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Beiträge veröffentlicht in “Tourismus”

Technik im Schwimmbad Tettens muss erneuert werden

Wangerland (15. 9. 2026) – Auf eine sehr erfolgreiche Saison im Freibad Tettens blickt Jan Alter zurück. Der Bäder-Manager bewirtschaftet seit Jahren das malerisch gelegene Freibad im Auftrag der Gemeinde Wangerland mit eigenem Personal. Wie Alter gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, habe man in der Saison 2026 erstmalig fast die „magische Grenze“ von 10.000 Besuchern erreicht.

Gerade bei schönem Wetter war das Freibad Tettens in diesem, Sommer sehr gut besucht. Foto: Alter

Dabei sei deutlich zu spüren gewesen, dass sowohl das Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel als auch die „Friesland Therme“ in Horumersiel geschlossen waren. Sowohl Einheimische als auch Touristen hätten sich offenkundig nach Alternativen umgesehen. Da auch das Freibad Jever erst Ende Juni seine Toren geöffnet habe, sei das Bad in Tettens gerade bei dem überdurchschnittlich guten Wetter vor Beginn der Sommerferien auch wochentäglich sehr gut besucht gewesen.

Gutes Wetter erhöht Personalbedarf

Hinzu dürfte gekommen sein, dass das von einem Förderverein getragene und von der Gemeinde mit an die 100.00 Euro im Jahr unterstützte Bad von seinen Besuchern keinen Eintritt nimmt.

Die Kehrseite des guten Wetters: Um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können, stieg mit der Zahl der Besucher auch der Personalbedarf des Betreibers entsprechend an. In diesem Zusammenhang dankte Alter insbesondere der Ortsgruppe Wangerland der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) für die Unterstützung am Beckenrand. „Die Rettungsschimmer der DLRG  stellten eine wichtige Unterstützung der Fachangestellten und Schwimmmeister vor Ort dar“, so Alter.

Alter lobt Mitarbeiter

Während andere Bäder personalbedingt Schließtage einführen oder die täglichen Öffnungszeiten reduzieren mussten, sei das auch im zwölften Jahr seiner Tätigkeit in Tettens nicht der Fall gewesen – ein Umstand, den er ausschließlich seinen engagierten Mitarbeitern zu verdanken habe, so Alter. Diese seien auch bei Sonderveranstaltungen immer vor Ort gewesen, wie zum Beispiel bei Schulveranstaltungen der Grundschule Tettens oder beim Schnuppertauchen im Rahmen des Kinder-Ferienprogramms.

Das Freibad in Tettens wurde 1956 eingeweiht. Nach der Schließung der Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel war es in diesem Sommer das einzige verbliebene Schwimmbad im Gemeindegebiet. Foto: Alter

Darüber hinaus habe man auf die hohe Nachfrage nach Schwimmkursen reagiert und in den Sommerferien entsprechende Angebote geschaffen, die sehr gut angenommen worden seien.

Badtechnik ist abgängig

Als herausfordernd bezeichnete Alter im Saisonrückblick die Arbeiten im Zusammenhang mit der Schwimmbadtechnik – hier gäbe es bereits Pläne, die abgängige Schwimmbadtechnik nach und nach zu erneuern, um das 1956 eingeweihte Bad zukunftssicher aufzustellen. Lobend erwähnt er in diesem Zusammenhang die kurzen Reaktionszeiten bei der Gemeinde. „Die Zusammenarbeit sowohl mit der Verwaltung als auch mit dem Bauhof, der bei auftretenden Problemen stets unkompliziert und hilfreich zur Verfügung stand, hat bestens geklappt.“

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Letzte Fangfahrt der „Trotz“: Es droht das Ende einer Ära

Hooksiel (13. 9. 2026) – Samstag, kurz nach 15 Uhr. Die „Trotz“ fährt in den Hooksieler Außenhafen ein. Auf der Mole wird ein Feuerwerk gezündet. Kapitän Nils Schröder steuert seinen Fischkutter durch eine Reihe von Sportbooten hindurch Richtung Liegeplatz. Dort warten bereits gut Hundert Freunde, Bekannte und Kunden, die zum letzten Mal frischen Granat direkt vom Kutter kaufen wollen.

Riesiger Andrang nach der letzten Fangfahrt. Gut 100 Kunden wollten frische Krabben direkt von Bord der „Trotz“ kaufen. Foto: hol

Es war die letzte Fahrt der „Trotz“ – und möglicherweise der Anfang vom Ende des Fischereihafens Hooksiel. Schröder hat sich die „Abwrackprämie“ gesichert, mit der EU- und Bund bis Ende 2027 die Größe der Fischereiflotte deutlich verringern wollen. Nach Angaben der Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen (CDU) sollen von den noch 112 an der niedersächsischen Küste fischenden Kuttern 30 Prozent abgewrackt werden.

