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Alle Beiträge zum Thema “Kommunalwahl”

Höhe der Beteiligung wichtiger Faktor bei der Stichwahl

Wangerland (26. 9. 2026) – An diesem Sonntag geht ein monatelanger Wahlkampf zu Ende. In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Wangerland stehen sich Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Herausforderer Thies Fischer (CDU) gegenüber.

Wer wird Chef der Verwaltung?

Szlezak (52) möchte seine seit 2021 andauernde Tätigkeit im Rathaus fortsetzen. Für Fischer (25) wäre es die erste Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister. Der künftige hauptamtliche Bürgermeister ist als Beamter auf Zeit ab dem 1. November für acht Jahr Chef der Verwaltung im Rathaus und zugleich erster Repräsentant der Gemeinde. Aber auch er hat nur eine Stimme im Gemeinderat, der für wichtige politische Weichenstellungen verantwortlich ist.

Der Ausgang der Wahl gilt als offen, auch wenn Fischer im ersten Wahlgang weit vorn lag. Szlezak hatte sich bereits vor fünf Jahre in der Stichwahl gegen seinen damaligen Kontrahenten Bernd Abrahams (Pro Wangerland) durchgesetzt.

Engagierter Wahlkampf

In der Schlussphase des von allen Bewerbern sehr engagiert geführten Wahlkampfes hatten die Grünen ihre Anhänger zur Wahl von Szlezak aufgefordert. Die FDP hingegen unterstützt Fischer. Die Wählergruppe Pro Wangerland, deren Kandidat Abrahams diesmal im ersten Wahlgang durchgefallen war, hat keine Wahlempfehlung abgegeben.

Ein wichtiger Faktor dürfte die Höhe der Wahlbeteiligung sein. Sie lag bei der Wahl am 13. September bei 66,8 Prozent. Vorteile dürfte der Kandidat haben, dem es in den beiden zurückliegenden Wochen gelungen ist, Wähler von Abrahams auf seine Seite zu ziehen und der gleichzeitig seine Stammwählerschaft dazu motivieren konnte, möglichst vollzählig an den Wahlurnen zu erscheinen.

Ergebnis gegen 19.30 Uhr

Im Wangerland sind am Wahltag sechs Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke. Die Auszählung der Stimmen beginnt um 18 Uhr. Bis 19.30 Uhr wird mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Das amtliche Wahlergebnis soll am kommenden Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr vom Gemeindewahlausschuss im Rathaus verkündet werden. 

Sichert legt Einspruch gegen Ergebnis der Landratswahl ein

Friesland (25. 9. 2026) – Der AfD-Kreisvorsitzende Martin Sichert (Zetel) hat wie angekündigt Widerspruch gegen dieLandratswahl im Landkreis Friesland eingelegt. Der Bundestagsabgeordnete hält die Wahl vom 13. September für nicht rechtmäßig, da er vom Kreiswahlausschuss nicht als Kandidat zugelassen worden war.

AfD-Politiker als Kandidat ausgeschlossen

Das Gremium hatte Zweifel ob Sichert (Foto) als einer der führenden Köpfe des vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuften AfD-Landesverbandes Niedersachsen die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten. Das wiederum ist Voraussetzung für ein Beschäftigungsverhältnis als Landrat als „Beamter auf Zeit“.


„Man hat mich rechtswidrig vor der Landratswahl ausgeschlossen“, ist Sichert überzeugt. Bei seinem Einspruch gehe es ihm auch um den den „Schutz der Demokratie“. Es könne nicht angehen, dass „man einfach nach Gutdünken Kandidaten vor der Wahl ausschließen kann“. Sollte sein Einspruch abgewiesen werden, werde er durch alle gerichtlichen Instanzen gehen. Er rechne fest damit, dass er am Ende Recht bekomme. Sein Ziel sei es, dass „diese unwürdige Landratswahl in Friesland wiederholt werden muss“.

