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Alle Beiträge zum Thema “Künstlerhaus”

Kunstwerke im Spannungsfeld von Schein und Sein

Hooksiel (13. 7. 2026) – Kunst ist vielleicht nicht die Welt. Aber sie kann dabei helfen, sie zu verstehen. Einen Weg dahin zeigt Agnes Lörincz auf. Die in Berlin lebende Künstlerin ist die neue Stipendiatin im Künstlerhaus Hooksiel. Am Sonntag eröffnete sie unterstützt von Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak ihre Ausstellung „Muster und Mimesis“, zwei Begriffe, die das künstlerische Wirken der gebürtigen Siebenbürgenerin maßgeblich bestimmen.

Die Stipendiatin Agnes Lörincz (Mitte) lebt und arbeitet bis Mitte August im Künstlerhaus Hooksiel. Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und Bürgermeister Mario Szlezak unterstützten die Künstlerin aus Berlin bei der Ausstellungseröffnung. Foto: hol

Muster steht für Agnes Lörincz für Wiederholungen, für stetig Wiederkehrendes und ein Stück weit auch für die Unendlichkeit. Mimesis hingegen verkörpert die Täuschung, das so sein als ob. Um das zu erkennen und zu entlarven, braucht es einen zweiten Blick. Der ist auch ratsam bei der Betrachtung der rund 30 Gemälde, Schnitte und Collagen der Künstlerin, die bis Mitte August im Künstlerhaus zu sehen sein werden.

Muster und Mimesis

Das Spannungsfeld von Schein und Sein ist ein philosophisches Kernthema. Schon Platon („Höhlengleichnis“) und sein Schüler Aristoteles haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie viel Wirklichkeit im Anschein der Dinge steckt. Agnes Lörincz setzt sich mit diesem Thema über Motive zu Mode, Lifestyle und Konsumgesellschaft auseinander. Der Schein des Schönen und Perfekten wird aus dem Unwirklichen in den Alltag, die Welt der immer wieder kehrenden Muster, überführt – hier durch die Maserungen des Holzes, auf dem die Künstlerin Frauenporträts malt, dort durch Tapeten- oder Stoffmuster, die den Hintergrund einiger ihrer Collagen bilden.

„Ich möchte die Dinge nicht nur abbilden, sondern neue Welten erschließen“, sagte Agnes Lörincz. Das gilt auch für die nächsten fünf Wochen, in denen sie in Hooksiel leben und arbeiten wird. Ihre Motive? Noch ungewiss. „Ich will erst einmal den Ort auf mich einwirken lassen. Wir werden sehen, was mich interessiert.“

Impressionen von Hooksiel

Erste Impressionen von Hooksiel hat die Künstlerin bereits am Samstag bei einem Spaziergang mit ihrem Mann vom Ortskern zum Strand gesammelt. Eine sportliche Strecke, wie Hiesige wissen. Dazu der Seenebel und Nebelhörner … Auf die künstlerische Umsetzung darf man gespannt sein.

Bürgermeister Szlezak unterstrich bei der Vernissage vor rund 30 Interessieren den hohen Stellenwert des Künstlerhauses Hooksiel, das zur überregionalen Bekanntheit des Ortes und der Gemeinde beitrage. Auch als Zeichen der Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements rund um den Kulturtempel im historischen Feuerwehrhaus von Hooksiel stehe die Gemeinde geschlossen zu dieser „freiwilligen Leistung“.

Leuchtturm für die Kunst

Renate Janßen-Niemann dankte Christine Keweritsch und Peter Lewald, die zusammen mit der Künstlerin deren Ausstellung gehängt haben. Dass mit Agnes Lörincz erneut eine Berlinerin in Hooksiel weilt, sei kein Zufall. Ganz offensichtlich habe sich in der Kunstszene der Hauptstadt herumgesprochen, dass das Künstlerhaus an der Nordsee ein Leuchtturm für Kunstschaffende ist.

Die Ausstellung „Muster und Mimesis“ ist bis zum 16. August dienstags bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr gelöffelt. Der Eintritt ist frei.

