Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Schäden am Flugplatz bedeuten Aus für das „Jade-Race“

Friesland/Mariensiel (30. 9. 2026) – Die spektakuläre Rennveranstaltung „Jade-Race“ ist zumindest für den Standort Mariensiel Geschichte. die Gesellschafterversammlung der Flugplatzbetreibergesellschaft JadeWeserAirport GmbH habe an diesem Dienstag entschieden, dass das Dragster-Rennen ab 2027 nicht mehr auf dem Flugplatzgelände in Sande-Mariensiel stattfinden kann, teilte heute der Geschäftsführer der GmbH, Frank Schnieder, mit.

Nutzung phasenweise eingeschränkt

„Wesentlicher Grund für die Entscheidung war, dass die auf einem Kleber aufgetragene Gummierung für das Rennen in diesem Jahr zu erheblichen Problemen geführt hat“, so Schnieder. Trotz der üblichen Reinigungsarbeiten des Veranstalters sei die Nutzbarkeit der Bahn im Bereich des Landepunktes aus Norden nach dem letzten Jade-Race insbesondere bei Feuchtigkeit nicht mehr zu 100 Prozent gewährleistet gewesen. Das hab bei der Landesluftfahrtbehörde zu der Entscheidung geführt, die Nutzbarkeit für Flugschüler und Maschinen ab zwei Tonnen Abfluggewicht einzuschränken.

Erst nach weiteren umfangreiche Reinigungsarbeiten und ein darauf durchgeführter Traktionstest konnten die Einschränkungen wieder aufgehoben werden. Schnieder: „Wirtschaftliche Schäden durch die eingeschränkte Nutzbarkeit bestimmter Kundengruppen sowie Reparaturen an der Landebahn wären somit in den kommenden Jahren nicht zu vermeiden.“ 

Attraktion für Tausende

Der Geschäftsführer der JadeWeserAirport GmbH bedauert mit Blick auf den Veranstalter Michael Behrens und sein Team die Entscheidung, da es in der Umsetzung der Veranstaltung immer ein starkes Miteinander gegeben habe.

In diesem Jahr hatte die spektakuläre Rennveranstaltung in seiner zwölften Auflage stattgefunden. Tausende Zuschauer aus der gesamten Region bejubelten die PS-starken Fahrzeuge, mit denen sich die Fahrer Kurzstrecken-Rennen lieferten. Das „Jade Race“ gehörte über Jahre trotz gelegentlicher Kritik an den ökologischen Belastungen der Umwelt zum festen Veranstaltungskalender auf dem Flugplatz.

Schießanlage Tammhausen wird für Jäger noch wichtiger

Wilhelmshaven/Hooksiel (30. 9. 2026) – Es ist ruhig in Hooksiel. Eigentlich. Wenn nicht gerade Kampfjets der Bundeswehr am Himmel ihre Runden drehen und nebenan nicht geschossen wird. Nebenan, das ist in Tammhausen. Dort, auf Wilhelmshavener Gebiet, liegt die Schießanlage des Jade Wurftaubenclubs (JWTC) ein beliebter Trainingsplatz für ambitionierte Sportschützen und die Jägerschaft aus der ganzen Region. Auch aus dem Wangerland.

Heinz Weerda ist stolz auf die neue Kugelschießanlage des Jade Wurftaubenclubs. Das Millionenprojekt in Wilhelmshaven-Tammhausen wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Foto: hol

„Es ist uns durchaus bewusst, dass man uns in Hooksiel bei südlichen Winden hören kann“, räumt Vereinsvorsitzender Heinz Weerda (79) ein. Problem dabei ist nach seiner Überzeugung nicht die Lautstärke der Schüsse, sondern das Geräuschmuster. „Pock“- und wenig später wieder „Pock“. Dann Ruhe. Und wieder „Pock, Pock“.

