Pleite zum Saisonauftakt

Hooksiel (18. 5. 2024) – Mit einer zumindest in der Höhe überraschenden Niederlage ist die Herren-50-Tennismannschaft des FCN Hooksiel in die Sommersaison gestartet. Gegen den TV Varel kassierte das Team um Mannschaftsführer Mirko Ortmanns an diesem Sonnabend eine 1:5-Klatsche.

Dabei hatte Thorsten Csikos die Hooksieler an Position 3 spielend noch mit einem schnellen 6:0, 6:1 in Führung gebracht. Alle anderen drei Einzel gingen allerdings verloren. Ortmanns unterlag in einem ausgeglichen Spiel an Position 4 mit 4:6, 3:6 und auch Jan Alter hatte an 2 bei seinem 2:6, 1:6 keine echte Siegchance.

Überraschend vor allem die Niederlage von Spitzenspieler Thomas Otte, der den ersten Satz noch mit 7:5 gewinnen konnte. Eine Fülle von Flüchtigkeitsfehlern musste Otte dann mit dem Verlust des zweiten Satzes bezahlen (3:6). Und auch im entscheidenden Matchtiebreak (5:10) fand er nicht wieder zu seinem Spiel.

Chancenlos blieben die Hooksieler auch in den beiden abschließenden Doppeln. Otte/Csikos unterlagen im ersten Doppel mit 1:6, 1:6. Und auch Gerd Abeldt/Torsten Riedel waren im zweiten Doppel (3:6, 3:6) von einer Überraschung weit entfernt. Zu ihrem nächsten Spiel empfängt die Ü 50 am kommenden Samstag (14 Uhr) den MTV Jever. 

Heringstage: Entspannung pur mit der Chance, Gutes zu tun

Heringstage24
Entspannung pur bei Musik und Kaltgetränke am Alten Hafen von Hooksiel. Foto: hol

Hooksiel (17. 5. 2024) – Zwar findet die offizielle Eröffnung der „Hooksieler Heringstage“ erst am morgigen Samstag (15 Uhr, Alter Hafen) statt. Aber angelaufen ist das bunte Treiben mit Musik, Schaustellern, fliegenden Händlern, Karussells und Futterbuden schon heute. Noch war es auf der Festmeile vergleichsweise zwar ruhig, aber die Stimmung war bei allen Beteiligten bestens. Marco Knodel, Vorsitzender der ausrichtenden Dorfgemeinschaft, war sichtlich entspannt unterwegs. „Wenn die Buden erst einmal alle stehen, ist der größte Teil der Arbeit erledigt.“

Bei herrlichen Wetter präsentierte sich Hooksiel in bestem Licht. Im Hafen Sportboote und Kutter, auf der Bühne auf dem Hafenplatz ruhige Musik, davor Dutzende Menschen, die sich bei herrlichen Wetter und einem Kaltgetränke entspannen. Ein Gewürzhändler preist seine Waren an. Andere fliegende Händler hoffen auf Abnehmer für Uhren, Schmuck, Lederwaren, Süssigkeiten, Pommes und, und, und. Nur nach Heringen, da muss man schon etwas suchen.

Erstmals in die Verkaufsmeile eingebunden werden konnte der Platz vor dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus. Neu auch ein Stand der Initiative „Weil wir Hooksieler sind“. Wer hier am Glücksrad dreht, kann kleine Preise gewinnen. Wer noch direkter eine gute Sache unterstützen möchte, geht einen Stand weiter zum Fadenziehen beim Förderverein vom Wilhelmshavener Kinderhospiz „Joshuas Himmelreich“. Oder man kauft sich ein Los für die Tombola der Dorfgemeinschaft. Auch hier wird der Überschuss für nützliche Dinge im Ort eingesetzt.

Da das Wetter über Pfingsten weitgehend gut bleiben soll, steht angesichts des prall gefüllten Programms einem tollen Party- und Erlebnis-Wochenende in Hooksiel nichts entgegen.

