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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Neuer Großverein will sein Gewicht in der Gemeinde einbringen

Wangerland /Hooksiel (17. 3. 2026) – Die schlechte Nachricht aus Hooksieler Sicht vorweg: 2026 wird es kein „FCN-Hafenfest“ geben. Diese Entscheidung verkündete der Sprecher des Vorstandes des Sportclub Wangerland, Christian Doyen, am Montag am Ende der ersten ordentlichen Jahreshauptversammlung des Großvereins.

De SC Wangerland will weiterhin Traditionen pflegen: Auf der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins wurden eine Reihe langjähriger Mitglieder vom FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland geehrt. Foto: hol

Der SC Wangerland ist aus der Verschmelzung der drei Traditionsvereine Rot-Weiß Tettens, Eintracht Wangerland und FC Nordsee Hooksiel hervorgegangen. Mit der Eintragung ins Vereinsregister im November 2025 war ein vierjähriger Prozess der Annäherung zu Ende gegangen.

880 Mitglieder in 14 Abteilungen

Doyen erinnerte an eine Vielzahl von Gesprächen zwischen den Vereinsvertretern, Beratungen mit dem Landessportbund und dem begleitenden Notar sowie Beschlüsse in den Einzelvereinen. Mitgliederlisten mussten aktualisiert, Satzungen neu geschrieben, Buchhaltungen und Beiträge harmonisiert, Sportverbände informiert und bürokratische Hemmnisse überwunden werden.

Ein Großteil der Arbeit ist erledigt. Entstanden ist der mit gut 880 Mitgliedern wohl größte Verein im Wangerland, der Gewicht habe und das im Sinne seiner Mitglieder auch einbringen wolle, so Doyen. 

Wie Vorstandsmitglied Dieter Gehrken vor 40 Anwesenden im Tettenser „Hof von Wangerland“ ausführte, gehören dem SCW aktuell 330 Fußballer, 147 Breitensportler, 121 Kampfsportler, 55 Tennisspieler sowie 227 nicht-aktive Mitglieder an. Zum Verein gehören insgesamt 14 Abteilungen und Sparten. Angeboten werden neben Fußball – von der G-Jugend bis zum Geh-Fußball für Senioren –, Kampfsport und Tennis Tischtennis, Handball, Volleyball, Tanzen, Fitness, Show-Dance, Hip-Hop, Freizeitsport und Kinderturnen. 

Kampfsportler ziehen um

Wie Sabrina Perl als zuständige Abteilungsleiterin ankündige, werden die Kampfsportler des Vereins zum 1. April vom Alma-Rogge-Weg in ihr neues Domizil im „Welthus“ umziehen. Als weitere Großprojekte plant der Verein ab 2027 den Bau einer Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Tettens und eines neuen Umkleidegebäudes am Sportplatz Hooksiel.

Zu den Höhepunkten der Versammlung gehörte die Ehrung zahlreicher langjähriger Mitglieder. Dieter Gehrken überreichte Präsente für 20-, 30-, 40-, 50- und 60-jährige Treue. 

FCN Hafenfest erst wieder 2027

Die Bindung des SCW an die Traditionen der drei Alt-Vereine unterstrich auch Christian Doyen. Der Vorstand gehe nach Rücksprache mit dem Organisationsteam des FCN-Hafenfestes fest davon aus, dass das Fest im August 2027 wieder gefeiert werden kann. So hätten sich eine Reihe von Ehrenamtliche gemeldet, die helfen wollen, die Lücken im Orga-Team zu schließen. Ein Schnellschuss für 2026 wäre aber nicht ratsam und auch nicht fair gegenüber den neuen Mitstreitern gewesen, so Doyen. 

