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Alle Beiträge zum Thema “DGzRS”

Realitätsnahe Übung bringt Retter an ihre Grenzen

Wilhelmshaven/Wangerland (26. 4. 2026) – Mit einer realitätsnahen Großübung hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von Donnerstag bis Samstag die Einsatzbereitschaft ihrer Besatzungen unter Beweis gestellt. Bei der „SAREx Wilhelmshaven 2026“ (Search and Rescue Exercise) trainierten rund 140 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte die Rettung von Menschen aus Seenot unter anspruchsvollen Bedingungen.

Teil der Großübung SAREx 2026 auf der Jade: Retter übergeben einen „Verletzten“ auf einen Seenotrettungskreuzer. Foto: Die Seenotretter

Auf der Jade vor Wilhelmshaven spielte die DGzRS mehrere simulierte Notfallszenarien durch: Schwerverletzte auf havarierten Schiffen, vermisste Personen im Wasser und sinkende Boote stellten die Besatzungen vor komplexe Herausforderungen. Beteiligt waren sieben Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS – darunter die Seenotrettungsboote „Peter Habig“ (Wilhelmshaven) und „Wolfgang Paul Lorenz“ (Horumersiel) – ,Rettungshubschrauber der Marineflieger und von NHC Northern Helicopter, Behördenschiffe wie die „WSP 5“ der Wasserschutzpolizei Niedersachsen sowie als Havaristendarsteller der Schlepper „Fairplay 34“ und die Barkasse „Seebär“.

„Schiffbrüchige“ geborgen

Die SAREx wurde außerdem unterstützt durch Verletztendarsteller. Im Hafen übernahm die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven die weitere Versorgung der „Schiffbrüchigen“ und brachte sie in ein am Stationsgebäude der DGzRS eigens errichtetes Zelt, fachlich als Patientenablage bezeichnet.

„Wir bringen unsere Besatzungen bei diesen Übungen bewusst an ihre Grenzen“, sage Jan Lutz, Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS. „Denn nur so können wir sicherstellen, dass sie im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind. Wir danken allen beteiligten Partnern für das große Engagement, das uns diese realitätsnahen Übungen ermöglicht.“

Freiwillige Retter beeindruckt

„Glücklicherweise erleben wir selten Einsätze mit Schwerverletzten. Aber in dieser großen Übung mussten wir auch das bewältigen, zum Beispiel in einem engen Schiff entscheiden, wer zuerst Hilfe braucht. Das war so realistisch, dass wir völlig vergessen haben, dass es eine Übung war“, sagt Stephan von Wecheln, Vormann der DGzRS-Freiwilligenstation Wilhelmshaven. Sie war zum sechsten Mal Gastgeber einer SAREx.

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Großübung auf der Jade: Schiffbrüchige suchen, retten und bergen

Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 4. 2026) – Schiffbrüchige suchen und retten, Verletzte versorgen und Havaristen schleppen: Das sind einige der Herausforderungen für die Seenotretter bei der „SAREx Wilhelmshaven 2026“. Die Abkürzung SAREx steht dabei für =Search and Rescue Exercise, Such- und Rettungsübung.

Trainingsszenarien wie am „Havaristen“ längsseits gehen erwarten die Seenotretter bei der Großübung „SAREx Wilhelmshaven“. In der Luft darüber ein NH90-Rettungshubschrauber der Deutschen Marine. Foto: DGzRS/Alexander Krüger

Ausrichter der Übung, die von Mittwoch bis Sonntag, 22. bis 26. April, auf der Jade stattfinden wird, ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sieben Rettungseinheiten der DGzRS sowie einige externe Schiffe und Hubschrauber nehmen daran teil.

Während der Übung trainieren die Seenotretter vor allem die Koordinierung gemeinsamer Einsätze. Die genauen Szenarien werden den beteiligten Besatzungen erst mit der jeweiligen „Alarmierung“ mitgeteilt, um möglichst realistische Situationen zu erzeugen. Auch die medizinische Erstversorgung und der Verletztentransport sind Bestandteile der geplanten Trainings an den Kernübungstagen Donnerstag, Freitag und Samstag.