Ende des Fischereihafens?

„Die niedersächsische Küstenfischerei befindet sich bereits seit Langem in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage. Jede weitere Belastung kann das Ende dieser traditionsreichen Branche einläuten“, betont Jensen in einer Mitteilung. Den Garaus für die beiden verbleibenden Hooksieler Krabbenfischer könnte die geplante Ausweisung von fischereifreien Gebieten bedeuten.

Erklärtes Ziel ist es, zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres zum Sperrgebiet zu erklären. Stark betroffen wäre davon das Jadegebiet. Nach zuletzt diskutierten Vorschlägen wären insbesondere die kompletten Fanggründe vor der Küste des Wangerlandes künftig Verbotszone.

Jensen und ihre Fraktion im Landtag fordern die Landesregierung auf, Entscheidungen über fischereifreie Gebiete auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen und den so genannten „Fischereidialog“ neu aufzusetzen. Das Zehn-Prozent-Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie beziehe sich auf die gesamte Union. Es gebe keine Verpflichtung in Niedersachen genau zehn Prozent der Flächen zu sperren. Niedersachen müsse hier seine Gestaltungsspielräume nutzen, zumal sich die Fangründe bereits durch Hafennutzung, Baggerungen, Kabeltrassen und Offshore-Windparks erheblich verkleinert hätten. 

Kutter wird abgemeldet

„Unsere Fischer wollen keine Sonderbehandlung. Sie wollen fischen, arbeiten und ihren Lebensunterhalt erwirtschaften. Deshalb müssen wir nicht nur beantworten, wo künftig nicht mehr gefischt werden darf, sondern auch, wo Fischerei dauerhaft möglich bleibt“ so Jensen.

Für Nils Schröder, Fischer in vierter Generation, spielt das nur noch bedingt eine Rolle. Er ist froh, dass er bei seinem letzten Fang so viele Krabben fangen konnte, dass alle an der Kaje wartenden Kunden bedient werden konnten. Schröder meldet seinen Kutter jetzt aus der aktiven Fischfangflotte ab und plant seine berufliche Zukunft neu.

Die „Trotz“ lief am Samstag nach ihrer letzten Fangfahrt in den Hooksieler Außenhafen ein. Foto: hol

Als Erinnerung an die „Trotz“ zurück bleibt ein Rettungsring mit dem Schriftzug des Krabbenkutters, der in der Gaststätte „Ahoi“ am Alten Hafen einen Platz finden wird und dort an ein Kapitel der Hooksieler Krabbenfang-Geschichte erinnert.

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Von Hotels, Bädern und dem richtigen Umgang mit Investoren

Hooksiel (9. 9. 2026) – Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am kommenden Sonntag. Zwei Stunden lang plauderten und argumentierten Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Dienstagabend vor rund Hundert Interessierten im Gästehaus Hooksiel.

Enges Rennen ums Bürgermeisteramt

Ob sie dabei den Wahlausgang entscheidend beeinflussen konnten, ist ungewiss. Auf die Frage von Moderator Sebastian Urbanczyk, wer denn durch den Verlauf der Debatte seine Wahlentscheidung noch einmal überdacht habe, meldeten sich lediglich fünf Personen. Das Fazit des Journalisten: „Einer von Ihnen hat vielleicht eine Stimme dazu gewonnen. Wer weiß, wofür das gut ist.“

Sorgten zwei Stunden lang im Gästehaus Hooksiel für kurzweilige Unterhaltung: (von links) Moderator Sebastian Urbanczyk sowie die Bürgermeisterkandidaten Bernd Abrahams, Thies Fischer und Mario Szlezak. Foto: hol

Wer weiß. Das Rennen um das Bürgermeisteramt gilt als offen. Allen drei Bewerbern wird zugetraut, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten zu erreichen, zu der es am Sonntag, 27. September, kommen würde, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.

Zu den Gewinnern der vom Seebadeverein Hooksiel veranstalteten Debatte gehörte auf jeden Fall das Publikum, das zwei Stunden lang gut unterhalten wurde. Weniger durch die zumeist schon bekannten politischen Positionen der Bewerber als vielmehr durch eine amüsante Gesprächsführung. Überraschende Fragen brachten Einblick in Spontanität und Kreativität der drei Herren auf dem Podium.

Launige Fragen

„Was war die Entscheidung, die Sie auf keinen Fall so wieder treffen würden?“ – Szlezak: „Meine Zustimmung zum Bau des Thalasso Meeres Spa.“ – Abrahams: „Dass ich meinen Wahlkampf vor fünf Jahren zu spät begonnen habe. Sonst wäre ich Bürgermeister geworden und wir hätten das Problem mit dem TMS nie bekommen.“

„Was schätzen Sie an ihren Mitbewerbern am meisten?“ Szlezak über Fischer: „Seine jugendliche Agilität.“ Fischer über Abrahams: „Dass er es wirklich geschafft hat, persönlich seine Wahlflyer zu jedem Haus im Wangerland zu bringen.“ Abrahams über Szlezak: „Seine Hemdsärmeligkeit.“

Vier Hotels für Hooksiel?

