Transparenter Neubau am Alten Hafen könnte Tor zum Ort werden

Bauplan für Alten Hafen
So oder ähnlich könnte nach den Plänen des Bauunternehmers Bodo Rothert das Grundstück des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen gestaltet werden. Repro: hol

Hooksiel (13. 6. 2024) – „Ja, so könnte das Areal am Alten Hafen einmal aussehen …“. Das war der einvernehmliche Tenor in der Diskussion der Runde von Hooksielern, die sich am Mittwochabend im Awo-Heim traf. 

Der Plan: Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus mit angegliedertem Wohnhaus wird komplett abgerissen. Als Ersatz entstehen auf der auch heute bebauten Fläche zwei neue Klinkergebäude, die sich an der Höhe der benachbarten Packhäuser orientieren. In Richtung „Schwarzer Bär“ wird das Ensemble verlängert durch einen transparenten, weitgehend gläsernen Anbau. 

Restaurant mit Treppe zum Hafen

Untergebracht werden könnten dort nach den Vorstellungen des Wilhelmshavener Bauunternehmers Bodo Rothert ein Restaurantbetrieb, einige Hotel-Zimmer, vielleicht auch eine öffentliche Toilettenanlage. „Das Restaurant würde im ersten Obergeschoss liegen, mit freiem Blick auf den Alten Hafen“, so Rothert, nach dessen Plänen der gesamte Komplex eine Art Eingangstor zum historischen Hafen und damit zum Ort werden würde. Das Restaurant müsse ein „Highlight“ werden. Vom Obergeschoss würde eine breite Treppe über die Hochwasser-Schutzmauer hinweg direkt in den Hafen führen. „Dafür müssten die dortigen Parkplätze weichen“, so Rothert. Wichtig wäre es, dass öffentliches Leben am und im Hafen stattfindet.

Rothert stellte seine Vision für den Alten Hafen auf Einladung von Dietrich Gabbey vor einem Kreis von Interessierten aus dem Umfeld des örtlichen Seebadevereins und der Arbeitsgruppe Hooksiel vor. Aktueller Hintergrund: Das laufende Interessenbekundungs-Verfahren, mit dem die Gemeinde Wangerland einen Investor und Käufer für das an die 1000 Quadratmeter große Areal zwischen Lange Straße und Alter Hafen sucht.

Gabbey, Alt-Bürgermeister und einer der Sprecher der Bürgerinitiative Hooksiel, hatte den Kontakt zu Rothert in der Hoffnung gesucht, dass dessen Pläne vielleicht doch noch umgesetzt werden können. Denn, so sagte der Geschäftsführer der Firma Geithner-Bau: „Eigentlich habe ich die Pläne schon abgehakt.“ Gabbey will jetzt möglichst schnell zwischen Bürgermeister Mario Szlezak und dem potenziellen Investor ein Gespräch vermitteln, damit dieser sein Projekt viellicht doch noch in die Interessenbekundung einbringt.

Gespräche schon seit 2019

Derzeit sieht es danach nicht aus. Schon seit 2019 steht Rothert in Kontakt mit dem Bauamt der Gemeinde. Man habe über den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses gesprochen und auch über die künftige Bebauung des frei werdenden Areals am Alten Hafen. 2022 hätte sich diese Idee dann verfestigt. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und der Geschäftsführung der Wangerland Touristik habe er den Eindruck gehabt, dass seine Pläne sehr gut ankommen. Es sei ihm sogar geraten worden, auf den zweigeschossig geplanten Bau noch eine Etage draufzusetzen.

Konkrete Rückmeldungen oder Planungen von Seiten der Gemeinde habe es aber nicht gegeben. Im Frühjahr 2023 sei dann bei einer Behördenbegehung des Alten Hafens die Rede davon gewesen, dass zunächst noch Gutachten eingeholt werden müssten. „Da wurde mir schlecht und ich wusste, dass es noch mehrere Jahre dauern würde, bis der erste Spatenstich gesetzt wird“, sagte Rothert. „Danach habe ich mich auf andere Projekte konzentriert, die zum Teil schon in der Umsetzung sind.“

Preiserwartung fürs Grundstück unrealistisch?

