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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Tammen: Fahrlässiger Umgang mit Vermögen der WTG

Wangerland (27. 5. 2026) – Wer nach Schuldigen für das Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel und für die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) sucht, darf nach Überzeugung von Reiner Tammen nicht nur Ereignisse der vergangenen vier Jahren in den Blick nehmen. In einer persönlichen Betrachtung weist der Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Landrat der Grünen darauf hin, dass sämtliche Entscheidungen zum Bau des TMS im Rat der Gemeinde einstimmig gefasst wurden.

Erste Fehler liegen lange zurück

Tammen (Foto, 71) war über Jahrzehnte führendes Mitglied im Rat der Gemeinde Wangerland. Nach einem Umzug nach Jever gab er im vergangenen Jahr sein Mandat nach 34 Jahren im Amt zurück. Nach seinem Eindruck seien die Wangerländer und die Kommunalpolitik nicht nur die zurückliegenden vier Jahre, sondern mindestens 35 oder sogar 45 Jahre „ziemlich ziellos, oder eher planlos mit der WTG umgegangen“. 

 Es sei nicht seine Absicht, irgendjemanden aus der Verantwortung zu nehmen, beteuert Tammen. „Natürlich sind auch in der WTG selbst Fehler gemacht worden. Aber nur dadurch ist die heutige Situation so nicht entstanden.“

Der Grünen-Politiker blickt unter anderem zurück auf das Jahr 1991, auf den Bau des Gästehauses in Hooksiel. Damals wehrte sich Tammen mit einigen Hooksieler Bürgerinnen gegen das Projekt. „Leider konnte der Bau aber nicht mehr verhindert werden.“ Das Gebäude habe sich aus seiner Sicht, und auch aus Sicht der WTG, wie erwartet als überflüssig erwiesen. „Die Kosten, die die WTG pro Jahr zuschießen muss, belaufen sich auf 400.000 bis 500.000 Euro.“

Der Bau des Gästehauses sei eine politische Entscheidung gewesen. Als dann WTG und Gemeinde vor einigen Jahren den Beschluss fassten, das Gebäude zu verkaufen, gingen die Hooksieler Bürger auf die Barrikaden. Einem Investor, der das Gästehaus zu einem Hotel umbauen wollte, musst abgesagt werden. Das Gebäude blieb im Eigentum der WTG. Das, so Tammen, sei „beispielhaft für den fahrlässigen Umgang mit dem Vermögen der WTG“. 

Horumersiel contra Hooksiel

Das Muster, das der Grüne als Motiv dahinter sieht: „Horumersiel hat ein Schwimmbad, Hooksiel braucht auch eins. Das gleiche gab es natürlich auch schon mal umgekehrt.“ Als das Wellenfreibad in Horumersiel fast fünf Jahre defekt gewesen sei, seien die Besucherzahlen im Wangerland nicht zurückgegangen. „Aber das neue Bad, die ,Friesland-Therme‘, wurde natürlich trotzdem gebaut, denn Hooksiel hatte ja auch eins.“

Als weiteres Beispiel verweist Tammen auf das Hallenwellenbad (HWB) in Hooksiel. Die WTG wollte das in die Jahre gekommene Bad schließen und die Räume für ein modernes Indoor-Spielzentrum nutzen. Aber wieder seien die Hooksieler Bürger auf die Barrikaden gegangen. „Hooksiel ohne Schwimmbad, geht ja gar nicht …“. Obwohl, so die Überzeugung von Tammen, die Gäste das Bad kaum nutzten. Das Bad habe jahrelang über 500.000 Euro Zuschuss von der WTG benötigt. Zuletzt sollen es 800.000 Euro gewesen sein.

Vor Protesten eingeknickt

Ähnlich die Geschichte vom Kurmittelhaus in Horumersiel. Wie Tammen sich erinnert, stand es seit langem leer und es gab keine Nutzungsmöglichkeiten. Die WTG habe zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Björn Mühlena (bis 2021) einen Investor gefunden, der das Haus kaufen, abreißen und durch ein großes Hotel ersetzen wollte. 

