Wangerland (15. 10. 20226) – „Das Wangerland kann Meer“ ist das Motto des jetzt im Pfarrhaus in Tettens neu gegründeten Ortsverein Wangerland von Bündnis 90/Die Grünen. Bislang agierten die Wangerländer Grünen im Ortsverein Jeverland zusammen den Mitgliedern aus Jever. „Das ist jetzt die konsequente Weiterentwicklung des Grundsteins, den Reiner Tammen vor 35 Jahren gelegt hat“, sagt Waltraud Rohde, eine der Vorsitzenden des neuen Ortsvereins.
Bilden den Vorstand des neu gegründeten Ortsverein Wangerland von Bündnis90/Die Grünen: (von links) Geesche Janßen, Thomas Schweers und Waltraud Rohde. Foto: Grüne
Tammen, über Jahrzehnte im Wangerländer Gemeinderat, habe sich damals zur Wahl gestellt, damit Grün überhaupt auf dem Wahlzettel steht. „Heute sind die Grünen eine etablierte Partei und sie schauen selbstbewusst in die Zukunft“, so Rohde.
Mitglieder vernetzen
Der eigene Ortsverein gehe mit einer gewissen Finanzautonomie einher. Der Arbeit, die als Vorstand auf sie zukommt, sehen Geesche Janßen und Waltraud Rohde als Vorsitzende und Thomas Schweers als Kassenwart mit gelassen entgegen. Wichtige Punkte ihrer Arbeit sollen regelmäßige Termine zur Vernetzung der Mitglieder und Interessierten sein sowie ein stetiger Austausch mit der Fraktion im Rat.
Gaby Szlezak führt die Fraktion
Die Grünen haben bei der jüngsten Kommunalwahl zwei Sitze im künftigen Rat der Gemeinde Wangerland errungen. Diebesetzen ab dem 1. November Sven Pohle und Gaby Szlezak, die den Fraktionsvorsitz übernimmt. Beide würden die Arbeit im Gemeinderat bereits seit Jahren begleiten und verfolgen.Perspektivisch solle sich die kommunalpolitische Arbeit an Fakten und weniger an Meinungen orientieren, da sind sich Fraktion und Vorstand einig.
Hooksiel (15. 10. 2026) – Am gestrigen Mittwoch sind Unbekannte in ein Haus in der Bakenstraat in Hooksiel eingebrochen. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei hebelten der oder die Täter zwischen 10 und 15.18 Uhr ein Schlafzimmerfenster des Wohnhauses auf.
Dadurch verschafften sie sich Zutritt zum Gebäude. Im Inneren entwendeten sie Gegenstände, deren Wert nach Schätzung der Polizei „im unteren vierstelligen Euro-Bereich“ liegen dürfte.
Die Ermittler bittet Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Bakenstraat beobachtet haben oder sonstige sachdienliche Hinweise geben können, sich bei der Polizei Jever unter der Telefonnummer 04461/7449-0 zu melden.
Hooksiel (15. 10. 2026) – Die Reederei Adler & Eils will auch im kommenden Jahr Ausflugsfahrten von Hooksiel und Wilhelmshaven nach Helgoland anbieten. Mit welchem Schiff und zu welchen Terminen soll ab Mitte Januar feststehen. Reederei-Geschäftsführer Jannes Piepgras zeigte sich gegenüber „Hooksiel-life“ mit der ablaufenden Saison trotz eines schwierigen Starts zufriedend.
Die Reederei Adler & Eils will auch im kommenden Jahr Fahrten von Hooksiel nach Helgoland anbieten. Foto: Adler & Eins
Aufgrund eines technischen Schadens am Katamaran „Adler Cat“ hatte der geplanten Saisonstart auf Ende April verschoben werden müssen. Und auch im Laufe des Jahres kam es immer wieder zu kurzfristigen Absagen und Fahrplanänderungen. „Wellenbedingte Ausfälle nach Helgoland gehören zum Geschäft“, sagt Piepgras. Mit Ausnahme der Probleme in der Startphase sei das Schiff während der gesamten Saison ohne Defekt geblieben.