Kritisch sieht der Bauunternehmer nicht nur die Zeitachse der Gemeinde. Auch die Preisvorstellungen für das Grundstück, basierend auf ein Gutachten aus dem Jahr 2021, seien mit 480.000 Euro (abzüglich 60.000 Euro Abrisskosten) zu hoch. Nehme man den derzeitigen Bodenrichtwert zur Grundlage, käme man auf etwa 130.000 Euro für das Grundstück. Die Baukosten seien seit 2021 explodiert, die Gastronomie stecke in einer Krise und auch die touristischen Perspektiven seien ungewiss. Bei seinen Kalkulationen sei er von einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro ausgegangen. Die Prognose von Rothert: „Es wird schwer für die Gemeinde, einen Investor zu finden, der den Preis zahlt.“

Das ist auch eine der Sorgen, die Dietrich Gabbey umtreiben. Bodo Rothert habe Wurzeln in Hooksiel. Sein Großvater hat im Sielort das Bauunternehmen gegründet. Sein Vater Hermann Rothert hat kurz vor einem Tod noch ein Hooksiel-Buch geschrieben. Der Familie gehören noch Immobilien im Ort. „Herr Rothert wollte durch sein Projekt dem Ort etwas zurückgeben.“

Gabbey: Bürger in Planung einbinden

Gabbey warnt vor einem Verkauf des Grundstücks an Investoren, die lediglich ihren Profit maximieren wollen, indem sie zum Beispiel (Ferien-)Wohnungen bauen, die dann weiter verkauft werden sollen. Wichtig bei der Auswahl eines Projektes sei die Meinung der Hooksieler. „Wir sind die Bürger vor Ort, die damit leben müssen.“ Die Runde vereinbarte, die Planungen für den Alten Hafen weiterhin intensiv begleiten zu wollen.

Konsequente Trennung von Schwarz und Weiß schützt Feuerwehrleute

Feuerwehr-Auschuss
Der Feuerwehrausschuss des Gemeinderates zeigte sich von den vielen guten Ideen beeindruckt, die im neuen Feuerwehrgerätehaus in Hooksiel umgesetzt wurden. Foto: hol

Hooksiel (12. 6. 2024) – Zwar sind die Restarbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Hooksiel auch einen guten Monat nach der offiziellen Einweihung des Gebäudes noch nicht abgeschlossen. Dennoch konnten die Mitglieder des Feuerwehrausschusses des Wangerländer Gemeinderats vor Ort einen guten Eindruck davon gewinnen, wie die Millionen-Investition zum Wohle der ehrenamtlichen Feuerwehrleute und des Brandschutzes eingesetzt wurden. 

Ortsbrandmeister Jörg Nöchel und Gemeindebrandmeister Eike Eilers stellten den Neubau vor: Die geräumige Halle für die Feuerwehrfahrzeuge mit Waschplatz vor der Tür, die verschiedenen Lagermöglichkeiten, den nach Frauen und Männern getrennten Umkleide- und Sanitärbereich, die Aufenthalts- und Besprechungsräume, die von den Aktiven, aber auch von den Mitglieder der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung genutzt werden. Was noch aussteht, sind vor allem Teile der Pflasterarbeiten im Umfeld. 

Als wichtige Neuerung betone Eilers die konsequente Trennung „des weißen und des grauen Bereichs“. Feuerwehrleute, die zum Beispiel nach einem Brandeinsatz mit verrußter Ausrüstung ins Gerätehaus zurückkehren, können die getragenen Sachen separat ablegen und die Duschen erreichen, ohne mit dem Ruß ihre Zivilbekleidung zu kontaminieren. Nöchel verwies auf Studien, die gezeigt hätten, dass vom Einsatz mit nach Hause gebrachte Schadstoffe in der Vergangenheit zu einer erhöhten Krebserkrankungsrate bei Feuerwehrleuten und deren Angehörigen geführt haben. 

