Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Telekom kündigt Arbeiten am Mobilfunkmast an

Hooksiel (28. 2. 2026) – Die Deutsche Telekom hat für die kommende Woche Modernisierungsarbeiten am Mobilfunkmast in der Obernstraße in Hooksiel angekündigt. „Über den Zeitraum der Arbeiten kann es zu Beeinträchtigungen im Mobilfunknetz kommen“, verkündet das Unternehmen in einer Mitteilung an die Gemeinde Wangerland.

Geräte, die im WLan eingebucht seien, würden von den Arbeiten aber aller Wahrscheinlichkeit gar nichts merken. Die Telekom geht davon aus, dass die Arbeiten bis zum kommenden Freitag abgeschlossen werden können.

Als Ernst Abrecht per Hubschrauber nach Hooksiel kam

Hooksiel (18. 2. 2026) – Der 12. März 1986 ist eine jener Tage, die einen festen Platz in den Annalen des Gasthofes „Zum Schwarzen Bären“ haben. Damals, vor 60 Jahren, landete am Hafenplatz am Alten Hafen von Hooksiel ein Hubschrauber, der den seinerzeitigen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) aus Hannover an die Küste gebracht hatte. 

Trafen sich nach der förmlichen Gründung des Nationalparks Niedesächsisches Wattenmeer vor 40 Jahren im „Schwarzen Bären“: (von links) Andreas Luiken, Bürgermeister Klaus-Peter Koch, Ministerpräsident Ernst Albrecht und Ines-Marie Ortgies. Fotos/Repros: hol

Begrüßt wurde der CDU-Politiker im Sielort von Herbert Klostermann (auf dem Foto rechts), der die Traditionsgaststätte in unmittelbarer Nähe seit 1982 mit seiner Frau Christa betrieb. Albrecht war zum Festakt zur Gründung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer nach Wilhelmshaven gekommen. Für einen Beitrag der Fernsehsendung „Hallo Niedersachsen“ traf man sich danach im Wangerland. 

Albrecht, der 2014 gestorben ist, war von 1976 bis 1990 Ministerpräsident. Begleitet wurde er bei seinem Besuch in Hooksiel vom damaligen CDU-Bürgermeister Klaus-Peter Koch, dessen Vorgänger und damaligen Landtagsabgeordneten Andreas Luiken sowie der stellvertretenden Bürgermeisterin und späteren Landtagsabgeordneten Inse-Marie Ortgies.

Die Gruppe verewigte sich nach der Stärkung im „Schwarzen Bären“ ebenso im Gästebuch der Gaststätte wie das Fernsehteam vom NDR. Zumindest dem Ministerpräsidenten dürfte das Menü geschmeckt haben. Seine Widmung: „Es war schön! Albrecht“

Frist für die Anmeldung von Osterfeuern läuft

Wangerland/Hooksiel (28. 2. 2026) – Traditionell werden in Friesland am Ostersamstag in der Abenddämmerung sogenannte „Brauchtumsfeuer“ entzündet, um das Osterfest zu feiern. Voraussetzung für diese Feuer ist, dass sie als öffentliche, für jede Person zugängliche und traditionell wiederkehrende Brauchtumsfeuer bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde angemeldet werden. Die Kommunen nehmen Anzeigen bis zum 20. März in den Rathäusern entgegen.

Osterfeuer 2024
Osterfeuer müssen bei den Kommunen angemeldet werden. Die Frist läuft bis zum 20. März. Archiv-Foto: hol

Brauchtum steht im Fokus

„Wichtig ist bei den Osterfeuern, dass das Brauchtum im Fokus steht“, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Friesland. Die untere Abfallbehörde weist darauf hin, dass das Verbrennen von Gartenabfällen grundsätzlich verboten ist. Eine Ausnahme besteht nur für Brauchtumsfeuer, bei denen das gemeinsame Feiern eines Festes im Vordergrund steht. 

Dabei dürfen ausschließlich getrocknete Äste und trockenes Strauchgut verbrannt werden. „Altreifen, Kunststoff, Sperrmüll, Öle und andere Abfälle gehören nicht ins Osterfeuer.“ Gleiches gelte für behandeltes oder beschichtetes Holz, zum Beispiel aus Zäunen. Da ein Brauchtumsfeuer bis etwa Mitternacht erloschen sein muss, dürfen auch keine dicken Stämme oder Wurzelstöcke verbrannt werden. Informationen zur richtigen Entsorgung von Gartenabfällen finden Interessierte unter www.friesland.de/gartenabfall.