„Als das Projekt bekannt wurde, waren es dieses Mal die Horumersieler, die sich dagegenstellten. In der öffentlichen Sitzung des Gemeindeentwicklungs-, Planung- und Sanierungsausschusses, die ich leitete, waren im Saal des Gästehauses Horumersiel etwa 350 Gäste“, erinnert sich Tammen. Schnell sei klar gewesen, dass im Saal nicht ein einziger Gast war, der für das Projekt gewesen wäre. Er habe den 350 Gästen dann gesagt, dass nun die WTG selber etwas auf dem Gelände bauen müsse und dass das sicher nicht billig werden würde. „Mit 23 Millionen Euro hätte aber wohl niemand gerechnet, aber es gab ja auch noch gar keine Pläne für irgendwas.“

Widerstände überall

Ähnlich sei der Plan für einen Hotelbau am Speicherpolder gescheitert. „Wieder gab es einen Investor, wieder gab es großen Widerstand. Somit waren auch diese Pläne schnell vom Tisch.“ Beide Investoren wären auch bereit gewesen, die „Friesland-Therme“ zu übernehmen oder zumindest mit zu nutzen. Das Bad verursachte zuletzt nach der Darstellung von Tammen jährliche Kosten von um 1,2 Millionen Euro. 

Bei allen Versuchen, die WTG mit neuen Einnahmequellen zu versorgen, habe es Widerstand in der Bevölkerung gegeben. „Egal ob der Campingplatz in Hooksiel an der Bäderstraße, oder die Tiny-Houses in Schillig, nichts von allem wurde von den Hooksielern oder Horumersielern wirklich gewollt. All das wurde immer als Konkurrenz für die hiesigen Vermieter empfunden und somit abgelehnt und nur gegen großen Widerspruch durchgeboxt.“ 

Hinzu kam, dass durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgericht der Strandeintritt als Einnahmequelle wegbrach. Die daraufhin eingeführten Parkgebühren konnten das Loch nur bedingt stopfen.

Auf Einnahmen verzichtet

Und nicht nur das. Tammen erinnert daran, dass vor einigen Jahren die Fremdenverkehrsabgabe eingeführt wurde. Diese kommunale Abgabe wird von allen Unternehmen und Vermietern erhoben, die vom Tourismus Vorteile haben. Ihr Zweck ist die Finanzierung der touristischen Infrastruktur und Angebote in den Orten, die als Kur-, Erholungs- oder Küstenbadeort anerkannt sind. Die ermittelte Höhe der Abgabe habe bei 574.200 Euro gelegen. Das Volumen der erhobenen Abgabe sei dann aber, so Tammen, vor etwa zehn Jahren auf 350.000 Euro gesenkt worden. „Wieder ging eine politische Entscheidung zu Lasten der WTG.“

Die Entscheidung sei nachvollziehbar gewesen. Aber wieder hätten der WTG dadurch 224.000 Euro gefehlt. Die WTG habe vor ihrer Insolvenz jährlich über eine Million Euro allein fürs Marketing ausgegeben. Tammen: „Geld, dass der ganzen Gemeinde, der Region zugutekommt, der WTG aber nicht angemessen erstattet wurde.“

Jedes Jahr Loch von 3 Millionen

Die Kosten für die beiden Schwimmbäder, die Gästehäuser und die nicht ausgeschöpfte Fremdenverkehrsabgabe zusammengenommen, sei die WTG mit einem zu erwartenden Defizit von über 3,1 Millionen Euro in jedes neue Geschäftsjahr gegangen. Die letzten Geldbringer seien die Campingplätze gewesen. Die Überschüsse von dort seien benötigt worden, um die Ausfälle bei den Schwimmbädern und Gästehäusern zu kompensieren. „Das heißt aber wiederum, dass es in den letzten Jahren keine Investitionen in die Plätze gab. Was natürlich bedeutet, dass es einen riesigen Investitionsstau bei den Campingplätzen gibt“, so Tammen. 

„Ich behaupte, dass Politik und WTG sehenden Auges in die Insolvenz gelaufen sind. Das Thalasso Meeres Spa, das eigentlich neuen Anschub für die Gemeinde bringen sollte, hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, stellt Tammen fest. Die Frage, ob es auch so gekommen wäre, wenn das TMS statt 23 Millionen Euro „nur“ 12 Millionen gekostet hätte, sei müßig. Zu den Gründen für die Kostenexplosion beim Bau des TMS bleibe abzuwarten, was die Gutachter ans Licht bringen. 

