Hooksiel (18. 5. 2026) – Der Abenteuer-Spielplatz am Nordsee Campingplatz Hooksiel nimmt Gestalt an. Ein Herzstück, ein acht Meter hoher Leuchtturm mit Rutsche, steht bereits. Eine Sechser-Schaukel, Klettergeräte, ein Wellenparcours und weitere maritime Elemente sollen hinzu kommen.
Hooksiel hat einen Leuchtturm. Er ist acht Meter hoch und soll den Kindern auf dem Campingplatz Spaß bereiten. Foto: hol
Nach den Plänen der Überland-Gruppe als Campingplatzbetreiber soll der Abenteuerspielplatz schon zu Pfingsten eingeweiht werden. Als weiteres neues Freizeitangebot wird eine Minigolf-Bahn montiert. Wie Überland-Geschäftsführer Jan Wittlinger kürzlich als Gast des Seebadevereins Hooksiel sagte, sollen die Anlagen aber vornehmlich von Besuchern des Campingplatzes genutzt werden. Nicht ausgeschlossen sei, dass sie für gelegentlich für Aktionen geöffnet werden
Die Einrichtung neuer Freizeitangebote vor allem für Familien gehört zum Gesamt-Sanierungspaket der Betreiber, die den Platz zum Jahresbeginn von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen haben. Weitere Schwerpunkte sind die Modernisierung der Sanitärgebäude sowie der Strom- und Wasserversorgung.
Hinzu kommen eine Reihe von organisatorischen Änderungen, die zum Teil bei Campern auf massive Kritik gestoßen sind. So etwa die geplante Schließung des FKK-Camping-Bereichs ab nächstem Jahr oder die Änderung der Schließzeiten der Schranke an der Platzzufahrt.
Hier zumindest ist die Überland GmbH inzwischen wieder zurückgerudert. Die stark umstrittene Platzschließung bereits um 20 Uhr ist offenbar vom Tisch. Die Schranke ist aktuell wieder von 7 bis 12 Uhr und nach nach einer Mittagspause von 13 bis 22 Uhr passierbar.
Hooksiel (29. 4. 2026) – Wie erwartet war der Saal im Hooksieler Gästehaus am Dienstagabend rappelvoll. 120 Interessierte, davon gefühlt zwei Drittel Camper, wollen sich den ersten öffentlichen Auftritt eines Geschäftsführers der Überland-Gruppe vor Ort nicht entgehen lassen.
Einen schweren Stand hatte Überland-Geschäftsführer Jan Wittlinger (mit Mikrophon) in der Diskussion mit zahlreichen Dauercampern im Hooksieler Gästehaus. Der Manager sagte zu, über die eine oder andere Anregung nachdenken zu wollen. Foto: hol
Jan Wittlinger, extra aus Hamburg angereist, musste sich dann eine gute Stunde lange massive Kritik an den Plänen der neuen Eigentümer des Nordsee Campingplatzes anhören. Deutlich wurden mehrere Betroffene vor allem in punkto Kommunikation zwischen Betreiber und Kunden. „Das ist unmöglich.“
Gewerbe lobt Investitionen
Aber es gab auch lobte Worte. Der Hooksieler Tobias Geisen, Vorsitzender des Vereines für Handel, Handwerg und Gewerbe und einer der Macher in der örtlichen Dorfgemeinschaft, versuchte eine Lanze für die „Jungs von Überland“ zu brechen. „Wir sind froh, dass Sie so viel Geld in Hooksiel investieren.“ Erfreulich sei auch, dass die Überland-Gruppe sich über den Campingplatz hinaus in Hooksiel engagieren wolle. So trete das Unternehmen, das den Campingplatz zum 1. Januar von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen hat, als Sponsor für die bevorstehenden Herings- und Krabbentage auf.
Wittlinger war Gast der Veranstaltungsreihe „Gäste- und Bürgersnak“ des Hooksieler Seebadevereins. Nach der Begrüßung durch Moderator Thomas Leimkühler stellte er die erst 2024 gegründete Überland-Gruppe und deren Pläne für den Hooksieler Campingplatz vor. Überland betreibt aktuell sieben Campingplätze mit rund 5000 Stellplätzen in besten Lagen in ganz Deutschland. „Wir stehen für das traditionelle Campen mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt.“
Oberstes Ziel: Familienfreundlichkeit
Ein angestrebtes Markenzeichen: Familienfreundlichkeit. Dafür investiere man unter anderem in Spielplätze und Minigolfanlagen. Und jedes dritte Kind campe umsonst. Auf dem Hooksieler Platz gebe es zudem einen hohen Sanierungsstau. Sanitärgebäude müssten saniert, die Netze für Strom-, Wasser- und Abwasser komplett erneuert werden. Ziel sei es, „Hooksiel zu einem Vorzeigeplatz für Familien und Naturliebhaber“ zu entwickeln.