Online-Petition gegen Schließung des FKK-Campingbereichs

Hooksiel (17. 3. 2026) – Der Naturistenbund Wilhelmshaven-Friesland mobilisiert gegen das geplante Aus des FKK-Campings auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel. Über eine Online-Petition können Camper, aber auch sonstige Urlauber und Hooksieler Bürger, die Forderung des Vereins und den Appell an die privaten Betreiber des Areals unterstützen: „Bewahren Sie den FKK-Campingbereich in Hooksiel. Erhalten Sie diesen besonderen Ort für die Menschen, die ihn lieben, und für kommende Generationen.“

Für viele Nudisten ist der FKK-Campingbereich auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel mehr als ein Übernachtungsplatz. Sie wollen nicht hinnehmen, dass der „Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit “ ab 2027 aufgegeben werden soll. Foto: hol

Bekanntlich hat die insolvente Wangerland Touristik GmbH den Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen zum Jahreswechsel an die Überland GmbH verkauft. Die neuen Eigentümer haben angekündigt, den Platz modernisieren, sanieren und neu ordnen zu wollen. Eine Botschaft dabei: Ab der Saison 2027 soll der FFK-Bereich aufgelöst werden. Die Nachfrage dafür sei zu gering. Von 412 Stellplätzen in diesem Bereich seien lediglich 125 an Saisoncamper vergeben. Auch die touristische Auslastung sei nicht ausreichend. Damit sei das FKK-Camping nicht tragbar. 

Große persönliche Bedeutung

Diese wirtschaftliche Entscheidung, so der Naturistenbund, bedrohe ein Stück gelebter Kultur, das für viele Menschen von großer persönlicher Bedeutung sei. Der FKK-Campingbereich in Hooksiel, der letzte an der Nordseeküste, sei ein geschützter Raum, der generationsübergreifende Begegnungen ermögliche und ein über Jahrzehnte gewachsener „einzigartiger Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit“. Der FKK-Bereich trage maßgeblich zur Attraktivität des Standortes bei, heißt es in der Begründung der Petition, die bis Dienstagmittag über 640 Menschen unterzeichnet haben. 

Kritik an neuen Schließzeiten

Auch einige weitere geplante Neuerungen, mit denen die Überland GmbH den Platz für ihre Zielgruppen Familien, Ruhesuchende und Naturfreunde attraktiver machen möchte, stoßen auf Kritik. Zum Beispiel die neuen Schrankenzeiten, die wohl ab dem Saisonbeginn Ende nächster Woche gelten. Danach soll die Schranke an der Zufahrt künftig ab 20 Uhr (statt bislang ab 22 Uhr) geschlossen bleiben. „20 Uhr? Das ist schon sehr, sehr früh“, so Heino Cordes. Der Dauercamper sieht die Bewegungsfreiheit der Camper dadurch erheblich eingeschränkt. „Wenn man mal einen Ausflug nach Wilhelmshaven oder in die Region machen will, hat man immer die Schließzeit im Nacken.“

Angst vor Hundekot und Gebell

Die Öffnung der Schranke bis 22 Uhr sei aus seiner Sicht bislang nie ein Problem gewesen. Eigentlich müsste es auch einen Aufschrei der Gastronomie in Hooksiel gegen die Neuregelung geben, so Cordes. Viele der schon etwas älteren Dauercamper seien bislang abends mit dem Auto in den Ort gefahren, um hier Essen zu gehen. „Das fällt dann künftig weg. Damit verliert der Ort erheblich an Umsatz“, ist Cordes überzeugt.

Saisoncamper Josef Diersen liegt eine andere Neuerung schwer im Magen – die geplanten Freigabe des gesamten Platzes für Camper mit Hunden. „Die Einteilung des Geländes für hundehaltende Camper und für jene ohne hatte sich aus unserer Sicht sehr bewahrt.“ Diersen befürchtet, dass mit der Freigabe auf dem gesamten Platz tagsüber und nachts – neben Hundekot und -urin – mit Hundegebell zu rechnen ist. „Ein ruhiger und erholsamer Schlaf ist so kaum noch möglich.“

Bauhof der Gemeinde saniert Stolperpiste am Hallenbad

Hooksiel (17. 3. 2026) – Der Missstand war unübersehbar. Jetzt wird er behoben. Seit diesem Montag sind Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Wangerland dabei, den gut 40 Meter langen Fußweg zwischen dem Wendehammer vor dem Hallenwellenbad und der zweiten Deichlinie in Höhe Trabrennbahn zu sanieren. 