Heringstage24
Marko Knodel (Mitte), Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Hooksiel, erkundigte sich mit seinem Mitstreiter Nils Schröder (rechts) in der Lange Straße nach der Stimmung der fliegenden Händler. Foto: hol

Künstliches Licht schadet Insekten

Friesland/Hooksiel (17. 5. 2024) – Der Sternenhimmel besteht aus mehreren Tausend Sternen. Zu sehen sind davon für die meisten Menschen nur wenige. Denn sobald es draußen dunkler wird, machen Straßenlaternen, Werbetafeln, Scheinwerfer und Außenbeleuchtungen die Nacht zum Tag. Diese „Lichtverschmutzung“ nimmt zu, auch im Landkreis Friesland. 

Tag-Nacht-Rhythmus bewahren

Diese Entwicklung hat vor etwa zwei Jahren zum Start des Projekts „Sternenfunkeln über Friesland“ geführt hat. Dahinter steht ein Netzwerk, dem neben der Kreisverwaltung und der Mobilen Umweltbildung (Mobilum) als Initiatoren 11 regionale Partnerinnen und Partner angehören und das regelmäßig zum Schutz der Dunkelheit aufruft, aktiv Beiträge leistet und Tipps zum Umsetzen im eigenen Alltag gibt. Ziel des Projekts ist es zu erreichen, dass Beleuchtung überall dort, wo sie nicht sicherheitsrelevant ist, nachts ausgeschaltet wird. Dadurch soll der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus bewahrt werden, an den sich das Leben auf der Erde seit Jahrmillionen angepasst hat. 

Sternfunkeln
Vertreter des Netzwerks „Sternenfunkeln über Friesland steht“ zeigen mit Taschenlampen, welchen Unterschied die Ausrichtung und Lichtfarbe beim Einsatz von Außenbeleuchtung hat. Eine Ausrichtung der Namen nach unten bringt ausreichend Licht und blendet weniger. Foto: Landkreis Friesland
 

In einer neuen Übersicht werden fünf konkrete Gründe für das bewusste Ausschalten nächtlicher Beleuchtung auf einen Blick dargestellt: So wird erholsamer Schlaf und damit die Gesundheit gefördert und das Einsparen von Energie spart Kosten sowie leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Des Weiteren ermöglicht weniger Lichtverschmutzung mehr Sicht auf das Naturschauspiel Sternenhimmel. Besonders profitiert die Biodiversität von nächtlicher Dunkelheit. Ein großer Teil der Tierwelt ist nachtaktiv. Dies gilt zum Beispiel für mehr als die Hälfte der Insekten, die an nächtliche Dunkelheit angepasst sind und die Lichter von Mond und Sternen als Orientierung nutzen. 

Gefahr für Insekten

Die künstlichen Lichtquellen hingegen ziehen die Insekten an und umkreisen die Lichtquelle bis zur Erschöpfung. Viel Tiere sterben bei direktem Kontakt, kommen nicht zur Fortpflanzung und sind leichte Beute für Insektenfresser. Negativen Einfluss habe Kunstlicht auch auf beispielsweise Zugvögel, Fledermäuse und Fische, sind die Projektträger überzeugt.

„Die einfachste und effizienteste Maßnahme zum Schutz der Dunkelheit besteht darin, nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr die nicht-sicherheitsrelevante Außenbeleuchtung auszuschalten“, erläutert Petra Walentowitz vom Projektpartner Mobile Umweltbildung MOBILUM. Daneben gibt es weitere Tipps, die bei den Projektpartnern Anwendung finden und die auch die Bürger umsetzen können. So könnten zum Beispiel Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren beim gezielten Einsatz von Licht helfen. Auch sollten insektenschonende Leuchtmittel mit bernsteinfarbenem Lichtspektrum (möglichst geringer Blauanteil) eingesetzt werden. Des Weiteren sollten Leuchtmittel nicht nach oben oder zur Seite strahlen, sondern gezielt auf Bereiche gelenkt werden, die etwa aus Sicherheitsgründen beleuchtet werden müssen.

