Wangerland (22. 5. 2026) – Die FDP Wangerland zieht mit zwei Kandidaten in den Kommunalwahlkampf. Wie Ratsherr Lübbo Meppen gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, habe man die Liste bereits bei der Gemeinde eingereicht. Neben Meppen bewirbt sich, wie schon 2021, Christian Fuchs um ein Mandat der Wählerinnen und Wähler.
Meppen (Waddewarden) gilt seit Jahren als Urgestein der Liberalen im Wangerland. Er zählt zu den führenden Köpfen in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengeschlossen haben. Fuchs (Wiardergroden) war vor wenigen Monaten ins politische Rampenlicht gerückt, als er seine Kandidatur als unabhängiger Bewerber für das Bürgermeisteramt angekündigt, wenig später aber wieder zurückgezogen hatte.
Die Kommunalwahl ist für den 13. September angesetzt. Bei der Wahl 2021 kam die FDP auf 3,2 Prozent der Stimmen, was für einen Sitz im Gemeinderat reichte.
Hooksiel (22. 5. 2026) – Der „Round Table 167 Jever“ hat dem Reit- und Fahrverein (RuF) Hooksiel e.V. eine Spende im Wert von 500 Euro übergeben. Der Serviceclub unterstützt regelmäßig soziale Projekte sowie bedürftige Menschen.
Janto Müller (stehend 2. von links) und Niklas Stiller (3. v. l.) vom „Round Table 167 Jever“ überreichten die Spende an den RuF Hooksiel. Mit auf dem Bild die Reitlehrerinnen Anja Stiller (links, stehend) und Freya Heinen (rechts, stehend). Foto Elsbeth Noatzsch
Janto Müller und Niklas Stiller überreichten die vom Round Table finanzierten Anschaffungen an den Verein. Dazu gehören gelbe „Agility-Pylonen“, gelbe und blaue Schaumstoffstangen, so genannte „Dual Gassen“, sowie neue Halfter mit Führstricken für die Schulpferde.
Der RuF Hooksiel bedankt sich für die Unterstützung. Die neue Ausstattung werde insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit zugute kommen. Das Equipment eignet sich hervorragend für die Bodenarbeit sowie als Orientierungshilfe beim Reiten verschiedener Bahnfiguren. Besonders in den Wintermonaten habe die Bodenarbeit einen hohen Stellenwert. Auch für die Vorbereitung auf die Prüfungen der Reitabzeichen seien die Artikel ist eine große Bereicherung.
Der „Round Table 167 Jever“ zählt an die 20 Mitglieder. Mit Vollendung des 40. Lebensjahres endet die Mitgliedschaft automatisch, anschließend wechseln die Mitglieder innerhalb des international aufgestellten Serviceclubs zum Old Table.
Wilhelmshaven/Lüneburg (21. 5. 2026) – Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat am Donnerstag einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzverbänden stattgegeben. Danach wird der vom Rat der Stadt Wilhelmshaven beschlossene Bebauungsplan Nr. 225 vorerst auf Eis gelegt. Der Bebauungsplan darf danach erst umgesetzt werden, wenn das OVG seine Entscheidung im Normenkontrollverfahren gefasst hat.
Umweltschützer haben auch in Hooksiel gegen das geplante LNG-Terminal auf dem Voslapper Groden demonstriert. Archiv-Foto: ho
Das „Schutzbündnis“, bestehend aus Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND, hatte am 18. Februar Klage eingereicht, um die „Zerschlagung“ des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven zu verhindern. Der Bebauungsplan wäre Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimport-Infrastruktur zu bauen. Das Bündnis hält den Bebauungsplan für unrechtmäßig.
Vogelschutzgebiet darf nicht entwertet werden
„Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen“, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist.“
Ähnlich auch Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis.“ Die Entscheidung sei ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren, so Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen.
Stadt sieht im Beschlusss einen Erfolg
Aber auch die Stadt Wilhelmshaven kann der Entscheidung des OVG gute Seiten abgewinnen. „Das ist noch kein Urteil, sondern ein Beschluss, der eine vorläufige Aussage trifft“, heißt es in einer ersten Stellungnahme aus dem Rathaus. Zwar sei der Bebauungsplan 225 in seiner Vollziehbarkeit gestoppt worden und es könnten bis auf Weiteres auf dieser Grundlage keine Genehmigungen erstellt werden. „Aber trotz dieser vermeintlichen Niederlage ist der Beschluss für die Stadt ein Erfolg“, so Stadtbaurat Niksa Marusic. „Schließlich hat das OVG die vollständige Entwertung des Vogelschutzgebietes für den Energiepark bestätigt und anerkannt, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt und es keine zumutbare Alternativ zum Standort Voslapper Groden Nord gibt.“
In seinem Beschluss hat das OVG aus Sicht von Marusic zwei Punkte angeführt, die zur vorläufigen Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes geführt hätten. Zum einen sei unsicher, ob die Maßnahmen zum Ausgleich des Schutzgebietes tatsächlich ausreichend zeitnah umgesetzt werden können. Dieser Punkt könne aber schnell geheilt werden, ist die Stadt überzeugt.