Schutz von Tieren wichtig

Der Standort eines Brauchtumsfeuers sollte sorgsam ausgewählt werden. Neben dem Brandschutz und dem Schutz der Nachbarschaft vor Rauchbelästigung geht es hierbei auch um den Umwelt- und Naturschutz. So muss ausreichend Abstand zu Naturdenkmalen sowie zu Schutzgütern wie geschützten Landschaftsbestandteilen und Wallhecken eingehalten werden. 

Um Tiere zu schützen und artenschutzrechtliche Verstöße zu vermeiden, sollte Baum- und Strauchschnitt frühestens sieben Tage vor dem Feuer angeliefert, großflächig verteilt und maximal 80 Zentimeter hoch gelagert werden. Am Tag des Abbrennens kann das Material dann zur Feuerstelle gebracht und aufgeschichtet werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass kleine Tiere wie Amphibien, Hasen oder Igel das Material als Unterschlupf nutzen oder Vögel ihre Nester darin bauen und beim Abbrennen zu Schaden kommen. 

- Werbeanzeige -
-Werbeanzeige –

Naturschützer demonstrieren am Voslapper Groden-Nord

Wilhelmshaven/Hooksiel (27. 2. 2026) – Naturschützer wollen mit einer Mahnwache für den Erhalt des Naturschutzgebietes auf dem Voslapper Groden-Nord demonstrieren. Dafür treffen sich die Aktivisten am Samstag, 28. Februar, um 11 Uhr an der Straße Am Tiefen Fahrwasser zwischen Hooksiel und Wilhelmshaven im Bereich zwischen den Anlegern von Vynova und HES.

Vorzeitiger Baubeginn?

Der Rat der Stadt Wilhelmshaven im Januar die Naturschutzverordnung für ein Areal aufgehoben, auf dem ein Konsortium um die Firma Tree Energy Solutions (TES) einen Terminal für den Export von CO2 und den Import von flüssigen Gasen sowie einen Wasserstoffpark bauen will. Befürworter sehen darin einen „zentralen Beitrag zur Energiesouveränität und Klimaneutralität“ vor allem der Industrie. Naturschützer hingegen betonen den Verlust des EU-Vogelschutzgebietes, das durch die Milliarden-Investition zerstört wird.

Der Nabu Landesverband Niedersachsen beklagt zudem, dass bereits seit Beginn dieser Woche im Voslapper Groden Nord umfangreiche Arbeiten durchgeführt würden. Unter anderem würden Flächen gefräst, Entwässerungs-Maßnahmen vorgenommen, Amphibienzäune gesetzt und Flächen markiert.

„Beobachtet werden täglich mehrere Fahrzeuge und bis zu zehn Personen im Gebiet“, so der Nabu. „Nach unserer Einschätzung handelt es sich dabei um vorbereitende Maßnahmen im Zusammenhang mit dem beantragten vorzeitigen Baubeginn für ein Industrieprojekt. Die dafür erforderliche Genehmigung des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes liegt nach unserem Kenntnisstand bislang nicht vor.“

Genehmigung nötig?

Die Stadt Wilhelmshaven habe die Eingriffe gegenüber den Naturschützern als Gewässerunterhaltung eingestuft, die nicht genehmigungsbedürftig sei. Dabei sei aber auch eingeräumt worden, dass die Maßnahmen je nach Ausgang der behördlichen Entscheidung entweder dem beantragten Vorhaben oder dem Gebietsschutz dienen könnten. „Diese widersprüchliche Darstellung werten wir als hochgradig unseriös.“ 

Da der Managementplan für das Naturschutzgebiet ausdrücklich eine Vernässung der Fläche vorsehe, werde das erklärte Schutzziel durch die aktuellen Entwässerungsmaßnahmen faktisch unterlaufen. Der Nabu: „Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Arbeiten, solange keine rechtskräftige Genehmigung vorliegt und die naturschutzrechtlichen Fragen nicht abschließend geklärt sind.“ 

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Überland-Gruppe investiert und ordnet Campingplatz neu

Hooksiel (27. 2. 2026) – Die „Überland Gruppe“ will den Campingplatz Hooksiel schon für die Saison 2026 deutlich aufwerten. Weitere Investitionen in die Infrastruktur seien für 2027 geplant. Für das laufende Jahr, so bekräftigen die neuen Eigentümer der zu Jahresbeginn von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) übernommenen Anlage, hätten alle noch von der WTG abgeschlossenen Verträge Bestand. 

