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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Ademes rückt an die Spitze des Seebadevereins

Hooksiel (19. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel hat einen neuen Vorsitzenden. Nachdem der vor einem Jahr gewählte Amtsinhaber Wolf Hegemann sich aus dem Vorstand zurückgezogen hat, ist sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Ademes in die Führungsfunktion aufgerückt. Dem vor über 110 Jahren gegründeten Verein gehören rund 300 Familien an.

Wolfgang Ademes (links) hat das Amt des 1. Vorsitzenden des Seebadevereins Hooksiel übernommen, nachdem sein Vorgänger Wolf Hegemann sich krankheitsbedingt aus dem Vorstand des Vereins zurückgezogen hat. Archiv-Foto: hol

Stellvertretender Vorsitzender ist künftig Uwe Gaudian. Zur neuen 2. stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Haus des Gastes einstimmig Nicole Kutscher. Die Neu-Hooksielerin, die sich aus ihrem Urlaubsort per Video-Schalte vorstellte, hat sich schon bislang in Arbeitsgruppen des Vereins engagiert und zuletzt unter anderem die Aktion „Hooksiel putzt“ organisiert.

Satzung ohne Tourismus

Ohne Widerspruch stimmten die über 50 anwesenden Vereinsmitglieder einer umfassenden Satzungsänderung zu. Als Vereinszwecke werden darin Denkmalschutz, Heimatpflege und Ortsverschönerung genannt, aber nicht mehr Tourismus und Fremdenverkehr, für die der Verein einst gegründet worden ist. Die Überarbeitung der ohnehin nicht mehr zeitgemäßen Satzung sei auch notwendig geworden, so Ademes, damit der Verein als gemeinnützig anerkannt werden kann. Der neue Status soll ab dem 1. Januar 2027 gelten. 

Aus Sicht der Gemeinde Wangerland haben sich die Bemühungen, den denkmalgeschützten Leuchtturm „Roter Sand“ an den Außenhafen von Hooksiel zu versetzen, erledigt. Beim Seebadeverein hingegen hat man die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Foto: Eike Doyen

Bürgermeister Mario Szlezak würdige in einem Grußwort das beeindruckende Engagement im Seebadeverein, der im vergangenen Jahr ein Fülle von Veranstaltungen („Gäste- und Bürgersnak“) ausgerichtet und dabei – angesichts der guten Teilnehmerzahlen – offenbar die richtigen Themen angesprochen habe. Ausdrücklich dankte Szlezak Hegemann und Ademes für deren Einsatz für die angestrebte Verlegung des denkmalgeschützten Leuchtturms „Roter Sand“ aus der Wesermündung an den Hooksieler Außenhafen.

Investor für eine Markthalle

Leider seien die gemeinsamen Bemühungen von Gemeinde und Seebadeverein nicht erfolgreich gewesen, so Szlezak. Nach neuerlichen Gesprächen mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und dem Verkehrsministerium werde die Gemeinde ihre Bemühungen jetzt einstellen. Der Standort am Außenhafen sei offenbar mit den geltenden schifffahrtsrechtlichen Bestimmungen nicht vereinbar. Für Ademes hingegen will noch nicht aufgeben. „So lange wir keine Absage bekommen haben, sind wir noch im Rennen.“

Mehr Hoffnung machte der Bürgermeister beim Thema Nachnutzung des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen. Nachdem ein geplanter Hotelbau nicht zustande gekommen war, wünschen sich viele Vereinsmitglieder eine Markthalle mit unterschiedlichen Funktionen. Wie Szlezak sagte, gebe es für diese „charmante Idee“ inzwischen einen potenziellen Investor, mit dem bereits erste Gespräche geführt worden seien. Sollten sich dessen Pläne verfestigen, werde man das Projekt öffentlich vorstellen.

