Friesland/Jever (7. 4. 2026) – CDU und FDP im Landkreis Friesland mit einer gemeinsam Kandidatin in das Rennen um das Landratsamt. Die Vorstände beider Parteien haben mit Sibylle Raquet eine Volljuristin für die Kandidatur vorgeschlagen. Die Jeveranerin soll nach der Kommunalwahl im September die Nachfolge von Landrat Sven Ambrosy (SPD) antreten. Über die endgültige Nominierung der 55-Jährigen entscheiden die Mitgliederversammlungen der Parteien.
Kandidatin von CDU und FDP

„Es wird Zeit für eine Frau an der Spitze unseres Landkreises“, erklären die Parteivorsitzenden Thies Fischer (CDU) und Hendrik Theemann (FDP). Beide zeigen sich überzeugt, mit Sibylle Raquet (Foto) eine fachlich starke und zugleich regional verwurzelte Bewerberin gefunden zu haben.
„Wir sind froh darüber, eine so versierte und kompetente Frau nominieren zu können“, wird CDU-Kreisvorsitzender Fischer in einer Pressemitteilung zitiert. Für die CDU sei früh klar gewesen, dass es eine Persönlichkeit aus der Region sein müsse, die künftig Verantwortung für den Landkreis Friesland übernehme. FDP-Kreisvorsitzender Theemann bezeichnet Raquet als „absolute Fachfrau“, die mit ihrem „scharfen Blick und einem schnellen Verstand die Kreisverwaltung auf ein neues Level heben kann“.
Erfahrung aus dem Stadtrat
Sibylle Raquet lebt in Jever und arbeitet seit 2019 in einer Kanzlei in der Marienstadt. Ihre beruflichen Schwerpunkte liegen im Familien- und Erbrecht. Geboren wurde sie in Bad Soden. Nach ihrem Studium war sie zunächst in Frankfurt tätig. Bereits dort sammelte sie politische Erfahrung als Referentin der FDP-Fraktion. Nach dem zweiten Staatsexamen praktizierte sie in eigener Kanzlei in Bad Homburg. Seit der Kommunalwahl 2021 gehört sie dem Stadtrat in Jever an. Raquet ist Mutter von zwei Töchtern.
Inhaltlich setzt die Juristin auf klare Führungsstrukturen und eine präsente Verwaltungsleitung. „Mir sind klare Strukturen und Abläufe wichtig. Gerade in Verwaltungen ist es entscheidend, dass jeder weiß, was von ihr oder ihm erwartet wird“, erklärt sie. Wer eine Verwaltung erfolgreich führen wolle, müsse an der Spitze nicht nur präsent sein, sondern auch Verantwortung übernehmen und vorangehen.
Zentralklinik, Wirtschaft und Tourismus
Zugleich wirbt Raquet für ein kooperatives Führungsverständnis. Sie betont die Bedeutung eines offenen und vorurteilsfreien Austauschs innerhalb der Verwaltung und mit der Politik. „Kreistag und Kreisverwaltung haben unterschiedliche Aufgaben und Zuständigkeiten. Das gilt es anzuerkennen und daraus eine neue Stärke der Gemeinsamkeit entstehen zu lassen“, sagt sie.
Als zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre nennt Raquet den geplanten Neubau einer Zentralklinik, die weitere Stärkung von Wirtschaft und Tourismus sowie die Rolle Frieslands beim Ausbau alternativer Energiequellen. Dabei komme es darauf an, einen fairen Ausgleich zwischen den Anforderungen der Energiewende und den berechtigten Interessen von Städten, Gemeinden und Landwirtschaft zu schaffen.
Ambrosy hatte angekündigt, bei der Kommunalwahl am 13. September nicht erneut kandidieren zu wollen. Als Bewerber für seine Nachfolger sind bislang Rolf Neuhaus (parteilos) und Jan Ole Möller (Die Partei) bekannt. Neuhaus wird wird von der SPD unterstützt.






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