Wilhelmshaven/Friesland (26. 6. 2026) – Im 107. Jahr seines Bestehens hielt der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. gestern seine Mitgliederversammlung im Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven ab. Präsident Tom Nietiedt und Hauptgeschäftsführer Henning Wessels blicken auf das vergangene Verbandsjahr zurück, nahmen wichtige Weichenstellungen für die Zukunft in den Fokus und ordneten die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung der Jade Wirtschaftsregion ein.
Sind zufrieden mit der Entwicklung des Arbeitgeber- und Wirtschaftsver Bandes Jade: (von links) Thomas Bruns (Vizepräsident), Henning Wessels (Hauptgeschäftsführer), Tom Nietiedt (Präsident), und Maximilian von Wedel (Vizepräsident) Foto: AWV Jade e.V.
Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Jade stehen im vierten Jahr der Rezession weiterhin vor erheblichen Herausforderungen – das spiegele sich auch in den Ergebnissen der diesjährigen Wirtschaftsumfrage. Nietiedt: „Die Stimmung in den Unternehmen hat sich eingetrübt.“ Deutlich gestiegene Kosten würden für zunehmenden Druck auf die Margen sorgen. Die Erwartungshaltung für die kommenden Monate sei überwiegt vorsichtig bis zurückhaltend.
Verband fordert schlankere Verfahren
Der Präsident des AWV erneuerte die wichtigste Forderung der Unternehmen: Abbau von überbordender Bürokratie. Dabei gehe es nicht um die Abschaffung notwendiger Regeln, sondern um effizientere, schlankere Verfahren.
In der Diskussion um die künftige Krankenhausstruktur werde deutlich, wie wichtig klare Entscheidungen und verlässliche Rahmenbedingungen auch auf kommunaler Ebene sind. „Die Entscheidung über den Standort des neuen Krankenhauses muss noch in diesem Sommer getroffen werden. Es darf nicht zu einem Verschiebebahnhof kommen – dafür ist die Bedeutung für die medizinische Versorgung und für den Standort insgesamt schlicht zu groß“, so Nietiedt.
426 Unternehmen
Im Anschluss berichteten Nietiedt und Wessels über die positive Entwicklung des Verbandes und die erfolgreiche Arbeit der Geschäftsstelle. Die Mitgliederzahl sei weiter gestiegen. Aktuell gehören dem Verband 426 Unternehmen an.
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung waren dann die Nachwahlen des Vorstandes, Rechnungsprüfers und des Beirats. Die Mitgliederversammlung wählte Carsten Rinne (Sparkasse Leer/Wittmund) erneut in den Vorstand und übergab die Rolle des Rechnungsprüfers an Boris Behrens (Oldenburgische Landesbank). Darüber hinaus bestimmte die Mitgliederversammlung folgende neue Beiratsmitglieder: Philipp Brandstrup (Nordfrost), Jana Dumke-Waldschmidt (Ambulanter Pflegedienst Dumke), Tobias Gölz (Bio Pin), Jörn Henselmanns (Manitowoc Crane Group Germany), Sina Leuchte (TBD Technische Bau Dienstleistungen), Jasper Strauß (Kirchner Holding) sowie Frank Voßhoff (Onyx Kraftwerk Wilhelmshaven).
Im Anschluss an den förmlichen Teil der Versammlung fand eine schon traditionelle „Gesellige Fahrt in See“ statt. Rund 180 Gäste gingen am Helgolandkai an Bord der „MS Harle Kurier“, um bei einer gemeinsamen Rundfahrt den JadeWeserPort sowie das LNG-Terminal aus nächster Nähe zu erleben.
Hooksiel (11. 6. 2026) – Das Leben von Tobias Geisen ist voller Energie. Beruflich und privat. Als Unternehmer setzt der Hooksieler auf Projekte im Zusammenhang mit der Energiewende. Privat will er Hooksiel in Schwung bringen – sei es als Vorsitzender des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe, im Vorstand von Dorfgemeinschaft und Förderverein der Grundschule oder auch als Initiator des Projekts „Hooksmeer 2.0“.
