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Schlüsselprojekte für Energiewende auf den Weg gebracht

Wilhelmshaven (10. 4. 2026) – Baubeginn für zwei Kernprojekte der Energiewende. Im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) wurde am Donnerstag in Wilhelmshaven der erste Spatenstich für einen 50-Megawatt-Batteriespeicher auf dem Gelände des ehemaligen Uniper-Kohlekraftwerkes gesetzt. Zuvor feierte die Firma TenneT in Sengwarden den offiziellen Baustart für eine Milliarden-Investition – einen Netzverknüpfungspunkt, über den auf See erzeugter Windstrom ins Netz eingespeist werden soll.

So soll der Batteriespeicher aussehen, der neben dem ehemaligen Uniper-Kohlekraftwerk errichtet wird. Repro: hol

Beide Projekte, so betone Lies, würden die Bedeutung Wilhelmshavens als Energiedrehscheibe mit zentraler Bedeutung für das gelingen der Energiewende unterstreichen.Wichtig wäre es aber auch, dass der Standort selbst auch in Form von Wertschöpfung und Steuereinnahmen profitiere. 

Versorgungssicherheit im Fokus

Bislang sei es bei der Suche nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen fast nur um den Klimaschutz gegangen. Heute stehe die Versorgungssicherheit im Vordergrund. „Aber Klimaschutz machen wir trotzdem“, so Lies. „Wie wichtig eine saubere, aber vor allem auch unabhängige Energieversorgung ist, wird uns derzeit drastisch vor Augen geführt.“ 

Ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende sei die Verlässlichkeit der politische und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ohne die kein Unternehmen in den Ausbau von regenerativen Energien, in Elektrolyseure, in Batteriespeicher oder die Wasserstoff-Herstellung investiere. Nach seiner Einschätzung werde es eine lange Übergangszeit geben, in der zum Beispiel Gaskraftwerke noch nötig sind. Wenig Hoffnung setzt Lies darauf, dass Kernkraftwerke der neuesten Generation den Weg in eine CO2-freie Stromproduktion erleichtern könnten. „Die sind ganz einfach viel zu teuer.“

Batterie speichert überschüssige Energie

Der Batteriespeicher, den Uniper mit der Partnerfirma NGEN auf dem Gelände des ehemaligen Uniper-Kraftwerks baut, soll eine Leistung von 50 Megawatt (100 MWh) haben. Das Speicher-System soll künftig kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, die durch die Einspeisung von Wind- und Solarenergie entstehen. Damit würde die Anlage die Integration erneuerbarer Energien sowie die Netzstabilität nachhaltig stärken. Die Nutzung von phasenweise überschüssigem Strom würde zudem die Erneuerbaren insgesamt günstiger machen.

Jan Taschenberger, Uniper-COO New Green Power & Gas (links), beim symbolischen Spatenstich für den Batteriespeicher mit (von links) Mirjam Bernard (NGEN), Ministerpräsident Olaf Lies, Holger Kreetz (COO Uniper), Roman Bernard (CEO NGEN), Oberbürgermeister Carsten Feist,  Marco Scholz (NGEN) und Harald Poppinga (Uniper). Foto: hol

Der Batteriespeicher könne überschüssigen Wind- oder Sonnenstrom aufnehmen und ihn wieder bereitstellen, wenn er benötigt wird, sagte Jan Taschenberger. Der Uniper-COO wies bei der Begrüßung der Gäste darauf hin, dass der Bau der Anlage ursprünglich für einen anderen Standort geplant gewesen sein. Ausdrücklich danke er den beteiligten Behörden, Netzbetreibern und Projektpartner NGEN für die gute Zusammenarbeit am Standort Wilhelmshaven. Aktuell läuft auf dem Gelände noch die Kampfmittelbeseitigung. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das vierte Quartal dieses Jahres vorgesehen. 

Nordsee-Windstrom wird gebündelt

Ein Schlüsselprojekt für die Energiewende ist das Energiedrehkreuz, das der Stromnetzbetreiber TenneT Germany über die nächsten Jahre auf einer Flüche von rund 70 Hektar baut. Über den Netzverknüpfungspunkt Sengwarden sollen künftig bis zu vier Gigawatt Offshore-Windleistung aus der Nordsee in das Stromnetz integriert werden. Rechnerisch können damit rund fünf Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

Tim Meyerjürgens, Vorsitzender der Geschäftsführung von TenneT Germany: „Hier in Sengwarden schaffen wir zentrale Infrastruktur, auf der Wirtschaft, Energieversorgung und industrielle Entwicklung der kommenden Jahrzehnte aufbauen können.“

In Sengwarden werden künftig die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin3 und LanWin4 zusammengeführt. Der Windstrom aus der Nordsee soll hier gebündelt, in das Höchstspannungsnetz eingespeist und dorthin transportiert werden, wo Haushalte, Wirtschaft und Industrie ihn benötigen. Dafür werden zwei Konverteranlagen gebaut, die den Offshore-Gleichstrom für den Weitertransport im Stromnetz in Wechselstrom umwandeln. Darüber hinaus entsteht ein 380-kV-Umspannwerk, das den Strom über die neue 380-kV-Leitung Wilhelmshaven2-Conneforde in das überregionale Stromnetz einspeist. 

Konverter wandeln Strom um

Einen dritten Konverter am Standort Sengwarden wird der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bauen, um den Wechselstrom aus dem dort entstehenden Umspannwerk aufzunehmen und über den Korridor B abtransportieren zu können. 

Das Projekt, davon zeigten sich auch Ministerpräsident Lies und Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist überzeugt, werde auch wirtschaftliche Impulse für die hiesige Region setzen. Es schaffe die Voraussetzungen für Industrie- und Technologieansiedlungen und stärke die Rolle des Standorts als Energieknoten von nationaler und europäischer Bedeutung. 

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