Schlechter Straßenbelag ebnet Weg für Tempo 30 am Pakenser Altendeich

Tempo-20-Hooksiel
Auf dem Pakenser Altendeich zwischen dem Verkehrskreisel und der Tempo-20-Zone im Ortskern (Bild) soll künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (6. 6. 2024) – Die zulässige Geschwindigkeit am Pakenser Altendeich in Hooksiel wird zeitnah auf Tempo 30 reduziert. Das versicherte der für Ordnungsdinge zuständige Abteilungsleiter der Gemeinde Wangerland, Markus Gellert, auf der Sitzung des Wegeausschusses am Mittwoch Abend. Bis zur September-Ratssitzung soll dann ein Verkehrskonzept erarbeitet werden, auf dessen Grundlage gegebenenfalls in allen vergleichbaren Innerortsstraßen im Gemeindegebiet Tempo-30-Zonen eingeführt werden können.

Werner Doyen als Anwohner hatte vor rund einem Jahr den Antrag auf Tempo 30 für den Pakenser Altendeich gestellt. Daraufhin hatte der Landkreis an dem Straßenabschnitt vom Hooksieler Verkehrskreisel bis zum Beginn der vorhandenen Tempo-20-Zone im Ortskern unter anderem Verkehrsmessungen veranlasst. Trotz des starken Verkehrsaufkommens konnte die Verkehrsbehörde keine besondere Gefährdungslage feststellen, riet aber dennoch zu Tempo 30 – nämlich in Form der Erweiterung der Tempo-20-Zone. Dafür wäre die Gemeinde Wangerland selbst verantwortlich. Die Verkehrsbehörde habe dagegen keine Bedenken.

Der bereits für Anfang des Jahres erwartete Beschluss des Gemeinderates kam dann überraschend nicht zustande, da eine Ratsfraktion mit Blick auf vergleichbare Situationen in anderen Ortsteilen im Wangerland noch Beratungsbedarf angemeldet hatte. Der soll jetzt bis zum Herbst abgearbeitet werden. Die jetzt angekündigten Tempo-30-Schilder aufgrund des schlechten Zustandes des Straßenbelages am Pakenser Altendeich wären mithin eine Art Übergangslösung bis zur Verabschiedung eines gemeindeweiten Verkehrskonzeptes.

Kommentar: Tempo-30-Zonen statt gefährliche Schmalspur-Buckelpisten

Von Gerd Abeldt

Raus aus dem Auto, rauf aufs Fahrrad. Das ist eine der zentralen Forderungen der Verkehrswende in Deutschland. Die Stärkung des Radverkehrs erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr, stärkt die Gesundheit, entlastet das Klima und könnte auch gut für den Tourismus im Wangerland sein.

Das Wangerland ist ein Autoland. Viel Fläche, weite Wege und ein nur mäßig ausgebauter ÖPNV machen das Auto in vielen Lebenslagen unentbehrlich. Aber etliche Urlauber, und natürlich auch Einheimische, sehen inzwischen im Fahrrad eine echte Alternative. Für Erholung an der frischen Luft ohnehin, aber auch für Pflicht-Fahrten etwa zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen quer durchs Wangerland.

Dieser Trend dürfte dank der steigenden Zahl von E-Bikes weiter zunehmen. Um so wichtiger wird es für die öffentliche Hand dafür zu sorgen, dass das Fahrradfahren gefahrlos möglich ist. Der Landkreise Friesland hat ein millionenschweres Radwegekonzept aufgelegt, um in den nächsten Jahren die Radwege entlang von Kreisstraße zu ertüchtigen. Ein ähnliches Konzept der Gemeinde Wangerland für die Gemeindestraßen wäre sinnvoll, würde aber auch sehr viel Geld verschlingen; Geld, das die Gemeinde faktisch nicht hat. So weit, so schlecht. 

Also muss es bei den Buckelpisten für Zweiradfahrer bleiben? Bei einem gefährlichen Neben- und Gegeneinander auf weniger als zwei Meter breiten Gehwegen von Fußgängern, Kinderwagen und Radlern, von denen viele mit E-Bike, Kinderanhänger oder Lastenrad unterwegs sind? Ob diese Zustände schwere Unfälle provozieren, sei dahin gestellt. Klar sein dürfe aber, dass die Lust aufs Fahrradfahrer damit gedrosselt wird. Bei Einheimischen und bei Urlaubern.