Trassen wie etwa die für die Gaspipeline von Hooksiel nach Etzel wollen genau geplant sein. Die Hooksieler Nojalu Infrastruktur GmbH unterstützt dabei die Investoren. Foto: Nojalu
Geisen (47) ist in der Eifel in der Nähe von Koblenz geboren. Nach der Schule hat er an der Technischen Universität Clausthal im Harz Bergbau mit den Schwerpunkten Tiefbau und Bohrtechnik studiert und im Anschluss ab 2005 als Bergbau-Ingenieur gearbeitet. „Als Steiger im Schichtdienst in K+S-Bergwerken in Neuhof bei Fulda und Zielitz bei Magdeburg“, erinnert sich Geisen. Sechs Jahre lang habe er danach im Salzbergwerk Bernburg an der Saale sein Geld verdient, zuletzt als stellvertretender Produktionsleiter.
Als Steiger in Bergwerken gearbeitet
Danach ging es nach Kanada, wo der Kasseler K+S-Konzern ein neues Kali-Bergwerk aus dem Boden stampfen wollte. Ein Milliarden-Projekt mitten in der Prärie, an dessen Planung und Bau Geisen beteiligt war. Nach Fertigstellung des untertägigen Bereichs im neuen Solfeld kehrte der Ingenieur aber mit Frau und dem ersten Kind im Gepäck 2015 nach Deutschland zurück und arbeite hier noch bis 2018 für den K+S-Konzern.
Der Weg in die Selbstständigkeit begann 2018 mit dem Einstieg als Geschäftsführer und Mitgesellschafter in ein Planungsunternehmen in Esens. Die Familie Geisen mit damals zwei Kindern zog nach Hooksiel. Das Unternehmen wuchs schnell von zehn auf 45 Mitarbeiter. „Zu schnell“, sagt Geisen aus heutiger Sicht. Es gab Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern. Man trennte sich 2021. Und Tobias Geisen gründete mit der Nojalu Infrastruktur GmbH sein eigenes Planungs- und Ingenieurbüro. Nojalu steht übrigens für die ersten Buchstaben der mittlerweile drei Söhne von Familie Geisen.
Planung von Trassen für Kabel und Pipelines
Die acht bis neun Mitarbeiter des Unternehmens begleiten heute in ganz Deutschland Vorhaben, vornehmlich Infrastrukturplanungen wie etwa für die Verlegung von Erdkabeln oder den Bau von Rohrleitungen und Pipelines für Strom, Gas oder Wasser. Von Windrädern auf See gewonnener Strom muss per Kabel an Land gebracht, per Schiff importiertes Flüssigerdgas (LNG) zu Kavernen gepumpt werden. Hier kreuzen andere Kabel, dort müssen Straßen- oder Bahngleise passiert werden.
Bergbau-Ingenieur Tobias Geisen betreut mit seinem Unternehmen zahlreiche Projekte rund um die Energiewende. Aus seiner Sicht ergeben sich daraus auch Chancen für Hooksiel. Fotos: Nojalu
Zur Planung gehört viel technisches Wissen, aber auch die Begleitung von Genehmigungsverfahren oder Gespräche mit Kommunen und betroffenen Grundeigentümern. „Meist verstärken wir die Teams der Investoren. Wir sind die Antwort auf den Fachkräftemangel“, so Geisen. „Über einen Mangel an Aufträgen brauchen wir uns die nächsten 20 Jahre keine Sorgen machen.“
Großprojekte in ganz Deutschland
Zur Expertise des Unternehmens gehören auch Planungen im Bereich der Geothermie, also der Nutzung der im Erdinneren erzeugten Wärme. Geschäftsführer Geisen selbst arbeitet mit an den Planungen für den „Suedlink“, eine der gewaltigen Stromleitungen, über die in einigen Jahren Windstrom aus dem Norden in den Süden der Republik transportiert werden soll. Eingebunden sei sein Unternehmen auch in die Planung eines Infrastruktur-Tunnels in Berlin. Hinzu kommen Investitionen im Bereich der „Energiedrehscheibe“ Wilhelmshaven wie etwa das NeuConnect-Projekt. Ziel ist es, die Stromnetze Großbritanniens und Deutschlands mit einem Seekabel zu verbinden. Dafür müssen aber auch landseitig geeignete Kabeltrassen gefunden werden.
