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Alle Beiträge zum Thema “Künstlerhaus”

Kunstverein holt „Fischers Sohn“ zurück zum Künstlerhaus

Hooksiel (31. 3. 2026) – Auf ein ereignisreiches Jahr 2025 blickte der Vorsitzende Björn Mühlena während der Mitgliederversammlung des „Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel e. V.“ zurück. In der harmonischen Sitzung herrschte unter den Mitgliedern Einigkeit über den Kurs des Vereins, der aktuell 53 Unterstützer zählt.

Kulturmotor für die Region

Mühlena hob die sechs Ausstellungen im Künstlerhaus und die gute Vernetzung des Vereins hervor. Ein besonderer Dank galt der Leiterin des Künstlerhauses, Renate Janßen-Niemann: „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit und der kurze Draht sind das Fundament für das gute Niveau unserer Arbeit“, betonte der Vorsitzende. Als Förderverein hat sich der Kunstverein für die nahe Zukunft ein sichtbares Ziel gesetzt: Die Verschönerung des Vorplatzes am Künstlerhaus, um den Ort für Besucher noch attraktiver zu gestalten.

Der Kunstverein will „Fischers Sohn“ wieder vor das Künstlerhaus holen. Die Bronze war angefahren und beschädigt worden. Archiv-Foto: hol

Der Verein fördert die bildende Kunst und die kulturelle Entwicklung im Wangerland. Neben der Unterstützung des Künstlerhauses initiiert der Verein Projekte im öffentlichen Raum (z. B. den Ankerpfad) und organisiert Kunstreisen sowie Ausstellungen.

Ausflug nach Emden

Ein Glanzpunkt des Vereinsjahres war die Exkursion zur Kunsthalle Emden, die vom stellvertretenden Vorsitzenden Heinz Keweritsch organisiert worden war. Aufgrund der großen Resonanz soll dieses Format fortgeführt werden. Anerkennung fand auch die Arbeit hinter den Kulissen: So unterstützt Christine Keweritsch den Verein und das Künstlerhaus maßgeblich beim professionellen Arrangement der Ausstellungen. Dass dieses Engagement Früchte trägt, zeigen die Besucherzahlen: Einzelne Künstler lockten im vergangenen Jahr über 1.000 Gäste in die Ausstellungsräume.

Ankerpfad und „Fischers Sohn“

Auch für das laufende Jahr ist der Terminkalender gut gefüllt. Neben der notwendigen Reparatur der bekannten Skulptur „Fischers Sohn“ steht die Kooperation mit der Arbeitsgruppe Hooksiel im Fokus. Gemeinsam widmet man sich der Pflege und Erweiterung des „Ankerpfads“, der Kunst und Ortsgeschichte im öffentlichen Raum verbindet.

Stabwechsel im Vorstand

Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen gab es eine personelle Veränderung im Vorstand: Julian Dreßel wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Er tritt die Nachfolge von Anja Dittmer an, der Björn Mühlena für ihren langjährigen Einsatz ausdrücklich dankte. Abschließend unterstrich Mühlena die Bedeutung der politischen Mitwirkung: „Dass wir aktiv im Kunst- und Kulturbeirat der Gemeinde Wangerland mitwirken, ist eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit für die gesamte Region.“

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Wangerländer Künstlerin erzählt Geschichten aus dem Meer

Hooksiel (29. 3. 2026) – Kunstwerke erzählen Geschichten. Zumindest viele. Und die von Karin Mennen geschaffenen Bilder und Bronzen allemal. Überzeugen kann man sich davon in der Ausstellung „Maritime Malereien und Bronzeplastiken“, die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann zusammen mit Wangerlands stellvertretender Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek an diesem Sonntag eröffnet hat.

Die maritimen Bilder von Karin Meinen werden zum Teil vom Meer und vom Watt selbst gestaltet. Foto: hol

Die Wangerländerin gehört zu jenen Kulturschaffenden, für die Kunst neben Kreativität und Inspiration auch viel mit Können zu tun hat. Sie hat nach dem Lehrerstudium (Kunst und Deutsch für Gymnasien) an den Kunsthochschulen Düsseldorf und Wien studiert. Vor allem das Studium in Wien habe sie genossen, sagte Karin Mennen im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Vor allem die zahlreichen Stunden in Ausstellungen und Museen. Jede Menge Werke aus aller Welt, gespickt mit Symbolen, die Sprache der großen Künstler.

