Hooksiel (22. 3. 2026) – Jugendliche haben am frühen Samstagabend am und auf dem Bolzplatz am Hooksieler Kindergarten gezündelt. Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten, alarmierten die Feuerwehr, die die an drei Stellen gelegten Feuer schnell löschen konnte.
„Glücklicherweise entstand kein Sachschaden“, teilt Ortsbrandmeister Jörg Nöchel mit. Die Feuerwehrleute hätten nach etwa einer Stunde wieder zurück zu ihrem Feuerwehrhaus fahren können – wo sie von den Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr erwartet wurden.
Diese hatten ein Übernachtungs-Wochenende im Feuerwehrhaus gemacht. Dabei legten die Nachwuchskräfte der Wehr die „Jugendflamme“ in den Stufen eins und zwei ab. Die für den Samstagabend geplante Übergabe der Auszeichungen für die von allen Teilnehmern bestandenen Prüfungen wurde durch den Einsatz verzögert. Nöchel: „Wir sind sehr stolz auf unsere Jugendlichen und gratulieren zu den guten Leistungen.“
Hooksiel (22. 3. 2026) – Die Mitglieder des Naturistenbundes Wilhelmshaven-Friesland (NBWF) sind enttäuscht, einige nach eigenem Bekunden sogar „schockiert“. Die neuen Betreiber des Nordsee Campingplatzes Hooksiel haben ein Gesprächsangebot der Nudisten über das geplante Aus für den FKK-Bereich auf dem Platz strikt abgelehnt. „Nicht einmal zu einem klärenden Gespräch ist die Überland bereit …“.
Gesprächsangebot abgelehnt
Bekanntlich hat die Überland Service GmbH (Berlin) zum Jahresbeginn den Hooksieler Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen – und einige Änderung angekündigt. Neben verschiedenen Investitionen in die Sanierung und Modernisierung des Platzes und die Neuordnung der Stellplatz-Bereiche sieht das Konzept ab 2027 das Aus für das FKK-Camping vor.
FKK-Camping ist in Hooksiel nur noch in der Saison 2026 möglich. Foto: hol
Eine Online-Petition gegen diese Entscheidung haben inzwischen rund 1000 Freunde der Freikörperkultur unterzeichnet. Der NBWF hatte vor diesem Hintergrund die Überland-Geschäftsführung um ein Gespräch gebeten – auch um mögliche Kompromisse wie etwa eine Verkleinerung des bislang über 400 Stellplätze umfassenden FKK-Bereiches auszuloten. Die Antwort der Überland GmbH lässt aber keinen Raum mehr für entsprechende Überlegungen.
In der E-Mail bedankt sich Geschäftsführer Mike Schreurs zwar ausdrücklich für das bisherige Engagement der Nudisten auf dem Campingplatz. In der Sache selbst zeigt er sich aber unnachgiebig. „Nach sorgfältiger und umfassender wirtschaftlicher Prüfung haben wir eine endgültige Entscheidung getroffen, den bisherigen FKK-Bereich zum kommenden Jahr in einen Textil-Bereich umzuwandeln.“ Und weiter: „Die Entscheidung ist verbindlich und lässt leider keinen Spielraum für weitere Verhandlungen oder alternative Konzepte.“
Platzbetreiber beim Seebadeverein
Unabhängig von der von den Betroffenen als sehr schmerzhaft empfundenen FKK-Entscheidung will die Überland GmbH sich und ihr Konzept in Hooksiel vorstellen. Wie der Vorsitzende des Seebadevereins Hooksiel, Wolfgang Ademes, ankündigte, hätten die neuen Campingplatz-Betreiber zugesagt, am „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins im April teilzunehmen. Die (auch für Nudisten) öffentliche Veranstaltung beginnt am Dienstag, 28. April, um 18 Uhr im Gästehaus Hooksiel.
Wilhelmshaven/Friesland (23. 3. 2026) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) zeichnet wieder Auszubildende aus der Jade-Wirtschaftsregion mit dem Hans-Bretschneider-Preis aus. Dafür sucht der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft junge Menschen, die bereits gute Leistungen nachgewiesen haben und sich darüber hinaus gesellschaftlich engagieren.