Gerade vor diesem Hintergrund sollten der Gemeinderat die Chance erkennen, die flächige Tempo-30-Zonen in geschlossenen Ortschaften bieten. Bei gedrosselter Höchstgeschwindigkeit könnten Radfahrer die Hauptfahrbahnen mitnutzen. Und zwar weitgehend gefahrlos, da das Tempo von Rädern und Autos auf einem Niveau läge. Und: Die Fußgänger hätten die Gehwege wieder für sich. 

Kann das funktionieren? Bei uns im Wangerland? Natürlich. Letzte Zweifel könnten mit einer Tempo-Reduzierung für den Straßenzug Lange Straße/Pakenser Altendeich in Hooksiel ausgeräumt werden. Insofern wäre eine zügige Entscheidung für Temp 30 hier ein gutes Signal für eine Verkehrswende im gesamten Wangerland. 

Sie haben auch eine Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns gern eine Email an die Adresse infos@hooksiel-life.de mit dem Betreff „Leser-Meinung.

Ratsherr Ulfers: Tempo-30-Zone wird nicht auf die lange Bank geschoben

Hooksiel (19. 3. 2024) – Politik und Verwaltung der Gemeinde Wangerland wollen die Entscheidung über die Erweiterung der Tempo-30-Zone in Hooksiel keineswegs auf die lang Bank schieben. Das beteuerte der Hooksieler Ratsherr Holger Ulfers im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Dass das Thema in der jüngsten Ratssitzung von der Tagesordnung abgesetzt wurde, sei lediglich Ausdruck des guten Miteinanders im Rat. 

Ratsherr Holger Ulfers

Im Wangerländer Gemeinderat gibt es keine klare Mehrheitsgruppe. Und das sei auch gut so, ist Ulfers (Foto) überzeugt. Der Hooksieler steht an der Spitze des siebenköpfigen SPD-Fraktion. „Wir bemühen uns alle, uns gegenseitig mit Respekt zu behandeln“, sagt Ulfers. „Wenn eine Gruppe oder Fraktion noch Beratungsbedarf hat, nehmen die anderen darauf Rücksicht.“

So sei es auch beim Thema „Tempo-30-Zone“ gewesen. Die SPD wollte noch einmal über die Neugestaltung der Wahlbezirke im Wangerland nachdenken, eine andere Fraktion sah noch Gesprächsbedarf zu Tempo 30. Beide Entscheidungen wurden zurückgestellt.

Insbesondere steht die Frage im Raum, ob auch in anderen Ortsteilen die zulässige Geschwindigkeit reduziert werden sollte. Ulfers weist die Sorge als unbegründet zurück, dass die Suche nach einem Konzept für das gesamte Wangerland dazu führen könnte, dass zwischen dem Ortskern von Hooksiel und dem Kreisverkehr noch über Jahre 50 km/h gefahren werden darf. „Die SPD und auch die Verwaltung stehen zu Tempo 30. Aber es gibt auch Stimmen im Rat, die hier Tempo 50 für völlig in Ordnung halten.“

Erneute Beratung im Fachausschuss

Die Ausweitung der Tempo-30-Zone in Hooksiel soll in der nächsten Sitzung des Wegeausschusses erneut auf die Tagesordnung kommen und gegebenenfalls in der folgenden Ratssitzung beschlossen werden. Das Thema sei erstmals im September 2023 in einem kommunalen Gremium behandelt worden. Ulfers: „Eine überzogen lange Beratungszeit kann ich nicht erkennen.“

Diskussionen in der Sache seien gut. Aber mit Polemik gemischte Anwürfe gegen Rat und Verwaltung, wie sie auf der Seebadevereins-Versammlung vergangene Woche vorgetragen worden seien, seien unangemessen, kritisiert Ulfers. Zumal die Verkehrssituation auf der Lange Straße/Pakenser Altendeich dort völlig überzogen dargestellt worden sei. „Wenn ich dort mit 50 fahre, bin ich noch nie von anderen überholt worden.“

Empfehlung von Verkehrsbehörde

Der Anwohner Werner Doyen hatte sich bereits im Frühjahr vergangenen Jahres an den Landkreis Friesland als Verkehrsbehörde gewandt und mit Blick auf verschiedene Gefährdungslagen und den viel zu schmalen Geh- und Radweg Tempo 30 bis zum Verkehrskreisel angeregt. Daraufhin veranlasste Geschwindigkeitsmessungen hatten bestätigt, dass auf dem Pakener Altendeich viele Raser unterwegs sind. 