Leidenschaft als Grundlage

Zuhause gefühlt aber habe sie sich aber nur im Wangerland, sagt die Künstlerin. Hier wollte sie leben und arbeiten. Und genau diese leidenschaftliche Verbindung von Karin Meinen mit ihrer Heimat spüre man in ihren Arbeiten, sagte Renate Janßen-Niemann.

Es geht Karin Mennen um Geschichten, mal aus der Geschichte, mal aus der Natur, mal aus der Technik oder der Zukunft. Wichtig für ihre Inspirationen sei zudem das Material, mit dem sie arbeite. Dazu gehören stets selbst gemachte Farben, manchmal besondere Leinwände oder die Bronze für die Skulpturen.

„Bevor ich mich an die Arbeit mache, versuche ich möglichst viel zu recherchieren – zu den Materialien, aber auch zum jeweiligen Thema.“ So etwa zur „Seewiefken“-Skulptur, die hinter dem Deich in Minsen steht. Als Karin Mennen die lebensgroße Figur, das Wappenbild der Gemeinde Wangerland, schuf, war die Seewiefken-Sage kaum bekannt. 

Vor der maritimen Malerei steht für die Künstlerin der Kontakt mit dem Meer, dem Watt, den Salzwiesen. Ein Projekt, deren Ergebnisse in der Ausstellung zu bewundern sind: Watt-Gemälde, die das Weltnaturerbe lebendig werden lassen. Karin Mennen legt dafür teilweise mit blauer Farbe unterlegte Leinwand (oder auch Sackmaterial) direkt ins Watt – und wartet. Tage, manchmal Wochen, spielt die Natur mit der Materie und hinterlässt ihre Spuren. Die sind dann – wenn sie nicht gerade von Urlaubern als Souvenir mitgenommen werden – die Basis für die weitere Gestaltung des Kunstwerks. Federreste werden zu einem Vogel, Wasserschlieren zur Welle, Sandkörner zu einer Düne. Stabilisiert wird die dreidimensionale Kunst durch mehrere Lasuren. Natürlich aus eigener Herstellung.

Männchen tragen Kinder aus

Spannend auch die Seepferdchen-Bronzen (auf dem Bild mit der Künstlerin und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann). Der „Hippocampus“ galt lange als ausgestorben – hat aber überlebt. Für seine Existenz benötigt das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Tier Salzwiesen, wie sie im Wattenmeer vorkommen. Übrigens: Bei den Seepferdchen tragen die ihren Weibchen stets treuen Männchen den Nachwuchs aus. Ihr nach außen gerichtetes Skelett ist extrem stabil und gilt als Vorbild für moderne Robo-Technik. 

Die Recherche geht der Kunst voraus. Am Ende steht eine wunderschöne Bronze im Künstlerhaus. Sie ist mehr als Kunst – sie steht für eine der vielen spannenden Geschichten von Karin Mennen mit Bezügen zum Wangerland. 

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Abwechslung in Künstlerhaus: Von Aquarellen über Bronzen bis Fotos

Hooksiel (16. 3. 2026) – Freunde von Kunst und Kultur dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Ausstellungsjahr im Künstlerhaus Hooksiel freuen. Unter anderem werden mit Jean-Noel Schramm (10. Mai bis 5. Juli) und Agnes Lörincz (12. Juli bis 16. August) erneut zwei Stipendiaten erwartet, die jeweils mehrere Wochen in Hooksiel wohnen, arbeiten und ausstellen.

Freuen sich für das laufende Jahr auf spannende Ausstellungen im Künstlerhaus Hooksiel: Die Künstlerin Karin Mennen (links) und die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Künstlerhaus-Leiterin Renate-Janßen Niemann stellte jetzt das Jahresprogramm im Beisein der Künstlerin Karin Mennen vor. Die Wangerländerin wird den kulturellen Reigen am Sonntag, 29. März, mit der Eröffnung ihrer Ausstellung „Maritime Malerei und Bronzeplastiken“ eröffnen. Unter anderem dürfen sich Besucher auf experimentelle „Wattschlickbilder“ freuen.