Der Bauhof der Gemeinde Wangerland verlegt den maroden Fußweg zwischen Hallenwellenbad und der zweiten Deichline neu. Im Vordergrund: Michael Bruns (links) und Jens Brämer. Foto: hol

Die von Spaziergängern intensiv genutzten Verbindung aus dem Ort heraus in Richtung Freizeitgelände war schon seit Monaten Gegenstand kritischen Bemerkungen. Der Weg war insgesamt buckelig, etliche der Pflastersteine versackt. Zum unschönen Gesamtbild trugen zudem die ungepflegten Grünanlagen unmittelbar nebenan bei.

Rund ein Drittel der Bauhof-Mannschaft ist jetzt im Einsatz, um den Missstand noch vor Ostern zu beheben. Dafür sollen sämtliche Pflastersteine aufgenommen, gereinigt und auf dem vorher entsprechend geglätteten Untergrund wieder verlegt werden. Handarbeit pur. Der Bauhof bittet um Verständnis dafür, dass der Weg für die Dauer der Arbeiten, mindestens bis zum Freitag, für Fußgänger gesperrt ist.

Abwechslung in Künstlerhaus: Von Aquarellen über Bronzen bis Fotos

Hooksiel (16. 3. 2026) – Freunde von Kunst und Kultur dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Ausstellungsjahr im Künstlerhaus Hooksiel freuen. Unter anderem werden mit Jean-Noel Schramm (10. Mai bis 5. Juli) und Agnes Lörincz (12. Juli bis 16. August) erneut zwei Stipendiaten erwartet, die jeweils mehrere Wochen in Hooksiel wohnen, arbeiten und ausstellen.

Freuen sich für das laufende Jahr auf spannende Ausstellungen im Künstlerhaus Hooksiel: Die Künstlerin Karin Mennen (links) und die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Künstlerhaus-Leiterin Renate-Janßen Niemann stellte jetzt das Jahresprogramm im Beisein der Künstlerin Karin Mennen vor. Die Wangerländerin wird den kulturellen Reigen am Sonntag, 29. März, mit der Eröffnung ihrer Ausstellung „Maritime Malerei und Bronzeplastiken“ eröffnen. Unter anderem dürfen sich Besucher auf experimentelle „Wattschlickbilder“ freuen.

Zwei Stipendiaten

Mit Menschen am Strand will sich Jean-Noel Schramm in Hooksiel beschäftigen. Der als Kind französischer Eltern geborene Maler und Fotograf lebt üblicherweise in Berlin und Paris. Er besuchte 1978 bis 1981 die Akademie der Bildenden Künste in München und studierte an der École Speciale d’Architecture in Paris. Als Künstler war der 66-Jährige unter anderem in Afrika, Israel, Japan und Griechenland unterwegs. Mit seinen Aquarell-Bildern will er in Hooksiel über die Menschen am Strand die Eigenarten der Region an der Nordseeküste erfassen.

Agnes Lörincz, ebenfalls 66, stammt gebürtig aus Siebenbürgen in Rumänien, wo sie auch Kunst und Design studiert hat. Heute lebt sie in Berlin. Als Künstlerin thematisiert sie gesellschaftliche Verhaltensmuster mit Elementen aus Mode, Werbung und Nachrichten, die sie wiederum mit dekorativen Stoffen kombiniert. Renate Janßen-Niemann: „Es geht um das Spiel mit Oberfläche und Oberflächlichkeit, mit Schein und Sein.“

Kunstkarussell für Kinder

Zu weiteren Ausstellungen werden der Maler Marc Taschowsky, Jahrgang 1972, aus Frankfurt (ab 23. August), der Bildhauer Nic Schaatsbergen aus Dornum in Ostfriesland (ab 27. September) sowie das Ehepaar Renate und Michael Schildmann aus Oldenburg erwartet (ab 8. November). Die in Wilhelmshaven geborene Renate Schildmann will mit ihrer Malerei das „Licht des Nordens“ erfassen. Michael Schildmann ist als Fotograf unter anderem für Landschafts-Panoramabilder bekannt. 