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Zum Abschied dem Stipendiaten über die Schulter schauen

Hooksiel (26. 6. 2026) – Jean-Noel Schramm, erster Stipendiat des Künstlerhauses in diesem Jahr, hat mit feinem Pinselstrich Aquarelle mit Motiven aus dem Ort gemalt sowie seine Beobachtungen von Menschen am Strand zeichnerisch festgehalten. Am Samstag, 4. Juli, lässt er sich ab 15 Uhr beim künstlerischen Gestalten über die Schulter schauen und erklärt seine Intentionen. 

Am Tag danach wird seine Ausstellung abgebaut. Das Künstlerhaus bleibt dann für eine Woche geschlossen. In dieser Zeit bereitet sich die nächste Stipendiatin, Agnes Lörincz aus Berlin, auf ihre Vernissage am Sonntag, 12. Juli, um 11.15 Uhr vor.

Lörincz fasziniert durch ihre Malerei (Foto), in der sie gesellschaftliche Themen, überwiegend aus dem Bereichen Mode, Werbung und Nachrichten, in „Muster und Mimesis“ umsetzt. Das Prinzip der Täuschung durchzieht ihr Werk auf mehreren Ebenen: Erst bei näherem Hinsehen entpuppen sich ihre Bilder als Collagen. Während ihres Residenzstipendiums wird sie bis zum 16. August im Wangerland auf Motivsuche gehen und diese künstlerisch verarbeiten. 

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Wo Badende sich auflösen bevor sie erscheinen können

Hooksiel (11. 5. 2026) – Berlin, Paris, New York, Athen. Israel, Neuseeland, Burkina Faso. Jean-Noël Schramm ist schon viel herumgekommen in der Welt. Mehr oder weniger zufällig. Durch Kontakte und Bekannte. 

Renate Janßen-Niemann begrüßt den neuen Stipendidaten Jean-Noël Schramm im Hooksieler Künstlerhaus. Foto: hol

Und jetzt Hooksiel. Der in Bayern geborene deutsch-französische Maler und Fotograf wird in den nächsten Wochen im Künstlerhaus wohnen und arbeiten. Am vergangenen Sonntag eröffnete der 66-Jährige zusammen mit der Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Peter Podein, seine Ausstellung „Flüchtige Ewigkeit – Menschen am Strand“.

Neue Ausstellung im Künstlerhaus

Zu sehen ist eine Serie von kleinformatigen Aquarellen von Menschen an Stränden. Junge und ältere Personen, unterschiedlich gekleidet, mit oder ohne Gebrechen. Fotografiert, dann gemalt. Aber so, dass die Protagonisten sich durchaus wiedererkennen würden, ist Schramm überzeugt. Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an, was die Besucher der Vernissage, soweit sie es noch nicht erahnt hatten, einem von Hörbuchsprecherin Anna Carlsson vorgetragenen Erklärtext entnehmen konnten. 

„Die Badenden entziehen sich, lösen sich auf, bevor sie überhaupt erscheinen können. Doch genau in diesem Entzug entsteht ein neuer Bildraum: einer der weniger auf Sichtbarkeit als auf Erfahrung basiert.“ Die Spannung der Bilder entsteht in dem Dazwischen – zwischen Wasser und Land, zwischen Intention und Abweichung, zwischen Figur und Struktur. 

Segeltörn als Inspiration

Dass der Ort des Entstehens der Kunst dabei nicht nebensächlich ist, kann der Betrachter an einem großformatigen Gitterbild nachvollziehen. Entstanden auf einem Segeltörn in Neuseeland. Geprägt von Welle zu Welle, von Woge zu Woge, alle ähnlich, aber nie gleich. Ein Bild, geprägt von Rhythmus und der Spannung in der Monotonie. 

Und auch diese Bild ist ebenso wie die schier endlose Galerie der Badenden nicht vollendet. Es ist ein Projekt. Der Beginn der Auseinandersetzung mit einem Thema, das weiter entwickelt, entfaltet und letztlich vielleicht sogar zerstört werden will. Weitere Badende will Schramm während seines Aufenthalts in Hooksiel ins Visier nehmen. Am Strand. Ungestellt. Überraschend. Authentisch.