Zwei Stipendiaten

Mit Menschen am Strand will sich Jean-Noel Schramm in Hooksiel beschäftigen. Der als Kind französischer Eltern geborene Maler und Fotograf lebt üblicherweise in Berlin und Paris. Er besuchte 1978 bis 1981 die Akademie der Bildenden Künste in München und studierte an der École Speciale d’Architecture in Paris. Als Künstler war der 66-Jährige unter anderem in Afrika, Israel, Japan und Griechenland unterwegs. Mit seinen Aquarell-Bildern will er in Hooksiel über die Menschen am Strand die Eigenarten der Region an der Nordseeküste erfassen.

Agnes Lörincz, ebenfalls 66, stammt gebürtig aus Siebenbürgen in Rumänien, wo sie auch Kunst und Design studiert hat. Heute lebt sie in Berlin. Als Künstlerin thematisiert sie gesellschaftliche Verhaltensmuster mit Elementen aus Mode, Werbung und Nachrichten, die sie wiederum mit dekorativen Stoffen kombiniert. Renate Janßen-Niemann: „Es geht um das Spiel mit Oberfläche und Oberflächlichkeit, mit Schein und Sein.“

Kunstkarussell für Kinder

Zu weiteren Ausstellungen werden der Maler Marc Taschowsky, Jahrgang 1972, aus Frankfurt (ab 23. August), der Bildhauer Nic Schaatsbergen aus Dornum in Ostfriesland (ab 27. September) sowie das Ehepaar Renate und Michael Schildmann aus Oldenburg erwartet (ab 8. November). Die in Wilhelmshaven geborene Renate Schildmann will mit ihrer Malerei das „Licht des Nordens“ erfassen. Michael Schildmann ist als Fotograf unter anderem für Landschafts-Panoramabilder bekannt. 

Zum Programm des Künstlerhauses gehört auch 2026 wieder ein Kunstkarussell für Kinder von 8 bis 14 Jahren Die Künstlerinnen Akkela Dienstbier, Gudrun Becker, Marianne Jansen und Sylke Barkmann bieten im Ferien-Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang August eine Reihe von Kreativ- Seminaren an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldungen unter Telefon 04463/235 sind unbedingt erforderlich.

Das Künstlerhaus Hooksiel habe in der Kulturszene einen sehr guten Ruf, sagte Renate Janßen-Niemann. Das sei der Grund für die zahlreichen Bewerbungen um Stipendien und Ausstellungstermine. Besonders geschätzt werden von den Künstlern nach ihrem Eindruck die Lage des Hauses mitten im Ort und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Menschen. 

Wo Steine lebendig werden und Fotos den kritischen Blick schärfen

Hooksiel (17. 2. 2026) – Großer Bahnhof im Künstlerhaus Hooksiel. Rund 50 Kunstinteressierte verfolgen die Eröffnung der Winterausstellung. Bis Sonntag, 15. März, stellen mit Uta Grams (Wangerland), Gaby Skudelny-Furth (Wilhelmshaven) und Birgit Luiken (Grafschaft) drei Künstlerinnen aus der Region ihre Arbeiten aus. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. 

Renate Janßen-Niemann (2. von links) eröffnete die „Winterausstellung“ im Künsterlhaus Hooksiel, in der Werke und Arbeiten von (von links) Gaby Skudelny-Furth, Uta Garms und Birgit Luiken zu sehen sind. Foto: hol

Uta Grams, die bereits 2017 einmal im Künstlerhaus ausgestellt hat, präsentiert beeindruckte Skulpturen, die sie aus verschiedensten Rohsteinen herausarbeitet. Als Grundmaterial verwendet sie unter anderem Serpentin aus Spanien, Springstone aus Simbabwe oder Alabasta aus Italien. „Jeder Stein hat ein Wesen“, verriet Uta Grams. Ihr Ziel als Künstlerin sei es, dieses Wesen zu erkennen und in der Form der Skulptur zum Leben zu erwecken. Im Ergebnis entstehen formschöne und ausdrucksstarke Körper in unterschiedlichen Färbungen. 