Zum Programm des Künstlerhauses gehört auch 2026 wieder ein Kunstkarussell für Kinder von 8 bis 14 Jahren Die Künstlerinnen Akkela Dienstbier, Gudrun Becker, Marianne Jansen und Sylke Barkmann bieten im Ferien-Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang August eine Reihe von Kreativ- Seminaren an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldungen unter Telefon 04463/235 sind unbedingt erforderlich.

Das Künstlerhaus Hooksiel habe in der Kulturszene einen sehr guten Ruf, sagte Renate Janßen-Niemann. Das sei der Grund für die zahlreichen Bewerbungen um Stipendien und Ausstellungstermine. Besonders geschätzt werden von den Künstlern nach ihrem Eindruck die Lage des Hauses mitten im Ort und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Menschen. 

Hooksiel ist nach gemeinsamer Putzaktion noch schöner

Hooksiel (16. 3. 2026) – „Hooksiel putzt“ – dieses Motto der Frühjahrs-Putzaktion haben am Samstag mehrere kleinere und größerer Gruppen im Ort umgesetzt. Trotz des mittelprächtigen, regnerischen Wetters hatten die Beteiligten in der Regel viel Spaß – und freuten sich über Erfolge. Ein Beispiel: Einige Tennisspieler arbeiten auf der Platzanlage des SC Wangerland, bekämpften über mehrere Stunden Moos, Laub und Unkraut und waren sich am Ende sicher: „Wir werden der Sommersaison – nach einigen weiteren Arbeitsdiensten – wieder viel Spaß haben.“ 

Alle gemeinsam mit Besen und Sammelzange unterwegs. Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Seebadevereins Hooksiel demonstrierten bei der Aktion „Hooksiel putzt“ den Schulterschluss. Vorn Bodo Zeiger (mit Besen) von der Arbeitsgruppe und Wolfgang Ademes vom Seebadeverein. Foto: Nicole Kutscher

Im Zentrum des Frühjahrsputzes im Ortskern standen aber die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Hooksiel und des Seebadevereins. Vormittags startete die Arbeitsgruppe mit dem Großreinemach, nachmittags übernahmen die Aktiven des Seebadevereine. An der symbolischen „Besenübergabe“ am Gästehaus in Hooksiel nahmen rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer teil, die dem Aufruf „Hooksiel putzt“ gefolgt waren. 

Ein wesentlicher Baustein der Aktion, an der sich in der ganzen Region Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund mehrere Tausend Menschen beteiligt haben, ist das Sammeln von Unrat und Müll. Was Kinder der Grundschule schon am Freitag rund ums Schulgelände begonnen hatten, setzten die Erwachsenen im Ort aber auch im Freizeitgelände fort. Die Arbeitsgruppe brachte unter anderem das Batteriegelände um Gästehaus und den Alten Hafen auf Vordermann, Gruppen des Seebadevereins kümmerten sich um Straßen, Wege und Parkplätzen sowie um die zweite Deichlinie. 

Jede Menge Unrat sammelten die Aktiven im Ort. Im Anschluss gab es zur Belohnung Bratwurst und Getränke. Foto: Bernhard Köster

„Vom Taschentuch über die Radkappe bis zum DVD-Player war alles dabei“, schildert Teilnehmer Bernhard Köster. Zum Fundgut gehörten aber auch ein Portemonnaie – ohne Geld, aber dafür noch mit sämtlichen Papieren des Eigentümers – sowie Unmengen von Zigarettenkippen. Insgesamt habe die Aktion aber sehr viel Spaß gemacht, so Nicole Kutscher: „Gemeinsam sind wir stark und unser schönes Hooksiel ist noch schöner.“

Zur Belohnung konnten die Aktiven im Anschluss an die Arbeit gemeinsam stärken – mit Bratwurst im Brötchen und erfrischenden Getränken. Der Seebadeverein dankte einer Reihe von Sponsoren aus Handel, Handwerk und Gewerbe im Ort für ihre Unterstützung.