Inhaltlich drehte sich die Debatte um die Zukunft der insolventen Wangerland Touristik GmbH, die angespannte Finanzlage der Gemeinde, um Handlungsbedarfe am Alten Hafen von Hooksiel, um die Entwicklung des Freizeitgeländes und den Bau von möglicherweise bis zu vier Hotels im Ort. Fischer würde sich ein kleines, schickes Hotel auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen wünschen. Szlezak zeige sich zuversichtlich, dass auf dem Grund und Boden des geschlossenen Hallenwellenbades ein Hotelbau entstehen kann. Auf einem Grundstück gegenüber ist ohnehin ein Hotel geplant.

Vierter Standort könnte die Trabrennbahn sein, die alle drei Bewerber für ein attraktives Investitionsprojekt opfern würden. Frage aus dem Publikum: „Braucht Hooksiel wirklich vier Hotels?“ Während Szlezak und Fischer sich bedeckt hielten, auf notwenige Planungen und Marktmechanismen verwiesen, beleuchtete Abrahams die Frage von der anderen Seite. „Wenn wir Pech haben und keinen Investor finden, kommt überhaupt kein Hotel.“

Szlezak: Netto-Markt kommt

Szlezak war zu verdanken, dass dann auch noch einige Neuigkeiten bekannt wurden. So soll der Investor, der für den Discounter Netto einen Markt im Hooksieler Gewerbegebiet bauen will, das Grundstück inzwischen erworben haben. „Netto kommt. Die Frage ist nur, wann.“ Neu war auch, dass die Gemeindeverwaltung davon abrät, den geplanten Neubau einer Grundschule in Hohenkirchen – der ebenso wie geplante Feuerwehrbauten von allen drei Kandidaten mitgetragen wird – durch private Investoren bauen zu lassen.

Stichwort Investoren: Einigkeit in der Runde herrschte darüber, dass die Gemeinde Wangerland in der Zukunft pfleglicher mit potenziellen Investoren umgehen muss. Hier sei die Verwaltung durch schnelles und professionelles Handeln etwa in der Bauleitplanung gefordert. Aber auch in den politischen Gremien sei mehr Verbindlichkeit nötig. Fischer: „Da müssen wir besser werden.“

Hoffnung auf Hallenbad

Sehr zuversichtlich zeigte sich der Bürgermeister, dass das Wangerland bald wieder ein Hallenbad haben wird. Im Zuge des WTG-Insolvenzverfahrens gebe es vielversprechende Gespräche mit möglichen Käufern des Campingplatzes Schillig, die sich auch in der „Friesland-Therme“ in Horumersiel engagieren wollen. „Wir als Tourismusgemeinde brauchen auf jeden Fall ein Bad“, stellte Szlezak im Einvernehmen mit Fischer fest.

Eine gewisse Unterstützung durch die Gemeinde und aus dem Gästebeitrag wäre dafür vertretbar, da der Transport von Schulkindern zu anderen Schwimmbädern auch Geld koste. Zudem sollten die Urlauber in der Gemeinde gehalten werden. Kritischer Einwurf von Abrahams: „Aber der DLRG ist mit der Öffnung der Friesland-Therme nicht geholfen …“

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Menü-Tage bringen kulinarische Kultur der Küste auf den Tisch

Wilhelmshaven/Wangerland (8. 9. 2026) – „Regional, saisonal, nich’ egal“: Noch bis zum bis Sonntag, 13. September, wird im Rahmen der „Biosphären-Menü-Tage“ die kulinarische Vielfalt der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer. 15 Partner-Betriebe zwischen Cuxhaven und Weener sowie auf den Ostfriesischen Inseln servieren besondere Gerichte und Menüs, bei denen regionale und saisonale Zutaten im Mittelpunkt stehen. Aus dem Wangerland dabei ist das nahe Horumersiel gelegene Landhotel und Restaurant Nakuk. 

Die besonderen Bedingungen an der Nordseeküste haben über Generationen hinweg eine eigene kulinarische Kultur geprägt. Salzige Luft, stürmische Winde und ein raues Klima stellen die Landwirtschaft seit jeher vor Herausforderungen. Gleichzeitig haben sich robuste, an die Küstenbedingungen angepasste Sorten entwickelt. Traditionelle Produkte wie die „Kleikartoffel“ zeugen noch heute von dieser besonderen Verbindung zwischen Mensch, Landschaft und Landwirtschaft.