Geisen ist überzeugt davon, dass die zahlreichen Energieprojekte im Raum Wilhelmshaven die Region verändern. Dabei sieht er auch Chancen für das benachbarte Hooksiel. Etwa für Gastronomie und Hotellerie oder für die Ansiedlung von Unternehmen. „Es werden viele Firmen in die Region kommen, auch kleinere. Die benötigen sofort Büroräume – und später vielleicht auch ein Grundstück in einem Gewerbegebiet.“
Bedarf an „Co-Working-Büros“
Gerade in der Startphase seien da so genannte „Co-Working-Büros“ interessant, also voll ausgestattete Büroräume, die die Unternehmen für eine bestimmte Zeit mieten. Nach den Vorstellungen von Geisen könnten einige davon in einem Mehrzweckgebäude am Hooksieler Außenhafen untergebracht werden – mit Blick auf die Jade und den Voslapper Groden.
Ausdrücklich unterstützt er die Pläne der Hafengesellschaft NPorts, den Außenhafen durch ein Mehrzweckgebäude aufzuwerten. Da NPorts selbst nicht als Investor auftreten will, hatte Geisen kürzlich im Gemeindeentwicklungs-Ausschuss seine Idee vorgetragen, das Gebäude mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes durch eine noch zu gründende gemeinnützige GmbH zu errichten. Im ersten Anlauf verfing der Vorschlag bei den Politkern noch nicht. Ob es einen zweiten Vorstoß geben wird, bleibt abzuwarten.
Hooksiel (9. 6. 2026) – Ihr Start-Up „Bellari“ gilt als Musterbeispiel für eine Unternehmensgründung. Ihre Liebe zu Hunden kennt keine Grenzen. Vier Mal war die in Hooksiel lebende UnternehmerinAnn-Christin Schubert inzwischen mit einer Hilfsorganisation in der Ukraine, um Menschen und Vierbeinern in dem vom Krieg geschundenen Land zu helfen, teilweise nur wenige Hundert Meter hinter der Frontlinie.
Die Hooksieler Jungunternehmerin Ann-Christin Schubert schildert ihren Weg in die Selbstständigkeit in einem Podcast der „Gezeitengänger“.
Jetzt hat die 32-Jährige eine weitere Herausforderung gemeistert. Sie wurde von Jens Koch und Christopher Groß nach Bad Zwischenahn zum Format „Gezeitengänger“ eingeladen und hat sich fast eine Stunde lang einem Interview gestellt, das jetzt als Podcast kostenlos abgerufen werden kann (open.spotify.com).
Nachgezeichnet wird in dem Gespräch der Weg und die Motivation der in Wilhelmshaven geborenen jungen Frau in die Selbstständigkeit – und zwar schon während ihres Wirtschaftsstudiums an der Jade-Hochschule. Wegweiser dafür waren ihr eigener Hund und die Idee, dass man aus alten Feuerwehrschläuchen besonders strapazierfähiges Hundespielzeug herstellen können müsste.
Wo bekommt man die Schläuche her? Wie entsteht ein erster Prototyp? Wie kann eine Produktionslinie aussehen? Und wie findet man letztlich Käufer für das neue Produkt? Fragen über Fragen. Als Herzstück ihres Unternehmens hat Ann-Katrin Schubert 2021 den Online-Shop „bellarie.de“ aufgebaut. Ein Jahr später wurde sie mit dem „Gründerpreis Nordwest“ ausgezeichnet. Inzwischen haben auch verschiedene Ladengeschäfte ihre Produkte im Angebot.
Wer im Internet bei den „Gezeitengängern“ vorbeischaut, hat zudem die Chance, – neben Produkten von anderen Gesprächspartnern – von Ann-Christin Schubert entwickelte Futterdummys für Hunde (Markenname: „Herr Schrödinger“) zu ersteigern. Die Erlöse der Benefizaktion sollen der NCL-Stiftung zugute kommen, die an Kinderdemenz erkrankte Kinder und deren Familien sowie die Forschung zu diesem Thema unterstützt.