Am Donnerstag- und Freitagmorgen trainieren die Besatzungen im Wechsel wichtige Handgriffe und Fertigkeiten im Hafen an Bord und an Land, darunter die Übergabe Schiffbrüchiger von Schiff zu Schiff, die Rettung aus engen Schiffsinnenräumen, international einheitliche SAR-Einsatzverfahren wie Suchmuster und Führungsaufgaben sowie technische Navigation.

Die jahrzehntelange Erfahrung der Seenotretter zeigt: Ständiges Training ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz. Größere Übungen dieser Art fanden in den vergangenen Jahren auch in der Lübecker Bucht, in der Eckernförder Bucht, vor Büsum und im Greifswalder Bodden statt. Wilhelmshaven ist in diesem Jahr zum insgesamt sechsten Mal Gastgeber der SAREx.

An der „SAREx Wilhelmshaven 2026“ teilnehmen werden die Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmann“, „Eugen“ (Station Norderney) und „Pider Lüng“ (List) sowie die Seenotrettungsboote „Peter Habig“ (Wilhelmshaven), „Wolfgang Paul Lorenz“ (Horumersiel), „Secretarius“ (Langeoog) und „Paul Nesse“ (Eiderdamm).

Außerdem werden das Zollschiff „Friesland“ sowie drei Rettungshubschrauber erwartet. Für realistische Szenarien stehen mehrere Schiffe als Havaristen-Darsteller zur Verfügung, darunter der Schlepper „Fairplay 34“ der Fairplay Towage Group.

Seenotretter erproben neuen Boots- und Kreuzertyp

Hooksiel/Bremen (16. 1. 2026) – Auf Nord- und Ostsee sind die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Jahr 2025 mehr als 1700 Mal im Einsatz gewesen. Wie der Jahresbericht der Hilfsorganisation ausweist, haben die Seenotretter dabei nahezu 3400 Menschen geholfen.

TV-Moderatorin Laura Wontorra ist neue ehrenamtliche Botschafterin der Seenotretter auf Nord- und Ostsee. Neben ihr Felix Reder, Vormann der DGzRS-Station List. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Die Besatzungen der an der niedersächsischen Küste stationierten Seenotrettungskreuzer und
-boote – darunter die des in Hooksiel beheimateten Kreuzers „Bernhard Gruben“ und des Rettungsbootes „Wolfgang Paul Lorenz“ in Horumersiel – haben bei 476 (Vorjahr: 494) Einsatzfahrten 1186 (735) Menschen geholfen. Davon wurden 33 (13) Menschen aus Seenot gerettet und 67 (89) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Literarisches Denkmal

Die Seenotretter kamen Besatzungen von Fischereifahrzeugen ebenso zu Hilfe und wie Seeleuten von Handelsschiffen oder Passagieren von Fähren und Fahrgastschiffen. Auch etliche Wassersportler konnten sich auf die Hilfe der DGzRS-Besatzungen verlassen.

Großartige Unterstützung haben die Seenotretter in 2025 von ihrem Botschafter Klaus-Peter Wolf erhalten. Der Autor der Ostfriesland-Krimis habe auf ungezählten Lesungen und Bühnenveranstaltungen für die DGzRS geworben. Mit seinem neuen Roman „Ostfriesenerbe“ setzt er den Seenotrettern ein literarisches Denkmal. Neue ehrenamtliche Botschafterin der Seenotretter ab 2026 ist Fernsehmoderatorin und Sportjournalistin Laura Wontorra

Spenden und Erbschaften

Die DGzRS wurde 1865 gegründet. Bereits seit 1875 wiederum gibt es die Sammelschiffchen. Die Organisation finanziert sich ausnahmslos durch Spenden. Von den Einnahmen, darunter auch eine Reihe von zweckgebundenen Erbschaften, müssen die Seenotretter unter anderem fortlaufend ältere Seenotrettungskreuzer und -boote durch moderne Neubauten ersetzen. 