„Mit den Biosphären-Menü-Tagen wollen wir zeigen, wie vielfältig und besonders die Küche unserer Region ist. Wer regionale Produkte auf dem Teller genießt, bekommt nicht nur einen Geschmack von der Landschaft, sondern unterstützt gleichzeitig die Menschen, die hier nachhaltig wirtschaften und unsere Region prägen“, sagt Kim Lüdtke, Koordinatorin für das Partner-Netzwerk bei der Nationalparkverwaltung. 

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Pro Wangerland warnt vor planlosem Ausverkauf von WTG-Immobilien

Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.

Thalasso Meeres Spa von außen
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa sollte auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden werden. Archiv-Foto: hol

Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.

Masterplan für den Tourismus

Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.

„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.

Live hinterm Deich
Die WTG soll auch künftig für ein attraktives Veranstaltungsprogramm sorgen – vor allem in der Vor- und Nachsaison. Archiv-Foto: hol

Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.

Wertschöpfung je Gast erhöhen

Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“

Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.

Vertrauen durch Transparenz schaffen

Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.

„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.

Beach-Bowl-Siegerpokal geht in den Schwarzwald

Hooksiel (7. 9. 2026) – Ein Spektakel im Sand haben sie versprochen. Und sie haben ihr Versprechen gehalten. Vier American-Football-Teams haben am Samstag und Sonntag den Hooksieler Badestrand in eine Sportarena verwandelt – und dabei gehörig Spaß gehabt. Insofern verwundert die Ankündigung der BeachBowl-Vorsitzenden Melanie Hoppe und der Aktiven nach dem Finalspiel am Sonntag nicht. „Im nächsten Jahr sind wird wieder da!“

Packende Spielszenen vor der maritimen Kulisse am Hooksieler Badestrand. Dafür steht BeachBowl. Foto: hol

Der BeachBowl wird seit 1998 ausgetragen. In diesem Jahr erlebten die Zuschauer die 25. Auflage. Mannschaften mit jeweils acht Spielern treten – geschützt durch Polsterungen und Schutzhelme – gegeneinander an. Kraft, Schnelligkeit, Geschick und eine gutes Auge der Werfer sind gefragt, um den eierförmigen Football möglichst mit einem Touchdown im gegnerischen Spielfeld abzulegen.

Gespielt wird nach den originären Verbandsregeln. Da dabei ordentlich zugepackt werden darf, werden die Spiele von jeweils vier Schiedsrichtern überwacht. Im Finale standen sich die Neckar Hammers aus Villingen (Schwarzwald) und ein Team aus Lohne gegenüber, in dem auch ein Frau mitspielte. Die Villinger setzten sich mit 40:36 Punkten durch und konnten dafür neben jeder Menge Sand in ihren Trikots einen großen Pokal mit nach Hause nehmen.

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Razzia bei der WTG: Ermittler stellen Unterlagen sicher

Wangerland/Horumersiel (4. 9. 2026) – Heute früh, gegen 9.20 Uhr. Die Tür zum Haus des Gastes in Horumersiel öffnet sich. Ein halbes Dutzend Polizeibeamte betritt das Gebäude der Wangerland Touristik GmbH. Ihr Ziel: Die Verwaltungsräume des insolventen Unternehmens. Dort werden sie Dokumente, Kommunikationsdaten und sonstige Unterlagen beschlagnahmen, die Licht ins Dunkel um die Gründe und Verantwortlichkeiten für das Finanz-Desaster beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) bringen sollen.

Polizeibeamte beschlagnahmten heute im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den Bau des Thalasso Meeres Spa an mehreren Orten Unterlagen und Dokumente. Auch die Wangerland Touristik GmbH in Horumermsiel bekam Besuch von der Polizei. Foto: hol

Wie Thorsten Stein, Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, gegenüber „Hooksiel-Life“ bestätigte, suchen die Ermittler nach einem Beschluss des Amtsgerichtes Oldenburg nach Hinweisen und Beweisen, die den Anfangsverdacht einer möglichen Insolvenzverschleppung oder der Untreue erhärten – oder eben auch nicht. Ein wichtiger Aspekt dabei: „Wer wusste wann was?“

Aktionen an mehreren Orten

Vergleichbare Aktionen habe es heute früh an mehreren Orten gegeben, bestätigt Stein. Namen nennt der Staatsanwalt nicht. Mutmaßlich dürften aber auch der ehemalige WTG-Geschäftsführer und die am Bau des TMS beteiligen Architekten Besuch von der Polizei bekommen haben.

Die Explosion der Baukosten beim TMS von 8,8 Millionen auf bis zu 23 Millionen Euro hat die gemeindeeigene WTG in eine finanzielle Schieflage gebracht, die zu einer noch laufenden Insolvenz in Eigenregie geführt hat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich auf mögliche strafrechtliche Verfehlungen von Beteiligten.

Unabhängig davon zu sehen sind Fragen rund um mögliche Schadensersatzansprüche der Gemeinde Wangerland, der die WTG gehört, oder der WTG selbst gegen Dritte sowie die Debatte um politische Verantwortlichkeiten.