Unterstützung sagte der Bürgermeister dem Verein auch bei dessen Bemühungen zu, den häufig in Hooksiel vernehmbaren Lärm der auf Wilhelmshavener Grund liegenden Wurftaubenschießanlage einzudämmen. Er bemühe sich derzeit um ein Gespräch über das Thema mit Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist.

Neue Chefin für den zentralen Kriminaldienst der Polizei

Wilhelmshaven/Friesland (19. 3. 2026) – Der Zentrale Kriminaldienst (ZKD) der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat ein neue Chefin: Der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Arne Schmidt, hat zusammen mit Inspektionsleiter Jörg Beensen Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde in ihr neues Amt eingeführt. Die 35-Jährige tritt die Nachfolge des Ersten Kriminalhauptkommissars Rolf Cramer an, der in den Behördenstab der Direktion zurückkehrt.

Polizeirätin Jantje Zimmermann-Gäde ist die neue Leiterin des ZKD in der vom Leitenden Polizeidirektor Jörg Beensen geführten Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die für die Stadt Wilhelmshaven und den gesamten Landkreis Friesland zuständig ist. Foto: Polizei

Die Polizeirätin übernimmt innerhalb der Inspektion die Verantwortung für rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im ZKD wird die gesamte Bandbreite der Kriminalität bearbeitet – von der Beleidigung bis zum Tötungsdelikt, vom einfachen Diebstahl über den Wohnungseinbruch bis hin zum Raub.

Zurück in der dienstlichen Heimat

Jantje Zimmermann-Gäde ist sei 2010 im Polizeidienst. Nach einem dreijährigen Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen sammelte sie Erfahrungen im Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariats Nordenham, bevor sie über mehrere Jahre in der PI Wilhelmshaven/Friesland und im Kommissariat Varel verschiedene Funktionen übernahm. Unter anderem war sie ab Oktober 2019 Dienstschichtleiterin zunächst im Einsatz- und Streifendienst in der PI Wilhelmshaven/Friesland, danach in der PI Oldenburg-Stadt/Ammerland. Hieran schlossen sich für Verwendungen auf Stabsebene an. 

Nach Abschluss eines zweijährigen Masterstudiums an der Deutschen Hochschule der Polizei kehrt sie jetzt nach Wilhelmshaven zurück. „Die Inspektion Wilhelmshaven/Friesland ist meine dienstliche Heimat. Daher freue ich mich sehr über die Rückkehr und das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Jantje Zimmermann-Gäde.

Kreisausschuss wehrt sich gegen Verschwörungstheorien

Friesland (19. 3. 2026) – Der Kreisausschuss des Landkreis Friesland wehrt sich gegen Unterstellungen, die Freistellung eines Chefarztes der „Friesland Kliniken“ sei Teil einer Schmutzkampagne gegen den Mediziner und habe eigentlich das Ziel, den Klinik-Standort Varel abzuwickeln. Entsprechende Vorwürfe hatte zuletzt der ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Johannes-Hospitals, Dr. Jürgen Knak, öffentlich erhoben. 

Anzeige Teil einer Schmutzkampagne?

Der überparteilich zusammengesetzte Kreisausschuss weist den Vorwurf entschieden zurück. Man verbitte sich „Drohungen und Unterstellungen gegenüber Klinikleitung, Aufsichtsrat und Kreistag sowie Verschwörungstheorien, die beinhalten, dass die Situation genutzt bzw. herbeigeführt worden sein soll, um den Standort Varel zu schließen“, heißt es in einer Stellungnahme. 

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach einer Strafanzeige gegen den fachlich hoch anerkannten Mediziner wegen des Vorwurfs der „sexuellen Nötigung“. Die Ereignisse, die sich im November vergangenen Jahres zugetragen haben sollen, müssten „rechtlich und neutral aufgearbeitet werden“, betont Kreisausschuss. Man bedauere in diesem Zusammenhang, dass eine in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Solidaritätsbekundung von Mitarbeitern des Beschuldigten die angezeigte Person identifizierbar gemacht habe. 

