Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Sielortfete: Viele Besucher bringen Getränke selbst mit

Horumersiel (8. 6. 2026) – Trotz des wechselhaften Wetters war die Sielortfete in Horumersiel an allen Veranstaltungstagen gut besucht. Nach der offiziellen Eröffnung am Freitag tummelten sich auf dem Dorfplatz, auf der Festwiese auf demZentralparkplatz und entlang der Goldstraße zahlreiche Menschen, die der Musik lauschten, sich an den verschiedenen Ständen mit Leckereien und Getränken stärkten oder das Showprogramm auf der Bühne verfolgten.

Der „Shantychor Likedeeler“ unterhielt die Besucher der Sielortfete am Sonntagnachmittag. Foto: hol

Der „Bingo Bär“ Michael Thürnau vom NDR erhielt ebenso reichlich Beifall wie zum Beispiel der Spielmannszug Sillenstede, die Live-Bands „Sonic & Smoke“ und „Rinderhagen“ oder DJ Toddy. Am Samstag wurde von 1 Uhr nachts gefeiert. Am Sonntag ging es mit bedächtigeren Tönen weiter. Nach dem Ökumenischen Gottesdienst sangen der „Shantychor Likedeeler“ unter Leitung von Hardwig Gerdes und das Wangerländer Duo „De Platters“.

Abgerundet wurde das Programm unter anderem durch „Open Ships“ beim Küstenwachboot 19 der örtlichen Marinekameradschaft sowie beeindruckenden Ausstellungen und Vorführungen von Soldatinnen und Soldaten des Objektschutz-Regiments der Luftwaffe auf dem Festplatz. Eine wichtige Rolle im Showprogramm spielte auch CDU-Bürgermeister-Kandidat Theis Fischer. Er wurde im Rahmen der traditionellen Neptuntaufe unter dem Namen „Poseidon“ zum Wattkönig gekürt.

Frank Hensel aus dem Organisationsteam zeigte sich mit dem Zuspruch an Besuchern zufrieden – auch angesichts der Konkurrenz durch das Spiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die USA und das Tennis-Endspiels in Paris mit deutscher Beteiligung. Vergleichsweise schlecht seien allerdings die Umsätze der Gastronomen gewesen. Hensel: „Der Trend, dass sich immer mehr Gäste ihre Getränke selbst zur Sielortfete mitbringen, hält an. Das ist wenig erfreulich.“ 

Traditionell präsentiert sich die Bundeswehr bei der Sielorfete. Zu Gast in Horumersiel war das Objektschutzregiment der Luftwaffe. Foto: hol

Zeitplan für Bau der „Bunten Wache“ kaum noch zu halten

Wangerland/Hohenkirchen (8. 56. 2026) – Die Baugenehmigung für den Bau der „Bunten Wache“ im Gewerbegebiet in Hohenkirchen liegt vor. Darüber informierte der Leiter der technischen Bauabteilung der Gemeinde Wangerland, Torsten Meuer, die Mitglieder des Feuerwehrausschusses des Rates. Jetzt könne mit dem Abriss des noch auf dem Grundstück stehenden Gebäudes begonnen und die erforderliche EU-weite Ausschreibung für den Neubau vorbereitet werden.

So sieht der Entwurf der „Bunten Wache“ aus, die in Hohenkirchen entstehen soll. Grafik: Architekturbüro

Feuerwehr drückt aufs Tempo

In der „Bunten Wache“ soll künftig die Freiwillige Feuerwehr Hohenkirchen mit ihren Fahrzeugen sowie die Polizeistation Wangerland als Mieterin einziehen. Das alte Feuerwehrgerätehaus im Ortskern in zu klein und kann am bisherigen Standort nicht erweitert werden. Die Kosten für den Neubau hatte die Gemeinde zuletzt mit 5,7 Millionen Euro veranschlagt.

Gemeindebrandmeister Eike Eilers unterstrich in der Ausschusssitzung noch einmal die Dringlichkeit des Projektes. Die Feuerwehrfahrzeuge seien einfach zu groß für das alte Gebäude. Dadurch käme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Bedauerlich sei, dass der ursprüngliche Zeitplan kaum noch zu halten sei. Dabei war man von einer Fertigstellung des Gebäudes Mitte 2027 ausgegangen. Eilers: „Ich befürchte, dass in diesem Jahr auf der Baustelle außer dem Abbruch nicht mehr viel passiert.“

Alternative für Flachdach?