Die Verkehrsbehörde konnte zwar keine „besondere Gefährdungslage“ erkennen, die für eine streckenbezogene Geschwindigkeitsreduzierung nötig wäre, riet der Gemeinde aber nach der Verkehrsschau im Mai nachdrücklich, die Tempo-30-Zone im Ort zu erweitert. Damit verbunden sei die Änderung der Vorfahrtsregelung im Verhältnis zu einmündenden Straßen auf Rechts-vor-Links. Die Zonen-Planung sei aber „originäres Recht“ einer Gemeinde. Im Klartext: Der Landkreis wird erst eine „verkehrsbehördliche Anordnung“ erlassen, wenn die Gemeinde dafür ihren Willen bekundet hat, teilte die Behörde Doyen jetzt mit. In dem Schreiben findet sich auch eine Entschuldigung dafür, dass die Bearbeitung des Antrags schon „unzumutbar viel Zeit gedauert hat“.

Verkehrskonzept mit Tempo-30-Zone

Verkehrszählung
Die Verkehrszählung hatte gezeigt, dass der Pakenser Altendeich von sehr vielen Fahrzeugen genutzt wird, von denen ein erheblicher Teil sehr schnell unterwegs ist. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (14. 9. 2023) – Der Anpassung des Verkehrskonzeptes für Hooksiel steht nichts mehr entgegen. Vorbehaltlich eines zustimmenden Beschlusses des Wangerländer Rates auf seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 26. September, können am Pakenser Altendeich, der Verbindung zwischen dem Hooksieler Kreisverkehr und Ortskern, „Tempo 30“-Schilder aufgehängt werden.

Wie Markus Gellert. der im Rathaus die Abteilung Bürgerdienste. Ordnung und Soziales leitet, am Mittwochabend vor dem Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Feuerschutz und Wegebau des Rates erläuterte, halte auch der Landkreis Friesland als Verkehrsbehörde eine entsprechende Anregung eines Hooksieler Bürgers für sinnvoll. Fachleute hätten sich die Verkehrsverhältnisse im Rahmen einer Wegeschau angesehen. Bei einer Verkehrszählung in den Osterferien sie zudem eine ganz erhebliche Zahl von Fahrzeugen erfasst worden, die die innerörtliche Straße nutzen. 

Der Landkreis habe in dem Zusammenhang angeregt, dass die Gemeinde ihr Verkehrskonzept für den Ortsteil Hooksiel anpassen möge. Danach sollen für den Pakenser Altendeich vom Kreisel bis zur Tempo-20-Zone im Ortskern 30 Stundenkilometer als Höchstgeschwindigkeit festgelegt werden. Zudem wolle man, so Gellert, die beiden Straßen im Neubaugebiet Hoher Weg als „verkehrsberuhigten Bereich“ ausweisen. 

Die Einsätze der Feuerwehr, die am Rande des Wohngebietes ein neues Gerätehaus bekommt, würden dadurch nicht beeinträchtigt, hieß es im Ausschuss. Das Gremium empfahl bei einer Enthaltung dem Rat die Änderung des Verkehrskonzeptes. 

Verkehrsbehörde gibt grünes Licht für Erweiterung der Tempo-30-Zone

Hooksiel (20. 7. 2023) – Es bestehen sehr gute Chancen, dass der Autoverkehr in Hooksiel weiter beruhigt wird. Die Verkehrsaufsicht des Landkreises Friesland hat keine Bedenken dagegen, die Lange Straße und den Pakenser Altendeich vom Kreisel an der Tankstelle bis zum Ortskern zur Tempo-30-Zone zu erklären.

Verkehrszählung
Bei der Verkehrszählung am Pakenser Altendeich wurden in zwei Wochen im Aprilia beide Richtungen insgesamt über 44.000 Fahrzeuge registriert. Foto: hol

Die Verkehrsbehörde hatte nach einer entsprechenden Anregung des Anwohners Werner Doyen eine Verkehrszählung veranlasst. An der Messstelle am Pakenser Altendeich wurden zwischen dem 12. und dem 28. April insgesamt 44.896 Fahrzeuge registriert: 895 Zweiräder, 34.824 PKW, 6548 Transporter, 1.822 LKW sowie 796 Lastzüge. 

