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WTG sucht Investor für Kur- und Thermenhotel in Horumersiel

Horumersiel/Hooksiel (10. 4. 2026) – Die Wangerland Touristik GmbH sucht Investoren für Neubau eines Thermen-Hotels und den Betrieb des Thalassso Meere Spa (TMS) in Horumersiel. Durch die erhofften Einnahmen will sich das gemeindeeigene Unternehmen aus der finanziellen Schieflage befreien, die zur aktuellen Insolvenz in Eigenverwaltung geführt hat.

Die WTG sucht nach Investoren für Horumersiel. Im Fokus sehen dabei die Gebäude des bisherigen Kurzentrums mit Tourist-Info und Kursaal (lila), das Thalasso-Meeres-Spa (blau) und die Friesland-Therme (gelb). Repro: WTG

Der jetzt in eine europaweitem Vergabeverfahren angebotene Gebäudekomplex am Standort „Zum Hafen 3“ in Horumersiel umfasst den Kernbereich der bisherigen Kurverwaltung – den Sitz des Unternehmens selbst mit Büroräume, Tourist-Information, Bücherei und Kursaal. 

Hotelneubau bis Ende 2028?

Auf diesem Grundstück könnte ein Käufer nach den Vorstellungen von Gläubigern, Insolvenzverwaltung und WTG „ein neues Kur- und Thermenhotel mit gesundheits- und tourismusorientierter Nutzung errichten“. Der Neubau soll möglichst schon Ende 2028 stehen. 

Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zum TMS und dem Schwimmbad „Friesland-Therme“. In dem erwünschten Kur- und Thermenhotel könnten – je nach Planung des Investors – auch wieder Einrichtungen wie zum Beispiel Büroräume für die WTG, eine Tourist-Info, Veranstaltungsräume, Shops oder auch Mitarbeiter-Wohnungen untergebracht werden.

Betreiber fürs TMS gesucht

In einem zweiten Los des Vergabeverfahrens geht es um den Betrieb des Thalasso Meeres Spa. Die Kostenexplosion beim Bau des Gesundheitstempels von veranschlagten 8,8 auf zuletzt angenommene 23 Millionen Euro gilt als Hauptursache für die Schwierigkeiten der WTG. 

Der Sanierungsplan sieht ausdrücklich nicht den Verkauf des TMS vor. Potenzielle Betreiber sollen vielmehr „ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept“ für den Betrieb der Einrichtung von 2027 bis Ende 2041 vorlegen, das Synergien mit dem geplanten Thermen-Hotel herstellt. Das TMS selbst bliebe bei dieser Konstruktion weiter im Besitz der WTG, die sich dann um den Abtrag der Investitionskosten kümmern müsste.

Friesland-Therme
Die „Friesland-Therme“ ist schon seit Monaten geschlossen. Mit einem entsprechenden Konzept eines benachbarten Kur- und Thermenhotels könnte das Bad auf vielleicht wieder eine Zukunft haben. Archiv-Foto: hol

Inwieweit Interessenten sich in der Lage sehen, einen kostendeckenden Betrieb des Thalasso Meeres Spa zu gestalten, dürfte sich erst im Vergabeverfahren selbst zeigen. Bei der WTG geht man aber offenkundig davon aus, dass man den künftigen Betreiber durch „ein Entgelt“ unterstützen muss. Umso wichtiger der Hinweis, dass man sich Synergien mit dem Neubau des Kurzentrums wünsche und einen Hotel- sowie Thalasso-Betrieb „aus einer Hand“ bevorzuge. 

Architektur wichtig

Bei der Vergabe des Grundstückes für das Thermen-Hotel soll neben der Höhe des gebotenen Kaufpreises auch die architektonische und städtebauliche Konzeption des Gebäudekomplexes stark gewichtet werden. Schon in der Vergangenheit waren Gewerbetreibende und Bürger in Horumersiel massiv gehen Pläne für überdimensionierte Hotelkomplexe vorgegangen.

Der Zeitplan sieht vor, dass Interessenten bis zum 21. Mai ihre Teilnahme an dem Verfahren beantragen können. Bis Anfang August sollen dann erste Angebote vorliegen, die dann beraten und nachverhandelt werden können. Mit der Vertragsunterzeichnung mit einem Investor rechnet die WTG für Ende September/Anfang Oktober. 

