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Alle Beiträge zum Thema “Kommunalwahl”

Debatte über die Zukunft von Hooksiel: Viel Arbeit für die Politik

Hooksiel (26. 8. 2026) – Der Ort Hooksiel wird weiter wachsen. Davon jedenfalls sind die Kommunalpolitiker überzeugt, die sich am Dienstagabend auf Einladung des Hooksieler Seebadevereins zum „Parteien-Talk“ eingefunden hatten. Vor rund 80 Interessierten diskutierten sie zwei Stunden lang über Infrastrukturprojekte, in der nächsten Wahlperiode unbedingt angegangen werden müssen – oder halt auch nicht.

Auf dem Podium im Gästehaus die Kommunalpolitiker (von rechts) Fabian Ulbrich, Andy Strümpel, Gaby Szlezak, Holger Ulfers und Dieter Schäfermeier sowie der Moderator Gerd Abeldt von „Hooksiel-life“. Foto: hol

Thomas Leimkühler aus dem Seebadevereins-Vorstand begrüßte mit Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Andy Strümpel (CDU), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen), Holger Ulfers (SPD) und Fabian Ulbrich (Freie Wähler) Kandidatinnen und Kandidaten von Wählergruppen und Parteien, die sich bei der Kommunalwahl am 13. September um Mandate im Gemeinderat bemühen. Die Kandidatin der AfD war zeitlich verhindert. Und auch die FDP fehlte.

Großbaustelle Alter Hafen

Einigkeit besteht zum Thema Strandsicherung. In dem geplanten Bau eines Deckwerkes, das den von Strömung und Sturmfluten bedrohten Badestrand sichern sollt, sehen alle eine Chance für Hooksiel. Sehr wichtig ist nach der Einschätzung der Politiker auch die Entwicklung am Alten Hafen, insbesondere die zukünftige Nutzung des ehemalige Feuerwehrareals. Die Gemeinde sucht hierfür seit 2022 einen Investor. Bislang erfolglos. Aktuell wartet man auf die Präsentation von Plänen für den Bau einer Markthalle.

Hier überwog auf dem Podium die Skepsis. „Die schöne Markthalle in Aurich wurde schnell wieder geschlossen“, sagte Ulbrich. Eine Halle kombiniert mit Hotelzimmern im Obergeschoss? „Wer will schon über einem Markt wohnen, in dem immer Betrieb ist“, fragte Dieter Schäfermeier. Strümpel hofft weiterhin auf ein Hotel für dieses Filetgrundstück. Holger Ulfers und Gaby Szlezak rieten dazu, die Entscheidung nicht über Knie zu brechen. Ulfers: „Wir dürfen hier vor allem nichts falsch machen.“

Auch jenseits des Feuerwehrareals sehen die Politiker am Alten Hafen großen Handlungsbedarf. Der Hafenplatz sollte barrierefrei sein, das Kopfsteinpflaster ersetzt, die Sanitäranlage erneuert werden. Wie stabil ist die Kaimauern noch? Wie lässt sich auf Dauer die Wasserqualität sichern? Fragen über Fragen. Schäfermeiers Vorschlag „Wir sollten eine Arbeitsgruppe mit allen zuständigen Behörden und Institutionen bilden, um die Probleme anzugehen“ blieb unwidesprochen.

Knackpunkt Trabrennbahn

Klar Position bezogen die Politiker zur geplanten touristischen Entwicklung des Freizeitgeländes durch die landeseigene Hafengesellschaft NPorts. Zumindest zu einem Detail. Aus Sicht von SPD und Pro Wangerland soll die Trabrennbahn an der Bäderstraße auf jeden Fall dauerhaft erhalten bleiben. Andy Strümpel hielt für die CDU dagegen. Wenn sich ein Investor zum Beispiel für einen attraktiven Hotelbau an dieser Stelle finde, müsse die nur an drei Tagen im Jahr genutzte Pferdesportarena weichen. Zumal ohnehin niemand sagen könne, ob Trabrennsport eine Zukunft habe. Hotel hin oder her – die Grünen sehen den Tiersport ansich schon kritisch. Gaby Szlezak: „Wenn Pferde bei 35 Grad Rennen laufen müssen, ist das für mich fragwürdig.“

Weiteres Thema: Die Zukunft des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades und der umliegenden Flächen. Das Areal gehört der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) und steht zum Verkauf. Der Einfluss der Politik auf die Auswahl des Investors sei nur gering, so Schäfermeier. Und die WTG brauche das Geld, um wieder auf die Beine zu kommen.

Hotel statt Hallenbad?