Die Fahrzeuge waren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43 Stundenkilometern unterwegs. Allerdings: 18,6 Prozent der Verkehrsteilnehmer hielten sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Der „Spitzenreiter“ wurde mit Tempo 93 registriert – es handelte sich um einen Transporter-Fahrer. 

Auch eine Begutachtung des fraglichen Bereichs durch die Verkehrsunfall-Kommission, der neben Mitarbeitern des Landkreises auch Vertreter von Polizei und Gemeinde angehören, hat keine Aspekte ergeben, die Tempo 30 entgegenstehen. Im Gegenteil. In einem verkehrsberuhigten Bereich könnten Fahrradfahrer auf der Hauptverkehrsstraße fahren. Der derzeit von ihnen genutzte Fuß- und Radweg ist ohnehin deutlich zu schmal und weist in Teilbereichen Schäden auf.

Allerdings, so Landkreis-Sprecherin Nicola Karmires, geben es in dem betroffenen Straßenabschnitt keine „besondere Gefahrenlage“. Von daher sei eine schlichte Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 nicht zulässig. Die Lösung: Die Integration des Straßenzuges in die Tempo-30-Zone, die schon derzeit für weite Teile von Hooksiel gilt.

Die Umsetzung wird allerdings noch einige Wochen dauern. Zunächst müsse der Fachausschuss des Rates der Gemeinde Wangerland das Thema offiziell beraten. „Bei einem entsprechenden Beschluss“, so Karmires, „kann dann der Landkreis eine verkehrsbehördliche Anordnung treffen, so dass die Verkehrszeichen durch die Gemeinde aufgestellt werden“ können.

Grün am Straßenrand: Gut für die Artenvielfalt, gefährlich für den Verkehr?

Straßenbegleitgrün
Naturschutz oder Gefährdung der Verkehrssicherheit? An der Kreisstraße 331 von Hooksiel-Schmidtshörn nach Crildumersiel sind die Leitpfosten kaum noch zu erkennen. Foto: hol

Hooksiel/Friesland (28. 5. 2023) – Alles wächst, alles ist Grün. Auf den Feldern, in den Gärten, aber auch an den Straßenränder. In einigen Fällen stehen die Gräser und Wildpflanzen höher als die mit Reflektoren ausgestatteten Leitpfosten, die mit ihren Reflektoren den Autofahrern etwa bei Nebel Dunkelheit helfen sollen, den Straßenverlauf zu erkennen. 

Wird bewusst zu Lasten der Verkehrssicherheit zu wenig gemäht? Etwa um einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten? Den Eindruck, dass in diesem Frühjahr an den Kreisstraßen im Landkreis Friesland das Gras besonders hoch seht, weist die Kreisverwaltung zurück. „Der Mähzyklus der Straßenmeisterei hat sich nicht geändert“, heißt es auf Anfrage von „Hooksiel-life“ aus dem Kreishaus in Jever. Es werde je nach Bedarf beziehungsweise Bewuchshöhe zwei bis drei Mal im Jahr gemäht – und zwar im Mai, Juli und Oktober. „Der Zeitpunkt ist auch immer von Wachstum und Witterung abhängig.“

Der erste Mäh-Turnus sei Mitte Mai angelaufen. Es dauere etwa zwei Wochen, bis alle Strecken gemäht sind, so Kreissprecherin Nicola Karmires. Es werde immer entlang des Fahrbahnrandes gemäht, abhängig vom Bewuchs in unterschiedlicher Breite. 