Eilers stellte dem Ausschuss im Anschluss an die Gebäudebegehung das Einsatzgeschehen in den ersten Monaten des Jahres vor. Herausragend dabei der Großbrand auf der Hofstelle Gronhuse, bei dem das Haupthaus und ein angrenzender Stall komplett abbrannten, aber weder Menschen noch Tiere zu Schaden kamen. Insgesamt verzeichnen die sieben freiwilligen Feuerwehren im Gemeindegebiet im Schnitt zwischen 160 und 180 Einsätze im Jahr. 

Schwierig gestalten sich für die Gemeinde die für die Feuerwehr notwendigen Investitionen. Aktuell, so Eilers, seien vier neue Fahrzeuge im Zulauf. Mehrere Millionen Euro teuer dürfte der geplante Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Hohenkirchen werden. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung sicherte für das Projekt kürzlich ein Grundstück im Gewerbegebiet. Am bisherigen Standort im Ortskern, darüber besteht im Rat inzwischen Einvernehmen, reicht der Platz für eine Erweiterung nicht aus. 

Ratsherr Immo Müller (UWW) scheiterte mit seinem Antrag, die Bauleitplanung für das Gemeinwohl-Grundstück in Hohenkirchen mit Blick auf die finanziellen Engpässe der Gemeinde zurückzustellen. Allerdings, so Holger Ulfers (SPD), werde mit dem Beschluss lediglich das nötige Baurecht geschaffen und noch keine Investitionsentscheidung gefällt. Ulfers: „Das Baurecht verursacht uns keine Bauchschmerzen.“ 

Kunst am Gartenzaun

Hooksiel (12. 6. 2024) – Am Wochenende 22./23. Juni findet in der Garten-Galerie in Hooksiel, Schillhörn 2 (Zugang vom Langengrodener Weg), die Veranstaltung „Kunst am Gartenzaun 2024“ statt. Die Idee dafür stammt nach den Worten der Galeristin Brigitte Barten aus der Coronazeit und entstand am Niederrhein. „Dort habe ich mehrfach als Künstlerin daran teilgenommen. Deshalb darf ich die Idee nach Friesland exportieren.“

Brigitte Barten

Neben Brigitte Barten (Foto) werden acht weitere Künstlerinnen und Künstler aus Friesland und Ostfriesland in der Garten-Galerie ausstellen. Das Spektrum reicht von Holzbildhauerei über Keramik, Mixed-Media-Kunst, Ölmalerei, Acrylbilder, Aquarell bis zur Fotografie. Heinrich Beninga wird am Samstag für musikalische Unterhaltung sorgen.

Die „Kunst am Gartenzaun 2024“ ist am Samstag von 12 bis 20 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu bewundern. Insgesamt wird das Format zeitgleich an 18 Standorten in Deutschland und Österreich angeboten.

Noch kein Ende des Rechtsstreits um Hallenbad-Restaurant in Sicht

Saal-Hallenwellenbad
Gegenstand des Zivilstreits vor dem Landgericht Oldenburg ist auch die Frage, ob Restaurant und Saal am Hallenwellenbad Hooksiel nahezu betriebsbereit sind oder erhebliche Mängel aufweisen. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (11. 6. 2024) – Auch ein gutes ein Jahr nach der Wieder-Inbetriebnahme des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel ist völlig unklar, wann das dazu gehörende Restaurant wieder öffnet. Bei einer Güteverhandlung vor dem Landgericht Oldenburg wurde heute deutlich, dass sich der Rechtsstreit zwischen der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der Pächterin, der Salzwiesen Gastronomie & Event GmbH, noch mindestens bis ins nächste Jahr ziehen wird, wenn sich beide Seiten nicht gütlich einigen. Dabei ist der Ausgang des Zivilstreits, so wurde aus den rechtlichen Einschätzungen der Richterin Reinhold-Bachelier deutlich, völlig ungewiss.