Der zweite Punkt betreffe eine fehlende konkrete Frist für den Umstieg von der Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) auf Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate. Auch hier weise das OVG auf eine Regelungsmöglichkeit hin und gebe entsprechende Hinweise.
Friesland/Jever (21. 5. 2026) – Der Kreistag des Landkreises Friesland tagt am Dienstag, 26. Mai, ab 16.30 Uhr in der Feuerwehrtechnische Zentrale in der Wangerländischen Straße 40 in Jever. Unter anderem sollen zwei Resolutionen in Richtung Land und Bund verabschiedet werden.
Zum einen geht es um die Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen. Zum anderen um den Erhalt der Organisationsstruktur des Rettungsdienstes. Hier sollen Reformbestrebungen auf Bundesebene abgewehrt werden. Ein weiteres wichtiges Thema: Die Verabschiedung des Konzeptes für den geplanten „Gesundheitscampus Varel“.
Die Sitzung ist öffentlich. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Wer die Beratungen online verfolgen möchte, muss sich bis Montag, 25. Mai, unter www.friesland.de/kreistag anmelden.
Hooksiel (21. 5. 2026) – Das hat geklappt. Am gestrigen Mittwoch um 16 Uhr hat die landeseigene Hafengesellschaft NPorts die Arbeiten an der Schleuse am Hooksieler Außenhafen abgeschlossen und den Verkehr auf der Straße und dem Wasser frei gegeben. Damit können Segler und Motorbootfahrer mit Liegeplätzen im Hooksmeer in die Saison starten.
Die Hooskieler Schleuse ist für Hunderte Wassersportler die Verbindung vom künstlich geschaffenen Hookimeer in die Jade. Foto: NPorts
Heinz Martin, Vorsitzender des Wassersportverein (WSV) Hooksiel, ist zufrieden. „Der Bautrupp von NPorts um Marten Reineke hat sehr gute Arbeit geleistet. Die Schleuse ist wie neu.“ Wie berichtet, wird die Hooksieler Schleuse für mehrere Millionen Euro runderneuert. Im Rahmen der Arbeiten an der Schleusenkammer, die im vergangenen September begonnen hatten, waren unter anderem Stemmtorpaare („Torlinien“) und die Steganlagen aus der Schleusenkammer ausgebaut und saniert worden.
Nur drei Wochen verspätet
Angesichts des strengen Winters, der den Bauablaufplan phasenweise um bis zu acht Wochen zurückgeworfen habe, sei die letztlich nur um drei Wochen verspätete Saisoneröffnung sehr gut verkraftbar, so Martin. Die ersten Segler und Motorbootfahrer passierten die Schleuse bereits am späten Nachmittag (Foto: NPorts). Erwartet werden jetzt unter anderem die Krabbenkutter, die aus der Jade kommend zum Heringsfest am Pfingstwochenende im Alten Hafen von Hooksiel festmachen wollen.
Besonders erfreulich für die Hooksieler Wassersportler: Sie können jetzt an den regelmäßigen Regatten auf der Jade teilnehmen. Einige von ihnen hatten mit Blick auf die verkürzte Saison ihre Boote bereits per Kran an der Hooksieler Werft aus dem Wasser heben und zum Außenhafen transportieren lassen.
Schleusenplan steht
NPorts bittet um Verständnis dafür, dass es im Zuge noch verbleibenden Restarbeiten weiter vereinzelt zu kurzfristigen Einschränkungen kommen kann. „Wir sind bemüht, die Arbeiten möglichst montags bis donnerstags durchzuführen, um den Schleusenbetrieb weitestgehend aufrechterhalten zu können“, heiß es in einer Mitteilung an die Wassersportler.