Weitere Informationen sowie Statements der Projektbeteiligten gibt es unter www.friesland.de/sternenfunkeln.de.

„Thalasso Meeres Spa“: 25 Prozent Rabatt in der Startphase

Horumersiel (16. 5. 2024) – Der Fahrplan steht. Am Freitag, 21. Juni, wird die Wangerland Touristik GmbH das „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel eröffnen. Das Wohlfühl- und Gesundheitszentrum, dessen Fertigstellung sich mehrfach verschoben hat und dessen Baukosten erheblich gestiegen sind, soll mit dazu beitragen, die Urlaubssaison im Wangerland zu verlängern.

Aktuell laufen in dem Bauwerk, das aus der Substanz des ehemaligen Kurmittelhauses entstanden ist, die Restarbeiten. Wie die Leiterin der Einrichtung, Ulrike Fahrner, vor dem Tourismusausschuss des Gemeinderates sagte, sind die Maler so gut wie fertig, Elektriker installieren die Lampen, Fliesenleger kleben die letzen Kacheln an, Tischler platzieren die bereits vorgefertigten Möbel, die für künftig Anwendungen benötigte Utensilien werden aufgestellt. Die Kältekammer, eines der Alleinstellungsmerkmale der Wohlfühloase, ist schon seit längerem fertig montiert und muss nur noch gekühlt werden. „Jetzt wird das besondere Raum- und Beleuchtungskonzept erkennbar“, sagte Ulrike Fahrner. „Das ist schon spannend.“

Parallel dazu läuft die Einarbeitung der insgesamt elf Mitarbeiter, von den viele Anfang Mai ihren Dienst aufgenommen haben. Da tatsächliche Anwendungen noch nicht stattfinden, liege der Schwerpunkt derzeit bei Schulungen. Die täglichen Abläufe wollen ebenso trainiert werden wie die Bedienung des Buchungssystems, die Ansprache an die künftigen Nutzer, die Wirkung verschiedener Produkte und die Theorie der Thalasso-Anwendungen. Kurdirektor Armin Kanning bedankte sich in diesem Zusammenhang bei der Inselgemeinde Norderney, der Thalasso-Keimzelle in Niedersachsen, die eigenes Personal aufs Festland geschickt hat, das die Kollegen der WTG intensiv schult.

Am Eröffnungswochenende soll das „Thalasso Meeres Spa“ mit seinen 2500 Quadratmetern Nutzfläche allen Interessierten vorgestellt werden. Ab Montag, 24. Juni, werden dann Anwendungen verabreicht, die schon aktuell online buchbar sind (meeresspa.de). In einer Ausprobier-Phase (Soft-Opening) bis zum 31. August gibt es nach den Worten von Fahrner einen Kennenlern-Rabatt von 25 Prozent – auch weil in der Start-Phase möglicherweise doch noch nicht alle Abläufe 100-prozentig sitzen werden.

Das „Thalasso Meeres Spa“ setzt auf die heilende Wirkung des Meeres, auf Entspannung von Seele und Körper. Davon sollen auch Kassenpatienten profitieren können, etwa durch ambulante Badekuren, Schlickpackungen und Bewegungsbäder. Die Altersbegrenzung (ab 13 beziehungsweise 16 Jahren) soll für die Herbstferien aufgehoben werden, kündigte Fahrner an. „Dann werden wir Familienzeiten anbieten. Dann wissen alle, es wird vielleicht etwas lauter.“

Bewertungskommisson vom Engagement in Hooksiel beeindruckt

Hooksiel (16. 5. 2028) – Die Bewertungskommission aus Hannover war beeindruckt. Auf jeden Fall vom Engagement der Initiative „Hooksiel soll Nordseebad werden!“ und dem unermüdlichen Einsatz der Arbeitsgruppe Hooksiel. 

