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Alle Beiträge zum Thema “Landkreis”

Landkreis pocht auf Anpassung der Fischerei-Schutzzonen

Friesland/Wangerland (9. 7. 2026) – Der Landkreis Friesland fordert die Landesregierung auf, den „Fischereidialog“ ernst zu nehmen. Insbesondere sollen das Landwirtschafts- und das Umweltministerium die Bedenken der betroffenen Fischer ernsthaft prüfen und die Planungen für die Fischfang-Schutzzonen entsprechend anpassen.

In einer Resolution unterstreicht der Landkreis Friesland die Bedeutung der Küstenfischerei für die Wirtschaft, den Tourismus und die regionale Identität in der Küstenregion. Foto: Klaus Schreiber

Der Kreisausschuss des Landkreises hat am Mittwochabend auf Initiative der CDU-Landtagsabgeordneten Katharina Jensen (Wangerland) eine entsprechende Resolution verabschiedet. Die europäische Biodiversitätsstrategie mit den geplanten „strengen Schutzgebieten“ führe in der Region zu erheblicher Verunsicherung. „Insbesondere in den Küstengemeinden wird befürchtet, dass die vorgesehenen Maßnahmen tiefgreifende Auswirkungen auf die traditionelle Küstenfischerei haben und deren wirtschaftliche Grundlage gefährden wird“, stellt der Kreisausschuss fest.

Pläne kämen Berufsverbot gleich

Nach den derzeitigen Planungen sollen zehn Prozent des Küstenmeeres unter strengen Schutz gestellt werden, darunter die küstennahe Fanggebiete um Minsener Oog direkt vor dem Wangerland. Die bislang bekannten Suchräume seien ohne ausreichende Einbindung der unmittelbar betroffenen Fischereibetriebe in Hooksiel, Horumersiel, Fedderwardersiel und Dangast entwickelt worden, für die deren Umsetzung gravierende Folgen hätte, heißt es in der Resolution. „Der Verlust zentraler Fanggebiete führt zu existenzbedrohenden Ausmaßen und käme faktisch einem Berufsverbot gleich.“

Die Küstenfischerei sei für Friesland nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, sondern auch ein prägender Bestandteil der regionalen Identität und des touristischen Angebots. Die Fischereibetriebe sicherten Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette – von der Fangtätigkeit über Verarbeitung und Logistik bis hin zur Vermarktung. „Ein Wegfall dieser Strukturen hätte wirtschaftliche und strukturelle Auswirkungen auf die gesamte Region.“

Land soll alle Daten offen legen

Der Landkreis fordert ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren bei der Ausweisung von Schutzgebieten, das alle relevanten Datengrundlagen offenlege und fachlich überprüfbar mache. Insbesondere müssten die betroffenen Fischereibetriebe sowie regionale Akteure aus Wirtschaft und Tourismus in die Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. 

Man bekenne sich ausdrücklich zum Natur- und Umweltschutz, betont der Kreisausschuss. Aber: Nachhaltiger Naturschutz könne nur im Dialog mit den Menschen vor Ort und unter Wahrung ihrer wirtschaftlichen Existenz gelingen. 

SPD fordert Sicherheitkonzept für Fachkräfte der Sozialen Arbeit

Friesland/Wangerland (7. 6. 2026) – Die SPD Friesland fordert ein Schutz- und Sicherheitskonzept für alle Mitarbeitenden des Landkreise, die unmittelbarem Publikumskontakt in Krisensituationen haben. Das gelte insbesondere für das Jugendamt, das Sozialamt, den Allgemeinen Sozialen Dienst, die Suchthilfe und die Wohnungslosenhilfe. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in den Kreistag einbringen. 

Reaktion auf Bluttat in Stade

„Fachkräfte der Sozialen Arbeit begleiten täglich Menschen in sozialen Ausnahmesituationen. Diese Nähe zu Krisen bringt reale Risiken für die eigene Sicherheit mit sich, die viel zu lange kaum benannt wurden”, so Jannes Wiesner (Wangerland), Fraktionsvorsitzender der SPD Friesland. „Die Tötung von sechs Fachkräften in einer Einrichtung in Stade hat auf tragische Weise deutlich gemacht, wie dringend wir dieses Thema angehen müssen.” 