Ärger über Schießlärm

Nicht alles, was als störend empfunden wird, ist unzulässig. Die Genehmigung des Betriebs der 2002 eingeweihten Anlage in Tammhausen jedenfalls ist juristisch mehrfach überprüft und als rechtens eingestuft worden. Dennoch, so betont Weerda: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Schießlärm einzudämmen, ohne den Betrieb selbst zu gefährden, sind wir die Letzten, die da etwas gegen haben.“

Zuletzt habe es dazu sehr konstruktive Gespräche mit Vertretern des Seebadeverein Hooksiel und mit Bürgermeister-Kandidat Bernd Abrahams (Pro Wangerland) gegeben. Eine Lösung sei aber noch nicht in Sicht, auch weil der Schall sich wellenförmig ausbreitet und mit einem Schutzwall in 100 Meter Entfernung kaum gedämmt werden kann.

Investition von 1,5 Millionen Euro

Anders stellt sich das beim neuen Kugelschießstand dar, der nach anderthalb Jahren Bauzeit vor wenigen Tagen offiziell in Betrieb genommen wurde. 1,5 Millionen Euro hat der Verein nach den Worten von Weerda in die Anlage investiert, die zu einem wichtigen Stück Infrastruktur vornehmlich für die Jägerschaft werden wird. Trainieren werden an dem Schießstand aber auch Polizisten, etwa von Sondereinsatzkommandos (SEK) und Mobilen Einsatzkommandos (MEK).

Entstanden ist aus Hooksieler Sicht hinter der Wurftauben-Schießanlage ein Schießstand, der aus einem festen Gebäude besteht, aus dem heraus die Schützen ihre Waffen abfeuern. Am Ende der 50 beziehungsweise 100 Meter langen Schießbahnen, die seitlich durch vier Meter hohe, durch massive Fundamente stabilisierte Betonwände abgesichert sind, befinden sich die Ziele – laufende Keiler oder auch Zielscheiben, an denen die Schützen die Treffgenauigkeit ihrer Waffen testen können.

Der Kugelschießstand liegt südlich von der Wurftaubenanlage, auf der Schützen mit Schrott auf Tontauben schießen. Foto JWTC

Eine entsprechende Schießanlage gibt es derzeit in der Region lediglich in Webershausen bei Aurich, die allerdings in den nächsten Jahren aufgegeben werden soll. Die Lücke will der WTC schließen, auch weil das Schießen mit Kugeln – neben dem mit Schrot – ein fester Bestandteil der Jägerausbildung ist. Aber auch für Meisterschafen sei die Anlage ausgelegt.

Weerda kündigt Rückzug an

Zur Einweihung des Kugelschießstandes konnte der 1998 gegründete WTV, der heute um die 340 Mitglieder hat, über 40 Gäste begrüßen. Darunter Vertreter der Jägerschaft mit Helmut Dammann-Tamke als Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) an der Spitze sowie Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats Jever. Ausdrücklich betonte Weerda die stets gute Zusammenarbeit mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven bei Planung und Bau der Projekte, die der Verein nahezu vollständig aus eigenen Mitteln finanziert hat.

Von 1,6 Million Euro Baukosten für den Wurftaubenstand habe der JWTC 84 Prozent getragen. Der Zuschuss der Stadt zum Kugelschießstand lag bei 15.000 Euro. Weitere Mittel seien vom Landessportbund (100.000 Eure) sowie von der Jägerschaft geflossen. Rund eine Million Euro müsse der Verein selbst aufbringen. Mehrkosten in Höhe von rund 150.000 Euro seien durch eine kürzlich erlassene Vorgabe entstanden, dass die Anlage „bleifrei“ betrieben werden muss. Jetzt werde mit Stahlkugeln geschossen, für die der Schießstand mit Splitterschutz ausgelegt werden musste, so Weerda.

Im nächsten Jahr werde übrigens die Investition in die Wurftauben-Schießstand abbezahlt sein, sagte Weerda nicht ohne Stolz. Das werde er für sich zum Anlass nehmen werde, sich aus der ersten Reihe der Vereinsführung zurückzuziehen.