Alle Beschlüsse einstimmig

Als „nicht schön“ empfindet es der Grünen-Politiker aber, wenn heute Fraktionen oder Gruppen im Rat so täten, als hätten sie das Debakel schon immer so kommen sehen. Gerade aus den Reihen der Gruppe der Unabhängigen sei zwar immer wieder Zweifel angemeldet und Kritik geübt worden. „Aber nachdem die Geschäftsführung der WTG genauere, zusätzliche Zahlen und Informationen vorgelegt und erklärt hat, hat auch die ZUW immer allen Beschlussvorlagen zugestimmt“, erinnert sich Tammen. „Alle, absolut alle Beschlüsse das TMS betreffend, wurden im Rat einstimmig gefasst. Nur einmal hat sich eine Ratsfrau enthalten.“ 

Anmerkung: Reiner Tammen hat seinen Blick auf den Kontext des TMS-Debakels bereits im vergangenen Jahr zusammengefasst. Warum erscheint der Bericht darüber erst heute auf „Hooksiel-Life“? Weil ein Ende der Debatte über das Thema nicht abzusehen ist. Sein Beitrag erweitert den Blick über die Frage der „Schuld“ im juristischen Sinne und die Suche nach betriebswirtschaftlichen Fehlern in der WTG hinaus.

Samurais sind umgezogen: „Sanfte Kunst“ in neuen Räumen

Wangerland (2. 6. 2026) – Die Kampfsportsparte „Samurai Hohenkirchen“ des SC Wangerland hat ein neues Zuhause. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür eröffneten Vorstandssprecher Christian Doyen und Abteilungsvorsitzende Sabrina Perl das neue „Dojo“ im „Welthus“ in der Bismarckstraße in Hohenkirchen.

Für die zahlreichen Gäste gab es unter anderem Bratwurst, Kaffee und Kuchen sowie jede Menge Informationen. Gekommen waren neben Sportlern aus der Gemeinde auch befreundete Dojos aus ganz Norddeutschland

SCW-Sprecher Christina Doyen (re. ) erinnerte bei der Einweihung der neuen Räume an die Entstehung der „Samurai Hohenkirchen“. Foto: SCW

Die „sanfte Kunst“ des Kampfsports wird im Wangerland bereits seit 34 Jahren betrieben. Die Wurzeln der heutigen SCW-Sparte wurden nach den Worten von Doyen 1992 beim MTV Hohenkirchen gelegt. 2006 wechselten die Kampfsportler mit rund 80 Aktiven zu Eintracht Wangerland, einer der Vereine, die im vergangenen Jahr mit dem FCN Hooksiel und Rot-Weiß Tettens zum SCW verschmolzen.

Das Leitbild: Unterricht nach traditionellen Werten mit moderner Note. Gelehrt werden die Selbstverteidigungs-Disziplinen Jiu-Jitsu, Ken Jitsu (mit Schwert), So Jitsu (Langwaffen), Kick-Boxen sowie Bogenschießen und Tae Bo (Fit mit Kicks und Boxbewegungen). Dabei gehe es um Fitness, sportlichen Wettkampf, aber auch – gerade in der Jugendarbeit – um Erziehung.

Seit 2006 waren die Kampfsportler in der „Futterkrippe“ untergebracht, die seinerzeit vom langjährigen Leiter Erich Perl und Petra Perl zur Sportstätte umgebaut worden war. Doch die räumlichen Möglichkeiten dort waren begrenzt, zumal die Zahl der Mitglieder auf inzwischen 129 Mitglieder (davon 62 Erwachsene) gestiegen ist.

Seit dem Tod von Erich Perl führt Tochter Sabrina, unterstützt durch ihre Schwestern und Mutter, die Kampfsportler. Im Zuge der Verschmelzung zum SC Wangerland ergab sich die Möglichkeit, im „Welthus“ neue Räumlichkeiten zu mieten und mit viel ehrenamtlicher Arbeit herzurichten. Die Räume wurden gestrichen, neue Trainingsmatten angeschafft. Die Trainingsspiegel der dort ausgezogenen Tanzschule werden übrigens weiter genutzt für die „sanfte Kunst“.

Mitsing-Konzert in Kirche zu Pakens

Hooksiel (2. 6. 2026) – Die Heilig-Kreuz Kirche zu Pakens wird zur Showbühne. Für Mittwoch, 10. Juni, laden die Tenöre „Toni Di Napoli & Pietro Pato“ zu einem Mitsing-Konzert in das Gotteshaus ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf ab 24 Euro gibt es in Hooksiel unter anderem beim Frischekiosk Dekena und in der Apotheke.