Ein Hoffnungsschimmer: Im Laufe der mündlichen Verhandlung trat ein Vertreter eines anderen Gastronomen auf, der das Interesse bekundete, das Restaurant betreiben zu wollen. WTG-Geschäftsführer Armin Kanning will dem Interessenten jetzt die Räume zeigen und Gespräche über einen möglichen Pachtvertrag führen. 

Neuer Pächter bekundet Interesse

Eine denkbare Konstruktion: Die WTG schließt mit dem neuen Interessenten einen Pachtvertrag ab. Die Salzwiesen GmbH beendet den Ausbau von Restaurant und Saal und erhält dafür vom neuen Pächter eine Abstandszahlung. Voraussetzung dafür wäre aber wohl, dass die WTG zehn Jahre lang auf Pachtzahlungen für das Hallenbadrestaurant verzichtet. Das habe Kanning, so die Anwältin der Salzwiesen GmbH, auch Carsten Hippenstiel als Vertreter der bisherigen Pächterin in Aussicht gestellt. Eine Zusage dazu könnte er nur im Einvernehmen mit dem Gemeinderat als Gesellschafterversammlung geben, sagte der WTG-Geschäftsführer.

WTG und Salzwiesen GmbH hatten am 1. März 2021, rückwirkende zum 1. Januar 2021, einen auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag unterzeichnet. Für die Pächterin trat stets Carsten Hippenstiel auf, der allerdings nur bis Mitte 2021 Geschäftsführer der Salzwiesen GmbH war. Nachfolgerin wurde dann seine Frau, die gestern aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte. Carsten Hippenstiel war zwar vor Ort, wurde von der Richterin aber gebeten, die mündliche Verhandlung nicht direkt zu begleiten, da er noch als Zeuge wichtig werden könnte.

Restaurant am Hallenbad
Ein potenzieller neuer Pächter geht davon aus, das Eiscafé am Hallenwellenbad innerhalb weniger Wochen wieder eröffnen zu können. Gespräche dazu sollen jetzt mit der WTG geführt werden. Archiv-Foto: hol

Hippenstiel baute das Restaurant und den dazu gehörigen Saal komplett um und gestaltete den Außenbereich neu. Inwieweit diese Investitionen im Detail mit der WTG als Eigentümerin abgestimmt waren, blieb unklar. Erschwerend hinzu kam, dass die Planung der neuen Gaststätte in die Hochzeit der Corona-Pandemie fiel. Aufgrund der damals explodierenden Energiepreise hatte die WTG zudem das Bad nach einer Revision und notwendigen Sanierungsarbeiten von Mitte November 2022 bis zum 15. Juli 2023 geschlossen. 

Keine Betriebsgrundlage für Pachtvertrag?

Mit einem geschlossenen Bad wäre aber nach Ansicht der Richterin die Betriebsgrundlage für den Pachtvertrag des Schwimmbad-Restaurants ohnehin entfallen. Fraglich sei, ob vor diesem Hintergrund die fristlosen Kündigungen des Vertrages zum 1. August 2023 überhaupt greifen. Aus Sicht der WTG hatte Hippenstiel mehrfach geforderte Eröffnungstermine verstreichen lassen. Auch Ende Juli 2023 – und damit auch heute noch – sei der Gastrobetrieb weit davon entfernt gewesen, eröffnet werden zu können. Das habe ein Gutachten belegt. Vor Gericht bekräftigte Kanning: „Das Vertrauen zu Herrn Hippenstiel ist völlig dahin.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit ihm oder der Salzwiesen GmbH sei aus seiner Sicht ausgeschlossen.

Offen blieb vor Gericht die Frage, inwieweit Hippenstiel im Vorfeld ein verbindlicher Öffnungstermin für das Bad genannt worden war, auf den er seine eigene Eröffnung hätte ausrichten können. Die Salzwiesen GmbH hatte kurz vor Eröffnung des Bades noch einen möglichen Unterpächter präsentiert, der den Betreib hätte übernehmen wollen. Dieser Konstruktion wollte die WTG-Gesellschafterversammlung damals aber nicht folgen.