Unbekannter in Schule in Hohenkirchen eingedrungen

Hohenkirchen (30. 9. 2026) – Die Polizei sucht Zeugen für den Einbruch in eine Schule in Hohenkirchen. Ein Unbekannter sei zwischen Montag, 19 Uhr, und Dienstag, 6.40 Uhr, unbefugt in das Gebäude an der August-Hinrichs-Straße eingedrungen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde hierfür eine Fensterscheibe eingeschlagen.

Tablet aus Lehrerzimmer entwendet

Anschließend sei die unbekannte Person in das Lehrerzimmer gelangt. Dort wurden die Sporttasche eines Lehrers sowie ein Schultablet entwendet. „Das Diebesgut konnte im weiteren Verlauf aufgefunden und sichergestellt werden“, so die Ermittler.

Hinweise auf den bislang unbekannten Täter lägen derzeit nicht vor. Die Spurensuche und -sicherung wurde durch die Tatortgruppe der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland durchgeführt. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Jever unter der Rufnummer 04461/7449-0 in Verbindung zu setzen.

Wechselgeld aus Transporter gestohlen

Ebenfalls auf Hinweise von Zeugen setzt die Polizei bei der Aufklärung einer Straftat, die sich im gleichen Zeitraum in der Jeverschen Straße in Hohenkirchen ereignete. Hier ist ein Unbekannter auf bislang ungeklärte Weise in einen Transporter einer Firma eingedrungen. Er durchsuchte den Innenraum und versuchte, das Fahrzeug kurzzuschließen. „Das gelang jedoch nicht“, so die Polizei. Entwendet worden sei letztlich ein Aschenbecher mit etwa 40 Euro Kleingeld sowie ein Lederetui mit einer Zulassungsbescheinigung Teil I und einem rosa Führerschein.

Müller: Gemeinderäte müssen unbequem und kritisch sein

Wangerland (29. 9. 2026) – Zum 31. Oktober geht eine Ära in der Kommunalpolitik des Wangerlandes zu Ende. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWW), zu deren Gründern vor über einem viertel Jahrhundert die langjährigen Gemeinderatsmitglieder Immo Müller, Ellmer Cramer und Jens Damm gehörten, wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein. 

Rathaus-Blockade mit Treckern

Ein Rückblick: März 2001. Vor dem Rathaus in Hohenkirchen stehen gut 70 Trecker. Über hundert aufgebrachte Landwirte protestieren im Vorfeld einer Ratssitzung geben den Plan der Gemeinde Wangerland, eine „touristische Schwerpunktzone“ auszuweisen, die die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beeinträchtigen könnte. Vornehmlich geht es um den Bau von Geflügelmastställen.

Die Rathaustüren werden blockiert. Bürgermeister Joachim Gramberger, Kämmerer Erwin Ufken und einige Ratsmitglieder sind im Gebäude eingesperrt. Als Höhepunkt der Aktion, mit der die Landwirte – mittendrin Tierarzt Immo Müller – ihren Unmut kundtun, wird ein Güllefass ausgekippt … das allerdings nur mit Wasser gefüllt ist.

Heute, 25 Jahre später, ein anderes Bild. Der Ärger über die Tourismus-Zone ist längst verflogen. Und: Immo Müller (Foto) zieht sich als letzter UWW-Aktivist aus der Kommunalpolitik zurück. Ende Oktober wird er das Rathaus verlassen. Vermutlich unbehelligt.

20 Jahre lang war der 70-Jährige als Ratsherr aktiv. Zunächst 15 Jahre lang in einer Oppositionsrolle gegenüber wechselnden, mal von der SPD, mal von der CDU dominierten Mehrheiten im Rat. Dann – nach fünf Jahren Pause – ab 2021 in der Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften), einen Verbund aus Pro Wangerland, UWW und BfB.

