Wilhelmshaven (9. 8. 2026) – Die Deutsche Seemannsmission Wilhelmshaven ist eine für Stadt und maritime Wirtschaft gleichermaßen wichtige wie anerkannte Institution in der Region. Das wurde am Wochenende beim Tag der offenen Tür anlässlich des 66-jährigen Bestehens des ehrenamtlichen Besuchsdienst der Mission deutlich. Zu den Gratulanten gehörte auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), selbst Mitglied der Mission, der sich bei den Helfern für deren ehrenamtliches Engagement bedankte.

Wilfrid Adam begrüßte als Vorsitzender der Seemannsmission Hunderte Interessierte und Freunde im Seemannsheim an der Hegelstraße 11. Auch wenn die Verweildauer von Seeleuten in Häfen im Vergleich zu früher deutlich kürzer geworden ist, ist das Heim eine wichtige Zentrale für die Arbeit des Besuchsdienstes und für Seemannspastor Dr. Klaus Lemke-Paetznick.
Besuch bei der Seemannsmission
Lies unterstrich in einer von Adam moderierten Gespräch mit dem langjährigen Präsidenten des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Detthold Aden, die zentrale und weiter zunehmende Bedeutung des Hafens Wilhelmshaven für Niedersachsen und ganz Deutschland. Auch mit Blick auf die Belange des größten Bundeswehr- und Marinestandortes Deutschlands gelte es, die sich daraus ergebenen Zukunftschancen für die Stadt zu entwickeln.
Der Containerhafen Jade-Weser-Port (JWP), bei seiner Einweihung 2012 noch als Geisterhafen verspottet, komme auch dank der Reederei Hapag Lloyd richtig in Fahrt. Immer mehr Güter werden über Wilhelmshaven umgeschlagen. Hinzu komme, so Lies, die Bedeutung des Hafens als Energiedrehscheibe – neben Öl und Kohle werde es in Zukunft vornehmlich um verflüssigte Gase und um Strom von Offshore-Windparks gehen.

Hier übernehme die Stadt eine nationale Aufgabe. „Der Strom muss aber auch in Zukunft weiter per Erdkabel durch die Küstenregion geleitet werden, wenn wir die Akzeptanz nicht verlieren wollen“, sagte Lies mit Verweis auf andere Überlegungen in Berlin. Als Stärke des Hafens sieht Lies auch die großen Flächenpotenziale auf dem Voslapper Groden. Die einst für Industriezwecke aufgespülte Fläche ist aktuell noch EZ-Vogelschutzgebiet. „Wir werden dafür an anderer Stellen ein größeres Naturschutzgebiet entwickeln, wo tatsächlich Naturschutz stattfinden kann“, versicherte der Ministerpräsident.
Pläne für Mehrzweckhafen
Der Wilhelmshavener Aden, der unter anderem als Vorstandschef der Bremer BLG Logistics Group, maßgeblichen Anteil am Bau des JWP hatte, warb für den zügigen Bau des geplante Multipurpose-Terminal (MPT). Auf dem 900 Meter langen Terminal in Verlängerung des JWP könnten ab voraussichtlich 2038 neben Containern auch Schwerlastgüter, Autos oder im Bedarfsfall militärische Ausrüstung umgeschlagen werden.
Derzeit stünden in Wilhelmshaven rund 35.000 Import-Autos, die im inneren Hafen umgeschlagen und auf der Straße zur ehemaligen Geniusbank in Sichtweite des JWP gebracht werden, so Aden. Ein Fortschritt: Die Abstellflächen würden in Kürze einen Gleisanschluss bekommen, so das der Weitertransport per Bahn erfolgen kann.
Im Rahmen des Tages der offenen Tür bot die Seemannsmission in Haus und Garten ein abwechslungsreiches Programm, das musikalisch vom Shantychor „Schlicktown Singers“ und der Jazzband „Seaside Swing Combo“ umrahmt wurde.





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