Ziel ist die Wiederholung der Wahl

Der Einspruch gegen die Landratswahl muss zunächst von der Wahlleitung im Landkreis Friesland geprüft werden. Eine Entscheidung über den Einspruch fällt der Kreistag. Gegen diese Wahlprüfungsentscheidung könnte dann Sichert vor dem Verwaltungsgericht klagen. Sollte er gewinnen, müsste die Landratswahl wohl wiederholt werden.

Bei der Wahl am 13. September hatte sich Rolf Neuhaus (parteilos) mit 57,5 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gegen Sibylle Raquet (FDP) und Jan Ole Möller (Die Partei) durchgesetzt.

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Pro Wangerland will Vertrauensverlust selbstkritisch hinterfragen

Wangerland (19. 9. 2026) – Anders als Grüne und FDP gibt Pro Wangerland keine Empfehlung zur Bürgermeister-Stichwahl im Wangerland am 27. September. Der Vorstand der Wählergemeinschaft habe beschlossen, bei der anstehenden Entscheidung zwischen Thies Fischer (CDU) und Mario Szlezak (SPD) neutral zu bleiben.

Keine Empfehlung zur Stichwahl

Unabhängig vom Ausgang der Wahl werde Pro Wangerland auch künftig Entscheidungen im Gemeinderat an der jeweiligen Sache orientiren und die Interessen der Bürger in den Mittelpunkt stelen, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Pro-Wangerland war bei der Bürgermeisterwahl mit Bernd Abrahams als eigenem Kandidaten angetreten. Für den Einzug in die Stichwahl hat dessen Stimmenzahl nicht ausgereicht. Auch bei der Kommunalwahl musste Pro Wangerland gegenüber der Wahl 2021 Stimmenverluste von rund sieben Prozentpunkten hinnehmen. Künftig stellt man vier Ratsvertreter.

Die Ursachen für dieses Ergebnis werde man sorgfältig analysieren und aufarbeiten, so Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier. „Dabei ist es uns wichtig, selbstkritisch zu hinterfragen, welche Gründe zu diesem Vertrauensverlust geführt haben und welche Schlussfolgerungen wir daraus für unsere zukünftige politische Arbeit ziehen müssen.“ 

Wurzeln liegen in Hooksiel

Pro Wangerland, hervorgegangen aus der 2017 gegründeten Wählergemeinschaft Pro-Hooksiel, sei entstanden, weil viele Bürger mit der damaligen Kommunalpolitik der etablierten Parteien unzufrieden gewesen seien. 2021 trat Pro Wangerland erstmals zur Kommunalwahl an. Man habe dabei das Ziel verfolgt, so Schäfermeier, sich als unabhängige Wählergemeinschaft sachorientiert und ohne parteipolitische Bindungen in die Arbeit des Gemeinderates einzubringen. „An diesem Grundsatz wollen wir auch im neu gewählten Gemeinderat festhalten.“ 

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Kreistag: Wiesner bleibt Sprecher der SPD-Fraktion

Wangerland/Friesland (18. 9. 2026) – Die Kreistagsfraktion der SPD Friesland hat sich am Donnerstag neu konstituiert. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde Jannes Wiesner einstimmig wiedergewählt. Als seine Stellvertreter wurden Fred Gburreck, Detlef Kasig und Miriam Engels-Isigwe gewählt.

Inhaltlich will sich die Fraktion in der kommenden Zeit auf mehrere Schwerpunkte konzentrieren: den weiteren Ausbau und die Sanierung der Schulen, eine gute Infrastruktur sowie die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Nach seinem erfolgreichen Abschneiden bei der Kreistagswahl hatte Wiesner angekündigt Vorsitzender der SPD-Fraktion bleiben zu wollen

„Das starke Ergebnis für unsere Fraktion und mein persönliches Wahlergebnis verstehe ich als deutlichen Zuspruch für unsere Arbeit der vergangenen Jahre“, so Wiesner (Foto) in einer Mitteilung. 