Sachorientierte Diskussionen

„Die Gründung der ZUW hat die Zusammenarbeit im Gemeinderat grundlegend verändert“, bilanziert Müller. Die Konstellation mit drei Machtblöcken im Rat – GfW (CDU/FDP/Grüne), SPD und ZUW – habe die Ratsmitglieder geradezu gezwungen, sachorientiert zu diskutieren, um möglichst gemeinsame Beschlüsse fassen zu können. Mit Ausnahme des leidigen Themas Bau des „Thalasso Meeres Spa“ habe das auch gut geklappt.

Müller, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit und die Familie nicht mehr für den neuen Rat kandidiert hat, galt als kritischer Geist, der oft seine Meinungen gesagt hat, oftmals auch unbequeme. Vor allem seine aus professioneller Planung von Windparks erworbenen Kenntnisse in Baurechtsfragen und Baugenehmigungsverfahren waren für Ratspolitiker und Verwaltung häufig nützlich.

Nach 15 Jahren in Rats-Blase gefangen

„Gemeinderäte sollten diskutieren, Meinungen und Sichtweisen kundtun, dabei aber nicht unbedingt streiten“, betont Müller in seiner Rückschau. Wobei er für sich selbst festgestellt hat, dass die fünfjährige Pause in seiner Ratstätigkeit sehr gut war. „Nach meinem ersten Ausscheiden habe ich gemerkt, dass man nach 15 Jahren im Rat den Blick von außen verliert, also sich sozusagen in einer Rats-Blase befindet.“

Dabei können Sichtweisen von außerhalb dieser Blase auf Geschehnisse manchmal deutlich differenzierter sein. Müllers Empfehlung an alle langjährigen Kommunalpolitiker: „Nach längstens 15 Jahren sollte man mindestens ein Periode lang aussetzen.“

Künftigen Ratsvertretern rät der Unabhängige, Fragen zu stellen, noch mal Fragen zu stellen und sich selbst in komplizierte Themen einzuarbeiten, auch wenn das Zeit und Mühe koste. „Ratsvertreter sind ehrenamtlich tätig. Aber dennoch sollten sie nicht darauf vertrauen, dass so genannte Fachleute, Investoren und Verwaltungsfachleute belastbare und richtige Zahlen vorlegen und alle Risiken aufzeigen“, so Müller. „Gemeinderäte haben nach meiner Meinung unbequem und kritisch zu sein.“

Neue Pastorin beim Erntedank und beim Männerkreis

Wangerland/Hooksiel (29. 9. 2026) – Die evangelisch- lutherischen. Kirchengemeinde Wangerland lädt zum „Gottesdienst zum Erntedank“ am Sonntag, 4. Oktober, ein. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr auf dem Hof Graalfs in der Nähe von Neugarmssiel (Kleinengroden 1).

Die geistliche Einführung werden Diakon Fredo Eilts und die neue Pastorin Vera Rosin übernehmen. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von Jagdhornbläsern und dem Kirchenchor Hohenkirchen. Im Anschluss laden die Landfrauen zu einer warmer Suppe ein. Besucher werden gebeten, Suppenschalen und Löffel mitzubringen.

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. Oktober, wird sich Vera Rosin beim Männerkreis der Bezirke Pakens-Hooksiel und St. Joost-Wüppels der ev.-luth. Kirchengemeinde in Hooksiel vorstellen. Der Organisator der Runde, Herbert Ulfers, lädt dazu für 19 Uhr ins Walter-Spitta-Gemeindehaus ein. Auch Männer, die der Runde noch nicht angehören, sind herzlich willkommen. Mit der Veranstaltung endet die Sommerpause des Männerkreises, der sich danach wieder einmal monatlich treffen wird.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Europäischer Tourismus-Preis für den Nordsee-Reisepass

Wilhelmshaven/Wangerland (29. 9. 2026) – Der „Nordsee-Reisepass“ der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) ist bei der 19. European Cultural Tourism Conference mit einem ECTN Award ausgezeichnet worden. Insgesamt hatten sich 72 Bewerber aus 23 Nationen Hoffnung auf den europäischen Branchen-Oscar gemacht. Die Verleihung fand auf der griechischen Insel Skiathos statt.