Toni Di Napoli und Pietro Pato (Foto), als „Tenöre4you“ mit ihrem italiennischen Gesangsstil aus einer Reihe von Fernsehauftritten bekannt, laden alle Besucher zu ihrem Konzert ein, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Liedern, die jeder kennt. Unter anderen stehen Lieder wie „Azzuro“, „May Way“, „Buona Sera“, „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ und eine Reihe bekannter Musical-Hits auf der Agenda.

Landrat Ambrosy kandidiert für Wangerländer Gemeinderat

Wangerland (1. 6. 2026) – Die SPD Wangerland hat ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl gewählt. Angeführt wird die Liste vom Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion Holger Ulfers. Der prominenteste Name findet sich allerdings am Ende der Liste: Sven Ambrosy, aktuell noch amtierender Landrat im Landkreis Friesland.

Listen für Kommunalwahl aufgestellt

Für einen engen Schulterschluss zwischen Gemeinde- und Kreispolitik steht auch der Name Jannes Wiesner. Wiesner ist derzeit Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Ambrosy und Wiesner können, so die Hoffnung der Sozialdemokraten, neben ihrer kommunalpolitischen Erfahrung auch ihre Netzwerke auf Kreis- und Landesebene für die Gemeinde einsetzen, hofft die SPD.

Auf dem Foto stehend (von links) Bürgermeister Mario Szlezak, Ronja Hildebrand, Jürgen Stille, Reiner Meints, Holger Ulfers, Sven Ambrosy (Kandidaten für den Gemeinderat), Heinz Martin (Kreistagskandidat) sowie vorn (von links) Viola Sambale (SPD Ortsvereinsvorsitzende), Florian Wirth (Ratskandidat), Marianne Kaiser-Fuchs (Kreistagskandidatin), Stefanie Bremers, Ina Janssen und Elke Brüggestrath (alle Ratskandidatinnen). Es fehlen auf dem Bild Jannes Wiesner und Jann-Peter Boomgaarden. Foto: SPD

„Wir haben eine starke Mannschaft zusammengestellt, die die Vielfalt unseres Wangerlandes widerspiegelt“, ist Viola Sambale, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wangerland überzeugt. „Menschen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen beruflichen Hintergründen und aus vielen Ortschaften unserer Gemeinde bringen ihre Erfahrungen und Ideen ein.“

Bürgermeister setzt auf Sieg

Hinter Ulfers (Hooksiel) folgen auf der Kandidatenliste für den Gemeinderat, Stefanie Bremers (Javenloch), Florian Wirth (St. Joost), Ronja Hildebrand (Hohenkirchen), Jannes Wiesner (Minsen), Elke Brüggestrath (Hohenkirchen), Reiner Meints (Hooksiel), Ina Janssen (Tettens), Jann-Peter Boomgaarden (Oldorf), Jürgen Stille (Hohenkirchen) und Sven Ambrosy (Middoge), der bekanntlich am 13. September nicht noch einmal für das Amt des Landrats kandidiert. 

Ganz bewusst nicht auf der Kandidatenliste steht Bürgermeister Mario Szlezak, der erneut als Bürgermeister der Gemeinde direkt gewählt werden möchte und als solcher automatisch auch weiterhin dem Gemeinderat angehören würde. Nicht mehr für einen Posten im Rat kandidieren die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs, Ratsvorsitzender Johann Wilhelm Peters, Viola Sambale und Wolfram Sandmeier.

Bildung und bezahlbarer Wohnraum

Im Mittelpunkt stehe für die SPD in den kommenden Jahren insbesondere die Sicherung und Weiterentwicklung der Bildungs- und Betreuungsangebote im Wangerland, der Neubau der Grundschule Hohenkirchen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Familien und Senioren, die Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren, Vereine und Dorfgemeinschaften sowie die nachhaltige Weiterentwicklung von Tourismus, Landwirtschaft und Wirtschaft, heißt es in einer heute verbreiteten Mitteilung. Als weiterer Schwerpunkt wird die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Wangerland genannt.

