Wilhelmshaven (27. 5. 2026) – Die im „Energie Hub Port of Wilhelmshaven“ zusammengeschlossenen Unternehmen bedauern, dass der Bebauungsplan Nr. 225 „Voslapper Groden-Nord/Nördlich Tanklager“ nach einem Beschluss des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) Baugenehmigungen für die geplanten Projekte kurzfristig nicht möglich sind. Man begrüße aber, so heißt es in einer Mitteilung, dass das Gericht die Bedeutung der Pläne für Klimaschutz und Versorgungssicherheit klargestellt habe.
„Die durch das Gericht aufgeworfenen Punkte können im Rahmen eines üblichen ergänzenden Verfahrens geheilt und damit Planungssicherheit abschließen hergestellt werden“, ist man beim Energie Hub überzeugt. In seinem Beschluss vom 20. Mai habe das OVG lediglich bemängelt, dass nicht gesichert sei, dass die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen für Umwelt und Natur sowie die B-Plan-Umsetzung zeitlich parallel verlaufen. Zudem sei ein einzelner formeller Fehler bei den planerischen Festsetzungen beanstandet worden. Die Mängel könnten in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten geheilt werden.
Alle weiteren inhaltlichen Argumente der klagenden Naturschützer habe das Gericht verworfen, stellt der Energie Hub fest. So sei unter anderem die Inanspruchnahme des EU-Vogelschutzgebietes grundsätzlich gerechtfertigt, da die Transformation des Energiesektors hin zur Nutzung erneuerbarer Energien zwingend sei. Alternative Standorte im Stadtgebiet sowie an anderen Hafenstandorten seien fehlerfrei geprüft worden. Es komme kein anderer Standort als Wilhelmshaven in Frage.
Wilhelmshaven/Lüneburg (21. 5. 2026) – Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat am Donnerstag einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzverbänden stattgegeben. Danach wird der vom Rat der Stadt Wilhelmshaven beschlossene Bebauungsplan Nr. 225 vorerst auf Eis gelegt. Der Bebauungsplan darf danach erst umgesetzt werden, wenn das OVG seine Entscheidung im Normenkontrollverfahren gefasst hat.
Umweltschützer haben auch in Hooksiel gegen das geplante LNG-Terminal auf dem Voslapper Groden demonstriert. Archiv-Foto: ho
Das „Schutzbündnis“, bestehend aus Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND, hatte am 18. Februar Klage eingereicht, um die „Zerschlagung“ des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven zu verhindern. Der Bebauungsplan wäre Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimport-Infrastruktur zu bauen. Das Bündnis hält den Bebauungsplan für unrechtmäßig.
Vogelschutzgebiet darf nicht entwertet werden
„Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen“, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist.“
Ähnlich auch Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis.“ Die Entscheidung sei ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren, so Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen.
Stadt sieht im Beschlusss einen Erfolg
Aber auch die Stadt Wilhelmshaven kann der Entscheidung des OVG gute Seiten abgewinnen. „Das ist noch kein Urteil, sondern ein Beschluss, der eine vorläufige Aussage trifft“, heißt es in einer ersten Stellungnahme aus dem Rathaus. Zwar sei der Bebauungsplan 225 in seiner Vollziehbarkeit gestoppt worden und es könnten bis auf Weiteres auf dieser Grundlage keine Genehmigungen erstellt werden. „Aber trotz dieser vermeintlichen Niederlage ist der Beschluss für die Stadt ein Erfolg“, so Stadtbaurat Niksa Marusic. „Schließlich hat das OVG die vollständige Entwertung des Vogelschutzgebietes für den Energiepark bestätigt und anerkannt, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt und es keine zumutbare Alternativ zum Standort Voslapper Groden Nord gibt.“
In seinem Beschluss hat das OVG aus Sicht von Marusic zwei Punkte angeführt, die zur vorläufigen Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes geführt hätten. Zum einen sei unsicher, ob die Maßnahmen zum Ausgleich des Schutzgebietes tatsächlich ausreichend zeitnah umgesetzt werden können. Dieser Punkt könne aber schnell geheilt werden, ist die Stadt überzeugt.
Der zweite Punkt betreffe eine fehlende konkrete Frist für den Umstieg von der Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) auf Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate. Auch hier weise das OVG auf eine Regelungsmöglichkeit hin und gebe entsprechende Hinweise.
Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 1. 2025) – Der Import von LNG ist umstritten. Für Politik und Wirtschaft war und ist die Einfuhr von verflüssigtem Erdgas nach den Sperrungen der Gaslieferungen aus Russland ein wichtiger Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland. Für viele Naturschützer ist und bleibt Erdgas ein fossiler Brennstoff, der die Umwelt unzumutbar belastet – vor allem das Klima, aber auch die Jade.
Die FSRU „Excelsior“ liegt seit August 2025 am LNG Terminal Wilhelmshaven 2. Das Schiff regasifiziert importiertes Flüssigerdgas. Das an Bord eingesetzte Antifouling-System arbeitet mit Ultraschall. Noch hat es die Erwartungen der Betreiber nicht erfüllt. Foto: DET
Der Grund für die Sorge um die Organismen im Wattenmeer: An Bord des Speicher und Regasifizierungsschiffes (FSRU) „Höegh Esperanza“ am LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens wird aus dem Meer gewonnenes Chlor eingesetzt, um das Seewasser führende Rohrleitungssytem an Bord frei von Algen, Muscheln und anderem Bewuchs zu halten. Das Wasser erwärmt das minus 162 Grad kalte LNG und macht es wieder gasförmig. Wird es ins Meer zurückgeleitet, gelangen auch Chlorverbindungen in die Jade, die den Organismen im Nationalpark Wattenmeer schaden könnten.
Grenzwerte für Chloreinträge eingehalten
Die Kritik ist das eine, der Nachweis von Schäden das andere. Nach Angaben der Deutschen Energy Terminal GmbH (DET), die im Auftrag des Bundes zwei LNG-Terminals in der Jade und ein weiteres in Brunsbüttel vermarktet, wurden die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Einleitungen fast immer eingehalten. Das würden regelmäßige Messungen zeigen.
Die Skepsis der Kritiker blieb. Ihr Hoffnungsträger: Die FSRU „Excelsior“, der zweite LNG-Frachter in der Jade, der im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit Millionen-Aufwand wurde dieses Schiff vor Inbetriebnahme umgerüstet. Für das „Antifouling“ sorgt dort ein bereits bei Kreuzfahrtschiffen bewährtes Ultraschallsystem. Ultraschallwellen verhindern, dass sich Biomasse an den Röhren festsetzen kann. Das System, so der politische Wille in Berlin zumindest noch 2024, sollte auch an Bord der „Höegh Esperanza“ installiert werden – wenn es sich in der Praxis bewährt.
Hoher Bewuchsdruck in der Jade
Dazu wird es wohl nicht kommen. Im Gegenteil. Wie die DET mitteilte, habe man „aus Sicherheitsgründen“ die Umstellung der FSRU „Excelsior“ auf Elektro-Chlorierung beantragt. „Das Ultraschallsystem ist aktuell am LNG-Terminal Wilhelmshaven 2 weiterhin im Einsatz“, erläutert DET-Sprecher Andreas von Hooven auf Anfragen von „Hooksiel-Life“. „Dies ist derzeit aber nur möglich, da der Bewuchsdruck in den Meerwasser führenden Leitungen der FSRU durch die saisonal bedingte, wesentlich geringere Bioaktivität im Jadewasser entscheidend niedriger ist als in der warmen Saison.“
Zur geplanten Umstellung auf das Elektro-Chlorierungssystem, das juristisch als „Stand der Technik“ gilt, sei man in enger Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden und Gutachtern. Offenbar aber nicht mit der Herstellerfirma des Ultraschallsystems. Das Kieler Unternehmen Hasytec, das im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hat, erfuhr nach eigenem Bekunden erst von „Hooksiel-Life“ von der geplanten „Chlor-Wende“ der DET. Das Unternehmen wurde zum 1. Juli 2025 von Investoren aus Griechenland übernommen. Eine Stellungnahme steht noch aus.
Probleme schon im Sommer
Die DET spricht von einem „Testbetrieb“, bei dem die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung des Systems schon im Spätsommer gezeigt hätten, „dass das Ultraschallsystem dem hohen Bewuchsdruck durch Bioorganismen im Jadestrom leider nicht ausreichend entgegenwirkt“. Um Abhilfe zu schaffen, habe gemeinsam mit der Firma Hasytec, der Reederei Excelerate und weiteren Experten umfangreichere Anpassungen am Ultraschallsystem vorgenommen.