Wilhelmshaven/Friesland (22. 4. 2026) – Die allermeisten Unternehmen (97 Prozent) in der Jade-Region kämpfen mit steigenden Kosten. Als Konsequenz wollen über 40 Prozent der im Rahmen der „Wirtschaftsumfrage Frühjahr 2026“ befragten Unternehmen ihre eigenen Preise anpassen. Aber längst nicht alle gehen davon aus, dass sie ihre Umsätze steigern können. Als Unsicherheitsfaktor wird zudem die weltpolitische Lage wahrgenommen.
Im Durchschnitt verzeichneten die Unternehmen bei den Energiekosten eine Zunahme von 8,43 Prozent. Auch in anderen Bereichen sei der Kostendruck hoch. Die Materialkosten lagen im Schnitt um 7,64 Prozent über dem Vorjahresniveau, während sich die Lohnkosten durchschnittlich um 7,95 Prozent erhöht hätten.
Kostendruck gefährdet Investitionen
„Die Folgen der Kostensteigerungen zeigen sich bereits deutlich: Sinkende Margen und Erträge führen in einigen Fällen zu negativen Gewinnsituationen“, befürchtet Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV): „Viele Unternehmen verfügen nur über begrenzte Möglichkeiten, ihre Preise anzupassen, was langfristig dazu führen kann, dass sie notwendige Investitionen aufschieben. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerbs- und Preisdruck im Vergleich zum europäischen Ausland hoch.“
Die Daten gehen aus der Wirtschaftsumfrage hervor, deren Ergebnisse jetzt vom AWV, vom Wirtschaftsförderkreis Harlingerland und dem Netzwerk Wirtschaft Varel vorgestellt wurden. An der Umfrage beteiligten sich 166 Unternehmen mit insgesamt über 33.265 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus der Stadt Wilhelmshaven, dem Landkreis Wittmund und dem Landkreis Friesland.
Bei der Abfrage, die vor dem Ausbruch des Iran-Krieges stattfand, ging es um aktuelle politische Themen, die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, der Prognose für die kommenden sechs Monate und die Bewertung der Standort-Rahmenbedingungen in der Jade Wirtschaftsregion.
Knapp ein Drittel der Betriebe unzufrieden
Als gut bezeichnen 37 Prozent (39 %) der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage – damit ähnlich viele wie im letzten Jahr. 43 Prozent (32 %) empfinden die Situation als befriedigend. 20 Prozent (29%) beschreiben ihre Lage als unbefriedigend bzw. schlecht.
25 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihren Auftragsbestand als „relativ hoch“. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert damit auf einem ähnlichen Niveau. 54 Prozent (52 %) bewerteten ihren derzeitigen Auftragsbestand als ausreichend, 21Prozent (25 %) als zu gering. Der Auftragsbestand reicht bei den Unternehmen durchschnittlich für die nächsten 10 Monate (12 Monate).
Für die kommenden sechs Monate gehen 9,9 Prozent (10,3 %) der Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent aus. Weitere 34,2 Prozent (41,6 %) rechnen mit einer positiven Umsatzentwicklung zwischen drei bis zehn Prozent. Der größte Anteil (39,6 %) erwartet hingegen keine nennenswerten Veränderungen. 16,2 Prozent (11,7 %) gehen davon aus, dass sich ihre Umsätze negativ entwickeln.
Zurückhaltung bei Investitionen
Mit Blick auf die steigenden Kosten gaben 40,6 Prozent (37,8 %) der Befragten an, ihre Preise erhöhen zu wollen. Gleichzeitig rechnet fast die Hälfte der Unternehmen damit, ihre Verkaufspreise stabil halten zu können. Preissenkungen planen lediglich 2,8 Prozent der Antwortenden.
Bei den Investitionen zeigt sich die Wirtschaft weiter zurückhaltend. Nur 26,8 Prozent (24,7 %) der Befragten planen, ihr Investitionsbudget in der kommenden Zeit auszuweiten. Die Mehrheit der Betriebe beabsichtigt, ihr derzeitiges Investitionsniveau beizubehalten. Mit 14.3 Prozent deutlich geringer als im Vorjahr fällt der Anteil der Unternehmen aus, die ihre Investitionen zurückfahren wollen. 2025 waren es noch 25 Prozent.
