Wangerland (14. 8. 2026) – Die Polizei sucht nach Personen, denen möglicherweise größere Mengen Lebensmittel und Drogerieartikel abhanden gekommen sind. Der Aufruf steht im Zusammenhang mit einer Fahrzeugkontrolle im Wangerland in der Nacht zum Freitag.
Auto am St. Jooster Altendeich gestoppt
Wie die Polizei heute mitteilte, hatte eine Streifenwagen-Besatzung des Polizeikommissariats Jever kurz nach 3 Uhr im Bereich St. Jooster Altendeich einen Pkw aus Wilhelmshaven kontrolliert. Dabei entdeckten die die Beamten im Fahrzeug eine größere Menge originalverpackter Lebensmittel und Drogerieartikel sowie mehrere leere Getränkekisten fest. „Die Menge der mitgeführten Gegenstände ging deutlich über einen üblichen Eigenbedarf hinaus“, so der Eindruck der Ermittler. .
Der 63-jährige Fahrzeugführer habe bislang keine plausiblen Angaben zur Herkunft der Gegenstände machen können. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Artikel um Diebesgut handeln könnte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Oldenburg wurden der Pkw und der Beschuldigte selbst durchsucht sowie zahlreiche beweisrelevante Gegenstände beschlagnahmt.
Suche nach Geschädigten
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 63-Jährige entlassen. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines besonders schweren Falls des Diebstahls eingeleitet. Für die Zuordnung der aufgefundenen Gegenstände hoffen die Ermittler auf eine Rückmeldung von Geschädigten. Wer Hinweise zu deren Herkunft geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 04461/7449-0 mit der Polizei Jever in Verbindung zu setzen.
Horumersiel (14. 8. 2026) – Der Gehweg am Horumertief in Horumersiel wird aufgrund von Sanierungsarbeiten ab Montag, 17. August, bis voraussichtlich Freitag, 18. September, vollständig gesperrt. Darauf weist die Gemeinde Wangerland hin. Der 360 Meter Weg sei im Laufe der Jahre erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden und erfülle nicht nicht mehr den verkehrssicherheits-technischen Anforderungen. Er müsse deshalb vollständig erneuert werden
Die Höhe der Investition beziffert die Gemeinde auf rund 145.000 Euro. Der Weg erhalte eine neue Pflasterdecke sowie eine durchgehende Böschungssicherung aus Winkelsteinen, die zudem für Stabilität und Sicherheit sorgen sollen.
Damit Fußgänger vom Ortskern auch während der Bauarbeiten sicher zur Störtebekerstraße und zurück gelangen können, werde eine Umleitung ausgeschildert.
Wilhelmshaven (14. 8. 2026) – Die Seehäfen in Niedersachsen haben im ersten Halbjahr 2026 ein Umschlagsplus zu verzeichnen. Nach Angaben der Marketingorganisation Seaports of Niedersachsen GmbH stieg der Gesamtumschlag im Seeverkehr um sieben Prozent auf 31,1 Millionen Tonnen.
Massengüter rückläufig
Treiber der positiven Entwicklung sei der gesteigerte Umschlag von Stückgütern und Containern gewesen. Der Massengüterumschlag habe sich hingegen marktbedingt leicht rückläufig entwickelt. In Niedersachsen gibt es insgesamt neun Seehäfen.
In Wilhelmshaven wurden von Januar bis Juni 2026 mit rund 20,6 Millionen Tonnen rund 14 Prozent mehr Güter umgeschlagen als im ersten Halbjahr 2025 (18 Mio. Tonnen). Der Umschlag von Containern belief sich auf mehr als 898.000 TEU, was einem Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch der Automobilumschlag konnte mit knapp 68.000 Neufahrzeugen weiter ausgebaut werden. Während der Umschlag von Rohöl und Mineralölprodukten rückläufig ist, stiegen die Importe von Kohle und Baustoffen weiter an.