Es gilt die Unschuldsvermutung

Während der laufenden Ermittlungen gelte die Unschuldsvermutung, aber auch der Schutz der anzeigenden Person. „In unserem demokratischen Rechtsstaat müssen solche Situationen ohne Vorverurteilung ernst genommen werden.“ Der Kreisausschuss appelliert daran, in der öffentlichen Diskussion zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren und abzuwarten, bis Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Zum Vorwurf, dass Geschäftsleitung und Landkreis im Zuge der Zentralisierung der „Friesland Kliniken“ den Standort Varel schließen wollen, verweist der Kreisausschuss auf das im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete Eckpunktepapier. Danach soll aus dem St.-Johannes-Hospital ein Gesundheitszentrum werden, in dem unter anderem eine Fachklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ausdrücklich erhalten werden soll. 

Brand eines Gasofens löst Explosion und Feuer aus

Hooksiel (19. 3. 2026) – Das hätte mächtig ins Auge gehen können. Auf einem Grundstück in der Langen Drift in Hooksiel ist am Dienstag gegen 17.30 Uhr ein Gasofen in Brand geraten. Der Gasschlauch hatte sich gelöst, es kam zu einer Explosion, in deren Folge ein Pavillon in Brand geriet. 

Der Brand eines Gasofens hat auf einem Grundstück in Hooksiel zu erheblichem Schaden geführt. Foto: Feuerwehr

Das der Schaden überschaubar blieb, ist auch den Freiwilligen Feuerwehren Hooksiel und Waddewarden zu verdanken. Bei deren Eintreffen hatten die umstehenden Gartenmöbel bereits Feuer gefangen. Den Brandbekämpfern gelang es aber, die Ausbreitung des Feuers zu verhindern und weitere potenzielle Gefahrenquellen zu sichern – darunter Gasflaschen. Die Ursache des Brandes des Gasofens ist unbekannt. 

Polizei zufrieden: Weniger Straftaten, hohe Aufklärungsquote

Jeverland/Wangerland (18. 3. 2026) – Im vergangenen Jahr ist die Zahl der registrierten Straftaten im Bereich der Gemeinde Wangerland zurückgegangen. Nach der heute vom Polizeikommissariat (PK) Jever vorgelegten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2025 wurden im Wangerland insgesamt 347 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es noch 362.

2338 Delikte im Jeverland

Die Entwicklung deckt sich mit dem Trend im gesamten Jeverland. Hier erfasste die Polizei 2338 Delikte. Das entspricht einem Minus von 152 Fällen gegenüber dem Vorjahr (2024: 2490 Fälle). Damit habe man den zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Gleichzeitig liege die Aufklärungsquote bei fast 70 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau.

Polizei Prävention
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jeverland 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Foto: Polizei-Prävention

Die Statistik des PK Jever bildet die bekannt gewordenen Straftaten, das so genannte „Hellfeld“, der Städte Jever und Schortens sowie der Gemeinden Sande, Wangerland und Wangerooge ab. Die tatsächliche Kriminalitätslage zeigt sie nicht, da niemand weiß, wie hoch die Zahl der nicht gemeldeten Taten („Dunkelfeld“) ist. 

In Schortens wurden 780 Straftaten (- 65 gegenüber 2024), in Jever 681 (- 772), in Sande 439 (+ 3) und auf Wangerooge 91 (+ 16) gemeldet. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner sank im Jeverland damit auf 4285 (Vorjahr: 4531). Zum Vergleich: Im Bereich der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland liegt dieser Wert bei 6831. 

Effektive Polizeiarbeit

Die aktuellen Zahlen, so die Polizei, würden das weiterhin vergleichsweise niedrige Kriminalitätsniveau in der Region bestätigen. Die hohe Aufklärungsquote bei 69,38 Prozent (1622 Fälle) unterstreiche die hohe Effektivität der Arbeit des Polizeikommissariats Jever. Kommissariatsleiter Markus Wallenhorst dankte den Bürgern der Region, die die Polizei häufig durch wertvolle Hinweise unterstützen und damit einen Beitrag zur Aufklärung von Straftaten leisten.