Der Schleusenplan sieht von Mai bis September von freitags bis sonntags stündliche Schleusungen von 8 bis 20 Uhr vor. Von montags bis donnerstags ist die Schleuse jeweils um 8, um 11, um 14, 16 und 19 Uhr passierbar.Die Bäderstraße ist ab sofort wieder vollständig für den Auto-, Rad- und Fußverkehr freigegeben.
Wangerland (20. 5. 2026) – Die vakanten Pastorenstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland kann voraussichtlich in absehbarer Zeit wieder besetzt werden. Wie Lübbo Meppen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, habe das Gremium am Dienstag einstimmig Vera Rosin als neue Pastorin gewählt.
Das Gremium tagte im Beisein von Kreispfarrer Christian Scheuer, der der Geistlichen im Anschluss das Votum übermittelt habe. Die 61-jährige Theologin, die sich kürzlich im Rahmen eines Gottesdienstes in Hohenkirchen vorgestellt hatte und derzeit noch eine Pfarrstelle in Castrop-Rauxel bekleidet, habe die Wahl angenommen. Sie möchte mit ihrer Familie ins Wangerland ziehen.
Wann die Pastorin ihre neue Aufgabe übernehmen kann, steht noch nicht genau fest, da sie dafür aus der Landeskirche Westfalen in die Oldenburgische Landeskirche wechseln muss. Meppen: „Wir hoffen, sie im August oder September begrüßen zu können.“
Mit den Pastorinnen Vera Rosin und Hanja Harke (halbe Stelle) sowie dem Diakon Fredo Eils wäre das theologische Führungsteam der Kirchengemeinde Wangerland komplett. Die aktuelle Vakanz war durch den Wechsel des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld zur Landeskirche nach Oldenburg entstanden.
Wangerland (20. 5. 2026) – Das Thalasso-Desaster wird eines der Schlüsselthemen für den Kommunalwahlkampf. Das wurde am Dienstagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung der Wählergruppe Pro Wangerland (WPW) in Horumersiel deutlich. Dabei stellte der Vorstand die Schwerpunkte für die nächste Wahlperiode vor.
Ein Großteil der Mehrkosten beim Bau des Thalasso Meeres Spa soll dadurch entstanden sein, dass die Projektleitung nachträglich hochwertigere Materialien und Ausstattungen geordert haben soll als ursprünglich geplant. Foto: hol
Intensiver diskutiert wurden aber die Ursachen der Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) und die Folgen für Horumersiel, wenn die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) tatsächlich einen privaten Investor für das Grundstück Zum Hafen 3 finden sollte, auf dem neben dem TMS das Dorfgemeinschafts- und Gästehaus samt WTG-Verwaltung, Kursaal und Kurpark untergebracht sind.
Vier Schwerpunktthemen
Wie Ratsfrau Geraldine Vogdt sagte, habe sich die Wählergruppe für die Zeit nach der Wahl am 13. September vier Schwerpunkte auf ihre Fahnen geschrieben. Um den Mehrwert des Tourismus zu erhöhen, wolle man mit den touristischen Leistungsträgern in der Gemeinde den so genannten Leitbildprozess aus dem Jahr 2017 wieder aufnehmen und darin entwickelte Projekte umsetzen. Dazu gehöre auch die Stärkung des Tourismus im Innenland des Wangerlandes, etwa durch die Nutzung der Wasserwege für Paddel- und Pedal-Stationen.
Eine weitere Idee von Pro Wangerland: Ein Bürgerbudget. Dafür sollen 70.000 Euro bereit gestellt werden, die für Bürgerprojekte vorgesehen sind. Welche Projekte bedacht werden, entscheiden die Wangerländer am Ende eines Jahres in öffentlicher Abstimmung. Vogdt: „Das wäre ein Stück direkte Demokratie.“
Zentrale Förderstelle
Im Rathaus soll nach dem Willen der WPW eine „zentrale Förderstelle“ einrichtet werden. Ein auf Fördertöpfe des Landes, des Bundes und der EU spezialisierte Mitarbeiter soll die Kommune, aber auch Wirtschaftsbetriebe aus der Gemeinde, beraten, wo welche Zuschüsse zu bekommen sind. „Zurzeit lassen wir viel Geld liegen. Wir brauchen die Förderungen dringend, um unsere Infrastruktur in Ordnung bringen zu können.“ Ein Projekt, das nur mit Fördermitteln zu realisieren sei, wäre nach den Worten von Ratsherr Carsten Ihnken die maritime Umgestaltung des Zentralparkplatzes in Horumersiel, auf dem eine Wasserfläche an den ehemaligen Hafen erinnern könnte.