Märkte weiter unter Druck
„Insgesamt können wir zur Jahresmitte ein positives Fazit zur Entwicklung des Ladungsaufkommens in den niedersächsischen Seehäfen ziehen“, so Seaports-Geschäftsführerin Inke Onnen-Lübben. „Nicht zuletzt zeugt dieses von hoher Kundenzufriedenheit, die unsere Hafenwirtschaft durch ein gutes Angebot und flexible Services erreichen konnte. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Märkte weiterhin unter Druck sind.“ Während die Umschlagsvolumen von Containern, Komponenten im Bereich der Erneuerbaren Energien und auch bestimmten Massengütern deutlich gewachsen sei, hätten sich bei anderen Gütergruppen Zollbeschränkungen, Veränderungen von Warenströmen aufgrund hoher Energiekosten sowie eine überbordende Regulatorik und globale Krisen ausgewirkt.
Hooksiel (14. 8. 2026) – Gut erhaltene Kinderkleidung, Spielzeug, Bücher und Erstausstattungen: Am Sonntag, 30. August, findet im und am Gästehaus Hooksiel ein Kinderflohmarkt statt. Von 10 bis 16 Uhr können Besucher dort auf gut erhaltene Schnäppchen hoffen.
Das Angebot umfasst ausschließlich auf Produkte rund ums Kind. Ziel des Flohmarktes ist es, Familien die Möglichkeit zu bieten, gebrauchte Dinge weiterzugeben oder passende Artikel aus zweiter Hand zu finden. Aussteller können einen Stand bis maximal drei Meter anmelden. Die Standgebühr beträgt 10 Euro pro Stand. Tische müssen selbst mitgebracht werden. Bei schlechtem Wetter findet der Flohmarkt ausschließlich im Gästehaus statt.
Die Standplatzreservierung ist bis Dienstag, 18. August, per E-Mail an veranstaltungen@wangerland.de möglich (Betreff: „Kinderflohmarkt“). Interessenten sollten ihren Name, die gewünschte Standgröße und ihre Mobilfunknummer angeben.
Wangerland/Hooksiel (13. 8. 2026) – Das Statistische Bundesamt hat in diesen Tagen einen neuen Rekordwert bei den Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland in Deutschland verkündet. Die Zahl stieg in den ersten sechs Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 223,8 Millionen.
Das tolle Ambiente im „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen dürfte maßgeblich dafür gesorgt haben, dass die Zahl der Hotelnutzer im Gemeindegebiet im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Archiv-Foto: hol
Der Anteil der Gäste, die davon im Wangerland übernachtet haben, dürfte eher zurückgegangen sein – auch welchen Gründen auch immer. Im von Wieland Rosenboom letztmalig geleiteten Tourismusausschuss der Gemeinde Wangerland stellten am Mittwochabend Torsten Riedel, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), und sein für die Auswertung der Gästekarten-Verkaufs zuständiger Mitarbeiter Tim Schönfeld die Ankunfts- und Übernachtungszahlen für den Bereich der Gemeinde Wangerland bis zum 31. Juli vor.
Neustart auf Campingplatz
Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,24 Tagen wurden bis dahin 795.952 Übernachtungen registriert, für die ein Gästebeitrag gezahlt wurde. Das entspricht einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Schönfeld machte dafür eine Reihe von verschiedenen Faktoren verantwortlich. So habe es im Juni einen Einbruch bei den Ankünften gegeben, weil nahezu alle Feiertage, und damit entsprechend Kurzurlaube, im Mai lagen.
Ein weiterer Grund: Nach dem Neustart des Campingplatzes Hooksiel unter dem privatem Betreiber „Überland“ habe dafür erst einmal die Werbung anlaufen müssen. Bei dem in diesem Jahr sehr frühen Beginn der Osterferien seien die Campingplätze ohnehin noch nicht am Start gewesen.Die Zahlen im Juli hingegen seien sehr gut gewesen. Und da Nordrhein-Westfalen noch Sommerferien habe, sei er auch für den August optimistisch.
49 Prozent mieten Ferienhäuser
Im Trend seien, so Schönfeld, die sehr kurzfristigen Reiseentscheidungen der Gäste. Hier sei für Vermieter eine gute Online-Buchbarkeit der Quartiere entscheidend. Über 49 Prozent der Urlauber im Wangerland beziehen eine Ferienwohnung, 22,8 Prozent buchen sich auf einem Campingplatz ein und 20 Prozent mieten ein Hotelzimmer.
