Wangerland (5. 6. 2025) – Die Parallelen zum Ostseewal „Timmy“ sind unverkennbar. Bekanntlich war der mächtige Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und dort gestrandet war, in einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht worden – dann dort aber wenig später gestorben. Ähnlich erging es einem jungen Schweinswal, der am Donnerstag im Wangerländer Watt entdeckt worden war. Heute Mittag meldet die Polizei, dass das Tier inzwischen verendet sei.
Feuerwehr und Polizei retteten diesen hilflosen Schweinswal aus einer bedrohlichen Lage im Watt. Dennoch starb das Tier. Foto Polizei
Dabei waren alle Retter wenige Stunden zuvor noch sehr zuversichtlich. Ihr außergewöhnlicher Einsatz war am Donnerstag gegen 18 Uhr ausgelöst worden, nachdem bei der Polizei die Meldung über ein etwa drei Meter großes, hilfloses Tier eingegangen war, das im Wattenmeer vor Schillig gefangen sei.
Vor Ort bestätigte sich die Befürchtung: Ein Schweinswal hatte bei Ebbe den Weg zurück ins tiefe Wasser verpasst und lag völlig entkräftet im Watt. Es handelte sich allerdings um ein nur etwa 50 Zentimeter großes Jungtier, das offenbar von seiner Mutter getrennt worden war. In einer Gemeinschaftsaktion mobilisierten die Beamten der Polizei und der hinzugezogenen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen alle Kräfte, um das sichtlich erschöpfte Tier zu retten. Dem Einsatzteam gelang es, den Wal sicher aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu bergen.
Zunächst gingen die Retter davon aus, dass ihr Einsatz sich auch für das Tier gelohnt hat. Heute Mittag dann die traurige Nachricht. „Der zunächst gerettete Schweinswal ist gestorben.“ Ein Fachmann der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich hat den Tod festgestellt. Die Hilfe war offenbar zu spät gekommen.
Anmerkung:Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.
Wangerland/Hannover (28. 5. 2026) – Die Krabben- und Muschelfischer an der niedersächsischen Nordseeküste bangen um ihre Existenz: Derzeit arbeitet die niedersächsische Landesregierung an einem Konzept für so genannte „fangfreie Gebiete“. „Leider zeigt sich, dass der von der Regierung durchgeführte Fischereidialog zu einem Monolog geworden ist“, kritisiert die fischereipolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, die Abgeordnete Katharina Jensen aus dem Wangerland. „Statt echter Beteiligung der Fischer und der Küstenkommunen werden die Beteiligten zunehmend vor vollendete Tatsachen gestellt.“
Existenzen von Fischern bedroht
Künftig sollen zehn Prozent des Küstenmeeres streng geschützt werden. Fischen ist dort dann nicht mehr erlaubt. „Besonders problematisch ist, dass sich Rot-Grün immer wieder hinter Vorgaben aus Brüssel versteckt“, so Jensen. „Ja, es gibt europäische Zielsetzungen. Aber die konkrete Umsetzung liegt in der Verantwortung des Landes Niedersachsen.“ Deshalb sei es nicht akzeptabel, ohne ausreichende Abstimmung mit den Betroffenen, Fakten schaffen zu wollen.
Die Zukunft der Krabbenfischerei ist ungewiss. Zehn Prozent des Küstenmeeres sollen geschützt werden. Archiv-Foto: hol
Die CDU-Politikerin berichtet von zahlreichen Gesprächen mit Fischern aus der Region. „Viele Betriebe befinden sich in großer Sorge und teilweise echter Existenzangst. Viele Betriebe, auch in meinem Wahlkreis, machen sich Sorgen.“ Aus ihrer Sicht habe die Landesregierung den direkten Kontakt mit vielen Fischern lange vernachlässigt. Stattdessen seien überwiegend Verbände in den Prozess eingebunden worden.