Branchen-Oscar für die TANO

Die Auszeichnung wird vom European Cultural Tourism Network in sechs Kategorien vergeben. In der Kategorie „Regenerative Tourism Synergies with Culture and Heritage“ ging die TANO als Sieger durchs Ziel. 

Das Bild zeigt TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein (links) mit Thodoris Tzoumas, Bürgermeister von Skiathos bei der Preisverleihung.

Foto: Tourismus-Agentur Nordsee GmbH

„Die Auszeichnung empfinden wir nicht nur als eine besondere Anerkennung für die gemeinsame Arbeit in unserer Region, sondern auch als Ansporn, das Projekt weiterzuentwickeln. Unser Dank gilt allen Kommunen, Einrichtungen und Betrieben, die mit uns ein Netzwerk gebildet haben. Es zeigt, dass wir gemeinsam sehr viel erreichen können“, sagte TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein.

Stempelstelle am Diedrichsberg

An mehr als 250 Stempelstellen, darunter auch im Bereich der Gemeinde Wangerland, können Gäste und Einheimische mit dem „Nordsee-Reisepas“s die Natur- und Kulturlandschaft der Nordseeküste kennenlernen und dabei Stempel sammeln. Das Angebot macht auch auf kleinere Orte, Museen und Naturräume aufmerksam, mit dem Ziel, die Besucherströme räumlich breiter über die Region zu verteilen.

Über 60 Stempelboxen in der Natur – unter anderem am Dietrichsberg im Hooksieler Freizeitgelände – ergänzen das analoge Erlebnis Hier werden mittels QR-Codes weitere Informationen zum Standort bereitgestellt, darunter auch KI-generierte Lernvideos zum Thema Klimaanpassung. Aus den Erlösen des Verkaufs der Reisepässe unterstützt die TANO Baumpflanzaktionen.

Die TANO mit Sitz in Wilhelmshaven wurde 2022 gegründet. Sie ist die flächendeckende touristische Organisation für Destinations-Management und -Marketing an der niedersächsischen Nordseeküste. Ihre Gesellschafter sind die sieben Landkreise Ammerland, Aurich, Cuxhaven, Friesland, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven und die Seestadt Bremerhaven.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Noch-Bürgermeister verspricht geordneten Übergang im Rathaus

Wangerland (28. 9. 2026) – Sonntag kurz nach 19 Uhr. Die Bürgermeisterwahl im Wangerland ist so gut wie entschieden. Beim künftigen Bürgermeister Thies Fischer (CDU) klingelt das Telefon. Noch-Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gratuliert seinem Nachfolger zum Wahlerfolg und verspricht einen geordneten Übergang.

Noch-Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) zeigt sich als fairer Verlierer. Noch am Abend der Stichwahl gratulierte der SPD-Politiker seinem designierten Nachfolger Thies Fischer von der CDU. Archiv-Foto: hol

Wechsel vom Land in die Kommune

Fischer, der derzeit noch beim Finanzamt in Wilhelmshaven tätig ist, wird am 2. November auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus in Hohenkirchen Platz nehmen. Was den 25-Jährigen dort erwartet, weiß er noch nicht so genau. Er hat bislang noch nicht für die Gemeinde gearbeitet – weder ehrenamtlich noch hauptberuflich. Auch deshalb will er, wie im Wahlkampf mehrfach angekündigt, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung persönliche Gespräche führen.

Zunächst aber geht es um den Übergang. Fischer wollte am heutigen Montag mit seiner Chefin im Finanzamt sprechen und ihr seine neue berufliche Perspektive schildern. Üblicherweise endet in einem solchen Fall das Beamtenverhältnis beim Land passgenau. Der angehende hauptamtliche Bürgermeister muss also keine Kündigungsfrist einhalten und wird seine Aufgabe als Kommunalbeamter auf Zeit pünktlich antreten können.