Für Beleidigung im Käfig

Aber keine Angst. Der Mann mit der Kamera will nur Kunst. Ihm geht es weniger um die „Darstellung der Körper, sondern die Erfahrung eines Zustandes: das Eintauchen, das Getragenwerden, das zeitweise Ausgesetztsein“ Aber nicht jeder versteht das. So geriet Schramm in Griechenland in die Fänge der Polizei, weil er ein ins Wasser gehendes Paar fotografiert hatte, was als „Beleidigung“ gewertet wurde und ihm 32 Stunden in einem Karzer eintrug.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Juli jeweils dienstags bis sonntags sowie am Pfingstmontag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Auch wenn der Künstler wegen einer anderen Verpflichtung in den nächsten Tagen nicht in Hooksiel sein kann, hat er zugesagt, auch vor Ort arbeiten und mit Interessierten ins Gespräch kommen zu wollen.

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Weltenbummler nimmt Menschen am Hooksieler Strand ins Visier

Hooksiel (2. 5. 2026) – Gerade von einem Abenteuer aus Neuseeland zurück mit vielen Fotografien zieht Jean-Noël Schramm ins Künstlerhaus Hooksiel ein, um dort ab Sonntag, 10. Mai, 11.15 Uhr seine Aquarelle zu präsentieren. Das Thema: Menschen am Strand. 

Der Weltenbummler ist der erste Residenzkünstler des Jahres. Er hat ein Atelier in Paris, eines in Berlin und viele Plätze auf der Welt zum künstlerischen Arbeiten. Während seines Aufenthaltes in Hooksiel will er Eindrücke am Strand und von der Nordseeküste aufnehmen und zu Kunstwerken verarbeiten.

Jean-Noël Schramm, Jahrgang 1959, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach Auslandsaufenthalten in Burkina Faso setzte er sein Studium an der Ecole Speciale d’Architecture in Paris fort und war 2025 „Artist in Residence“ am „Museum Kunst der Westküste“ auf Föhr. 

Und jetzt in Hooksiel bis zum 5. Juli. Seine Ausstellung hat er betitelt mit „Flüchtige Ewigkeiten – Menschen am Strand“. Strände sind Orte der Leichtigkeit. Menschen kommen, um sich zu entkleiden – körperlich wie seelisch. Die im Künstlerhaus gezeigten Aquarelle zeigen Menschen an den Stränden. Sie wirken in seinen Bildern seltsam entrückt. Als hätte man sie aus der Zeit gehoben. 

Die Ausstellung ist im Künstlerhaus nach der Vernissage am kommenden Sonntag jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. 

Kunstverein holt „Fischers Sohn“ zurück zum Künstlerhaus

Hooksiel (31. 3. 2026) – Auf ein ereignisreiches Jahr 2025 blickte der Vorsitzende Björn Mühlena während der Mitgliederversammlung des „Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel e. V.“ zurück. In der harmonischen Sitzung herrschte unter den Mitgliedern Einigkeit über den Kurs des Vereins, der aktuell 53 Unterstützer zählt.

Kulturmotor für die Region

Mühlena hob die sechs Ausstellungen im Künstlerhaus und die gute Vernetzung des Vereins hervor. Ein besonderer Dank galt der Leiterin des Künstlerhauses, Renate Janßen-Niemann: „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit und der kurze Draht sind das Fundament für das gute Niveau unserer Arbeit“, betonte der Vorsitzende. Als Förderverein hat sich der Kunstverein für die nahe Zukunft ein sichtbares Ziel gesetzt: Die Verschönerung des Vorplatzes am Künstlerhaus, um den Ort für Besucher noch attraktiver zu gestalten.

Der Kunstverein will „Fischers Sohn“ wieder vor das Künstlerhaus holen. Die Bronze war angefahren und beschädigt worden. Archiv-Foto: hol

Der Verein fördert die bildende Kunst und die kulturelle Entwicklung im Wangerland. Neben der Unterstützung des Künstlerhauses initiiert der Verein Projekte im öffentlichen Raum (z. B. den Ankerpfad) und organisiert Kunstreisen sowie Ausstellungen.