CDU: Noch viel Klärungsbedarf
Aus Sicht der CDU werde der Prozess derzeit unnötig beschleunigt. Trotz vieler offener Fragen und erheblichem Klärungsbedarf stehe bereits ein Einstieg in das Gesetzgebungsverfahren Ende August im Raum. Ein Kritikpunkt aus Sicht der Fischer: Viele der vorgeschlagenen Suchräume für fangfreie Gebiete lägen genau auf den aktuellen Fangrouten der Krabbenfischer. „Das wäre dann keine Flächenreduktion um zehn Prozent, sondern für manche Betriebe faktisch ein vollständiger Verlust ihrer Arbeitsgrundlage“, warnt Jensen. Einen Plan B gebe es für viele Familienbetriebe nicht. „Wenn ein Fischer seine Fanggründe verliert, verliert er unter Umständen seinen gesamten Beruf. Das gleicht für viele einem Berufsverbot.“
Die Flächenkonkurrenz sei bereits jetzt hoch: Durch den Ausbau der Offshore-Windkraft, durch Infrastrukturmaßnahmen sowie durch Kabeltrassen und Schutzkorridore seien die Fanggebiete schon heute massiv eingeschränkt, erklärt Jensen. Gerade deshalb müsse jede weitere Einschränkung besonders sorgfältig geprüft und belastbar begründet werden. „Fischereifreie Gebiete erscheinen mir wissenschaftlich nicht gerechtfertigt. Viele Entscheidungen wirken derzeit eher politisch motiviert“, erklärt die CDU-Abgeordnete.
Friesland/Wangerland (26. 5. 2926) – Hauseigentümer aus dem Landkreis Friesland, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, haben die Chance, dafür mit der „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet zu werden. Interessierte können sich bis Freitag, 24. Juli, bewerben.
Ansprechpartner ist Jens-Uwe Lalk aus dem Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung des Landkreises Friesland. Die Kampagne wird in Kooperation mit der Niedersächsischen Energie- und Klimaschutzagentur (KEAN) durchgeführt. Weitere Informationen gibt es online www.klimaschutz-niedersachsen.de/gruenehausnummer oder unter www.friesland.de/klimaschutz herunterladen. Erfolgreiche Bewerber erhalten eine individuelle „Grüne Hausnummer“ zum Anbringen an ihrem Haus sowie eine Urkunde. Die offizielle Verleihung ist für September 2026 geplant.
„Die ‚Grüne Hausnummer‘ ist ein sichtbares Zeichen für das Engagement im Bereich von energieeffizientem und nachhaltigem Bauen und Sanieren. Mit ihr wollen wir die vielen guten Beispiele im Landkreis Friesland würdigen und zeigen“, sagt Lalk. Für die Auszeichung in Frage kommen Eigentümer, die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert oder die ihren Neubau mindestens als Effizienzhaus 40 fertiggestellt haben.
Wilhelmshaven/Lüneburg (21. 5. 2026) – Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat am Donnerstag einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzverbänden stattgegeben. Danach wird der vom Rat der Stadt Wilhelmshaven beschlossene Bebauungsplan Nr. 225 vorerst auf Eis gelegt. Der Bebauungsplan darf danach erst umgesetzt werden, wenn das OVG seine Entscheidung im Normenkontrollverfahren gefasst hat.
Umweltschützer haben auch in Hooksiel gegen das geplante LNG-Terminal auf dem Voslapper Groden demonstriert. Archiv-Foto: ho
Das „Schutzbündnis“, bestehend aus Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND, hatte am 18. Februar Klage eingereicht, um die „Zerschlagung“ des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven zu verhindern. Der Bebauungsplan wäre Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimport-Infrastruktur zu bauen. Das Bündnis hält den Bebauungsplan für unrechtmäßig.
Vogelschutzgebiet darf nicht entwertet werden
„Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen“, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist.“
Ähnlich auch Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis.“ Die Entscheidung sei ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren, so Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen.