Der geplante Verkauf des Grundstücks „Zum Hafen 3“ ist ein weiterer Schritt zur Sanierung der WTG. Bekanntlich hat das Unternehmen sich bereits vom Campingplatz in Hooksiel getrennt und Grundstücke in Tettens verkauft. Für den Campingplatz Schillig wird aktuell nach einem Käufer gesucht. Die beiden WTG-Schwimmbäder in Horumersiel und in Hooksiel sind seit Monaten geschlossen. Für das Hallenwellenbad-Hooksiel mit den umliegenden Flächen wird ebenfalls nach einem Investor gesucht.

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„Wir brauchen bei der Suche nach den Gründen für die WTG-Insolvenz größtmögliche Transparenz“

Hooksiel (2. 4. 2026) – Manfred Meppen ist Hooksieler. Bis 2007 arbeitet der Pensionär bei de Gemeinde Wangerland. Seit 1999 war er Erster Gemeinderat und damit Vertreter des Bürgermeisters. Entsprechend liegen ihm die Geschicke der Gemeinde der Gemeindeverwaltung besonders am Herzen.

Hooksiel-Life: Moin, Herr Meppen. Sie haben Anfang Februar unter anderem auf „Hooksiel-life“ einen Leserbrief zur im Herbst anstehenden Kommunal-/Bürgermeisterwahl veröffentlicht. Wie waren die Reaktionen darauf?

Manfred Meppen: Ich von von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern darauf angesprochen worden. In diesen Gesprächen wurden unterschiedliche Aspekte erörtert. 

HoL: Sie hatten unter anderem die Qualifikation der seinerzeit noch vier Bürgermeister-Kandidaten bemängelt. Warum eigentlich? Ist der Job des Bürgermisters in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde wirklich so schwer?

Meppen: Die Gemeinde Wangerland ist mit ihrer 100-pozentigen Tochtergesellschaft WTG ein besonderer Akteur. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass hier circa zwei Millionen Übernachtungen zu verzeichnen sind und die WTG zuletzt und 180 Mitarbeiter hatte.

Die Gemeinde wurde seit ihrer Gründung 1972 über nahezu fünf Jahrzehnte – bis zur Wahl von Bürgermeister Mario Szlezak im Jahr 2021 – durchgehend von Bürgermeistern und Allgemeinen Vertretern mit verwaltungsfachlicher Ausbildung geführt. Diese Beamten des gehobenen Dienstes verfügten in der Regel über einen Fachhochschulabschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) mit ausgeprägten juristischen Ausbildungsanteilen.

Ich möchte meinen Aufruf, sich für das Bürgermeisteramt im Wangerland zu bewerben, ausdrücklich auch auf Juristen und Verwaltungsfachkräfte mit entsprechender Qualifikation – zum Beispiel Verwaltungslehrgang II – ausdehnen.

HoL: Okay, aber vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist das nicht ….

Meppen: Nein, aber der Bürgermeister ist als Hauptverwaltungsbeamter das alleinige Exekutivorgan der Gemeinde und vertritt sie eigenverantwortlich nach außen. Er trägt die rechtliche Verantwortung für das Verwaltungshandeln und die Umsetzung der Beschlüsse der kommunalen Gremien. Der Bürgermeister leitet und beaufsichtigt die Verwaltung eigenverantwortlich. Dabei ist er rechtlich verpflichtet, rechtswidrigen Beschlüssen des Rates oder des Verwaltungsausschusses zu widersprechen und deren Umsetzung zu verhindern.

HoL: Das klingt gewaltig. In der Praxis hat ein Bürgermeister aber doch auch viele andere Aufgaben. Etwa als Repräsentant der Gemeinde oder im Umgang mit Parteien und Bürgern.

Meppen: Ja, natürlich. Aber ein Blick in die Region unterstreicht die Bedeutung fachlicher Qualifikation: Führungsfunktionen in Verwaltung und Kommunen werden nicht selten von Personen mit juristischer Ausbildung wahrgenommen. Etwa beim Landkreis Friesland oder in der Stadt Jever. Und auch die Besoldung spiegelt die Verantwortung wieder: Der Bürgermeister der Gemeinde Wangerland wird nach Besoldungsgruppe B1 vergütet, was in der Wertigkeit der Einstiegsbesoldung eines Richters (R1) entspricht.