Die neunköpfige Kommission, die unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums die Vergabe von touristischen Prädikaten prüft, war am Mittwoch in Hooksiel. Ein Ergebnis erwartet Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH, in einigen Wochen. Insgesamt sei der Eindruck vor Ort aber positiv gewesen, verriet der Kurdirektor am Mittwochabend vor dem Tourismus-Ausschuss des Gemeinderates. 

Arbeitsgruppe am Kreisel
Mitglieder der Arbeitsgruppe Hooksiel pflegten am Mittwoch das Grün am Verkehrskreisel. Foto: Giesecke

Das offizielle Ergebnis der Begehung werde aber das Wirtschaftsministerium selbst voraussichtlich in einigen Wochen verkünden. Bekanntlich möchte der Küstenbadeort Hooksiel als Nordseebad anerkannt werden. Damit würde man eine Stufe auf der Prädikatisierungsleiter aufsteigen. Neben positiven Effekten bei den Urlaubern könnte der Titel „Nordseebad“ vielleicht auch das Einwerben von Zuschüssen für künftige Projekte erleichtern.

Kanning dankte vor dem Ausschuss ausdrücklich den Hooksielern für ihre Putzaktion im Vorfeld des Besuchs der Kommission. Der Ort habe sich in einem sehr schönen Zustand gezeigt. Auch die Kommissionsmitgliedern hätten schon im Vorfeld von dem Engagement vor Ort gehört. „Als die Prüfer dann noch bei der Fahrt nach Hooksiel die Arbeitsgruppe bei der Pflege des Beetes am Verkehrskreisel bei der Arbeit gesehen haben, waren sie wirklich beeindruckt“, so Kanning.

Wie der WTG-Chef sagte, stehe das nächste Prädikatisierungs-Projekt schon an. Mit der Eröffnung des Gesundheitstempels „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel (Eröffnung 21. Juni) werde man sich für den Ort um das Prädikat „Thalasso Nordseeheilbad“ bewerben. 

Wenn zivile Beamte entscheiden, womit die Soldaten kämpfen sollen …

Hooksiel (16. 5. 2024) – Die „Bremen“ war sein Schicksal. Die Zeit als Kommandant der nach der Hansestadt benannten Fregatte war für Kapitän zur See a.D. Jan Donker die schönste Zeit in seiner Marinelaufbahn. Bei allem Respekt vor der Größe der Aufgabe und der Verantwortung für über 200 Leute.

Jan Donker

Donker (Foto) ist seit dreieinhalb Jahren in Ruhestand. Dennoch ist er der Marine, bei aller Kritik an manchen Entwicklungen, nach 42 Dienstjahren noch eng verbunden. Vor dem Männerkreis der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland hielt der Hooksieler jetzt einen informativen Vortrag. bereichert um seine „ganz private Meinung“. Der gebürtiger Ostfriese, der in Wilhelmshaven aufgewachsen ist, war der See früh verbunden. Wenn zunächst auch nur als Segler. Nach dem Abitur 1978 habe er eigentlich Mathelehrer werden wollen. Doch mit Blick auf die damalige „Lehrerschwemme“ und ein bezahltes Studium bei der Bundeswehr verpflichtete sich der junge Mann zunächst für zwölf Jahre bei der Marine. 

Abgesehen von einem Segeltörn für Offiziersanwärter mit dem Schulschiff „Gorch Fock“ und einiger Lehrgänge hatte der Student der Elektrotechnik die ersten sechs Jahre seiner Laufbahn kaum etwas mit der eigentlichen Truppe zu tun. „Wie hatten im Studium vielleicht einmal im Monat eine Uniform an“, erinnert sich Donker. Doch das solle sich schnell ändern.