2025 nahmen zwei neue Seenotrettungsboote in der Ostsee ihren Dienst auf. Im Bau befinde sich zudem der Prototyp eines etwa 12,75 Meter langen neuen Seenotrettungsbootes. „Er soll im Laufe dieses Jahres abgeliefert und zunächst auf vielen Stationen ,auf Herz und Nieren‘ erprobt werden“, heißt es in dem Bericht. Über seine anschließende Stationierung sei noch nicht entschieden. 

Der Bau eines neuen Seenotrettungskreuzer-Typs mit Tochterboot wiederum steht kurz vor der Auftragsvergabe. 

Seenotretter sind im Hooksieler Außenhafen umgezogen

Hooksiel (27. 11. 2027)n – Das Bild im Hooksieler Außenhafen hat sich geändert. Seit wenigen Tagen hat der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ( DGzRS) einen neuen Liegeplatz. 

Die „Bernhard Gruben“ hat einen neuen Liegeplatz im Hooksieler Außenhafen. Foto: hol

Das Schiff liegt jetzt auf der Nordseite der Schleuse an einem Ponton, auf dem unter anderem ein Container der DGzRS platziert ist. Mit der Verlegung des Anlegers auf die andere Schleusenseite ist der Hafenbetreiber, die landeseigene NiedersachsenPorts (NPorts), einem langjährigen Wunsch der Seenotretter nachgekommen. Der Container beinhaltet unter anderem eine Werkstatt sowie einen kleinen Büro- und Aufenthaltsraum. 

„Das wird kleinere Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten unseres Seenotrettungskreuzers vor Ort durch unsere Besatzung erleichtern und ihre Raumverhältnisse an Land erheblich verbessern“, so ein Sprecher der Rettungsorganisation. NPorts hat für den neuen Ponton die Wasserfläche sowie Anschlüsse für Strom, Wasser und Internet zur Verfügung gestellt. 

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„Bernhard Gruben“ gleich zwei Mal im Einsatz

Hooksiel (26. 9. 2025) – Doppelter Einsatz für die Seenotretter der Station Hooksiel: Der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) kam am Donnerstag einem erkrankten Seemann zu Hilfe. Die Seenotretter bargen den Mann von dem 132 Meter langen Baggerschiff „Nordsee“ ab und übergaben ihn im Hafen an einen Rettungswagen. Am heutigen Freitag war der Seenotrettungskreuzer erneut für eine Segelyacht mit Wassereinbruch im Einsatz.

Die „Bernhard Gruben“ mit der Segelyacht im Schlepp auf dem Weg nach Hooksiel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Das auf Reede liegende Baggerschiff „Nordsee“ hatte sich gestern gegen 19.45 Uhr bei der Rettungsleitstelle See in Bremen, gemeldet. Der Zustand eines Besatzungsmitgliedes an Bord machte dringend eine medizinische Versorgung erforderlich.

Seemann mit Kran übergeben

Bereits eine gute halbe Stunde war die „Bernhard Gruben“ vor Ort. Der Seemann wurde bei rauer See mittels einer Trage über den Kran des Baggerschiffes übergeben. Kurz nach 21 Uhr übergaben sie den Patienten in Hooksiel an einen Rettungswagen.

Heute haben die Seenotretter eine Segelyacht mit Wassereinbruch sicher nach Hooksiel gebracht. Das ungefähr zehn Meter lange Boot war mit zwei Mann Besatzung an Bord auf dem Weg von Cuxhaven nach Bremen. Zunächst hatte sich der Skipper um 9.30 Uhr bei der Rettungsleitstelle See gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Segler den Wassereinbruch bereits bemerkt, konnten aber noch mit einer Pumpe genügend Wasser abpumpen.