Schlechte Noten für Bundesregierung
Kritisch sehen die Unternehmen die Arbeit der Bundesregierung. Nur ein Befragter bewertete die bisherige Arbeit der Koalition aus CDU und SPD als sehr gut, lediglich acht Prozent als gut. Weit über die Hälfte stellte den politisch Verantwortlichen ein befriedigendes oder nur ausreichendes Zeugnis aus (75,2 %). 16 Prozent der Unternehmen bewerteten den bisherigen Kurs der Bundesregierung sogar als mangelhaft.
Der Bedarf an politischer Unterstützung und spürbaren Entlastungen wird von den Unternehmen weiterhin als sehr hoch eingeschätzt. Mit großem Abstand an erster Stelle steht dabei wie im Vorjahr der Wunsch nach einem konsequenten Bürokratieabbau (91,1 %). Deutlich dahinter folgen Forderungen nach einer Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (48,8 %), Verbesserungen im Bildungssystem (33,1 %) sowie eine Reform der Unternehmensbesteuerung (32,2 %). Darüber hinaus wünschen sich 30,6 % der Unternehmen stärkere politische Impulse zur Förderung der Digitalisierung.
Unternehmen erwarten Unterstützung
Weitere Themen, bei denen viele Unternehmen Unterstützung erwarten, sind Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel (29,8 %), eine stärkere Förderung von Investitionen (29%) sowie Verbesserungen bei der Verkehrsinfrastruktur (28,2 %). Gefragt nach den wirksamsten Impulsen zur Belebung der Wirtschaft setzen die Unternehmen vor allem auf steuerliche Entlastungen.
Im Vergleich zur Bundesregierung schneidet die niedersächsische SPD/Grüne-Landesregierung besser ab. Knapp über 20 Prozent bewerten ihre Arbeit mit gut bis sehr gut und über die Hälfte der Unternehmen vergibt die Note drei. Lediglich 6,5 Prozent schätzen die Leistungen der Landesregierung als „mangelhaft“ ein.
Unsicherheiten durch Trump
Allgemeine Planungsunsicherheit befürchten viele Unternehmen von den Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump. Seine Zollpolitik könne sich auf den Handel insgesamt und auf die Lieferketten und die Rohstoffpreise auswirken. Auch die Stärkung der Verteidigungsausgaben/Rüstung wirke sich aus.
Die Bewertung der Standortattraktivität der Jade Wirtschaftsregion fällt überwiegend stabil aus. Drei Viertel der befragten Unternehmen (75,2 %) sehen derzeit keine Veränderungen. 18,1 Prozent (29,2 %) der Unternehmen nehmen hingegen eine positive Entwicklung wahr und sind der Ansicht, dass sich die Attraktivität des Standorts in letzter Zeit verbessert habe – auch für ansiedlungsinteressierte Betriebe.
Wilhelmshaven/Friesland (23. 3. 2026) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) zeichnet wieder Auszubildende aus der Jade-Wirtschaftsregion mit dem Hans-Bretschneider-Preis aus. Dafür sucht der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft junge Menschen, die bereits gute Leistungen nachgewiesen haben und sich darüber hinaus gesellschaftlich engagieren.
Der Preis ehrt neben der abgeschlossenen Ausbildung auch Bildungswege, die von besonderen Herausforderungen und großem Einsatz für die Gesellschaft geprägt sind. Ziel sei es , so der AWV, junge Talente zu unterstützen, die über den Tellerrand hinausschauen und motiviert sind, ihre eigene Fort- und Weiterbildung zu fördern.
Der Hans-Bretschneider-Preis ist dotiert mit 1250 Euro. Prämiert werden können Auszubildende aus AWV-Mitgliedsunternehmen, die ihre Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf abgeschlossen haben oder in diesem Jahr abschließen werden. Bewerbungen können bis zum 31. Mai eingereicht werden.
Wilhelmshaven (22. 12. 2025) – Im Rahmen des traditionellen Opulenten Frühstücks des Clubs zu Wilhelmshaven (CzW) wurde Lutz Bauermeister im November in Abwesenheit mit dem Ehrenschild des Clubs ausgezeichnet. Nun überreichte der Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade (AWV), Tom Nietiedt, die Ehrung persönlich im Rahmen eines Weihnachtsfrühstücks.