HoL: Können sie nachvollziehen, dass Kandidaten, die keine Juristen sind, ihre Bewertung als Totschlag-Argument gegen sich selbst empfinden?

Meppen: Nein. Mir erscheint es durchaus sachgerecht, im Wahlkampf neben politischen Programmen auch das Rollenverständnis und die fachlichen Anforderungen an das Amt des Hauptverwaltungsbeamten offen zu thematisieren. Ich behaupt ja nicht, dass es einen unmittelbar ursächlichen Zusammenhang zwischen Qualifikation und konkreten Entwicklungen in der Gemeinde Wangerland gibt.

HoL: Nehmen wir ein Beispiel: Wäre es zur Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH im Sommer 2025 auch mit einem Juristen oder einem Verwaltungsprofi an Spitze der Gemeindeverwaltung gekommen?

Meppen: Das kann man so nicht beantworten. Das Ereignis selbst ist dramatisch. Neben den wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinde Wangerland verdienen auch die persönlichen Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTG sowie deren Familien besondere Beachtung. Schon deshalb erscheint mir eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Ereignisse unerlässlich. 

HoL: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen ja bereis aufgenommen.

Meppen: Unabhängig vom Ausgang möglicher strafrechtlicher Ermittlungen kann im Einzelfall auch eine zivilrechtliche Verantwortung in Betracht kommen, sofern entsprechende Pflichtverletzungen nachweisbar sind. Dies zu prüfen, wäre gegebenenfalls Aufgabe zukünftiger kommunaler Gremien. Darüber hinaus sollten auch solche organisatorischen und politischen Entscheidungen betrachtet werden, die sich im Nachhinein als problematisch erwiesen haben, ohne notwendigerweise rechtliche Konsequenzen nach sich zu ziehen.

HoL: Haben Sie den Eindruck, dass man bei der Gemeinde mit Nachdruck an der Aufklärung der Umstände und der Entscheidungen arbeitet, die zur Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa und damit letztlich zur Insolvenz der WTG geführt haben? 

Meppen: Der Bürgermeister hat angekündigt, dass ein beauftragtes Gutachten „nach Ostern“ zunächst in vorläufiger Form vorgelegt werden soll. Die Ergebnisse sollen anschließend verwaltungsintern ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich dargestellt werden. Für eine glaubwürdige Aufarbeitung wird es meines Erachtens entscheidend darauf ankommen, größtmögliche Transparenz herzustellen. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Rollen der kommunalen Gremien sowie der Kommunalaufsicht.

HoL: Aber was bringt das noch? Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen …

Meppen: Ja, aber nur durch eine umfassende, nachvollziehbare Aufarbeitung der WTG-Insolvenz können strukturelle Konsequenzen gezogen und vergleichbare Entwicklungen künftig vermieden werden. Das ist meiner Ansicht nach ein zentraler Prüfstein für Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualität in der Gemeinde – auch im Hinblick auf die Kommunalwahl am 13. September 2026.


Kein Ende der Insolvenz in Sicht: Alle WTG-Immobilen auf dem Prüfstand

Hooksiel (19. 3. 2026) – Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird definitiv das Hallenwellenbad in Hooksiel nicht mehr wieder eröffnen und betreiben. WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel verwies auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel auf entsprechende Beschlüsse des Gläubigerausschusses und des mit kommunalen Ratsmitgliedern besetzten Lenkungsausschusses des Unternehmens.

Die WTG ist faktisch pleite. Das Unternehmen befindet sich seit Mitte vergangenen Jahres in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei allen Entscheidungen stünden seither die Interessen der Gläubiger an erster Stelle. Es gehe darum, so Riedel (Foto), die Verbindlichkeiten des Unternehmen zu 100 Prozent zu befriedigen. 

Um das zu erreichen, habe man sich von Geschäftsbereichen getrennt und stelle sämtliche Immobilien auf den Prüfstand. Der Campinglatz in Hooksiel ist bereits verkauft, die Investorensuche für den Platz in Schillig laufe mit der Bitte an Investoren, sich auch Gedanken über den Betrieb der „Friesland-Therme“ in Horumersiel zu machen. Auch das Hallenwellenbad in Hooksiel mit den umliegenden Grundstücken steht zum Verkauf.

Investor fürs Hallenbad-Gelände?