Mit der Fregatte „Lübeck“ (Klasse F 120) ging es nach dem Abschluss des Studiums für fünf Monate auf See, unter anderem in den Indischen Ozean. Ein sportliches Unterfangen für ein Schiff, auf dem es Klimaanlagen lediglich für die Radaranlagen gab. „Um zumindest kühl erholen zu können, haben die hitzegeplagten Maschinisten bei uns in der Operationszentrale auf dem Boden geschlafen.“

Quanten-Sprung in der Marine

Ein Quanten-Sprung für die Bundesmarine sei die Einführung der Schiffe der „Bremen-Klasse“ gewesen. Nicht nur mit Blick auf die Arbeitsbedingungen der Besatzungen. Die militärische Leistungsfähigkeit der Schiffe im Vergleich zu Schiffen der Nachkriegszeit sei einem wie der Übergang vom Einbaum zum Raumschiff-Galaktika vorgekommen. Donker zeigte sich überzeugt, dass es der deutschen Marine wähend des Kalten Krieges im Fall einer Konfrontation gelungen wäre, gemäß ihres Nato-Auftrages die Ostsee komplett abzuriegeln.

Dann kam 1990 die Wende, die Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes. In Deutschland wuchs der Glaube an den ewigen Frieden. Als „Friedensdividende“ wurde die Bundeswehr deutlich verkleinert und die Wehrpflicht ausgesetzt. Dem schloss sich eine Phase der „Transformation“ an, bei der es aus Sicht von Donker auch eine Reihe von Fehlentwicklungen gegeben hat. „Ich hoffe, dass der Ukraine-Krieg jetzt ein Weckruf ist. Wer schlau ist, der behält seine Feuerwehr, auch wenn es eine Zeit lang nicht gebrannt hat.“

Verantwortlichkeiten verschleiert

Die Schlagkraft der Marine hat sich deutlich verringert. Die Organisation der Bundeswehr wurde reformiert, die Zahl der Schnittstellen vervielfacht und Verantwortlichkeiten verschleiert. schwimmenden Einheiten verringert. Nicht bei jeder Reform stand dabei aus Sicht von Donker die Leistungsfähigkeit der Streitkräfte im Fokus. „Alle machen alles richtig, doch lässt das Ergebnis meist zu wünschen übrig.“

Der Kapitän zur See a. D. war nach seiner Zeit als Kommandant der „Bremen“ (2003-2005) und im Verteidigungsministerium als Systemingenieur und Abteilungsleiter im ehemaligen Marineamt und im Marineunterstützungskommando (MuKdo) eingesetzt. Unter anderem trug er Verantwortung für sämtliche Waffen, Flugköper und Einsatzsysteme der Marine und war für diese Belange auf Nato-Ebene für Deutschland zuständig. 

Marine-Angehörige werden zu Taxifahrer

Ein Kritikpunkt: Viele Beschaffungen aus dem Wehretat orientieren sich nicht an den Bedürfnissen der Streitkräfte, sondern sind verkappte Wirtschaftsförderung für Rüstungskonzerne. Dabei werde bewusst darauf verzichtet, die militärische Kompetenz der Soldaten zu berücksichtigen. Rüstungsentscheidungen fällen in Deutschland zivile Beamte, vornehmlich im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz. „Angehörige der Marine werden dadurch zu einer Art Taxifahrer für Kriegsschiffe degradiert“, so Donker. 

Aber, so räumt der Marine-Offizier ein, Bürokratie-Blüten hat es auch schon früher gegeben. Er selbst musste das am 3. Oktober 1990 auf einem Nato-Sitzung erfahren. Deutschland feierte die Wiedervereinigung und die Bündnispartner stießen darauf bei einem offiziellen Dinner kräftig an – selbstverständlich auf Kosten des deutschen Vertreter. Als der die Rechnung von über 500 D-Mark später bei der Spesenstelle einreichen wollte, wurde der Antrag abgelehnt. „Haben Sie die Ausgabe zwei Jahre vorher angemeldet?“ 