Szlezak auf Jobsuche

Schwieriger ist die Lage für Mario Szlezak. Der 52-Jährige ist vor fünf Jahren aus der Industrie an die Spitze der Gemeindeverwaltung gewechselt. Dafür musste er seinen Job kündigen, den sein Arbeitgeber zwischenzeitlich neu besetzt haben dürfte. „Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen guten Job in der Industrie finde. Es hat schon Gespräche gegeben und ich werde jetzt Bewerbungen schreiben“, sagte Szlezak heute im Gespräch mit „Hooksiel-life“.

Aktuell habe er noch zwei Wochen Urlaub. Danach werde er zurück ins Rathaus gehen, die nächste Ratssitzung (3. November) und die folgenden Ausschusssitzungen vorbereiten, seinen Schreibtisch aufräumen und die Amtsgeschäfte geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Da Szlezak sich nicht um ein Mandat im künftigen Gemeinderat beworben hat, wird er künftig die Kommunalpolitik im Wangerland nur von außen verfolgen – aber sicher mit großem Interesse. Immerhin zieht seine Frau Gaby für die Grünen ins neue Kommunalparlament ein.

Hooksieler rückt in den Rat nach

Der scheidende Bürgermeister bedankte sich heute über die sozialen Medien bei den Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Bürgermeister vom Wangerland sein zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dieses Amt mit viel Herz, großer Verantwortung und voller Überzeugung ausgeübt. Die vielen gemeinsamen Momente dieser Jahre werden mir bleiben.“

Spürbare Enttäuschung hier, sichtbarer Freude dort. Thies Fischer feierte am Wahlabend mit Freunden aus seiner Partei und Unterstützern seinen Wahlsieg in der Gaststätte „Friesenkate“ in Hooksiel. Mit dabei der Hooksieler Mitstreiter Björn Christiansen, der unmittelbar vom Aufstieg Fischers ins Bürgermeisteramt profitiert. Fischer macht dadurch einen Platz in der CDU-Fraktion im Rat frei, auf den Christiansen nachrücken wird.

Wangerland Touristik Thalassa
– Werbeanzeige –

Backstein-Kunst als Verbindung von Natur und Mensch

Hooksiel (28. 9. 2026) – Backsteine sind ein Markenzeichen für die ost-friesisiche Region. Gewöhnlich baut man mit den gebrannten Ziegeln besonders stabile, wetterfeste Häuser. Nicht so Nic Schaatsbergen. Die Bildhauerin, die in der Nähe von Dornum lebt, gestaltet aus den Ziegeln „Körper“. Eine Auswahl davon ist seit Sonntag im Künstlerhaus in Hooksiel zu bewundern.

Eröffneten die Ausstellung „Körper“ der Künstlerin Nia Schaatsbergen (rechts) im Künstlerhaus Hooksiel: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs, Kunsthistorikerin Sarah Byl und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Als Plattform für die Ausstellungseröffnung nutzte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann den Vorplatz es Gebäudes an der Lange Straße. Zum einen weil im Innenraum der Platz durch die Vielzahl der Exponate beengt gewesen wäre. Zum anderen weil wieder über 40 Kunstinteressierte zu der Vernissage gekommen waren, darunter auch Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs und die Kunsthistorikern Sarah Byl, die in Werk und Arbeitsweise von Nic Schaatsbergen einführte.

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Die Künstlerin, deren ursprünglichen beruflichen Wurzeln im Journalismus lagen, hat von 2028 bis 2022 ein Kunststudium im Fachbereich Bildhauerei in Bochum absolviert. Schon im Studium sei der Backstein zum Medium ihrer Wahl geworden – auch als ein Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat Ostfriesland und den dortigen Klinkerbrennereien, mit denn sie eng zusammenarbeitet.