„Ich habe die Hoffnung, dass wir bald einen Investor haben“, sagte Riedel. Hilfreich bei den Bemühungen sei der Beschluss des Gemeinderates gewesen, mit einem Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes Verhandlungsbereitschaft über die Gestaltung des Baurechtes und damit über verschiedenste Nutzungen zu signalisieren – sei es ein Hotel, ein Freizeitpark oder vielleicht doch wieder ein Schwimmbad. 

Wie Riedel ankündigte, werde die WTG in Kürze auch eine europaweite Ausschreibung für den Verkauf des Areals Am Hafen 3 in Horumersiel auf den Weg bringen. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem die WTG-Zentrale samt Kursaal und benachbartem Thalasso-Zentrum. „Entgegen allen Unkenrufen betreiben wir das Thalasso Meeres Spa aber weiter.“ Zur Zukunft des Gästehauses in Hooksiel äußerte sich der WTG-Geschäftsführer nicht konkret. Aber wie alle anderen Immobilien der WTG stehe auch dieses Gebäude auf dem Prüfstand.

Übernachtungszahlen stabil

Mit Verweis auf die Übernachtungszahlen in der Gemeinde Wangerland, die 2025 ähnlich wie im Vorjahr bei 1,9 Millionen lagen, vertrat Riedel die Ansicht, dass die Urlauber bislang noch gar nichts davon mitbekommen hätten, dass die WTG insolvent ist. Das liege seiner Ansicht nach auch an der engagierten Arbeit der verbliebenen Mitarbeiter.

Parkuhr-Außenhafen
Ein Arbeitsgruppe prüft, wie die Parkgebühren im Wangerland neu gestaltet werden können. Das Ziel: Eine nur einmal zu zahlende Gebühr für alle Parkplätze, egal ob am Strand, am Hafen oder in einer der Ortschaften. Archiv-Foto: hol

Nicht alle Mitglieder des Seebadevereins teilten diese Einschätzung. Nach der bundesweit negativen Berichterstattung über die Kostenexplosion beim Bau des Thalasso Meeres Spa sei der Ruf des Wangerlandes ruiniert. Insbesondere würden Gäste bedauern, dass das seit Oktober 2025 geschlossene Hallenwellenbad Hooksiel nicht mehr genutzt werden könne.

Licht am Ende des Tunnels

Den größten Unmut bei den Urlaubern würden allerdings immer noch die Parkgebühren am Strand auslösen. Eine Einschatzung, die durch die hohe Zahl an Beschwerden bei der WTG bestätigt wird, so Riedel. Auch deshalb sei eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der WTG und der Gemeinde Wangerland gebildet worden, die über Nachbesserungen bei der Parkgebühren-Praxis nachdenken soll. Das erklärte Ziel: Eine Parkgebühr, für die man dann auf allen Parkplätzen im Gemeindegebiet seinen Wagen abstellen kann – egal ob am Strand oder in einer der Ortschaften. 

Am Ende des Insolvenzverfahrens werde die WTG ein anderes Unternehmen sein als zuvor, sagte Riedel. Wann das sein wird, wisse auch er nicht. „Wir sehen inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Aber wir wissen nicht, wie lang der Tunnel ist.“ 

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Zwischenbericht zum Thalasso-Desaster nach Ostern erwartet

Wangerland (18. 3. 2026) – Wie konnten die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) so explodieren? Wer hat nicht aufgepasst? Wer hat welche Entscheidungen getroffen? Das sind die Fragen, die spätestens seit der dadurch verursachten Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) ganz oben auf der Agenda stehen.

Thalasso metres Spa Logo

„Nach den Osterferien“, so verkündete Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak während der Ratssitzung am Dienstagabend, werde der damit beauftragte Gutachter einen „vorläufigen Bericht“ vorlegen.

Der solle dann zunächst von Gemeindeverwaltung und WTG auswertet und eingeordnet werden. „Im Anschluss ist vorgesehen, die Ergebnisse transparent darzustellen.“

Gesamtkosten noch unklar

Das im Herbst 2024 eröffnete TMS hatte statt der kalkulierten 8,8 Millionen Euro zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro gekostet. Vielleicht auch mehr. Genaues dazu kann auch der Gutachter trotz monatelanger Recherche im Moment noch nicht sagen. Die Zahlen seien noch nicht abschließend geprüft und ausgewertet, so Szlezak.