Ausflug nach Emden

Ein Glanzpunkt des Vereinsjahres war die Exkursion zur Kunsthalle Emden, die vom stellvertretenden Vorsitzenden Heinz Keweritsch organisiert worden war. Aufgrund der großen Resonanz soll dieses Format fortgeführt werden. Anerkennung fand auch die Arbeit hinter den Kulissen: So unterstützt Christine Keweritsch den Verein und das Künstlerhaus maßgeblich beim professionellen Arrangement der Ausstellungen. Dass dieses Engagement Früchte trägt, zeigen die Besucherzahlen: Einzelne Künstler lockten im vergangenen Jahr über 1.000 Gäste in die Ausstellungsräume.

Ankerpfad und „Fischers Sohn“

Auch für das laufende Jahr ist der Terminkalender gut gefüllt. Neben der notwendigen Reparatur der bekannten Skulptur „Fischers Sohn“ steht die Kooperation mit der Arbeitsgruppe Hooksiel im Fokus. Gemeinsam widmet man sich der Pflege und Erweiterung des „Ankerpfads“, der Kunst und Ortsgeschichte im öffentlichen Raum verbindet.

Stabwechsel im Vorstand

Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen gab es eine personelle Veränderung im Vorstand: Julian Dreßel wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Er tritt die Nachfolge von Anja Dittmer an, der Björn Mühlena für ihren langjährigen Einsatz ausdrücklich dankte. Abschließend unterstrich Mühlena die Bedeutung der politischen Mitwirkung: „Dass wir aktiv im Kunst- und Kulturbeirat der Gemeinde Wangerland mitwirken, ist eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit für die gesamte Region.“

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Wangerländer Künstlerin erzählt Geschichten aus dem Meer

Hooksiel (29. 3. 2026) – Kunstwerke erzählen Geschichten. Zumindest viele. Und die von Karin Mennen geschaffenen Bilder und Bronzen allemal. Überzeugen kann man sich davon in der Ausstellung „Maritime Malereien und Bronzeplastiken“, die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann zusammen mit Wangerlands stellvertretender Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek an diesem Sonntag eröffnet hat.

Die maritimen Bilder von Karin Meinen werden zum Teil vom Meer und vom Watt selbst gestaltet. Foto: hol

Die Wangerländerin gehört zu jenen Kulturschaffenden, für die Kunst neben Kreativität und Inspiration auch viel mit Können zu tun hat. Sie hat nach dem Lehrerstudium (Kunst und Deutsch für Gymnasien) an den Kunsthochschulen Düsseldorf und Wien studiert. Vor allem das Studium in Wien habe sie genossen, sagte Karin Mennen im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Vor allem die zahlreichen Stunden in Ausstellungen und Museen. Jede Menge Werke aus aller Welt, gespickt mit Symbolen, die Sprache der großen Künstler.

Leidenschaft als Grundlage

Zuhause gefühlt aber habe sie sich aber nur im Wangerland, sagt die Künstlerin. Hier wollte sie leben und arbeiten. Und genau diese leidenschaftliche Verbindung von Karin Meinen mit ihrer Heimat spüre man in ihren Arbeiten, sagte Renate Janßen-Niemann.

Es geht Karin Mennen um Geschichten, mal aus der Geschichte, mal aus der Natur, mal aus der Technik oder der Zukunft. Wichtig für ihre Inspirationen sei zudem das Material, mit dem sie arbeite. Dazu gehören stets selbst gemachte Farben, manchmal besondere Leinwände oder die Bronze für die Skulpturen.

„Bevor ich mich an die Arbeit mache, versuche ich möglichst viel zu recherchieren – zu den Materialien, aber auch zum jeweiligen Thema.“ So etwa zur „Seewiefken“-Skulptur, die hinter dem Deich in Minsen steht. Als Karin Mennen die lebensgroße Figur, das Wappenbild der Gemeinde Wangerland, schuf, war die Seewiefken-Sage kaum bekannt. 