„Trotzdem konnte die gewünschte Wirksamkeit nicht erreicht werden – es kam zu Leistungseinbußen der FSRU“, so van Hooven. „Im Frühherbst 2025 kam es infolge der mangelhaften Antifouling-Leistung des Ultraschallsystems sogar zu einem Ausfall der FSRU, LNG-Lieferanten mussten abgewiesen und Reparaturen eingeleitet werden.“
Elekrto-Chlorierung beantragt
Die Konsequenz aus Sicht der DET: „Trotz fortgesetzter, teils erheblicher Justierungen des Systems muss festgestellt werden, dass das Ultraschallsystem die Betriebssicherheit der FSRU Excelsior nicht absichern und ein Totalausfall des Schiffs nicht ausgeschlossen werden kann.“ Um die Versorgungssicherheit sicherstellen zu können, habe man die Genehmigung für das auf dem Schiff bereits installierte Elektro-Chlorierungssystem beantragt.
Hooksiel (19. 11. 2025) – Seltenes Bild am LNG-Terrmial Wilhelmshaven 1. In unmittelbarer Nähe zum Hooksieler Außenhafen liegen seit Dienstag zwei Flüssigerdgas-Regasifizierungseinheiten (FSRU) im Päckchen nebeneinander.
Seit Dienstag liegen die Schwesterschiffe „Höegh Esperanza“ und „Höegh Gannet“ am LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 im Päckchen nebeneinander. Foto: hol
Wie die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) mitteilt, hat die „Höegh Gannet“ für kurze Zeit längsseits der „Höegh Esperanza“ festgemacht. Während die „Hoegh Esperanza“ dauerhaft als Importeinheit für das verflüssigte Erdgas in der Jade liegt, bereitet sich die Crew ihres Schwesterschiffes auf ihre Rückkehr nach Brunsbüttel vor.
„Die Gannet wird zur Vorbereitung ihrer Rückkehr nach Brunsbüttel von der Esperanza mit rund 40.000 Kubikmeter LNG betankt“, teilt die DET mit. Zuvor habe das Schiff für technische Arbeiten in der dänischen Fayard-Werft gelegen. Die Gannet hatte während ihres zweimonatigen Aufenthalts in der Werft Katalysatoren erhalten, die die Emissionen von Luftschadstoffen reduzieren sollen. Ende November soll sie ihren Betrieb im Elbehafen Brunsbüttel wieder aufnehmen. „Alle notwendigen Genehmigungen für die Betankung der Gannet durch die Esperanza liegen vor“, beteuert die DET.
Wilhelmshaven (10. 10. 2025) – Ab Samstag, 11. Oktober, bis zum 24. Oktober finden am LNG-Terminal Wilhelmshaven 2 turnusmäßige Wartungsarbeiten statt. Das teilt die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) mit. Dazu werde die FSRU „Excelsior“ ihren Liegeplatz verlassen und für Verladearbeiten im Jade-Weser-Port festmachen.
Baggerarbeiten am Inselanleger
Neben einigen Wartungsarbeiten sollen an der Inselpier sowie im Bereich der Liegewanne der FSRU auch turnusgemäße Baggerarbeiten an der Inselpier durchgeführt werden. Ziel sei es, so die DET, die vorgeschriebene und für den Betrieb notwendige Wassertiefe zu erhalten sowie wichtige Wartungen noch vor der anstehenden Wintersaison abzuschließen.
Flamme hat technische Gründe
„Aus technischen Gründen wird im Zuge des Ab- und Anlegens der FSRU an den landseitigen Anlagen des Terminals eine Fackel zum Einsatz kommen, deren Flamme kurze Zeit sichtbar sein wird“, kündigt die DET an. Die Flamme stelle aber keinerlei Gefahr dar. „Es handele sich um einen Routine-Vorgang zur Entspannung des Leitungssystems nach Trennung der FSRU vom Terminal sowie deren Wiederverbindung mit dem Netz.“
Wilhelmshaven/Hooksiel (22. 9. 2025) – Technik erleben, Abläufe verstehen, ins Gespräch kommen: Am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. September, macht jeweils von 9 bis 18 Uhr der Infostand der Deutschen Energy Terminal GmbH (DET) Halt in der Nordseepassage Wilhelmshaven. Die Mitarbeitenden der DET beantworten Fragen, geben Einblicke in ihre Arbeit und informieren rund um den Betrieb der bundeseigenen, schwimmenden LNG-Terminals in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens in der Jade.