Tom Nietiedt (links), Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade, überreicht das Ehrenschild des Clubs zu Wilhelmshaven an den ehemaligen Hauptgeschäftsführer des AWV, Lutz Bauermeister. Foto: AWV e. V.
Mit der Auszeichnung würdigt der Club das langjährige und außergewöhnliche Engagement von Bauermeister – sowohl als Hauptgeschäftsführer des AWV, aber auch im Rahmen zahlreicher ehrenamtlicher Tätigkeiten. Bauermeister hat sich über viele Jahre hinweg mit großem Einsatz für das wirtschaftliche und kulturelle Leben in der Region Wilhelmshaven/Friesland stark gemacht und zahlreiche Initiativen angestoßen, die bis heute Wirkung zeigen.
Wilhelmshaven/Friesland (13. 11. 2025) – Der Fachkräftemangel wird auch in der Wirtschaft der Jade-Region zunehmend spürbar. Das ist eines der Erkenntnisse aus der diesjährigen Arbeitsmarktumfrage, die der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V. (AWV) gemeinsam mit den Jobcentern Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund durchgeführt hat. Die erhobenen Daten geben einen aktuellen Einblick in die Beschäftigungssituation der Unternehmen in der Jade Wirtschaftsregion.
Stellten die Ergebnisse der Arbeitsmarktumfrage in der Jade-Region vor: (von links) Claudia Lütkemeier (Jobcenter Wittmund), Andreas Bruns (Jobcenter Friesland), Henning Wessels (Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade ), Andreas Metze-Kaiser (Jobcenter Wilhelmshaven) und Katja Keese (Jobcenter Wilhelmshaven). Foto: AWV Jade
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, so AWV-Hauptgeschäftsführer Henning Wessels, dass die Unternehmen der Jade Wirtschaftsregion vor allem auf der Suche nach qualifiziertem Personal sind. Mit einem Anteil von 89,4 Prozent werden Fachkräfte am häufigsten nachgefragt, gefolgt von Experten und Führungskräften mit 43,9 Prozent. Hilfskräfte spielen mit 30,3 Prozent eine deutlich geringere Rolle. „Diese Zahlen verdeutlichen, dass die offenen Stellen in den Gebietskörperschaften Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund überwiegend ein hohes Qualifikationsniveau erfordern und die Nachfrage nach gering qualifizierten Arbeitskräften vergleichsweise niedrig ist.“
Noch Ausbildungsplätze unbesetzt
76,5 Prozent der Unternehmen zeigen sich bereit, bei fehlender formaler Qualifikation ein betriebliches Training direkt am Arbeitsplatz durchzuführen, um offene Stellen zu besetzen. Dies unterstreiche die hohe Bereitschaft der Betriebe, flexible Wege der Personalentwicklung zu gehen und Potenziale auch außerhalb klassischer Ausbildungswege zu nutzen.
Gleichzeitig mache die Umfrage deutlich, dass es weiterhin einen erheblichen Bedarf an Nachwuchskräften gibt: In Wilhelmshaven meldeten die teilnehmenden Unternehmen 37 unbesetzte Ausbildungsplätze, im Landkreis Friesland 5 und im Landkreis Wittmund 33. Um die unbesetzten Ausbildungsstellen zu besetzen, könnten sich 75,8 Prozent der Unternehmen vorstellen, einen Umschüler einzustellen. Außerdem erwägen 77,8 Prozent, ein Langzeitpraktikum zur Erprobung von potenziellen Auszubildenden anzubieten.
Unternehmen suchen qualifizierte Mitarbeiter
Während 2024 rund 55 Prozent der beteiligten Unternehmen unbesetzte Arbeitsplätze zu verzeichnen hatten, sind es ein Jahr später knapp 63 Prozent – mit unabsehbaren Auswirkungen. 52,4 Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass der zunehmende Mangel an Fachkräften ihre unternehmerische Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt. „Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Fachkräftemangel für mehr als die Hälfte der Betriebe ein wesentlicher Hemmfaktor für Wachstum und Innovation“, so Wessels.