Der Nudistenverein übergab Jan Wittlinger (re.) eine Resolution mit der Forderung, den FKK-Bereich auf dem Campingplatz zu erhalten. Links: Erwin Abels vom Seebadeverein. Fotos: hol
Das Sanitärgebäude B sei bereits fertig, sagte Wittlinger. Die Aufwertung der „Kajüte“ als Restaurant vor Ort werde Anfang Mai, der Bau von Abenteuerspielplatz, 1-Loch-Minigolf-Anlage und eines „Pumptracks“ (ein Rundkurs zum Beispiel für Mountainbikes und Skater), Ende Mai abgeschlossen sein. Im Juni soll die Einrichtung eines Hunde-Agility-Parcours folgen.
Kritik an strategischen Entscheidungen
Eine Reihe von Fragen lösten die strategischen Pläne der Überland-Gruppe aus, die den FKK-Campingbereich ab 2027 aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben und die Stellplätze für Saisoncamper und touristische Camper neu zu ordnen – unter anderem um mehr Ruhe auf dem Platz zu schaffen.
Spielende Kinder schützen wolle man auch durch die Änderung der Schließzeiten der Schranke am Eingangsbereich. Sie bleibt ab 20 Uhr für Autofahrer gesperrt, was viele Camper als massive Beeinträchtigung ihrer Bewegungsfreiheit empfinden. Gerade ältere Menschen und Camper mit Beeinträchtigungen seien darauf abgewiesen, dass sie mit dem Auto zu ihren Stellplätzen fahren könnten – auch wenn sie abends von einer Veranstaltung oder einem Restaurantbesuch im Ort zurückkehren. Das Argument Kinderschutz sei vorgeschoben. „Seit Jahrzehnten hat sich niemand über die Auto beschwert. Hier werden doch keine Rennen gefahren“, stellte eine Camperin fest.
Unklarheiten bei Preisgestaltung
Ein Eindruck, den offenbar nicht alle teilen. Wie eine Rezeptions-Mitarbeiterin schilderte, gebe es immer wieder Beschwerden, dass sich einige Camper nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h auf dem Platz halten würden. Und es sei auch schon mal ein Kind angefahren worden …
Ein weiterer Knackpunkt: die Preisgestaltung, die für viele Camper nach eigenem Bekunden nicht transparent ist. Künftig, so Wittlinger, werde es auf dem Platz mit seinen 1500 Stellplätzen zwei Preiskategorien geben. Gehobene Preis müssten für Stellplätze direkt am Wattenmeer und am Natursaum gezahlt werden.
Eine Camperin, die bislang 700 Euro für ihren Saisonplatz zahlt, muss sich für 2027 auf eine Erhöhung um 250 Euro einstellen, wie der Überland-Manager bestätigte. Weitere 250 Euro kämen hinzu, sobald ihr Stellplatz zu einem Komfortplatz mit eigener Strom- und Wasserversorgung ausgebaut sei. Allerdings, so Wittlinger, würden im Gegenzug die Personengebühren je Camper deutlich sinken.
Als unangemessen empfinde sie es, dass die Camper zudem noch einen Gästebeitrag pro Person zahlen müssen, klagte eine Betroffene. Der liegt aktuell bei 3,20 Euro je Tag. „Der Gästebeitrag wird von der Gemeinde Wangerland erhoben“, erläuterte Wittlinger. „Den müssen wir kassieren und weiterleiten.“
Fehler in der Kommunikation
Wittlinger räume in der Debatte Fehler in der bisherigen Kommunikation ein. Es sei unter anderem falsch gewesen, in den Sozialen Medien mit Fotos von Leuchttürmen aus Schleswig-Holstein für den Campingplatz in Hooksiel zu werbe. Damit hatte sich Überland viel Spott eingehandelt. „Das werden wir so nicht wieder machen.“ Auch Unklarheiten bei Preisen und Nutzungsregeln wolle man schnellstmöglich durch maximale Transparenz beseitigen. Und, so eine weitere Zusage des Geschäftsführers, über die eine oder andere Neuerung werde man noch einmal nachdenken.