Rechnungen ohne Leistungen?

Wie kann das angehen? Dem Vernehmen nach gibt es eine Fülle von Rechnungen, bei denen unklar ist, wer die entsprechenden Leistungen beauftragt hat oder – noch krasser – ob die in Rechnung gestellten Leistungen überhaupt jemals erbracht worden sind. Durchgesickert ist allerdings bereits, dass die externen Preistreiber wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg nur für einen Bruchteil der Kostensteigerung verantwortlich waren. Da die Prüfungen Teil des nicht-öffentlichen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung sind, sind Details aber noch nicht bekannt. 

Umfassende Aufarbeitung

Aber die Konsequenzen sind offenkundig: Die WTG muss ihr Tafelsilber wie etwa die Campingplätze in Hooksiel und Schillig verkaufen und ihre Bäder in Horumersiel und Hooksiel schließen, um ihre Verbindlichkeiten zahlen zu können und das Debakel als Unternehmen zu überleben.

Auch wenn der Gutachter nach Ostern noch keine finalen Zahlen liefen werde, so der Bürgermeister, werde sein Bericht „bereits belastbare Erkenntnisse zum Ablauf des Verfahrens sowie zu den Hintergründen liefern“, ist der Bürgermeister überzeugt. Klares Ziel sei es, die Vorgänge umfassend aufzuarbeiten, um daraus die notwendigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

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Rock, Folk, Shantys und mehr: Sechs Konzerte zu Ostern

Hooksiel/Horumersiel (13. 3. 2026) – Es geht wieder los. „Live hinterm Deich“ startet mit einer Oster-Edition. Zwischen Dienstag, 24. März, und Donnerstag, 9. April, veranstaltet die Wangerland Touristik GmbH in Horumersiel und in Hooksiel Livemusik-Konzerte. Der Eintritt ist frei, für Getränke ist gesorgt.

Band "Intunes"
Die Band „Intunes“ tritt am 9. April im Gästehaus in Hooksiel auf. Archiv-Foto: hol

Die beliebte Bühnenreihe ist fester Bestandteil im Kulturprogramm im Wangerland. An insgesamt sechs Abenden erwartet das Publikum in den Osterferien ein abwechslungsreicher Mix aus handgemachter Musik, bekannten Songs und frischen Sounds. Die Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr – dienstags im Kursaal Horumersiel und donnerstags im Gästehaus Hooksiel. 

Das Rock- und Pop-Duo „Hey Brother“ garantiert am Dienstag, 24. März, mit tanzbarer und feierfreudiger Musik für Stimmung in Horumersiel. Die Oldenburger Band „Honeybird“, am Donnerstag, 24. März in Hooksiel, interpretiert bekannte, weniger bekannte, aber vor allem eingängige Songs aus verschiedenen Jahrzehnten. 

Die Familienband „Adenalin“ aus Aurich trägt am 31. März in Horumersiel unterschiedlichste Titel der vergangenen Jahrzehnte vor. Am 2. April gibt die Wangerländer Band „Syracrus“ mit Oldies aus den 60er- und 70er Jahren ein Gastspiel in Hooksiel. 

Der heimische „Shantychor Likedeeler“ gestaltet am 7. April einen Abend mit maritimen Liedern in Horumersiel. Abgeschlossen wird der Konzert-Reigen am 9. April von der Band „Intunes“ in Hooksiel. Das Publikum darf sich dann unter anderem auf Folk- und Rockmusik freuen. 

Wangerland Touristik nutzt WhatsApp-Kanal fürs Marketing

Wangerland (3. 3. 2026) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) will verstärkt auf ihre Angebote, aber auch auf sonstige Veranstaltungen und Attraktionen im Wangerland hinweisen. WTG-Marketing-Leiterin Eske Gobes; „Um unsere Gäste künftig noch schneller, direkter und aktueller zu informieren, haben einen WhatsApp-Kanal eröffnet.“

Über diesen digitalen Kanal zu allen WhatsApp-Nutzern sollen regelmäßig kompakte, relevante und serviceorientierte Inhalte publik gemacht werden, die sowohl für Gäste als auch für Einheimische interessant sein könnten.