Der Rückgang bei den Straftaten spiegelt sich bei verschiedenen Delikten wieder. So wurden 2025 „nur“ 580 Diebstähle registriert, 52 weniger als im Vorjahr. Rückläufig sei insbesondere die Zahl der Diebstähle nach Wohnungseinbrüchen gewesen. Als erfreulich wertet es die Polizei, dass mehr als ein Drittel der registrierten Einbrüche im Versuchsstadium scheiterte. „Das deutet auf verbesserte Sicherungsmaßnahmen und einen erhöhten technischen Einbruchsschutz hin.“

24 Attacken mit einem Messer

Bei den so genannten Rohheitsdelikten (Raub, Körperverletzung, Straftaten gegen die persönliche Freiheit) habe es nur einen leichten Rückgang gegeben. Insgesamt wurden 495 Straftaten registriert, 39 Fälle weniger als im Vorjahr. Erfasst wurden unter anderem 337 Körperverletzungen, wobei es sich in 257 Fällen um einfache Körperverletzungen gehandelt habe.

Bei 24 Straftaten (2024: 36) hätten die Täter Messer eingesetzt. Von diesen Fällen konnten nach Angaben der Polizei 20 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 83,3 Prozent entspricht.

1386 Tatverdächtige

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1386 Tatverdächtige ermittelt (2024:1328), davon 1110 mit deutscher Staatsangehörigkeit. 276 Verdächtige besaßen keinen deutschen Pass (2024: 232). Darüber hinaus hätten 54 Tatverdächtige einen Aufenthaltsstatus (68) besessen.

Der Großteil der Straftaten sei von Erwachsenen ab dem 21 Lebensjahr (77,4 %) begangen worden. Kinder (bis 14) gehörten mit 5,4 %, Jugendliche (14 bis 17 Jahre) mit 10,25 % und Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) mit 6,9 % zum Kreis der Verdächtigen. 

Mehr Fälle von Kinderpornografie

Einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr weist die Statistik für den Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte aus, zu denen insbesondere Betrugsstraftaten zählen. Für 2025 wurden 441 Betrugsfälle registriert, was einem Anstieg um 29 Fälle entspricht. Deutlich zugenommen habe die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Hier seien 96 Fälle angezeigt worden, ein Zuwachs von 25 Taten. Mit in diesem Bereich erfasst werden unter anderem Straftaten im Zusammenhang mit der Herstellung, Verbreitung sowie dem Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Inhalten.

Dem Feld der „häuslichen Gewalt“, zu der alle Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt in familiären und partnerschaftlichen Beziehungen gehören, wurden im Polizeikommissariat Jever 151 Taten zugeordnet, sechs weniger als im Vorjahr. Hierbei ging es vornehmlich um Körperverletzungen. Die Zahl der Fälle von „Widerstand und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte“ bewege sich im Jahr 2025 mit 21 auf Vorjahresniveau (19). 

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Gemeinde treibt Pläne für Sicherung des Badestrandes voran

Wangerland (18. 3. 2025) – Die Finanzlage der Gemeinde Wangerland ist angespannt. Die Schulden steigen. Dennoch verabschiedete der Rat am Dienstag einstimmig den Haushaltsansatz für 2026. Mehr noch: Sprecher von SPD, GfW (CDU, Grüne, FDP) und ZUW (Unabhängige) bedankten sich ausdrücklich bei der Verwaltung für deren gute Arbeit und die erhellende Klausurtagung, zu der sich alle drei politischen Lager vor einigen Tagen getroffen hatten.