Ab 2027 wird es Änderungen geben. Unter anderem heißt es in der schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens: „Der bisherige FFK-Bereich wird ab der Saison 2027 aufgelöst.“

Die Überland-Gruppe will den Instandsetzungsstau auf dem Campingplatz Hooksiel auflösen. Die Anlagen und Einrichtungen im Sanitärgebäude B zum Beispiel sind inzwischen komplett erneuert. Foto: hol

Der Campingplatz Hooksiel soll künftig für die Slogan „Familie & Abenteuer“ und „Natur & Entspannung“ stehen. Die Zielgruppen: Familien, Ruhesuchende und Naturfreunde. Dafür stehe zum einen die Lage des Platzes vor dem Deich, direkt am Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Zum anderen werde man moderne Einrichtungen, großzügige Stellplätze und vielseitige Freizeitangebot entwickeln.

Stau bei Instandhaltung und Pflege

Der Platz habe bei der Übernahme einen erheblichen Instandhaltungsstau aufgewiesen, insbesondere im Bereich der Sanitäranlagen und der Platzinfrastruktur (Strom). Der Pflegezustand sei mangelhaft gewesen und Angebote für Familien habe es zuletzt keine mehr gegeben. „Seit der Übernahme Anfang des Jahres haben wir bereits erste wichtige Maßnahmen umgesetzt und planen weitere Verbesserungen noch in diesem Jahr sowie zur kommenden Saison 2027“, so die Überland-Management. 

Für 2026 habe man die grundlegende Instandsetzung der Stromversorgung vorgesehen. Das Sanitärhaus B sei bereits vollständig modernisiert worden. „Im Mai entsteht auf der Wiese ein großer Abenteuerspielplatz. Zudem bauen wir eine 18-Loch Minigolfanlage bis voraussichtlich Mitte April.“

Minigolf und Mountainbike-Bahn

Weitere geplante Neuerungen für dieses Jahr: Eine Mountainbike-Strecke („PumpTrack“) für Kinder und Jugendliche (ab Ende Mai); ein Indoorspielpatz in der ehemaligen Camperscheune mit Kettcarverleih; eine gemütliche Sommerlounge vor der „Kajüte“; ein Hunde-Agility-Parcours.

Man habe die Müll-Entsorgungs-Container vom Eingangsbereich an einen unauffälligeren Standort verlegt. Ver- und Entsorgungsstation seien künftig kostenlos und an der Einlassschranke werde es von 12 bis 13 Uhr eine Mittagsruhe geben (neue Schrankenzeiten: 7 bis 12 Uhr und 13 bis 20 Uhr).

Kein FKK-Platz mehr ab 2027

Für die Saison 2027 ist nach den Angaben der Überland-Gruppe die Sanierung aller weiteren Sanitärhäuser sowie die Modernisierung und der Ausbau der gesamten Platzinfrastruktur (Strom, Wasser, Abwasser) geplant.

Die Entscheidung, den bisherigen FFK-Bereich ab der Saison 2027 auflösen zu wollen, begründen die neuen Betreiber mit wirtschaftlichen Gründen. „Die Nachfrage für FKK-Camping ist gering – von den 412 Stellplätzen sind lediglich 125 an Saisoncamper vergeben. Auch die touristische Auslastung ist nicht ausreichend.“ Im Ergebnis sei das FKK-Camping damit nicht tragbar. Für 2026 soll es aber keine Einschränkungen für FKK-Saisoncamper und Gäste geben.