Um offene und neu geschaffene Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen, setzen die Unternehmen der Jade Wirtschaftsregion auf ein breites Spektrum an Rekrutierungskanälen. Laut Umfrage ist die Bundesagentur für Arbeit der meistgenutzte Weg im Recruiting, dicht gefolgt von Social-Media-Plattformen und Online-Portalen. Präsenzformate wie die job4u-Messe oder die JadeFuture werden ebenfalls als wichtige Kontaktpunkte zu potenziellen Bewerbern genannt. Personaldienstleister hingegen würden bei der Mitarbeiter-Gewinnung eine zunehmend untergeordnete Rolle spielen.
Kräfte aus dem Ausland
Eine Hoffnung ruht auch auf internationalen Fachkräften. Zwar haben bislang nur 36,1 Prozent der befragten Unternehmen regelmäßig oder projektbezogen Fachkräfte aus dem Ausland eingestellt, doch weitere 25,3 Prozent zeigen grundsätzliches Interesse an diesem Weg – auch wenn sie ihn bisher noch nicht genutzt haben. Lediglich 38,6 Prozent schließen die Integration ausländischer Arbeitskräfte derzeit aus.
Die Unternehmen der Jade Wirtschaftsregion sehen vor allem in der Sprachförderung einen zentralen Hebel für die erfolgreiche Integration ausländischer Fachkräfte. Darüber hinaus wird die Anerkennung ausländischer Qualifikationen sowie die schnelle Bearbeitung von Visa- und Aufenthaltsverfahren als entscheidender Schritt genannt, um vorhandene Kompetenzen sichtbar und nutzbar zu machen.
Daten von 158 Unternehmen
An der diesjährigen Wirtschaftsumfrage haben sich nach Angaben des AWV 158 Unternehmen mit insgesamt über 22.539 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten beteiligt. Das entspricht heruntergebrochen auf die beteiligten Gebietskörperschaften Wilhelmshaven, Wittmund und Friesland einem Anteil von 26,85 Prozent.
Mit roten Luftballons begrüßte die neue „Schuh-Mann“ Filiale ihre ersten Kunden in Hooksiel. Foto: hol
Hooksiel (20. 3. 2025) – In Hooksiel gibt es ab heute ein neues Schuhgeschäft. Die R & U Schuh GmbH (Alfstedt) hat in der Fußgängerzone nach Horumersiel ihre zweite „Schuh-Mann“-Filiale im Wangerland eröffnet. Das Geschäft ist in einem Neubau untergebracht, den ein Investor auf einem Gartengrundstück an der Lange Straße errichtet hat.
Das Geschäft ist eine Bereicherung für Hooksiel, zumal es im Ort bislang noch kein reines Schuhgeschäft gibt. Angeboten werden Damen-, Herren- und Kinderschuhe von ganz kleinen bis sehr großen Größen. Das Familienunternehmen setzt dabei als Kunden zum einen auf Urlauber, zum anderen auf die Hooksieler selbst. „Immerhin sind wir hier im größten Ort in der Gemeinde Wangerland“, sagt Filialbetreuerin Susanne Giesecke.
Die Filiale soll ab sofort bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben. Ob man außerhalb der Urlaubssaison die Öffnungszeiten reduzieren werde, stehe noch nicht fest. Betreut werden sollen die Kunden von insgesamt drei Mitarbeiterinnen. „Für eine der Ganzjahresstellen suchen wir noch eine geeignete Person“, so Giesecke gegenüber „Hooksiel-life“.
Martina Rinke will mit ihrem Nagelstudio eine Marktlücke im Wangerland schließen. Foto: hol
Hooksiel/St. Joost (4. 4. 2025) – Viel idyllischer geht es nicht. Ein schmuckes Haus in der Ortschaft Sankt Joost, auf halber Strecke zwischen Hooksiel und Horumersiel. Gegenüber die St. Jooster Kirche und umzu jede Menge Ruhe.