Stadt sieht im Beschlusss einen Erfolg
Aber auch die Stadt Wilhelmshaven kann der Entscheidung des OVG gute Seiten abgewinnen. „Das ist noch kein Urteil, sondern ein Beschluss, der eine vorläufige Aussage trifft“, heißt es in einer ersten Stellungnahme aus dem Rathaus. Zwar sei der Bebauungsplan 225 in seiner Vollziehbarkeit gestoppt worden und es könnten bis auf Weiteres auf dieser Grundlage keine Genehmigungen erstellt werden. „Aber trotz dieser vermeintlichen Niederlage ist der Beschluss für die Stadt ein Erfolg“, so Stadtbaurat Niksa Marusic. „Schließlich hat das OVG die vollständige Entwertung des Vogelschutzgebietes für den Energiepark bestätigt und anerkannt, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt und es keine zumutbare Alternativ zum Standort Voslapper Groden Nord gibt.“
In seinem Beschluss hat das OVG aus Sicht von Marusic zwei Punkte angeführt, die zur vorläufigen Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes geführt hätten. Zum einen sei unsicher, ob die Maßnahmen zum Ausgleich des Schutzgebietes tatsächlich ausreichend zeitnah umgesetzt werden können. Dieser Punkt könne aber schnell geheilt werden, ist die Stadt überzeugt.
Der zweite Punkt betreffe eine fehlende konkrete Frist für den Umstieg von der Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) auf Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate. Auch hier weise das OVG auf eine Regelungsmöglichkeit hin und gebe entsprechende Hinweise.
Friesland (22. 4. 2026) – In der Nacht des 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl der weltweit schwerste Unfall in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Wissenschaftler gehen von über 90.000 Todesfällen durch strahlungsbedingten Krebs und weitere Spätfolgen aus.
Noch immer ist der havarierte Reaktor nicht beseitigt. Im Februar 2025 wurde die Schutzhülle von einer russischen Drohne schwer beschädigt. Im Dezember 2025 kam die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) zu dem Schluss: Die Hülle ist nicht mehr dicht.
Für die Grünen gilt seit der Parteigründung vor fast fünfzig Jahren: „Atomkraft? Nein Danke.“ Als zentrale Veranstaltung „40 Jahre Tschernobyl“ ist in Friesland am Donnerstag, 23. April, ab 13 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung auf dem Bockhorner Marktplatz geplant.
Dabei soll es auch um die Stimmen gehen, die aktuell für Deutschland eine Rückkehr zur friedlichen Nutzung der Atomenergie fordern. Für die Grünen ist das keine Option. „Es gibt mehr als genug Gefahren und ungelöste Probleme, die gegen die Atomkraft sprechen: Reaktorunfälle, gefährliche Transporte, wachsende strahlende Müllberge, die Weiterverbreitung der Atombombentechnologie sowie die Gefahr terroristischer Anschläge“, sagte dazu die Kreisvorsitzender Grünen in Friesland, Dr. Jutta Helmerichs. Technisch und wirtschaftlich sei die Atomenergie weltweit ein Auslaufmodell.
Hooksiel/Wilhelmshaven (17. 4. 2026) – In der Jade liegt noch jede Menge Kriegsmunition. Dabei handelt es sich nicht nur um Fliegerbomben, die bei Angriffen der Alliierten auf den Marinestützpunkt Wilhelmshaven ihr Ziel verfehlt haben. Nach dem Krieg wurden zudem große Bestände an deutschen Waffen und Munition im Jade-Fahrwasser verklappt.
Altlasten in der Jade
Auch wenn die Bomben, Minen und Granaten in die Jahre gekommen sind. Gefährlich sind sie auch heute noch. „Bei jedem Bauvorhaben in der Jade muss das betroffene Gebiet zwingend auf Altlasten untersucht werden“, erläutert Stephan Hellwig von der Wasserstraßen- und Schifffahrsamt (WSA) Weser-Jade-Nordsee. Fündig wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) jetzt bei der Sondierung der geplanten Kabeltrasse für das „NeuConnect“-Projekt, mit dem eine Stromverbindung zwischen Großbritannien und Deutschland hergestellt werden soll.