Der Rat der Gemeinde Wangerland will die Planung für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes vorantreiben. Für das nötige Verfahren stellt die Gemeinde 500.000 Euro bereit. Grafik: Planungsbüro

Die Finanzverwaltung geht für das laufende Jahr von Erträgen in Höhe von 26,4 Millionen Euro aus. Dem werden voraussichtlich Aufwendungen in Höhe von 27,6 Millionen Euro gegenüber stehen. Der Finanzhaushalt weist unter anderem Investitionen in Höhe von 8,1 Millionen Euro aus, die zum Teil durch neue Kredite finanziert werden müssen. 

Drei weitere Buhnen

Damit entsprach die Vorlage für den Rat dem vom Finanzausschuss empfohlenen Zahlenwerk. Mit einer Ausnahmen. Das Kommunalparlament bewilligte einvernehmlich auf Antrag der ZUW weitere 0,5 Millionen Euro. Wie ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier erläuterte, werde das Geld für die Finanzierung des Planfeststellungsverfahrens benötigt, das den Weg für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes freimachen soll.

„Das Projekt Strandumbau wird nach wie vor sehr positiv bewertet“, versicherte Schäfermeier, der das Gemeinschaftsprojekt mit verschiedenen Landes- und Bundesbehörden seit über einem Jahr im Auftrag der Gemeinde begleitet. Die Nationalparkverwaltung habe grundsätzlich zugestimmt, drei weitere Buhnen zur Sicherung des Sandes zu bauen, wenn dadurch das Wattenmeer keinen Schaden nehme. 

Hoffnungen ruhen auf Kohlestrukturfonds

Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, das im Auftrag der Gemeinde vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben werden soll, wird eine Machbarkeitsstudie sein, die Fachbüros im vergangenen Jahr erarbeitet haben. Für die Finanzierung des bis zu 20 Millionen Euro teuren Vorhabens setzt die Gemeinde Wangerland auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Regionen unterstützt, in denen Kohlekraftwerke stillgelegt wurden. Aus diesem Topf sollen später auch die Planungskosten rückerstattet werden.

Die steigende Verschuldung der Gemeinde sei nicht vermeidbar, sagte Bürgermeister Mario Szlezak. Das habe strukturelle Gründe. Zum einen gebe es in der Gemeinde auch als Folge des Entschuldungsvertrages mit dem Land (2012 bis 2022) erheblichen Nachholbedarf beim Unterhalt der Infrastruktur. Zum anderen stünden mit dem Bau eines Feuerwehrhauses und einer Grundschule in Hohenkirchen unvermeidbare Ausgaben im Bereich der Pflichtaufgaben der Gemeinde an. 

Zusätzliche Einnahmen aus Windenergie?

Dennoch sei nach seiner Überzeugung die Gemeinde Wangerland „finanziell grundsätzlich solide“ aufgestellt. Mit Blick in die Zukunft müsse aber auch die Einnahmeseite des Haushalts gestärkt werden. Dabei komme der Weiterentwicklung der Nutzung der Windenergie eine besondere Rolle zu. Bekanntlich gibt es mehrere Interessenten, die weitere Windparks bauen wollen. Es werde darauf ankommen, so Szlezak, die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen und gleichzeitig den Schutz des Landschaftsbildes angemessen zu berücksichtigen.

Feuerwehrhaus und Grundschule

Um Platz für das Baufeld für das Feuerwehrgerätehaus zu bekommen, sollen im April die vorhandenen Gebäude auf dem Grundstück im Gewerbegebiet abgerissen werden. Geplant ist der Bau einer „Bunten Wache“, in der neben der Feuerwehr als Mieter auch die Polizei einquartiert werden soll. Der Neubau sei unverzichtbar und auch nicht von der Höhe möglicher Fördermittel abhängig zu machen, betonte der Bürgermeister. Das vorhandene Gerätehaus entspreche nicht mehr den Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse, der Betrieb dort werde nur noch geduldet.