Küche aus anderem Restaurant ausgebaut

Sollte sich die Kündigung des Pachtvertrags als nichtig erweisen, wäre auch die daran geknüpfte Schadensersatz-Forderung der Salzwiesen GmbH hinfällig. Hippenstiel hatte in einer Exel-Tabelle Investitionen und sonstige Kosten in sechsstelliger Höhe aufgelistet, die er bei einer Trennung ersetzt haben möchte. Aus Sicht von Richterin Reinhold-Bachelier werfen aber viele der aufgelisteten Posten Zweifel auf beziehungsweise sind nicht hinreichend belegt. 

Zum Teil stammten Belege, etwa für den Kauf der Küche, bereits aus dem Jahr 2019 – also aus der Zeit vor Beginn des Pachtvertrages. Der mögliche Grund dafür: Hippenstiel hatte die Küche für ein anderes Restaurant (Casa Grande) erworben. Als sein Engagement in Wilhelmshaven dann scheiterte, ließ er die Küche in Hooksiel einbauen. Völlig unklar sei derzeit auch noch, wie sich der Wert der Gastro-Räumlichkeiten durch die Investitionen verändert hat. 

Verfahren kann sich lange hinziehen

Einen neuerlichen Gerichtstermin wird es erst geben, wenn die vereinbarten Gespräche zwischen WTG und dem Vertreter eines möglichen neuen Pächters geführt wurden. Wie der Interessent sagte, gehe auf der Grundlage von Fotos davon aus, dass das Eiscafe zwei Wochen nach Vertragsabschluss wieder eröffnet werden könnte. Für die restlichen Arbeiten in Küche und Restaurant würde er rund zwei Monate veranschlagen. 

Richterin Reinhold-Bachelier blickte entspannt auf den weiteren Fortgang des Rechtsstreits. Sie gehe Ende des Jahres in Ruhestand. Entweder gebe es vorher eine gütliche Einigung, oder die Kammer müsse eine Entscheidung fällen. Das wäre dann aber eine Aufgabe für einen anderen Kollegen. „Und es gibt dann ja auch noch eine zweite Instanz ….“ 

Weg durchs Wäldchen wieder offen

Bauzaun am Hooksmeer
Der Bauzaun ist abgeräumt. Der Weg ins Hooksieler Wäldchen an der Seeschleuse ist wieder frei. Foto: hol

Hooksiel (11. 6. 2024) – Der Rundweg rund ums Hooksmeer ist wieder passierbar. Wie Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, sind die Sicherungsarbeiten an der Dammstelle nach der Hooksieler Schleuse abgeschlossen. 

Die landeseigene Hafengesellschaft als Grundeigentümerin hatte dort den Zugang zum „Hooksieler Wäldchen“ auf der Südseite des Hooksmeeres einige Monate lang abgeriegelt, weil die Dammstelle über den Rhynschloot Undichtigkeiten aufwies. Die Ursache für die Aus- und Unterspülungen musste beseitigt werden. 

Die Sperrung des Weges sei ausschließlich aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen worden, so Lüdicke. „Wir wollten in Absprache mit der Landesforstverwaltung verhindern, dass sich dort jemand verletzt.“ Jetzt können Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Dammstelle wieder sicher überqueren.

Kommentar: Späte Beteiligung der Bürger ist gewagter Balanceakt

Von Gerd Abeldt

Hooksiel steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Was wird aus dem Grundstück Lange Straße 8, das über 40 Jahre lang von der Freiwilligen Feuerwehr als „provisorisches“ Feuerwehrgerätehaus genutzt wurde? Das Grundstück liegt in direkter Nachbarschaft zu den historischen Packhäusern und dem Alten Hafen, gleichsam dem touristischen Markenkern von Hooksiel. Was auch immer dort entsteht: Es wird den Ortskern und damit die weitere Entwicklung des Ortes prägen.