Der Antrag sieht unter anderem vor, dass die Kreisverwaltung regelmäßig standortbezogene Gefährdungsanalysen durchführt, verpflichtende Deeskalations- und Selbstschutzschulungen anbietet und klare Notfall- und Alarmierungspläne einführt. Auch technische und organisatorische Mindeststandards wie Fluchtwege, Alarmsysteme oder das Zwei-Personen-Prinzip bei Hausbesuchen in Risikofällen sollen verbindlich verankert werden.

Frage der Fürsorgepflicht

Darüber hinaus soll geprüft werden, mit welchem Personalschlüssel diese Schutzstandards realistisch umsetzbar sind. Für Mitarbeitende des Kreises solle zudem ein verbindliches Nachsorgekonzept eingeführt werden, das nach körperlichen oder verbalen Übergriffen greift, so Wiesner.

„Verbindliche Schutzkonzepte, ausreichende Personalausstattung und eine strukturierte Nachsorge nach Übergriffen sind keine Kür, sondern eine Frage der Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten”, betont SPD-Kreisvorsitzende Lena Gronewold (Jever). „Der Landkreis trägt hier als Träger eigener sozialer Dienste und als Zuwendungsgeber freier Träger eine unmittelbare Verantwortung.“

Für landesweite Standards

Der Antrag sieht außerdem eine anonymisierte, jährliche Erfassung von Übergriffen auf Beschäftigte der Sozialen Arbeit im Kreisgebiet vor. Zudem soll der Landkreis einheitliche, landesweite Sicherheitsstandards sowie eine auskömmliche Finanzierung einfordern.  „Echter Schutz kann nur gelingen, wenn auch Land und Bund einheitliche Standards und die dafür notwendigen Mittel bereitstellen”, so Wiesner.

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Kandidatinnen und Kandidaten fürs Jugendparlament gesucht

Friesland/Wangerland (2. 7. 2026) – Im September finden im Landkreis Friesland die Wahlen zum Jugendparlament Friesland statt. Wie der Landkreis mitteilt, können sich noch bis Dienstag, 21. Juli, Interessierte als Kandidatin oder Kandidat bewerben. In Frage kommen alle Jugendlichen, die zwischen 13 und 21 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in einer Stadt oder Gemeinde des Landkreises Friesland gemeldet sind.

Die Bewerbungsunterlagen können unter www.friesland.de/jugendparlament abgerufen werden. Jeder Kandidat benötigt mindestens 15 Unterstützungsunterschriften und eine Einverständniserklärung, „Mit dem Jugendparlament können Jugendliche ihre Ideen für den Landkreis einbringen, Projekte umsetzen und neue Kontakte knüpfen“, sagt Antonia Herzog vom Landkreis.

Das 25-köpfige Jugendparlament Friesland (JuPa) gibt es seit 2017. Alle zwei Jahre wird eine neue Zusammensetzung des Gremiums gewählt, dieses Jahr zum fünften Mal. Gewählt wird zwischen Montag, 7. September, ab 8 Uhr, und Freitag 18. September 2026, bis 18 Uhr. Die Wahl findet als Onlinewahl statt. Dazu erhält jede wahlberechtigte Person im Vorfeld Zugangsdaten für den einmaligen Zugriff zum Zweck der Wahl. Es können bis zu drei Stimmen vergeben werden, allerdings je Kandidatin oder Kandidat nur eine Stimme. Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen von 12 bis 21 Jahre. Alle Wahlberechtigten erhalten per Post individuelle Zugangsdaten für die Onlinewahl.

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Landkreis lädt zur Jobmesse zu den Pflegeberufen

Jever/Wangerland (10. 6. 2026) – Neue Perspektiven entdecken und berufliche Chancen in der Pflege nutzen: Das Jobcenter des Landkreises Friesland lädt für Mittwoch, 17. Juni, von 9 bis 12 Uhr, zur Berufs- und Weiterbildungsmesse „PerspektivePflege Nord“ ins Theater am Dannhalm in der Schulstraße in Jever. Der Besuch der Messe ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. 

Ob Quereinstieg, Wiedereinstieg oder berufliche Neuorientierung – Besucherinnen und Besucher können sich vor Ort um Berufsmöglichkeiten rund um das Thema Pflege informieren und mit regionalen Ausstellern ins Gespräch kommen. Circa 15 Unternehmen und Netzwerkpartner stellen im Theatherfoyer die Vielfalt des Pflegeberufs vor. Die Betriebe aus dem Bereich der ambulanten und stationären Pflege, die Pflegeschule der Friesland Kliniken sowie Bildungsinstitutionen im Pflegebereich stehen mit Informationen und für individuelle Fragen bereit. Des Weiteren ist der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Friesland für einen Austausch vor Ort. 