Linie statt Klasse

Mit Blick auf den aktuellen Einsatz der Fregatte „Hessen“ im Roten Meer verdeutlichte Donker die Leistungsfähigkeit der deutschen Kampfschiffe, von denen es in jeder Klasse zu wenig Stückzahlen gibt, als dass eine Indiensthaltung über die üblichen 30 Jahre wirtschaftlich machbar erscheint . „Linie statt Klasse“ sei die Lösung für Waffensysteme und Schiffe, rät Donker. Das heiße Weiterentwicklung und Modernisierung  einer  Entwicklungslinie in gesetzten Zeitabständen und -nicht wie aktuell eine Diversifizierung nach Marktlage deutscher oder europäischer Großindustrie.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine entgegen dem Völkerrecht sei ein Rückfall in Zeiten sogar jenseits des Kalten Krieges. Entsprechend müssten Deutschland und die Nato reagieren und ihre Wehr- und Abschreckungsfähigkeit wieder auf einen bewährten Stand bringen. Donker appelliert an die Politik dabei auf die Expertise von Fachleuten in den Teilstreitkräften zu setzen. Die Devise müsse wieder, wie vor 1990 erfolgreich praktiziert, lauten: „Soldaten fordern und Verwaltung führt im Rahmen der verfügbaren Steuermittel aus.“

Zentrale Flüchtlingsunterkunft in Hohenkirchen läuft reibungslos

Wangerland (15. 5. 2024) – Der Betrieb der Flüchtlingsunterkunft der Landesaufnahmebehörde im „Dorf Wangerland“ in Hohenkirchen läuft weiter reibungslos. Wie Bürgermeister Mario Szlezak am Dienstag vor dem Sozialausschuss des Gemeinderates sagte, seien auf dem ehemaligen Kasernengelände aktuell 300 bis 320 Geflüchtete untergebracht. Die Menschen würden zwar im Ortsbild auffallen, aber nicht negativ.

„Keine der Befürchtungen, die vor der Eröffnung der Einrichtung vor einem guten Jahr geäußert wurden, ist eingetreten“, so Szlezak. „Es herrscht einen hohe Akzeptanz. Und wir hoffen, dass das auch im zweiten Jahr so bleibt.“ Bekanntlich soll die Einrichtung nur bis zum Frühjahr 2025 betrieben werden. 

In Hohenkirchen werden die Asylsuchenden zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland untergebracht. Nach einigen Wochen werden die Menschen dann nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kommunen im Land Niedersachen verteilt. Ausdrücklich lobte Szlezak die offenen Gespräche am Runden Tisch, zu dem sich regelmäßig die Betreiber der Einrichtung, Vertreter der Gemeinde, der Polizei, der Feuerwehr und anderer Institutionen im Ort treffen. „Der wechselseitige Austausch funktioniert bestens. Etwas wirklich Schlimmes ist aber auch noch nicht passiert“, so Szlezak. „Wir hoffen, dass das so bleibt. Toi, toi, toi.“

Sozialausschuss der Gemeinde Wangerland auf Baustelle
Noch gibt es einiges zu tun, bis die neue Kindertagesstätte in Hohenkirchen eingeweiht werden kann. Die Mitglieder des Sozialausschusses verschafften sich vor Ort einen Eindruck. Foto: hol

Schwerpunktthema der Ausschusssitzung war der Bau der Kindertagesstätte in Hohenkirchen. Politiker und Verwaltungsmitarbeiter wurden auf der Baustelle von Dipl.-Ing. Pierre Balke und Ramona Kohl vom Planungsbüro Thalen Consult über den Stand der Arbeiten informiert. Markus Gellert, für der Gemeinde zuständiger Abteilungsleiter für die Kindertagesstätten, zeigte sich zuversichtlich, dass die Einrichtung Anfang August eröffnet werden kann.