Gute Buchungslage
Insgesamt haben bis zum Saisonende Mitte September 20 von ursprünglich 34 geplanten Fahren ab Hooksiel stattgefunden. Ab Wilhelmshaven läuft die Saison noch bis Ende Oktober. Bis dahin dürften um die 50 Fahrten zusammenkommen. „Die Buchungslage war gut“, stellt Piepgras fest. „Das einzige Problem sehen wir Reeder momentan in dem extrem hohem Brennstoffpreis, der aber nicht nur unsere Branche stark belastet.“
Fahrplan abhängig von der Tide
Für die Saison 2027 wolle man einen Fahrplan mit mindestens so vielen Fahren wie in diesem Jahr anbieten. Piepgras: „Wir versuchen natürlich, Hooksiel noch öfter einzubinden, aber das können wir erst sagen, wenn wir die Tideverhältnisse für nächste Saison wissen.“
Der „Adler Cat“ hat einen Tiefgang von 2,2 Meter. Damit ist der Hooksieler Außenhafen nicht immer erreichbar. Gerade in der Hauptsaison, wenn Doppeltouren gefahren würden, könne Hooksiel im Gegensatz zu Wilhelmshaven nicht immer tideunabhängig angelaufen werden. „Das führt dazu, dass dann nur alle 14 Tage ab Hooksiel gefahren werden kann“, bedauert der Reederei-Geschäftsführer.
Wangerland (15. 10. 2026) – Am frühen Mittwochabend kam es im Einmündungsbereich in Gottels (vor Hohenkirhcen) zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Autos. Nach bisherigen Erkenntnissen beabsichtigte ein 23-jähriger Pkw-Fahrer auf die Landesstraße 809 (Hohenkirchen-Horumersiel) abzubiegen und kollidierte hierbei mit einem von links kommenden vorfahrtsberechtigten Pkw.
Die Insassen beider beteiligten Fahrzeugen wurden nach Mitteilung der Polizei leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Wangerland/Hannover (14. 10. 2026) – Das Niedersächsische Umweltministerium hat mit dem Landwirtschaftsministerium die endgültige Flächenauswahl für fischereifreie Gebiete im niedersächsischen Küstenmeer festgelegt. Damit gilt nach rund anderthalb Jahren der so genannte „Fischereidialog“ als abgeschlossen. Die künftigen Fangverbots-Gebiete umfassen zehn Prozent des Küstenmeeres, darunter weite Teile des Jadebusens. Begründet wird die Ausweisung der Schutzgebiet mit der EU-Biodiversitätsstrategie.
Der „Fischereidialog“ ist beendet. Künftig sollen zehn Prozent der Küstengewässer vor Niedersachsen als fischereifreie Zonen ausgewiesen werden. Foto: Schreiber
Untersagt werden soll der Fischfang unter anderm im Bereich der Blauen Ballje zwischen Horumersiel und Wangerooge. Im Gegensatz zu zwischenzeitlichen Planungen können die Fischer aber einen Teil der Küste vor der Gemeinde Wangerland zwischen Horumersiel und Hooksiel weiter für ihre Fangfahrten nutzen.
Jensen: Der Druck hat sich ausgezahlt
„Der Protest, die vielen Gespräche und vor allem der öffentliche Druck haben sich ausgezahlt“, sagt die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (CDU) gegenüber „Hooksiel-life“. Die ursprünglich geplanten Einschränkungen hätten deutlich abgemildert werden können. „Gar keine Einschränkungen wären mir natürlich lieber gewesen, aber das war ja illusorisch. Die Ministerien sind auf viele Anregungen aus der Fischerei eingegangen.“
Die Betroffenen im Jadegebiet hatten beklagt, dass die ursprünglichen Pläne gerade für Fischer mit kleinen Booten einem Berufsverbot gleichkommen würde. Der Landkreis Friesland und die Gemeinde Wangerland verfassten Resolutionen , in denen auch darauf hingewiesen wurde, dass die Krabbenfischerei für die Küste nicht nur ein Wirtschaftszweig sondern ein Stück Kulturgut mit hohem touristischen Wert sei.