Man wolle sich für gute Rahmenbedingungen für Handwerk, Mittelstand, Tourismusbetriebe und Landwirtschaft einsetzen. Dazu gehöre eine verlässliche kommunale Infrastruktur, die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten, die Vermarktung heimischer Produkte sowie eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Unternehmen. „Gleichzeitig sollen Chancen durch erneuerbare Energien, moderne Mobilitätsangebote und neue Technologien genutzt werden, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Perspektiven zu schaffen.“

Digitalisierung als Wirtschaftsfaktor

Auch die Digitalisierung spielt für die SPD Wangerland eine zentrale Rolle. Schnelle Internetverbindungen, moderne digitale Verwaltungsangebote und eine bessere Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Verwaltung seien wichtige Voraussetzungen, damit das Wangerland auch künftig ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort bleibe. Wiesner: „Eine moderne Gemeinde braucht nicht nur gute Straßen und Gebäude, sondern auch eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.“ 

Kandidaten für Kreistagswahl

Wiesner tritt zugleich bei der Kreistagswahl als Spitzenkandidat der SPD im Wahlbereich Wangerland, Jever und Wangerooge an. Unterstützt wird er aus dem Wangerland von der stellvertretenden Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs sowie Heinz Martin. Gemeinsam wollen sie die Interessen der Region auch auf Kreisebene vertreten und sich für eine starke Entwicklung des ländlichen Raumes, gute Bildungsangebote, eine moderne Mobilität und eine zukunftsfähige Wirtschaft einsetzen.

„Unsere Kandidatinnen und Kandidaten verbindet der Wunsch, Verantwortung für ihre Heimat zu übernehmen. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lösungen entwickeln und das Wangerland zukunftsfähig gestalten. Dabei setzen wir auf Verlässlichkeit, Bürgernähe und ein starkes Miteinander“, so Viola Sambale.

Auto prallt gegen Baum: 53-jähriger Mann getötet

Wangerland (1. 6. 20225) – Tödlich verletzt wurde ein 53-jähriger Mann am Sonntag bei einem Verkehrsunfall im Wangerland. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam der Wagen des Mannes gegen 15.09 Uhr zwischen Wiefels und Wegshörne von der Landesstraße 808 (Jever-Carolinensiel) ab. Das Auto prallte gegen einem Baum und landete im Anschluss in einem wasserführenden Graben.

Der Wagen des 53-Jährigen wurden bei dem Unfall auf der L 808 völlig zerstört. Foto: Feuerwehr

Das Fahrzeug wurde bei dem Unfall vollständig zerstört. „Der Mann wurde aus dem Fahrzeugwrack geborgen und zunächst notfallmedizinisch versorgt, erlag jedoch noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen“, heißt es im Polizeibericht. An der Rettungsaktion waren unter anderem Einsatzkräfte der Feuerwehren Hohenkirchen, Tettens und Neugarmssiel beteiligt.

Die L 808 musste für die Dauer der Rettungsmaßnahmen, der Unfallaufnahme sowie der Bergungsarbeiten voll gesperrt werden. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an.

Knappe Niederlagen für Tennis-Nachwuchs

Hooksiel (1. 6. 2026) – Der Tennis-Nachwuchs des SC Wangerland musste am Wochenende Lehrgeld zahlen. Sowohl die Vierermannschaft der A I Junioren als auch das Zweier-Team der A II unterlangen knapp.

Der Hooksieler Mateo Doyen setzte sich in einem packenden Spiel knapp durch. Archiv-Foto: hol

Die A1 hatte es in ihrem Heimspiel in der Regionsliga auf der Platzanlage in Hooksiel mit Spitzenreiter TC Grün-Weiß Leer zu tun. Hier gelang Mateo Doyen an Position drei gegen seinen drei Leistungsklassen besser eingestuften Gegner ein knapper Sieg (3:6/6:3/10:6). Niklas Doyen an Position vier bestätige seine Favoritenrolle (6:1/6:4).

Die beiden Spitzenspieler Lorenz Kramer und Niko Gauzel hatten hingegen den erwartet schweren Stand. Gauzel unterlag an Position zwei 1:6/4:6. Auch Kramer an Position eins verlor den ersten Satz klar, stand im zweiten aber kurz vor einer Überraschung. Hier unterlag der Hooksieler dann aber doch noch knapp im Tiebreak (2:6/6:7).

Beim Zwischenstand von 2:2 musste die Entscheidung in den Doppeln fallen. Hier blieben aber sowohl Kramer/Gauzel (1:6/2:6) als auch Doyen/Doyen (0:6/3/6) chancenlos. Am Ende ging das Spiel 2:4 verloren. Die A 1 belegt mit 2:4 Punkten Platz 3 der Tabelle. Das nächste Spiel muss das Team am 13. Juni in Metjendorf austragen.