Geplant seien unter anderem Veranstaltungs- und Ausflugstipps, Familien- und Freizeitangebote sowie aktuelle Angebote aus dem Wangerland. Darüber hinaus, so Eske Gobes, werde man über die Gezeiten informieren und Wissenswertes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer verbreiten, einschließlich der Verhaltensregeln.

Das neue Angebot ergänzt die Informationen auf der Internetseite der WTG (ww.wangerland.de). Der Zugriff ist auf WhatsApp unter „Aktuelles“ möglich. Der gewünschte Kanal lässt sich dann über die Suchfunktion finden. 

Signal an Investoren: Gemeinde würde Bebauungspläne ändern

Wangerland/Hooksiel (25. 2. 2026) – Bei der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der Gemeinde Wangerland glaubt offenbar niemand mehr daran, einen Käufer oder Betreiber für das seit Oktober 2025 geschlossene Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel zu finden. Eine erste Suchrunde blieb ohne Ergebnis. Für ein zweites, bereits laufendes Interessenbekundungs-Verfahren will die Gemeinde jetzt ein Signal an potenzielle Investoren senden. 

Hallenbad Hooksiel
Die Wangerland Touristik sucht für das Areal rund um das Hallenwellenbad Hooksiel samd Reisemobil-Stellplatz sowie für das Grundstück Zum Hafen (Kurverwaltung. Friesland Therme, Thalasso Meeres Spa) Investoren. Archiv-Foto: hol

Ohne Gegenstimme hat am Dienstagabend der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung einen so genannten Aufstellungsbeschluss für das zum Verkauf stehende Areal zwischen der Straße Am Hallenbad, Deich und benachbarter Ferienhaussiedlung auf den Weg gebracht. Die Botschaft an potenzielle Interessenten: Ein Projekt soll nicht an den vorhandenen baurechtlichen Festsetzungen scheitern. Die Gemeinde ist bereit, das Baurecht nach den Bedürfnissen eines Investors anzupassen – wenn dieser ein zum Ort passendes Vorhaben umsetzen möchte. 

Hoffnung: Hotel mit Schwimmbecken

Der Bebauungsplan III/6a „Hooksiel-Ost“, zu dem das Hallenbad mit Parkplätzen und Reisemobil-Stellplatz sowie Grünflächen rund ums Bad gehören, sei jetzt so etwas wie ein „weißes Blatt Papier“, erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Ulfers. Über die künftigen Inhalte des Blattes können man mit einem Interessenten diskutieren, so der Hooksieler. Möglicherweise über einen Hotelbau mit Blick über den Deich und einem großen Spa-Bereich mit Schwimmbecken, in dem die DLRG künftig weiterhin Schwimmkurse anbieten kann …

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Im Bebauungsplan-Entwurf des beauftragten Planungsbüros jedenfalls findet sich der Begriff Hallenbad nicht mehr, stellte der Hooksieler Tobias Geisen fest, der dem Ausschuss als beratendes Mitglied angehört. In dem Papier wird das „große touristische Potenzial“ der Fläche mit Stichworten wie Hotel, Restaurant/Café, Wellness/Spa, Ferienwohnungen und Einrichtungen der Kurverwaltung umrissen. Das seien aber nur Beispiele, versicherte der im Rathaus seit einigen Monaten für die Bauleitplanungen zuständige Abteilungsleiter Peter Podein. „Grundsätzlich ist alles möglich …“.

Unterstützung für die WTG

Der Hintergrund der Planungsoffensive: Das vom neuen Bebauungsplan umrissene, 20.800 Quadratmeter große Grundstück gehört der WTG, die sich bekanntlich in Insolvenz in Eigenverwaltung befindet. Durch den Verkauf des Grundstücks soll die finanzielle Schieflage des gemeindeeigenen Unternehmens abgemildert werden. Durch den neuen B-Plan-Beschluss, so die Hoffnung, könnten die Höhe der Gebote für die Fläche deutlich steigen.

Allerdings hat die Gemeinde keinen Einfluss darauf, an wenn die WTG das Grundstück verkauft. Entscheidungen für das Unternehmen fällen in dem nicht-öffentlichen Sanierungsverfahren Gläubigerausschuss, Insolvenzverwalter und Sachwalter. Aber, so betonte Bürgermeister Mario Szlezak: „Das Planungsrecht liegt weiter bei der Gemeinde. Das letzte Wort haben also wir.“

Hotelbau in Horumersiel?