Die SPD Friesland war bei der Kreistagswahl mit über 30 Prozent stärkste Kraft geblieben. Wiesner selbst erhielt persönlich mehr als 2400 Stimmen. Für Wiesner, der auch in den Rat der Gemeinde Wangerland gewählt worden ist, sind die Ziele seiner Kreispolitik klar abgesteckt. „Wir wollen Friesland zukunftsfest machen. Mit Schulen, die unsere Kinder bestmöglich fördern, mit einer Infrastruktur, die mithält und mit Rahmenbedingungen, die unseren Betrieben Wachstum ermöglichen.“

Bei der Kreistagswahl ist die SPD auf 31,9 Prozent gekommen. Damit besetzt sie 15 der 46 Sitze (plus Landrat). Die weiteren Parteien kamen auf CDU (19,9 %/ 9 Sitze), AfD (16,6 %/8), Grüne (11,0 %/5), Zukunft Varel (7,0 %/3), Linke (4,5 %/2), FDP (3,5 %/2), Freie Wähler (1,5 %/1) und Die Partei (1,4 %/1).

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Gemeinde bedankt sich für ehrenamtliches Engagement

Wangerland (16. 9. 2026) – Mit dem Ende der aktuellen Wahlperiode verlassen 14 Ratsmitglieder des Rates der Gemeinde Wangerland. Einige von ihnen haben sich nicht erneut zur Wahl gestellt, andere werden dem neuen Rat aufgrund des Wahlergebnisses nicht mehr angehören. Im Namen der Gemeinde verabschiedete Bürgermeister Mario Szlezak die Kommunalpolitiker und danke ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement.

Bürgermeister Mario Szlezak (links) verabschiedete in der letzten Ratssitzung der Wahlperiode eine Reihe langjähriger Kommunalpolitiker, die im nächsten Rat nicht mehr mitwirken werden. Von links: Immo Müller (UWW), Marianne Kaiser-Fuchs (SPD), Horst David (BfB), Beate Wedermann (CDU), Dirk Bremers, Angelika Kirschner (beide Grüne) Wieland Rosenboom, Carsten Ihnken (beide Pro Wangerland) und Johann Wilhelm Peters (SPD).  Nicht auf dem Foto sind Ina Christine Janssen, Viola Sambale, Nadine Kirschner, 
Wolfram Sandmeier (alle SPD) und Tom-Oliver Thomssen (CDU). Foto: Gemeinde

Die Dauer der Ratszugehörigkeit der Verabschiedeten reicht von eineinhalb Jahren bis zu über drei Jahrzehnten. Eine besondere Würdigung erfuhr Johann Wilhelm Peters (SPD), der dem Rat insgesamt 32 Jahre angehörte. Davon übte er 22 Jahre lang das Amt des Ratsvorsitzenden aus. Er habe über einen außergewöhnlich langen Zeitraum hat die Arbeit des Rates begleitet, mitgestaltet und geprägt. 

Bürgermeister Szlezak würdigte die ausscheidenden Ratsmitglieder am Dienstagabend persönlich und überreichte ihnen als Zeichen des Dankes und der Anerkennung jeweils eine Ehrenurkunde sowie einen Blumenstrauß. „Kommunalpolitik lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihre Gemeinde zu übernehmen. Dafür möchten wir uns bei allen ausscheidenden Ratsmitgliedern herzlich bedanken“, so Szlezak. 

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FDP: Fischer steht für einen Neuanfang im Wangerland

Wangerland (16. 9. 2026) – Die FDP Wangerland spricht sich für die Bürgermeister-Stichwahl im Wangerland am Sonntag, 27. September, für Thies Fischer (CDU) aus. „Jetzt ist die Zeit für einen Wechsel und einen neuen Aufbruch“, betonen die Liberalen in einer Pressemitteilung.