Nicht unbedingt weiter verzögert würde das Projekt nach Überzeugung von Meuer, wenn die Dachkonstruktion noch einmal überplant wird. CDU-Ratsherr Arndt Lowien hatte mit Erstaunen festgestellt, dass der Entwurf für das zweigeschossige Gebäude ein Flachdach vorsieht. Damit wären nach seiner Überzeugung künftige Probleme mit der Dachentwässerung vorprogrammiert. Der Ausschuss regte an zu prüfen, ob nicht doch lieber ein Schräg- oder Spitzdach gebaut werden sollte. Die Baugenehmigung müsste dann entsprechend angepasst werden.

Schwerlastverkehr soll die Ortsumgehung nutzen

Wangerland/Oldorf (8. 6. 2026) – Der landwirtschaftliche Schwerlastverkehr soll künftig nur noch die Ortsumgehung in Oldorf nutzen. Einvernehmlich empfahlen die Mitglieder des Wegeausschusses des Rates, die Straßen in dem Ort zu zu beschildern, dass die Anwohner der bisherigen Durchgangsstraße entlastet werden. 

Die kleine Ortsumgehung, die im Rahmen des Flurbereiniungsverfahren Oldorf-St. Joost gebaut worden war, soll zuvor förmlich als Gemeindestraße gewidmet werden. Ihr offizieller Name „Bertha-Cornelia-Weg“ fiel dabei im Ausschuss nicht. 

Die Namensgebung Ende 2024 war etwas unglücklich gelaufen. Der Gemeinderat hatte die Straße mit dem Namen der verstobenen Bürgerin bedacht, um deren Verdienste für das Schlossmuseum Jever zu würdigen. Erst im Abstimmungsverfahren war ins Rathaus durchgedrungen, dass viele Oldorfer diese Namensgebung nicht gut fanden. 

Hooksieler Reiterinnen sichern sich Kreismeisterschaft

Hooksiel (8.6. 2026) – Die Dressurmannschaft des Reit- und Fahrvereins (RuF) Hooksiel ist neuer Kreismeister in der Mannschaftsdressur Klasse A* 2026. Die Meisterprüfung fand am Wochenende bei einem Turnier in Bockhorn/Grabstede statt.

Mannschaftsführerin Melanie Lüttge (ganz links) feierte mit den Reiterinnen (von links) Simone Gehm-Dettmann mit Pretty Valerie, Rieke Scherf mit Unlimited Passion, Freya Heinen mit Chico Saltando und Reena Peters mit Red Rosie die Kreismeisterschaft. Foto: Elsbeth Noatzsch

Die Dressurmannschaft mit Mannschaftsführerin Melanie Lüttge errang am Samstag den zweiten Platz. Am Sonntag traten dann die drei besten Mannschaften um den Titel der Kreismeisterschaft des Kreisreiterverbandes (KRV) Friesland/Wilhelmshaven gegeneinander an.

Die Hooksielerinnen (Simone Gehm-Dettmann mit Pretty Valerie, Rieke Scherf mit Unlimited Passion, Freya Heinen mit Chico Saltando und Reena Peters mit Red Rosie) errangen souverän den ersten Platz und wurden somit Kreismeister in der Mannschaftsdressur Klasse A*. Damit hat sich die Mannschaft auch das Startrecht beim Landesturnier in Rastede gesichert.

Betroffene beklagen willkürliche Festsetzungen der Gemeinde

Wangerland (6. 6. 2025) – Die Gemeinde-Entwicklungsplanung ist eines der Großprojekte, die der aktuelle Gemeinderat in großer Einhelligkeit in der laufenden Wahlperiode auf den Weg gebracht hat. Veränderungssperren wurden verhängt, neues Baurecht geschaffen, dutzende Bebauungspläne für verschiedene Ortschaften überarbeitet.

Ein Ziel: Den historisch gewachsenen Wildwuchs in etlichen Ortschaften rechtlich abzusichern. Unter anderem sollen bislang nicht ordnungsgemäß angemeldete Nutzungen etwa von Wohnungen und Anbauten als Feriendomizile legalisiert, Bereiche für Dauer- und Ferienwohnungen klar definiert und abgegrenzt werden.