Segelyacht nach Hooksiel geschleppt

Kurz nach 10 Uhr meldeten sie sich erneut, da der Wassereinbruch stärker geworden war. Die Seenotretter liefen sofort aus. Gegen 11 Uhr war die „Bernhard Gruben“ vor Ort und nahm die .Segelyacht in Schlepp. In Hooksiel wurde das Boot direkt in eine Werft überführt. Zur Einsatzzeit herrschte Wind mit einer Stärke von fünf Beaufort und Seegang mit etwa 1,5 Metern.

Erfolgreicher Rettungseinsatz auf der Jade: Seglerpaar in Lebensgefahr

Hooksiel (20. 8. 2025) – Seenotretter der Stationen Hooksiel und Horumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Dienstagnachmittag einen Mann und eine Frau aus einer lebensgefährlichen Lage in der Jade befreit. Nach einem Ruderschaden waren sie mit ihrer Segelyacht in die gefährliche Brandungszone einer Sandbank geraten. 

In sicherem Fahrwasser: Das Tochterboot „Johann Didi“ der DGzRS bringt die havarierte Segelyacht nach Hooksiel. Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Gegen 16 Uhr alarmierte der Skipper die Rettungsleitstelle See der DGzRS, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen: Vor der unbewohnten Insel Mellum war der Segler mit seiner Mitseglerin in eine ausweglose Situation geraten. Nach einem Ruderschaden waren sie mit ihrer Segelyacht etwa eine halbe Seemeile (rund einen Kilometer) nordöstlich des Leuchtturms Mellumplate in der gefährlichen Brandungszone einer Sandbank festgekommen. 

Boot Spielball der Wellen

Dort hatte sich bei auflaufendem Wasser und Nordwestwind mit bis zu bis zu 19 Stundenkilometern eine bis zu zwei Meter hohe See gebildet. Der Havarist war zum Spielball der Wellen geworden. Immer wieder schlugen diese hart gegen das etwa siebeneinhalb Meter lange Boot.

Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle die Stationen Horumersiel und Hooksiel. Kurz darauf liefen die freiwilligen Seenotretter mit dem Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ aus Horumersiel aus. An Bord befand sich auch ein Arzt, der kurzerhand von der Besatzung an Bord genommen worden war. Fast zeitgleich machten sich die Seenotretter aus Hooksiel auf den Weg – zunächst mit dem Tochterboot „Johann Fidi“, wenig später auch mit dem Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“.

Havarist schwer zu erreichen

In der aufgewühlten See gelang es den Rettungsleuten zunächst nicht, eine Leinenverbindung zum Havaristen herzustellen. Die Frau hatte einen Schock erlitten und reagierte panisch. „Die Todesangst war ihr deutlich anzumerken“, so die Retter. Dem Skipper setzte die lebensbedrohliche Lage körperlich ebenfalls stark zu. Der niedrige Wasserstand verhinderte zunächst selbst für die „Johann Fidi“ mit nur 80 Zentimetern Tiefgang die Annäherung aus westlicher Richtung. Die Rettungsleitstelle See zog deshalb den Rettungshubschrauber Christoph 26 der ADAC Luftrettung aus Sanderbusch hinzu.

Kurz darauf waren die Seenotretter jedoch aus östlicher Richtung erfolgreich, da dort mehr Wasser stand. Ein Besatzungsmitglied der „Johann Fidi“ war auf das Boot übergestiegen, um den Seglern beim Festmachen der Schleppleine zu helfen. Anschließend zog das Tochterboot die Yacht von der Sandbank. Der Rettungshubschrauber setzte einen Notarzt und einen Notfallsanitäter auf den Havaristen ab.

Frau stand unter Schock

In ruhigerem Fahrwasser ging die „Wolfgang Paul Lorenz“ an der Segelyacht längsseits. Sie übernahmen die Frau sowie die beiden medizinischen Einsatzkräfte des Hubschraubers. Außerdem stieg ein weiterer Rettungsmann auf den Havaristen über, um den Skipper ebenfalls zu unterstützen. Die „Bernhard Gruben“ übernahm Retter und Gerettete. Im Bordhospital des Seenotrettungskreuzers erhielt die leicht unterkühlte und sichtlich unter Schock stehende Frau eine umfassende medizinische Versorgung. 