Vor der maritimen Malerei steht für die Künstlerin der Kontakt mit dem Meer, dem Watt, den Salzwiesen. Ein Projekt, deren Ergebnisse in der Ausstellung zu bewundern sind: Watt-Gemälde, die das Weltnaturerbe lebendig werden lassen. Karin Mennen legt dafür teilweise mit blauer Farbe unterlegte Leinwand (oder auch Sackmaterial) direkt ins Watt – und wartet. Tage, manchmal Wochen, spielt die Natur mit der Materie und hinterlässt ihre Spuren. Die sind dann – wenn sie nicht gerade von Urlaubern als Souvenir mitgenommen werden – die Basis für die weitere Gestaltung des Kunstwerks. Federreste werden zu einem Vogel, Wasserschlieren zur Welle, Sandkörner zu einer Düne. Stabilisiert wird die dreidimensionale Kunst durch mehrere Lasuren. Natürlich aus eigener Herstellung.

Männchen tragen Kinder aus

Spannend auch die Seepferdchen-Bronzen (auf dem Bild mit der Künstlerin und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann). Der „Hippocampus“ galt lange als ausgestorben – hat aber überlebt. Für seine Existenz benötigt das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Tier Salzwiesen, wie sie im Wattenmeer vorkommen. Übrigens: Bei den Seepferdchen tragen die ihren Weibchen stets treuen Männchen den Nachwuchs aus. Ihr nach außen gerichtetes Skelett ist extrem stabil und gilt als Vorbild für moderne Robo-Technik. 

Die Recherche geht der Kunst voraus. Am Ende steht eine wunderschöne Bronze im Künstlerhaus. Sie ist mehr als Kunst – sie steht für eine der vielen spannenden Geschichten von Karin Mennen mit Bezügen zum Wangerland. 

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Abwechslung in Künstlerhaus: Von Aquarellen über Bronzen bis Fotos

Hooksiel (16. 3. 2026) – Freunde von Kunst und Kultur dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Ausstellungsjahr im Künstlerhaus Hooksiel freuen. Unter anderem werden mit Jean-Noel Schramm (10. Mai bis 5. Juli) und Agnes Lörincz (12. Juli bis 16. August) erneut zwei Stipendiaten erwartet, die jeweils mehrere Wochen in Hooksiel wohnen, arbeiten und ausstellen.

Freuen sich für das laufende Jahr auf spannende Ausstellungen im Künstlerhaus Hooksiel: Die Künstlerin Karin Mennen (links) und die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Künstlerhaus-Leiterin Renate-Janßen Niemann stellte jetzt das Jahresprogramm im Beisein der Künstlerin Karin Mennen vor. Die Wangerländerin wird den kulturellen Reigen am Sonntag, 29. März, mit der Eröffnung ihrer Ausstellung „Maritime Malerei und Bronzeplastiken“ eröffnen. Unter anderem dürfen sich Besucher auf experimentelle „Wattschlickbilder“ freuen.

Zwei Stipendiaten

Mit Menschen am Strand will sich Jean-Noel Schramm in Hooksiel beschäftigen. Der als Kind französischer Eltern geborene Maler und Fotograf lebt üblicherweise in Berlin und Paris. Er besuchte 1978 bis 1981 die Akademie der Bildenden Künste in München und studierte an der École Speciale d’Architecture in Paris. Als Künstler war der 66-Jährige unter anderem in Afrika, Israel, Japan und Griechenland unterwegs. Mit seinen Aquarell-Bildern will er in Hooksiel über die Menschen am Strand die Eigenarten der Region an der Nordseeküste erfassen.

Agnes Lörincz, ebenfalls 66, stammt gebürtig aus Siebenbürgen in Rumänien, wo sie auch Kunst und Design studiert hat. Heute lebt sie in Berlin. Als Künstlerin thematisiert sie gesellschaftliche Verhaltensmuster mit Elementen aus Mode, Werbung und Nachrichten, die sie wiederum mit dekorativen Stoffen kombiniert. Renate Janßen-Niemann: „Es geht um das Spiel mit Oberfläche und Oberflächlichkeit, mit Schein und Sein.“

Kunstkarussell für Kinder

Zu weiteren Ausstellungen werden der Maler Marc Taschowsky, Jahrgang 1972, aus Frankfurt (ab 23. August), der Bildhauer Nic Schaatsbergen aus Dornum in Ostfriesland (ab 27. September) sowie das Ehepaar Renate und Michael Schildmann aus Oldenburg erwartet (ab 8. November). Die in Wilhelmshaven geborene Renate Schildmann will mit ihrer Malerei das „Licht des Nordens“ erfassen. Michael Schildmann ist als Fotograf unter anderem für Landschafts-Panoramabilder bekannt. 