Was ist verflüssigtes Erdgas (LNG)? Welche Rolle spielen LNG-Terminals für die deutsche Energieversorgung? Und wie funktioniert eigentlich ein schwimmendes Terminal im Detail? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es direkt am Infostand.
Die Besucher erwartet ein maßstabsgetreues 3D-Modell einer Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) – einem Regasifizierungsschiff, dem Herzstück eines LNG-Terminals. Am Modell werden zentrale technische Komponenten gezeigt und Abläufe anschaulich erklärt.
Wilhelmshaven/Hooksiel (28. 8. 2025) – .Das zweite Wilhelmshavener LNGTerminal der Deutschen Energy Terminal G.bH (DET) geht am morgigen Freitag, 29. August, in den kommerziellen Betrieb. Vorausgegangen ist dem ein mehrwöchiger Testbetrieb mit einer Reihe von Funktions- und Leistungsprüfungen, der nach Angaben der DET erfolgreich verlaufen ist.
Der Probebetrieb ist abgeschlossen. An diesem Freitag beginnt der kommerzielle Betrieb an Bord der FSRU „Excelsior“. Foto: DET
Bereits am 1. August habe das Terminal seine störfallrechtliche Genehmigung vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg (GAA) ohne Beanstandungen erhalten. DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen: „Wilhelmshaven 02 vereint von der FSRU bis zur Einspeisung an Land gleich mehrere Technologien, die für Deutschland und Europa einzigartig sind: Einerseits ein flexibles Leitungssystem für den direkten Transfer von Erdgas ohne Rohrbrücke bis an Land. Eingriffe in das Ökosystem des Meeresbodens wurden dadurch erheblich reduziert. Andererseits ging das europaweit einmalige Ultraschallverfahren zur Reinigung des Meerwasser-Leitungssystems der FSRU nun in Betrieb.“
Reinigung der Leitungen mit Ultraschall
Das Terminal Wilhelmshaven 02 mit der Flüssigerdgas-Regasifizierungseinheit ( FSRU) „Excelsior“ soll im Regelbetrieb einen Beitrag zur Versorgungssicherheit sowie auch zur Befüllung der Gasspeicher vor der nächsten Heizperiode leisten. Das Terminal liegt in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens zwischen dem LNG Terminal Wilhelmshaven 01 und der HES-Tankfarm in der Jade. Die von der DET Anfang Juli in einer Vermarktungsrunde angebotenen Regasifizierungs-Kapazitäten bis einschließlich 2026 waren von Energiehändlern vollständig abgenommen.
Beitrag zur Energiewende
Excelerate Energy, ein Anbieter von integrierten LNG-Infrastrukturlösungen, ist Eigentümer der FSRU „Excelsior“ und steuert deren gesamten Betrieb, einschließlich der Regasifizierung an Bord. David Liner, Vizepräsident des Unternehmens: „Das innovative Design des Terminals – einschließlich eines fortschrittlichen Gasexportsystems und Europas erster Ultraschall-AntifoulingTechnologie – demonstriert die Stärke unserer technischen Fähigkeiten und unser Engagement für operative Exzellenz. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Energiesicherheit Deutschlands und zur europäischen Energiewende zu leisten.“
Die Betriebsführung vor Ort für das Terminal hat DET an die Gasfin Services GmbH übertragen. Mit dem wirtschaftlichen Management sowie der Wartung und Instandhaltung des Terminals ist das litauische LNG-Unternehmen KN Energies betraut.
Gas für Millionen Haushalte
2025 wird die „Excelsior“ bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas ins deutsche Gasnetz einspeisen. Rechnerisch entspricht das dem Jahresverbrauch an Erdgas zum Heizen von 1,5 Millionen Vier-Personen-Haushalten im Mehrfamilienhaus. In beiden Folgejahren werde die Regasifizierungs- und Netzeinspeisekapazität der „Excelsior“ dann jeweils bis zu 4,6 Milliarden Kubikmeter erreichen, so die DET.
Wilhelmshaven/Hooksiel (1. 8. 2025) – In dieser Woche der 100. LNG-Carrier am LNG-Terminal Wilhelmshaven 01 festgemacht. Die Ankunft der „Venture Gator“ am Voslapper Groden markiert nach Ansicht der Deutschen Energy Terminal GmbH (DET) einen weiteren wichtigen Meilenstein seit Inbetriebnahme des ersten schwimmenden LNG-Terminals in Deutschland Ende 2022.