Dass an dem Standort ein Schwimmbad erhalten bleibt, gilt als ausgeschlossen. Wahrscheinlicher sei ein Hotelbau, der aber maximal vier Geschosse hoch sein dürfte, so Ulfers. Den Vorschlag von Ulbrich, die Fläche für Wohnbebauung zu nutzen, hält Schäfermeister für abwegig. Bei dem hohen Preis für Grundstück und Abrisskosten gebe es keine Alternative zu einer intensiven Nutzung,

Von großer Bedeutung für Hooksiel ist nach Überzeugung von Holger Ulfers der Einstieg in die Bauleitplanung für die Freifläche zwischen der Bäderstraße und dem Altendeich. Hier könnten Grundstücke für Dauerwohner entstehen, möglicherweise sei auch Platz für den Neubau eines Kindergartens, den auch Gaby Szlezak und Andy Strümpel für in absehbarer Zeit erforderlich halten. Für den CDU-Politiker könnte ein Kindergarten eine sinnvolle Nachnutzung für das Gästehaus sein, das der WTG gehört. Ulfers sprach sich zudem für einen Discounter-Standort in der Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses aus, mitten im Ort. Strümpel und Szlezak würden sich auch über einen Netto-Markt im Gewerbegebiet freuen.

Wohnungen statt Walter-Spitta-Haus

Einigkeit in der Runde bestand darüber, dass vor allem auch bezahlbarer Wohnraum etwa für junge Leute oder für Senioren geschaffen werden müsse. Schäfermeier verwies darauf, dass die Gemeinde mit der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Friesland über die Nutzung der Freiflächen am Walter-Spitta-Haus im Gespräch sei. Die Kirche will das Gemeindehaus aufgeben. Denkbar wäre die Erweiterung der benachbarten Altenwohnanlage. Diskutiert wurde darüber hinaus über den Bau von Mehrfamilienhäusern und die Verdichtung der Bebauung im Ort, etwa durch die Nutzung großer Gärten oder – wie Strümpel anregte – den Abriss von maroden Altbauten.

In der Debatte wurden eine Reihe weiterer Positionen deutlich. Unter anderem forderte Andy Strümpel weitere Gewerbeflächen für Hooksiel, Holger Ulfers hält die Sanierung der maroden Georg-Adden-Straße sowie die Planung der Grundschul-Erweiterung für dringend erforderlich. Fabian Ulbrich unterstrich die Dringlichkeit des Baus eines Radweges entlang der Landesstraße von Hooksiel nach Waddewarden. Gaby Szlezak wies auf die große Bedeutung von Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen vor Ort hin.

Gemeinde hofft auf Geld von der WTG

Viele Projekte erfordern viel Geld. Wo soll das herkommen, zumal die Gemeinde schon jetzt einen hohen Schuldenstand hat? Dieter Schäfermeier zeigte sich optimistisch. Wenn das Insolvenzverfahren für die WTG gut laufe, werde die Gemeinde ihr Geld zurückbekommen, das sie der Tourismustochter einst geliehen hat. „Dann wird unser Handlungsrahmen deutlich besser.“

Im Anschluss hatte das Publikum Gelegenheit, weitere Fragen an die Politiker zu stellen: Inwieweit hat die Gemeinde Fördertöpfe im Blick? Gibt es eine Gesamtstrategie für die Entwicklung des Wangerlandes? Wer kümmert sich eigentlich um die Schafe am Deich, die unter der Hitze leiden? Fragen über Fragen, die deutlich machen, dass es noch viel Redebedarf gibt.

Nächste Podiumsdebatte

Die nächste Podiumsdiskussion des Seebadevereins ist für Dienstag, 8. September, ab 19 Uhr im Gästehaus angesetzt. Auf dem Podium werden dann die Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) erwartet. 

Nach Kandidatur für AfD fristlose Kündigung durch Mission

Wangerland/Jever (19. 8. 2026) – Martina Müller, Kandidatin der AfD für ein Mandat im Gemeinderat der Gemeinde Wangerland und im friesländischen Kreistag, hat durch ihr Bekenntnis zu der in Niedersachsen als „gesichertrechtsextrem“ eingestuften Partei ihren Job verloren. Wie die Partei mitteilt, wurde wurde die angehende Kommunalpolitiker am 17. August von ihrem Arbeitgeber, der mission:lebenshaus gGmbH, fristlos gekündigt.

Martina Müller: „Ich bin schwer enttäuscht“

Zuvor habe der Arbeitgeber Martina Müller noch aufgefordert, bis zum 7. August ihre Kandidaturen zurückzuziehen. Andernfalls würde man arbeitsrechtliche Schritte bis hin zur Kündigung einleiten. Die Wangerländerin arbeitet seit Mitte 2011 bei der mission:lebenshaus gGmbH und ist zudem 1. Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

„Meine langjährige Tätigkeit habe ich mit Überzeugung und Verantwortung gelebt und mich stets für die Belange und Interessen der Beschäftigten eingesetzt“, so Martina Müller. „Ich bin schwer enttäuscht davon, dass mein Arbeitgeber nach so langer vertrauensvoller Zusammenarbeit versucht, mich zu nötigen und meine berufliche Existenz bedroht, nur weil ich mich auch für die Mitmenschen in meiner Gemeinde und meinem Landkreis künftig einsetzen möchte.“

Mission ist Teil der Diakonie

Die mission:lebenshaus gGmbH ist eine 100-prozentige Tochter des Vereins für Innere Mission in Bremen und unterhält sechs stationäre Hospize in Norddeutschland, unter anderem in Jever, Varel und Wilhelmshaven. In einer heute verbreiteten Stellungnahme bestätigt der Verein die Darstellung.

