Hooksiel (7. 2. 2025) – Wenn man von den Tücken auf Wegen und Straßen sowie den hohen Heizkosten einmal absieht, kann Winterwetter durchaus Spaß machen. Schneefiguren bauen, mit Schlitten Hügel herunter rutschen, Ski fahren. Sogar Eislauf und „Ganzjahres-Wasserski“ ist in Hooksiel möglich – zumindest wenn man Bernhard Köster folgt und alle behördlichen Warnungen in den eisigen Wind schlägt.

Der Landkreis Friesland und die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland jedenfalls warnen dringend vor den Gefahren, die vom Betreten zugefrorener Seen, Teiche und sonstiger Gewässer ausgehen. Derzeit seien kaum Eisflächen freigegeben und – auch gerade vor dem Hintergrund der leicht steigenden Temperaturen – sei deren Tragfähigkeit in der Regel nicht ausreichend. „Das Betreten solcher Flächen stellt eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben dar.“
Noch keine Freigaben
Eine sichere Eisdecke bilde sich erst nach längeren Perioden mit durchgängigen Minusgraden. Gegenwärtig würden unter anderem die Bodentemperaturen, Strömungen, Gasblasen, Zu- und Abflüsse sowie punktuelle Wärmequellen eine verlässliche Eisbildung noch verhindern, mahnen die Behörden und weisen darauf hin: „Eisflächen dürfen erst nach ausdrücklicher Freigabe durch die zuständigen Städte und Gemeinden betreten werden.“

Bei stehenden Gewässern gilt eine Mindest-Eisdicke von etwa 15 Zentimetern als Voraussetzung für eine ausreichende Tragfähigkeit. Diese Bedingungen seien derzeit nicht erfüllt, so Landkreis und Polizei. Eltern werden gebeten, ihre Kinder ausdrücklich über die Gefahren aufzuklären und auf ein entsprechendes Verhalten hinzuwirken. Hundebesitzer sollten auf ihre Tiere achten. Auch sie können im Eis einbrechen.
Im Notfall 112 wählen
Wenn es dennoch zu gefährlichen Situationen kommt, sollten Betroffene den Notruf 112 wählen. „Rettungsmaßnahmen auf Eis sind äußerst gefährlich und sollten ausschließlich durch speziell ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehr oder der DLRG durchgeführt werden, die über entsprechende Schutzausrüstung verfügen.“
Gefahrlos geschöfelt werden kann unterdessen unter anderem auf einer eigens von der Feuerwehr aufgespülten Eisfläche am Wangermeer in Hohenkirchen. Oder im Freizeitgelände in Hooksiel, wie der Wintersport erfahrene Hooksieler Bernhard Köster beteuert. Pünktlich mit Beginn der Olympischen Winterspiele in Italien sei auch das Hooksieler Eisstadion „Die Kuhle“ zugefroren – ein Flachgewässer in dem weitgehend naturbelassenen Areal. In den vergangenen Tagen hätten sich dort zahlreiche Menschen getummelt, wären Schlittschuh gelaufen oder hätten Eishockey gespielt.
Viele Wintersportarten möglich
Köster weist schon seit Wochen dafür hin, dass Hooksiel bei der aktuellen Wetterlage Potenzial für eine ganze Reihe von Wintersportarten habe. Rodeln am Deich oder am Dietrichsberg etwa, Skispringen an der Jaderennbahn, Skilanglauf durchs Freizeitgelände und eben Eislaufen auf zugefrorenen, sehr flachen Feuchtgebieten. Als verwegen, wenn nicht gar als etwas verrückt, darf man wohl den Versuch von Köster aus der ablaufenden Woche bewerten, sich mit Skiern aufs Hooksmeer zu begeben. „Zumindest die ersten 15 Meter hat das Eis gehalten.“
Obwohl: Ältere Hooksieler werden sich daran erinnern, dass es noch bis in die 1990er Jahren durchaus Winter gab, in denen das Hooksmeer komplett zugefroren war. Derzeit aber dürfen die Bedingungen für sichere Schlittschuhfahrten vom Alten Hafen bis zur Wasserskianlage noch längst nicht gegeben sein.






Kommentare sind deaktiviert.