Während Umweltverbände die jetzt ausgewiesenen Fischerei-Verbotszonen als nicht ausreichend kritisieren, hofft Katharina Jensen auf weitere Nachbesserungen im Rahmen es Gesetzgebungsverfahrens. „Wir brauchen meines Erachtens ausdrücklich ausgewiesene Gebiete, in denen unsere Küstenfischerei weiter bestehen kann.“
Der aktuelle Planungsstand (Karte links) sieht vor der Küste des Wangerlandes anders als der ursprüngliche Entwurf (rechts) noch einen kleinen Abschnitt vor, in dem auch künftig heimische Krabbenfischer auf Fangfahrt gegen können. Grafiken: Landwirtschaftsministerium
Im Rahmen des „Fischereidialogs“ hatten das niedersächsische Umweltministerium und das Landwirtschaftsministerium drei Dialogveranstaltungen mit Fischerei- und Umweltverbänden sowie Vertretern einiger Küstengemeinden ausgerichtet. Zudem gab es zwei Regionalkonferenzen mit Fischereibetrieben und den Hafenkommunen.
Ministerien sehen guten Kompromiss
„Gerade die Hinweise auf regionale Betroffenheiten für kleinere Fischereifahrzeuge, die im Laufe des Dialogs eingebracht wurden, haben wir ernst genommen, um betriebliche Härten zu vermeiden“, so Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne). Das Flächenkonzept sei jetzt eine gute Grundlage für eine mit den Schutzzielen des Nationalparks niedersächsisches Wattenmeer konforme fischereiliche Nutzung. „Damit entsteht zugleich Planungssicherheit für die Krabben- und Muschelfischerei.“
Auch Umweltminister Christian Meyer (Grüne) sieht ein „tragfähiges Flächenkonzept“, das sowohl fischereifreie Gebiete in dem angestrebten Flächenumfang als auch weiterhin befischbare Gebiete umfasse. Das Konzept sei geeignet, Naturschutz und Küstenfischerei gemeinsam in die Zukunft führen. „Mit den fischereifreien, strengen Schutzgebieten innerhalb des Nationalparks werden Rückzugsräume für marine Lebensräume und Arten geschaffen und wichtige europarechtliche Anforderungen umgesetzt.“
Landtag entscheidet
Die rechtliche Umsetzung der fischereifreien Gebiete soll durch eine Änderung des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen. Den Gesetzentwurf hierfür wird das Umweltministerium vorlegen. Über die konkrete Ausgestaltung entscheidet anschließend der Landtag.
In Hooksiel gab es zu Beginn des Fischereidialogs noch drei Fischereibetriebe. Inzwischen hat ein Betrieb seine Tätigkeit eingestellt. Der Kutter „Trotz“ wurde stillgelegt. Ein weiterer Betreib hat in diese Woche seinen Fang vorübergehend eingestellt. „Es gibt zurzeit kein Krabben.“ Der Grund, Fischerei-Verbotszonen hin oder her: Wittlinge haben die Krabbenbestände weitgehend weggefressen.
Hooksiel (14. 10. 2026) – Am Montag, 19. Oktober, findet der letzte Blutspendetermin des DRK-Blutspendedienstes in diesem Jahr in Hooksiel statt. Freiwillige haben in der Zeit von 16 bis 20 Uhr Gelegenheit, im Walter-Spitta-Haus ihre Spende abzugeben. Belohnt werden sie im Anschluss mit einem Imbiss. Alle Spender müssen einen Personalausweis dabei haben.
Das Walter-Spitta-Haus ist am Montag, 19. Oktober, letztmalig Anlaufpunkt für Blutspende-Willige. Archiv-Foto: hol
Sieglinde Schandinat, die mit anderen Ehrenamtlichen aus Hooksiel die Blutspendetermin begleitet, weist darauf hin, dass das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirche in der Lange Straße 60 letztmalig vom Blutspendedienst genutzt wird. „Ab 2027 werden die Blutspenden dann im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel durchgeführt.“
Hintergrund der Entscheidung dürften die Pläne der Kirchengemeinde sein, die das Walter-Spitta-Haus aus wirtschaftlichen Gründen mittelfristig aufgeben will. Mit Blick auf die hohen Kosten und die sinkende Zahl an Kirchenmitgliedern hat der Gemeindekirchenrat beschlossen, zukünftig nur noch ein Gemeindehaus im Wangerland zu unterhalten. Dafür soll das Stephanus-Haus in Hohenkirchen ausgebaut und energetisch saniert werden.