Mit der „Venture Gator“ hat in dieser Woche der 100. Flüsigerdgas-Carrier am LNG-Terminal Wilhelmshaven 01 festgemacht. Foto: DET
Die Fracht aller 100 LNG-Tanker umfasste nach Regasifizierung rund 100 Terrawattstunden (TWH) oder 8,6 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Rechnerisch habe das Terminal damit etwa 1,6 Millionen Haushalte (2.000 Kubikmeter Verbrauch im Jahr) bis heute durchweg versorgt. Diese Zahlen würden die zentrale Rolle Wilhelmshavens für die Energieversorgung des Landes, so die DET, die im Auftrag des Bundes die beiden LNG-Terminals in Wilhelmshven sowie ein Terminal in Brunsbüttel vermarktet und mit lokalen Partnern betreibt.
Gas für 1,6 Millionen Haushalte
Das angelieferte verflüssigte Erdgas (Liquefied Natural Gas/LNG) wird innerhalb von rund 24 Stunden über einen sogenannten Ship-to-Ship-Transfer von der LNG-Frachteinheit mit einer maximalen Rate von 9.000 Kubikmeter pro Stunde in ein Regasifizierungsschiff, die FSRU „Höegh Esperanza“, entladen. Pro Anlieferung werden rund 160.000 Kubikmeter LNG übergeben.
Die Anlandungsmengen im Einzelnen: 2023: 45 Carrier mit insgesamt 6,9 Millionen Kubikmeter LNG; 2024: 39 Carrier mit 5,9 Millionen Kubikmeter LNG; 2025 (1. Halbjahr): 16 LNG-Carrier mit 2,3 Millionen Kubikmeter LNG sowie bis zum Jahresende weitere 17 Anlandungen. „Das Terminal ist bis zum Ende des Jahres ausgebucht“, so die DET. Auch für 2026 habe der Markt sämtliche in der zugehörigen Vermarktungsrunde Anfang Juli von der DET angebotenen Regasifizierungskapazitäten für Wilhelmshaven 01 abgenommen.
Keine Unfälle und Ausfälle
Seit Betriebsbeginn im Dezember 2022 sei es – abgesehen von zwei jährlich geplanten, fünftägigen Wartungsfenstern – zu keinen ungeplanten Stillständen oder Nichtverfügbarkeiten der Anlage gekommen. Überdies seien keine meldepflichtigen Arbeitsunfälle zu verzeichnen gewesen.
„Die 100. Anieferung ist nicht nur ein logistischer, sondern auch ein energiepolitischer Meilenstein“, sagt Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer der Deutsche Energy Terminal GmbH (DET). „Unser Terminal in Wilhelmshaven hat sich dabei als verlässlicher Standort bewährt, um die Energieversorgung in der Krise zu sichern und vermeidet nun kontinuierlich, dass es wieder dazu kommt.“
Dr. Nadine Menning, Geschäftsführerin der LNG Terminal Wilhelmshaven GmbH (LTeW): „Der 100. LNG-Carrier ist für uns ein sichtbares Zeichen dafür, wie stabil, sicher und effizient das LNG-Terminal 01 in Wilhelmshaven arbeitet.“ Die LteW ist eine 100-prozentige Tochter von Uniper. Sie betreibt im Auftrag der DET das LNG-Terminal Wilhelmshaven 01.
Und auch Vegard Hellekleir, Chef der Höegh-Evi-Reederei, der die „Höegh Esperanza“ gehört, zeigt sich zufrieden: „Die Ankunft des 100. LNG-Carriers in Wilhelmshaven stellt einen bedeutenden operativen und strategischen Meilenstein dar. Als Eigentümer und technischer Betreiber der FSRU sind wir stolz auf die Rolle, die die Höegh Esperanza und unsere Kolleginnen und Kollegen an Bord bei der Stärkung der Energiesicherheit Deutschlands spielen“
Mathias Lüdicke (NPorts) und Dirk P. Lindgens (DET) bei der Infostation im Hafen Hooksiel. Im Hintergrund: das LNG-Terminal mit dem Regasifizierungsschiff (FSRU). Foto: NPorts
Informationen über das LNG-Terminal können Interessierte am Hooksieler Außenhafen bekommen. Von dort aus sind Anleger, Regasifizierungsschiff sowie die regelmäßig ankommenden LNG-Tanker gut zu sehen. Zusammen mit der DET betreibt dort die landeseigene Hafengesellschaft NPorts ein „Touch-Screen“, ein kostenloses Info-Portal. „Wir bieten damit der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich vertieft zu informieren“, erklärt Mathias Lüdicke, Niederlassungsleiter von NPorts in Wilhelmshaven..
