Wilhelmshaven (6. 11. 2026) – „In Wilhelmshaven wird unter dem Vorwand der Umstellung auf grüne Gase ein Projekt vorangetrieben, über das am Ende doch nur fossiles Flüssigerdgas importiert werden wird“, klagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner. „Der weitere Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste muss sofort gestoppt werden.“
Die DUH hat eine Studie in Auftrag gegeben, die nach Lesart der Umweltschutzorganisation die Unwirtschaftlichkeit und Ineffizienz des Imports von synthetischem Methan (SNG) über das im EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord geplante Flüssigerdgasterminal in Wilhelmshaven belegt. Die Deutsche Grüngas Energieversorgungs GmbH (DGGEV), die Projektgesellschaft von Tree Energy Solutions (TES), möchte dort „spätestens 2044″ statt Erdgas nur noch SNG importieren.
Laut Studie ist SNG aus grünem Wasserstoff in Kombination mit einem geschlossenen CO2-Kreislauf jedoch höchst ineffizient und damit zu teuer. Von der eingesetzten Energie kämen am Ende nur rund 30 Prozent in Wilhelmshaven an. Der Transport von Wasserstoff per Pipeline wäre deutlich effizienter.
Weitaus realistischer ist aus Sicht der DUH daher mit Blick auf das geplante Terminal die dauerhafte Fortschreibung des fossilen Betriebs. TES und die DGGEV planen den Import von im Exportland mit günstigem (Solar-)Strom erzeugten Wasserstoff, der für den Transport zu Methan synthetisiert wird. Das bei der Verstromung in Wilhelmshaven abgespaltene CO2 würde dann zurück in das Produktionsland gebracht, um dort wieder für die Methan-Produktion eingesetzt zu werden.
Die Umweltschützer kritisieren die Pläne der DGGEV als „Greenwashing“-Versuch, mit dem ein neues fossiles Importterminal gerechtfertigt werden soll. Müller-Kraenner: „Wir fordern die Stadt Wilhelmshaven auf, die Pläne für die Bebauung des EU-Vogelschutzgebiets Voslapper Groden-Nord endgültig zu stoppen.“
Der Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, Constantin Zerger, räumt ein, dass grüne Gase ihren Platz in der Energiewende haben werden – und zwar überall dort, wo eine Elektrifizierung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Das Versprechen der DGGEV, in ferner Zukunft synthetisches Methan aus erneuerbaren Quellen zu importieren, offenbare sich bei genauerem Hinschauen jedoch nur als „Cover-Story für ein fossiles Terminal“.
Mit dem Projekt in Wilhelmshaven werde nicht die Energiewende vorangebracht, sondern Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Importen aus der Golfregion und von Donald Trump weiter ausgebaut.