Zahl der Ferienwohnungen begrenzt

Allerdings werden künftig nicht alle Ferienwohnungen weiterhin vermietet werden dürfen. Trotz Bestandsschutz. So wird etwa im neuen Bebauungsplan für Teilgebiete in „Horumersiel-Zentrum“ die maximal zulässige Zahl von Wohnungen je Grundstück auf zwei beschränkt. Nach Ansicht von Heiko Manott, Vorstand des Seebadevereins Horumersiel und beratendes Mitglied im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Gemeinderates, handelt es sich hierbei um einen massiven Eingriff in die Nutzungsrechte der Wohnungseigentümer.

Die Gemeinde provoziere mit den Neuregelungen geradezu Schwarzvemietungen, befürchtet Manott. Die angestrebte Umwidmung der überschüssigen Ferienwohnungen in Dauerwohnraum sei abwegig. „Viele der Ferienwohnungen sind schlichtweg als Dauerwohnung nicht geeignet.“

Entwertung von Immobilien

Bei vielen Horumersielern stößt vor allem sauer auf, dass die wundersame Vermehrung von Ferienwohnungen im Ort über Jahrzehnte unter den Augen von Wangerland Touristik GmbH und Gemeinde erfolgte. Wenn Dauerwohnungen zu Urlauber-Domizilen umfirmiert und Garagen zu touristischen Schlichtquartieren umgebaut wurden, sei das mit Blick auf die steigenden Übernachtungszahlen durchweg begrüßt worden. Vor diesem Hintergrund werden die neuen Regelungen als Willkür, als Teilenteignung, zumindest aber als massive Entwertung der Immobilen empfunden.

Die Kommunalpolitiker ließen sich von der Kritik nicht beirren. Der Satzungsbeschluss für den überarbeiteten Bebauungsplan wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig abgesegnet. Auch wenn es dabei nicht mehr darum gehe, das historische Ortsbild von Horumersiel zu sichern. Ratsherr Holger Ulfers (SPD): „Dann hätten wir damit schon vor 25 Jahren anfangen müssen.“ 

Schweinswal nach zunächst erfolgreicher Rettung gestorben

Wangerland (5. 6. 2025) – Die Parallelen zum Ostseewal „Timmy“ sind unverkennbar. Bekanntlich war der mächtige Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und dort gestrandet war, in einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht worden – dann dort aber wenig später gestorben. Ähnlich erging es einem jungen Schweinswal, der am Donnerstag im Wangerländer Watt entdeckt worden war. Heute Mittag meldet die Polizei, dass das Tier inzwischen verendet sei.

Feuerwehr und Polizei retteten diesen hilflosen Schweinswal aus einer bedrohlichen Lage im Watt. Dennoch starb das Tier. Foto Polizei

Dabei waren alle Retter wenige Stunden zuvor noch sehr zuversichtlich. Ihr außergewöhnlicher Einsatz war am Donnerstag gegen 18 Uhr ausgelöst worden, nachdem bei der Polizei die Meldung über ein etwa drei Meter großes, hilfloses Tier eingegangen war, das im Wattenmeer vor Schillig gefangen sei.

Vor Ort bestätigte sich die Befürchtung: Ein Schweinswal hatte bei Ebbe den Weg zurück ins tiefe Wasser verpasst und lag völlig entkräftet im Watt. Es handelte sich allerdings um ein nur etwa 50 Zentimeter großes Jungtier, das offenbar von seiner Mutter getrennt worden war. In einer Gemeinschaftsaktion mobilisierten die Beamten der Polizei und der hinzugezogenen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen alle Kräfte, um das sichtlich erschöpfte Tier zu retten. Dem Einsatzteam gelang es, den Wal sicher aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu bergen.

Zunächst gingen die Retter davon aus, dass ihr Einsatz sich auch für das Tier gelohnt hat. Heute Mittag dann die traurige Nachricht. „Der zunächst gerettete Schweinswal ist gestorben.“ Ein Fachmann der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich hat den Tod festgestellt. Die Hilfe war offenbar zu spät gekommen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Grüne nominieren neue Gesichter für Gemeinderat

Wangerland/Jever (5. 6. 2026) – Die Mitglieder von Bündnis90/DieGrünen im Wangerland haben ihr Wahlprogramm verabschiedet und die Kandidierendenliste für die Kommunalwahl am 13. September aufgestellt. Die Schwerpunkte liegen bei den Themen Soziales, Natur- und Tierschutz, Integration, Bauen und Wohnen, Bildung und Wirtschaft. 