Wangerland (14. 10. 2026) – Die „Höhner“ bringen kölsches Lebensgefühl ins Wangerland. Für Samstag, 31. Oktober, hat das „Wangerland Resort“ die bekannte Live-Band nach Hohenkirchen eingeladen. Neben dem Konzert wird dazu in mehreren Bereichen des Resorts gleichzeitig gefeiert – mit Live-Musik, DJs, Schlager und Partymusik.
Sollen kölsche Lebensfreunde nach Hohenkirchen tragen: Die „Hühner“. Foto: Müller
Der musikalische Höhepunkt wird in der „Wangerland Halle“ erwartet: Die „Höhner“ bringen in ihrer Live-Show eine Mischung aus kölscher Lebensfreude, Partyhits und bekannten Klassikern auf die Bühne. In der „Cheers Bar“ sorgt Marcel Dunker für beste Unterhaltung und Partystimmung. Am Anleger steht ein DJ an den Plattentellern und bringt die Gäste mit Schlager- und Partymusik zum Tanzen.
Die Idee der Veranstalter: Die Besucher können im Laufe des Abends zwischen den verschiedenen Bereichen wechseln und sich ihre ganz persönliche Partynacht zusammenstellen – von kölscher Live-Musik über Live-Entertainment bis hin zu Schlager und aktuellen Partyhits.
Wer nicht im Resort übernachtet, kann sich ein Abendticket sichern. Der Zugang ist ab 20.30 Uhr möglich. Im Ticketpreis von 69 Euro sind alle Getränke sowie ein Mitternachtssnack enthalten. Die Tickets sind online erhältlich.
Friesland/Wangerland (13. 10. 2026) – Licht am Ende des Tunnels? Der Sanierungsprozess der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) geht in eine entscheidende Phase. Sollte es gelingen, solvente Investoren für die noch zum Verkauf stehenden Immobilien des gemeindeeigenen Tourismus-Marketing-Unternehmen zu finden, könnte das Ende der „Insolvenz in Eigenverantwortung“ nahen.
Eigentlich war der Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) als „Attaktivierung des Kurmittelhauses Horumersiel“ gedacht. In die Schlagzeilen geraten ist es aber bislang vornehmlich durch die extreme Verteuerung der Baukosten. Auch über zwei Jahre nach der Eröffnung des Gesundheitstempels sind dazu noch jede Menge Fragen ungeklärt. Foto: hol
In der aktuell laufenden Verkaufsrunde geht es vornehmlich um das Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, dem Komplex, auf dem heute noch die WTG ihren Hauptsitz hat. Hier könnte, so eine Vision, ein Hotel entstehen, das dem neuen Thalasso Meeres Spa (TMS) das Leben einhaucht, das der Gesundheitstempel verdient hätte. Ebenfalls zu dem Komplex gehört das öffentliche Schwimm- und Hallenbad „Friesland -Therme“, das mit dem TMS unter anderem über die Wasserversorgung verknüpft ist.
Weichenstellung für das Ende der Insolvenz
Weitere Immobilien, die in einem Gesamtpaket oder auch als einzelne Objekte den Besitzer wechseln sollen, sind der Campingplatz Schillig und das ebenfalls längst geschlossene Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel mit dem umliegenden Areal. Maßgebliche Weichenstellungen in dem von WTG-Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung angeschobenen Verkauf werden in den nächsten Wochen erwartet. Danach dürfte sich eine zwingend öffentliche Debatte über die Bauleitplanung für Neubau-Vorhaben anschließen. Hier wäre dann der neue Gemeinderat gefragt, der für Investoren das Baurecht schaffen müsste.
Unabhängig davon bleibt das „Thalasso-Desaster“ bundesweit Thema. Zuletzt hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) das Projekt in seinem „Schwarzbuch“ als Beispiel für Steuergeldverschwendung aufgeführt. Die Botschaft: Neben vielen anderen Faktoren hätten die Fördergelder vom Land falsche Anreize gesetzt und damit die Entscheidet vor Ort in eine falsche Richtung gelenkt, was letztlich zu der Fehlinvestition geführt habe.
Mario Barth am 21. Oktober
Noch mehr Aufmerksamkeit dürfte das spektakulär gescheitere Projekt durch die Sendung „Mario Barth deckt auf“ bekommen. Die humorvoll verpackten Recherche-Ergebnisse sollen auf RTL am Mittwoch, 21. Oktober, ab 20.15 Uhr ausgestrahlt werden.
Parallel dazu laufen die strafrechtlichen Ermittlungen gegen einzelne Akteure. Und die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen vor Ort stehen vor einer Fülle offener Fragen. Wie sieht die die Zukunft einer wie dann auch immer organisierten WTG aus? Welche Aufgaben kann sie, welche soll sie künftig noch übernehmen? Ebenso wichtig der Blick zurück. Wie konnte es zu der enormen Kostenexplosion beim Bau des TMS von 8,8 auf rund 23 Millionen Euro kommen? Wie lässt sich verhindern, dass Ähnliches sich wiederholt?
Noch viele offene Fragen
Wer hätte wann Alarm schlagen können oder vielleicht sogar müssen, um das Bauvorhaben zu stoppen oder neu auszurichten? Und wem hätte wann auffallen können, dass das TMS – unabhängig von den Baukosten – nach seiner ursprünglichen Konzeption niemals wirtschaftlich zu betreiben sein würde? Der insolvenzrechtliche Berater der WTG-Geschäftsführung Dr. Christian Kaufmann bezifferte das zu erwartende jährliche Betriebsdefizit auf rund 1,3 Millionen Euro.
Kommunalaufsicht eingeschaltet
Immer wieder fällt im Zusammenhang möglicher Kontrollen der Begriff „Kommunalaufsicht“. Was ist das? Und wer hätte sie in Marsch setzten können? War sie vielleicht sogar im Einsatz? Ja, sie war.
Wie der Landkreis Friesland auf Anfrage von „Hooksiel life“ bestätigte, hat ein Bürger 2024 mit Verweis auf die erheblichen Kostensteigerungen beim Bau des TMS den Landkreis beziehungsweise die Kommunalaufsicht eingeschaltet. „Daraufhin wurde die Gemeinde Wangerland zur Stellungnahme zu den Investitions- und Betriebskosten des TMS aufgefordert. Es folgten weitere Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Wangerland Touristik GmbH sowie eine förmliche Unterrichtung der Kommunalaufsicht.“
Der Landkreis habe der Gemeinde angesichts der wirtschaftlichen Situation des TMS dringend davon abgeraten, weitere finanzielle Mittel über eine Kreditaufnahme der WTG bereitzustellen. Untermauert worden sei der Rat durch den Hinweis, dass es hierfür auch keine haushaltsrechtliche Genehmigung geben würde. In der Konsequenz bleib damit der WTG nur der Weg in die Insolvenz.
Eine Prüfung des TMS selbst fällt nicht in den unmittelbaren Zuständigkeitsbereich der Kommunalaufsicht, da die WTG GmbH rechtlich eigenständig ist. Die Behörde ist Teil des Landkreises Friesland. Sie untersteht dem Landrat. Die Kommunalaufsicht prüft regelmäßig die Haushalte- und das Finanzgebaren der Kommunen.
Kontrollpflicht liegt bei der Gemeinde
„Kommunale Eigengesellschaften, auch wenn sie sich vollständig oder mehrheitlich in kommunaler Hand befinden, unterliegen nicht unmittelbar der staatlichen Kommunalaufsicht, da es sich um rechtlich eigenständige Gesellschaften handelt“, so der Landkreis. Die Kontrolle und Steuerung erfolge hier grundsätzlich durch die Kommune als Gesellschafterin. Die Kommunalaufsicht könne allerdings die Rechtmäßigkeit des Handelns der Kommune im Zusammenhang mit einer solchen Gesellschaft prüfen, etwa mit Blick auf die wirtschaftliche Betätigung oder gesetzliche Anzeige- und Genehmigungspflichten.
Grundsätzlich könne die Kommunalaufsicht von Akteuren einer Gemeinde – wie etwa vom Bürgermeister, von einzelnen Ratsmitgliedern oder Kommunalbeamtinnen – angerufen und über mögliche Sachverhalte informiert werden. „Ein Anspruch darauf, dass die Kommunalaufsicht anschließend tätig wird, besteht jedoch nicht.“ Ob und in welcher Form die Kommunalaufsicht tätig wird, entscheidet sie nach pflichtgemäßem Ermessen im Einzelfall.
Jever/Wangerland (13. 10. 2026) – Wie kann Bauen im Spannungsfeld von Klimaschutz und demografischem Wandel gelingen? Dieser zentralen Zukunftsfrage widmet sich beim politischen Stammtisch des Ortsverbands Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen Dr. Martin Dehrendorf, ehemaliger Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Friesland. Die öffentliche Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. Oktober, ab 19 Uhr im „Parkhotel“ in Jever in der Mühlenstraße 51 statt.
Die Ausgangsthese: Die Art, in der heute gebaut wird, entscheidet ganz wesentlich über die Lebensqualität, die Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Nutzungsmöglichkeiten von morgen. Eigentlich sind Gebäude nötig, die Ressourcen schonen, Energie effizient nutzen und gleichzeitig über Generationen hinweg den unterschiedlichen und sich verändernden Bedürfnissen der Menschen gerecht werden. Im Gespräch will man sich dann der Antwort auf die Frage nähern: Welche Lösungen gibt es konkret vor Ort in Friesland?
Wangerland/Hooksiel (12. 10. 2026) – Schlechtes Wetter bedeutete für Klaus-Dieter Wallat immer schon mehr als eine Antwort auf die Frage, welche Jacke zieht man sich an. Als Beschäftigter im Tief- und Straßenbau hing immer wieder sein Job davon ab, ob Außenarbeiten möglich sind. Häufig genug zogen die Unternehmer die Reißleine. Wallat und einige seiner Kollegen wurden zum Winter hin entlassen und erst zum Frühjahr wieder eingestellt.
Seit 25 Jahren selbstständiger Unternehmer: Klaus-Dieter Wallat (rechts) mit Sohn und Enkel, Patrik und Leon Haartje. Foto: hol
„Auf dieses ewige Hin und Her hatte ich irgendwann keine Lust mehr“, sagt der 73-jährige Wangerländer heute. Vor 25 Jahren traf er eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat. Er machten sich als Alleinunternehmen für Garten- und Landschaftsbau selbstständig. Dokumentiert durch eine Ehrenurkunde der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oldenburg.
Alles Handarbeit
Zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Lebensgefährtin baute Wallat einen Familienbetrieb auf, in dem er heute noch mit seinem Sohn Patrik Haartje, einem handwerklichen Tausendsasser, und seinem Enkel Leon täglich Aufträge vornehmlich von privaten Haushalten in der Region Wilhelmshaven/Friesland erledigt – soweit das Wetter und seine Gesundheit es zulassen.
Hier einen Graben aufreinigen, dort eine Garagenzufahrt pflastern und nächste Woche eine Mauer als Einfassung für ein Hochbeet im Garten setzten. Aktuell arbeitet das Team auf einem Anwesen in der Nähe von Hooksiel. Eine Terrasse samt Zuwegung wird neu gestaltet. Alles aus historischen Klinkern. „Da ist jeder Stein unterschiedlich“, schildert Wallat. „Das ist alles Handarbeit. Das kann nicht jeder.“
Dem Pferdesport verbunden
Mit Hooksiel verbindet Wallat vor allem auch der Pferdesport. Über viele Jahre stellte Wallat in Neu Folkertshausen gezüchtete Ponys dem Reit- und Fahrverein Hooksiel zur Verfügung und fuhr auf dem Vereinsgelände mit seiner Kutsche. Hier lernten die Kinder reiten und fahren – und Klaus Wallert pflasterte selbstverständlich die Flächen am Reitstall.