Die A II ver lor ihrAuswärtsspiel in der Regionsklasse bei Grün-Weiß Oldenburg. Während Spitzenspieler Tom Fiebig sein Einzel klar mit 6:2/6:2 gewinnen konnte, unterlag Leonard Köster denkbar knapp mit 5:7/6:4/5:10. Im entscheidenden Doppel reichte des dann für Tom Fiebig/Elias Stroisch (0:6/5:7) nicht zum Sieg. Die A II belegt mit 2:2 Punkten ebenfalls Rang 3. Ihr nächstes Spiel findet am 13. Juni statt. Gastgeber ist dann der Wilhelmshavener THC.

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Geflügelstand schließt Lücke auf Hooksieler Wochenmarkt

Hooksiel (31. 5. 2026) – Der Hooksieler Wochenmarkt ist um einen Anbieter reicher. Seit vergangenen Freitag bietet der Betrieb „Pille Landwirtschaft“ aus einem Verkaufswagen heraus unter anderem Geflügel, Wild, Lammfleisch und selbstgemachte Salate an. Zudem setze man mit Blick auf die hohe Zahl von Urlaubern unter den Kunden in Hooksiel auf besondere Grillspezialitäten, so André Neubauer.

Über guten Zuspruch freute sich André Neubauer von „Pille Landwirtschaft“ beim ersten Tag auf dem Hooksieler Wochenmarkt. Foto: hol

Neubauer, der den Betreib mit einem Partner zusammen führt, zeigte sich mit der Nachfrage am ersten Verkaufstag in Hooksiel sehr zufrieden. Die Reaktion der Kunden war entsprechend:„Schön, dass Sie da sind. Ein Geflügelstand hat uns hier wirklich noch gefehlt.“

Der Betrieb „Pille“, der in Bockhorn einen Hofladen betreibt, ist inzwischen auf einer ganzen Reihe von Wochenmärkten in der Region präsent – in Bockhorn, Zetel, Emden, Norden, Jaderberg, Bad Zwischenahn und jetzt auch in Hooksiel. Wieso gerade Hooksiel? „Andere Marktbeschicker haben uns angesprochen und gefragt, ob wir nicht auch nach Hooksiel kommen wollen“, so Neugebauer. „Auf Wochenmärkten nützt es am Ende ja allen, wenn ein breites Sortiment präsentiert wird.“ 

Einer von den befreundeten Marktbeschickern ist Bernd Kuhlmann, er ebenfalls aus Bockhorn kommen und am Stand nebenan Kartoffeln, Obst und Gemüse auch Eier von freilaufenden Hühnern verkauft – vom Hof „Pille“. Neubauer: „Die haben wir bei uns dann natürlich nicht mehr im Sortiment.“

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„Hooksiel sicher“: Beim Supermarkt gilt kein rechts vor links

Hooksiel (28. 5. 2026) – Pfingsten in Hooksiel. Der Ort ist rappelvoll. Der Parkplatz vor dem Supermarkt an der Bäderstraße auch. Einheimische erledigen ihr Einkäufe fürs Fest, Gäste sichern sich den Proviant für ihren Kurzurlaub. Ein Auto nach dem anderen schiebt sich auf den Parkplatz. An der Ausfahrt auf die Bäderstraße warten die motorisierten Kunden auf eine Lücke zwischen Radfahrern, Fußgängern und Durchgangsverkehr. 

Auf privaten Parkplätzen gilt die Straßenverkehrs-Ordnung nur eingeschränkt. Gut beraten ist, wer einmal mehr auf die Bremse tritt, wenn es unübersichtlich wird. Foto: hol

Der ganz normale Wahnsinn. „Eigentlich ist es wirklich erstaunlich, dass hier nicht mehr passiert“, stellt ein Hooksieler fest, der das Wirrwarr fasziniert beobachtet. Aber was ist, wenn doch etwas passiert? Diese Frage soll in dieser Folge der Serie „Hooksiel sicher!“ geklärt werden.

StVO gilt nur teilweise

Erste Feststellung: Bei dem Edeka-Parkplatz handelt es sich um ein Privatgelände, wie bei den meisten Supermarkt-Parkplätzen. Nur auf den wenigsten Großparkplätzen gibt es aber klare Wegführungen. Die Straßenverkehrsordnung (StVO), in der die Regeln für den Verkehr im öffentlichen Raum regelt, greift hier nur teilweise. Das gilt übrigens auch für Parkplätze, an denen das Schild aufgestellt wurde: „Hier gilt die StVO“.

