Sicht und mit Blick auf die gravierenden Folgen für die touristische Infrastruktur im Wangerland wäre wohl selbst ein später Ausstieg aus dem Projekt sinnvoller gewesen als ein „Augen zu und durch“.

Konzept war nie schlüssig

Wer hat die erheblichen Mehrausgaben – unabhängig davon, ob sie durch Zusatzwünsche des Bauherrn oder durch unerwartete Preisentwicklungen verursacht wurden – eigentlich abgesegnet? Nur der Architekt und der WTG-Geschäftsführer, der dem Vernehmen nach ja nur über ein sehr begrenztes Zeichnungsrecht verfügte? Oder auch der Verwaltungsausschuss im Rathaus?

Was auch zum Strauß an offenen Fragen gehört: Wer hat eigentlich beim Land Niedersachsen und beim Landkreis Friesland wie geprüft, ob das Thalasso-Konzept tatsächlich zuschussfähig war? Offenbar niemand, denn wie lässt sich sonst erklären, dass der inzwischen fertig gestellte Gesundheitstempel – und zwar auch ohne Baukostenexplosion – nicht wirtschaftlich auskömmlich zu betreiben ist, selbst wenn er komplett ausgelastet wäre. 

Quittung droht am Wahltag

Fragen über Fragen also, die nicht oder nur am Rande etwas mit den Ermittlungen von Polizei und Anklagebehörde zu tun haben. Ohne Antworten darauf wird es den Verantwortlichen bei der Gemeinde Wangerland aber kaum gelingen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen

Fatal wäre es, wenn – unabhängig von der juristischen Aufarbeitung – die nötige Aufklärung zu Verantwortlichkeiten und möglichen Fehlern im Rathaus nicht vor der Kommunalwahl am 13. September erfolgen sollte. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, was dann passiert. Die Wählerinnen und Wähler bekunden ihren Unmut an den Wahlurnen – zu Lasten aller unter Generalverdacht stehenden Kommunalpolitikern – und der Demokratie.

Was heißt das? Aufklärung tut Not. Und zwar so schnell wir möglich. Für Fehler, die man begangen hat, kann man sich entschuldigen. Auch das kann Vertrauen schaffen. Berechtigte Fragen aber, auf die Antworten verweigert werden, sind der Nährboden für Misstrauen und Unmut.

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Thalasso: CDU fordert weiterhin größtmögliche Transparenz

Wangerland (8. 5. 2026) – Die CDU Wangerland fordert größtmögliche Transparenz bei der Aufarbeitung der erheblichen Kostensteigerungen rund um den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) aus. Nachdem Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) mitgeteilt hat, dass die angekündigte öffentliche Vorstellung des Gutachtens dazu vorerst nicht stattfinden wird, sieht die CDU die Gemeinde in der Verantwortung, die Öffentlichkeit im rechtlich möglichen Rahmen über den aktuellen Stand zu informieren.

„Die Entwicklung der Projektkosten und die daraus entstandenen Folgen für die Gemeinde beschäftigen viele Bürgerinnen und Bürger bis heute“, so der CDU-Bürgermeisterkandidat Thies Fischer (Foto). „Deshalb ist es wichtig, die bisherigen Erkenntnisse nachvollziehbar darzustellen und offene Fragen transparent aufzuarbeiten.“

Die ursprünglich kalkulierten Baukosten von 8,8 Millionen Euro waren im Verlauf des Projekts auf zuletzt rund 23 Millionen Euro angestiegen. Die wirtschaftlichen Folgen hätten erhebliche Auswirkungen auf die Wangerland Touristik GmbH sowie auf verschiedene kommunale Entscheidungen.

Transparente Aufarbeitung

Nach Auffassung der CDU wäre es sinnvoll gewesen, zumindest die Inhalte des vorliegenden Zwischengutachtens soweit möglich öffentlich einzuordnen. Fischer. „Dabei geht es nicht um Vorverurteilungen, sondern um eine transparente Aufarbeitung.“

Selbstverständlich dürfe eine Veröffentlichung keine laufenden Ermittlungen oder mögliche rechtliche Ansprüche beeinträchtige. „Dennoch sollte die Gemeinde die Öffentlichkeit über alle Inhalte informieren, die rechtlich bereits offengelegt werden können“, stellt der CDU-Gemeindeverbands-Vorsitzende Christian Burchardt fest.

Probleme beim Projektmanagement

Bereits frühere Untersuchungen hatten organisatorische und strukturelle Probleme beim Projektmanagement des TMS thematisiert. Im Raum standen unter anderem Fragen zur Projektsteuerung, zu Rechnungsprüfungen sowie zu Nachforderungen während der Bauphase.

„Eine umfassende Aufarbeitung ist wichtig, damit aus den Vorgängen die notwendigen Konsequenzen gezogen werden können“, soFischer. Gerade bei Projekten dieser Größenordnung brauche es nachvollziehbare Abläufe und eine transparente Kommunikation.

Die CDU Wangerland sieht die Gemeindeverwaltung weiterhin in der Verantwortung, den angekündigten Aufklärungsprozess offen und nachvollziehbar zu gestalten. Burchardt. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten nachvollziehen können, welche Erkenntnisse bereits vorliegen und welche Fragen noch geprüft werden.“