Die Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl zum Gemeinderat im Wangerland: (von links) Waltraud Rohde, Gaby Szlezak, Thomas Schweers, Geesche Janßen, Michaela Lebin (hinten), Sven Pohle, Susanne Tibke und Robert Lebin. Foto: Grüne

Die Versammlung fand im Foyer des Theaters am Dannhalm in Jever statt. Derzeit hat die Partei zwei Sitze im Rat. Man kooperiert in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GFW) mit der CDU und der FDP. Schon zu Beginn der Sitzung war klar, dass sich die Gesichter der Grünen im Rat ändern werden. Angelika Kirschner, seit über einem Jahrzehnt für die Gemeinde aktiv, tritt aus Altersgründen nicht erneut an. Dirk Bremers, in 2025 für den verzogenen Reiner Tammen in den Rat nachgerückt, steht ebenfalls nicht mehr zur Verfügung.

Zur Wahl im September treten für das Bündnis90/Die Grünen an: Gaby Szlezak (Tettens), Sven Pohle (Wüppelser Altendeich), Waltraud Rohde, Thomas Schweers, Geesche Janßen (alle Hohenkirchen), Susanne Tibke (Hooksiel), Robert und Michaela Lebin (beide Waddewarden). Spitzenkandidatin Gaby Szlezak ist übrigens die Frau des amtierenden Bürgermeisters Mario Szlezak (SPD).

Das Wahlprogramm, das in den vergangenen Wochen zusammengestellt worden war, wurde einstimmig abgesegnet. Es umfasst eine Fülle von Vorhaben, Forderungen, Wünschen und Ideen. Die Bandbreite reicht von einer Standortkarte für Defibrillatoren über die Anwendung der Baumschutzsatzung bis zur Ausschöpfung der Potenziale der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien. Ihr Programm wollen die Kandidierenden in den nächsten Wochen und Monaten den Bürgern in den Orten bekannt machen.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

20 Altanlagen sollen für neuen Windpark abgebaut werden

Wangerland (4. 6. 2026) – Der Umgang mit erneuerbaren Energie ist ein Politikum. Auf lokaler Ebene wie auf nationaler und internationaler. Deutlich wurde das zuletzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Wangerlandes. Das Ziel von Gemeinde und Kommunalpolitik: Einen Wildwuchs von Konvertern in der Landschaft vermeiden, zugleich aber Einnahmen für die Gemeindekasse und lokale Investoren ermöglichen – und im besten Fall einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Die klimafreundliche Nutzung der Windenergie hat nicht nur Befürworter. Immer größer werdende Konverter dominieren das Landschaftsbild in weiten Teilen der Region. Im Wangerland sollen jetzt Altanlagen abgebaut und durch wenige neue ersetzt werden. Archiv-Foto: hol

Dem gegenüber steht die Kritik von Bürgern, die zum Teil auch in der Ausschusssitzung zu Wort kamen. Weitere Windräder würden das Landschaftsbild verschandeln – unabhängig davon, ob im Gegenzug an anderen Orten Altanlagen abgebaut werden. Und: Ob der zusätzliche Windstrom tatsächlich dem Klima hilft, sei so lange fraglich, wie die Leitungstrassen nicht stark genug sind, zusätzlichen Windstrom aufzunehmen und zu potenziellen Verbrauchern zu transportieren. So lange das nicht der Fall ist, müssen immer wieder Windräder abgeschaltet oder überschüssiger Strom kostenträchtig „verschenkt“ werden.

Zustimmung für Projekt „Inikwarfe“

Für die konkreten Windprojekte wollten Kommunalpolitik und Verwaltung diese Pauschalkritik so nicht gelten lassen. Lutz Ahmels, Windpark-Projektierer und Sprecher von 14 Windbauern im Wangerland, stellte aktualisierte Pläne für den Repower-Windpark „Inikwarfe“ vor, in dem südlich von Hohenkirchen/Gottels drei Großanlagen aufwachsen sollen.

Die neuen Konverter würden rund 20 Altanlagen ersetzen, die sich derzeit noch im Wangerland drehen und die mit der Inbetriebnahme des neuen Windparks abgebaut werden sollen. Viele der Altanlagen sind unter 50 Meter hoch, einige aber auch höher. Wichtig ist das, weil größere Windräder ohnehin einen Rechtsanspruch auf Repowering haben, meist im Umfeld ihres bisherigen Standortes.