Stellplätze werden neu geordnet

Im heutigen FFK-Bereich sollen ab 2027 attraktive Saisoncamping-Stellplätze entstehen. Die WTG habe bislang in allen Bereichen des Platzes Saisoncamping-Stellplätze vergeben. „Touristische Camper konnten lediglich die Lücken zwischen den Saisoncampern buchen.“ Künftig, so die Planung, werde man die insgesamt rund 1500 Stellplätze neu ordnen – mit am Ende rund 500 touristischen Stellplätzen und etwa 1000 Saison-Campingstellplätzen. Damit werde man den unterschiedlichen Zielgruppen gerechter. „Die neuen Saisoncamper-Bereiche werden ruhiger, da es weniger touristischen Durchgangsverkehr gibt.“

Den etwa 275 Saisoncampern, deren Stellplätze von der Neuordnung betroffen sind, bietet man einen Platz an anderer Stelle an. Auch alle aktuellen Saisoncamper im FKK-Bereich seien eingeladen, weiterhin Saisoncamper in Hooksiel zu bleiben. Preise und Konditionen für die Saison 2027 werde man ab dem 1. April bekannt geben.

Werbung Restaurant Leuchtfeuer
– Werbeanzeige –

Übergewicht und Adipositas sind gesellschaftliches Problem

Friesland/Sanderbusch (27. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ laden am Welt-Adipositas-Tag am Mittwoch, 4. März, von 17 bis 19.30 Uhr zu einer Info-Veranstaltung in die Cafeteria im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch ein. Der Eintritt ist frei. 

„Wir wollen damit vor allem Menschen erreichen, die von der Krankheit betroffen sind, aber nicht wissen, wie ihnen geholfen werden kann oder die sich erstmal nur ungezwungen informieren möchten“, sagt Dr. Christian Delfs, Leiter des zertifizierten Adipositas-Zentrums der Friesland Kliniken. Übergewicht und Adipositas sind ein gesellschaftliches Problem. Laut Deutscher Adipositas Gesellschaft sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig – und jedes sechste Kind. 

Mit Adipositas geht eine geringere Lebenserwartung einher, etwa durch ein höheres Herzinfarkt-Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes. Hinzu kommen psychische Erkrankungen und soziale Ausgrenzung. Die verschiedenen Aspekte werden die Vortragenden Antje Lüken, Ernährungsberaterin (Schortens), Fachärztin Hanna Frenzke (Medicover Oldenburg MVZ), Dr. Christian Delfs („Friesland Kliniken“) und Facharzt Dr. Ertan Dogu (Herzzentrum Bremen) beleuchten.

Um Anmeldungen beim Bildungszentrum der „Friesland Kliniken“ wird gebeten; per E-Mail: bildungszentrum@friesland-kliniken.de oder per Telefon: 04422 80-1835.

Mutmaßlicher Ladendieb wollte Haarschneider stehlen

Hooksiel (27. 2. 2026) – Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland hat ein Strafverfahren gegen einen 39-jährigen Mann eingeleitet, der am Donnerstag dieser Woche im Supermarkt an der Bäderstraße in Hooksiel einen Diebstahl begangen haben soll. Der Vorfall hat sich gegen 14.15 Uhr zugetragen.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte eine Haarschneidemaschine aus einem Verkaufsregal genommen haben. Danach habe er die Verpackung entfernt und die Einzelteile ihres Inhalts in die Bauchtasche seines Hoodies gesteckt. Anschließend soll der mutmaßliche Ladendieb den Kassenbereich passiert haben, ohne die Ware zu bezahlen, so die Polizei. 

Veranstaltungen rund um den Weltfrauentag

Friesland (22. 2. 2026) – Rund um den Internationalen Weltfrauentag am 8. März wird es im Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven informativ und inspirierend: Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten Friesland/Wilhelmshaven hat mit Partnerinnen und Partnern einen Veranstaltungskalender erarbeitet. Der Kalender mit allen Terminen und Informationen ist online unter www.friesland.de/weltfrauentag zu finden.

Von Frauenkino über Frauenfrühstück bis zu Vorträgen zu verschiedenen Themen wie Gesundheit, Künstliche Intelligenz und Finanzen, das Angebot ist vielseitig und lädt zum Austausch ein. Kreative und praktische Workshops runden das Programm ab. Im Wangerland finden keine Veranstaltungen statt.

Ein Angebot in der Nähe: Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen lädt zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am Freitag, 6. März, um 14.30 Uhr in das „LOK Kulturzentrum“ Jever. Unter dem Motto „Ein Mann ist keine Altersvorsorge – warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist“ gibt es einen Vortrag von Betriebswirtin Helma Sick

Der Internationale Frauentag wird seit über 100 Jahren begangen. Seine Wurzeln hat der Weltfrauentag in der Arbeiterinnenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. 1910 schlug die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zetkin auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines internationalen Frauentages vor. Seit 1911 wird dieser in vielen Ländern begangen.