Um die Biodiversität, als den Erhalt der Artenvielfalt etwa bei Insekten, zu erhalten und zu fördern, gebe es unter dem Motto „Blühendes Friesland“ seit 2019 mehrere Pilotprojekte. Im Frühjahr 2020 sei im Landkreis Friesland das Pilotprojekt „Extensivierung der Pflege des Straßenbegleitgrüns“ gestartet. Damit verfolge man das Ziel, die Vegetation entlang der Ränder ausgewählter Straßen und Radwege durch eine angepasste Pflege natürlich zu entwickeln und somit die Biodiversität und den Biotop-Verbund zu fördern, so Karmires. „Die Verkehrssicherheit ist dabei sichergestellt, so dass auch Mäharbeiten weiterhin stattfinden – nur eben in einem reduzierten Umfang.“

Extensive Grünpflege
So soll das Straßenbegleitgrün nach einer extensiven Pflege aussehen. Die Leitpfosten sind noch gut zu erkennen, aber es stehen noch etliche Pflanzen, die der Artenvielfalt zugute kommen. Foto: Landkreis

Entsprechend Projekte gebe es auch für Gärten oder Gewerbegrundstücke. Der Grund: Rund die Hälfte der heimischen Tierarten sei vom Aussterben bedroht – Kiebitze, Rebhühner und Wachtelkönige etwa bekomme man kam noch zu Gesicht.

Die bisherigen Erfahrungen seien positiv. Deshalb werde es in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Landkreises auf weitere Straßenzüge und Grünflächen ausgeweitet. Unter anderem würden Mitarbeiter der Bauhöfe der Städte und Gemeinden entsprechend geschult. Zu den Projektpartnern zählen auch Umweltverbände wie der BUND und der Nabu.

Um Jever droht Verkehrschaos: B 210 monatelang gesperrt

Jever/Wangerland (19. 5. 2023) – Im Jeverland wird es ab Montag zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Der Grund: Die Bundesstraße 210, die Hauptverkehrsachse durch den nördlichen Landkreis Friesland, wird im Bereich der Ortsumfahrung Jever, zwischen den Abfahrten Jever-Ost und Jever-West, halbseitig gesperrt. Nach Mitteilung des Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich werden in den nächsten Monaten auf der Fahrbahn in Richtung Wilhelmshaven die Fahrbahndecke und Nebenanlagen wie die Auf- und Abfahren saniert. 

Die Maßnahme soll etwa dreieinhalb bis vier Monate dauern. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben der Straßenverkehrsbehörde auf rund 3,25 Millionen Euro und werden vom Bund getragen. 

B 210
Die Bundesstraße 210 ist ab Montag im Bereich der Ortsumgehung Jever in Richtung Wilhelmshaven gesperrt — für mindestens dreieinhalb Monate. Foto: hol

Aus sicherheitstechnischen Gründen werden nach Angaben der Behörde im Rahmen der Maßnahme die Radwege in den Einmündungen der Auf-/Abfahrten versetzt, die Schutzplanken) teilweise technisch überarbeitet und der Wildschutzzaun zwischen Hooksieler Tief und dem Knotenpunkt Jever-Ost erneuert. Des Weiteren erhalte die Fahrbahn eine neue Markierung. Der Mittelstreifen werde mit Rüttelelementen und einem grünen Trennstreifen ausgestattet. Die Wechselbereiche der Überholstreifen werden analog zu denen im Bereich des Streckenabschnitts Ortsumfahrung Schortens umgebaut. Zudem wird die Beschilderung komplett erneuert.

Von Wilhelmshaven kommend in Richtung Wittmund bleibt die B 210 als Einbahnstraße befahrbar. Der Verkehr von Wittmund in Richtung Wilhelmshaven wird großräumig ab Wittmund südlich über die Landesstraße 11 nach Friedeburg und über die Bundesstraße 436 nach Sande umgeleitet. 

Der Zeitpunkt der Straßensanierung direkt in der Urlaubszeit stößt in Jever und Umgebung auf Kritik. Die von der Straßenverkehrsbehörde ausgewiesene Umgehung sei so großräumig, dass es in der Stadt Jever und auf anderen Nebenstraßen etwa im Wangerland durchaus zu Beeinträchtigungen kommen könnte. 

Sicherheitstraining für junge Autofahrer

Friesland/Wangerland (20. 5. 2023) – Gemeinsam mit Partnern bietet der Landkreis Friesland wieder das Verkehrssicherheits-Programm „Junge Autofahrer und Autofahrerinnen“ für Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren an. Ziel ist es, die Fähigkeiten junger Fahrer zu stärken, Wissenswertes über Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln und die Möglichkeit zu bieten, in sicherem Rahmen Erfahrungen mit schwierigen Verkehrssituationen zu sammeln.