Der Preis ehrt neben der abgeschlossenen Ausbildung auch Bildungswege, die von besonderen Herausforderungen und großem Einsatz für die Gesellschaft geprägt sind. Ziel sei es , so der AWV, junge Talente zu unterstützen, die über den Tellerrand hinausschauen und motiviert sind, ihre eigene Fort- und Weiterbildung zu fördern.
Der Hans-Bretschneider-Preis ist dotiert mit 1250 Euro. Prämiert werden können Auszubildende aus AWV-Mitgliedsunternehmen, die ihre Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf abgeschlossen haben oder in diesem Jahr abschließen werden. Bewerbungen können bis zum 31. Mai eingereicht werden.
Hooksiel (21. 3. 2026) – Eine spannende Reise durch die Zeit erlebten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hooksiel während ihrer Projektwoche. Vier Tage lang hatten Lehrkräfte und Mitarbeiter ihre Türen geöffnet, um mit klassenübergreifenden Gruppen arbeiten zu können. Die Schüler aller vier Jahrgänge konnten zuvor ihre Lieblingsprojekte benennen.
Die Kinder der Grundschule Hookiel unternahmen in der Projektwoche Zeitreisen in die Epochen ihrer Wahl. Unter anderem bekamen sie einen Eindruck davon, wie die Menschen im alten Ägypten, in Rom oder im Wilden Westen lebten. Fotos: Schule
Spannende Projekttage
Unter dem Moto „Zeitreise“ ging es für die Schüler dann von den Dinosauriern über die Steinzeit hin zur Ming-Dynastie, von den Pyramiden in Ägypten ins römische Reich, durchs Mittelalter bis hin zum Wilden Westen. Die Kinder konnten spannende Einblicke in die Jugendzeit ihrer Großeltern gewonnen oder alles rund ums Thema Fliegen erkunden. Da wurde Schmuck wie in Vorzeiten gebastelt, mit dem Lasso geworfen, auf Chinesisch gezählt oder wie bei den alten Ägyptern gegessen und getrunken.
Am letzten Schultag vor den Osterferien dann der Höhepunkt der Projekttage: Die jeweiligen Gruppen stellen schulintern alles das vor, was sie in der Woche erlebt und erlernt haben. „Die Projektwoche war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und hat den Kindern nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt“, bilanziert Myriam Giersdorf aus dem Leitungsteam der Schule. Schon jetzt stehe fest: „Auch im nächsten Jahr wird es eine Projektwoche geben.“
Schulleiter verabschiedet
Nicht mehr dabei sein wird dann Peter Nußbaum. Der Schulleiter verabschiedete sich an diesem Freitag von den Schülern und seinem Kollegium. Wie berichtet hatten Peter und Damir Nußbaum, Schulleiter der Grundschule Tettens, zu Ostern gekündigt, weil sie sich im Ausland neuen Herausforderungen stellen möchten.
Die Landesschulbehörde hatte beide Stellen umgehend ausgeschrieben. Nach den Worten von Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak sollen inzwischen auch Bewerbungen vorliegen. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere beiden Grundschulen nach den Sommerferien wieder Schulleiter haben werden.“
Hooksiel (20. 3. 2026) – Wer eine Herausforderung sucht, der ist in Hooksiel gut aufgehoben. Das hat sich offenbar bis zum Gymnasium in Sögel herumgesprochen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr Schülerinnen und Schüler aus dem Emsland im Rahmen eine Öko-Projektes in dem Sielort ein Insektenhotel bauten, haben in dieser Woche fünf junge Frauen bei der Betreuung von Senioren im Wohnstift Hooksiel geholfen.