Bis dahin ist noch einiges zu tun. In dem Bauwerk sollen zwei Krippen- und drei Kindergarten-Gruppen untergebracht werden, darunter eine Inklusionsgruppe. Für das Gebäude werden ehemalige Grundschul-Gebäudeteile mit genutzt. Ein Teil der Philosophie des Konzeptes, so Kohl: „Große Räume und viel natürliches Licht.“ Hinzu kommen eine Mensa, ein Aufenthaltsraum mit Teeküche für die Mitarbeiterinnen sowie ein großzügiger Außenbereich, in dem Krippen- und Kindergartenkinder getrennt voneinander spielen sollen. Davon aber, so räumt Bahlke ein, sei derzeit noch nicht viel zu sehen. 

Mit Blick auf die geplante Rund-um-Sanierung der Sporthalle der Oberschule Hohenkirchen durch den Landkreis Friesland zeigten sich Gellert und Szlezak zuversichtlich, dass der Ausfall der Halle über ein gutes Jahr von 2025 bis 2026 gut aufgefangen werden kann. Die Schule habe angekündigt, im Sportunterricht verstärkt Yoga, Tanzen und Sporttheorie anbieten zu wollen. Sportvereine, die die Halle aktuell mitnutzen, sollen in umliegende Einrichtungen ausweichen. „Trotz der Beeinträchtigungen, die es natürlich geben wird, war die Entscheidung zur Sanierung richtig“, sagte der Bürgermeister. Der Landkreis bekommt für das Projekt Millionen-Zuschüsse vom Bund.

Rästelhafter Mord in den Dünen

Horumersiel (15. 5. 2024) – Am Mittwoch, 29. Mai, präsentiert die Autorin Kaja Petersen (Foto von Lara Drüppel) ab 19 Uhr ihren neusten Nordseekrimi „Das Schweigen der Dünen“ in der Bücherei Horumersiel. Ihr neuer Roman verspricht Spannung pur und entführt die Lesenden und die Zuhörenden in die faszinierende Welt der Nordseeküste. 

Katja Autorin Petersen

Die Geschichte handelt von Kriminaloberkommissarin Serafine Küster, die nach einem schweren Schicksalsschlag traumatisiert ist. Um sich langsam wieder an die Arbeit heranzutasten, reist sie nach Spiekeroog und hilft als Sommerverstärkung bei der dortigen Dienststelle aus. Doch statt der erhofften Ruhe erwartet sie ein rätselhafter Mordfall: Ein Skelett wurde in den Dünen entdeckt, niemand scheint zu wissen, wer das Opfer ist, niemand scheint es zu vermissen. Serafine gräbt tiefer und kommt der Wahrheit Stück für Stück näher – und mit ihr dem Täter. 

Alle Krimibegeisterten können sich auf einen unterhaltsamen Abend mit der Autorin freuen, der selbstverständlich mit einer Signierstunde endet. Das Buch „Das Schweigen der Dünen“ kann auch vor Ort erworben werden. 

Tickets sind online erhältlich (12 Euro ohne, 10 Euro mit Gästekarte) unter wangerland.de sowie in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel. Restkarten an der Abendkasse kosten 15 Euro.

Shanties und maritime Leckereien

Heringstage in Hooksiel
Maritime Stimmung ist bei den Heringstagen in Hooksiel garantiert. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (14. 5. 2024) – Es ist wieder soweit: Heringszeit in Hooksiel. Am Freitag,17. Mai, um 15 Uhr beginnen am Alten Hafen und im Sielort die traditionellen „Heringstage“. Bis Pfingstmontag dürfen sich Einheimische und Gäste auf maritimes Flair, jede Menge Musik, Kinderkarussels und Unterhaltung freuen. 

Veranstalter ist die Dorfgemeinschaft, der Verein der Vereine in Hooksiel. Die Festmeile mit zahlreichen Buden und Ständen erstreckt sich vom historischen Hafen durch die Lange Straße. Dazu haben die örtlichen Geschäfte geöffnet. Besucher dürfen sich über ein breites Sortiment an Waren und kulinarischen Leckereien freuen – darunter natürlich auch Heringe. 