Offshore-Windparks verändern die Strömung in der Nordsee

Friesland/Varel (16. 3. 2026) – Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) warnt vor einer übermäßigen Windkraft-Ausbeute auf See. „Schon früh haben wir vor diesem extremen Industrie-Ausbau in unserer Nordsee gewarnt“, so SDN-Vorsitzender Gerd-Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Varel. „Nun zeigt sich in einer Studie zur Gesamtwirkung der riesigen Offshore-Windparks auf die Meeres- und Luftströmungen, wie berechtigt unsere Forderungen waren und sind.“

Der Wind auf der Nordsee gilt als umweltfreundliche Energiequelle. Das Bild zeigt den Offshore-Windpark Riffgat. Foto: Matthias Ibeler/EWE

Die wissenschaftliche Studie, auf die sich die SDN bezieht, wurde Mitte Februar im Nature-Fachjournal „Communications Earth & Environment“ vorgestellt. Sie zeige, dass die Rotoren dem Wind Energie entziehen und dadurch die Oberflächenströmungen in der Nordsee um bis zu 20 Prozent verlangsamt werden. Zudem würden die Turbinenpfeiler unter Wasser Hindernisse bilden, die die Gezeitenströmungen und -frequenzen verändern. In der Summe der Effekte könne es zu großräumigen Veränderungen im Sedimenttransport und der Durchmischung des Meerwassers kommen.

Risiken lassen sich begrenzen

Die Studie gebe aber auch erste Hinweise darauf, wie sich strömungsbedingte Risiken für die Meeresumwelt begrenzen ließen. Nach den vorliegenden Modellsimulationen, so die SDN, spielen vor allem der Abstand der Turbinen, die Standortwahl der Windparks sowie die lokalen Gezeitenbedingungen eine zentrale Rolle dafür, wie stark sich Strömungen, Temperaturverhältnisse und die Durchmischung des Wassers verändern.

SDN warnt vor Industrialisierung

„Diese Ergebnisse sind wenig überraschend“, so der 2. SDN-Vorsitzende, Kapitän Ulrich Birstein. „Wer die Energiewende auf See vorantreibt, muss auch die Folgen für Strömungen, Sedimenttransport und Ökosysteme ehrlich benennen.“ Birstein warnt davor, die Auswirkungen einzelner Projekte isoliert zu betrachten. „Die Industrialisierung der Nordsee schreitet in vielen Bereichen gleichzeitig voran. Offshore-Windparks sind dabei nur ein Teil des Problems.“ Hinzu kämen unter anderem noch Unterwasserlärm, Müllbelastungen, Öl- und Gasförderung, Schlickverklappungen sowie der Ausbau von Rohrleitungen und Kabeltrassen durch die Nordsee und das Wattenmeer.


Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) ist ein überregionaler Umweltschutz-Dachverband, der 1973 aufgrund umfassender Verschmutzungen der Nordsee ins Leben gerufen 
wurde. Sie dient rund 200 Kommunen, Landkreisen, Naturschutzvereinen, Instituten, Verbänden und Einzelmitgliedern als Sprachrohr in die Öffentlichkeit. 

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Zwei Frauen bei Unfällen leicht verletzt

Wangerland (15. 3. 2026) –Bei zwei Unfällen im Wangerland gab es mehrere Verletzte. Am Freitag gegen 10.50 Uhr berührte auf der Landesstraße 812 im Bereich Waddewarden eine 79-jährige Autofahrerin bei einem Überholvorgang ein in gleiche Richtung fahrendes Traktorgespann. Danach kam die Frau mit ihrem Pkw nach links lvon der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, ihr Wagen war nicht mehr fahrbereit. 