Katrin Harbers vom Wohnstift Hooksiel (ganz rechts) freute sich über die Unterstützung durch die jungen Damen aus Sögel beim Besucher mit Bewohner in einem Eiscafé im Ort. Von links die Schülerinnen Lara, Corinna, Merve, Merit und Pia mit ihrer Betreuerin Susanne Gehrs. Foto: hol
Interesse an sozialen Themen
Lara, Merve, Corinna, Merit und Pia, Schülerinnen des dortigen 10. Jahrgangs, haben eines gemeinsam: das Interesse an sozialen Themen. Für die „Herausforderungs-Woche“ an ihrer Schule suchten sie sich deshalb das Wohnstift in Hooksiel als Partner aus. „Wir wollten gern etwas mit und für ältere Menschen machen“, schildert Merit. Dabei sei es darum gegangen, Berufe im Sozialbereich und deren Belastungen kennen zu lernen. Aber auch ganz eigennützige Aspekte hätten eine Rolle gespielt. Merve: „Wir wollen auch lernen, unsere eigenen Großeltern besser zu verstehen .“
Für ihren Aufenthalt in Hooksiel waren die Schülerin mit ihrer Betreuerin Susanne Gehrs in einer Ferienwohnung von Anke Müller untergebracht, die schon im vergangenen Jahr den Kontakt zur Schule in Sögel geknüpft hatte. Von hieraus ging es fünf Tage lang jeden Morgen um 7.30 Uhr zum Wohnstift an der Friesenstraße.
Gespräche mit Senioren
Nach dem Frühstück mit den Senioren unterstützten die Praktikantinnen das Pflegeteam bei verschiedenen Aktivitäten – so etwa beim Ostereier-Färben, beim Blumen pflanzen im Garten oder beim Transport der älteren Bewohnerinnen und Bewohner zum Eisessen in einem Café in der Lange Straße. Bei einer großen Anzahl an Rollstuhlfahrern kein einfaches Unterfangen.
Die Gymnasiastinnen berichteten gegenüber „Hooksiel-Life“ von netten Gesprächen, aber auch von anstrengenden Situationen bei der Begegnung mit den ihnen unbekannten Menschen. „Hier und da haben wir uns schon überfordert gefühlt“, räumt Merve ein. Da sei es gut gewesen, dass immer sofort jemand aus dem professionellen Betreuerteam des Wohnstifts um Katrin Harbers für sie ansprechbar gewesen sei. „Wir haben viel gelernt“, sagte Merit. „Vor allem auch die Angst zu überwinden, auf andere Leute zuzugehen.“
Hooksiel (20. 3. 2026) – Die historische Hooksieler Kanone kann wieder auf ihren angestammten Platz auf dem Deich an der Viethstraße zurückkehren. Ulrich Hellkuhl und Werner Doyen vom Seebadeverein Hooksiel haben den Anstrich des Schmuckstücks ausgebessert und zum Teil erneuert.
Haben der historischen Kanone einen neuen Anstrich verpasst: Werner Doyen (links) und Ulrich Hellkuhl vom Seebadeverein. Foto: Heibeck
Über die Wintermonate war die in den Jahren 2022 bis 2024 unter der Federführung des Seebadevereins runderneuerte Kanone in einer Halle von Bootsbauer Wolfram Heibeck im Gewerbegebiet eingemottet. Spätestens zu den Ostertagen soll das beliebte Fotomotiv wieder öffentlich präsent sein.
Mit der 1849 gebauten 87-Millimeter Kanone wollte seinerzeit Preußen die Zufahrt zum Hooksieler Hafen vor dänischen Kaperfahrern schützen. Geschossen wurde mit ihrer aber angeblich nie.
Wangerland (20. 3. 2026) – Die CDU Wangerland lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 23. März,ein. Angesprochen werden sollen alle engagierten Wangerländer, die sich eine Kandidatur für den Gemeinderat vorstellen können. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Restaurant „Adria“ in Tettens.
„Wir sind dankbar für jedes Interesse und jede Bereitschaft, sich für unsere Gemeinde einzubringen. Kommunalpolitik lebt vom Mitmachen – und genau dazu möchten wir ermutigen“, so der Vorsitzende der CDU Wangerland, Christian Burchardt. Im Rahmen der Veranstaltung werde die Arbeit des Gemeinderates umfassend vorgestellt.