Die Veranstaltung knüpft an die erfolgreiche Messe „PerspektivePflege“ an, die im Oktober 2025 in Varel stattgefunden hat. Die Messe soll dazu beitragen, die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in der Pflege sichtbar zu machen und Menschen für den Beruf zu begeistern. 

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„Grüne Hausnummer“ für energieeffiziente Gebäude

Friesland/Wangerland (26. 5. 2926) – Hauseigentümer aus dem Landkreis Friesland, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, haben die Chance, dafür mit der „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet zu werden. Interessierte können sich bis Freitag, 24. Juli, bewerben.

Ansprechpartner ist Jens-Uwe Lalk aus dem Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung des Landkreises Friesland. Die Kampagne wird in Kooperation mit der Niedersächsischen Energie- und Klimaschutzagentur (KEAN) durchgeführt. Weitere Informationen gibt es online  www.klimaschutz-niedersachsen.de/gruenehausnummer oder unter www.friesland.de/klimaschutz herunterladen.  Erfolgreiche Bewerber erhalten eine individuelle „Grüne Hausnummer“ zum Anbringen an ihrem Haus sowie eine Urkunde. Die offizielle Verleihung ist für September 2026 geplant.

„Die ‚Grüne Hausnummer‘ ist ein sichtbares Zeichen für das Engagement im Bereich von energieeffizientem und nachhaltigem Bauen und Sanieren. Mit ihr wollen wir die vielen guten Beispiele im Landkreis Friesland würdigen und zeigen“, sagt Lalk. Für die Auszeichung in Frage kommen Eigentümer, die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert oder die ihren Neubau mindestens als Effizienzhaus 40 fertiggestellt haben.

Schüler erhalten Einblick in Berufe bei der Kreisverwaltung

Friesland/Wangerland (6. 3. 2025) – Der Landkreis Friesland lädt zum „Zukunftstag“ ein. An diesem so genannten „Girls‘ Day und Boys‘ Day“ können Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Arbeit bei der Kreisverwaltung gewinnen. Die jungen Leute sollen am Donnerstag, 23. April, zwischen 8.30 und 13 Uhr im Kreisverwaltungsgebäude in Jever Eindrücke von verschiedenen Berufen sammeln können.

Anmeldungen sind bis Sonntag, 22. März,möglich auf der Internetseite https://nol.is/zu9. Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze geben, werden diese nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Eine Benachrichtigung, ob eine Teilnahme möglich ist, erfolgt bis Dienstag, 7. April. 

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Landkreis stellt sein neues Klimaschutzkonzpt vor

Friesland (4. 3. 2026) – Steigende Temperaturen, zunehmender Meeresspiegel, häufiger auftretende Extremwetter-Ereignisse: Als Küstenlandkreis ist der Landkreis Friesland vom Klimawandeln besonders betroffen. 

Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis sein bestehendes Klimaschutzkonzept umfassend aktualisiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis wird am Montag, 9. März, ab 18 Uhr im Dienstleistungszentrum des Landkreises in der Karl-Nieraad-Straße 1 in Varel, öffentlich vorgestellt. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über Ziele und Maßnahmen zu informieren und praktische Tipps zu Fördermöglichkeiten zu erhalten.

Von Mobilität bis Gebäude

Das integrierte „Klimaschutzkonzept 2025 – 2030“ umfasst Maßnahmen in den zentralen Handlungsfeldern Energieversorgung, Mobilität, Gebäude, Wirtschaft, kommunale Liegenschaften sowie Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken, den Energieverbrauch zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien strategisch voranzutreiben – etwa durch energetische Sanierung landkreiseigener Gebäude, den Ausbau der Solarenergienutzung sowie die Stärkung nachhaltiger Mobilitätsangebote.

Tipps für Privatleute

Neben der Vorstellung der Ergebnisse gibt es bei der Abschlussveranstaltung auch praktische Tipps zu Fördermöglichkeiten für private Haushalte, etwa zum Heizungstausch und bei Photovoltaikanlagen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch. Der Landkreis lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme ein.

SPD-Vorstand schlägt Neuhaus als künftigen Landrat vor

Friesland/Wangerland (9. 1. 2026) – Der Kreisvorstand der SPD im Landkreis Friesland hat in Rolf Neuhaus (48) einstimmig als Landratskandidaten nominiert. „Wir setzten auf Erfahrung, Kompetenz und kraftvolle inhaltliche Umsetzung“, so die Vorsitzende Lena Gronewold (Jever).