Mit der gleichen Logik arbeitet die Gemeinde an einem Ausstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Areal „Horumersiel-Nordseeforum Zum Hafen“, zu dem die Gebäude der Kurverwaltung, die „Friesland Therme“ und das neue Thalasso Meeres Spa gehören. Auch hierfür sucht die WTG einen Investor, zum Beispiel für einen Hotelbau.

Das Signal „Aufstellung von Bebauungsplänen“ sei wichtig, damit die WTG einen möglichst hohen Preis für den Verkauf der Grundstücke bekommen kann. Dieser bereits in der nicht-öffentlich tagenden Lenkungsgruppe besprochenen Strategie stimmten Alice Brandenburg-Bienek für die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) und die SPD-Fraktion für beide zum Verkauf stehenden Grundstücke zu. 

Mehr Transparenz gefordert

Vorbehalte signalisierten lediglich die Ausschuss-Mitglieder der ZUW-Gruppe der Unabhängigen. Immo Müller (UWW) forderte von Seiten der WTG mehr Transparenz gegenüber den Ratsmitgliedern und der Öffentlichkeit. Schließlich wolle das Unternehmen ja etwas von der Gemeinde. Geraldinie Vogdt (Pro Wangerland) erinnerte daran, dass gerade das Bemühen um den Erhalt des Hallenwellenbades in Hooksiel und der Widerstand gegen ein seinerzeit geplantes Hotel in Horumersiel die zentralen Themen bei der Gründung der Wählerinitiative „Pro Wangerland“ gewesen seien. Beide Unabhängigen enthielten sich bei der Abstimmung.

Gebote für Campingplatz Schillig bis zum 10. März möglich

Wangerland (23. 2. 2026) – Der geplante Verkauf des Campingplatzes in Schillig wird die Qualität der angebotenen Leistungen sowie das Wohlbefinden der Gäste in der Saison 2026 in keiner Weise beeinträchtigen. Das versichert der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, in einer heute verbreiteten Pressemitteilung.

Betreiber für Friesland-Therme

Wie „Hooksiel-Life“ bereits am Wochenende berichtet hatte, sucht die WTG im Rahmen eines Interessenbekundungs-Verfahrens potenzielle Investoren, die den Groß-Campingplatz übernehmen und betreiben möchten. Optional können Interessenten zusätzlich den Betrieb der benachbarten „Friesland-Therme“ in Horumersiel übernehmen. „Wir begrüßen es sehr, wenn ein Investor für den Campingplatz auch eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet. Unser Ziel ist es weiterhin, den touristischen Betrieb dauerhaft zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen“, so Riedel.

Interessenten können ihre Gebote und Konzepte bis zum 10. März einreichen. Mit der Unterzeichnung eines Kauf- und Nutzungsverträgen rechnet man bei der WTG frühestens im Mai. Mit der Abwicklung der Verhandlungen hat die insolvente WTG die Immobiliengesellschaft GLC AG (Hamburg) beauftragt. Die Rahmenbedingungen für das strukturierte Bieterverfahren findet man unter anderem im elektronischen Amtsblatt der Gemeinde Wangerland (www.wangerland.org).

Gesamtkonzept wichtig

Der Außendeich-Campingplatz Schillig hat rund 1.500  Stellplätze, moderne Sanitär- und Serviceeinrichtungen sowie eine direkte Strandanbindung. Wie Riedel betont, werde die Bewertung der Angebote nicht nur von der Höhe des gebotenen Kaufpreises abhängen. Wichtig seien auch die Qualität und die Nachhaltigkeit des Konzeptes, geplante Investitionen sowie die Übernahme von Beschäftigten. Einem möglichen Verkauf müssen dann neben der WTG auch der Gläubigerausschuss und der im Zuge der Insolvenz in Eigenregie bestellte Sachwalter zustimmen. 