Zum Programm des Künstlerhauses gehört auch 2026 wieder ein Kunstkarussell für Kinder von 8 bis 14 Jahren Die Künstlerinnen Akkela Dienstbier, Gudrun Becker, Marianne Jansen und Sylke Barkmann bieten im Ferien-Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang August eine Reihe von Kreativ- Seminaren an. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldungen unter Telefon 04463/235 sind unbedingt erforderlich.

Das Künstlerhaus Hooksiel habe in der Kulturszene einen sehr guten Ruf, sagte Renate Janßen-Niemann. Das sei der Grund für die zahlreichen Bewerbungen um Stipendien und Ausstellungstermine. Besonders geschätzt werden von den Künstlern nach ihrem Eindruck die Lage des Hauses mitten im Ort und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Menschen. 

Wo Steine lebendig werden und Fotos den kritischen Blick schärfen

Hooksiel (17. 2. 2026) – Großer Bahnhof im Künstlerhaus Hooksiel. Rund 50 Kunstinteressierte verfolgen die Eröffnung der Winterausstellung. Bis Sonntag, 15. März, stellen mit Uta Grams (Wangerland), Gaby Skudelny-Furth (Wilhelmshaven) und Birgit Luiken (Grafschaft) drei Künstlerinnen aus der Region ihre Arbeiten aus. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. 

Renate Janßen-Niemann (2. von links) eröffnete die „Winterausstellung“ im Künsterlhaus Hooksiel, in der Werke und Arbeiten von (von links) Gaby Skudelny-Furth, Uta Garms und Birgit Luiken zu sehen sind. Foto: hol

Uta Grams, die bereits 2017 einmal im Künstlerhaus ausgestellt hat, präsentiert beeindruckte Skulpturen, die sie aus verschiedensten Rohsteinen herausarbeitet. Als Grundmaterial verwendet sie unter anderem Serpentin aus Spanien, Springstone aus Simbabwe oder Alabasta aus Italien. „Jeder Stein hat ein Wesen“, verriet Uta Grams. Ihr Ziel als Künstlerin sei es, dieses Wesen zu erkennen und in der Form der Skulptur zum Leben zu erwecken. Im Ergebnis entstehen formschöne und ausdrucksstarke Körper in unterschiedlichen Färbungen. 

Emotionale Kunst

Für Gaby Skudelny-Furth ist Kunst Ausdruck ihres Inneren. „Was ich male, kann ich vorher gar nicht sagen“, verriet die Wilhelmshavenerin. Zu sehen sind an den Wänden des Künstlerhauses farb- und ausdrucksstarke Bilder von Landschaften, der Küste, dem Meer – und von wunderschönen Blumen. „Ich mag meine Bilder“, sagte Gaby Skudelny-Furth. Und viele im Raum konnten das nachvollziehen.

Erste Ausstellung

Ihre erste Ausstellung überhaupt präsentiert in Hooksiel Birgit Luiken. Als Straßen-Fotografin ist sie mit ihrer Kamera unter anderem in Oldenburg unterwegs, um Szenen einzufangen, deren tiefere Bedeutung der Betrachter oft erst auf dem zweiten Blick wahrnimmt. Die Fotos werden am Computer nachbearbeitet und um Schriftzüge ergänzt. „Dafür nehme ich meist Überschriften aus dem ,Sonntagsblatt’“, verriet Birgit Luiken. Im Ergebnis entstehen kleine, oft zeitkritische Collagen, die den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann unterstrich den ganz eigenen Wert der Winterausstellungen im Künstlerhaus, bei der regionalen Kunst im Fokus steht. Eine weitere Besonderheit: Da die Künstlerinnen ihre Ausstellung während der Öffnungszeiten selbst betreuen, stehen sie den Besuchern dann vor Ort als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der gute Zulauf gerade dieses Formats sorge dann auch für ein Belebung des Ortskerns von Hooksiel im Winter. 