Neuhaus (Foto) ist parteilos und muss noch auf der Nominierungskonferenz der SPD Ende April gewählt werden, heißt es in einer heute verbreiteten Pressemitteilung. Sollte die Parteibasis dem Vorschlag ihres Vorstandes folgen, würde er bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 antreten und für die Nachfolge von Amtsinhaber Sven Ambrosy (SPD) kandidieren. 

Erfahrung in der Kreisverwaltung

Neuhaus ist bereits seit über 16 Jahren beim Landkreis Friesland beschäftigt. In der Kreisverwaltung ist er für Planung und Infrastruktur (Planung und Bauen, Klimaschutz, Umwelt, Straßenverkehr und Gebäudemanagement) verantwortlich. Der Ingenieur hat nach dem Studium der Raumplanung in Dortmund in Nordrhein-Westfalen mehrere berufliche Stationen absolviert. Er war in einem Planungsbüro sowie in zwei Städten in der Stadtentwicklung und der Wirtschaftsförderung beschäftigt. Der Familienvater und Handballsportler ist fest verwurzelt in Friesland und freut sich nach eigenen Worten auf die anstehende Herausforderung und den Wahlkampf in seiner Heimat. 

„Rolf Neuhaus kennt die Verwaltung und den Landkreis wie seine Westentasche. Das wird helfen, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen und begonnene Projekte zum Erfolg zu führen“, so Gronewolds Stellvertreter Sören Mandel (Varel). Auch der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Jannes Wiesner (Wangerland), zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung: „Wir haben bisher immer gut mit Rolf Neuhaus zusammengearbeitet und ich bin überzeugt, dass wir in ihm einen erfahrenen und kompetenten Kandidaten gefunden haben, der die Herausforderungen der nächsten Jahre gemeinsam mit uns anpacken wird.“

Verlässlichkeit und Kompetenz

Die SPD frühzeitige Nominierung für die Nachfolge des scheidenden, langjährigen Landrats Ambrosy sei wichtig, so Gronewold, um den Menschen im Landkreis Sicherheit zu geben. Neuhaus haben bei den Genossen durch seine Erfahrung, Durchsetzungsstärke, Verlässlichkeit und Kompetenz gepunktet. Das sei gerade für langfristige und strategische Projekte wichtig.

Als Ziele habe Neuhaus unter anderem benannt, so schnell wie möglich alle Haushalte im Landkreis an die Breitband-Versorgung anzuschließen. Mit Hilfe einer klugen Raumordnung wolle er gemeinsam mit den Gemeinden die Daseinsvorsorge mit Schwerpunkt auf Bildungseinrichtungen und Gesundheitsvorsorge entwickeln. Ein neues Zentralklinikum solle dabei Ankerpunkt für eine zukunftsfähige medizinisch-pflegerische Infrastruktur auch in Varel und der friesischen Wehde werden. Voraus schauende Planung und verlässliche Rahmenbedingungen sollen der Wirtschaft helfen, Investitionen erleichtern und mit dazu beitragen, dass die Region von der Energiewende profitiert. 

Landrat Ambrosy tritt 2026 nicht erneut zur Wahl an

Friesland/Wangerland (15. 9. 2025) – Frage an den politisch interessierten Leser: Wer war vor Amtsinhaber Sven Ambrosy hauptamtlicher Landrat im Landkreis Friesland? Ihnen fällt kein Name ein? Kein Wunder. Es gab keinen. Der 55-jährige Jurist ist der erste und bisher einzige, der das Amt des Verwaltungschefs und des ersten politischen Repräsentanten des Landkreises Friesland in sich vereint.

Sven Ambrosy

Zumindest vom Zeitpunkt her überraschend hat Ambrosy (Foto) heute angekündigt, im Herbst 2026 nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Die Entscheidung falle ihm schwer, schreibt der SPD-Politiker in einem Brief an die Bürger: „Aber manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss.“

Er werde bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 nicht mehr für das Amt des Landrates kandidiere. Damit endet die Amtszeit von Ambrosy nach gut 22 Jahren am 31. Oktober 2026. „Diese Entscheidung hat rein familiäre, sehr private Gründe, die es mir verbieten, neben dem anspruchsvollen und zeitintensiven Amt des Landrates auch einen intensiven einjährigen Wahlkampf so zu führen, wie man es von mir kennt und wie es mir eigen ist“, führt Ambrosy als Begründung für die Entscheidung aus, die er selbst vor wenigen Tagen noch für Ende des Jahres angekündigt hatte. 