Kostenlose Informationen über Touchscreen
„Mit rund 160.000 Berührungen im vergangenen Jahr war der Info-Bildschirm in Hooksiel ein voller Erfolg “, betont Dirk P. Lindgens, Leiter Kommunikation bei der DET. Die digitalen Inhalte richten sich sowohl an Interessierte aus der Region als auch an die Urlaubsgäste, die die Küste besuchen.
Neben Informationen zum LNG-Terminal Wilhelmsahven 01 sind nun auch Inhalte zum zweiten schwimmenden LNG-Terminal in Wilhelmshaven nachgepflegt worden, darunter Fotos, Fakten und Filme. Die Menüführung ist übersichtlich. Sie führt unter anderem zu Fakten über Funktion, Bauweise und beteiligte Unternehmen. Besonders interessant: Das Terminal ist als Inselanleger konzipiert und liegt etwa 1,5 Kilometer in der Jade.
Wilhelmshaven/Hooksiel (3. 7. 2025) – Es gibt offenbar eine rege Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG). Wie die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) mitteilt, habe sie in in der jüngsten Vermarktungsrunde alle angebotenen Regasifizierungs-Slots für ihre LNG-Terminals Wilhelmshaven 1 und 2 vergeben können. Die staatliche Betreibergesellschaft sieht darin einen wesentliche Beitrag zur Versorgungssicherheit für Deutschland und Europa.
Die DET ist verantwortlich für die Vermarktung und den Betrieb der staatlichen Terminals in Deutschland. An den Terminals wird tiefgefrorenes, flüssiges Erdgas angelandet, durch Wärme regasifiziert und ins Erdgas-Pipelinenetz eingespeist.
An den Vermarktungstagen vom 23. Juni bis zum 1. Juli hätten sich insgesamt 23 Marktteilnehmer Zeitfenster zur Nutzung von Kurzfristkapazitäten für die Jahre 2025 (Wilhelmshaven 2) und 2026 (Wilhelmshaven 1 und 2) gesichert. Der Markt habe alle der insgesamt 77 angebotenen Slots abgenommen, so die DET. Das Terminal 1 liegt in Sichdtweite des Hooksieler Außenhafens, das Terminl 2 hat kürzlich in Höhe der HES-Tankfarm ihren Betrieb aufgenommen.
„Wir sind sehr zufrieden“, sagt DET-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen. „Die vollständige Vergabe aller angebotenen Slots sowie das anhaltend große Interesse durch eine Rekordzahl registrierter Händler unterstreicht die hohe Relevanz unserer Terminals für eine stabile und verlässliche Energieversorgung in Deutschland und Europa.“
Mit Schlepperunterstützung machte das LNG-Regasifizierungsschiff „Excelsior“ am Inselanleger in Höhe der HES-Tankfarm fest. Foto: DET
Wilhelmshaven (28. 4. 2025) – Ein wichtiger Stabilitätsanker für die Energieversorgung in Deutschland oder nur ein weiteres unnötiges LNG-Terminalschiff? Die Meinung zwischen Energiewirtschaft und Umweltschützern gehen weit auseinander. Wie dem auch sei: Mit rund einem Jahr Verspätung ist heute mit dem Mittagshochwasser die FSRU (Floating Storage Regasification Unit) „Excelsior“ in die Jade eingelaufen und hat an dem eigens für sie gebauten Inselanleger in Sichtweite des LNG-Terminal 1 mit der „Höegh Esperanza“ festgemacht.
Baustein für sichere Gasversorgung
Das 277 Meter lange Industrieschiff der Reederei Excelerate Energy, in dem künftig tiefgekühltes Flüssigerdgas erwärmt und damit regasifiziert werden soll, wurde mit Hilfe von Schleppen in seine Liegeposition manövriert. Betrieben wird die FSRU durch die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET). Aus deren Sicht, so Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer der DET, ist „die Ankunft der Excelsior ein weiterer Meilenstein für die Fertigstellung des Terminals Wilhelmshaven 02 und damit für die Versorgungssicherheit und Stabilisierung der Gaspreise in Deutschland und Europa“.