Als viertes Thema setzt die Wählergruppe auf die Erneuerung von alten Windkrafträdern durch moderne, leistungsstärkere Anlagen („Repowering“). Dadurch solle die Zahl der Windkrafträder verringert, die erzeugte Energieleistung und damit die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde aber erhöht werden. Die Ausweisung neuer Windpark lehnt die WPW ab.
„Pro Wangerland“ wurde 2017 vom Hooksieler Dieter Schäfermeier (Foto) als „Pro Hooksiel“ gegründet. Hauptthema damals: Die drohende Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel.
Später kam der Protest gegen ein geplantes Hotel im Speicherpolder in Horumersiel hinzu. Bei der Kommunalwahl 2021 erhielt die Wählergruppe über 20 Prozent der Stimmen und zog mit fünf Vertretern in den Gemeinderat ein. Mit der UWW und BfB bildete man die siebenköpfige ZUW-Gruppe, den „Zusammenschluss der Unabhängigen Wangerland“ – die dritte Kraft neben SPD und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW), zu der sich CDU, Grüne und FDP zusammengefunden haben.
Kontrolle extrem schwierig
Schäfermeier erinnerte daran, dass 2021 bereits alle Grundsatzbeschlüsse zum Bau des „Thalasso Meeres Spa“ gefasst wurden. Der vorherige Rat hatte das mit 4,59 Millionen Euro veranschlagte Projekt beschlossen und schließlich – nach einem Beschluss zur Aufstockung des Gebäudes samt Dachbegrünung – mit veranschlagten 8,8 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Was der Rat nicht wusste, so Schäfermeier, war, dass schon das Ergebnis der ersten Ausschreibung schon bei 12,7 Millionen Euro lag.
Der Weg zu den tatsächlichen Kosten von am Ende mindestens 23 Millionen bezeichnete Schäfermeier als Folge einer „Nicht-Ahnung von Bau“. Die Politik habe Kostensteigerungen zugestimmt, allerdings ohne vollständige Informationen. Den allgemeinen Vorwurf, der Rat als Gesellschafterversammlung der gemeindeeigene WTG habe nicht aufgepasst, hält Schäfermeier nur für bedingt zutreffend. „Das war auch extrem schwierig. Was ist dem Rat nur vorwerfen kann ist, dass er Pro Wangerland so lange ausgebremst hat.“
Extrawünsche und Sprachlosigkeit
Die Unabhängigen waren mit Forderungen nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit und Kontrolle des Baufortschritts mehrfach gescheitert. Erst ab Anfang 2024 durfte Schäfermeier als Ratsvertreter und zur Verschwiegenheit verpflichtet an einer Baubesprechung teilnehmen. 67 weitere folgten. Auf seinen Rat hin wurden externe Sachverständige und Gutachter hinzugezogen. Dank der Initiative des SPD-Fraktionssprechers Holger Ulfers sei zudem eine „Lenkungsgruppe“ als Quasi-Aufsichtsrat der WTG installiert worden.
Rechtsanwälte der Gemeinde hätten dazu geraten, das kürzlich vorgelegte Ergebnis eines Gutachtens mit Blick auf laufende Ermittlungen nicht öffentlich zu machen. Dennoch vermittelte Schäfermeier der Runde einen Einblick. Ein Großteil der Mehrkosten gehe auf nachträgliche Wünsche der WTG zur Ausstattung des TMS zurück: andere Klinker, teurere Fliesen, hochwertigeres Holz für den Tresen und so weiter. Auf der Baustelle habe es nach seinem Eindruck so gut wie keine Kommunikation zwischen Projektleitung, Architekten und Handwerksbetrieben der unterschiedlichen Gewerke gegeben. Das habe zu Verzögerungen, Mehrarbeit und Chaos auf der Baustelle geführt.
Thalasso-Kur für Kassenpatienten?
Was die nachträgliche Aufarbeitung erschwere sei, dass es keine Dokumentation gebe. Ein Bautagebuch gibt es nicht. So sei es auch nur schwer nachvollziehbar, welche Rechnung für welche Leistung angemessen war und ist. Die von Dr. Christian Kaufmann, Insolvenz-Rechtsbeistand der WTG-Geschäftsführung, genannten 37 Millionen Euro als mögliche Gesamtkosten für das Projekt hält Schäfermeier dennoch für überzogen. „Ganz so dick kommt es nicht.“
Er halte 23 Millionen weiter für realistisch. Die noch ausstehenden Gläubigerforderungen aus dem Baugewerbe in Höhe von 14 Millionen Euro seien nicht nachvollziehbar. Die drohende Rückzahlung von 8,5 Millionen Euro Fördergelder entfalle, da man das TMS ja als Thalasso weiter betreiben werde. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es aus Sicht von Schäfermeier aber, dass Gebäude für Kuren von Kassenpatienten zu öffnen. Er rate dem Insolvenzverwalter, entsprechende Verhandlungen mit den Krankenkassen aufzunehmen.