Der Verein für Innere Mission sei Teil der evangelischen Kirche sowie auch Teil der Diakonie und erfülle seit 177 Jahren seinen Auftrag auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. „Die unantastbare Würde jedes Menschen, Nächstenliebe, Respekt, Teilhabe, Solidarität sowie die besondere Verantwortung für Menschen in vulnerablen Lebenslagen sind zentrale Grundlagen unseres Handelns.“

Grundsätzlich arbeite man nicht nicht mit Personen, Organisationen oder Netzwerken zusammen, deren Handeln oder vertretene Positionen im Widerspruch zu den grundlegenden Werten von Kirche und Diakonie stehen. Dabei gehe es nicht um die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei oder Organisation als solche. Entscheidend sei die Frage, ob Haltungen, Positionen und öffentliches Handeln mit dem kirchlich-diakonischen Auftrag und den daraus folgenden Loyalitätsanforderungen vereinbar seien.

Kein Platz für Ausgrenzung von Menschen

„Die mission:lebenshaus gGmbH verhält sich parteipolitisch neutral – aber wir ergreifen Partei, wenn es um genau die Menschen geht, die bei uns entscheidende Unterstützungsleistungen suchen“, wird in der Erklärung betont. „Wenn also Menschen und Gruppen von wiederum anderen Menschen, Gruppen und auch Parteien abgewertet und ausgegrenzt und zu Bürgerinnen und Bürgern zweiter Klasse degradiert werden, dann müssen wir uns dem mit aller Entschiedenheit entgegenstellen.“

Man habe die Kandidatur der Mitarbeiterin für die „Alternative für Deutschland“ bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen sorgfältig geprüft. Das Ergebnis: „Nach unserer Auffassung steht die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie.“ Und weiter: „In unseren Einrichtungen können Menschen in vulnerablen Lebenslagen darauf vertrauen, dass wir ihnen mit Achtung und Empathie begegnen und unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung, sozialem Status oder persönlicher Lebenssituation für ihre Würde und ihre Rechte eintreten.“

Man sehe sich mit der Kündigung auf Grundlage des Grundgesetzes und der geltenden kirchlichen und arbeitsrechtlichen Regelungen.

Sichert: Unfassbarer Vorgang

Martin Sichert, Kreisvorsitzender der AfD Friesland-Wittmund, stuft die Kündigung hingegen als „unfassbar“ ein. Arbeitgeber hätten die Pflicht, Mitarbeiter für Arbeit im Gemeinderat und Kreistag freizustellen und ihnen diese Arbeit zu ermöglichen. „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es Arbeitgeber gibt, die so demokratiefeindlich sind, dass sie Mitarbeiter abmahnen und sogar kündigen, nur weil diese für die aktuell in Umfragen stärkste politische Partei kandidieren.“

Gerade Unternehmen im Umfeld der Diakonie, die massiv von staatlichen Geldern finanziert würden, hätten eine eine besondere Neutralitätspflicht. „Ich fordere den diakonischen Träger auf, die Kündigung und die Abmahnung mit sofortiger Wirkung zurückzuziehen.“ 

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SPD: „Es geht um den Schutz unserer Demokratie“

Friesland (18. 8. 2026) – Die friesische SPD begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg, den Eilantrag von Martin Sichert auf Zulassung zur Landratswahl als unbegründet abzuweisen. 

„Es ist gut, dass das Verwaltungsgericht in seiner Entscheidung deutlich gemacht hat, dass es darum geht, die ordnungsgemäße Durchführung demokratischer Wahlen sicherzustellen“, so die SPD-Kreisvorsitzende Lena Gronewold. „Entgegen der Darstellung der AfD sind weder die Entscheidung des Wahlausschusses noch die heutige Gerichtsentscheidung ein Angriff auf die Demokratie. Ganz im Gegenteil: Es geht um den Schutz unserer Demokratie.“

Zweifel an Verfassungstreue

Ein Landrat müsse alle Bürgerinnen und Bürger eines Landkreises vertreten. „Die öffentlichen Äußerungen von Herrn Sichert, beispielsweise in den sozialen Medien, lassen jedoch erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob er jederzeit für die demokratische Grundordnung und die Rechte aller Menschen eintreten würde“, so Gronewold.