FKK-Bereich halbieren?
Dazu dürften die Schranken-Schließzeiten gehören. Vielleicht ja auch die Entscheidung über die Schließung des FKK-Bereichs, der ein Alleinstellungsmerkmal des Platzes an der Nordseeküste sei und seit Jahrzehnten zu Hooksiel gehöre. Der örtliche Nudistenverein übergab Wittlinger eine Resolution mit weit über Tausend Unterschriften mit der Forderung, den FKK-Bereich als Kulturgut aufrecht zu erhalten. Der Kompromissvorschlag: Vielleicht lasse sich die FKK-Fläche halbieren, damit sie wirtschaftlicher betrieben werden kann.
Nach Ansicht von Sonja Janßen, Tourismus-Managerin aus Hooksiel, wären die Betreiber gut beraten, die „gewachsenen Familienstrukturen“ auf dem Campingplatz möglichst zu erhalten. Und noch wichtiger: Statt einer Kommunikation per Email sollten sie unbedingt das direkte Gespräch mit den Campern suchen. „Sonst bekommen Sie die Missstimmung hier nie weg.“
Hooksiel (24. 4. 2026) – Der nächste „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebadevereins Hooksiel könnte spannend werden. Als Gast wird am kommenden Dienstag, 28. April, einer der Geschäftsführer der Überland-Gruppe erwartet. Damit stellt sich erstmals ein Vertreter der neuen Eigentümer des „Nordsee-Campingplatzes Hooksiel“ öffentlich vor. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Gästehaus. Der Seebadeverein weist darauf hin, dass maximal 120 Plätze zur Verfügung stehen.
Der Nordsee-Campingplatz in Hooksiel ist das zentrael Thema beim nächsten „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebaadevereins. Foto: hol
Die Überland-Gruppe hatte den Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen zum 1. Januar von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen. Seit Ende März, dem Ende der Sturmflut-Saison, ist der Platz wieder belegt. Seitdem mussten die neuen Eigentümer viel Kritik aushalten, die über die Sozialen Medien und die Tagespresse verbreitet wurde.
Nudisten sind enttäuscht
Ein Knackpunkt: Überland hatte angekündigt, ab 2027 aus wirtschaftlichen Gründen den FKK-Bereich auf dem Campingplatz aufgeben zu wollen. Damit würde der letzte Nudisten-Campingplatz an der Nordseeküste verschwinden. Ein herber Schlag für die Betroffenen, die zum Teil seit Jahrzehnten Dauercamper in Hooksiel sind.
Unmut ausgelöst haben bei einem Teil der Camper auch weitere Änderungen. Einige Dauercamper müssen ihre angestammten Stellplätze räumen. Die Struktur der Mieten ändert sich. Es kommt ab 2027 zu Preiserhöhungen vor allem dann, wenn Überland, wie angekündigt, die bislang als marode beklagte Infrastruktur der Wasser- und Stromversorgung modernisiert hat.
Kritik an neuen Schließzeiten
Kritik gibt es auch an den vorgezogenen Schließzeiten der Eingangsschranke (20 statt 22 Uhr) für Pkw. Was aus Sicht der Betreiber für mehr Ruhe auf dem Platz sorgen soll, wird von einigen Campern als Einschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit beklagt.
Ein weiteres Reizthema: Hunde. Als Neuerung erlaubt Überland den Campern auf allen Stellplätzen, ihre Hunde mitzubringen. Die Tiere müssen allerdings durchweg angeleint werden. Während die einen das mit Blick auf den Bewegungsdrang der Vierbeiner bedauern, befürchten andere, dass eine zunehmende Zahl von Hunden zur Bedrohung für die Brutvögel im nahe gelegenen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer werden könnte.
Eine Reihe von Investitionen geplant
Neben den Änderungen in der Nutzung des Platzes, die im wesentlichen in den 25-seitigen Mietverträgen der Camper fixiert sind, und der Modernisierung der Sanitäranlagen hat Überland eine Reihe von Investitionen angekündigt, die den Platz familienfreundlicher machen sollen. Dazu gehören der Bau eines Abenteuerspielplatzes, einer Minigolfanlage und einer Mountainbike-Bahn,eines Indoor-Spielplatzes und eines Hunde-Agility-Parcour.
Auch diese mit Blick auf die Attraktivität des Campingplatzes allgemein begrüßten Neuerungen dürften Thema beim „Gäste- und Bürgersnak“ werden.
Hooksiel (22. 3. 2026) – Die Mitglieder des Naturistenbundes Wilhelmshaven-Friesland (NBWF) sind enttäuscht, einige nach eigenem Bekunden sogar „schockiert“. Die neuen Betreiber des Nordsee Campingplatzes Hooksiel haben ein Gesprächsangebot der Nudisten über das geplante Aus für den FKK-Bereich auf dem Platz strikt abgelehnt. „Nicht einmal zu einem klärenden Gespräch ist die Überland bereit …“.
Gesprächsangebot abgelehnt
Bekanntlich hat die Überland Service GmbH (Berlin) zum Jahresbeginn den Hooksieler Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen von der insolventen Wangerland Touristik GmbH übernommen – und einige Änderung angekündigt. Neben verschiedenen Investitionen in die Sanierung und Modernisierung des Platzes und die Neuordnung der Stellplatz-Bereiche sieht das Konzept ab 2027 das Aus für das FKK-Camping vor.
FKK-Camping ist in Hooksiel nur noch in der Saison 2026 möglich. Foto: hol
Eine Online-Petition gegen diese Entscheidung haben inzwischen rund 1000 Freunde der Freikörperkultur unterzeichnet. Der NBWF hatte vor diesem Hintergrund die Überland-Geschäftsführung um ein Gespräch gebeten – auch um mögliche Kompromisse wie etwa eine Verkleinerung des bislang über 400 Stellplätze umfassenden FKK-Bereiches auszuloten. Die Antwort der Überland GmbH lässt aber keinen Raum mehr für entsprechende Überlegungen.
In der E-Mail bedankt sich Geschäftsführer Mike Schreurs zwar ausdrücklich für das bisherige Engagement der Nudisten auf dem Campingplatz. In der Sache selbst zeigt er sich aber unnachgiebig. „Nach sorgfältiger und umfassender wirtschaftlicher Prüfung haben wir eine endgültige Entscheidung getroffen, den bisherigen FKK-Bereich zum kommenden Jahr in einen Textil-Bereich umzuwandeln.“ Und weiter: „Die Entscheidung ist verbindlich und lässt leider keinen Spielraum für weitere Verhandlungen oder alternative Konzepte.“
Platzbetreiber beim Seebadeverein
Unabhängig von der von den Betroffenen als sehr schmerzhaft empfundenen FKK-Entscheidung will die Überland GmbH sich und ihr Konzept in Hooksiel vorstellen. Wie der Vorsitzende des Seebadevereins Hooksiel, Wolfgang Ademes, ankündigte, hätten die neuen Campingplatz-Betreiber zugesagt, am „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins im April teilzunehmen. Die (auch für Nudisten) öffentliche Veranstaltung beginnt am Dienstag, 28. April, um 18 Uhr im Gästehaus Hooksiel.
Hooksiel (17. 3. 2026) – Der Naturistenbund Wilhelmshaven-Friesland mobilisiert gegen das geplante Aus des FKK-Campings auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel. Über eine Online-Petition können Camper, aber auch sonstige Urlauber und Hooksieler Bürger, die Forderung des Vereins und den Appell an die privaten Betreiber des Areals unterstützen: „Bewahren Sie den FKK-Campingbereich in Hooksiel. Erhalten Sie diesen besonderen Ort für die Menschen, die ihn lieben, und für kommende Generationen.“
Für viele Nudisten ist der FKK-Campingbereich auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel mehr als ein Übernachtungsplatz. Sie wollen nicht hinnehmen, dass der „Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit “ ab 2027 aufgegeben werden soll. Foto: hol
Bekanntlich hat die insolvente Wangerland Touristik GmbH den Campingplatz mit seinen rund 1500 Stellplätzen zum Jahreswechsel an die Überland GmbH verkauft. Die neuen Eigentümer haben angekündigt, den Platz modernisieren, sanieren und neu ordnen zu wollen. Eine Botschaft dabei: Ab der Saison 2027 soll der FFK-Bereich aufgelöst werden. Die Nachfrage dafür sei zu gering. Von 412 Stellplätzen in diesem Bereich seien lediglich 125 an Saisoncamper vergeben. Auch die touristische Auslastung sei nicht ausreichend. Damit sei das FKK-Camping nicht tragbar.
Große persönliche Bedeutung
Diese wirtschaftliche Entscheidung, so der Naturistenbund, bedrohe ein Stück gelebter Kultur, das für viele Menschen von großer persönlicher Bedeutung sei. Der FKK-Campingbereich in Hooksiel, der letzte an der Nordseeküste, sei ein geschützter Raum, der generationsübergreifende Begegnungen ermögliche und ein über Jahrzehnte gewachsener „einzigartiger Ort der Freiheit, Gemeinschaft und Naturverbundenheit“. Der FKK-Bereich trage maßgeblich zur Attraktivität des Standortes bei, heißt es in der Begründung der Petition, die bis Dienstagmittag über 640 Menschen unterzeichnet haben.
Kritik an neuen Schließzeiten
Auch einige weitere geplante Neuerungen, mit denen die Überland GmbH den Platz für ihre Zielgruppen Familien, Ruhesuchende und Naturfreunde attraktiver machen möchte, stoßen auf Kritik. Zum Beispiel die neuen Schrankenzeiten, die wohl ab dem Saisonbeginn Ende nächster Woche gelten. Danach soll die Schranke an der Zufahrt künftig ab 20 Uhr (statt bislang ab 22 Uhr) geschlossen bleiben. „20 Uhr? Das ist schon sehr, sehr früh“, so Heino Cordes. Der Dauercamper sieht die Bewegungsfreiheit der Camper dadurch erheblich eingeschränkt. „Wenn man mal einen Ausflug nach Wilhelmshaven oder in die Region machen will, hat man immer die Schließzeit im Nacken.“
Angst vor Hundekot und Gebell
Die Öffnung der Schranke bis 22 Uhr sei aus seiner Sicht bislang nie ein Problem gewesen. Eigentlich müsste es auch einen Aufschrei der Gastronomie in Hooksiel gegen die Neuregelung geben, so Cordes. Viele der schon etwas älteren Dauercamper seien bislang abends mit dem Auto in den Ort gefahren, um hier Essen zu gehen. „Das fällt dann künftig weg. Damit verliert der Ort erheblich an Umsatz“, ist Cordes überzeugt.
Saisoncamper Josef Diersen liegt eine andere Neuerung schwer im Magen – die geplanten Freigabe des gesamten Platzes für Camper mit Hunden. „Die Einteilung des Geländes für hundehaltende Camper und für jene ohne hatte sich aus unserer Sicht sehr bewahrt.“ Diersen befürchtet, dass mit der Freigabe auf dem gesamten Platz tagsüber und nachts – neben Hundekot und -urin – mit Hundegebell zu rechnen ist. „Ein ruhiger und erholsamer Schlaf ist so kaum noch möglich.“
Hooksiel (27. 2. 2026) – Die „Überland Gruppe“ will den Campingplatz Hooksiel schon für die Saison 2026 deutlich aufwerten. Weitere Investitionen in die Infrastruktur seien für 2027 geplant. Für das laufende Jahr, so bekräftigen die neuen Eigentümer der zu Jahresbeginn von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) übernommenen Anlage, hätten alle noch von der WTG abgeschlossenen Verträge Bestand.
Ab 2027 wird es Änderungen geben. Unter anderem heißt es in der schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens: „Der bisherige FFK-Bereich wird ab der Saison 2027 aufgelöst.“
Die Überland-Gruppe will den Instandsetzungsstau auf dem Campingplatz Hooksiel auflösen. Die Anlagen und Einrichtungen im Sanitärgebäude B zum Beispiel sind inzwischen komplett erneuert. Foto: hol
Der Campingplatz Hooksiel soll künftig für die Slogan „Familie & Abenteuer“ und „Natur & Entspannung“ stehen. Die Zielgruppen: Familien, Ruhesuchende und Naturfreunde. Dafür stehe zum einen die Lage des Platzes vor dem Deich, direkt am Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Zum anderen werde man moderne Einrichtungen, großzügige Stellplätze und vielseitige Freizeitangebot entwickeln.
Stau bei Instandhaltung und Pflege
Der Platz habe bei der Übernahme einen erheblichen Instandhaltungsstau aufgewiesen, insbesondere im Bereich der Sanitäranlagen und der Platzinfrastruktur (Strom). Der Pflegezustand sei mangelhaft gewesen und Angebote für Familien habe es zuletzt keine mehr gegeben. „Seit der Übernahme Anfang des Jahres haben wir bereits erste wichtige Maßnahmen umgesetzt und planen weitere Verbesserungen noch in diesem Jahr sowie zur kommenden Saison 2027“, so die Überland-Management.
Für 2026 habe man die grundlegende Instandsetzung der Stromversorgung vorgesehen. Das Sanitärhaus B sei bereits vollständig modernisiert worden. „Im Mai entsteht auf der Wiese ein großer Abenteuerspielplatz. Zudem bauen wir eine 18-Loch Minigolfanlage bis voraussichtlich Mitte April.“
Minigolf und Mountainbike-Bahn
Weitere geplante Neuerungen für dieses Jahr: Eine Mountainbike-Strecke („PumpTrack“) für Kinder und Jugendliche (ab Ende Mai); ein Indoorspielpatz in der ehemaligen Camperscheune mit Kettcarverleih; eine gemütliche Sommerlounge vor der „Kajüte“; ein Hunde-Agility-Parcours.
Man habe die Müll-Entsorgungs-Container vom Eingangsbereich an einen unauffälligeren Standort verlegt. Ver- und Entsorgungsstation seien künftig kostenlos und an der Einlassschranke werde es von 12 bis 13 Uhr eine Mittagsruhe geben (neue Schrankenzeiten: 7 bis 12 Uhr und 13 bis 20 Uhr).
Kein FKK-Platz mehr ab 2027
Für die Saison 2027 ist nach den Angaben der Überland-Gruppe die Sanierung aller weiteren Sanitärhäuser sowie die Modernisierung und der Ausbau der gesamten Platzinfrastruktur (Strom, Wasser, Abwasser) geplant.
Die Entscheidung, den bisherigen FFK-Bereich ab der Saison 2027 auflösen zu wollen, begründen die neuen Betreiber mit wirtschaftlichen Gründen. „Die Nachfrage für FKK-Camping ist gering – von den 412 Stellplätzen sind lediglich 125 an Saisoncamper vergeben. Auch die touristische Auslastung ist nicht ausreichend.“ Im Ergebnis sei das FKK-Camping damit nicht tragbar. Für 2026 soll es aber keine Einschränkungen für FKK-Saisoncamper und Gäste geben.
Stellplätze werden neu geordnet
Im heutigen FFK-Bereich sollen ab 2027 attraktive Saisoncamping-Stellplätze entstehen. Die WTG habe bislang in allen Bereichen des Platzes Saisoncamping-Stellplätze vergeben. „Touristische Camper konnten lediglich die Lücken zwischen den Saisoncampern buchen.“ Künftig, so die Planung, werde man die insgesamt rund 1500 Stellplätze neu ordnen – mit am Ende rund 500 touristischen Stellplätzen und etwa 1000 Saison-Campingstellplätzen. Damit werde man den unterschiedlichen Zielgruppen gerechter. „Die neuen Saisoncamper-Bereiche werden ruhiger, da es weniger touristischen Durchgangsverkehr gibt.“
Den etwa 275 Saisoncampern, deren Stellplätze von der Neuordnung betroffen sind, bietet man einen Platz an anderer Stelle an. Auch alle aktuellen Saisoncamper im FKK-Bereich seien eingeladen, weiterhin Saisoncamper in Hooksiel zu bleiben. Preise und Konditionen für die Saison 2027 werde man ab dem 1. April bekannt geben.
Hooksiel (26. 2. 2026) – Helle Aufregung unter den FKK-Campern in Hooksiel. Die Überland-Gruppe hat angekündigt, ab 2027 keine Stellplätze mehr für Anhänger der Freikörperkultur anbieten zu wollen. Damit würde der letzte FKK-Campingplatz an der Nordseeküste verschwinden.
Noch ist auf dem Hooksieler Campingplatz Winterpause. Der FKK-Bereich ist deutlich abgegrenzt von den übrigen Stellplätzen. Foto: hol
Die private Überland-Gruppe hatte den Großcampingplatz vor dem Hooksieler Deich mit rund 1500 Stellplätzen zu Jahresbeginn von der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) übernommen. Erklärtes Ziel der neuen Eigentümer war es , den allgemeinen Pflegezustand sowie die Aufenthaltsqualität des Campingplatzes deutlich zu steigern. Unter anderem sollen die Sanitärgebäude modernisiert, die Platzinfrastruktur samt Energieversorgung und gerade mit Blick auf Familien die Kinderspielangebote deutlich verbessert werden.
Nach Informationen von „Hooksiel-Life“ haben Überland-Vertreter jetzt in einem Gespräch mit dem Naturistenbund mitgeteilt, dass die Nudisten in der Saison 2026 mit keinen Änderungen ihrer Situation rechnen müssen. Aber ab 2027 werde es auf dem Platz kein FKK-Camping mehr geben. Die Aufgabe des Angebotes habe rein wirtschaftliche Gründe.
Eine Anfrage von „Hooksiel-life“ mit der Bitte zum Stellungnahme von Mittwoch blieb bislang unbeantwortet. Das Unternehmen will sich am Freitag erklären.
Für viele Vereinsmitglieder war die Nachricht ein Schock. Ein Teil von ihnen dürfte Hooksiel den Rücken kehren, wenn es hier kein Stellplatz-Angebot für Nudisten mehr gibt. Nicht wenige der Camper sind seit Jahrzehnten als Dauergäste auf dem FKK-Teil des Campingplatzes zu Hause. Der FKK-Bereich mit etwa 400 Stellplätzen macht etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Campingplatzes aus. Er liegt unweit des Hooksieler FKK-Strandes.
Wangerland (23. 2. 2026) – Der geplante Verkauf des Campingplatzes in Schillig wird die Qualität der angebotenen Leistungen sowie das Wohlbefinden der Gäste in der Saison 2026 in keiner Weise beeinträchtigen. Das versichert der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, in einer heute verbreiteten Pressemitteilung.
Betreiber für Friesland-Therme
Wie „Hooksiel-Life“ bereits am Wochenende berichtet hatte, sucht die WTG im Rahmen eines Interessenbekundungs-Verfahrens potenzielle Investoren, die den Groß-Campingplatz übernehmen und betreiben möchten. Optional können Interessenten zusätzlich den Betrieb der benachbarten „Friesland-Therme“ in Horumersiel übernehmen. „Wir begrüßen es sehr, wenn ein Investor für den Campingplatz auch eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet. Unser Ziel ist es weiterhin, den touristischen Betrieb dauerhaft zu sichern und zukunftsfähig aufzustellen“, so Riedel.
Interessenten können ihre Gebote und Konzepte bis zum 10. März einreichen. Mit der Unterzeichnung eines Kauf- und Nutzungsverträgen rechnet man bei der WTG frühestens im Mai. Mit der Abwicklung der Verhandlungen hat die insolvente WTG die Immobiliengesellschaft GLC AG (Hamburg) beauftragt. Die Rahmenbedingungen für das strukturierte Bieterverfahren findet man unter anderem im elektronischen Amtsblatt der Gemeinde Wangerland (www.wangerland.org).
Gesamtkonzept wichtig
Der Außendeich-Campingplatz Schillig hat rund 1.500 Stellplätze, moderne Sanitär- und Serviceeinrichtungen sowie eine direkte Strandanbindung. Wie Riedel betont, werde die Bewertung der Angebote nicht nur von der Höhe des gebotenen Kaufpreises abhängen. Wichtig seien auch die Qualität und die Nachhaltigkeit des Konzeptes, geplante Investitionen sowie die Übernahme von Beschäftigten. Einem möglichen Verkauf müssen dann neben der WTG auch der Gläubigerausschuss und der im Zuge der Insolvenz in Eigenregie bestellte Sachwalter zustimmen.
Hooksiel (28. 1. 2026) – Noch halten sich die neuen Eigentümer des „Nordsee Campingplatzes Hooksiel“ zu ihren Plänen bedeckt. Die Überland-Geschäftsführung hatte vor einigen Wochen angekündigt, sich und ihr finales Konzept erst zum Saisonbeginn 2026 vorstellen zu wollen.