Fischer stehe für einen Neuanfang. Er habe im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde angehen, wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig notwendige Veränderungen in Verwaltung und Politik vorantreiben wolle. Der CDU-Herausforderer hatte den ersten Wahlgang mit 42,1 Prozent der Stimmen vor Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gewonnen, der auf 30,8 Prozent kam. Inzwischen haben sich die Grünen für Szlezak ausgesprochen.

Wie die FDP betont, wolle man nicht die CDU als Partei unterstützen, sondern den Kandidaten. Ratsherr Lübbo Meppen: „Ich habe Thies Fischer in den vergangenen Jahren als jemanden erlebt, der stets nah bei den Menschen ist und sich nicht davor scheut, Probleme klar anzusprechen. Genau diese Anpacker-Mentalität brauchen wir jetzt .“ Das Wangerland könnees sich nicht leisten, einfach so weiterzumachen wie bisher.

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CDU stärkste Kraft im neuen Rat – Einbußen für die SPD

Wangerland (14. 9. 2026) – Die Zusammensetzung des künftigen Gemeinderates der Gemeinde Wangerland wird sich stark verändern. Ein Ergebnis der Kommunalwahl: Zwei der insgesamt 25 Sitze in dem Kommunalparlament werden unbesetzt bleiben.

Zwei AfD-Sitze unbesetzt

Der Grund dafür: Der Stimmenanteil der AfD (14,1 Prozent) hätte drei Kandidaten der Partei den Einzug in den Rat ermöglicht. Da die Alternativen aber mit Martina Müller nur einer Bewerberin ins Rennen geschickt haben, bleiben zwei Sitz unbesetzt.

Das vorläufige Wahlergebnis für den Gemeinderat lag um 2.32 Uhr vor. Sieger ist die CDU mit 33,1 Prozent der Stimmen. Starke Verluste musste die SPD hinnehmen, die auf 25 Prozent kam. Der Wählergemeinschaft Pro Wangerland (WPW) gaben 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme, der AfD, die bislang nicht im Rat vertreten war, 14,1 Prozent, den Grünen 8,8 Prozent. Für die Sitzverteilung bedeutet das: CDU: 8 Sitze, SPD: 6, WPW: 4, AfD: 3 (davon nur einer besetzt), Grüne: 2 und FDP 1.

SPD verliert Hooksiel

Im Wahlbezirk Hooksiel, der bislang als SPD-Hochburg galt, stimmten 30,1 Prozent der Wähler für die CDU, 21,7 Prozent für die SPD, 18,1 Prozent für die Wählerinitiative pro Wangerland und 15,7 Prozent für die AfD. Nicht berücksichtigt sind dabei die per Briefwahl abgegebenen Stimmen, die keinem Wahlbezirk zugeordnet werden.

Der neue Gemeinderat

In den neuen Gemeinderat gewählt wurden: Thies Fischer, Katharina Jensen, Arndt Lowien, Dieter Behrens-Focken, Mario Krar, Joachim Janßen, Christian Burchardt und Alice Brandenburg-Bienek (alle CDU), Sven Ambrosy, Jannes Wiesner, Ronja Hildebrand, Holger Ulfers, Stefanie Bremers und Florian Wirth (alle SPD), Bernd Abrahams, Dieter Schäfermeier, Geraldine Vogdt und Hermann Wilken (alle Pro Wangerland), Martina Müller (AfD), Gaby Szlezak und Sven Pohle (Grüne) sowie Lübbo Meppen (FDP).

Warum im Wangerland einige Stühle im Rat leer bleiben könnten

Wangerland/Hooksiel (10. 9. 2026) – Wer seinen Stimmzettel für die Kommunalwahl per Post in auf den Weg bringen will, der muss sich beeilen. Spätestens am heutigen Donnerstag sollte der Briefwahl-Umschlag in den Postkasten gehen. Da das Bundesunternehmen mit Blick auf den Wahltermin 13. September auch an diesem Samstag Briefe zustellt, sollten die Stimmzettel noch rechtzeitig im Rathaus in Hohenkirchen ankommen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann seinen Briefwahl-Umschlag natürlich auch persönlich beim Rathaus vorbeibringen. „Alle Stimmzettel, die bis Sonntag, 18 Uhr, in unserem Briefkasten liegen, werden gezählt“, versichert Thomas Hayen (Foto), stellvertretender Gemeindewahlleiter im Wangerland. 