Thalasso Meeres Spa öffnet Meerwasserbecken für Schwimmkursus

Wangerland (14. 2. 2026) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) bietet ab März Schwimmunterricht im Thalasso Meeres Spa (TMS) an. Am 2. März soll ein Seepferdchen-Kursus für Kinder ab fünf Jahren beginnen, an dem sechs Kinder teilnehmen können. „Bei einer hohen Nachfrage besteht die Möglichkeit, einen weiteren Kursus anzubieten“, sagt WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel

Kinder ans Wasser zu gewöhnen. Das ist das Ziel der Schwimmkurse, die die WTG im Thalasso Meeres Spa anbietet. Foto: WTG

Mit dem Angebot schließt die WTG eine Lücke im Gemeindegebiet. Nach der Schließung der Schwimmbäder in Horumersiel und Hooksiel gibt es kein Großbecken mehr für den Schwimmunterricht. Das TMS verfügt über ein Meerwasserbecken, das die Möglichkeit bietet, Kindern die Grundlagen des Schwimmens zu vermitteln. Mit dem Angebot will die WTG einen Beitrag leisten, die hohe Nachfrage nach Schwimmkursen im Wangerland ein Stück weit zu decken.

In zehn Einheiten sollen den Kindern das Gleiten, Tauchen und erste Armzüge im Wasser vermittelt werden. Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmer Schritt für Schritt ans sichere Schwimmen heranzuführen und sie behutsam auf die Prüfung für das Seepferdchen-Abzeichen vorzubereiten, die am Ende des Kurses steht. Frühe Schwimmförderung gilt als wichtiger Beitrag zur Sicherheit von Kindern im Wasser. 

„Mit dem Kursangebot im Thalasso Meeres Spa möchten wir Familien dabei unterstützen, ihren Kindern ein sicheres und positives Erlebnis im Wasser zu vermitteln“, so Riedel. Die Schwimmstunden finden einmal wöchentlich, jeweils montags von 16.15 bis 17.15 Uhr, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 120 Euro pro Kind. 

WTG-Insolvenz: Anklagebehörde ermittelt zum Verdacht der Untreue

Wangerland (26. 1. 2026) – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt im Zusammenhang mit der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH gegen einen „ehemals verantwortlich Handelnden der Gesellschaft“. Die Anklagebehörde bestätige heute gegenüber „Hooksiel-life“ einen entsprechenden Bericht im „Jeverschen Wochenblatt“ (Montag-Ausgabe), wonach nach zwei Strafanzeigen von Privatleuten der Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung, der Untreue und des Verstoßes gegen die Pflicht zur ordnungsgemäßen Buchführung besteht.

Auf finanzielle Schieflage zu spät reagiert?

Im Fokus der Ermittlungen dürfte der ehemalige WTG-Geschäftsführer Armin Kanning stehen, der das Unternehmen Anfang 2025 verlassen hat. Ende Juni hatte die WTG dann mit Blick auf die Explosion der Baukosten für das „Thalasso Meere Spa“ in Horumersiel von geplanten 8,8 auf zuletzt vermutete 23 Millionen Euro einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt, dem das Amtsgericht Wilhelmshaven im September stattgab. 

Von Insolvenzverschleppung spricht man dann, wenn trotz einer vorliegenden Überschuldung oder einer Zahlungsunfähigkeit nicht umgehend ein Insolvenzantrag gestellt wird. Der Tatbestand der Untreue liegt vor, wenn zum Beispiel ein Geschäftsführer einem Unternehmen schadet, indem er wirtschaftlich sinnlose oder schädliche Verträge schließt. Dabei ist es strafrechtlich unerheblich, ob politische Gremien die (Fehl-) Entscheidungen mitgetragen haben. 

Untersuchungen stehen erst am Anfang

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft, die unter anderem die Insolvenz-Antragsunterlagen geprüft hat, befinden sich die Ermittlungen noch in einem sehr frühen Stadium. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es noch völlig offen, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt. Auch gebe es derzeit noch keine Anhaltspunkte, die dazu führen könnten, die Ermittlungen auf weitere Beschuldigte zu erweitern. „Dies wird jedoch fortlaufend geprüft“, heißt es in einer „Hooksiel-life“ vorliegenden Stellungnahme der Behörde. 

Gegen eine Insolvenzverschleppung spricht nach bisherigem Kenntnisstand, dass ein Wirtschaftsprüfer dem Gemeinderat und der WTG noch Ende 2024 bestätigt haben soll, dass kein Insolvenzgrund vorliegt. Aufgrund der vorhandenen Liegenschaften der WTG und der liquiden Mittel gebe es noch keinen Grund für einen Insolvenzantrag, hieß es damals nach Darstellung der ZUW-Gruppe im Gemeinderat.