Bürgermeister und Ratspolitiker versprechen persönliche Konsequenzen

Wangerland/Horumersiel (30. 8. 2026) – Eine Reihe von Mitgliedern des aktuellen Wangerländer Gemeinderates haben ihren Rücktritt für den Fall angekündigt, das die Staatsanwaltschaft gegen sie im Zusammenhang mit dem Thalasso-Desaster Anklage erheben sollte. Das wurde bei eine Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Freitagabend im Kursaal in Horumersiel bekannt.

Podiumsdiskussion im Kursaal

Zu der von Heiko Manott moderierten Veranstaltung hatten der örtliche Seebadeverein und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe eingeladen. Amtsinhaber Szlezak und seine beiden Herausforderer stellten sich vor, unterstrichen ihre Qualifikation fürs Amt und stellten einige Schwerpunktthemen vor.

Das Motto von Abrahams (Foto): „Kleine Maßnahmen, große Wirkung“. Hier ein maroder Gehweg saniert, dort eine Mülltonne mehr und die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Urlauber würde erheblich steigen. Touristisch setze er nicht auf die Erkenntnisse großer Agenturen, die den Touristen der Zukunft malen, sondern auf die Kompetenz der Leistungsträger vor Ort.

Szlezak erinnert daran, dass er sich schon für eine stärkere Einbeziehung der Leistungsträger in die touristischen Entscheidungsgremien wie der Lenkungsgruppe der Wangerland Touristik GmbH (WTG) stark gemacht habe. Er wolle in der nächsten Wahlperiode das 2017 erstellte touristische Leitbild umsetzten, das seither – auch aufgrund von Personalmangel im Rathaus – in irgendeiner Schublade verschwunden war.

Bislang, so beklagte Fischer (Foto), seien die Stimmen von Fachleuten etwa aus dem WTG-Beirat in dem gemeindeeigenen Unternehmen so gut wie nicht gehört worden. Horumersiel/Schillig sollte sich seiner Ansicht nach wieder auf den Familientourismus konzentrieren.

Das neue Thalasso Meeres Spa (TMS) spielt dabei aus Sicht vieler Horumersiel kaum eine Rolle. So zeigte sich Gastronom Frank Hensel überzeugt, dass das TMS keinen touristischen Mehrwert hat. Bevor dessen Betreib über Jahre mit Hunderttausenden Euro im Jahr subventioniert werde, sollte man die acht Millionen Euro Fördergelder lieber zurückzahlen. Auf keinen Fall sei es sinnvoll, eine Großteil der Gästebeiträge in den nur von sehr wenigen Gästen genutzten Gesundheitstempel zu stecken. Das Geld wäre für den Erhalt eines Schwimmbades sinnvoller eingestzt.

Szlezak (Foto) zeigte sich zuversichtlich, dass das Bad in Horumersiel wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Verhaltungen der WTG mit drei bis vier Investoren für den Gesamtkomplex am Hafen 3 in Horumersiel sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.

Über die Frage, was ein Investor dann konkret bauen darf, werde der künftige Rat mitbestimmen. „Die Bauleitplanung liegt in den Händen der Gemeinde.“ So sollte sich nach den Vorstellungen von Szlezak in einem neuen Komplex auch ein großer Versammlungssaal finden.

Probleme: Ferienwohnungen und Deichstraße

Auch Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen. Die Debatte dreht sich um lokale Themen. Wie und wo lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Was wird aus Ferienwohnungen, die nach den Vorgaben der Gemeinde in bestimmten Straßenzügen von Horumersiel nicht mehr zulässig sind? Und was ist mit der schmalen Deichstraße, die man im Sommer kaum noch befahren kann, da sie von Autos zugeparkt wird? „Das ist seit zehn Jahren ein Thema. Und nichts ist passiert“, klagte ein Bürger. Bürgermeister Szlezak greift den Ball auf: „In 14 Tagen ist das erledigt!“

Viele Themen, fairer Austausch – aber grundlegende Unterschiede zwischen den Bewerbern um für das Amt des Verwaltungschefs sind kaum erkennbar, auch weil die Herausforderer sich weigern, Versprechen zu machen, die man nachher nicht halten kann, wie Abrahams es formuliert. Der Kommentar eines Zuhörer: „Das ist aber langweilig.“

Frontalangriff auf den Bürgermeister

Kurz vor 22 Uhr dann ein komplett verändertes Bild. Hans-Hugo Woltmann, Landwirt aus Förrien, greift Bürgermeister Szlezak mit Verweis auf den Thalasso-Skandal, die Insolvenz der WTG und die daraus erwachsenen Folgen wie die Schließung der Bäder und dem Verkauf von Gemeindevermögen frontal an. „Sie sind seit fünf Jahren im Amt und hier herrscht ein Chaos, wie wir es noch nicht erlebt haben.“