Ein Versuch, die „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen, ist an den hohen Kosten und am EU-Vergaberecht gescheitert. Archiv-Foto: hol
Während die Übernachtungen auf den Campingplätzen rückläufig waren (- 5 %), stieg die Zahl der Buchungen in Hotels (+ 9,5 %). Das dürfte maßgeblich darauf zurückzuführen sein, dass mit dem „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen seit Mitte 2025 ein neues Hotel am Start ist. Die Hotels in anderen Orten (Hooksiel: – 7,3 %; Horumersiel – 10,0 %) hatten – aus unterschiedlichen Gründen – Einbußen zu verzeichnen.
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Ausgeglichener das Bild bei den Ferienwohnungen. Der Rückgang bei den Übernachtungen von durchschnittlich 5,2 Prozent spiegelt sich in Hooksiel (- 4,4%), Horumersiel (- 3 %) und Minsen (-23 %). Lediglich Hohenkirchen verbuchte ein Plus von 2,9 Prozent
Schülergruppen nicht erfasst
Schönfeld verwies darauf, dass die Statistik auch Effekte enthalte, die sich daraus ergeben, das neue Quartiere am Start sind. Es gebe aber auch Fälle, wo etablierte Unterkünfte dauerhaft oder für längere Zeit geschlossen sind. Erfasst würden ohnehin nur Personen, die Gästebeträge zahlen müssen. Die zahlreichen Schülergruppen, die außerhalb der Ferien im „Wangerland-Resort“ auf Klassenfahrt sind, würden zum Beispiel nicht erfasst.
Keine Zahlen gibt die Gästestatistik dazu her, wie viele Gäste dem Wangerland aufgrund der Insolvenz der WTG den Rücken gekehrt haben. Bekanntlich wurden aufgrund der finanziellen Schieflage des gemeindeeigenen Unternehmens unter anderem die Schwimmbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen. Insbesondere die Hotels in Horumersiel führen darauf einen erheblichen Teil ihrer Buchungsausfälle zurück.
EU-Recht verhindert Bad-Öffnung
Mario Krar, Gastronom aus Horumersiel, wollte von der Gemeinde in diesem Zusammenhang wissen, warum einen Initiative gescheitert ist, das Bad „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen. Nach den Worten von Gemeindekämmerer Arthur Wichmann hätte der Betrieb für drei Monate über 300.000 Euro gekostet. Mit dem Geld hätte die Gemeinde einen privaten Badbetreiber bezuschussen müssen.
Da die Summe so hoch ist, hätte die Gemeinde den Auftrag aber erst nach einer europaweiten Ausschreibung vergeben können, so Wichmann. „Das Verfahren allein dauert mindestens 60 Tage. Das Bad hätte dann frühestens im Oktober geöffnet werden können. Dann ist die Saison vorbei.“
Wangerland/Schillig (13. 8. 2026) – Die Eröffnung des Anbaus am Wikinger-Cafe am Strand von Schillig könnte sich noch hinziehen. Auf der Baustelle herrscht seit einigen Wochen Ruhe. Der Grund dafür wurde am Mittwochabend bekannt.
Baustopp am Strand von Schillig: Aktuell ruhen die Arbeiten am fast fertigen Anbau (links) an das Bäckereigebäude. Foto: hol .
Nach einer entsprechenden Frage eines Zuhörers sagte Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), dass es für das Projekt keine Baugenehmigung gebe. Deshalb seien die Arbeiten gestoppt worden. Dazu, wieso es bei dem Prestigeobjekt zu derartigen Schwierigkeiten kommen konnte, gab es keine Informationen. Auch der Landkreis Friesland als Baugenehmigungsbehörde hielt sich auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ bedeckt. „Da es sich um ein privates Bauvorhaben handelt, ist der Landkreis nicht befugt, weitere Informationen zu veröffentlichen. Der Landkreis ist gegenüber dem Bauherrn bzw. Eigentümer zur Vertraulichkeit verpflichtet.“
Bauherr des Gebäudes, in dem eine Bäckerei und ein Eis- und Food-Café, jeweils mit Außenterrasse zum Strand, untergebracht sind, ist die Lorenz Bäcker Victobur GmbH (Aurich). Sie hatte das sehr gut angenommene Gebäude 2024 in Betrieb genommen. Anfang dieses Jahres sollte das Objekt um einen Anbau für 30 weitere Sitzplätze mit Blick aufs Meer erweitert werden.