Ein solches Schild findet man an der Bäderstraße ohnehin nicht. Stellt sich die Frage, was gilt hier eigentlich? Zweite Feststellung: Die Fahrtrichtung der Autos ist beliebig. Auf der Suche nach einem freien Stellplatz dürfen Autofahrer also sowohl geradeaus am Supermarkt vorbei fahren oder auch schon nach wenigen Metern nach links abbiegen, in der Hoffnung so schnelle in die zweite Stellplatzreihe zu gelangen.

Rücksichtnahme oberstes Gebot

Aber wenn es eng wird und ich von rechts komme, habe ich doch Vorfahrt, oder? Nein. Zumindest nicht automatisch. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2022 festgestellt, dass auf Parkplätzen ohne klare Vorfahrtsregel üblicherweise kein rechts vor links gilt. Dritte Feststellung: Auf privaten Parkplätzen gelten lediglich die in Paragraf 1 der StVO festgelegten Grundregeln: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Wer am Verkehr teilnimmt, darf keinen anderen Verkehrsteilnehmer schädigen, gefährden oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindern oder belästigen.“ 

Häufig Mitschuld

Das gilt für das Ein- und Ausparken ebenso wie im Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern, die alle dieselben Wege nutzen. Apropos ein- und ausparken. Wer hat eigentlich Anspruch auf einen freien Parkplatz? Ganz einfach: Derjenige, der zuerst die Parklücke besetzt. Aber Vorsicht. Kommt es bei einer Rangelei um einen freien Stellplatz zu einem Zusammenstoß, bekommen in der Regel beide Beteiligten eine Mitschuld.

Vierte Feststellung: Wer auf einem privaten Parkplatz sicher gehen will, in keinen Unfall verwickelt zu werden, und schon gar nicht, einen zu verursachen oder eine Mitschuld zu bekommen, sollte einmal mehr nach links und rechts gucken, einmal mehr auf die Bremse treten und einmal weniger auf seine vermeintlichen Rechte pochen. Manchmal gibt es die nämlich gar nicht. 

Fünfte Feststellung: Hooksieler sind ja durchweg freundliche Menschen. Die dürften mit der erforderlichen Portion Extra-Rücksichtnahme kein Problem haben. Vielleicht ist das der eigentlich Grund dafür, dass auf dem Edeka-Parkplatz nur so selten etwas passiert.

Anmerkung: Liebe Leserinnen und Leser, wer die bereits erschienen Artikel im Rahmen der Serie „Hooksiel sicher“ lesen möchte, sollte im Suchfeld (oben links auf der Startseite) einfach „Hooksiel sicher“ eingeben. Anregungen oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.

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„Mein Körper gehört mir!“ Kinder lernen, Grenzen zu setzen

Hooksiel (30. 5. 2026) – Ist der Mann nur besonders freundlich? Oder – was will der von mir? Er will mich berühren? Ich soll ihn anfassen? Er will meinen Penis sehen? Für Ramona Krohn ist klar: Hier kann es schon um die Anbahnung von sexuellem Missbrauch handeln. Zusammen mit Henning Siedenbiedel richtet die Schauspielerin und Theaterpädagogin das Projekt „Mein Körper gehört mir!“ aus. 

Ermöglichen das Projekt „Mein Körper gehört mir!“ an der Grundschule Hooksiel: (von links) Schulleiter Marvin Alker, Schauspieler Henning Siedenbiedel, Dr. Imke Aits (Rotary Club Jever-Jeverland), Chris Wezel und Janto Müller (beide Round Table 167 Jever), Marie Weißen und Katja Thomßen (beide Förderverein der Grundschule) sowie Schauspielerin Ramona Krohn. Foto: hol

Prävention vor Missbrauch ohne Gewaltszenen

Im Rahmen eines Theaterstücks wurden die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen der Grundschulen Hooksiel und Tettens spielerisch und szenisch auf Missbrauch-Gefahren hingewiesen. „Ohne brutale Gewaltszenen, ohne Angst zu schüren“, sagt Ramona Krohn. „Aber die Kinder sollen und müssen wissen, dass dann, wenn ihnen etwas unangenehm wird, eine Grenze überschritten ist.“ Am Ende, so die Hoffnung, sollen die Mädchen und Jungen genug Selbstbewusstsein haben, ihr Unbehagen zum Ausdruck zu bringen und „Stopp!“ zu sagen. 