Die Besucher sollen einen Einblick in die Aufgaben, Abläufe und Verantwortlichkeiten der ehrenamtlichen Ratsarbeit bekommen. Erfahrene Ratsmitglieder der CDU Wangerland sind vor Ort, um Fragen zu beantworten und aus der Praxis zu berichten.
Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September 2026, entscheiden alle Wangerländer ab dem 16. Lebensjahr über die Zusammensetzung des Gemeinderats für die nächsten fünf Jahre. Zudem wird auch ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt.
Hooksiel/Oldenburg (20. 3. 2026) – Gegen die Parkgebühren am Strand von Hooksiel ist aus rechtlicher Sicht nichts einzuwenden. Das zumindest ist die Einschätzung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Die Juristen haben sich in dieser Woche mit der Klage von Janto Just auseinandergesetzt. Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten aus Schortens handelt es sich bei den Parkentgelten eigentlich um einen verkappten Strandeintritt, durch den der freie Zugang zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eingeschränkt wird. Die Kommerzialisierung des Strandzuganges in der Gemeinde Wangerland hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) aber bereits 2017 für unzulässig erklärt.
Freier Strandzugang gewährleistet
Die Kammer folgte der Argumentation von Just nicht und wies die Klage ab. Die Erhebung von Parkentgelten auf den strandnahen Parkflächen durch die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) schränke das Recht auf freien Zugang zum Strand nicht ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Kläger kann beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Zulassung der Berufung beantragen.
Der Hooksieler Strand ist auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus zu erreichen. Besucher müssten nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Oldenburg nicht zwingend Parkgebühren zahlen, wenn sie Erholung suchen. Archiv-Foto: hol
Wie Just gegenüber „Hooksiel-life“ ankündigte, werde er zunächst einmal die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtes abwarten. Danach werde er voraussichtlich die Berufung beantragen. Er sei unverändert der Ansicht, dass die Gemeinde mit der Abschaffung des Strandeintritts bei gleichzeitigen Einführung von Parkentgelten lediglich ihr Finanzierungsmodell geändert habe.
Die Parkgebühren stehen nach Ansicht der 6. Kammer am Verwaltungsgericht „rechtlich und faktisch neben dem geschützten Betretungsrecht“. Dadurch werde freier Zugang zum Strand weder unmöglich gemacht noch unzumutbar erschwert. Die Parkplätze würden für die Erreichbarkeit der Strände nicht zwingend benötigt. So könnten Erholungsuchende die Strände auch mit Bussen, dem Fahrrad oder auf andere Weise aufsuchten. Das im Bundesnaturschutzgesetz geregelte Betretungsrecht der freien Landschaft umfasse nicht die kostenlose Inanspruchnahme einer dem frei zugänglichen Strand vorgelagerten Infrastruktur.
Parkentgelt kein verkappter Strandeintritt
Auch den Umstand, dass die Parkentgelte im zeitlichen Zusammenhang mit der Abschaffung des bis zur Strandsaison 2023 in den Strandbädern im Wangerland geltenden Strandeintritts eingeführt wurden, erachtet die Kammer als rechtmäßig. Die von Just angeprangerte erneute großflächige Kommerzialisierung des Strandzugangs sei hierin nicht zu erkennen. „Eine erneute Einführung von Strandgebühren durch einen Wechsel des Finanzierungsmodells in Form der Erhebung von Parkentgelten liegt nach Auffassung der Kammer nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. „Vielmehr werden die Parkentgelte als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Parkraum erhoben.“
Anmerkung:Der Artikel wurde im Laufe des Tages ergänzt.
Hooksiel (19. 3. 2026) – Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird definitiv das Hallenwellenbad in Hooksiel nicht mehr wieder eröffnen und betreiben. WTG-Geschäftsführer TorstenRiedel verwies auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel auf entsprechende Beschlüsse des Gläubigerausschusses und des mit kommunalen Ratsmitgliedern besetzten Lenkungsausschusses des Unternehmens.