Die Ursprungsinvestition erfolge in enger Absprache mit der Wangerland Touristik GmbH, die als Verpächter auftritt und für den gastronomischen Betrieb in einem Nebengebäude die Toiletten vorhält. Eine vor Tagen auf den Weg gebrachte Anfrage von „Hooksiel-Life“ bei dem Bäckerei-Unternehmen zu den aktuellen Problemen bliebt bislang unbeantwortet.
Friesland (13. 8. 2026) – Weniger Transporte von Kleinstmengen, besser gebündelte Fahrten und eine wirtschaftlichere Organisation der Sperrmüllabfuhr: Das verspricht sich der Landkreis Friesland von der Neuregelung, die zum 1. August Kraft getreten ist. Unabhängig davon bleiben pro Haushalt zwei Sperrmüll-Abholungen pro Kalenderjahr kostenfrei.
Zwei Sperrmüll-Abfuhren im Kalenderjahr pro Haushalt bleiben kostenfrei. Archiv-Foto. hol
Die Auswertung der bisherigen Sperrmüll-Anmeldungen hatte gezeigt, dass ein Teil der Haushalte das Angebot überdurchschnittlich häufig genutzt hat. Rund ein Viertel der Haushalte bestellte die Abfuhr mehr als zweimal jährlich. In Einzelfällen sei nahezu monatlich eine Abholung beauftragt worden. Zum Teil für sehr geringe Mengen wie etwa einzelne Möbelstücke oder Kleingeräte. Solche Kleinstmengen würden aber denselben organisatorischen und logistischen Aufwand wie größere Abholungen verursachen.
Dritte Abfuhr kostet 52,55 Euro
Zwei Sperrmüll-Abfuhren pro Kalenderjahr und Haushalt bleiben kostenfrei. Neu ist, so der Landkreis, dass für eine Anmeldung eine Mindestmenge von einem Kubikmeter gilt. Ab der dritten Anmeldung im Kalenderjahr wird eine Anfahrtsgebühr von 52,55 Euro je Auftrag erhoben. Auch eine gemeinsame Anmeldung mit Nachbarinnen und Nachbarn ist möglich.
Zum Sperrmüll zählen grundsätzlich sperrige Gegenstände aus privaten Haushalten, die zur Wohnungseinrichtung gehören und aufgrund ihrer Größe oder Beschaffenheit nicht über die Restabfall- oder Wertstofftonne entsorgt werden können. Nicht dazu gehören beispielsweise Türen, Fenster, Parkett, fest eingebaute Gegenstände oder Gartenbauten wie Zäune oder Schuppen.
Elektro-Altgeräte werden im Rahmen der Sperrmüllabfuhr mitgenommen. Darüber hinaus können sie auch über die gesetzliche Rückgabepflicht des Handels oder andere Entsorgungswege entsorgt werden.
Problemstoff-Sammlung im Wangerland
Farben, Lacke, Altmedikamente und andere Problemstoffe gehören nicht zum Sperrmüll und dürfen auch nicht über die Restabfall- oder Wertstofftonne entsorgt werden. Hierfür stehen die Entsorgungsanlagen sowie die mobile Problemstoff-Sammlung zur Verfügung. Einen entsprechenden Termin gibt es an diesem Freitag, 14. August, von 11.15 bis 12 Uhr am ZOB-Parkplatz an der Friesenstraße in Hooksiel (Hohenkirchen, Bismarckplatz 8.45 bis 9.30; Horumersiel, Zum Hafen, 10 bis 10.45 Uhr; Waddewarden, Bushaltestelle, 13.15 bis 14 Uhr)
Friesland (12. 8. 2026) – In Friesland treiben wieder „falsche Polizisten“ ihr Unwesen. Ihre Masche ist altbekannt. Die Unbekannten rufen zumeist ältere Bürger an, geb n sich am Telefon als Polizisten aus und versuchen dann mit verschiedenen Tricks an die Wertsachen ihrer Opfer heranzukommen.