Erholung pur direkt am Wasser. Der Nordsee Campingplatz Hooksiel zieht Jahr für Jahr Tausende Urlauber an. Archiv-Foto: hol
Dennoch: Aktuell läuft die Werbemaschine für die kommende Campingsaison in Hooksiel an: Direkt vor dem Deich, am Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer. „Salzige Luft, endlose Weite, Schilf und Dünen, und in wenigen Minuten steht ihr mitten im Watt“, heißt es in einem Filmchen, das im Internet verbreitet wird. Wahre Botschaften und schöne Bilder mit nur einem Nachteil, wie einige küstenerfahrene Wangerländer anmerken. „Die Leuchttürme, die in dem Film zu sehen sind, stehen in Schleswig-Holstein.“
Spielplatz mit Leuchtturm
Schwamm drüber. Wichtiger ist das, was sich unmittelbar auf dem derzeit noch mit Schnee bedeckten Stellplatz tun soll. Die Überland Services GmbH setzt auf Aktivurlauber und familienfreundliche Angebote. Geplant sei ein neuer Abenteuerspielplatz mit Leuchtturm und Kletterwelt. Wo bislang die Partyscheune stand, soll ein Indoorspielplatz entstehen. Auch eine Hüpfburg und eine neue Minigolf-Anlage sind laut Werbefilm geplant. Hinzu kommen ein „Agility Parcours“ für Hunde sowie eine neue „Beach Bar“. Auf dem Programm steht zudem die Modernisierung der Sanitäranlagen.
Und das alles in einer wundervollen Umgebung mit einer Surfbucht vor der Tür, mit Wasserskianlage, Wander- und Radwegen in unmittelbarer Nähe, direkt hinter dem Deich „Schafe inklusive“. Auf der Internetseite www.ueberland-camping.de/hooksiel können Interessierte bereits Plätze buchen.
Skepsis bei Dauercampern
Soweit der Werbeblock. Überland hat bekanntlich den Nordsee-Campingplatz Hooksiel von der insolventen, gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH erworben und zum 1. Januar übernommen. Aktuell können lediglich Reisemobilisten die so genannte Ostdüne als Areal nutzen. Der vor dem Deich liegende Hauptplatz mit bis zu 1700 Stellplätzen darf erst nach der Stumflutsaison ab Ende März wieder belegt werden.
Während viele Hooksieler in der Neuausrichtung des Campingplatzes Chancen für den Ort und die Attraktivität des Angebotes sehen, verfolgen vor allem Dauercamper die Privatisierung des Platzes mit einer gewissen Skepsis. Sie befürchten steigende Preise, nicht nur aufgrund der geplanten Investitionen.
Rentables Investment
Zur Überland-Gruppe gehören insgesamt sieben Campingplätze. Das Betreiben von Stellplätzen für Zelte, Campingwagen und Wohnmobile in Deutschland gilt als attraktives Investment, auch für internationale Kapitalgeber. So soll laut Medienberichten hinter Überland eine amerikanische Investment-Gesellschaft und ein Immobilienfonds mit stattlichen Rendite-Erwartungen stecken. Fraglich sei zudem, ob die Geldgeber an einem langfristigem Engagement vor Ort interessiert sind.
Wie dem auch sei. Auf dem Überland-Buchungsportal findet man die Preistabelle für den Campingplatz Hooksiel für 2026. Auf den ersten Blick bewegen sich Preise und Gebühren in einem für vergleichbare Destinationen an der Nordsee üblichen Rahmen.
Schillig/Hooksiel (12. 1. 2026) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) erweitert auf dem Nordsee-Campingplatz in Schillig ihr Angebot für Gäste mit Hund. Bisher war allein der Platz 1 direkt neben der Rezeption für Camperinnen und Camper mit Hund vorgesehen.
Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage, so die WTG, seien künftig auch auf Platz 2 Hunde erlaubt. Damit werde man die Zahl der Stellplätze für Gäste mit Hund verdoppeln. Es gebe einen anhaltenden Trend, den Campingurlaub an der Nordsee gemeinsam mit seinem Hund zu verbringen.
Für Hundehalter biete der Campingplatz bereits seit Längerem eine hundefreundliche Infrastruktur. Dazu gehören aus Sicht der WTG eine Hundedusche sowie eingezäunte Freilaufflächen, die genügend Platz zum Spielen und Toben böten. Der direkt hinter dem Deich gelegene Platz verfüge zudem über kurze Wege zum Hundestrand.
Die gemeindeeigene WTG betreibt seit Jahresbeginn nur noch den Campingplatz Schillig. Der Platz in Hooksiel wurde im Rahmen der laufenden Insolvenz in Eigenregie an einen privaten Betreiber verkauft.