Die „Wolfgng Paul Lorenz“ übernahm wenig später auch den leicht unterkühlten Skipper. Die Helfer kümmerten sich um den stark erschöpften Mann. Die „Johann Fidi“ schleppte die Yacht sicher in den Hafen von Hooksiel. Dort übergaben die Seenotretter die Seglerin und den Segler an den Rettungsdienst an Land. 

Seenotretter helfen bei medizinischem Notfall auf Segelboot

Horumersiel/Hooksiel (20. 7. 2025) – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) lädt zum Tag der Seenotretter ein. Am Sonntag, 27. Juli, präsentiert sich die Rettungsorganisation von 11 bis 17 Uhr am Hafen von Horumersiel. Dort kann dann neben dem Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ auch der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ besichtigt werden, der in Hooksiel stationiert ist. 

Mann an Bord zusammengebrochen

Ihre Leistungsfähigkeit stellt die durch Spenden finanzierte Organisation ohnehin fast täglich an den deutschen Küsten unter Beweis. Aktuelles Beispiel: Am Freitagabend gab es vor der Insel Spiekeroog einen medizinischer Notfall auf einem Segelboot. Eine Frau meldet sich kurz nach 18 Uhr von Bord bei der Rettungsleitstelle See. Ihr Mann sei zusammengebrochen und zeitweise bewusstlos.

Per Hubschrauber wurde am Freitag ein Notfallsanitäter vor Spiekeroog auf einem Segelboot abgesetzt, um einem schwer erkrankten Mann zu helfen. Die Aufnahme wurde vom Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ aus gemacht. Foto: DGzRS

Während der Einsatzleiter die Frau per Telefon zur medizinischen Erstversorgung anleitete, wurde das Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ von Wangerooge alarmiert. Zudem wurde ein Hubschrauber angefordert, der einen Notarzt zum Segelboot bringen sollte. Als Seenotretter und Hubschrauber vor Ort eintrafen, war das etwa zehn Meter lange Boot bereits aus dem Fahrwasser in flaches Wasser auf Grund getrieben und dort für die Seenotretter nicht mehr erreichbar. Der Hubschrauber setzte einen Notfallsanitäter direkt auf dem Segelboot ab. Notarzt und weitere Ausrüstung wurden per Winde auf der „Fritz Thieme“ abgeseilt. 

Per Hubschrauber ins Krankenhaus

Der Sanitäter kümmerte sich um den Mann, so dass seine Frau das Ruder übernehmen konnte. Es gelang ihr, das Segelboot wieder in tieferes Wasser zu fahren, wo die „Fritz Thieme“ es längsseits nahm und nach Wangerooge schleppte. Der Notarzt betreute den Mann, der später von Wangerooge per Hubschrauber zu einem Krankenhaus am Festland geflogen wurde. 

„Tag der Seenotretter“ in Horumersiel

Die Seenotretter der DGzRS werden an Nord- und Ostsee zu rund 2.000 Einsätzen im Jahr gerufen. Ihre Arbeit findet meist fernab der Öffentlichkeit, oft bei Nacht und Nebel, weit draußen auf See statt. Am „Tag der Seenotretter“ können alle Menschen, die sich den Rettungsleuten verbunden fühlen, einen Eindruck von deren Aufgaben gewinnen. 

Wie in Horumersiel wird an vielen DGzRS-Stationen die Einsatzbereitschaft mit kleinen Vorführungen und Übungen veranschaulicht. Dazu gibt es Gelegenheit für Gespräche und jede Menge Infomaterial. In Horumersiel ist zudem ein ökumenischer Gottesdienst geplant.

Brand auf Segelyacht gelöscht

Hooksiel (20. 6. 2025) – Nach einem Feuer auf einer Segelyacht auf der Jade vor Hooksiel hat der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) das Boot und die zweiköpfige Besatzung am Donnerstagnachmittag sicher in den Hafen gebracht. Gegen 16.35 Uhr hatte der Skipper des etwa zehn Meter langen Bootes die Seenotretter alarmiert. An Bord war offenbar ein Kabelbrand ausgebrochen. 