Heute steht der 8. März weltweit für den Einsatz für Gleichberechtigung, faire Arbeitsbedingungen, gleiche Bezahlung, politische Teilhabe sowie den Schutz vor Diskriminierung und Gewalt. Der Tag wird genutzt, um auf Fortschritte aufmerksam zu machen und auch auf die Herausforderungen, die nach wie vor bestehen.

- Werbeanzeige -
-Werbeanzeige –

Nudisten geschockt: Überland will FKK-Camping aufgeben

Hooksiel (26. 2. 2026) – Helle Aufregung unter den FKK-Campern in Hooksiel. Die Überland-Gruppe hat angekündigt, ab 2027 keine Stellplätze mehr für Anhänger der Freikörperkultur anbieten zu wollen. Damit würde der letzte FKK-Campingplatz an der Nordseeküste verschwinden.

Noch ist auf dem Hooksieler Campingplatz Winterpause. Der FKK-Bereich ist deutlich abgegrenzt von den übrigen Stellplätzen. Foto: hol

Die private Überland-Gruppe hatte den Großcampingplatz vor dem Hooksieler Deich mit rund 1500 Stellplätzen zu Jahresbeginn von der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) übernommen. Erklärtes Ziel der neuen Eigentümer war es , den allgemeinen Pflegezustand sowie die Aufenthaltsqualität des Campingplatzes deutlich zu steigern. Unter anderem sollen die Sanitärgebäude modernisiert, die Platzinfrastruktur samt Energieversorgung und gerade mit Blick auf Familien die Kinderspielangebote deutlich verbessert werden. 

Nach Informationen von „Hooksiel-Life“ haben Überland-Vertreter jetzt in einem Gespräch mit dem Naturistenbund mitgeteilt, dass die Nudisten in der Saison 2026 mit keinen Änderungen ihrer Situation rechnen müssen. Aber ab 2027 werde es auf dem Platz kein FKK-Camping mehr geben. Die Aufgabe des Angebotes habe rein wirtschaftliche Gründe. 

Eine Anfrage von „Hooksiel-life“ mit der Bitte zum Stellungnahme von Mittwoch blieb bislang unbeantwortet. Das Unternehmen will sich am Freitag erklären.

Für viele Vereinsmitglieder war die Nachricht ein Schock. Ein Teil von ihnen dürfte Hooksiel den Rücken kehren, wenn es hier kein Stellplatz-Angebot für Nudisten mehr gibt. Nicht wenige der Camper sind seit Jahrzehnten als Dauergäste auf dem FKK-Teil des Campingplatzes zu Hause. Der FKK-Bereich mit etwa 400 Stellplätzen macht etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Campingplatzes aus. Er liegt unweit des Hooksieler FKK-Strandes.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Fachkräftemangel im Bauamt: Planungen bleiben unbearbeitet liegen

Wangerland (26. 2. 2026) – War es nur Wahlkampfgetöse oder haben die Kritiker im Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung ein echtes strukturelles Problem der Gemeinde Wangerland identifiziert? Bei der lebendigen Debatte ging es eigentlich „nur“ um die Verlängerung von so genannten Veränderungssperren für verschiedene Bebauungspläne. Einige davon sind allerdings bereits ausgelaufen, ohne dass die Verwaltung den Rat darüber rechtzeitig informiert hat.

Veränderungssperren abgelaufen

Veränderungssperren sind eine Art Notbremse für Kommunen, zu deren Kernaufgaben die Bauleitplanung gehört. Die Bauleitplanung umfasst Flächennutzungspläne und Bebauungspläne, die regeln, was ist einem Ortsteil oder auch nur einem Straßenzug gebaut werden darf – oder eben nicht. 

Unterschiede zwischen Wohn- und Gewerbegebieten etwa liegen auf der Hand. Aber auch im Bereich der Wohngebiete gibt es etliche Differenzierungsmöglichkeiten. Hier sollen Häuser maximal eingeschossig sein, dort sind Mehrfamilienkomplexe möglich. Die Größe des Bauteppichs, der Abstand zum Nachbarhaus, die Dachform; die Liste der regelbaren Details ist lang. Unter anderm geht es im Wangerland auch um die Frage, wo in welchem Umfang die Vermietung Ferienwohnungen zulässig ist und wo nicht.