Am Sonntag sind 8274 Wangerländer Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Zum einen jeweils eine Stimme für die Direktwahl von Bürgermeister und Landrat, zum anderen jeweils bis zu drei Stimmen für die Zusammensetzung des Gemeinderates und des friesländischen Kreistages.

Bereits 2024 Briefwähler

Bis Donnerstag früh hatten bereits 2024 Briefwähler aus dem Wangerland gewählt. Ihre Stimmen werden aber auch erst am Sonntag ab 18 Uhr ausgezählt. Dafür werden im Rathaus zwei Briefwahlbezirke eingerichtet. Hinzu kommen die Ergebnisse aus den sechs Wahllokalen im Gemeindegebiet, – unter anderem in der Grundschule Hooksiel -, in denen die Bürger von 8 bis 18 Uhr ihre Stimmen abgeben können. 

Für den ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen werden insgesamt 64 Wahlhelfer sorgen, so Hayen. Zudem stehen einige Gemeindemitarbeiter in Bereitschaft, falls hier oder dort ein Wahlhelfer ausfallen sollte.

Direktwahlen gehen vor

Sie interessiert am meisten, ob ihr Nachbar in den Gemeinderat einzieht oder nicht? Dann werden sie sich etwas gedulden müssen. Für die Reihenfolge der Auszählung der Stimmzettel gibt es strikte Vorgaben. „Direktwahlen gehen vor“, so Hayen. „Und der Landkreis kommt vor der Gemeinde.“

Konkret heißt das: Zunächst werden die Wahlhelfer die Stimmen für die Landratswahl auszählen und ins Kreishaus nach Jever übermitteln. Danach folgt die Bürgermeisterwahl. Damit dürfe am frühen Abend feststehen, ob sich einer der drei Bewerber im Wangerland – Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) – bereits im erste Wahlgang durchsetzen konnte. Das wäre dann der Fall, wenn er mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Andernfalls müssten die beiden Bestplatzierten in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, zu einer Stichwahl antreten.

Anspruchsvolle Auszählung

Nach den Direktwahlen geht ans Auszählen der Verhältniswahlen. Erst werden die Stimmen für den Kreistag und danach die für die Zusammensetzung des nächsten Gemeinderats ermittelt. Und das ist nicht ohne. Bei den Verhältniswahlen hat jede Wählerinnen und jeder Wähler drei Stimmen, die er nach Belieben auf die Listen der Parteien und Wählergruppen oder auf einzelne Kandidaten verteilen kann. „Da muss man sich beim Auswerten schon gehörig konzentrieren“, schildert Hayen.

Danach werden alle einer Partei oder Wählergruppe zuzuordnenden Stimmen nach dem so genannten Hare/Niemeyer-Verfahren ins Verhältnis gesetzt. „Wer zum Beispiel ein Drittel der Stimmen erhält, soll auch ein Drittel der Sitze im künftigen Rat haben“, erläutert Hayen. Da der Wangerländer Rat – neben dem hauptamtlichen Bürgermeister – 24 Sitze hat, wären das für eine 33-Prozent-Partei acht Sitze.

Besetzung der Sitze

Und welche acht Kandidaten der Partei bekommen die Sitze? Hier wird es kompliziert, da es sich bei der Kommunalwahl nicht nur um eine Verhältnis- sondern auch um eine Persönlichkeitswahl handelt. Zunächst werden die Stimmen für die Parteiliste oder für einzelne Kandidaten ins Verhältnis gesetzt. Gehen wir für unsere Beispiel-Rechnung von 50:50 aus, würden die ersten vier Sitze der Partei durch die Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen besetzt. Die vier weiteren Sitze gehen an weitere Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Nominierung in der Parteiliste.