Wenig später gegen 11.24 Uhr kam es im Kreuzungsbereich Landesstraße 808/Wegshörne zu einem weiteren Unfall. Nach derzeitigen Erkenntnissen, so die Polizei, befuhren eine 22-Jährige und ihre 25-jährige Beifahrerin die L 808 in Fahrtrichtung Jever. An der Unfallstelle kreuzte ein 46-Jähriger mit seinem Auto die Fahrbahn von links. Beide Auto stießen zusammen und mussten abgeschleppt werden. Die Beifahrerin wurde leicht verletzt.

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Seebadeverein Hooksiel will gemeinnützig werden

Hooksiel (15. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel will als gemeinnützig anerkannt werden. Auf der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 18. März, stehen dafür Satzungsänderungen auf der Tagesordnung. Während sich der 113 Jahre alte Seebadeverein bislang laut Satzung vornehmlich um die „touristische Entwicklung“ gekümmert hat, sollen künftig die Denkmal- und Heimatpflege und die Pflege des Landschafts- und Ortsbildes von Hooksiel im Fokus stehen. 

Szlezak und Riedel zu Gast

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gästehaus. Als Gäste werden Bürgermeister Mario Szlezak und der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, erwartet. Da sich die gemeindeeigene WTG in einer Insolvenz in Eigenregie befindet, darf von beiden Verantwortungsträgern eine Einschätzung zur aktuellen Lage erwartet werden. Unter anderem ist als Folge der finanziellen Schieflage der Tourismus-Tochter der Gemeinde das Hallenwellenbad in Hooksiel seit Oktober geschlossen. Das Bad und das gesamte Areal umzu stehen zum Verkauf.

Ideen fürs alte Feuerwehrareal

Ein weiteres Thema, mit dem der Seebadeverein sich seit Monaten intensiv beschäftigt: Die Entwicklung des ehemaligen Feuerwehrgeländes am Alten Hafen. Der erste Anlauf eines Planungsbüros, für das Filetgrundstück im Ortskern einen Hotelinvestor zu finden, war gescheitert. 

Der Seebadeverein favorisiert nach zwei Diskussionsrunden mit Bürgern den Bau einer Markthalle oder eines Bürgerhauses, in dem – so einige der Gedanken aus der Ideensammlung – neben Marktständen auch kleine Geschäfte, eine Gastronomie, eine Tourist-Info und ein Treffpunkt für Vereine untergebracht werden könnten. Details sollen sich unter anderem aus einer Bedarfsanalyse ergeben, die wiederum Grundlage für einen Architekten-Wettbewerb und die Suche nach einem Investor sein könnte.

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Ostfriesland-Krimis: Hooksieler Ermittler in der zweiten Reihe

Hooksiel (14. 3. 2026) – Auf dem Bildschirm tobt das Verbrechen. Abend für Abend. Mal auf Usedom, mal im Erzgebirge, mal in Ostfriesland. Mehr oder weniger eigenwillige Ermittler lösen mehr oder weniger originelle Verbrechen. Meistens zumindest. Das Publikum vor den Fernsehern ist nur wenige Meter vom Geschehen entfernt, aber doch nicht wirklich dabei. 

Hajo Hasbargen hat die Schauspielerei als sein Hobby entdeckt. Seit 2026 hat der Hooksieler als Komparse bereis an elf Krimi-Verfilmungen für das ZDF mitgewirkt. Foto: privat

Anders bei Hajo Hasbargen. Der Hooksieler hat seit Sommer 2016 an insgesamt elf Verfilmungen von „Ostfriesland-Krimis“ des Autors Klaus-Peter Wolf und zwei „Friesland- Krimis“ für das ZDF mitgewirkt. Als Komparse. Also als Schauspieler in der zweiten Reihe. Der wesentliche Unterschied zu „echten“ Schauspielern: Komparsen haben nur sehr selten Texte zu sprechen. Manchmal tauchen sie nur für wenige Sekunden in einem Film auf, meist im Hintergrund, häufig kaum wahrnehmbar – aber sie gehören dazu, sind wichtig für das stimmige Umfeld. 