Emotionale Kunst

Für Gaby Skudelny-Furth ist Kunst Ausdruck ihres Inneren. „Was ich male, kann ich vorher gar nicht sagen“, verriet die Wilhelmshavenerin. Zu sehen sind an den Wänden des Künstlerhauses farb- und ausdrucksstarke Bilder von Landschaften, der Küste, dem Meer – und von wunderschönen Blumen. „Ich mag meine Bilder“, sagte Gaby Skudelny-Furth. Und viele im Raum konnten das nachvollziehen.

Erste Ausstellung

Ihre erste Ausstellung überhaupt präsentiert in Hooksiel Birgit Luiken. Als Straßen-Fotografin ist sie mit ihrer Kamera unter anderem in Oldenburg unterwegs, um Szenen einzufangen, deren tiefere Bedeutung der Betrachter oft erst auf dem zweiten Blick wahrnimmt. Die Fotos werden am Computer nachbearbeitet und um Schriftzüge ergänzt. „Dafür nehme ich meist Überschriften aus dem ,Sonntagsblatt’“, verriet Birgit Luiken. Im Ergebnis entstehen kleine, oft zeitkritische Collagen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann unterstrich den ganz eigenen Wert der Winterausstellungen im Künstlerhaus, bei der regionalen Kunst im Fokus steht. Eine weitere Besonderheit: Da die Künstlerinnen ihre Ausstellung während der Öffnungszeiten selbst betreuen, stehen sie den Besuchern dann vor Ort als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der gute Zulauf gerade dieses Formats sorge dann auch für ein Belebung des Ortskerns von Hooksiel im Winter. 

Winterausstellung mit Werken von Künstlerinnen aus der Region

Hooksiel (6. 2. 2026) – „Mit Kunst durch den Winter“, so heißt die diesjährige Winterausstellung im  Künstlerhaus Hooksiel. Seit mehr als zehn Jahren ist es dessen Leiterin Renate Janßen-Niemann ein Anliegen, auch in der Winterzeit den Ausstellungsraum für Besucher zu öffnen, auch wenn viele andere Bereiche im Ort geschlossen sind. 

„Woge retour“ heißt die Skulptur von Uta Grams, die am Elisabethaußengroden im Wangerland zu bewundern ist. Archiv-Foto: hol

Von Samstag, 14. Februar, bis Sonntag, 15. März, zeigen drei Künstlerinnen aus der Region ihre Werke und übernehmen auch persönlich die Aufsichten, um mit den Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag um 15 Uhr. Geöffnet sein wird sie jeweils samstags und sonntags sowie am Rosenmontag von 14  bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Gefühle sichtbar machen

Uta Grams aus Bassens zeigt Skulpturen aus Stein. Sie gibt dem Material eine besondere Art der Leichtigkeit und verwendet neben Alabaster auch selteneres Gestein wie Selenit und Serpentin oder entwickelt freie Formen aus Ytong. Im Wangerland bekannt ist Uta Grams durch die große Skulptur „Woge retour“ am Elisabethgrodendeich. 

Gaby Skudelny-Furth aus Wilhelmshaven beschreibt ihre Kunst als eine Ausdrucksform, um Emotionen, Stimmungen und Gefühle aus ihrem Leben sichtbar zu machen. Mit ihren vorwiegend mit Acryl gemalten Gemälden möchte sie Menschen berühren und inspirieren und Verborgenes freilegen. 

Schlagzeilen werden zu Kunst

Birgit Luiken aus Schortens malt, fotografiert, schreibt, filmt und spricht selbst verfasste Hörgeschichten ein. Beim Fotografieren macht es ihr besonderen Spaß, Dinge und Situationen aus dem Alltag abzubilden, die nicht auf den ersten Blick auffallen. Diese Bilder ergänzt sie mit Überschriften, die aus Tageszeitungen ausgeschnitten wurden und dreht damit die Aussage der Bilder in eine unerwartete Richtung. 