Aktuell sind sie in Zetel zweimal gescheitert, weil die Angerufenen gut reagiert haben, so die Polizei. Am Dienstag seien gleich mehrere entsprechende Anrufe gemeldet worden. In einem Fall erhielt eine 76-jährige Frau gegen 10.55 Uhr einen von einem Mann, der sich als Kriminalpolizist des Polizeikommissariats ausgab. Der Anrufer berichtete von angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft. Die Frau habe richtig reagiert und vorgegeben, dass sich die Polizei bereits bei ihr befinde. Daraufhin sei das Gespräch unmittelbar beendet worden, schildern die (echten) Ermittler.
Gegen 12.05 Uhr erhielt eine 82-Jährige einen ähnlichen Anruf. Auch hier gab sich der Anrufer als Polizeibeamter aus. Er berichtete von einem angeblichen Überfall auf eine Frau. Bei dieser sei ein Zettel mit den persönlichen Daten der 82-Jährigen gefunden worden. Unter dem Vorwand, ihr Vermögen schützen zu wollen, sollte die Seniorin ihr Geld an die vermeintliche Polizei übergeben. Auch sie ging nicht auf die Forderungen ein.
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin: Echte Polizeibeamte fordern niemals am Telefon die Übergabe von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen. Auch werden Bürgerinnen und Bürger nicht aufgefordert, ihr Vermögen zur vermeintlichen Sicherung an Polizeibeamte zu übergeben.
Friesland/Wangerland (11. 8. 2026) – Frieslands Fischer hoffen auf die Unterstützung von Ministerpräsident Olaf Lies. In einem offenen Brief haben die Jadefischer an den SPD-Politiker aus Sande appelliert, sich für den Erhalt von Produktionsflächen und Fanggründen für die niedersächsischen Fischer einzusetzen – insbesondere im Jadebusen und im Wattenmeer vor der Gemeinde Wangerlrand.
Krabbenkutter vor der Küste des Wangerlandws gehören noch zum täglichen Bild. Künftig sollen weite Teile des Wattenmeeres für den Fischfang gesperrt werden. Für die Fischer aus Hooksiel und Horumersiel könnte das das Aus bedeuten. Archiv-Foto: Klaus Schreiber
Die aktuell vom Umweltministerium und vom Landwirtschaftsministerium, beide unter Führung von Bündnis 90/Die Grünen, vorliegenden Entwürfe für Fischerei-Ausschlussgebiete würden die Existenz der Fischereibetriebe im Landkreis Friesland gefährden und das Ende des traditionellen Krabbenfangs vor Ort bedeuten.
Gespräch mit Ministerpräsidenten
Auf den Einfluss des Ministerpräsidenten hoffen auch die Kommunen. Wie die Gemeinde Wangerland mitteilt, habe auf Initiative von Bürgermeister Mario Szlezak eine gemeinsame Videokonferenz mit Ministerpräsident Lies, Landrat Sven Ambrosy, Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises und der Staatskanzlei stattgefunden. Ausgangspunkt dabei seien die Sorgen der Fischereibetriebe aus Hooksiel und Horumersiel gewesen, deren traditionelle Fanggründe unmittelbar vor Hooksiel, Horumersiel und im Bereich Minsener Oog betroffen sind.
„Für mich war klar, dass wir diese Sorgen nicht einfach weiterreichen können. Wenn unsere Fischer deutlich machen, welche Folgen die geplanten Flächen für ihre Betriebe haben können, müssen wir dafür sorgen, dass ihre Situation auf Landesebene gehört und sorgfältig geprüft wird“, so Szlezak. Lies habe sich die Zeit genommen, die Anliegen aufzunehmen. Wangerland, Varel und der Landkreis hätten die besondere Situation der friesischen Küstenfischerei und die möglichen Auswirkungen der vorgesehenen Fischerei-Ausschlussgebiete ausführlich dargestellt. Der Ministerpräsident habe Unterstützung zugesagt, dass die friesischen Anliegen zumindest noch einmal geprüft werden.