Bei den aktuellen Sondierungen wurde unter anderem eine Luftmine (Typ LMA) aus deutschen Beständen mit einer Sprengladung von mehr als 250 Kilogramm entdeckt. Da die Bergung und ein Transport an Land als zu gefährlich eingeschätzt wird, soll die Mine von Tauchern geborgen und danach mit anderer Munition auf der Störtebekerbank südlich der Vogelschutzinsel Mellum vor Horumersiel gesprengt werden.
Fahrwasser wird gesperrt
Geplant ist die Explosion zwischen 6.30 bis 9.40 Uhr. Der genaue Zeitpunkt der per Funk ausgelösten Sprengung auf der Sandbank steht noch nicht fest. Er wird für den Schiffsverkehr über „Jade Traffik“ auf den UKW-Kanälen 20 und 63 übermittelt. Anderthalb Stunden davor und danach wird das Fahrwasser aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Das Auslaufen von Schiffen aus dem Hafen Wangersiel in Horumersiel ist dann untersagt. Auf der Jade werden das WSV-Schiff „Mellum“ und Einheiten der Wasserschutzpolizei die Sprengung absichern.
Die vorbereitenden Arbeiten werden um 5.30 Uhr beginnen. Zunächst sind Taucher gefordert, die an der Mine Hebesäcke und Schläuche befestigen, mit deren Hilfe die Mine später zur Sandbank transportiert werden soll. An der Mine werden zudem noch zusätzliche Sprengladungen angebracht. Diese Arbeiten sind für die strörungsarme Stauwasserphase geplant. Im Anschluss wird die explosive Fracht dann per Schiff zur Störtebekerbank gezogen werden, wo sie dann bei Ebbe zerstört werden soll.
Wilhelmshaven/Hooksiel (12. 4. 2026) – Die Jade gilt als Wohnzimmer der Schweinswale. Die kleinen Wale kommen jedes Jahr im Frühjahr auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Küste. Von Wilhelmshaven und Hooksiel aus kann man ihre Rückenflossen dann häufig mit bloßen Augen sehen.
Naturschauspiel in der Jade: Immer wieder im Frühjahr lassen sich Schweinswale hier gut beobachten. Foto: Michael Hillmann
Bei den Schweinswal-Tagen, die von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 3. Mai, zum zehnten Mal stattfinden, kann man dieses deutschlandweit einzigartige Naturschauspiel hautnah miterleben. Das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven und seine Kooperationspartner informieren mit den Schweinswal-Tagen über das Leben und den Schutz von Deutschland einziger heimischer Walart.
Zehn Tage lang Programm
Für Naturinteressierte jeden Alters wird über die zehn Tage ein abwechslungsreiches Programm geboten. Tägliche Whale-watching Exkursionen mit Schiffen, begleitet durch Walexperten, gehören ebenso dazu wie Führungen durch die Walausstellung des Wattenmeer Besucherzentrums. Exklusive Erlebnisse sind auf dem Segelschiff „Nordwind“ oder auf einem Helgoländer Börteboot bei der Beobachtung der Schweinswale im Jade-Revier zu erwarten.
Wal-Olympiade
An den Wochenenden machen Walrufer Gäste am Wilhelmshavener Südstrand auf die Meeressäuger aufmerksam. Zudem findet dort die „Wal-Olympiade“ mit interaktiven Mitmach-Aktionen statt. Vorträge in Kombination mit Dinner oder Frühstück bieten in entspannter Atmosphäre Wissenswertes über die faszinierenden Tiere. Ergänzt wird das Programm durch Naturfilme sowie eine Fotoausstellung des JadeWale e.V..
Im Jubiläumsjahr übernimmt der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke die Schirmherrschaft der Schweinswal-Tage. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter www.schweinswaltage.de.