Byl stellte zwei unterschiedliche Arbeitsweisen vor, die sich an den im Künstlerhaus gezeigten Arbeiten gut nachvollziehen lassen. Zum einen mauere die Künstlerin Klinker in Rohform auf und schnitze die gewünschte, stets im Vorfeld genau geplante und skizzierte Skulptur heraus. Anschließend werden die Rohlinge getrocknet, wieder abgemauert und nummeriert, um dann – nachdem sie im Hochofen gebacken wurden – erneut zum endgültigen Kunstwerk aufgemauert zu werden.

Bei der zweiten Herangehensweise modelliere Nic Schaatsbergen ihre Kunstwerke direkt aus dem Rohmaterial des Ziegels. Dieser Prozess sei schneller, berge aber beim Trocknen und Brennen des Materials aber auch Risiken und Tücken wie Abplatzungen oder Risse, mit denen die Künstlerin dann umgehen muss. Auch die Farbe, in der das Werk den Hochofen verlässt, lässt sich kaum präzise vorherbestimmen. „Das ist oft eine ein Überraschung“, so Nic Schaatsberger. „Aber so ist das Leben.“

Bei ihren Körper-Skulpturen, so Sarah Byl, gehe es der Künstlerin meist um Verbindungen zwischen Natur und Mensch. Die Backsteine werden kombiniert, mal mit Holz, mal mit Blättern oder Muscheln. Die Oberflächen sind häufig uneben, mit Lücken, Fugen und Rissen übersät – auch als Ausdruck für beschwerliche Wege und zerbrechliche Verbindungen.

Der weibliche Körper ist eines das Hauptmotiv bei den Skulpturen von Nico Schaatsbergen. Foto: hol

„Hauptmotiv ihrer Werk ist der weibliche Körper und die Urformen der körperlichen Darstellung“, so die Kunsthistorikerin. „Schaatsbergen interessiert an dem Motiv der Frau ihr Selbst, ihr Inneres, ihr Wandel im Laufe der Zeit.“ Die Ausstellung ist bis zum 1. November jeweils von dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Wechsel im Rathaus: Kantersieg für Thies Fischer

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat die Stichwahl gegen Mario Szlezak (SPD) deutlich gewonnen. 69,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für den 25-jährigen Herausforderer aus Middoge. Für Szlezak endet damit seine fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Gemeindeverwaltung am 31. Oktober. 

Mario Szlezak abgewählt

Pünktlich um 18 Uhr waren die sechs Wahllokale im Gemeindegebiet geschlossen worden. Die Wahlvorstände begannen vor Ort mit der Auszählung der Stimmen. Im Rathaus wurden zeitgleich zwei Briefwahlbezirke ausgezählt.

Schon nach den ersten Ergebnissen zeichnete sich der Trend des Wahlabends ab. 18.15 Uhr: In Hooksiel, Horumersiel und Minsen – den am stärksten touristisch geprägten Orten im Wangerland – lag Fischer (Foto) mit um die 75 Prozent der Stimmen vorn.

Aber auch in den ländlicher geprägten Gemeindeteilen gelang es dem Tettenser Szlezak nicht, das Wahlergebnis noch zu drehen. In keinem der acht Wahlbezirke konnte er mehr Stimmen erzielen als sein Herausforderer.

In der Grundschule Hooksiel stimmten fast 80 Prozent der Wähler für Fischer. Szlezak erzielte sein bestes Teilergebnis mit an die 47 Prozent der Stimmen in Tettens-Oldorf-Wiefels. Aber auch hier lag Fischer mit 53 Prozent der Stimmen vorn.

Das Endergebnis stand gegen 19.15 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 8180 Walberechtigten mit 54,2 Prozent deutlich niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen (66,8 %), als die Wähler neben der Bürgermeister-Frage auch noch über die Zusammensetzung des Gemeinderates, des Kreistages und den künftigen Landrat abzustimmen hatten. Szlezak holte 1134 Stimmen und damit deutlich weniger als im ersten Wahlgang (1655). Fischer, der vor zwei Wochen mit 2263 Stimmen gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung weiter aus und kam am Ende auf 3069 Stimmen.