Dieses System ermöglicht durchaus beliebten Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in die Kommunalparlamente, die ganz hinten auf der jeweiligen Parteiliste zu finden sind. Umgekehrt können aber auch Bewerber mit sehr wenig persönlichen Stimmen in Rat und Kreistag einziehen, wenn sie auf einem vorderen Listenplatz stehen.

Zu wenige Bewerber?

Spannend könne es bei der Kommunalwahl im Wangerland aber noch aus einem anderen Grund werden. In Paragraf 36 des Niedersächsisches Kommunalwahlgesetzes heißt es: „Ergibt die Berechnung … mehr Sitze für einen Wahlvorschlag, als er Bewerberinnen und Bewerber aufweist, so bleiben die übrigen Sitze bis zum Ablauf der Wahlperiode unbesetzt.“

Was heißt das das Wangerland? Sollte etwa die FDP – was zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich ist – 50 Prozent der Stimmen holen, hätte sie Anspruch auf zwölf Sitze im Rat. Da der Wahlvorschlag der Partei nur zwei Personen nennen, blieben zehn Sitze im Rat unbesetzt. Gleiches würde auch für die AfD gelten – mit dem Unterschied, dass diese Partei nur eine Kandidatin benannt hat. Prognosen gegen davon aus, das die AfD im landesweiten Durchschnitt auf 20 Prozent kommen könnte.

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Von Hotels, Bädern und dem richtigen Umgang mit Investoren

Hooksiel (9. 9. 2026) – Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am kommenden Sonntag. Zwei Stunden lang plauderten und argumentierten Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Dienstagabend vor rund Hundert Interessierten im Gästehaus Hooksiel.

Enges Rennen ums Bürgermeisteramt

Ob sie dabei den Wahlausgang entscheidend beeinflussen konnten, ist ungewiss. Auf die Frage von Moderator Sebastian Urbanczyk, wer denn durch den Verlauf der Debatte seine Wahlentscheidung noch einmal überdacht habe, meldeten sich lediglich fünf Personen. Das Fazit des Journalisten: „Einer von Ihnen hat vielleicht eine Stimme dazu gewonnen. Wer weiß, wofür das gut ist.“

Sorgten zwei Stunden lang im Gästehaus Hooksiel für kurzweilige Unterhaltung: (von links) Moderator Sebastian Urbanczyk sowie die Bürgermeisterkandidaten Bernd Abrahams, Thies Fischer und Mario Szlezak. Foto: hol

Wer weiß. Das Rennen um das Bürgermeisteramt gilt als offen. Allen drei Bewerbern wird zugetraut, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten zu erreichen, zu der es am Sonntag, 27. September, kommen würde, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.

Zu den Gewinnern der vom Seebadeverein Hooksiel veranstalteten Debatte gehörte auf jeden Fall das Publikum, das zwei Stunden lang gut unterhalten wurde. Weniger durch die zumeist schon bekannten politischen Positionen der Bewerber als vielmehr durch eine amüsante Gesprächsführung. Überraschende Fragen brachten Einblick in Spontanität und Kreativität der drei Herren auf dem Podium.

Launige Fragen

„Was war die Entscheidung, die Sie auf keinen Fall so wieder treffen würden?“ – Szlezak: „Meine Zustimmung zum Bau des Thalasso Meeres Spa.“ – Abrahams: „Dass ich meinen Wahlkampf vor fünf Jahren zu spät begonnen habe. Sonst wäre ich Bürgermeister geworden und wir hätten das Problem mit dem TMS nie bekommen.“

„Was schätzen Sie an ihren Mitbewerbern am meisten?“ Szlezak über Fischer: „Seine jugendliche Agilität.“ Fischer über Abrahams: „Dass er es wirklich geschafft hat, persönlich seine Wahlflyer zu jedem Haus im Wangerland zu bringen.“ Abrahams über Szlezak: „Seine Hemdsärmeligkeit.“

Vier Hotels für Hooksiel?