Der vergangene Winter habe gezeigt, wie schnell sich die deutschen Erdgasspeicher leeren. Der Wegfall der pipelinegestützten Gaslieferungen über die Ukraine zum Jahreswechsel habe Deutschlands europäischen Nachbarn unter Druck gesetzt. Eine verlässliche Erdgasversorgung bleibe unerlässlich, solange erneuerbare Energien den Energiebedarf noch nicht vollständig decken könnten.
Zunächst mehrwöchiger Testbetrieb
Mit „Wilhelmshaven 02“ entsteht der zweite Terminal der DET in Wilhelmshaven und zusammen mit Brunsbüttel der dritte von dem Unternehmen betriebene Terminal. Bevor über die „Excelsior“ allerdings Erdgas über die Wilhelmshavener Anbindungsleitung Richtung Etzel ins Netz eingespeist werden kann, werden noch einige Wochen vergehen. DET-Pressesprecher Andreas van Hooven rechnet mit mindestens sechs Wochen, bis der erste LNG-Frachter Flüssigerdgas anliefern wird. „Jetzt beginnt erst einmal ein mehrwöchiger Testbetrieb, bei dem unter anderem die Dichtigkeit der Leitungen und Anschlüsse überprüft wird – mit Stickstoff.“
Die „Excelsior“ verfügt über eine Speicherkapazität von 138.000 Kubikmetern LNG. Noch in diesem Jahr könnten über das Regasifizierungsschiff bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas ins Deutsche Netz einspeist werden. Im Ganztagesbetrieb bis zu 4,6 Milliarden Kubikmeter. Allerdings, so van Hooven, hat die Vermarktungsphase noch gar nicht begonnen. Das bedeutet: Ob es überhaupt Kunden aus der Energiewirtschaft gibt, die zusätzliches LNG über Wilhelmshaven importieren wollen, muss sich erst noch erweisen.
Bedarf für weitere LNG-Importe unklar
Ohnehin ist der Betrieb der „Excelsior“ bis Ende 2027 befristet. Danach soll der Inselanleger in einen erweiterten Jetty integriert werden, über den die Firma Tree Energy Solutions (TES) Wasserstoff-Derivate nach Deutschland importieren und in Wilhelmshaven aufbereiten möchte. Dafür sollen direkt neben dem Gelände der HES-Tankfarm entsprechende Anlagen gebaut werden.
Während man bei der DET optimistisch ist, dass sich Abnehmer für das überwiegend aus den USA importiere LNG geben wird, zeigt sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) skeptisch. Der Verband spricht von unnötigen LNG-Überkapazitäten. Schon die benachbarte „Höegh Esperanza“ sei im vergangenen Jahr lediglich zu 64 Prozent ausgelastet gewesen. Ein Wert, den van Hooven bestätigt, aber als positiv einordnet. „Die Auslastung der anderen europäischen LNG Terminals lag im Durchschnitt unter 50 Prozent.“
DUH fordert Ende von Biozid-Einträgen
Die DUH fordert mit der Ankunft der „Excelsior“ das Aus für die aus Sicht des Verbandes extrem umweltschädliche „Höegh Esperanza“, die während ihres Betriebes große Mengen Chlor-Biozide in die Jade spüle. An Bord der „Excelsior“ wird hingegen kein Chlor für das Abtöten von Biomasse in den Seewasser führenden Leitungen eingesetzt – hier setzt man auf ein Ultraschall-Verfahren, das aber in den nächsten Wochen auch noch optimiert werden soll.
DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner: „Jetzt gibt es erst recht keinen Grund mehr, die besonders umweltschädliche ‚Esperanza‘ am Netz zu lassen. Ein Weiterbetrieb mit giftigen Chlor-Bioziden in unmittelbarer Nähe zu sensiblen Schutzgebieten widerspricht allen Umwelt- und Naturschutzprinzipien. Wir fordern die Landesregierung in Niedersachsen auf, das Terminalschiff stillzulegen – zum Schutz von Umwelt und Klima.“
Der mit der Ankunft der FSRU in Betrieb genommene Inselanleger war im Auftrag der DET durch die Firmen Engie und TES erstellt worden. Das im Meeresboden des Jadestroms gegründete Stahlbauwerk hat keine direkte Verbindung zum 1,5 Kilometer entfernten Deich. Das Gas wird über eine flexible, unterhalb des Meeresbodens verlegten Pipeline zur Übergabestation an Land gepumpt.