Saal für Horumersiel erhalten
Unterstützen will die WPW Bemühungen aus Horumersiel, zumindest den Kursaal als öffentlich nutzbaren Veranstaltungsort zu erhalten. Allerdings: Aktuell läuft eine europaweite Ausschreibung, mit der die WTG einen Käufer für das Gesamtensemble sucht. Durch die Erlöse soll ein Teil der Forderungen gedeckt werden. Zudem könnte ein Hotelbetreiber das Thalasso mit nutzen.
Da der Gemeinderat über die Bauleitplanung durchaus Einfluss auf die Pläne eines Investors habe, werde man zumindest darauf achten, dass ein Projekt welcher Art auch immer zu Horumersiel passe und einen öffentlichen Versammlungsraum beinhalte, versicherten die WPW-Vertreter.
Hooksiel (19. 5. 2026) – Das Wetter wird laut Vorhersage von Meteorologen perfekt. Das Programm stimmt auch. Hooksiel darf sich auf die Heringstage freuen. Die werden in diesem Jahr wieder über vier Tage gefeiert. Von diesem Freitag bis Pfingstmontag. Die offizielle Eröffnung ist für Freitag, 22. Mai, 18 Uhr angesetzt. „Dazu gibt es auch Freibier“, verspricht Marco Knodel, Vorsitzender der Hooksieler Dorfgemeinschaft, die das Fest ausrichtet.
Gutes Wetter, gute Laune, tolle Stimmung. Über Pfingsten werden die Hooksieler Heringstage gefeiert. Archiv-Foto: hol
Schauplatz der Eröffnung und des größten Teils des Showprogramms ist der Alte Hafen. Genauer: Die „Überland-Camping-Bühne“. Die Überland-Gruppe, seit Anfang des Jahres Betreiberin des Nordsee Campingplatzes in Hooksiel, unterstützt die Heringstage mit einem erheblichen Betrag. Tobias Geisen, 2. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft: „Wir bedanken uns natürlich bei allen Sponsoren ganz herzlich. Vor allem auch bei den zahlreichen Gewerbetreibenden, die unserer Tombola unterstützen.“
Tombola für guten Zweck
Die mit zahlreichen Gewinnen bestückte Tombola wird von Ehrenamtlichen aus der Dorfgemeinschaft betrieben. Die Erlöse flossen in der Vergangenheit in soziale Projekte im Ort. Froh sei man auch über einen Unterstützer, der die Kosten für einen Toilettenwagen übernimmt. Bekanntlich ist die öffentliche Toilettenanlage am Alten Hafen nach einer Vandalismus-Attacke vor einigen Wochen noch nicht wieder nutzbar.
Knodel und Geisen stellten zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern das Programm der Heringstage vor. Kurz zusammengefasst: Es entspricht in etwa dem der vergangenen Jahre. Vom Alten Hafen bis zur Dorfmitte werden zahlreiche Schausteller ihre Buden aufstellen. Einige von ihnen sind erstmals in dem Sielort.
Programm auf der Showbühne
Getränke, Leckereien und sonstige Waren gibt es satt. Unter anderem verkauft die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS) „Slush Ice“ und Kuchen. Dazu kommen verschiedene Angebote für Kinder. Auf der Bühne am Alten Hafen spielt am Freitag ab 18 Uhr Discjockey Ricky auf. Am Samstag tritt an gleicher Stelle ab 12 Uhr der Shantychor „Blaue Jungs“ aus Wilhelmshaven auf. Abgelöst wird der Chor um 15 Uhr von den „Tonic Brothers“. Als einen der musikalischen Höhepunkte kündigt Knodel für Samstagabend ab 20 Uhr die Hamburger Band „Hitfluencer“ an.