Die WTG ist faktisch pleite. Das Unternehmen befindet sich seit Mitte vergangenen Jahres in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei allen Entscheidungen stünden seither die Interessen der Gläubiger an erster Stelle. Es gehe darum, so Riedel (Foto), die Verbindlichkeiten des Unternehmen zu 100 Prozent zu befriedigen.
Um das zu erreichen, habe man sich von Geschäftsbereichen getrennt und stelle sämtliche Immobilien auf den Prüfstand. Der Campinglatz in Hooksiel ist bereits verkauft, die Investorensuche für den Platz in Schillig laufe mit der Bitte an Investoren, sich auch Gedanken über den Betrieb der „Friesland-Therme“ in Horumersiel zu machen. Auch das Hallenwellenbad in Hooksiel mit den umliegenden Grundstücken steht zum Verkauf.
Investor fürs Hallenbad-Gelände?
„Ich habe die Hoffnung, dass wir bald einen Investor haben“, sagte Riedel. Hilfreich bei den Bemühungen sei der Beschluss des Gemeinderates gewesen, mit einem Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes Verhandlungsbereitschaft über die Gestaltung des Baurechtes und damit über verschiedenste Nutzungen zu signalisieren – sei es ein Hotel, ein Freizeitpark oder vielleicht doch wieder ein Schwimmbad.
Wie Riedel ankündigte, werde die WTG in Kürze auch eine europaweite Ausschreibung für den Verkauf des Areals Am Hafen 3 in Horumersiel auf den Weg bringen. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem die WTG-Zentrale samt Kursaal und benachbartem Thalasso-Zentrum. „Entgegen allen Unkenrufen betreiben wir das Thalasso Meeres Spa aber weiter.“ Zur Zukunft des Gästehauses in Hooksiel äußerte sich der WTG-Geschäftsführer nicht konkret. Aber wie alle anderen Immobilien der WTG stehe auch dieses Gebäude auf dem Prüfstand.
Übernachtungszahlen stabil
Mit Verweis auf die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Wangerland, die 2025 ähnlich wie im Vorjahr bei 1,9 Millionen lagen, vertrat Riedel die Ansicht, dass die Urlauber bislang noch gar nichts davon mitbekommen hätten, dass die WTG insolvent ist. Das liege seiner Ansicht nach auch an der engagierten Arbeit der verbliebenen Mitarbeiter.
Ein Arbeitsgruppe prüft, wie die Parkgebühren im Wangerland neu gestaltet werden können. Das Ziel: Eine nur einmal zu zahlende Gebühr für alle Parkplätze, egal ob am Strand, am Hafen oder in einer der Ortschaften. Archiv-Foto: hol
Nicht alle Mitglieder des Seebadevereins teilten diese Einschätzung. Nach der bundesweit negativen Berichterstattung über die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa sei der Ruf des Wangerlandes ruiniert. Insbesondere würden Gäste bedauern, dass das seit Oktober 2025 geschlossene Hallenwellenbad Hooksiel nicht mehr genutzt werden könne.
Licht am Ende des Tunnels
Den größten Unmut bei den Urlaubern würden allerdings immer noch die Parkgebühren am Strand auslösen. Eine Einschatzung, die durch die hohe Zahl an Beschwerden bei der WTG bestätigt wird, so Riedel. Auch deshalb sei eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der WTG und der Gemeinde Wangerland gebildet worden, die über Nachbesserungen bei der Parkgebühren-Praxis nachdenken soll. Das erklärte Ziel: Eine Parkgebühr, für die man dann auf allen Parkplätzen im Gemeindegebiet seinen Wagen abstellen kann – egal ob am Strand oder in einer der Ortschaften.