Inspiration durch Babelsberg und das Moin in Hooksiel

Hooksiel (2. 1. 2026) – Schade. Die Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient gehabt. Zum Ausklang der laufenden Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel hatte Herbert Witzel zu einer „Lied- und Lesebühne“ geladen. Zusammen mit seiner Frau Antje trug er selbst geschriebene „ruppige Rhythmen“ und „taffe Texte“ vor. Leider konnte Kunsthallen-Leiterin Renate Janßen-Niemann zu dem intellektuellen Schlussakkord der letzen Ausstellung der Saison „Wasser in den Ohren“ von Antje Witzel nur eine Handvoll Interessierte begrüßen.

Herbert Witzel präsentierte im Künstlerhaus Hooksiel selbst geschriebene Lieder und ausgewählte Texte. Foto: hol

Witzels leben und arbeiten in Babelsberg bei Berlin. In seinen Liedern nach Herbert Witzel seine Zuhörer unter anderem mit auf eine Tretbootfahrt auf der Spree, ließ im „Kinolied“ etliche Filmstars wieder lebendig werden und übermittelte eine Liebeserklärung an den Bezirk Neukölln. Aber auch der Aufenthalt in Hooksiel sei für das Paar sehr inspirierend gewesen, versicherte Witzel: „Hör ich moin, kann ich mich freun …“

Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Paar ein Buch über den niederländischen Maler und Zeichner Vincent van Gogh vor – von Herbert Witzel selbst geschrieben, handschriftlich, gefalzt und gebunden. Eine Hommage an die Neugier. Ausdruck des Wunschs, künstlerisch keine schon ausgetretenen Pfade gehen zu wollen. Auch um den Preis, dass es auf neuen Wegen manchmal recht einsam sein kann. 

Das Künstlerhaus in der Lange Straße ist am heutigen Freitag noch geöffnet. Danach geht es bis zum 13. Februar in die Winterpause.

Inspirierende Suche nach dem Hecht im Künstlerhaus

Hooksiel (13. 10. 2025) – Die Technik ist das eine, die Inspiration das andere. Auf beides muss man sich einlassen, wenn man den Arbeiten der Künstlerin Antje Witzel gerecht werden will. Ihre Ausstellung mit dem Titel „Wasser in den Ohren“ ist bis zum Jahresende im Künstlerhaus Hooksiel zu sehen.

Antje Witzel stellt bis zur Jahreswende im Künstlerhaus Hooksiel aus. Zu sehen sind unter anderem beeindruckende Batik-Arbeiten. Rechts im Bild: Bürgermeister Mario Szlezak. Foto: hol

Zur Vernissage am Sonntag begrüßte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann neben rund 30 Interessieren auch Bürgermeister Mario Szlezak. Das Künstlerhaus gehört der Gemeinde Wangerland. „Das Haus trägt dazu bei, dass Hooksiel auch überregional bekannt ist“, sagte Szlezak. Die hier gezeigte Kunst gebe Raum zum Denken und zum Nachdenken.

Fliegen im Ölgemälde

Das gilt für die Arbeiten von Antje Witze allemal. Die in Potsdam lebende Künstlerin sieht sich selbst vornehmlich als Zeichnerin, obwohl sie sich auch in anderen Techniken ausprobiert. So ist in der Ausstellung unter anderem ein Ölgemälde von einer Rapsfeld in Horumersiel zu sehen – sehr naturnah, zumal sich während des Malvorgangs lebende Fliegen in der Ölfarbe verfangen haben.

Liedermacher Herbert Witzel bereicherte die Ausstellung seiner Frau Antje durch einige seiner Lieder. In der Mitte: Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Spannend auch die vielen kleinformatigen Linolschnitte und Druckwerke, mit denen die 50-jährige verschiedensten Augenblicke aus Natur und Menschsein festhält. Dem Besucher ins Auge springen aber vor allem zwei Batikarbeiten, die an der Decke des Ausstellungsraumes hängen. Beeindruckend eine je nach Lichteinfall unterschiedlich grün-blau strahlende Unterwasserwelt aus Gräsern, Farnen, kleinen Fischen und mittendrin, gut versteckt, ein Hecht (im Karpfenteich?).

Kunst als Lebensform

Antje Witzel verriet auf der Vernissage, wie sie aus Mutters altem Baumwoll-Bettlacken mit Hilfe von mit dem Pinsel aufgetragenem heißen Wachs ein raumfüllendes Kunstwerk schafft. 