Die Veränderungssperre ist eine kommunale Satzung. Mit ihr wird eine allgemeine Bausperre für neue Vorhaben in Gebieten verhängt, in denen die Gemeinde Änderungsbedarf sieht. Ausnahmen für Projekte, die dem politischen Willen entsprechen, können erteilt werden. Die Sperrzeit, in der die Gemeine neue Bauregeln aufstellen kann, umfasst zwei Jahre, kann aber bei Bedarf um weitere zwei Jahre verlängert werden. 

Personalmangel im Bauamt

Zwei Jahre haben der Gemeinde Wangerland in einer Reihe von Fällen aber nicht ausgereicht. Bei der Personalstärke im Bauamt der Gemeinde gibt es schon seit längerem Engpässe. „Das Aufstellen eines neuen Bebauungsplanes dauert in der Regel ein gutes Jahr“, sagte Bürgermeister Mario Szlezak. Und da die Gemeinde Wangerland im Zuge der Umsetzung ihres Gemeindeentwicklung-Konzeptes seit gut zwei Jahren eine Vielzahl von Bebauungsplänen überarbeitet und auch noch andere wichtige Planungsvorhaben auf dem Tisch liegen, hätten Prioritäten gesetzt werden müssen. 

Soweit so einleuchtend. Aber: Teilweise sei außer dem Aufstellungsbeschluss nichts mehr passiert, räumte Bauamtsleiter Peter Podein ein. Eigentlich müssten die Pläne danach im Detail ausgearbeitet, öffentlich ausgelegt und Bedenken abgewogen werden. Bevor der neue Plan Rechtskraft gewinnt, sind zwei weitere Ratsbeschlüsse nötig. Flächennutzungspläne müssen zudem noch vom Landkreis abgesegnet werden. 

Politik kritisiert Verwaltung

Alice Brandenburg-Bienek (CDU) zeigte sich „verwundert, nein verärgert“. Die von ihre geführte Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) habe mehrfach nach dem Stand der Planungen gefragt, aber keine Rückmeldung erhalten. Entsprechend überrascht sei man gewesen, dass die Verwaltung jetzt gleich sieben Veränderungssperren in die Beratungen eingebracht habe – die meisten davon betreffen Teile von Horumersiel – , von denen einige bereits im vergangenen Jahr abgelaufen waren. Brandenburg-Bienek: „Ich finde das dramatisch.“

Auch Immo Müller (UWW) hält die Sachlage für „nicht akzeptabel“. SPD-Fraktionschef Holger Ulfers stufte die Sachlage hingegen als „ärgerlich, aber nicht dramatisch“ ein. Er regte mehr Transparenz und regelmäßige Informationen für die politischen Gremien über den Bearbeitungsstand sämtlicher Planungsprojekte an. 

Nur Wahlkampfgeplänkel?

Zu den Engpässen in der Bauverwaltung sei es gekommen, obwohl ein Teil der Arbeit bereits an private Planungsbüros vergeben wird, sagte Podein. Aber auch die müssten aus der Verwaltung heraus begleitet werden. Dafür hätten lange die nötigen Fachkräfte gefehlt. Inzwischen habe sich die Personallage ein wenig entspannt. „Die Mitarbeiter im Bauamt haben fleißig gearbeitet“, beteuerte Bürgermeister Szlezak. Faktisch gebe es bislang auch keine Probleme. Es seien keine Bauanträge eingegangen, die entgegen dem politischen Willen der Gemeinde hätten genehmigt werden müssen. Die scharfe Kritik an der Verwaltung stufte er als „Wahlkampfgeplänkel“ ein.

Immobilienbesitzer müssen warten

Heiko Manott, als Vertreter des Seebadevereins Horumersiel beratendes Mitglied im Ausschuss, wies Politiker und die Verwaltung darauf hin, dass der Streit um die Laufzeit von Veränderungssperren keineswegs nur von akademischer Bedeutung ist. „Dahinter stehen menschliche Schicksale. Da warten im Zweifelsfall Besitzer von Immobilien, die nicht wissen, was sie mit ihren Gebäude anfangen können.“ 

Werbung Restaurant Leuchtfeuer
– Werbeanzeige –