Einvernehmlich stellte der Rat sich auch hinter den geplanten Bau einer neuen Grundschule in der Nähe des Sportplatzes am Schulzentrum. Im Altbau am Alma-Rogge-Weg gebe es gerade mit Blick auf einen künftigen Ganztags-Schulbetrieb zu wenig Platz. Vor diesem Hintergrund lobte SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers ausdrücklich die Neubaulösung. Nur sie biete die Möglichkeit, auf künftige Bedarfe zu reagieren. Soll heißen: Steigt die Kinderzahl in Hohenkirchen in 10 oder 15 Jahren, könnte man den Neubau problemlos erweitern. 

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Zeugen für Unfall in der Friesenstraße gesucht

Hooksiel (18. 3. 2026) – Bei einem Verkehrsunfall an der Ecke Hoher Weg/Friesenstraße in Hooksiel ist ein hoher Sachschaden entstanden. Der Verursacher beging nach Darstellung der Polizei Unfallflucht. Um Hinweise von Zeugen wird gebeten.

Nach bisherigen Erkenntnissen wollte eine Frau am Samstag gegen 13.30 Uhr mit ihrem Pkw aus der Straße Hoher Weg nach rechts in die Friesenstraße einbiegen. Dort sei ihr ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit entgegen gekommen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, sei die Geschädigte nach rechts ausgewichen und dabei gegen eine Verkehrsinsel geprallt. 

Der Fahrer des Transporters habe sich vom Unfallort entfernt, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Am Fahrzeug der Geschädigten sei ein Schaden in Höhe von etwa 5.500 Euro entstanden, so die Polizei. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizeistation Wangerland unter der Telefonnummer 04463/808910 oder mit der Polizei in Jever unter 04461/74490 in Verbindung zu setzen.

Zwischenbericht zum Thalasso-Desaster nach Ostern erwartet

Wangerland (18. 3. 2026) – Wie konnten die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) so explodieren? Wer hat nicht aufgepasst? Wer hat welche Entscheidungen getroffen? Das sind die Fragen, die spätestens seit der dadurch verursachten Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) ganz oben auf der Agenda stehen.

Thalasso metres Spa Logo

„Nach den Osterferien“, so verkündete Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak während der Ratssitzung am Dienstagabend, werde der damit beauftragte Gutachter einen „vorläufigen Bericht“ vorlegen.

Der solle dann zunächst von Gemeindeverwaltung und WTG auswertet und eingeordnet werden. „Im Anschluss ist vorgesehen, die Ergebnisse transparent darzustellen.“

Gesamtkosten noch unklar

Das im Herbst 2024 eröffnete TMS hatte statt der kalkulierten 8,8 Millionen Euro zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro gekostet. Vielleicht auch mehr. Genaues dazu kann auch der Gutachter trotz monatelanger Recherche im Moment noch nicht sagen. Die Zahlen seien noch nicht abschließend geprüft und ausgewertet, so Szlezak.

Rechnungen ohne Leistungen?

Wie kann das angehen? Dem Vernehmen nach gibt es eine Fülle von Rechnungen, bei denen unklar ist, wer die entsprechenden Leistungen beauftragt hat oder – noch krasser – ob die in Rechnung gestellten Leistungen überhaupt jemals erbracht worden sind. Durchgesickert ist allerdings bereits, dass die externen Preistreiber wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg nur für einen Bruchteil der Kostensteigerung verantwortlich waren. Da die Prüfungen Teil des nicht-öffentlichen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung sind, sind Details aber noch nicht bekannt. 

Umfassende Aufarbeitung

Aber die Konsequenzen sind offenkundig: Die WTG muss ihr Tafelsilber wie etwa die Campingplätze in Hooksiel und Schillig verkaufen und ihre Bäder in Horumersiel und Hooksiel schließen, um ihre Verbindlichkeiten zahlen zu können und das Debakel als Unternehmen zu überleben.