Die Feuerwehr durchsuchte die vom Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ in den Hooksieler Außenhafen geschleppte Segelyacht nach Glutnestern. Foto: Feuerwehr

Zu dieser Zeit befand sich die Segelyacht nahe der Ansteuerung Hooksiel, knapp einen Kilometer von der Hafeneinfahrt entfernt. Die Rettungsleitstelle See in Bremen alarmierte sofort die Besatzung der in Hooksiel stationierten „Bernhard Gruben“. Der Kreuzer ist unter anderem auch mit einer leistungsstarken Feuerlöschanlage ausgerüstet. 

Verdacht auf Rauchgasvergiftung

Dem Mann (31) und der Frau (30) an Bord der Segelyacht gelang es unterdessen, das Feuer mit einem kleinen Feuerlöscher zu ersticken. Sie flüchteten sich anschließend auf das Vorschiff. Als der Seenotrettungskreuzer bereits wenige Minuten darauf eintraf, hatten die Segler den Anker geworfen.

Mit dem Tochterboot „Johann Fidi“ übergaben die Seenotretter sicherheitshalber einen weiteren Feuerlöscher. Dieser wurde jedoch nicht mehr benötigt. Sie nahmen die Segelyacht in Schlepp und brachten Schiff und Besatzung sicher in den Hooksieler Außenhafen.

Dort übernahmen die Feuerwehren Hooksiel und Waddewarden. Nach dem Festmachen suchten die Feuerwehrleute das mit einer Wärmebildkamera auf Glutnester. Aber der Brand war offenbar erfolgreich gelöscht worden. Die beiden Besatzungsmitglieder wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung an den Rettungsdienst übergeben und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Fischer bewahren havariertes Motorboot vor Untergang

Hooksiel/Bremerhaven (3. 6. 2025) – Eine gemeinsame Rettungsaktion mehrerer Fischkutter-Besatzungen und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat heute Mittag vermutlich verhindert, dass ein Motorboot mit einer dreiköpfigen Familie an Bord in der Außenweser sinkt. Der in Not geratene Skipper hatte gegen 11.30 Uhr „Mayday“ gefunkt – akute Lebensgefahr. Das Boot hatte einen Wassereinbruch erlitten und drohte zu sinken. 

Vier Fischkutter bewahrten heute ein Motorboot mit Wassereinbruch auf der Außenweser vor Schlimmeren, indem sie Pumpen auf das Boot übergaben und es bis zum Eintreffen der Seenotretter absicherten. Das Foto zeigt das havariere Boot, einen der Fischkutter und den Seenotrettungskreuzer „Herrmann Rudolf Meyer“. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Das Boot befand sich auf der Außenweser, rund 9,2 Kilometer nordöstlich der Vogelschutzinsel Mellum. Da sich der Wassereinbruch mit der an Bord befindlichen Lenzpumpe nicht stoppen ließ, drohte das Boot mitsamt der Familie aus Niedersachsen zu sinken.

„Bernhard Gruben“ mit vor Ort

Die Rettungsleitstelle See der DGzRS alarmierte die Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ (Bremerhaven) und „Bernhard Gruben“ (Hooksiel). Gleichzeitig habe die Einsatzleiter vier im Seegebiet fahrende Fischkutter um Unterstützung gebeten, teilt die DGzRS mit. Diese hatten zum Teil bereits über Funk mitgehört und liefen das havarierte Boot an, wo die ersten von ihnen eine halbe Stunde nach dem Notruf eintrafen. Mit Hilfe von weiteren Lenzpumpen, die zwei der Fischkutter auf das havarierte Motorboot übergaben, gelang es, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu halten.