Alle Gäste haben zudem die Chance, schöne Preise bei einer großen Tombola zu gewinnen. Die Tombola wird von Dorfgemeinschaft mit Unterstützung lokaler Geschäfte und Unternehmen organisiert. Die Einnahmen bleiben in Hooksiel und werden gespendet. Im vergangenen Jahr etwa wurde von den Überschüssen eine Beton-Tischtennisplatte für die Grundschule finanziert.

Musikalisch eröffnen Helge Plavenieks und am Abend DJ PD die Heringstage. Gen geht es am Samstag weiter. Von 12 bis 15 Uhr präsentieren die „Blauen Jungs“ aus Wilhelmshaven Shantys. Am Samstag findet dann auch die offizielle Eröffnung des Festes durch Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak statt. 

Heringstage in Hooksiel
Am Pfngstwochenende erwartet der Sielort Tausende Gäste. Archiv-Foto: hol

Im Hafen werden die Krabbenkutter „Trotz“ und „Hein Godewind“ liegen. Interessierte können frischen Granat direkt an Bord der Schiffe erwerben. Die Crew des Museums-Krabbenkutters „Lulu Meinders“ aus Neuharlingersiel bietet zudem Rundfahrten auf dem Hooksmeer an. Am Sonntag lädt zudem die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Station Wilhelmshaven, zum „Open Ship“ (12 bis 15 Uhr) auf ihr Rettungsboot „Peter Habig“ ein. Ab 15.30 Uhr wird dann eine Rettungsübung präsentiert. Am Samstag von 15 bis 19 Uhr spielt am Hafen die Band „The Speed Beats“ Ab 20 Uhr sorgen „4Live“ für Stimmung.

Der Pfingstsonntag startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst am Alten Hafen. Um 12 Uhr tritt dann der der Shantychor Herten auf. Die „Tonic Brothers“ übernehmen ab 15 Uhr die Bühne und die Mikros für ihre Elvis-Tribute-Show. Ab 20 Uhr gibt es Livemusik mit den „Rock Shots“. 

Am Montag sind ab 12 Uhr erneut die „Blauen Jungs“ aus Wilhelmshaven zu hören. Musikalisch klingen die Heringstage mit Sängerin Janine Meyer aus Varel aus.

Zumba beim MTV: Cha-Cha-Cha und Reggae für den Kopf und den Kreislauf

Zumba beim MTV Hooksiel
Zumba macht offensichtlich viel Spaß – und ist zudem gut für Körper und Geist. Foto: hol

Hooksiel (13. 5. 2024) – Der MTV Hooksiel hat ein neues Angebot. Immer montags von 18.30 bis 19.30 Uhr treffen sich in der Sporthalle an der Grundschule rund 20 Frauen im Alter von 16 bis 76 Jahren zum gemeinsamen Schwitzen. Genauer gesagt: zum Zumba.

Zur Musik und den Anleitung der zertifizierten Zumba-Trainerin Kathi tanzen die Hooksielerinnen nach lateinamerikanischer Musik nach Tanzstilen von Reggaeton, Cumbia, Salsa, Merengue, Mambo, Flamenco, Cha-Cha-Cha und Tango. Die Trainerin hat die Klänge nach einer eigenen Choreografie zusammengestellt, so dass die Musik ideal zur Bewegung passt.

Und um Bewegung geht es im Wesentliche. „Zumba ist ein Herz-Kreislauf-Training und sehr gut für den Kopf durch die verschiedenen Schrittkombinationen und Hinzunahme der Arme und Hände“, sagt Teilnehmerin Insa Fähnders vom MTV. Und der Lohn für die Anstrengung? „Zumba verbessert die Koordination, Beweglichkeit, Haltung, Muskelkraft und die Knochendichte.“ 

Na dann … Der Trainings-Kursus findet jeweils montags während der Schulzeiten statt, also nicht in den Ferien. Weitere Teilnehmerinnen sind willkommen.