Hooksiel (9. 4. 2026) – Beide Unternehmen sind seit Anfang 2025 zertifizierte Partner des Unesco Weltnaturerbe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ab sofort arbeiten die Hooksieler „Agentur am Meer“ und die PUUYU Nature Care GmbH aus Jever auch im praktischen Geschäft eng zusammen. Die gemeinsame Basis: Nachhaltigkeit.
Setzen beim Reinigen von Ferienwohnungen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Alexandra Gölz und Matthias Suckert. Foto: hol
Die „Agentur am Meer“ am Meer betreut rund 120 Wohnungen und Feriendomizile in Hooksiel. Die wollen regelmäßig geputzt und gereinigt werden. „Nach jedem Bettenwechsel schicken wir eine Putzkolonne“, schildert Agenturbetreiber Matthias Suckert. Künftig werden die Putzkräfte nicht nur saubere Zimmer hinterlassen, sondern auch einen ökologisch einwandfreien Fußabdruck.
Nur ökologisch unbedenkliche Produkte
Dafür sollen die Produkte der PUUYU GmbH sorgen, die ausnahmslos mit natürlichen Inhaltsstoffen und Enzymen Verschmutzungen beseitigen, ohne die Umwelt oder die Anwender zu schädigen. Nach den Worten von Unternehmensgründerin Alexandra Gölz hat das Unternehmen eine ganze Reihe von Produkten entwickelt, die ohne Giftcocktail und Gaswolke reinigen. „Auf unserer Produkten findet man nicht einen einzigen Warnhinweis, die für potenziell giftige, ätzende oder wasserschädliche Stoffe vorgeschrieben sind.“
In einer Testphase wurden die Hooksieler Putzkolonnen für den Einsatz der neuen Allzweck-, Luft-, WC- oder Bodenreinigern geschult. „Das Motto ,viel hilft viel‘ gilt bei uns nicht“, sagt Alexandra Gölz. Soll heißen: Der richtige Umgang mit den Öko-Putzmitteln will gelernt sein. Zum Wohle der Umwelt und der Gesundheit von Mensch und Tier, die in die frisch gereinigten Wohnungen einziehen.
Werte des Nationalparks Wattenmeer
Darauf setzt Suckert. Nach seinem Eindruck würden sich immer mehr Urlauber bewusst für eine Unterkunft entscheiden, die nachweislich im Einklang mit den Werte des Nationalparks Wattenmeer betrieben wird. 32 seiner Wohnungen seien entsprechend zertifiziert.
Gölz und Suckert, die sich erst bei der Verleihung ihrer Zertifikate durch die Nationalparkverwaltung kennen gelernt haben, wollen auch beim Vertrieb der nachhaltigen Putzmittel zusammenarbeiten. Die Putzmittel können künftig in einem Shop in der Agentur in der Lange Straße erworben werden.
Wangerland (7. 4. 2026) – Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland kartiert ab sofort bis Ende September gesetzlich geschützte Biotope im Kreisgebiet. Zusätzlich finden Brutvogelkartierungen in ausgewählten Acker- und Grünlandbereichen im EU-Vogelschutzgebiet „Wangerland“ statt.
Niedersächsischer Weg
Die Biotopkartierungen erfolgen im Zusammenhang mit dem „Niedersächsischen Weg“ sowie zur Aktualisierung des Landschaftsrahmenplans. Sie dienen dazu, den gesetzlichen Schutz der ökologisch wichtigen Flächen umzusetzen und zu sichern. „Für Dauergrün-Landflächen, die unter den gesetzlichen Biotopschutz fallen, kann auf Grundlage der Kartierung ein finanzieller Ausgleich für Bewirtschaftungseinschränkungen bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beantragt werden“, teilt der Landkreis mit. Die Brutvogel-Kartierungen dienen als Grundlage für die geplante Managementplanung des EU-Vogelschutzgebiets „Wangerland“.
Für die Erfassung werden Mitarbeiterinnen des Landkreises unter anderem Wiesen und Weiden betreten. Die Brutvogel-Kartierungen erfolge überwiegend von Wegen und Randbereichen aus, sodass die Flächen nur bedingt betreten werden müssen. „Die Mitarbeiterinnen können sich durch Dienstausweise ausweisen“, betont die Behörde.