Drehorte in Ostfriesland

Der letzte Einsatz liegt erst wenige Tage zurück. Zuletzt in Norden und zuvor am Hafen von Bensersiel drehte Produzent Martin Lehwald von der Schiwago Film GmbH (Berlin) Szenen für „Ostfriesenzorn“ und „Ostfriesentod“. Beide Filme werden voraussichtlich 2027 ausgestrahlt werden. Mit dabei unter anderem Piccco von Groote als Kommissarin Kathrin Klaasen, Tom Radisch als Kommissar Frank Weller, Hajo Hasbargen als namenloser Polizist und – als zweiter Komparse aus Hooksiel – Krabbenfischer Sven Kaiser, der als Kapitän eines Wasserschutz-Bootes im Einsatz ist. 

Blick hinter die Kulissen

„Es ist schon spannend, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können“, sagt Hajo Hasbargen. Der Elektrotechniker in Vorruhestand hatte sich vor acht Jahren eher aus Spaß auf eine Suchanzeigen hin erstmals als Komparse beworben. Warum er seinerzeit beim Casting aus den rund 500 Bewerbern ausgewählt wurde? Der Hooksieler weiß es nicht genau. Aber jedenfalls habe es ihn sehr gefreut, als wenig später der Anruf kam und jemand fragte: „Wann haben Sie Zeit?“ 

Eine Szene aus einem Krimi mit dem Hooksieler Hajo Hasbargen als Polizist in der zweiten Reihe. Foto: privat

Ja, Zeit braucht man beim Film. Als Mitarbeiter in der Produktion, an der Kamera, als Schauspieler und auch als Komparse. Immer wieder und wieder werden notfalls bestimmte Szenen gedreht, bis das letzte Detail passt. Der erste Drehtag bei „echtem Schietwetter“, so erinnert sich Hajo Hasbargen, begann um 18 Uhr und hätte eigentlich um 23 Uhr enden sollen. Zuhause war er dann um 6 Uhr morgens. Im Film selbst war er letztlich selbst kaum zu erkennen – er spielte einen Beamten der Spurensicherung, der aber eine Kapuze trug. 

Komparsen für den Film unverzichtbar

Ohnehin wisse man kaum, was von dem gedrehten Material letztlich tatsächlich in den Film gelangt, schildert Hasbargen. Die Szenen werden nicht in der Reihenfolge aufgenommen, wie sie nachher im fertigen Film zu sehen sind. Oft werden alle Szenen zusammen gedreht, die an einem Ort spielen. Manchmal bestimmen aber auch das Wetter oder die Verfügbarkeit der Schauspieler den Drehplan.

Den Überblick hat die Regie, die aus dem Material am Ende ein spannendes Ganzes macht. Die Komparsen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, sind aber für das Gesamtbild unverzichtbar. Mal sieht man sie nur von hinten, mal nur einzelne Körperteile, mal werden sie auch komplett herausgeschnitten. 

Abschiedsgruß an Ubbo Heide

Aber es gibt für sie auch anspruchsvolle Aufgaben. „Als Polizist sollte ich den Ermittlern einen geschlossenen Koffer überreichen“, erinnert sich Hasbargen. „Aber der Koffer wollte nicht zu gehen.“ Die Anweisung von der Regie: „Dann tu so …“. Oder: Kommissar Ubbo Heide verlässt das Büro in Richtung Feierabend, geht vorbei an seinem uniformierten Kollegen (Hajo Hasbargen). Gehört es sich da nicht, dass man sich verabschiedet? Und schon hat der Hooksieler seinen ersten Sprech-Auftritt: „Tschüss!“ 

Für Hasbargen ist die Mitarbeit beim Film zu einem schönen Hobby geworden. Man lerne viele spannende und meist nette Leute kennen. Unter den Komparsen, aber auch aus dem Aufnahmeteam oder unter den Schauspielern, darunter etwa Filmgrößen wie Julia Jentsch, Christian Erdmann, Kai Maertens oder Felix Vörtler, der im „Friesland-Krimi“ Hauptkommissar Jan Brockhorst spielt. 