Doch Kunst ist nicht nur das, was man an die Wand hängt. Sie ist auch eine Lebensform. So stellte Renate Janßen-Niemann Antje Witzel zusammen mit ihrem Ehemann, dem Lyriker und Liedermacher Herbert Witzel, als ein Künstlerpaar vor, das Zeichnung und Sprache zusammenbringen möchte – so zum Beispiel in liebevoll gestalteten Kinderbüchern. 

Herbert Witzel rundete das Ausstellungserlebnis mit drei seiner Lieder ab und nahm die Besucher dabei musikalisch mit nach Babelsberg und auf Wolke 17. Inspiration pur.

Künstlerhaus: Wiedersehen mit Akkela Dienstbier

Hooksiel (5. 8. 2025) – Akkela Dienstbier, Künstlerin aus Bremen und Stipendiatin im Künstlerhaus Hooksiel 2018, kommt am Sonntag, 10. August, um 15 Uhr mit einer Performance unter dem Titel „Meer oder weniger“ in den Hooksieler Kulturtempel in die Lange Straße 16. Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann: „Wir sind gespannt auf ihre Aktion, die während der Ausstellung von Schirin Khorram bei freiem Eintritt stattfindet.“ Alle interessierten Einheimischen und Gäste sind eingeladen.

Akkela Dienstbier, Jahrgang 1962, stammt aus Erlangen, wo sie auch Kunstgeschichte und Psychologie studiert hat. Seit 1992 stellt sie Arbeiten aus. Bekannt ist sie auch als Autorin von Fachbüchern.

Ausstellung: Tiere verbinden Menschen mit der Natur

Hooksiel (30. 7. 2025) – Die Portraits der Künstlerin Schirin Khorram zeigen den Blick hinter die Fassade, sie erzählen kleine Geschichten von der Sehnsucht, vom Glück, der Leidenschaft und der Verletzlichkeit des Menschen. Schirin Khorram arbeitet als freie Künstlerin, Illustratorin und Dozentin. Eine Ausstellung mit Titel „Begegnungen – Portraits“ im Künstlerhaus Hooksiel wird am Freitag, 1. August, um 18 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. 

Ein Kunstwerk von Schirin Khorram mit dem Titel: Der Moment. Foto: Künstlerhaus

Die Künstlerin ist viel durch die Welt gereist und es waren die Begegnungen – nicht nur mit Menschen, sondern auch mit den Tieren – , die ihr im Gedächtnis geblieben sind. Sie sieht die Tiere als unsere Verbindung zur Natur. Schirin Khorram ist in Oldenburg geboren, ihr Vater hat iranische Wurzeln. Sie möchte in ihrer Malerei auch dem Lebewesen „Tier“ einen wertschätzenden Raum geben, denn immer da, wo sich Mensch und Tier begegnen, können sich neue spannende Bereiche öffnen. 

Während ihres Studiums als Grafik-Designerin zog es die Künstlerin immer mehr zur freien Kunst. Inspiriert durch den Expressionismus und die Kunst der Neuen Wilden wurde die Malerei für sie zum Ventil, zu einer starken und freien Ausdruckskraft. 

Die Ausstellung im Künstlerhauses in der Langen Straße 16 ist täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

Mit der Kunst auf der Suche nach dem, was den Kosmos zusammenhält

Hooksiel (1. 7. 2025) – Wer kennt die „Freie Republik Schwarzenberg“? Niemand? In dieser Republik, im Ort Schönheide, ist der Maler und Bühnenbildner Gero Troike am 29. Juni 1945 zur Welt gekommen. An diesem Sonntag feierte der Künstler in Hooksiel seinen 80. Geburtstag und gab zur Eröffnung seiner Werkschau im Künstlerhaus Hooksiel Einblicke in sein Leben.