„Mich hier so an den Pranger zu stellen, ist nicht in Ordnung“, hält der sichtlich angefasste Bürgermeister dem entgegen. Sein Sakko hat er inzwischen abgelegt. Kommentar von Moderator Manott: „Jetzt ist hier Temperatur drin!“

Persönliche Konsequenzen aus Thalasso-Desaster

Szlezak verweist darauf, dass der Rat aus 25 Personen besteht und der Bürgermeister nur eine Stimme habe. „Ich ducke mich nicht weg. Aber ich bin überzeugt, dass der gesamte Rat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.“

Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen des Desasters verkündet Fischer, dass in der CDU Einvernehmen darüber gestehe, dass Ratsmitglieder, die wiedergewählt werden, zurücktreten, wenn die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erheben sollte. Und auch Bürgermeister Szlezak kündigte an, sich zurückziehen zu wollen, wenn die noch laufenden Ermittlungen ergeben, dass er sich strafbar gemacht hat. 

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Unabhängige geben Einblick ins Thalasso-Desaster

Wangerland (27. 8. 2026) – Die letzten Kapitel zum Thema Thalasso-Desaster sind noch nicht geschrieben. Auch ist die Frage noch offen, mit welcher Überschrift sie versehen werden müssen: „Pleiten, Pech und Pannen“ oder eher „Größenwahn, Unfähigkeit und Untreue“. Noch laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Fehlende Abstimmungen, keine Dokumentationen, schlechte Kommunikation: Die Zustände beim Bau des Thalasso Meeres Spa muten chaotisch an. Am Ende stand eine Kostenexplosion und ein möglicherweise dauerhaft unwirtschaftlicher Gesundheitstempel. Foto: hol

Am Mittwochabend gab die Gruppe der Unabhängigen im Rat der Gemeinde Wangerland (ZUW) im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung einen Einblick in ein Zwischengutachten eines Bausachverständigen, der im Auftrag der Gemeinde die Kostensteigerung von 4,7 über 8,8 auf am Ende über 20 Millionen Euro nachvollziehbar machen soll. Das Papier liegt seit April wurde, wurde aber bislang von der Gemeinde mit Verweis auf rechtliche Bedenken unter Verschluss gehalten. Die gute Nachricht, so ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier: Der Gutachter geht von Gesamtkosten von „nur“ 21,6 Millionen Euro aus. Zuletzt waren 23 Millionen und mehr befürchtet worden.

Mit Bemühen um Transparenz gescheitert

Wohl auch am großen Interesse an dem Gutachten dürfte es gelegen haben, dass sich über 50 Interessierte im Dorfgemeinschaftshaus in Hohenkirchen einfanden, in dem zunächst Ratsfrau Geraldine Vogdt das Wahlkampfprogramm der Wählergemeinschaft „Pro Wangerland“ und die Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit im Gemeinderat vorstellte. Dabei habe das Bemühen um Transparenz beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) in Horumersiel einen Schwerpunkt gebildet. Als ZUW sei man allerdings lange mit dem Bemühen um mehr Kontrolle der Wangerland Touristik GmbH (WTG) bei dem Bauvorhaben an der Ratsmehrheit gescheitert.

Erst Ende 2024 sei das Ausmaß der Kostensteigerungen offenkundig geworden. Wie Geraldine Vogdt sagte, sei sie eine von zwei Anzeige-Erstattern, die die strafrechtlichen Ermittlungen in der Angelegenheit ins Rollen gebracht hätten. Auch weil sie immer wieder mitten in der Nacht Lastwagen beobachtet habe, die Baumaterialen zur TMS-Baustelle gebracht und dort hinter einem Bauzaun abgelegt hätten – für jedermann zugänglich. Ohne Annahmekontrolle.

Schäfermeier (rechts, mit Bernd Abrahams), der nach erste Bedenken im Rat an den letzten 64 Baubesprechungen des im Sommer 2024 eingeweihten Gesundheitstempels teilgenommen hat, stellte eine Zusammenfassung des Gutachtens vor, das für Nicht-Baufachleute kaum verstehbar sei.

Eine sich durch das Papier ziehende Erkenntnis: Es fehlen prüffähige Unterlagen wie Protokolle, Nachweise, Bautagebücher, Bauablaufpläne und Prüfberichte. Bei der WTG habe man nicht einmal ein eigenes Baukonto für das Großprojekt eingerichtet, so dass alle Rechnungen über das laufende Girokonto des Unternehmens abgewickelt werden mussten.

Architekt schon überbezahlt?