Genau das hat Familie Rinke gesucht, als sie vor einem Jahr aus dem Allgäu in den Norden zog. Jetzt will sich Martina Rinke einen weiteren Traum erfüllen: Sie wagt mit einem kleinen Nagel-Studio den Sprung in die Selbstständigkeit. „Etwas Vergleichbarers gibt es im Wangerland nicht“, ist die verheiratete Mutter einer 15-jährigen Tochter überzeugt. Und der Weg nach Wilhelmshaven oder Jever sei für die potenziellen Kundinnen weit; und unnötig.
Beruflich war Maritina Rinke bislang im kaufmännischen Bereich tätigt. Auf ihre neue Aufgabe hat sie sich im Rahmen einer Maniküreschulung eines Herstellers von Qualitäts-Nagelprodukten vorbereitet, die sie in ihrem Studio auch einsetzen möchte. Sei es zur Pflege der natürlichen Fingernägel oder zur Nagelverlängerung – ganz wesentlich dabei sind die Produkte, die für die Gel-Modellationen in den unterschiedlichsten Farbtönen verwendet werden. Davon hängt unter anderem die Haltbarkeit ab.
Für eine Maniküre bei „Friesland-Nails by Martina“ müssen Kundinnen um die zwei Stunden einplanen. Wer das neue Angebot in St. Joost 13 ausprobieren möchte, sollte vorher unter Telefon 0171/9515901 einen Termin vereinbaren.
Mit der „Physio am Hafen“ startet Yvonne Janßen in die Selbstständigkeit. Foto: hol
Hooksiel (27. 2. 2025) – Im Herzen von Hooksiel eröffnet eine neue Physiopraxis. Die Inhaberin, Yvonne Janßen, lädt zum Start für Samstag, 1. März, zum Tag der offenen Tür ein. Ab 11 Uhr können sich alle Hooksielerinnen und Hooksieler einen Eindruck davon verschaffen, wie sich die ehemals als Gaststätte genutzten Räume („Strandkorb“) in der Lange Straße 31 in die „Physio am Hafen“ verwandelt haben.
Wo heute noch Maler und Putzkolonne wirbeln, warten künftig Rezeption, Massagebank und Bewegungsraum auf Patienten. Für Yvonne Janßen (33) geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung. „Ich habe mir immer gewünscht, dass in meiner Praxis alles so ist, wie ich es mit vorstelle und für richtig halte.“
Die Physiotherapeutin, die in Jever aufgewachsen ist, hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. 2017 hat sie in Oldenburg ihr Ausbildung abgeschlossen und dort danach sieben Jahren in einer Praxis gearbeitet. Während dieser Zeit hat Yvonne Janßen eine Reihe von Weiterbildungen und Qualifizierungen durchlaufen. Unter anderem habe sie bei der Selam-Lebenshilfe sehr intensiv mit Patienten mit Beeinträchtigungen gearbeitet.
Ihren Patienten zugute kommen sollen auch Fortbildungen nach dem „Botbath-Konzept“ und zur „PNF-Therapie“. Bei Bobath steht die Behandlung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Lähmungen nach einem Schlaganfall im Fokus. Bei PNF geht es um die Stimulation der Beweglichkeit von Sehnen, Muskeln und Gelenken. Ein weiterer Schwerpunkt in der Praxis soll das Training mit Geräten werden.
Yvonne Janßen wohnt seit zwei Jahren in Hooksiel. Als alleinerziehende Mutter habe es sie in die Nähe ihres familiären Umfelds zurückgezogen, sagt sie im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Zuletzt habe sie in einer Praxis in Jever gearbeitet. Die Eröffnung der „Physio am Hafen“ ist nach den Vorstellungen der Therapeutin ein großer, aber längst noch nicht der letzte Schritt. Zum 1. April möchte sie eine Bürokraft einstellen, perspektivisch auch eine weitere Physio-Fachkraft. „Ich würde gern auch Hausbesuche machen sowie mit dem Senioren-Wohnstift und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten.“
Ab kommender Woche wird die Praxis montags bis freitags von 7.20 bis 14.20 Uhr geöffnet sein. Behandelt werden im 20-Minuten-Takt sowohl Kassen- als auch Privatpatienten. Zur Praxis gehören zwei Parkplätze in der Obernstraße an der Rückseite des Gebäudes.