Applaus vom ganzen Team

Nicht vergessen wird Hajo Hasbargen eine Szene, in der und zwei weitere Komparsen die Hauptrolle gespielt haben. Das Trio wurde während einer Drehpause in einen Raum gebeten. „Dort standen sie dann alle: Produzent, Regisseur, Schauspieler, Kameraleute – und haben uns applaudiert. Das ist schon ein besonderes Zeichen der Wertschätzung. Das vergisst man nicht“, sagt der Hooksieler, der nach wie vor auch gern selbst Krimis im Fernsehen guckt. „Aber man sieht einen Film anders, wenn man selbst mal dabei war.“ 

Wasserleitung im Watt im Wettlauf mit den Gezeiten repariert

Wangerland/Wangerooge (13. 3. 2026) – Der Wettlauf mit den Gezeiten ist geglückt: Mit eingespielter Teamarbeit und vollem Maschineneinsatz ist die Reparatur einer defekten Trinkwasserleitung zwischen der Insel Wangerooge und dem Wangerland gelungen. 

Drei Baggerführer arbeiteten zusammen, um die defekte Trinkwasserleitung im Wettlauf mit den Gezeiten freizulegen. Foto: OOWV

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Meeresboden kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Insel wieder über drei parallel verlaufende Leitungen mit frischem Trinkwasser beliefern. Das bedeutet volle Versorgungssicherheit rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien, wenn zusätzlich zu den knapp 1100 Einheimischen zahlreiche Feriengäste Wasser benötigen. Insgesamt sind es etwa 190.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, die aus den OOWV-Wasserwerken Harlingerland und Sandelermöns durch die 7,5 Kilometer langen Leitungen nach Wangerooge strömen.

Zeitfenster von drei Stunden

Drei mit extrabreiten Kettenlaufwerken ausgestattete Bagger und ein Bautrupp aus Wilhelmshaven unterstützen das OOWV-Team an diesem Mittwoch bei den Arbeiten mitten im Watt, gut vier Kilometer vom Festland entfernt. „Das Zeitfenster für die Reparatur war kurz, es standen maximal drei Stunden zur Verfügung, bis das Wasser wiederkommt“, beschreibt Matthias Ziegs, Leiter der OOWV-Betriebsstelle Schortens, die Herausforderung. 

Der Leitungsdefekt war in der Ferne durch den gemessenen Druckabfall aufgefallen. Die präzise Schadensstelle hatte dann die Fernerkundungsstaffel der Ortsgruppe Varel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Rahmen eines Ausbildungsflugs mit einer Rettungsdrohne ermittelt. Sie entdeckte den Punkt, an dem das wärmere Trinkwasser ins noch winterlich kalte Meer sprudelte. 

DLRG-Drohne liefert exakte Daten

Die beim Drohneneinsatz gesammelten Daten, Bilder und Videos halfen, auf Anhieb exakt den richtigen Abschnitt der mehrere Meter unter dem Meeresboden verlaufenden Leitung freizulegen. Erst mit Baggern und später mit Spaten tastete sich der Bautrupp an die Schadstelle heran. Dann galt es, das defekte Rohrstück herauszutrennen und die Versorgungsleitung mit zwei Muffen und einem Stück neuen Rohr wieder zu verbinden. 

Schließlich hieß es „Wasser marsch“ – zunächst testweise, denn bevor die reparierte Leitung wieder ans Netz genommen werden kann, sind noch Spülungen nötig.