Dass die Feuerwehr den Altbau Anfang dieses Jahres verlassen würde, stand seit zwei Jahren fest. Auch wenn das Bauamt der Gemeinde mit massiven Personalproblemen zu kämpfen hatte, ist es nur schwer nachzuvollziehen, warum die Debatte über eine künftige Nutzung erst jetzt beginnt. Zumindest die Willensbildung bei Politik und Hooksieler Bevölkerung über die Zukunft des Grundstücks hätte längst abgeschlossen sein können

Die Gemeinde Wangerland hat einen anderen Weg gewählt. Sie sucht jetzt – ohne vorher über mögliche Projekte vor Ort diskutiert zu haben – nach Investoren, die eine gute Idee für eine „touristische Nutzung“ haben. Das ist ein gewagter Balanceakt. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass bereits konkrete Investitionsvorhaben im Wangerland im Rahmen der Umsetzung am Widerstand der Bürger scheitern.

Nun gut. Warum soll es nicht auch Vorschläge von Investoren geben, die den Bürgern gefallen? Voraussetzung dafür ist es, erst einmal überhaupt Interessierten zu finden. War es vor diesem Hintergrund wirklich klug, das Bekundungsverfahren auf den Nordwesten zu beschränken? 

Oder gibt es vielleicht schon Investoren, die in den Startlöchern stehen? Denkbar wäre es. Dem Vernehmen nach hatte schon vor über einem Jahr ein Bauunternehmer mit Hooksiel-Bezug erste, gute Vorschläge für ein touristisches Projekt am Alten Hafen ausgearbeitet. Ob die Pläne noch aktuell sind? In wenigen Wochen werden wir es wissen.

Sie haben auch eine Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns gern eine Email an die Adresse infos@hooksiel-life.de mit dem Betreff „Leser-Meinung

Gemeinde sucht Investor mit gutem Konzept für Filetgrundstück

Feuerwehrgerätehaus zum Verkauf
Investor gesucht! Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus am Alten Hafen von Hooksiel soll für eine „touristische Nutzung“ weichen. Foto: hol

Hooksiel (10. 6. 2024) – Wer hat eine gute Idee und die nötigen Mittel, um am Alten Hafen von Hooksiel zu investieren? Auf diese Frage erhofft sich die Gemeinde Wangerland in den nächsten Wochen eine Antwort. Im Rahmen eines Interessen-Bekundungsverfahrens können sich noch bis zum 15. Juli bis potenzielle Interessenten melden, die das ehemalige Feuerwehrgerätehaus samt Grundstück erwerben und bebauen möchten.

Die Aufforderung an Interessenten hat die Gemeinde in einer amtlichen Bekanntmachung in den drei regionalen Tageszeitungen verbreitet. Dass man dadurch vermutlich kaum überregional agierende Investoren erreichen kann, räumte Bürgermeister Mario Szlezak gegenüber „Hooksiel-life“ ein. „Wir wollen nichts übers Knie brechen. Jetzt warten wir erst einmal ab, wer sich meldet und ob ein schönes Projekt dabei ist.“ 

Die Ergebnisse der Interessen-Bekundung sollen zunächst den Ratsgremien vorgestellt werden, so Szlezak. In einem zweiten Schritt könnten dann die Hooksieler Bürger in die Diskussion eingebunden werden. Die Gemeinde sei im Rahmen des Interessen-Bekundungsverfahrens nicht verpflichtet, das Areal an den Höchstbietenden oder irgend einem anderen Beteiligten zu verkaufen.

Das nach dem Umzug der Freiwilligen Feuerwehr in einen Naubau am Hohe Weg frei gewordene Feuerwehr-Areal samt daneben stehendem Wohnhaus gilt als Filetgrundstück im Herzen von Hooksiel. Einen verbindlichen Bebauungsplan für das Grundstück gibt es nicht. Die Gemeinde weist in einem auf ihrer Homepage im Internet veröffentlichten Expose darauf hin, dass sie eine „touristische Nutzung“ anstrebt. Die Höhe der künftigen Bebauung sollte sich an den angrenzenden „Packhäusern“ orientieren. 