Auch wenn der Gutachter nach Ostern noch keine finalen Zahlen liefen werde, so der Bürgermeister, werde sein Bericht „bereits belastbare Erkenntnisse zum Ablauf des Verfahrens sowie zu den Hintergründen liefern“, ist der Bürgermeister überzeugt. Klares Ziel sei es, die Vorgänge umfassend aufzuarbeiten, um daraus die notwendigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

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Neuer Großverein will sein Gewicht in der Gemeinde einbringen

Wangerland /Hooksiel (17. 3. 2026) – Die schlechte Nachricht aus Hooksieler Sicht vorweg: 2026 wird es kein „FCN-Hafenfest“ geben. Diese Entscheidung verkündete der Sprecher des Vorstandes des Sportclub Wangerland, Christian Doyen, am Montag am Ende der ersten ordentlichen Jahreshauptversammlung des Großvereins.

De SC Wangerland will weiterhin Traditionen pflegen: Auf der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins wurden eine Reihe langjähriger Mitglieder vom FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland geehrt. Foto: hol

Der SC Wangerland ist aus der Verschmelzung der drei Traditionsvereine Rot-Weiß Tettens, Eintracht Wangerland und FC Nordsee Hooksiel hervorgegangen. Mit der Eintragung ins Vereinsregister im November 2025 war ein vierjähriger Prozess der Annäherung zu Ende gegangen.

880 Mitglieder in 14 Abteilungen

Doyen erinnerte an eine Vielzahl von Gesprächen zwischen den Vereinsvertretern, Beratungen mit dem Landessportbund und dem begleitenden Notar sowie Beschlüsse in den Einzelvereinen. Mitgliederlisten mussten aktualisiert, Satzungen neu geschrieben, Buchhaltungen und Beiträge harmonisiert, Sportverbände informiert und bürokratische Hemmnisse überwunden werden.

Ein Großteil der Arbeit ist erledigt. Entstanden ist der mit gut 880 Mitgliedern wohl größte Verein im Wangerland, der Gewicht habe und das im Sinne seiner Mitglieder auch einbringen wolle, so Doyen. 

Wie Vorstandsmitglied Dieter Gerken vor 40 Anwesenden im Tettenser „Hof von Wangerland“ ausführte, gehören dem SCW aktuell 330 Fußballer, 147 Breitensportler, 121 Kampfsportler, 55 Tennisspieler sowie 227 nicht-aktive Mitglieder an. Zum Verein gehören insgesamt 14 Abteilungen und Sparten. Angeboten werden neben Fußball – von der G-Jugend bis zum Geh-Fußball für Senioren –, Kampfsport und Tennis Tischtennis, Handball, Volleyball, Tanzen, Fitness, Show-Dance, Hip-Hop, Freizeitsport und Kinderturnen. 

Kampfsportler ziehen um

Wie Sabrina Perl als zuständige Abteilungsleiterin ankündige, werden die Kampfsportler des Vereins zum 1. April vom Alma-Rogge-Weg in ihr neues Domizil im „Welthus“ umziehen. Als weitere Großprojekte plant der Verein ab 2027 den Bau einer Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Tettens und eines neuen Umkleidegebäudes am Sportplatz Hooksiel.

Zu den Höhepunkten der Versammlung gehörte die Ehrung zahlreicher langjähriger Mitglieder. Dieter Gerken überreichte Präsente für 20-, 30-, 40-, 50- und 60-jährige Treue. 

FCN Hafenfest erst wieder 2027

Die Bindung des SCW an die Traditionen der drei Alt-Vereine unterstrich auch Christian Doyen. Der Vorstand gehe nach Rücksprache mit dem Organisationsteam des FCN-Hafenfestes fest davon aus, dass das Fest im August 2027 wieder gefeiert werden kann. So hätten sich eine Reihe von Ehrenamtliche gemeldet, die helfen wollen, die Lücken im Orga-Team zu schließen. Ein Schnellschuss für 2026 wäre aber nicht ratsam und auch nicht fair gegenüber den neuen Mitstreitern gewesen, so Doyen. 