Drei Mal direkt gewählt

Seit Mitte 2000 arbeitet Ambrosy beim Landkreis Friesland. Drei Mal (2003, 2011 und 2019) wurde er direkt von den Wählerinnen und Wähler zum Landrat und damit zum Hauptverwaltungsbeamten gewählt. Mit seiner ersten Wahl im Alter von nur 33 Jahren trat er als damals jüngster Landrat in Deutschland die Nachfolge von Karin-Evers Meyer (SPD), ehrenamtliche Landrätin und Landtagsabgeordnete, und Oberkreisdirektor Dr. Lothar Knippert als Verwaltungschef an. 

Seine Arbeit für das „schöne Friesland“ bezeichnet Ambrosy, der mit seiner Familie in Middoge (Wangerland) lebt, als „Ehre meines Lebens“. Vor 25 Jahren, so erinnert der Landrat, habe die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei über 15 Prozent gelegen. Die Steuerkraft sei sehr niedrig, die sozialen Probleme vielfältig gewesen. Aus dem Tal herausgeführt habe den Landkreis ein kontinuierlich, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Heute liege die Arbeitslosenquote nur noch knapp über 4 Prozent. Ein Erfolg, der den Menschen und Unternehmen in Friesland zuzuschreiben sei, sowie richtigen politischen Entscheidungen sowie Investitionen in Infrastruktur und Bildung, so Ambrosy, der persönliche einen maßgeblichen Anteil an diesem Kurs hatte. 

Zukunftspläne ungewiss

Der Landrat kündigt an, in den nächsten zwölf Monaten weiter so wichtige Projekte wie unter anderem die Schul- und Sporthallensanierungen, die Modernisierung der Friesland-Kliniken sowie die Planungen für eine Zentralklinik mit vorantreiben zu wollen. Zu seinen beruflichen Zukunftsplänen sagte Ambrosy nichts. Der 55-jährige Sozialdemokrat und bekennende „Kommunalo“ war mehrfach als Staatssekretär oder gar als Minister in Hannover gehandelt worden. Aktuell fungiert er unter anderem auch noch als Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) und als Vizepräsident des Deutschen Landkreistages (DLT).

Diplomatin übernimmt „Zentrale Steuerung“ beim Landkreis

Friesland (10. 9. 2025) – Der Kreistag des Landkreises Friesland hat in seiner heutigen Sitzung in Jever die Leitungsstelle für das Dezernat „Gesellschaftliche Teilhabe und zentrale Steuerung“ in der Kreisverwaltung neu besetzt. Nachfolgerin von Silke Vogelbusch, die ihre Tätigkeit für den Kreis im Juni auf eigenen Wunsch beendet hatte, soll die Volljuristin Claudia Thiel (49) werden. Die Politiker folgten damit dem Vorschlag von Landrat Sven Ambrosy.

Aus Madrid nach Friesland

Claudia Thiel wechselt aus dem Auswärtigen Amt nach Friesland. Sie ist derzeit als Diplomatin und Leiterin des Referats „Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen, Jugend und berufliche Bildung“ an der Deutschen Botschaft in Madrid tätig. In ihrer neuen Funktion wird sie für die nächsten acht Jahre die Verantwortung für die Fachbereiche „Digitalisierung und Personal“, „Bildung, Sport und Kultur“, „Soziales und Senioren“, „Jugend und Familie“ sowie „Jobcenter“ übernehmen. Wann genau sie ihre neue Stelle antreten kann, ist noch unklar.

Erfahrung aus dem Bundeskanzleramt

Vor ihrer Zeit in Madrid war Claudia Thiel, die Wurzeln im Ammerland hat, in verschiedenen Positionen innerhalb der Bundesregierung tätig. Zwischen Mai und März 2019 war sie stellvertretende Referatsleiterin im Bereich „Kabinett- und Parlamentsangelegenheiten“ im Bundeskanzleramt. Anschließend leitete sie von April bis August 2019 ein Referat im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das sich mit den „Grundsatzfragen der Sozialversicherung“ befasst. Von Februar 2020 bis März 2023 verantwortete sie die Leitung des Referats „Beitrags- und Melderecht“ im selben Ministerium.