 Feuerwehrareal hinter der Hafenmauer
Eine Schutzmauer trennt das Hafengelände und das ehemalige Feuerwehr-Areal. Foto: hol

Klare Vorstellungen hat die Gemeinde vom Verkaufserlös für das an die 1000 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem bis 1982 eine Autowerkstatt samt Tankstelle untergebracht waren. Gestützt auf ein Wertgutachten aus dem Jahr 2021 liegt der Bodenwert bei 478.000 Euro. Abzüglich der Abbruchkosten geht man im Rathaus von einem gerundeten Verkehrswert von 420.000 Euro aus. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde hält es Bürgermeister Szlezak für ausgeschlossen, dass die Gemeinde das Grundstück in eigener Regie, etwa für eine öffentliche Nutzung welcher Art auch immer, entwickeln könnte.

Die Interessenten sollen bei der Gemeinde möglichst konkrete Konzepte bzw. Planentwürfe für ihr Projekt vorlegen. Die Bebauung habe dann spätestens drei Jahre nach dem Verkauf zu erfolgen. Unklar ist, welche Auflagen sich für Investoren aus der besonderen Lage des Grundstücks ergeben. Das umliegende Ensemble am Alten Hafen steht teilweise unter Denkmalschutz, eine Mauer zwischen Hafen und Feuerwehrgebäude ist Teil des Hochwasserschutz-Konzeptes. 

CDU in Hooksiel über 30 Prozent

Hooksiel (10. 6. 2024) – In Hooksiel gab es eine sehr schlechte Beteiligung an der Europawahl am Sonntag. Leidlich 846 von 2030 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren gaben ihre Stimme im Wahllokal ab. Nicht berücksichtigt sind dabei allerdings die Briefwähler.

Von den 1462 Briefwählern in der Gemeinde dürfte mit Blick auf den Anteil der Wahlberechtigten im Wangerland etwa ein Viertel aus Hooksiel kommen, rechnerisch also 365 weitere Wählerinnen und Wähler. Dadurch würde sich die Wahlbeteiligung auf etwa 60 Prozent erhöhen.

Die CDU belegte in Hooksiel mit 32,6 Prozent Platz 1, gefolgt von SPD (18,9), AFD (14,9), Grüne (9,0), FDP (5,0) und BSW (4,4). Damit entsprach das Hooksieler Ergebnis inetwa dem Wahlergebnis auf Gemeindeebene und auf Landkreisebene. Im gesamten Wangerland gewann die CDU mit 32,8 Prozent. Gefolgt von SPD (21,1), AFD (14,3), Grüne (7,7), FDP (6,7) und BSW (4,8). In den acht Kommunen in Friesland erreichte die CDU insgesamt Prozent 29,1 Prozent der Stimmen. Es folgen SPD (22,1), AFD (14,1), Grüne (9,8), FDP (6,4) und BSW (5,3).

Schwimm-Check im Hallenwellenbad

Hooksiel (9. 6. 2024) – Sicher schwimmen zu können, kann mit Blick auf die nächste Badesaison überlebenswichtig sein. Das wollen die Schwimmsport treibenden Verbände in Deutschland mit den bundesweiten Schwimmabzeichentagen vom 9. bis 16. Juni ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die Ortsgruppe Wangerland der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) lädt zum kostenfreien Schwimm-Check am Samstag, 15.Juni, ins Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel ein.