Höhere Steuereinnahmen

Kleinere Anlagen haben diese rechtlichen Privilegierung nicht. Sie würden sich, so erläuterte Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak, ohne eine Alternativplanung so lange drehen wie sie technisch dazu in der Lage sind. Einen weiteren Vorteil für die Gemeinde nannte Ahmels. Der neue Windpark mit einer über dreimal so hohen Stromleistung wie die Einzelanlagen würde auch mehr Gewerbesteuern in die Gemeindekasse spülen – nämlich rund 420.000 Euro, jedes Jahr, voraussichtlich rund 20 Jahre lang. Mit dem Baubeginn rechnen die Investoren für den Winter 2029. 

Die städtebaulichen Vorzüge des Repowerns hoben Sprecher der SPD-Ratsfraktion und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hervor. Für den neuen Park würden dieselben Regeln gelten, wie für andere Windparks im Wangerland, betonte Immo Müller (ZUW). Der Abstand zum nächsten Wohnhaus muss mindestens 500 Meter betragen – berechnet nach dem „Rotor-in-Prinzip“. Das bedeutet, dass der Abstand nicht vom Mast eines Windrades aus sondern von der Spitze des Rotors aus gemessen wird. Der Mastabstand wächst dabei bei modernen Anlagen um rund 70 bis 80 Meter.

Flächen für neue Investoren

Die Ausschussmitglieder signalisierte Zustimmung zur Planung für den Repower-Windpark. Mehrheitlich abgesegnet wurden danach auch Entwürfe für die Flächennutzungspläne für die Windparks bei Haddien und Nenndorf (in der Nähe von Oldorf). Die Unterlagen sollen im nächsten Schritt öffentlich ausgelegt werden. An beiden Standorten sollen nach den Vorstellungen von Investoren auf 18 beziehungsweise 33,5 Hektar Flächen jeweils zwei oder drei „neue“ Windräder aufgestellt werden.

Der von der ZUW eingebrachte Antrag, auch diese Windparkflächen als neue Standorte für repowerfähige Anlagen von anderen Standorten in der Gemeinde vorzusehen, fand keine Mehrheit. Damit, so Müller, hätte man mit dem „Aufräumen der Landschaft“ im Wangerland fortsetzen können. Jetzt sei zu erwarten, dass für eine Reihe der verbleibenden über 50 Meter großen Anlagen Ersatzbauten in der Nähe der alten Standorte erfolgen werden. 

Nach Einwenden des Landkreises Friesland gegen die ins Auge gefasste Fläche bei Haddien und Nenndorf war das Planungsareal Nenndorf bereits halbiert worden. Die Untere Naturschutzbehörde hat an beiden Standorten zudem zahlreiche Brut- und Gastvögel identifiziert, um deren Wohl man sich aber erst dann kümmern müsse, wenn der genaue Standort der einzelnen geplanten Windräder feststeht.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Wochenmärkte: Nur noch Strompauschale statt Standgebühr?

Wangerland/Hooksiel (4. 6. 2026) – Die Gemeinde Wangerland soll von Wochenmarkt-Beschickern künftig nur noch eine Pauschale für den Stromverbrauch erheben. Die klassischen Standgebühren hingegen sollen entfallen. Diese Empfehlung gab der Landwirtschaftsausschuss des Gemeinderates auf seiner Sitzung am Mittwoch. 

Wochenmarkt Hooksiel
Die Gemeinde Wangerland erwägt, die Standgebühren für Wochenmarkt-Beschicker zu streichen. Dadurch sollen die Stände für die Händler und damit letztlich auch für deren Kunden attraktiver werden. Archiv-foto: hol

Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, die Gebühren ersatzlos zu streichen, um die Märkte attraktiver zu machen. Insbesondere die Standbetreiber in Hohenkirchen würden immer wieder über die Kosten klagen, erläuterte Abteilungsleiter Markus Gellert für die Verwaltung. Gerade für die Wintermonate, wenn die Zahl der Kunden sehr gering sei, könne man das nachvollziehen. Auf den eher von der Urlaubssaison geprägten Märkten in Hooksiel und Horumersiel spielt das Standgeld offenbar einen geringere Rolle.

Einnahmen von 4000 Euro im Jahr

Aktuell müssen Händler je Markttag und je laufenden Meter Frontlänge ihrer Verkaufsfläche 1,20 Euro bezahlen, mindestens aber 6 Euro. Für einen zehn Meter langen Stand werden also 12 Euro fällig. Die Gebühr, die über das ganze Jahr gesehen für die Gemeinde zu Einnahmen von etwa 4000 Euro führt, wird vor Ort erhoben. Mit der Einnahme würde auch der Aufwand für das Erheben und das Verbuchen des Geldes entfallen, wobei, so betonte Gellert, die Posten der Marktvögte als wichtiges Bindeglied zu den Beschickern erhalten bleiben. 