Fischerei auch touristisch von Bedeutung
Es gehe nicht darum, Naturschutz und Fischerei gegeneinander auszuspielen. „Wir wollen ein geschütztes und intaktes Wattenmeer“, so Szlezak. „Gleichzeitig müssen unsere Fischer auch künftig eine wirtschaftliche Perspektive haben.“ Ähnlich Wagner: „Die Küstenfischerei ist für unsere Region wirtschaftlich, touristisch und kulturell von großer Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Interessen der Fischer aus Varel und dem Wangerland gemeinsam vertreten. Bei der weiteren Flächenplanung muss genau geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf die Betriebe vor Ort hat.“
Rolf Neuhaus, Planungsdezernent beim Landkreis, machte darauf aufmerksam, dass die geplanten Fischerei-Ausschlussgebiete nicht isoliert betrachtet werden dürften. Die Küstenfischerei werde bereits durch bestehende und künftig hinzukommende Nutzungen wie Schutzgebiete, Leitungstrassen, Offshore-Nutzungen und weitere Flächenansprüche im Küstenraum eingeschränkt. Neuhaus: „Entscheidend ist die Summe aller bestehenden und geplanten Nutzungen im Küstenmeer. Erst diese Gesamtbetrachtung zeigt, welche Räume der Fischerei tatsächlich noch zur Verfügung stehen.“
Wangerland und Varel nicht gehört
Wangerland, Varel und der Landkreis sehen die Einbindung der unmittelbar betroffenen friesischen Kommunen in den „Fischereidialog“ kritisch. Zwar waren mit mit Greetsiel, Neuharlingersiel und Wurster Nordseeküste drei Kommunen zum Dialog geladen. Die Bemühungen von Szlezak, ebenfalls dazukommen zu dürfen, waren jedoch mir dem Argument abgelehnt worden, man wolle eine arbeitsfähige Größe der Gesprächsrunde wahren.
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören könnte: Krabbenkutter im Alten hafen von Hooksiel. Archiv-Foto: hol
Aus Sicht der Friesen wurden auch deshalb die Belange der konkret betroffenen friesischen Küstenkommunen nicht ausreichend abgebildet. Aus ihrer Sicht muss die bisherige Gebietskulisse im weiteren Verfahren noch einmal sorgfältig betrachtet werden. „Wir erwarten, dass diese Flächen noch einmal gemeinsam mit allen unmittelbar Betroffenen überprüft und diskutiert werden.“
Aus Sicht der Kommunen muss der weitere Dialog ergebnisoffen geführt werden. „Wenn sich aus den Gesprächen, den Erfahrungen der Fischer und der fachlichen Bewertung ergibt, dass bestimmte Flächen für die heimische Fischerei von besonderer Bedeutung sind oder alternative Gebietszuschnitte einen vergleichbaren naturschutzfachlichen Nutzen ermöglichen, muss es auch möglich sein, die bisher vorgesehenen Flächen zu verändern.“
Offener Brief der Fischer
Die Fischer würden über jahrzehntelange praktische Erfahrung mit ihren Fanggebieten, den Strömungsverhältnissen, den Beständen und den Veränderungen im Küstenmeer verfügen. Dieses Wissen müsse ebenso in die Abwägung einfließen wie die naturschutzfachlichen Erkenntnisse.
Ihre Sicht der Dinge haben Frieslands Fischer bereits in einem offenen Brief an Ministerpräsident Lies dargelegt. Auch sie fordern: „Die jetzigen Gebietsvorschläge müssen überarbeitet werden.“
Der Suchraum für die geplanten fischereifreien Zonen vor der Küste des Wangerlandes Ende 2025 (links, „Blaue Balje“) im Vergleich zum aktuellen Vorschlag aus dem Juni dieses Jahres. Da reicht das Gebiet bis zum Hooksieler Außenhafen.