In der Zeit von 12 bis 17 Uhr können Interessierte ihr Können unter Beweis stellen und eines der Deutschen Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold ablegen. Für Schwimmanfänger nehmen die Schwimmausbilder der DLRG auch das Seepferdchen ab. „Am Ende der Grundschule kann die Mehrheit der Kinder noch immer nicht sicher schwimmen. Das muss sich ändern. Hierauf wollen wir ebenso hinweisen wie auf die Bedeutung der ehrenamtlichen Schwimmausbildung in den Vereinen“, so die Leiterin Ausbildung der Ortsgruppe Wangerland, Marina Schmöckel

Als sicherer Schwimmer gilt, wer das Schwimmabzeichen Bronze, auch als Freischwimmer bekannt, erhält. Zu den Anforderungen zählen 15 Minuten durchgehendes Schwimmen mit Wechsel der Körperlage zwischendrin. Dabei sind mindestens 200 Meter zurückzulegen. Außerdem gehören der Sprung vom Startblock oder Ein-Meter-Brett und das Heraufholen eines Gegenstandes aus zwei Metern Tiefe zur Prüfung. Auch muss nachgewiesen werden, dass die Baderegeln bekannt sind.

Beim ersten bundesweiten Schwimmabzeichentag im vergangenen Jahr zählten die Prüfer zusammengenommen mehr als 13.000 abgenommene Abzeichen. In diesem Jahr sollen es noch deutlich mehr werden. „Wichtiger aber ist es, dass sich viele Menschen mit dem Thema Sicherheit beim Schwimmen beschäftigt und selbst einmal ausprobierten, wie gut sie im Wasser unterwegs sind“, sagte die Präsidentin der DLRG, Ute Vogt.

Norweger aus der See gerettet

Havarie eines Seglers
Nachdem eine Segelyacht vor Norderney auf einer Sandbank festgekommen ist, sind Kiel und Mast gebrochen. Das stark beschädigte Boot wr den Kräften der See ausgesetzt. Foto: Seenotretter DGzRS

Ost-Friesland (8. 6. 2024) – Die freiwilligen Seenotretter aus Norddeich haben am Freitagabend einen Segler aus Lebensgefahr befreit. Der Norweger war mit seiner Yacht zwischen Juist und Norderney in Seenot geraten und schließlich über Bord gegangen. 

Gegen 17.10 Uhr fing die von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betriebene Rettungsleitstelle See in Bremen einen schwer verständlichen Funkspruch auf. Bald stellte sich heraus: Ein norwegischer Alleinsegler war im Seegatt zwischen Juist und Norderney auf einer Sandbank festgekommen. 

Skipper lehnt zunächst Hilfe ab

Der Seenotrettungskreuzer „Eugen“ (Norderney) befand sich zufällig in der Nähe der havarierten Segelyacht, die etwa 2,5 Kilometer vor der Westspitze Norderneys lag. Aufgrund des Niedrigwassers konnten die Retter die Yacht nicht direkt erreichen. Zudem lehnte der Skipper zunächst jede Hilfe ab. 

Inzwischen war auch das Seenotrettungsboot „Otto Diersch“ (Norddeich) vor Ort eingetroffen. Mit auflaufendem Wasser nahm die Brandung am Abend immer mehr zu. Vor Ort habe Windstärke 4 mit etwa drei Meter hohen Wellen geherrscht. Die Segelyacht wurde mehrfach auf die betonharte Sandbank geworfen. Zunächst sei ihr Kiel und kurze Zeit später auch der Mastgebrochen, teilte die DGzRS mit.

Der 46-jährige Segler habe sein Boot schließlich aufgegeben und sei kurzerhand in die Nordsee gesprungen. Die Strömung habe ihn sofort von der stark beschädigten Yacht fortgerissen. Den freiwilligen Seenotrettern der „Otto Diersch“ sei es aber gelungen, den unterkühlten Schiffbrüchigen zu fassen, an Bord zu ziehen und an Land zu bringen.

„Santiano“ spendet Song-Erlös

Wie die DGzRS weiter mitteilt, wird die Shanty-Rockband „Santiano“ die Seenotretter unterstützen. Die Band spendet die kompletten Einnahmen aus dem Verkauf der neuen Single „Retter in der Not“ (ab 14. Juni auf dem Markt) den Seenotrettern auf Nord- und Ostsee. Der Song wird auf allen gängigen Streaming- und Download-Plattformen erhältlich sein.