Für eine Teilnahme stehen drei Termine zur Auswahl: 24. Juni, 2. September und 7. Oktober, jeweils von 12.15 Uhr bis 17.30 Uhr. Anmeldungen sind online möglich unter möglich www.friesland.de/fahrsicherheitstraining. Das Training kostet 15 Euro und findet auf dem Gelände des Fliegerhorstes Upjever statt (Treffpunkt: An der Wache). Teilnehmer sollten mindestens über sechs Monate Fahrerfahrung haben und über ein verkehrssicheres Fahrzeug verfügen. 

Das abwechslungsreiche Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, der Verkehrswacht Jever, der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst, dem Fahrlehrerverband sowie dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Jeverland e.V. zusammengestellt. Alle wollen einen Beitrag dazu leistet, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Im fahrpraktischen Teil werden etwa verschiedene Bremsmethoden ausprobiert. Die Teilnehmer üben zu bremsen und dabei plötzlich auftauchenden Hindernissen auszuweichen. 

Weitere Themen: Kurvenfahren sowie das Gegensteuern bei Über- und Untersteuern des Fahrzeugs sowie Übungen im Überschlagsimulator. Vervollständigt wird das Programm unter anderem mit Informationen zur Wirkung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr und zu Folgen von Stress und Ablenkung auf das Reaktionsvermögen.

Streiks treffen Schülerbeförderung

Friesland/Wangerland (12. 5. 2023) – Die Schülerbeförderung im nördlichen Landkreis Friesland wird möglicherweise am kommenden Montag und Dienstag, 15 und 16. Mai, durch Warnstreiks beeinträchtig. Darauf hat das Busunternehmen Weser-Ems Busverkehr GmbH den Landkreis Friesland hingewiesen. Es sei denkbar, dass Busfahrerinnen und Busfahrer im Rahmen des angekündigten Streiks phasenweise die Arbeit niederlegen.

Die Schulen seien bereits unterrichtet worden, so der Landkreis. Informationen dazu, ob eine Schule Präsenzunterricht oder eine alternative Unterrichtsform anbietet, seien bei der jeweiligen Schule erhältlich. Nicht betroffen von dem Arbeitskampf seien die Linien der Schülerbeförderung von Bruns Omnibusverkehr GmbH (südlicher Bereich Frieslands) und der Firma Fass-Reisen (Linie 111, Wilhelmshaven – Sande – Friedeburg – Wiesmoor).

Für die Gestaltung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) arbeitet der Landkreis in Friesland mit eigenwirtschaftlichen Betrieben zusammen. Falls dort Streiks drohen, wie jetzt im Fall der Weser-Ems Busverkehr GmbH, werde der Kreis informiert. Weser-Ems-Bus, ein Unternehmen der Deutschen Bahn (DB), bedient die Linien im nördlichen Teil des Landkreises.

Die Gewerkschaft EVG ruft für Sonntag bis Dienstag, 24 Uhr, zum flächendeckenden Streik von Sonntag 14. Mai 2023, 22 Uhr bis Dienstag 16. Mai, 24 Uhr, auf. Betroffen seien rund 50 Eisenbahn- und Verkehrsunternehmen. Wesentlicher Knackpunkt bei den Tarifverhandlungen ist aus Sicht der EVG die Umsetzung des Mindestlohnes in den Betrieben.

Straßen im Wangerland gesperrt

Wangerland (12. 5. 2023) – Im Zeitraum von Montag, 15. Mai, bis voraussichtlich Mittwoch, 17. Mai, werden im Gebiet der Gemeinde Wangerland verschiedene Abschnitte von Kreisstraßen saniert. Dabei kommt es zu folgenden Vollsperrungen: Am Montag ist die Kreisstraße 87 in Oldorf voll gesperrt. Am Dienstag ist die Kreisstraße 87 in Hohenkirchen betroffen. Auf eine dritte Vollsperrung müssen sich Autofahrer für Mittwoch auf der Kreisstraße 281 zwischen Eggelingen und dem Landkreis Friesland in Höhe Wegshörne einstellen.

Örtliche Umleitungen sind jeweils ausgeschildert. Die Sanierungsarbeiten seien Teil der regelmäßigen Profilierungsmaßnahmen an den Kreisstraßen, teilt der Landkreis Friesland mit. Man bitte alle Verkehrsteilnehmer und  Anlieger für die Beeinträchtigungen während der Arbeiten um Verständnis.