Die Fischerei habe sich intensiv und produktiv an dem Dialog beteiligt und auch die Ausweisung von zehn Prozent des Wattenmeers als Fischerei-Ausschlussgebiete akzeptiert – obwohl bereits zahlreiche Gebiete durch andere Nutzungen weggefallen seien. Man habe auch einem Sperrgebiet im Jadebusen zugestimmt, für das freiwillig eine Muschelkultur aufgegeben werden muss. Ebenso der Sperrung der „Blauen Balje“, obwohl dort vier Saatbänke der Muschelfischer und wichtige Fanggebiete der ortsansässigen Fischer betroffen wären.
Auf Wunsch der Umweltverbände sei dann aber das Sperrgebiet entlang der gesamten Küste vor der Gemeinde Wangerland bis zum Hooksieler Außenhafen erweitert worden. Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, bedeute das, dass „die Krabbenkutter von Horumersiel und Hooksiel aufgeben und abwandern müssen“, heißt es in dem Brief an Lies.
Aus ökologischer Sicht sinnlos?
Besonders beklagen die Fischer, dass es aus ihrer Sicht für die Erweiterung des Sperrgebietes „keinerlei ökologisch sinnvolle Begründung“ gibt. Die Hoffnung, dass sich in dem Sperrgebiet wieder Borstenwürmer („Sabellaria“ ) ansiedeln könnten, sei illusorisch. „Das hat schon im bisherigen Sperrgebiet vor dem Außenhafen Hooksiel nicht geklappt und wird auch nicht durch eine flächenmäßige Erweiterung erfolgen.“ Gründe dafür seien unter anderem Hafenbaggerungen und die Fahrbahnvertiefung.
Das Argument, das zusätzliche fischereifreie Gebiete letztlich auch der Fischerei selbst zugute kämen, weil sich dort der Bestand an Krabben und Muschel besser erholen könne, ist nach Überzeugung der Fischer „ökologischer Unsinn“. Belege dafür seien das letzte Rekordjahr der Krabbenfischerei und der diesjährige Massenbrutfall der Miesmuscheln. „In dem extremen Lebensraum Wattenmeer verfügen die ansässigen Arten über eine Massenreproduktion, um auch nach Eiswintern oder extremen Witterungsverhältnissen die Fortpflanzung zu sichern.“
Krabbenfang vor dem Aus
In ihrem Brief an den Ministerpräsidenten bitten die Jadefischer Olaf Lies darum, ihnen zumindest die nötige Zeit zu verschaffen, den Fischerei-Dialog gerecht und fachlich fundiert zu Ende zu führen. Andernfalls drohe ihm, dass sein Wahlkreis zukünftig fischereifrei sei und die dortigen Häfen keine Kutter mehr beherbergen.
Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die endgültige Festlegung möglicher Fischerei-Ausschlussgebiete soll im Rahmen einer Novellierung des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen. Dafür sind weitere formale Beteiligungsschritte vorgesehen.
Wangerland (12. 8. 2026) – Wie gut sind wir im Wangerland aufgestellt, wenn plötzlich ein medizinischer Notfall eintritt? Das wollen die Grünen bei ihrem nächsten „Grünen Treffpunkt Wangerland“ besprechen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 18. August, ab 19 Uhr im Bürger- und Kulturhaus Friederikensiel statt.
Im Rahmen der Veranstaltung soll unter anderem erörtert werden, wie öffentlich zugängliche Defibrillatoren möglichst flächendeckend in den Wangerländer Ortschaften verfügbar gemacht und Erste-Hilfe-Angebote und Schulungen zur Wiederbelebung gestärkt werden können. Vor Ort besteht auch die Möglichkeit, Wiederbelebungsmaßnahmen unter professioneller Anleitung selbst zu üben.
Bei der lockeren Gesprächsrunde können Bürger können ihre eigenen Erfahrungen und Ideen einbringen. Zugleich besteht die Gelegenheit, mit den Kandidierenden von Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl ins Gespräch zu kommen.