Krettek bleibt im Amt

Spannend verlief die Auszählung der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn. Hier setzte sich Amtsinhaber Thorsten Krettek (parteilos) hauchdünn gegen seinen Herausforderer Marco Hans (SPD) durch. Auf Krettek entfielen 50,5 Prozent der Stimmen, auf Hans 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Krettek hat im vorläufigen Endergebnis 43 Stimmen Vorsprung.

Kommentar: Neuanfang kann nur mit absoluter Transparenz gelingen

Von Gerd Abeldt

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat sich heute in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) durchgesetzt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Neuanfang im Rathaus.

Ergebnis überraschend deutlich

Obwohl Fischer bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen vorn lag, ist das Ergebnis in seiner Deutlichkeit überraschend. Mario Szlezak (52) hat einen engagierten Wahlkampf gezeigt. Und seine Bilanz nach fünf Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung ist so schlecht nicht. In schwierigen Zeiten konnten ein Reihe von Projekten umgesetzt werden. Unter anderem der Bau von zwei neuen Feuerwehrgerätehäusern, eines Kindergartens und der Verkauf der Rundinsel in Hohenkirchen, durch den der Ort mittelfristig weiter touristisch aufgewertet werden dürfte, gehören zu den Pluspunkten. 

Aber für die Wähler waren offenbar die Dinge wichtiger, die nicht geklappt haben. Ausschlaggebend dürfte das Desaster bei der Kostenentwicklung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel gewesen sein. Bauherr war dabei noch nicht einmal die Gemeinde selbst, sondern mit der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein gemeindliches Tochterunternehmen mit einem eigenen Geschäftsführer.

Opfer des Thalaso-Desasters

Dennoch: Ein Bürgermeister trägt aus Sicht der Wähler eine Gesamtverantwortung für die Geschicke in der Gemeinde. Dabei geht es nicht um Schuld oder Nicht-Schuld. Die Beteuerung des Bürgermeisters, dass er aus den Fehlern von Rat und Verwaltung beim Thalasso-Bau gelernt habe und sich an die Spitze der Aufklärung der Vorfälle stellen werden, haben ganz offensichtlich nicht verfangen. Der Schmerz, den die Insolvenz der WTG und die Schließung der Bäder in Horumersiel und Hooksiel ausgelöst haben, wog deutlich schwerer. 

Da hatte es Fischer leichter. Er hat selbst nicht mit im Gemeinderat gesessen, als die (Fehl-)Entscheidung über den Gesundheitstempel gefällt wurden. Die Wähler habe offenkundig einen Unterschied gemacht zwischen dem CDU-Kandidaten Fischer und der CDU-Ratsfraktion, die lange den Thalasso-Kurs der WTG aktiv mitgetragen hat.

Vertrauen zurückgewinnen

Nun mach der Umstand, bei einer Fehlentscheidung nicht dabei gewesen zu sein, noch keinen guten Bürgermeister aus. Dem jungen Mann aus Middoge ist es in den vergangenen Wochen gelungen, den Eindruck zu erwecken, dass er als Finanzbeamter Verwaltung kann. Jetzt muss er liefern. Ob es ihm wirklich gelingt, die Gemeinde auf einen wirtschaftlich und finanziell gesunden Kurs zu steuern, wird die Zukunft zeigen.

Entscheidend dabei dürfe werden, wie gut der künftige Bürgermeister mit dem neuen Rat zusammenarbeitet, in dem die CDU keinesfalls eine Mehrheit hat. Es wird also immer wieder um (gute) Kompromisse gehen. Eine weitere Messlatte wird die lückenlose Aufklärung des Thalasso-Desasters. Für einen Neuanfang muss zunächst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Das schafft man nur durch ein Höchstmaß an Transparenz.