Am Ende des Insolvenzverfahrens werde die WTG ein anderes Unternehmen sein als zuvor, sagte Riedel. Wann das sein wird, wisse auch er nicht. „Wir sehen inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Aber wir wissen nicht, wie lang der Tunnel ist.“
Hooksiel (19. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel hat einen neuen Vorsitzenden. Nachdem der vor einem Jahr gewählte Amtsinhaber Wolf Hegemann sich aus dem Vorstand zurückgezogen hat, ist sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Ademes in die Führungsfunktion aufgerückt. Dem vor über 110 Jahren gegründeten Verein gehören rund 300 Familien an.
Wolfgang Ademes (links) hat das Amt des 1. Vorsitzenden des Seebadevereins Hooksiel übernommen, nachdem sein Vorgänger Wolf Hegemann sich krankheitsbedingt aus dem Vorstand des Vereins zurückgezogen hat. Archiv-Foto: hol
Stellvertretender Vorsitzender ist künftig Uwe Gaudian. Zur neuen 2. stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Haus des Gastes einstimmig Nicole Kutscher. Die Neu-Hooksielerin, die sich aus ihrem Urlaubsort per Video-Schalte vorstellte, hat sich schon bislang in Arbeitsgruppen des Vereins engagiert und zuletzt unter anderem die Aktion „Hooksiel putzt“ organisiert.
Satzung ohne Tourismus
Ohne Widerspruch stimmten die über 50 anwesenden Vereinsmitglieder einer umfassenden Satzungsänderung zu. Als Vereinszwecke werden darin Denkmalschutz, Heimatpflege und Ortsverschönerung genannt, aber nicht mehr Tourismus und Fremdenverkehr, für die der Verein einst gegründet worden ist. Die Überarbeitung der ohnehin nicht mehr zeitgemäßen Satzung sei auch notwendig geworden, so Ademes, damit der Verein als gemeinnützig anerkannt werden kann. Der neue Status soll ab dem 1. Januar 2027 gelten.
Aus Sicht der Gemeinde Wangerland haben sich die Bemühungen, den denkmalgeschützten Leuchtturm „Roter Sand“ an den Außenhafen von Hooksiel zu versetzen, erledigt. Beim Seebadeverein hingegen hat man die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Foto: Eike Doyen
Bürgermeister Mario Szlezak würdige in einem Grußwort das beeindruckende Engagement im Seebadeverein, der im vergangenen Jahr ein Fülle von Veranstaltungen („Gäste- und Bürgersnak“) ausgerichtet und dabei – angesichts der guten Teilnehmerzahlen – offenbar die richtigen Themen angesprochen habe. Ausdrücklich dankte Szlezak Hegemann und Ademes für deren Einsatz für die angestrebte Verlegung des denkmalgeschützten Leuchtturms „Roter Sand“ aus der Wesermündung an den Hooksieler Außenhafen.
Investor für eine Markthalle
Leider seien die gemeinsamen Bemühungen von Gemeinde und Seebadeverein nicht erfolgreich gewesen, so Szlezak. Nach neuerlichen Gesprächen mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und dem Verkehrsministerium werde die Gemeinde ihre Bemühungen jetzt einstellen. Der Standort am Außenhafen sei offenbar mit den geltenden schifffahrtsrechtlichen Bestimmungen nicht vereinbar. Für Ademes hingegen will noch nicht aufgeben. „So lange wir keine Absage bekommen haben, sind wir noch im Rennen.“
Mehr Hoffnung machte der Bürgermeister beim Thema Nachnutzung des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen. Nachdem ein geplanter Hotelbau nicht zustande gekommen war, wünschen sich viele Vereinsmitglieder eine Markthalle mit unterschiedlichen Funktionen. Wie Szlezak sagte, gebe es für diese „charmante Idee“ inzwischen einen potenziellen Investor, mit dem bereits erste Gespräche geführt worden seien. Sollten sich dessen Pläne verfestigen, werde man das Projekt öffentlich vorstellen.
Unterstützung sagte der Bürgermeister dem Verein auch bei dessen Bemühungen zu, den häufig in Hooksiel vernehmbaren Lärm der auf Wilhelmshavener Grund liegenden Wurftaubenschießanlage einzudämmen. Er bemühe sich derzeit um ein Gespräch über das Thema mit Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist.