Wilhelmshaven/Wangerland (29. 9. 2026) – Der „Nordsee-Reisepass“ der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) ist bei der 19. European Cultural Tourism Conference mit einem ECTN Award ausgezeichnet worden. Insgesamt hatten sich 72 Bewerber aus 23 Nationen Hoffnung auf den europäischen Branchen-Oscar gemacht. Die Verleihung fand auf der griechischen Insel Skiathos statt.
Branchen-Oscar für die TANO
Die Auszeichnung wird vom European Cultural Tourism Network in sechs Kategorien vergeben. In der Kategorie „Regenerative Tourism Synergies with Culture and Heritage“ ging die TANO als Sieger durchs Ziel.
Das Bild zeigt TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein (links) mit Thodoris Tzoumas, Bürgermeister von Skiathos bei der Preisverleihung.
Foto: Tourismus-Agentur Nordsee GmbH
„Die Auszeichnung empfinden wir nicht nur als eine besondere Anerkennung für die gemeinsame Arbeit in unserer Region, sondern auch als Ansporn, das Projekt weiterzuentwickeln. Unser Dank gilt allen Kommunen, Einrichtungen und Betrieben, die mit uns ein Netzwerk gebildet haben. Es zeigt, dass wir gemeinsam sehr viel erreichen können“, sagte TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein.
Stempelstelle am Diedrichsberg
An mehr als 250 Stempelstellen, darunter auch im Bereich der Gemeinde Wangerland, können Gäste und Einheimische mit dem „Nordsee-Reisepas“s die Natur- und Kulturlandschaft der Nordseeküste kennenlernen und dabei Stempel sammeln. Das Angebot macht auch auf kleinere Orte, Museen und Naturräume aufmerksam, mit dem Ziel, die Besucherströme räumlich breiter über die Region zu verteilen.
Über 60 Stempelboxen in der Natur – unter anderem am Dietrichsberg im Hooksieler Freizeitgelände – ergänzen das analoge Erlebnis Hier werden mittels QR-Codes weitere Informationen zum Standort bereitgestellt, darunter auch KI-generierte Lernvideos zum Thema Klimaanpassung. Aus den Erlösen des Verkaufs der Reisepässe unterstützt die TANO Baumpflanzaktionen.
Die TANO mit Sitz in Wilhelmshaven wurde 2022 gegründet. Sie ist die flächendeckende touristische Organisation für Destinations-Management und -Marketing an der niedersächsischen Nordseeküste. Ihre Gesellschafter sind die sieben Landkreise Ammerland, Aurich, Cuxhaven, Friesland, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven und die Seestadt Bremerhaven.
Wangerland/Hooksiel (3. 9. 2026) – Wer seinen Urlaub im Wangerland verbringt und Lust auf einen Tagesausflug nach Wangerooge hat, kann sich ab sofort über einen neuen Gästekartenvorteil freuen: Mit der Wangerländer Gästekarte erhalten Urlauber zehn Prozent Ermäßigung auf Tagesfahrten zur autofreien Insel Wangerooge.
Der Gutschein, der die Vergünstigung ermöglicht, ist in den Tourist-Informationen in Horumersiel und Hooksiel erhältlich. Den ausgestellten „Voucher“ können die Gäste gegen ein reguläres Ticket vor der Abfahrt am Hafen in Harlesiel eintauschen.
Weite Sandstrände, frische Meeresluft und eine beeindruckende Dünenlandschaft machen Wangerooge zu einem attraktiven Ziel. Fernab von Hektik und Straßenverkehr erwartet die Besucher eine besondere Verbindung aus Natur, maritimem Flair und friesischer Gastfreundschaft.
Für die Tagesfahrt gelten folgende Vergünstigungen: Erwachsene: 31,50 statt 35,00 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren: 18,90 statt 21,00 Euro; Kinder unter 6 Jahren: kostenfreie Beförderung.
Hooksiel (2. 9. 2026) – Wie groß ist das touristische Potenzial des Alten Hafens von Hooksiel? Dieser Frage geht Ottilie Dreischke nach. Für ihrer Bachelorarbeit an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven untersucht die Studentin die bisherige Entwicklung des Hafens und die aktuellen touristischen Bedarfe und Perspektiven für seine zukünftige Entwicklung.
Der Alte Hafen von Hooksiel hat großes touristisches Potenzial – aber auch eine Reihe von Problemen. Archiv-Foto: hol
Ein Riesenthema, wie die junge Frau schnell feststellen konnte. Für ihre Arbeit hat sie bereits sechs Interviews mit Personen aus dem Dorf und dem Umfeld geführt, die unterschiedliche Bezüge zu dem denkmalgeschützten Ensemble haben, das einst als Hafenumschlagplatz die wirtschaftliche Keimzelle Hooksiels war. Heute dürfte es kaum einen Hooksiel-Urlauber geben, der nicht einen Blick auf den Hafen wirft.
Experten-Gespräche
Ein Gesprächspartner war dabei Alt-Bürgermeister Dietrich Gabbey als Zeitzeuge der Eindeichung des Voslapper Grodens, dem Bau des Außenhafens und der Schaffung des Hooksmeeres. Ottilie Dreischke möchte ihre Erkenntnisse aus den Experten-Gesprächen durch die Perspektiven von Bürgern aus Hooksiel und Umgebung sowie Urlaubsgästen abrunden.
Online-Umfrage für Bürger
Dazu hat die Studentin am heutigen Mittwoch eine Online-Umfrage gestartet: Wie werd der Alte Hafen genutzt? Welche Wünsche und Anregungen gibt es für seine künftige Entwicklung? Wie steht es um die Aufenthaltsqualität? Was soll aus dem ehemaligen Feuerwehrareal am Rand des Hafengeländes werden?
Fragen über Fragen, auf die mit Sicherheit auch Hooksiel-life-Nutzer kluge Antworten geben können. Die Umfrage ist bis zum 15. September im Internet zu finden. Zur Umfrage. Die Teilnahme dauert circa fünf Minuten, ist freiwillig und anonym.
Wangerland (25. 8. 2026) – Die Lage ist schwierig, aber nicht hoffnungslos. Das ist die Botschaft, die man seit Wochen hinter vorgehaltener Hand zum Stand des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung der Wangerland Touristik GmbH (WTG) hört. Während Insolvenzverwaltung, Geschäftsführung und Gläubigerausschuss versuchen, die finanzielle Lage des gemeindeeigenen Tourimusunternehmens durch Personalabbau, Schließung defizitärer Unternehmenssparten und Verkäufe von Immobilien zu verbessern, lecken sich eine Reihe von Vermietern und Gastronomen schon die Wunden.
Noch ist nicht absehbar, wie sich die Gästezahlen in 2026 im Wangerland entwickeln. Bei der WTG geht man davon aus, dass die Vorjahreszahlen noch zu erreichen sind. Foto: hol
Insbesondere die Schließung der Schwimmbäder in Hooksiel und Horumersiel habe zu erheblichen Einbrüchen bei den Vermietungszahlen geführt, heißt es. Die WTG hält dem entgegen, dass sich dieser Trend aus der Gästestatistik auf Basis der gezahlten Gästebeiträge so nicht ableiten lasse. Gemeindeweit bewege sich die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen auf Vorjahresniveau.
Schwierige Analyse
Rückgänge der Gästezahlen in einzelnen Orten oder in einzelnen Betriebsarten könnten unterschiedliche Ursachen haben. So habe sich möglicherweise die Zahl der wirtschaftlichen Akteure verändert, Quartiere seinen geschlossen worden oder neue hinzugekommen. Auch längere Sanierungsphasen könnten die Zahlen der Übernachtungen beeinflussen. Schon deshalb seien Vergleiche und vor allem die Rückschlüsse auf Ursachen schwierig.
Noch schwieriger wird eine Analyse, weil die WTG sich aktuell weigert, absolute Zahlen für Ankünfte und Übernachtungen aufgeschlüsselt nach einzelnen Ortslagen wie etwa Horumersiel/Schillig, Hooksiel oder Hohenkirchen herauszugeben. „Aufgrund der teilweise geringen Anzahl an Beherbergungsbetrieben könnten aus einer solchen Darstellung Rückschlüsse auf einzelne Betriebe und deren Geschäftsentwicklung gezogen werden“, teilt das Unternehmen auf eine entsprechende Anfrage von „Hooksiel-life“ mit.
Viele Urlauber bedauern, dass es das Hallenwellenbad Hooksiel nicht mehr gibt. Inwieweit das fehlende Angebot die Zahl der Vermietungen im Umfeld beeinflusst, ist umstritten. Archiv-Foto
Dieses Argument dürfte vor allem für Hohenkirchen gelten. Dort ist das „Wangerland-Resort“ seit dem Frühjahr 2025 in Betrieb. Zuvor hatte es am Standort mindestens drei Jahre lang keine touristischen Übernachtungen gegeben. Auch wenn die große Zahl an Schülerinnen und Schülern, die das Resort im Rahmen von Klassenfahren besuchen, sich nicht in der Gästestatistik der WTG niederschlägt, wäre zu erwarten, dass die sonstigen Gäste in dem gut gebuchten Quartier die Übernachtungszahlen in der Gemeinde steigen lassen.
Mehr Übernachtungen in Hotels
Für diese Annahme spricht, dass nach der WTG-Gästestatistik die Zahl der Übernachtungen in Hotels im Wangerland insgesamt in den ersten sieben Monaten diese Jahres um 9,5 Prozent auf 110.637 zugenommen hat. Rund 20 Prozent der rund 796.000 Übernachtungen bis Ende Juli seien in Hotels gebucht worden. Inwieweit des Verschiebungen zwischen den unterschiedlichen Hotelstandorten gegeben hat, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen.
Hoteliers und Betreiber von Pensionen und Ferienanlage verweisen auf ihre Erkenntnisse aus persönlichen Gesprächen mit Gästen, die bedauern würden, dass es weder in Hooksiel noch in Horumersiel ein Schwimmbad mehr gebe. In der Hauptsaison schlage sich dieser Unmut nur bedingt in den Umsatzzahlen nieder, da die Häuser dann auch ohne Bäder noch nahezu ausgebucht seien.
Massive Einbrüche
Massive Einbrücke habe man aber in der Vorsaison erlebt und erwarte sie auch für die Nachsaison. Trotz der Beteuerungen der Vermieter gegenüber ihren Gästen, dass es im Radius von 20 Kilometern mehrere Hallenbäder gibt. „Viele Gäste planen ihren Urlaub inzwischen mit Hilfe der KI. Wenn wir dann kein Bad mehr vorweisen können, sind wir bei der Suche raus“, schildert eine Vermieterin.
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Schlechte oder zumindest zurückgehende Buchungszahlen können aber auch ganz anderer Ursachen habe, sagt Matthias Suckert. Der Inhaber der „Agentur am Meer“ in Hooksiel verweist auf eine Analyse von 1562 Buchungen von Ferienvermietungen. Eine Erkenntnis: „Die Wahrnehmung, dass die Buchungszahlen sinken, betrifft in der Regel Betriebe mit starren Mindestaufenthalten – zum Beispiel wochenweise – und langen Reaktionszeiten.“ Anbieter von Ferienwohnungen, die auch Aufenthalte unter fünf Tage zulassen und über Online-Kanäle schnell buchbar seien, würden eine starke und wachsende Nachfrage bedienen.
Immer mehr Kurzurlauber
Der Anteil der Kurzurlaube von bis zu fünf Tagen nehme deutlich zu und mache bereits 31 Prozent der Buchungen aus. 19,5 Prozent der Gäste würden für fünf bis sechs Nächte buchen. Der Anteil der „klassischen“ Buchungszeiten von einer oder zwei Wochen liege nur noch bei 39,5 Prozent.
„Vermieter, die ihre Konditionen nicht an dieses veränderte Gästeverhalten anpassen, erleben Leerstände, die von flexiblen Anbietern problemlos gefüllt werden“, ist Suckert (auf dem Foto links) überzeugt.
Die WTG hält sich mit einer Prognose für das gesamte Jahr 2026 noch zurück. Bis Ende Juli hätten die Zahlen bei den Ankünften um 4 Prozent, die der Übernachtungen um 2,1 Prozent unter denen von 2025 gelegen. Das könne aber auch mit „Sondereffekten“ zu tun haben, die die Statistik verzerren. Dazu rechnet die WTG beispielsweise die unterschiedlichen Ferienzeiten, aber auch die schwierige Anlaufphase nach dem Verkauf des Campingplatzes in Hooksiel mit einer Reihe von Modernisierungen. „Solche Faktoren beeinflussen die nackten Zahlen erheblich, ohne dass die eigentliche touristische Attraktivität eines Ortes dadurch sinkt“, heißt es in der WTG-Stellungnahme.
Konkrete Entwicklungen und belastbare Daten wolle man zum Jahresende beziehungsweise zum Saisonabschluss präsentieren. „Sobald die Datenlage vollständig vorliegt.“
Wangerland/Hooksiel (13. 8. 2026) – Das Statistische Bundesamt hat in diesen Tagen einen neuen Rekordwert bei den Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland in Deutschland verkündet. Die Zahl stieg in den ersten sechs Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 223,8 Millionen.
Das tolle Ambiente im „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen dürfte maßgeblich dafür gesorgt haben, dass die Zahl der Hotelnutzer im Gemeindegebiet im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Archiv-Foto: hol
Der Anteil der Gäste, die davon im Wangerland übernachtet haben, dürfte eher zurückgegangen sein – auch welchen Gründen auch immer. Im von Wieland Rosenboom letztmalig geleiteten Tourismusausschuss der Gemeinde Wangerland stellten am Mittwochabend Torsten Riedel, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), und sein für die Auswertung der Gästekarten-Verkaufs zuständiger Mitarbeiter Tim Schönfeld die Ankunfts- und Übernachtungszahlen für den Bereich der Gemeinde Wangerland bis zum 31. Juli vor.
Neustart auf Campingplatz
Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,24 Tagen wurden bis dahin 795.952 Übernachtungen registriert, für die ein Gästebeitrag gezahlt wurde. Das entspricht einem Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Schönfeld machte dafür eine Reihe von verschiedenen Faktoren verantwortlich. So habe es im Juni einen Einbruch bei den Ankünften gegeben, weil nahezu alle Feiertage, und damit entsprechend Kurzurlaube, im Mai lagen.
Ein weiterer Grund: Nach dem Neustart des Campingplatzes Hooksiel unter dem privatem Betreiber „Überland“ habe dafür erst einmal die Werbung anlaufen müssen. Bei dem in diesem Jahr sehr frühen Beginn der Osterferien seien die Campingplätze ohnehin noch nicht am Start gewesen.Die Zahlen im Juli hingegen seien sehr gut gewesen. Und da Nordrhein-Westfalen noch Sommerferien habe, sei er auch für den August optimistisch.
49 Prozent mieten Ferienhäuser
Im Trend seien, so Schönfeld, die sehr kurzfristigen Reiseentscheidungen der Gäste. Hier sei für Vermieter eine gute Online-Buchbarkeit der Quartiere entscheidend. Über 49 Prozent der Urlauber im Wangerland beziehen eine Ferienwohnung, 22,8 Prozent buchen sich auf einem Campingplatz ein und 20 Prozent mieten ein Hotelzimmer.
Ein Versuch, die „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen, ist an den hohen Kosten und am EU-Vergaberecht gescheitert. Archiv-Foto: hol
Ausgeglichener das Bild bei den Ferienwohnungen. Der Rückgang bei den Übernachtungen von durchschnittlich 5,2 Prozent spiegelt sich in Hooksiel (- 4,4%), Horumersiel (- 3 %) und Minsen (-23 %). Lediglich Hohenkirchen verbuchte ein Plus von 2,9 Prozent
Während die Übernachtungen auf den Campingplätzen rückläufig waren (- 5 %), stieg die Zahl der Buchungen in Hotels (+ 9,5 %). Das dürfte maßgeblich darauf zurückzuführen sein, dass mit dem „Wangerland Ressort“ in Hohenkirchen seit Mitte 2025 ein neues Hotel am Start ist. Die Hotels in anderen Orten (Hooksiel: – 7,3 %; Horumersiel – 10,0 %) hatten – aus unterschiedlichen Gründen – Einbußen zu verzeichnen.
Schülergruppen nicht erfasst
Schönfeld verwies darauf, dass die Statistik auch Effekte enthalte, die sich daraus ergeben, das neue Quartiere am Start sind. Es gebe aber auch Fälle, wo etablierte Unterkünfte dauerhaft oder für längere Zeit geschlossen sind. Erfasst würden ohnehin nur Personen, die Gästebeträge zahlen müssen. Die zahlreichen Schülergruppen, die außerhalb der Ferien im „Wangerland-Resort“ auf Klassenfahrt sind, würden zum Beispiel nicht erfasst.
Keine Zahlen gibt die Gästestatistik dazu her, wie viele Gäste dem Wangerland aufgrund der Insolvenz der WTG den Rücken gekehrt haben. Bekanntlich wurden aufgrund der finanziellen Schieflage des gemeindeeigenen Unternehmens unter anderem die Schwimmbäder in Horumersiel und Hooksiel geschlossen. Insbesondere die Hotels in Horumersiel führen darauf einen erheblichen Teil ihrer Buchungsausfälle zurück.
EU-Recht verhindert Bad-Öffnung
Mario Krar, Gastronom aus Horumersiel, wollte von der Gemeinde in diesem Zusammenhang wissen, warum einen Initiative gescheitert ist, das Bad „Friesland-Therme“ in Horumersiel zumindest für die Hauptsaison zu öffnen. Nach den Worten von Gemeindekämmerer Arthur Wichmann hätte der Betrieb für drei Monate über 300.000 Euro gekostet. Mit dem Geld hätte die Gemeinde einen privaten Badbetreiber bezuschussen müssen.
Da die Summe so hoch ist, hätte die Gemeinde den Auftrag aber erst nach einer europaweiten Ausschreibung vergeben können, so Wichmann. „Das Verfahren allein dauert mindestens 60 Tage. Das Bad hätte dann frühestens im Oktober geöffnet werden können. Dann ist die Saison vorbei.“
Hooksiel (15. 7. 2026) – Im Herbst dürfte Klarheit darüber bestehen, ob die Gemeinde Wangerland den geplanten Umbau des Badestrandes in Hooksiel auf den Weg bringen kann. Wie der Hochseile Ratsherr Dieter Schäfermeister (Pro Wangerland) am Montagabend vor der Männerrunde der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland um Herbert Ulfers sagte, werde im September das Vergabegremium für die Mittel aus dem Kohlestrukturfonds tagen. Falls das Strandprojekt berücksichtig werden sollte, dürfe die Finanzierung des rund 16 Millionen Euro teuern Vorhabens gesichert sein.
Zusätzlichen Buhnen und eine kleinw Seebrücke sollen dabei helfen, den Sand am Hooksieler Badestrand dauerhaft zu sichern. Foto: hol
Der Hooksieler Badestrand verliert in Höhe des Strandhauses 1 seit Jahren an Tiefe. Durch den Abtrag durch Strömung und Sturmfluten habe sich allein seit 2012 die Tiefe des Strandes um rund 200 Meter verringert. Um den Strand dauerhaft zu sichern, soll nach den Worten von Schäfermeier ein massives, 680 Meter hohes Deckwerk gebaut werden.
Promenade auf dem Bollwerk
Das im Erdreich verankerte Bauwerk aus vergossenen Wasserbausteinen soll sich vom Standhaus 1 in einem Bogen um Strandhaus 2 herum erstrecken. Auf dem Bauwerk soll eine Promenade zum Flanieren einladen. Treppendurchlässe würden den Weg zum Wasser und zum Watt auch weiterhin barrierefrei ermöglichen.
Das Bollwerk gegen die Fluten könnte nach Überzeugung von Fachleuten den dahinter liegenden Sand schützen. Zwischen Deichverteidigungsweg und Deckwerk sollen 250.00 Kubikmeter Sand aus der Jade auf eine Höhe von 3,70 Meter aufgespült werden. Die geschützte Fläche könne dann für Gastronomie und Erholung sowie für Freizeit und Sport genutzt werden. Unter anderem soll eine Veranstaltungsbühne installiert werden.
Touristische Infrastruktur sichern
Aktuell laufen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Unterstützung der Gemeinde Wangerland vorangetrieben wird. Dem liege die Überzeugung zugrunde, so Schäfermeier, dass der Strandumbau realisierbar ist und dass die neu geschaffene Infrastruktur den Tourismus in Hooksiel und der gesamten Region nützen würde.
„Allein an den Stränden in Hooksiel zählt die Wangerland Touristik rund 25.000 Auto im Jahr mit WHV-Kennzeichen“, sagte Schäfermeier. Damit sei der Nachweis erbracht, dass der Hooksieler Strand auch als Naherholungsgebiet von Wilhelmshavener Bürgern genutzt wird.
Der vom Bund mit 152 Millionen Euro gespeiste Kohlestrukturfonds soll Infrastruktur-Projekte ermöglichen, die die wirtschaftlichen Nachteile der Region ausgleichen, die durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen. Die Gemeinde Wangerland selbst fehlt das Geld, das Vorhaben zu realisieren. Aktuell stünden lediglich 3,5 Millionen Euro aus der Tourismus-Förderung des Landes bereit, so Schäfermeier. „Ohne Mittel aus dem Strukturfonds hat sich das Thema für uns erledigt.“
Wangerland (6. 7. 2026) . Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen die Vorschläge aus Hannover zu Fischerei-Sperrgebieten vor dem Wangerland. Die Wangerländerin, die fischereipolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, reagiert damit einen „Hilferuf“, der Wangerländer Fischer, die ihrem Unmut in einem offenen Brief Luft gemacht hatten.
Krabbenkutter gehören zum maritimen Bild an der niedersächsischen Küste. Ein großflächiges Fischfangverbot im Wattenmeer vor dem Wangerland würde nicht nur die betroffenen Fischer, sondern auch den Tourismus treffen. Foto: Klaus Schreiber
„Die existenziellen Hilferufe der Küstenfischer werden immer lauter und verzweifelter“, sagt Jensen, die sich im „Weltnaturerbeportal Dangast“ mit Küstenfischern getroffen hat. „Die jetzt von den niedersächsischen Ministerien Umwelt und Landwirtschaft im Rahmen des Fischereidialogs vorgelegte Karte mit künftigen Sperrgebieten bedroht die Existenzen der Küstenfischer vor Hooksiel, Horumersiel und Minsener Oog und bedeutet Einschränkungen für die restliche Flotte.“
Wangerland stark betroffen
Entgegen erster Entwürfe beträfen die vorgeschlagenen Sperrgebiete viel größere Teile der Fanggebiete direkt vor den Heimathäfen Hooksiel, Horumersiel bis hin zu Minsener Oog. „Für mich als Wangerländerin, die auch um die Bedeutung der Küstenfischerei für den Tourismus weiß, sind diese Pläne so nicht hinnehmbar.“
Jensen räumt ein, dass die Landesregierung die Anforderungen der „EU-Biodiversitätsstrategie 2030“ zur Ausweisung strenger Schutzgebiete umsetzen müsse. Demnach müssen zehn Prozent des Küstenmeeres streng geschützt und somit fischereifrei werden. Aber die konkrete Umsetzung obliege allein dem Land Niedersachsen. Ihr Vorwurf: „Was wir hier sehen, ist kein Dialog, sondern ein politisches Agieren mit der Brechstange über die Köpfe der Fischer hinweg.“
Wichtig auch für den Tourismus
Der jetzt vorliegen Vorschlag sei keineswegs „ausgewogen“ , wie von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) behauptet. Der „Fischereidialog“ dürfe im Ergebnis keine Existenzen gefährden. Das sei aber bei den vorgeschlagenen Gebieten der Fall.
Die Fischerei finde seit jeher im Gebiet des heutigen Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer statt. Bislang liegen nach Ansicht der CDU-Politikerin zudem keine Nachweise für nachhaltige Beeinträchtigungen der Meereslebensräume durch diese traditionelle Nutzung vor. Vor diesem Hintergrund sollte die Fischerei als integrierter Bestandteil des Nationalparks und seiner gewachsenen Kulturlandschaft betrachtet werden.
„Eine Küste ohne Küstenfischerei kann nur von Nachteil sein, für die Wirtschaft und für den Tourismus. Ziel muss also sein, die Küstenfischerei zukunfts- und krisenfest aufzustellen“, betont Jensen. „Neben Gebieten ohne Fischerei auf zehn Prozent der Fläche sollte es im Rest des Küstenmeeres die Zusicherung geben, dass die Fischerei dort auch in Zukunft stattfinden kann.“
Hooksiel/Schillig (2. 7. 2026) – An der Marina Hooksiel lädt der „Green Tiny Sauna Space“ ab sofort zu einer besonderen Auszeit direkt am Wasser ein. „Die autarke Sauna verbindet nachhaltiges Wellness-Erlebnis mit maritimem Ambiente“, verspricht die Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Mit diesen Konzepten möchten wir sowohl Erholungssuchende als auch moderne, ortsunabhängige Berufstätige ansprechen und das touristische Angebot in der Region weiter bereichern“, so Eske Gobes vom WTG-Marketing.
Die neue Sauna in unmittelbarer Nähe der Marina der Wangerland Touristik im Hooksieler Freizeitgelände. Foto: WTG
Beheizt wird die von bis zu vier Personen gleichzeitig nutzbare Sauna mit einem skandinavischen Holzofen, der eine sanfte Slow-Sauna ebenso ermögliche wie klassisch-finnische Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius. Je nach Holzmenge lasse sich die Wärme individuell regulieren. „Das Knistern des Feuers und der Blick auf die Marina sorgen für eine entspannte, naturnahe Atmosphäre“, verspricht die WTG.
Im Buchungspreis von 39 Euro sind acht bis zehn Holzscheite für den ersten Saunagang enthalten. Zusätzliches Holz sowie Saunatücher können bei Bedarf hinzugebucht werden. Parkmöglichkeiten und ein Sanitärgebäude befinden sich in unmittelbarer Nähe an der Marina im Freizeitgelände.
Workspace in Schillig
Mit der Aussicht auf „Arbeiten mit freiem Blick auf die Nordsee“ wirbt ein weiteres neues Angebot in Schillig. Dort ist ab sofort ein „Green Tiny Work Space“ buchbar. Gemeinsam mit der Firma „Green Tiny Management“ sei es gelungen, einen inspirierenden Arbeitsplatz an der Küste für mobiles Arbeiten und kreative Auszeiten zu schaffen.
Mit dem neuen Angebot greife das Wangerland den wachsenden Trend zum ortsunabhängigen Arbeiten auf, so die WTG. Buchbar ist der Workspace halbtags oder ganztags. Kostenfreies WLAN, Stromanschlüsse direkt am Arbeitsplatz, ein ergonomischer Stuhl sowie Ablageflächen sorgen für eine funktionale Ausstattung. Ventilator und Heizlüfter ermöglichen eine individuelle Klimaregulierung zu jeder Jahreszeit. Ein kostenloser Parkplatz auf dem Campingplatz Schillig ist inklusive.
Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten unter wangerland.de/entspannen/green-tiny-sauna oder unter wangerland.de/nordseeurlaub/workation
Hooksiel (9. 4. 2026) – Beide Unternehmen sind seit Anfang 2025 zertifizierte Partner des Unesco Weltnaturerbe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ab sofort arbeiten die Hooksieler „Agentur am Meer“ und die PUUYU Nature Care GmbH aus Jever auch im praktischen Geschäft eng zusammen. Die gemeinsame Basis: Nachhaltigkeit.
Setzen beim Reinigen von Ferienwohnungen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Alexandra Gölz und Matthias Suckert. Foto: hol
Die „Agentur am Meer“ am Meer betreut rund 120 Wohnungen und Feriendomizile in Hooksiel. Die wollen regelmäßig geputzt und gereinigt werden. „Nach jedem Bettenwechsel schicken wir eine Putzkolonne“, schildert Agenturbetreiber Matthias Suckert. Künftig werden die Putzkräfte nicht nur saubere Zimmer hinterlassen, sondern auch einen ökologisch einwandfreien Fußabdruck.
Nur ökologisch unbedenkliche Produkte
Dafür sollen die Produkte der PUUYU GmbH sorgen, die ausnahmslos mit natürlichen Inhaltsstoffen und Enzymen Verschmutzungen beseitigen, ohne die Umwelt oder die Anwender zu schädigen. Nach den Worten von Unternehmensgründerin Alexandra Gölz hat das Unternehmen eine ganze Reihe von Produkten entwickelt, die ohne Giftcocktail und Gaswolke reinigen. „Auf unserer Produkten findet man nicht einen einzigen Warnhinweis, die für potenziell giftige, ätzende oder wasserschädliche Stoffe vorgeschrieben sind.“
In einer Testphase wurden die Hooksieler Putzkolonnen für den Einsatz der neuen Allzweck-, Luft-, WC- oder Bodenreinigern geschult. „Das Motto ,viel hilft viel‘ gilt bei uns nicht“, sagt Alexandra Gölz. Soll heißen: Der richtige Umgang mit den Öko-Putzmitteln will gelernt sein. Zum Wohle der Umwelt und der Gesundheit von Mensch und Tier, die in die frisch gereinigten Wohnungen einziehen.
Werte des Nationalparks Wattenmeer
Darauf setzt Suckert. Nach seinem Eindruck würden sich immer mehr Urlauber bewusst für eine Unterkunft entscheiden, die nachweislich im Einklang mit den Werte des Nationalparks Wattenmeer betrieben wird. 32 seiner Wohnungen seien entsprechend zertifiziert.
Gölz und Suckert, die sich erst bei der Verleihung ihrer Zertifikate durch die Nationalparkverwaltung kennen gelernt haben, wollen auch beim Vertrieb der nachhaltigen Putzmittel zusammenarbeiten. Die Putzmittel können künftig in einem Shop in der Agentur in der Lange Straße erworben werden.
Wangerland/Hooksiel (11. 2. 2026) – Die Gemeinde Wangerland ist mit der Erhebung der Tourismusbeiträge in Verzug. Aktuell werden die fälligen Beiträge für die vergangenen Jahre eingefordert. Für die „zeitliche Verschiebung“ der Veranlagungen gebe es aber nachvollziehbare Faktoren, beteuert Gemeindekämmerer Arthur Wichmann. er betont insbesondere, dass den Nachforderungen keine „Versäumnisse“ in der Verwaltung oder „ungeklärte Sachverhalte“ zugrunde liegen.
Wer vom Tourismus im Wangerland direkt oder indirekt profitiert, der muss sich mit einer Gebühr an den Marketingkosten im Bereich Fremdenverkehr beteiligen. Die Gemeinde Wangerland treibt jetzt die Abgaben für die Vorjahre ein. Archiv-Foto: hol
Geld fürs Marketing
Den Tourismusbeitrag, der unter anderem für das Tourismus-Marketing eingesetzt wird, muss jeder im Wangerland zahlen, der direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr profitiert. Also Hoteliers und Gastronomen, aber auch zum Beispiel Vermieter oder Handwerksbetriebe. Die Gebührenhöhe richtet sich nach dem jeweiligen wirtschaftlichen Vorteil der unterschiedlichen Branchen.
Während der Corona-Pandemie seien in den Jahren 2020 und 2022 zunächst nur Vorauszahlungen erhoben worden, so die Gemeinde. Für das Jahr 2021 habe man auf Beschluss des Gemeinderates vollständig auf Vorauszahlungen verzichtet, um die Beitragszahler in einer wirtschaftlich schwierigen Phase zu entlasten.
Corona und Personalausfälle
Die dadurch entstandenen Abrechnungen mussten in den Folgejahren zusätzlich bearbeitet werden. Parallel dazu hätten langfristige krankheitsbedingte Personalausfälle sowie die Bindung von Personal durch große gesetzliche Projekte, insbesondere die Umsetzung der Grundsteuerreform, zu weiteren Verzögerungen geführt, erläutert Wichmann. „Da mussten wir Prioritäten setzen.“
Aktuell würden jetzt die Tourismusbeiträge für die Jahre 2022 bis 2024 festgesetzt. „Bei der Festsetzung für 2022 handelt es sich lediglich um die Endabrechnung bereits geleisteter Vorauszahlungen“, so der Kämmerer. Hier seien überwiegend geringe Nachzahlungen oder teilweise auch Erstattungen zu erwarten. „Die Festsetzungen für 2023 und 2024 führen zu regulären Beitragsforderungen. Für den überwiegenden Teil der Betriebe bewegen sich diese im zwei- oder niedrigen dreistelligen Bereich pro Beitragsjahr.“
Insgesamt, so Wichmann, entstehe der Gemeinde Wangerland durch die Verzögerung bei den Veranlagungen kein finanzieller Schaden. „Von einer Verjährung der Forderungen sind wir weit entfernt.“
Fälligkeit erst zum September
Um die wirtschaftliche Situation der Beitragszahler zu berücksichtigen, habe man das Fälligkeitsdatum bewusst auf den 1. September 2026 gelegt. Damit bleibe den Betroffenen ausreichend Zeit, die Einnahmen in der laufenden Saison zu erwirtschaften. Das Angebot der Gemeinde: „Sollte die gleichzeitige Festsetzung mehrerer Jahre im Einzelfall zu einer erheblichen finanziellen Belastung führen, besteht auf Antrag die Möglichkeit einer Ratenzahlung.“
Ziel sei es, den Bearbeitungsstand schrittweise wieder an den regulären Veranlagungsrhythmus heranzuführen, beteuert die Gemeinde. Zur Aufklärung beitragen soll ein Informationsblatt, das die Verwaltung den Bescheiden an die Beitragspflichtigen beilegt.