Inhaltlich drehte sich die Debatte um die Zukunft der insolventen Wangerland Touristik GmbH, die angespannte Finanzlage der Gemeinde, um Handlungsbedarfe am Alten Hafen von Hooksiel, um die Entwicklung des Freizeitgeländes und den Bau von möglicherweise bis zu vier Hotels im Ort. Fischer würde sich ein kleines, schickes Hotel auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen wünschen. Szlezak zeige sich zuversichtlich, dass auf dem Grund und Boden des geschlossenen Hallenwellenbades ein Hotelbau entstehen kann. Auf einem Grundstück gegenüber ist ohnehin ein Hotel geplant.

Vierter Standort könnte die Trabrennbahn sein, die alle drei Bewerber für ein attraktives Investitionsprojekt opfern würden. Frage aus dem Publikum: „Braucht Hooksiel wirklich vier Hotels?“ Während Szlezak und Fischer sich bedeckt hielten, auf notwenige Planungen und Marktmechanismen verwiesen, beleuchtete Abrahams die Frage von der anderen Seite. „Wenn wir Pech haben und keinen Investor finden, kommt überhaupt kein Hotel.“

Szlezak: Netto-Markt kommt

Szlezak war zu verdanken, dass dann auch noch einige Neuigkeiten bekannt wurden. So soll der Investor, der für den Discounter Netto einen Markt im Hooksieler Gewerbegebiet bauen will, das Grundstück inzwischen erworben haben. „Netto kommt. Die Frage ist nur, wann.“ Neu war auch, dass die Gemeindeverwaltung davon abrät, den geplanten Neubau einer Grundschule in Hohenkirchen – der ebenso wie geplante Feuerwehrbauten von allen drei Kandidaten mitgetragen wird – durch private Investoren bauen zu lassen.

Stichwort Investoren: Einigkeit in der Runde herrschte darüber, dass die Gemeinde Wangerland in der Zukunft pfleglicher mit potenziellen Investoren umgehen muss. Hier sei die Verwaltung durch schnelles und professionelles Handeln etwa in der Bauleitplanung gefordert. Aber auch in den politischen Gremien sei mehr Verbindlichkeit nötig. Fischer: „Da müssen wir besser werden.“

Hoffnung auf Hallenbad

Sehr zuversichtlich zeigte sich der Bürgermeister, dass das Wangerland bald wieder ein Hallenbad haben wird. Im Zuge des WTG-Insolvenzverfahrens gebe es vielversprechende Gespräche mit möglichen Käufern des Campingplatzes Schillig, die sich auch in der „Friesland-Therme“ in Horumersiel engagieren wollen. „Wir als Tourismusgemeinde brauchen auf jeden Fall ein Bad“, stellte Szlezak im Einvernehmen mit Fischer fest.

Eine gewisse Unterstützung durch die Gemeinde und aus dem Gästebeitrag wäre dafür vertretbar, da der Transport von Schulkindern zu anderen Schwimmbädern auch Geld koste. Zudem sollten die Urlauber in der Gemeinde gehalten werden. Kritischer Einwurf von Abrahams: „Aber der DLRG ist mit der Öffnung der Friesland-Therme nicht geholfen …“

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Pro Wangerland warnt vor planlosem Ausverkauf von WTG-Immobilien

Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.

Thalasso Meeres Spa von außen
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa sollte auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden werden. Archiv-Foto: hol

Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.

Masterplan für den Tourismus

Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.

„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.

Live hinterm Deich
Die WTG soll auch künftig für ein attraktives Veranstaltungsprogramm sorgen – vor allem in der Vor- und Nachsaison. Archiv-Foto: hol

Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.

Wertschöpfung je Gast erhöhen

Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“

Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.

Vertrauen durch Transparenz schaffen

Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.

„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.