Wer mag, findet über Pfingsten sicherlich auch einen Hering – und sei es auf einem Fischbrötchen. Archiv-Foto: hol
Das Sonntagsprogamm startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, den Diakon Frede Eils am Hafen halten wird. Für Stimmung von der Bühne sorgen danach ab 15 Uhr Gerrit Akkermann und ab 20 Uhr die Rock Shots. Am Pfingstmontag treten ab 12 Uhr noch einmal die „Blauen Jungs“ auf. Abgelöst werden sie um 15 Uhr von Janine Meyer. Die Schlager- und Popsängerin aus Varel gehört längst zu den Stammgästen bei den Volksfesten der Dorfgemeinschaft und hat sich in Hooksiel eine feste Fangemeinde erspielt.
Krabben und Seenotretter
Und was ist mit Heringen? Die kann man in den gastronomischen Betrieben und in Form von Fischbrötchen genießen. Am Alten Hafen werden nach den Worten von Niels Schröder zwei Krabbenkutter liegen und ihren frischen Fang anbieten. Freuen dürfen sich Besucher auch auf das Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – ihr Besuch stehe aber unter dem Vorbehalt der Einsatzlage, so Schröder. Wegen eines Werftaufenthalts nicht kommen kann die „Lulu Meinders“. Damit entfallen die beliebten Rundfahrten mit dem Traditions- und Museumsschiff aus Neuharlingersiel durchs Hooksmeer.
Angesichts der Wetterprognosen rechnet man bei der Dorfgemeinschaft mit zahlreichen Besuchern aus der ganzen Region. Für Autos werden Parkplätze auf einer Wiese am südlichen Ortseingang (Sengwarder Anteil) eingerichtet. Im Ort selbst werde ein zusätzliche Parkplatz auf der Grünfläche neben dem Garten der Generationen geschaffen. Fahrradfahrer können ihre Räder auf der Fläche vor dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus an der Lange Straße abstellen.
Wangerland/Horumersiel (18. 5. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro-Wangerland (WPW) lädt für Dienstag, 19. Mai, alle interessierten Bürger zu einer öffentlichen Veranstaltung nach Horumersiel ein. Ab 19 Uhr wollen die fünf WPW-Ratsmitglieder im kleinen Kursaal im Gästehaus eine Bilanz über ihre Ratstätigkeit in den zurückliegenden fünf Jahren ziehen.
Ziel der Veranstaltung sei es auch, neue Mitglieder zu gewinnen. Deshalb seien insbesondere alle herzlich eingeladen, die in der nächsten Wahlperiode für Pro-Wangerland über die Liste in den Gemeinderat einziehen wollen. Die Aufstellungsversammlung, auf der die Liste mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September beschlossen werden soll, findet am Donnerstag, 28. Mai, statt.
Hooksiel (18. 5. 2026) – Der Abenteuer-Spielplatz am Nordsee Campingplatz Hooksiel nimmt Gestalt an. Ein Herzstück, ein acht Meter hoher Leuchtturm mit Rutsche, steht bereits. Eine Sechser-Schaukel, Klettergeräte, ein Wellenparcours und weitere maritime Elemente sollen hinzu kommen.
Hooksiel hat einen Leuchtturm. Er ist acht Meter hoch und soll den Kindern auf dem Campingplatz Spaß bereiten. Foto: hol
Nach den Plänen der Überland-Gruppe als Campingplatzbetreiber soll der Abenteuerspielplatz schon zu Pfingsten eingeweiht werden. Als weiteres neues Freizeitangebot wird eine Minigolf-Bahn montiert. Wie Überland-Geschäftsführer Jan Wittlinger kürzlich als Gast des Seebadevereins Hooksiel sagte, sollen die Anlagen aber vornehmlich von Besuchern des Campingplatzes genutzt werden. Nicht ausgeschlossen sei, dass sie für gelegentlich für Aktionen geöffnet werden
Die Einrichtung neuer Freizeitangebote vor allem für Familien gehört zum Gesamt-Sanierungspaket der Betreiber, die den Platz zum Jahresbeginn von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen haben. Weitere Schwerpunkte sind die Modernisierung der Sanitärgebäude sowie der Strom- und Wasserversorgung.
Hinzu kommen eine Reihe von organisatorischen Änderungen, die zum Teil bei Campern auf massive Kritik gestoßen sind. So etwa die geplante Schließung des FKK-Camping-Bereichs ab nächstem Jahr oder die Änderung der Schließzeiten der Schranke an der Platzzufahrt.
Hier zumindest ist die Überland GmbH inzwischen wieder zurückgerudert. Die stark umstrittene Platzschließung bereits um 20 Uhr ist offenbar vom Tisch. Die Schranke ist aktuell wieder von 7 bis 12 Uhr und nach nach einer Mittagspause von 13 bis 22 Uhr passierbar.