Ramona Krohn und Henning Siedenbiedel sind Mitarbeiter der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück. Für je drei Termine je Klasse sind sie ins Wangerland gekommen. Die Finanzierung eines solchen Projektes wäre ohne zahlreiche Unterstützer nicht möglich. In Hooksiel ist der wichtigste Baustein dabei der Förderverein der Schule.

Unterstützung von Förderverein und Serviceclubs

Im Beisein des kommissarischen Schulleiters Marvin Alker überreichten jetzt Vertreter vom Rotary Club Jever-Jeverland und vom Round Table 167 Jever ihre Spenden. Wie Marie Weißen und Katja Thomßen vom Förderverein sagten, hoffe man noch auf weitere Mittel aus der Bildungsregion Friesland und von einer Stiftung. 

Im vergangenen Jahr hatte der Förderverein Hooksiel das Projekt für die vierten Klassen bereits aus eigenen Mitteln finanziert. Zu weiteren nützliche Anschaffungen für die Schule, die ohne das Engagement des Vereins nicht möglich gewesen wären, zählen 18 IPads plus Ladeschränke, Sportartikel und besondere Lernmittel. Aktuell plane man, so Katja Thomßen, den Kauf eines großen Sonnensegels, das auf dem Schulhof für Beschattung sorgen soll. Zudem werde man für laufbegeisterte Kinder, die am Gorch-Fock-Lauf in Wilhelmshaven teilnehmen wollen, die Startgebühr übernehmen.

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„Pro Wangerland“ stellt sich für die Kommunalwahl auf

Wangerland (29. 5. 2026) – Die Wählergruppe pro Wangerland (WPW) hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September aufgestellt. In geheimer Wahl wurden insgesamt zehn Frauen und Männer bestimmt, die in den künftigen Gemeinderat einziehen möchten.

Wollen für Pro Wangerland in den Gemeinderat gewählt werden: (von links) Andreas Voege, Marten Vogdt, Dirk Henneicke, Carsten Ihnken, Bernd Abrahams, Doris Schüller, Deike Müller, Géraldine Vogdt, Hermann Wilken und Dieter Schäfermeier. Foto: WPW

Schäfermeier führt Liste an

Angeführt wird die Liste vom bisherigen Gruppensprecher Dieter Schäfermeister (Hooksiel). Auf den Plätzen folgen Géraldine Vogdt (Horumersiel), Bernd Abrahams (Hooksiel), Hermann Wilken (Waddewarden), Carsten Ihnken (Horumersiel), Marten Vogdt (Horumersiel), Deike Müller (Kaisershof), Renate Schüller, Dirk Henneicke und Andreas Voege (alle Horumersiel).

Im derzeitigen Rat hat die WPW fünf Mandate, die Schäfermeister, Géraldine Vogdt, Wilken, Ihnen und Wieland Rosenboom wahrnehmen. Rosenboom tritt nicht erneut zur Wahl an. Abrahams, auf Platz drei der Liste, tritt auch als Bürgermeister-Kandidat an. Um Mandaten im Kreistag bewirbt sich die WPW nicht.

Wahlprogramm verabschiedet

Auf der Versammlung wurde auch das vorläufige Wahlprogramm verabschiedet. Die Schwerpunktthemen der Unabhängigen sind Tourismus, Erneuerbare Energien, die Einrichtung eines „Bürgerbudget“ und einer Fördergeldstelle im Rathaus. 

Im Tourismus will man Mehrwert erzeugen, indem man mit Gastronomen, Hoteliers, Vermietern und Anbietern von Freizeitangeboten ein Leitbild entwickelt und umsetzt. Im Bereich der Erneuerbaren Energien spricht sich die WPW gegen neue Windparks aus. Vielmehr solle durch das Erneuern von Altanlagen („Repowering“) die Zahl der Windkrafträder im Gemeindegebiet verringert, die Menge an erzeugtem Strom aber erhöht werden. Aus einem Bürgerbudget könnten von Bürgern vorgeschlagene Projekte gefördert, über eine Fördergeldstelle Gemeinde und Unternehmen der Suche nach Zuschüssen etwa von Land, Bund oder EU unterstützt werden.

Wangerland Touristik Thalassa
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