„Falsches Signal“ korrigiert

Nach den Vorstellung der Verwaltung wäre es ratsam, die Standgebühr komplett zu streichen, da es es immer schwieriger werde, Marktbeschicker auf den Wochenmärkten zu halten oder neue zu gewinnen. Dem überschaubaren Einnahmeverlust würde eine Belebung der Märkte gegenüberstehen, die ein „wichtiger Aspekt der Daseinsvorsorge“ seien. Der Vorschlag der Verwaltung sah dabei vor, den Beschickern auch die Stromversorgung etwa für Kühlaggregate kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Ratsherr Immo Müller (UWW) wertete das als „falsches Signal“. Seinem Antrag, von Beschickern, die den Stromanschluss nutzen, zumindest eine Energiepauschale zu erheben, folge der Ausschuss einmütig. Abschließend entscheiden wird voraussichtlich der Gemeinderat auf seiner nächsten Sitzung am 30. Juni.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Barrierefreie Haltestellen machen Nahverkehr attraktiver

Wangerland (4. 6. 2026) – Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Gemeinde Wangerland mit der Sanierung und dem barrierefreien Ausbau von sieben Bushaltestellen im Gemeindegebiet begonnen. Ziel ist es, die Haltestellen für Schüler, Bürger und Urlauber sicherer und komfortabler zu machen. 

Beim Baustart (von links) Denis Brand (Planungsbüro IST), Bürgermeister Mario Szlezak, Dipl.-Ing. Stefan Tuitjer (Wittmund Bau), Andreas Feltes, (Gemeinde Wangerland), Stefanie Pflug (Landkreis Friesland) und Tilli Rachner (VEJ). Foto: Gemeinde Wangerland

Im Laufe des Jahres sollen nacheinander die Bushaltestellen in Schillig, Schwarzeck Augustgroden, Tettens (Grundschule), Waddewarden, Oldorf (zwei Haltestellen) und Wiefels modernisiert werden. Die Bauarbeiten sollen bis Ende September abgeschlossen sein. 

Zuschüsse von Land und Kreis

Im Zuge der Sanierung werden die Haltestellen mit „taktilen Leitsystemen“ für sehbehinderte Menschen, mit besonderen Bordsteinen („Buskapsteinen“) für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg, Fahrradbügeln, Wartehäuschen, modernen Entwässerungsanlagen und einer verbesserten Beleuchtung ausgestattet. Teilweise werden zudem digitale Fahrgastinformationen installiert, unter anderem an der Haltestelle in Schillig. 

Die Gesamtinvestition beläuft sich nach Angaben der Gemeinde Wangerland auf rund 555.000 Euro. Die Maßnahme werde durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) mit 75 Prozent der Baukosten sowie durch den Landkreis Friesland mit weiteren 12,5 Prozent gefördert. Die Gemeinde trage die verbleibenden 12,5 Prozent der Kosten. 

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak freut sich, dass die Arbeiten beginnen. „Mit dem Ausbau der Haltestellen investieren wir gezielt in die Barrierefreiheit, die Verkehrssicherheit und die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. Davon profitieren nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler, sondern alle Menschen, die im Wangerland unterwegs sind.“

Besseres Sicherheitsgefühl

Auch Tilli Rachner vom Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) zeigt sich zufrieden. Fahrgäste sollen sich an den Haltestellen wohl und sicher fühlen. Eine gute Ausleuchtung der Bereiche sowie moderne Wartehäuschen aus Glas würden wesentlich zum Sicherheitsgefühl und zur höheren Aufenthaltsqualität beitragen. 

Diese Einschätzung teilt Stefanie Pflug vom Landkreis Friesland. Auch sie betonte die Bedeutung moderner und barrierefreier Haltestellen für einen zeitgemäßen öffentlichen Personennahverkehr und begrüßt die Investitionen in die Infrastruktur ausdrücklich. 

In 2027 will die Gemeinde das Modernisierungsprogramm für die Bushaltestellen fortsetzen. Dabei setzt man erneut auf Fördermittel der LNVG und des Landkreises. Die Gemeinde hat bereits entsprechende Anträge für weitere acht Haltestellen eingereicht.