Selbst eine defekte Schranke kann die Dauercamper nicht aufhalten

Ancampzn in Hooksiel
Ansturm der Dauercamper. Mark Schlemme muss persönlich einschreiten, um die Zufahrt auf den Stellplatz der WTG nach einem Defekt an der Eingangsschranke zu regeln. Foto: hol

Hooksiel (1. 4. 2025) – Heute hat die Saison auf dem Campingplatz Hooksiel begonnen. Pünktlich um 7 Uhr standen an die Hundert Wohnwagen-Gespanne vor der Zufahrtsschranke. Die Schlange reichte zurück bis zur Bäderstraße. 

7 Uhr, 7.05 Uhr, 7.10 Uhr … die ersten Camper werden ungeduldig. Die Schranke, die sich eigentlich vollautomatisch öffnen soll und dabei per Kamera die Autokennzeichen der Anreisenden registriert, bewegt sich nicht. Als die ersten Gepannfahrer kurzerhand über die offene Gegenspur auf das Gelände fahren, wird es unübersichtlich. Campingplatzleiter Mark Schlemme greift zum Telefon – und öffnet die Schranke letztlich manuell.

Die Einlass-Technik hat sich offenbar schon am Montagabend um 20.20 Uhr verabschiedet. „Kurz zuvor war die Feuerwehr auf dem Platz. Da hat die Schranke noch funktioniert“, schildert Schlemme. Der Campingplatzleiter geht davon aus, dass die Herstellerfirma im Verbund mit dem Hauselektriker der Wangerland Touristik GmbH (WTG) das Thema schnell in den Griff bekommen wird. Ein Schaden dürfte der WTG nicht entstanden sein. 

Die Dauercamper würden ihre Stellplätze ohnehin bereits im Vorfeld online bezahlen. „Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand am Dienstag um 7 Uhr auf den Platz schleichen möchte, ist sehr gering“, ist Schlemme überzeugt.

Sorgenkind Entwässerung

Für Schlemme ist es die erste Saisoneröffnung. Er hat erst im Herbst vergangenen Jahres den Job übernommen. In den vergangenen Wochen stand für ihn und seine – mit Saisonkräften – 15 Mitarbeiter die Saisonvorbereitung auf dem Programm. Hier wurde gemalt, dort Schilder aufgestellt, gefegt oder Bodenplatten zurechtgerückt. Ein Schwerpunkt: „Wir haben Gräben aufgereinigt, damit die Entwässerung besser funktioniert“, schildert Schlemme. In der vergangenen Saison habe in vier Gassen häufig das Wasser gestanden. Zum Herbst hin sollen deshalb neue Rohre verlegt werden. 

Die WTG-Campingplätze in Schillig und Hooksiel mit jeweils rund 1500 Stellplätzen gehören zu den größten Außendeich-Campingplätzen in der Republik. Und der Charme der Nordsee ist unverändert reizvoll. Zwar lägen die Buchungszahlen unter den Höchstwerten während der Corona-Pandemie. Aber mit rund 700 Dauercampern können man trotzdem zufrieden sein. 

Ein Teil dieser Dauercamper hatte ihre Wohnwagen bereits in den vergangenen Tagen auf dem Camper-Parkplatz zwischengesparkt und den eigenen Stellplatz vorbereitet. Einige standen aber auch schon seit gestern Abend vor der Schranke, um heute zu den ersten zu gehören, die ihren Wagen ausrichten, den Fußboden verlegen und das Vorzelt positionieren.

Brötchenservice ersetzt Bäcker

Die gute Botschaft von der WTG: Die Preise für die Stellplätze sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben. Allerdings, so schildert Schlemme im Gespräch mit „Hooksiel-Life“, habe die Bäckerei auf dem Campingplatz ihren Vertrag gekündigt. Einen neuen Pächter haben man bislang nicht gefunden. Aber auf frische Brötchen müssen die Camper dennoch nicht verzichten. „Wir sind sehr froh, dass der Betreiber der Party-Scheune, Jens Unger, angeboten hat, einen Brötchen-Service einzurichten“, sagt Schlemme. Bei ihren Vorbestellungen könnten Camper immerhin zwischen fünf Brötchensorten aussuchen. 

Schlemme ist zuversichtlich, dass die Camper mit diesem Service leben können. Aber genauere wird er erst in den nächsten Wochen erfahren. Der Campingplatzleiter hat sich fest vorgenommen, täglich eine Runde über den Platz zu drehen, um direkt mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen natürlich wissen, wie die Stimmung bei unseren Kunden ist“, sagt Schlemme. „Und über einen kleinen Schnack freuen sich Camper ohnehin immer.“