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Wangerländer Künstlerin erzählt Geschichten aus dem Meer

Hooksiel (29. 3. 2026) – Kunstwerke erzählen Geschichten. Zumindest viele. Und die von Karin Mennen geschaffenen Bilder und Bronzen allemal. Überzeugen kann man sich davon in der Ausstellung „Maritime Malereien und Bronzeplastiken“, die Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann zusammen mit Wangerlands stellvertretender Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek an diesem Sonntag eröffnet hat.

Die maritimen Bilder von Karin Meinen werden zum Teil vom Meer und vom Watt selbst gestaltet. Foto: hol

Die Wangerländerin gehört zu jenen Kulturschaffenden, für die Kunst neben Kreativität und Inspiration auch viel mit Können zu tun hat. Sie hat nach dem Lehrerstudium (Kunst und Deutsch für Gymnasien) an den Kunsthochschulen Düsseldorf und Wien studiert. Vor allem das Studium in Wien habe sie genossen, sagte Karin Mennen im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Vor allem die zahlreichen Stunden in Ausstellungen und Museen. Jede Menge Werke aus aller Welt, gespickt mit Symbolen, die Sprache der großen Künstler.

Leidenschaft als Grundlage

Zuhause gefühlt aber habe sie sich aber nur im Wangerland, sagt die Künstlerin. Hier wollte sie leben und arbeiten. Und genau diese leidenschaftliche Verbindung von Karin Meinen mit ihrer Heimat spüre man in ihren Arbeiten, sagte Renate Janßen-Niemann.

Es geht Karin Mennen um Geschichten, mal aus der Geschichte, mal aus der Natur, mal aus der Technik oder der Zukunft. Wichtig für ihre Inspirationen sei zudem das Material, mit dem sie arbeite. Dazu gehören stets selbst gemachte Farben, manchmal besondere Leinwände oder die Bronze für die Skulpturen.

„Bevor ich mich an die Arbeit mache, versuche ich möglichst viel zu recherchieren – zu den Materialien, aber auch zum jeweiligen Thema.“ So etwa zur „Seewiefken“-Skulptur, die hinter dem Deich in Minsen steht. Als Karin Mennen die lebensgroße Figur, das Wappenbild der Gemeinde Wangerland, schuf, war die Seewiefken-Sage kaum bekannt. 

Vor der maritimen Malerei steht für die Künstlerin der Kontakt mit dem Meer, dem Watt, den Salzwiesen. Ein Projekt, deren Ergebnisse in der Ausstellung zu bewundern sind: Watt-Gemälde, die das Weltnaturerbe lebendig werden lassen. Karin Mennen legt dafür teilweise mit blauer Farbe unterlegte Leinwand (oder auch Sackmaterial) direkt ins Watt – und wartet. Tage, manchmal Wochen, spielt die Natur mit der Materie und hinterlässt ihre Spuren. Die sind dann – wenn sie nicht gerade von Urlaubern als Souvenir mitgenommen werden – die Basis für die weitere Gestaltung des Kunstwerks. Federreste werden zu einem Vogel, Wasserschlieren zur Welle, Sandkörner zu einer Düne. Stabilisiert wird die dreidimensionale Kunst durch mehrere Lasuren. Natürlich aus eigener Herstellung.

Männchen tragen Kinder aus

Spannend auch die Seepferdchen-Bronzen (auf dem Bild mit der Künstlerin und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann). Der „Hippocampus“ galt lange als ausgestorben – hat aber überlebt. Für seine Existenz benötigt das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Tier Salzwiesen, wie sie im Wattenmeer vorkommen. Übrigens: Bei den Seepferdchen tragen die ihren Weibchen stets treuen Männchen den Nachwuchs aus. Ihr nach außen gerichtetes Skelett ist extrem stabil und gilt als Vorbild für moderne Robo-Technik. 

Die Recherche geht der Kunst voraus. Am Ende steht eine wunderschöne Bronze im Künstlerhaus. Sie ist mehr als Kunst – sie steht für eine der vielen spannenden Geschichten von Karin Mennen mit Bezügen zum Wangerland. 

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