Dreiköpfige Familie wohlauf

Gegen 12.30 Uhr erreichten die beiden Seenotrettungskreuzer den Havaristen. Die „Hermann Rudolf Meyer“ ging längsseits am Boot. „Vater, Mutter und der 5-jährigen Tochter ging es den Umständen entsprechend gut“, so die DGzRS. Der Seenotrettungskreuzer nahm das Boot in Schlepp und brache die Schiffbrüchigen wohlbehalten nach Bremerhaven ein. Der glückliche Ausgang der Havarie sei in nicht unerheblichem Maße den Besatzungen der Fischkutter „Triton“, „Odin“ und „Magellan“ zu verdanken gewesen. Sie hätten durch ihr Eingreifen vermutlich verhindert, dass das Motorboot sinkt. 

Seenotretter ziehen Bilanz: 1775 Einsätze und ein Krimi-Autor an Bord

Schriftsteller Wolf wirbt für die DGzRS
Krimiautor Klaus-Peter Wolf ist Seenotretter-Botschafter 2025. Foto: DGzRS

Hooksiel (28. 1. 2025) – Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind im im Jahr 2024 rund 1.800 Mal auf Nord- und Ostsee im Einsatz gewesen. Dabei wurde nahezu 3.000 Menschen geholfen. Allein rund 500 Menschen mussten aus Seenot gerettet oder aus einer anderen Gefahrlage befreit werden.

Die DGzRS unterhält rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote. Im Hooksieler Außenhafen ist der Kreuzer „Bernhard Gruben“ stationiert, in Wilhelmshaven und Horumersiel Boote. Die Jahresstatistik weist insgesamt 1.775 Einsätzen (2023: 1.938), bei denen 2.967 (3.532) Menschen geholfen wurde. 79 (103) Menschen wurden aus Seenot gerettet, 403 (402) Menschen aus drohender Gefahr befreit, 243 (304) Mal wurden erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert und in 26 (40) Fällen wurden Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt.

Über 87.000 Menschen gerettet

Hinzu kamen 900 (986) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art sowie 616 (607) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten. Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS damit nach eigenen Angabe bis Ende 2024 insgesamt 87.308 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit. 

Die niedersächsische Nordseeküste gehörte zu den Haupteinsatzgebieten. 2024 hatten die DGzRS-Besatzungen hier 494 (578) Einsätze, bei denen 735 (1.066) Menschen geholfen wurde. 13 (39) Menschen wurden aus Seenot gerettet und 80 (97) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Die Seenotretter kamen im vergangenen Jahr zahlreichen Fischereifahrzeugen zu Hilfe. Sie waren aber auch vielfach für Seeleute von Handelsschiffen oder Passagiere von Fähren und Fahrgastschiffen im Einsatz. Auch Wassersportler konnten sich auf die Hilfe der DGzRS-Besatzungen verlassen. Zu den umfangreichsten Einsätzen der Seenotretter in den vergangenen Jahren gehört der Brand des Tankers „Annika“ in der Ostsee Ende Oktober 2024. 

Sammelschiffe haben Jubiläum

Neuer ehrenamtlicher Botschafter der Seenotretter ist der Schriftsteller Klaus-Peter Wolf. „Mir imponieren die Schiffe, vor allem aber die Seenotretter, die damit fahren. Für diese Menschen werde ich gerne Platz in meinen Büchern machen. Da rattert es schon in meinem Kopf“, kündigt der Erfolgsautor an. Der Erfinder des Ostfriesland-Krimis plant, den Seenotrettern in seinem nächsten Roman eine nicht unwesentliche Rolle zuzuschreiben. 

Die DGzRS wird dieses Jahr 160 Jahre alt. Die Organisation ist spendenfinanziert. Zu ihren Markenzeichen zählen die markanten Sammelschiffen in Form von historischen Rettungsbooten. Sie wurden 1875 eingeführt, also vor genau 150 Jahren. Mit den Einnahmen finanziert die DGRS unter anderem die permanente Modernisierung ihrer Flotte. Allein 2024 nahmen vier neue Seenotrettungsboote ihren Dienst auf.