Winterausstellung mit Werken von Künstlerinnen aus der Region

Hooksiel (6. 2. 2026) – „Mit Kunst durch den Winter“, so heißt die diesjährige Winterausstellung im  Künstlerhaus Hooksiel. Seit mehr als zehn Jahren ist es dessen Leiterin Renate Janßen-Niemann ein Anliegen, auch in der Winterzeit den Ausstellungsraum für Besucher zu öffnen, auch wenn viele andere Bereiche im Ort geschlossen sind. 

„Woge retour“ heißt die Skulptur von Uta Grams, die am Elisabethaußengroden im Wangerland zu bewundern ist. Archiv-Foto: hol

Von Samstag, 14. Februar, bis Sonntag, 15. März, zeigen drei Künstlerinnen aus der Region ihre Werke und übernehmen auch persönlich die Aufsichten, um mit den Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag um 15 Uhr. Geöffnet sein wird sie jeweils samstags und sonntags sowie am Rosenmontag von 14  bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Gefühle sichtbar machen

Uta Grams aus Bassens zeigt Skulpturen aus Stein. Sie gibt dem Material eine besondere Art der Leichtigkeit und verwendet neben Alabaster auch selteneres Gestein wie Selenit und Serpentin oder entwickelt freie Formen aus Ytong. Im Wangerland bekannt ist Uta Grams durch die große Skulptur „Woge retour“ am Elisabethgrodendeich. 

Gaby Skudelny-Furth aus Wilhelmshaven beschreibt ihre Kunst als eine Ausdrucksform, um Emotionen, Stimmungen und Gefühle aus ihrem Leben sichtbar zu machen. Mit ihren vorwiegend mit Acryl gemalten Gemälden möchte sie Menschen berühren und inspirieren und Verborgenes freilegen. 

Schlagzeilen werden zu Kunst

Birgit Luiken aus Schortens malt, fotografiert, schreibt, filmt und spricht selbst verfasste Hörgeschichten ein. Beim Fotografieren macht es ihr besonderen Spaß, Dinge und Situationen aus dem Alltag abzubilden, die nicht auf den ersten Blick auffallen. Diese Bilder ergänzt sie mit Überschriften, die aus Tageszeitungen ausgeschnitten wurden und dreht damit die Aussage der Bilder in eine unerwartete Richtung. 

Inspiration durch Babelsberg und das Moin in Hooksiel

Hooksiel (2. 1. 2026) – Schade. Die Veranstaltung hätte mehr Besucher verdient gehabt. Zum Ausklang der laufenden Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel hatte Herbert Witzel zu einer „Lied- und Lesebühne“ geladen. Zusammen mit seiner Frau Antje trug er selbst geschriebene „ruppige Rhythmen“ und „taffe Texte“ vor. Leider konnte Kunsthallen-Leiterin Renate Janßen-Niemann zu dem intellektuellen Schlussakkord der letzen Ausstellung der Saison „Wasser in den Ohren“ von Antje Witzel nur eine Handvoll Interessierte begrüßen.

Herbert Witzel präsentierte im Künstlerhaus Hooksiel selbst geschriebene Lieder und ausgewählte Texte. Foto: hol

Witzels leben und arbeiten in Babelsberg bei Berlin. In seinen Liedern nach Herbert Witzel seine Zuhörer unter anderem mit auf eine Tretbootfahrt auf der Spree, ließ im „Kinolied“ etliche Filmstars wieder lebendig werden und übermittelte eine Liebeserklärung an den Bezirk Neukölln. Aber auch der Aufenthalt in Hooksiel sei für das Paar sehr inspirierend gewesen, versicherte Witzel: „Hör ich moin, kann ich mich freun …“

Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Paar ein Buch über den niederländischen Maler und Zeichner Vincent van Gogh vor – von Herbert Witzel selbst geschrieben, handschriftlich, gefalzt und gebunden. Eine Hommage an die Neugier. Ausdruck des Wunschs, künstlerisch keine schon ausgetretenen Pfade gehen zu wollen. Auch um den Preis, dass es auf neuen Wegen manchmal recht einsam sein kann. 

Das Künstlerhaus in der Lange Straße ist am heutigen Freitag noch geöffnet. Danach geht es bis zum 13. Februar in die Winterpause.