Aus den Lücken in der Dokumentation und der fehlenden Transparenz der Unterlagen ergeben sich eine Fülle von Streitpunkten. So habe der Architekt etwa aus Sicht des Gutachters auf Grundlage der ursprünglichen Kostenberechnung in Höhe von 8,8 Millionen Euro einen Honoraranspruch von rund 1,5 Millionen Euro. Mit für den Fachmann zum Teil nicht nachvollziehbaren Kostensteigerungen stieg auch die Honorarforderung des Architekten. Ausgezahlt wurden etwa 2,8 Millionen Euro. Der Gutachter geht von einer Überzahlung in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus. Der Architekt seinerseits hat hingegen noch Nachforderungen von mehreren Millionen Euro angemeldet.

Als Fehler habe sich erwiesen, dass die WTG als Auftraggeberin die Projektleitung eigenständig übernommen hat. Die Projektabwicklung sei von dieser Seite ohne jede Fachkenntnis, Kontrolle und Führung erfolgt. Von Auftragnehmern wurden Rechnungen gestellt, ohne dass die erforderlichen Nachweise dafür erbracht wurden. „Die vertraglich vereinbarte Prüfung der Einhaltung von Verträgen und Leistungen wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt“, heißt es in dem Gutachten.

Missmut auf der Baustelle

Und das alles zu Zeiten von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg, die zwar aus Sicht des Gutachters nur für einem geringen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich waren, die aber die Bauabläufe deutlich beeinträchtigt haben dürften – und in der Folge ohne die nötige Kommunikation zwischen Bauherren, Architekten und Baufirmen zu Missmut und Chaos auf der Baustelle geführt haben. „Die Bauleitung war völlig überfordert“, so der Eindruck von Schäfermeier.

Thalasso Meeres Spa
Die Kosten für den Bau des Thalasso Meeres Spa sind aus dem Ruder gelaufen – auch weil die Wangerland Touristik als Bauherrin immer wieder Sonderwünsche zu Ausstattung und Qualität der Baustelle angemeldet hat. Foto: WTG

Ein wesentlich Faktor für die immensen Kostensteigerungen waren aus Sicht der ZUW die immer neuen Wünsche des damaligen Geschäftsführers der WTG. Nach einem Besuch der Thalasso-Einrichtungen auf Norderney im Juli 2020 habe er offenbar eine Fülle neuer Erkenntnisse gewonnen, die zu erheblichen Umplanungen (und Verteuerungen) des Projektes in Horumersiel führten. Wie der Gemeinderat erst 2024 erfahren habe, musste deshalb seinerzeit bereits ein neuer Bauantrag gestellt werden.

Pleite beim geplanten Wasserfall

Unter anderem musste der ursprünglich für die Fassade vorgesehene Bockhorner Klinker weißen Steinen weichen, eine Kältekammer wurde bestellt, neue Edel-Fliesen geordert. Farbe wurde als Wandverzierung als zu schnöde bewertet. Holztüren ersetzten Standardtüren, Lampen, Behandlungsplätze – alles sollte vom Feinsten sein.

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Ein Eingangsbereich mit Tresen aus Edelhölzern und einem Wasserfall an der Wand wurde konzipiert. Allein der Wasserfall habe 60.000 Euro gekostet, schilderte Schäfermeier. Der Preis für die Sonderanfertigung musste die WTG im voraus zahlen. Da dann das beauftragte Unternehmen pleite ging, war das Geld futsch – und der Wasserfall Geschichte.

Ähnlich bunt eine Posse um die Sprechfunkanlage, über die im Brandfall die Patienten in den Behandlungsräume gewarnt werden sollen. Auf Wunsch der Geschäftsführung sollte darüber auch Musik abgespielt werden können. Es wurde eine entsprechende Software installiert – die aber nur englische Sprache übermittelt. Für Brandschutzzwecke also wenig hilfreich. Auch Nachbesserungen gestalteten sich schwierig, zumal es keine Dokumentation dazu gibt, wo welche Stromkabel verlegt wurden. Also mussten die schönen neuen Wände teilweise wieder aufgeklopft werden …

Suche nach Verantwortlichen

Eine Frage, die die anschließende Debatte beherrschte: Wer hätte wann das drohende Chaos beim Thalasso-Bau stoppen können – und vielleicht auch müssen? Schließlich werde durch die Insolvenz der WTG Vermögen der Gemeinde vernichtet. Warum, so wollte Manfred Meppen, ehemaliger Beamter in Diensten der Gemeinde, wissen, habe niemand zum Beispiel die Kommunalaufsicht eingeschaltet?

Als Grund dafür verwiesen Geraldine Vogdt, Dieter Schäfermeier und Immo Müller (UWW) und Pro-Wangerland-Bürgermeisterkandidat Bernd Abrahams darauf, dass man sich im Rathaus lange Zeit nichts vom Ausmaß des Desasters gewusst habe. Die WTG brauche nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Unterstützung, habe es von anderen Gruppierungen geheißen. Unter anderem hatte die WTG-Geschäftsführung Schäfermeier vorgeworfen, eine Hetzjagt zu betreiben.