Der Maler Gero Troike (von rechts) (2.feierte in Hooksiel seinen 80. Geburtstag. Zur Ausstellungseröffnung überreichten ihm Freunde des Künstlerhauses, darunter Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak (4. von links) acht Rosen. Foto: hol

Die „Republik Schwarzenberg“ entstand in den Wirren der letzten Tage des 2. Weltkrieges im westlichen Erzgebirge. Hierhin hatte es Troikes Vater samt Familie, eigentlich Uhrmacher und Hersteller von auch militärisch nutzbarer Messtechnik in Berlin, verschlagen. Vom Westen rückten Anfang Mai die Amerikaner an, vom Osten die Sowjets. Schwarzenberg und Umgebung hatten die Alliierten aber offenbar bei der Aufteilung ihrer Besatzungsgebiete übersehen. Zumindest für 42 Tage.

Mit den Panzern kam das Kind

Die Kettengeräusche der sowjetischen Panzer hätten die Wehen bei seiner Mutter ausgelöst. In die Angst vor Vergewaltigung und Plünderung mischte sich die Freude über seine Geburt – selbst bei den Rotarmisten, die ihre Helme abnahmen und Mutter und Kind mit Milch und Brot versorgten. Welch schöne Vorstellung. Frieden.

Frieden, das ist eines der Themen, die Gero Troike zeitlebens begleitet haben. Als junger Mann absolvierte er in Berlin eine Lehrer, entdeckte die Malerei und die Grafik für sich. Bei der Aufnahmeprüfung für die Kunsthochschule wurde er abgelehnt – offenbar aufgrund einer entsprechenden Empfehlung der DDR-Staatssicherheit. Von seinem Weg ließ sich Troike, seit 1966 mit seiner Frau Angela verheiratet, aber nicht abbringen. 

1984 aus der DDR ausgesiedelt

Er jobbte in verschiedenen Berufen, verdiente als Bühnenarbeiter und Bühnenbildnerassistent sein Geld – und schaffte den Sprung als Bühnen- und Kostümbildner an die Volksbühne in Berlin, wo er mit vielen bekannten Regisseuren zusammenarbeitete. 1984 siedelte Troike in den Westen über, arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Bochum und am Thalia Theater in Hamburg. Heute lebt und malt er in der Nähe von Völlinghausen im Kreis Soest – immer noch auf der Suche nach den Dingen, die die Welt im Kern zusammenhalten.

2016 gastierte Troike als Stipendiat im Künstlerhaus Hooksiel und entdecke hier die Faszination des Meeres. „Wasser, Watt, dazu das Geschrei der Vögel – das sind ganz stärke Eindrücke. Die ständige Veränderung der Landschaft, da bekommt man ein Gespür für den gesamten Kosmos.“

Gero Troike gab im Rahmen der Vernissage Einblicke in sein bewegtes Leben und sein Lebenswerk als Maler und Grafiker. Links daneben: Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

In der Troike-Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel steht das Meer im Mittelpunkt. Zu sehen sind Arbeiten aus seiner gesamten Schaffenszeit, darunter auch eine Reihe von Motiven mit klarem Bezug zu Hooksiel. Dabei geht es nicht nur um die schönen Zeiten des Weltnaturerbes. In einer Reihe von Bilder überwiegen die braun-modrigen Farbtöne bei den Übergängen zu grünem oder gelbem Strand sowie blauem Wasser und Himmel. Bedrohung steht unmittelbar neben Schönheit, Angst neben Hoffnung, vielleicht auch Tod neben Geburt – wie vor 80 Jahren in Schönheide? Ergänzt werden die Gemälde um für den Künstler wichtige Bücher, die einen Einblick in sein Gesamtwerk geben.

Künstler bleibt eine Woche in Hooksiel

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag begrüßte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann neben Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak auch eine Reihe von Weggefährten des Künstlers, die diesem zu seinem 80. Geburtstag gratulierten. Angela und Gero Troike wohnen diese Woche noch im Künstlerhaus und werden dabei sicher auch für Besucher der Ausstellung ansprechbar sein. Denn, so der Wunsch des Künstlers: Interessierte sollten nicht nur einen flüchtigen Blick auf seine Bilder werfen, sondern sie mit Ruhe und Geduld anschauen. Warum etwa ist eines der Meer-Bilder rund? Das Rätsel löste Troike selbst: „Das war der Blick des Künstlers aus einem Bullauge einer Schiffstoilette.“

Die Ausstellung im Künstlerhaus ist bis zum 27. Juli dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.