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Online-Petition gegen Schließung des FKK-Campingbereichs

Hooksiel (17. 3. 2026) – Der Naturistenbund Wilhelmshaven-Friesland mobilisiert gegen das geplante Aus des FKK-Campings auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel. Über eine Online-Petition können Camper, aber auch sonstige Urlauber und Hooksieler Bürger, die Forderung des Vereins und den Appell an die privaten Betreiber des Areals unterstützen: „Bewahren Sie den FKK-Campingbereich in Hooksiel. Erhalten Sie diesen besonderen Ort für die Menschen, die ihn lieben, und für kommende Generationen.“

Für viele Nudisten ist der FKK-Campingbereich auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel mehr als ein Übernachtungsplatz. Sie wollen nicht hinnehmen, dass der „Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit “ ab 2027 aufgegeben werden soll. Foto: hol

Bekanntlich hat die insolvente Wangerland Touristik GmbH den Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen zum Jahreswechsel an die Überland GmbH verkauft. Die neuen Eigentümer haben angekündigt, den Platz modernisieren, sanieren und neu ordnen zu wollen. Eine Botschaft dabei: Ab der Saison 2027 soll der FFK-Bereich aufgelöst werden. Die Nachfrage dafür sei zu gering. Von 412 Stellplätzen in diesem Bereich seien lediglich 125 an Saisoncamper vergeben. Auch die touristische Auslastung sei nicht ausreichend. Damit sei das FKK-Camping nicht tragbar. 

Große persönliche Bedeutung

Diese wirtschaftliche Entscheidung, so der Naturistenbund, bedrohe ein Stück gelebter Kultur, das für viele Menschen von großer persönlicher Bedeutung sei. Der FKK-Campingbereich in Hooksiel, der letzte an der Nordseeküste, sei ein geschützter Raum, der generationsübergreifende Begegnungen ermögliche und ein über Jahrzehnte gewachsener „einzigartiger Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit“. Der FKK-Bereich trage maßgeblich zur Attraktivität des Standortes bei, heißt es in der Begründung der Petition, die bis Dienstagmittag über 640 Menschen unterzeichnet haben. 

Kritik an neuen Schließzeiten

Auch einige weitere geplante Neuerungen, mit denen die Überland GmbH den Platz für ihre Zielgruppen Familien, Ruhesuchende und Naturfreunde attraktiver machen möchte, stoßen auf Kritik. Zum Beispiel die neuen Schrankenzeiten, die wohl ab dem Saisonbeginn Ende nächster Woche gelten. Danach soll die Schranke an der Zufahrt künftig ab 20 Uhr (statt bislang ab 22 Uhr) geschlossen bleiben. „20 Uhr? Das ist schon sehr, sehr früh“, so Heino Cordes. Der Dauercamper sieht die Bewegungsfreiheit der Camper dadurch erheblich eingeschränkt. „Wenn man mal einen Ausflug nach Wilhelmshaven oder in die Region machen will, hat man immer die Schließzeit im Nacken.“

Angst vor Hundekot und Gebell

Die Öffnung der Schranke bis 22 Uhr sei aus seiner Sicht bislang nie ein Problem gewesen. Eigentlich müsste es auch einen Aufschrei der Gastronomie in Hooksiel gegen die Neuregelung geben, so Cordes. Viele der schon etwas älteren Dauercamper seien bislang abends mit dem Auto in den Ort gefahren, um hier Essen zu gehen. „Das fällt dann künftig weg. Damit verliert der Ort erheblich an Umsatz“, ist Cordes überzeugt.

Saisoncamper Josef Diersen liegt eine andere Neuerung schwer im Magen – die geplanten Freigabe des gesamten Platzes für Camper mit Hunden. „Die Einteilung des Geländes für hundehaltende Camper und für jene ohne hatte sich aus unserer Sicht sehr bewahrt.“ Diersen befürchtet, dass mit der Freigabe auf dem gesamten Platz tagsüber und nachts – neben Hundekot und -urin – mit Hundegebell zu rechnen ist. „Ein ruhiger und erholsamer Schlaf ist so kaum noch möglich.“

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