Der Hooksieler hatte schon Anfang 2022 Zweifel an der Wirtschaftlichkeits-Berechnung fürs Thalasso gezweifelt. „Grundlage dafür waren Massagezahlen aus dem alten Reh-Zentrum aus 2007/2008.“ Um das Zentrum wirtschaftlich betreiben zu können, hätten die geplanten Mitarbeiter 16 bis 24 Stunden am Tag arbeiten müssen. An ein drohendes jährliches Millionen-Defizit mochte im Rathaus niemand glauben. Immo Müller: „Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister und auch der größte Teil des Rates dem Geschäftsführer voll vertraut haben.“ Die tatsächlichen Zahlen seien lange weder dem Rat noch der Verwaltung bekannt gewesen.

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Oldtimer und Wasserskifahrer zogen Tausende in ihren Bann

Hooksiel (24. 8. 2026) – Das „Familiensommerfest“ an den Hooksieler Skiterrassen war ein überwältigender Erfolg. Maßgeblichen Anteil daran hatten die „Küsten-Oldtimerfreunde“. Sie lockten um die 1000 Oldtimer- und Young-Timer-Fahrer nach Hooksiel. Dazu wohl gut 10.000 Schaulustige, die sich die überwiegend liebevoll gepflegten Fahrzeuge ansehen und über Schönheit, Fahrgefühl, Liegesitze und Benzinverbrauch fachsimpeln wollten.

Das Oldtimer-Treffen an der Hooksieler Wasserskianlage zog am Sonntag Tausende Menschen an. Foto: hol

„Guck mal der da. Mit so einem bin ich früher bei der Arbeit gefahren“, sagt ein Senior hörbar stolz zu seinem Enkel. Ein anderer: „Das Auto kenne ich aus einem alten Spielfilm.“ Der Wagen, ein Dodge Charger, Baujahr 1968, mit V8-Motor, 7200 Kubikzentimeter Hubraum und 375 PS, gehörte zu den Stars der Ausstellung, zumal er unmittelbar am Eingang zur Wasserskianlage präsentiert wurde. Das der Verbrauch von 18 bis 24 Litern je 100 Kilometer ökologisch bedenklich ist, spielte dabei nur eine Nebenrolle. „Mit seinem Oldtimer fährt man ja auch nicht mehr so viele Kilometer.“

Gut 1000 Fahrzeuge

Andre Brandt, Sprecher der Interessengemeinschaft „Küsten-Oldtimerfreunde“, war am Ende der Veranstaltung rundum zufrieden. Mit gut 500 Pkw, Treckern und Lastwagen hatten sein 18-köpfiges Orga-Team und er bei der zweiten Auflage der Veranstaltung gerechnet. Dass daraus dann trotz regnerischem Wetter am Vormittag um die 1000 wurden, dürfe auch die Macher überrascht haben.

Rege angenommen wurde auch der Floh- und Autoteilemarkt im Bereich zwischen Bäderstraße und Wasserskianlage. Gut nur, dass die Oldtimerfreunde sich für die Veranstaltung schon im Vorfeld einen Großparkplatz der Wangerland Touristik GmbH gesichert hatten. Brandt: „Ohne die gute Zusammenarbeit mit der WTG wäre das gar nicht möglich gewesen.“

Akrobatik auf dem Wasser

Hingucker gab es aber nicht nur aus Blech und Chrom. Auf dem Wasserski-Parcours demonstrierten Aktive aus der Region ihre Fahrküste auf dem Wasser, einschließlich gekonnter Sprünge über Hindernisse und athletisch anspruchsvoller Pyramiden. Hunderte verfolgen die von Stephan Reiners professionell moderierte Wasserski-Show von den Skiterrassen aus und spendeten intensiv Beifall.

Mit viel Applaus bedacht wurden die Wasserskiläufer für ihre Showeinlagen. Foto: hol

Die Inhaber der Skiterrassen, Anja und Hans-Ott Vogt, zeigten die Verbundenheit zwischen Skiterrassen und Oldtimer-Fahrern auf ihre Weise: Jeder Fahrer erhielt zur Begrüßung ein alkoholfreies Bier und einen Muffin. 

Erlös für Jugendfeuerwehr

Insgesamt war das „Familiensommerfest“ tatsächlich ein Fest für die gesamte Familie. Was auch daran lag, dass für Kinder unter anderem ein Kinderkarussell und Hüpfburgen aufgebaut worden waren. Zu den Gewinnern der Veranstaltung gehören auch die Jugendfeuerwehren in der Gemeinde Wangerland. Und das nicht nur, weil sie im Rahmen des Sommerfestes für ihr Hobby werben konnten. Die „Küsten-Oldtimerfreunde“ wollen den Jugendwehren auch den Überschuss der Veranstaltung zukommen lassen.

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