Erfassung von Pflanzen und Tieren
Die Kartierungen finden werktags von etwa 8 bis18 Uhr statt. Dabei werden die Flächen begangen, um Pflanzenarten zu erfassen und die Biotope abzugrenzen. Die Brutvogel-Erfassungen erfolgen in den frühen Morgenstunden bis zum frühen Mittag. Zusätzlich sind Nachbegehungen im Mai und Juni vorgesehen. Die einzelnen Begehungen dauern je nach Größe der Fläche etwa 30 bis 60 Minuten. Der Landkreis bittet die Grundstücksigentümer um Verständnis für die Kartierungsarbeiten sowie für das kurzfristige Betreten der Flächen.
Hooksiel (16. 3. 2026) – „Hooksiel putzt“ – dieses Motto der Frühjahrs-Putzaktion haben am Samstag mehrere kleinere und größerer Gruppen im Ort umgesetzt. Trotz des mittelprächtigen, regnerischen Wetters hatten die Beteiligten in der Regel viel Spaß – und freuten sich über Erfolge. Ein Beispiel: Einige Tennisspieler arbeiten auf der Platzanlage des SC Wangerland, bekämpften über mehrere Stunden Moos, Laub und Unkraut und waren sich am Ende sicher: „Wir werden der Sommersaison – nach einigen weiteren Arbeitsdiensten – wieder viel Spaß haben.“
Alle gemeinsam mit Besen und Sammelzange unterwegs. Mitglieder der Arbeitsgruppe und des Seebadevereins Hooksiel demonstrierten bei der Aktion „Hooksiel putzt“ den Schulterschluss. Vorn Bodo Zeiger (mit Besen) von der Arbeitsgruppe und Wolfgang Ademes vom Seebadeverein. Foto: Nicole Kutscher
Im Zentrum des Frühjahrsputzes im Ortskern standen aber die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Hooksiel und des Seebadevereins. Vormittags startete die Arbeitsgruppe mit dem Großreinemach, nachmittags übernahmen die Aktiven des Seebadevereine. An der symbolischen „Besenübergabe“ am Gästehaus in Hooksiel nahmen rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer teil, die dem Aufruf „Hooksiel putzt“ gefolgt waren.
Ein wesentlicher Baustein der Aktion, an der sich in der ganzen Region Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund mehrere Tausend Menschen beteiligt haben, ist das Sammeln von Unrat und Müll. Was Kinder der Grundschule schon am Freitag rund ums Schulgelände begonnen hatten, setzten die Erwachsenen im Ort aber auch im Freizeitgelände fort. Die Arbeitsgruppe brachte unter anderem das Batteriegelände um Gästehaus und den Alten Hafen auf Vordermann, Gruppen des Seebadevereins kümmerten sich um Straßen, Wege und Parkplätzen sowie um die zweite Deichlinie.
Jede Menge Unrat sammelten die Aktiven im Ort. Im Anschluss gab es zur Belohnung Bratwurst und Getränke. Foto: Bernhard Köster
„Vom Taschentuch über die Radkappe bis zum DVD-Player war alles dabei“, schildert Teilnehmer Bernhard Köster. Zum Fundgut gehörten aber auch ein Portemonnaie – ohne Geld, aber dafür noch mit sämtlichen Papieren des Eigentümers – sowie Unmengen von Zigarettenkippen. Insgesamt habe die Aktion aber sehr viel Spaß gemacht, so Nicole Kutscher: „Gemeinsam sind wir stark und unser schönes Hooksiel ist noch schöner.“
Zur Belohnung konnten die Aktiven im Anschluss an die Arbeit gemeinsam stärken – mit Bratwurst im Brötchen und erfrischenden Getränken. Der Seebadeverein dankte einer Reihe von Sponsoren aus Handel, Handwerk und Gewerbe im Ort für ihre Unterstützung.