„Der Kreiswahlausschuss hat nach Abwägung aller vorliegenden Fakten eine Entscheidung getroffen“, beteuert der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Jannes Wiesner. „Mit dieser demokratischen Mehrheitsentscheidung muss auch die AfD zunächst leben. Das Gesetz sieht klar vor, dass Entscheidungen über die Gültigkeit einer Wahl erst im Anschluss an die Wahl gerichtlich überprüft werden. Das gilt auch für die Landratswahl in Friesland. Dieser Weg steht dem Kandidaten der AfD selbstverständlich offen.“

Prüfung erst nach der Wahl

Gronewold und Wiesner verurteilen die Beleidigungen und Beschimpfungen, denen inzwischen Mitarbeitende der Kreisverwaltung und Mitglieder des Wahlausschusses ausgesetzt seien. „Man kann unterschiedlicher Meinung sein und Entscheidungen kritisch bewerten. Beleidigungen und Bedrohungen können und wollen wir jedoch nicht akzeptieren.“

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Eilantrag zur Landrats-Wahl abgelehnt: Gericht sieht keine Fehler

Friesland/Oldenburg (17. 8. 2026) – Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat heute den Eilantrag des AfD-Politikers Martin Sichert (Zetel) gegen dessen Nicht-Zulassung als Kandidat für die Landratswahl im Landkreis Friesland abgewiesen. Der Bundestagsabgeordnete kündigte umgehend an, gegen diese Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einzureichen.

Einspruch erst nach der Wahl zu klären

Sichert war vom Landesverband Niedersachsen der Partei „Alternative für Deutschland“ als Kandidat für die Landratswahl am 13. September vorgeschlagen worden. Frieslands Kreiswahlleiter hatte die Kommunalaufsicht beim Innenministerium eingeschaltet, da er Anhaltspunkte für Zweifel an der Verfassungstreue des Antragstellers sah. Das Ministerium holte seinerseits Erkenntnisse vom Verfassungsschutze ein, die dem Kreiswahlleiter an die Hand gegeben wurden.

Der Kreiswahlausschuss stimmte mehrheitlich für eine Nichtzulassung des Antragstellers zur Landratswahl, da er nicht die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten. Gegen diese Entscheidung richtet sich der Eilantrag des Betroffenen. 

Nach Darlegung des Verwaltungsgerichtes seien Entscheidungen und Maßnahmen, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren beziehen, grundsätzlich erst im Rahmen eines Wahleinspruches im Anschluss an die Wahl zu überprüfen. Angesichts der Vielzahl von Einzelentscheidungen der Wahlorgane und Wahlbehörden könne eine Wahl nur dann termingerecht durchgeführt werden, wenn die Rechtskontrolle begrenzt werde und einem nach der Wahl stattfindenden Wahlprüfungsverfahren vorbehalten bleibe. 

Keine offensichtlichen Fehler

Zudem seien keine offensichtlichen Verfahrensfehler zu erkennen, die in einem Wahlprüfungsverfahren zur Ungültigkeit der Wahl führen würden. Der Kreiswahlausschuss habe seine Entscheidung keineswegs nur mit Sicherts Mitgliedschaft und seinen Funktionen in der AfD-Niedersachsen begründet, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Man habe daneben eine Vielzahl von ihm persönlich zuzurechnenden öffentlichen Äußerungen und Betätigungen berücksichtigt. Die Heranziehung der Äußerungen sei jedenfalls nicht offensichtlich unzulässig gewesen. 

Es bestünden auch keine offensichtlichen verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz festgelegten Anforderungen an die Verfassungstreue von Landräten und das erst in diesem Jahr eingeführt mehrstufige Prüfverfahren. Die von den Bürgern direkt gewählten Landräte sind mit Amtsantritt „Beamte auf Zeit“ und deshalb zur besonderer Verfassungstreue verpflichtet.

Unverständnis bei Sichert

„Gemäß der Entscheidung des Verwaltungsgerichts kann der Wahlausschuss willkürlich das passive Wahlrecht aberkennen, ohne dass der Kandidat dagegen Rechtsschutz vor der Wahl hat“, beklagt Sichert. „Wenn das Bestand hat, sind wir in Zuständen wie in Russland oder der Türkei angekommen.“  Es könne nicht sein, dass bei Fragen des passiven Wahlrechts, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung in ihren Grundfesten berührt, die Landesgesetzgebung über dem Grundgesetz stehe.

Sichert beklagt, dass das Verwaltungsgericht sich inhaltlich gar nicht mit der Entscheidung des Wahlausschusses befasst habe, also mit der Frage, warum an seiner Verfassungstreue gezweifelt wird. „Damit legitimiert das Gericht implizit, dass nicht die Bürger entscheiden, wer Landrat wird, sondern der parteipolitisch besetzte Wahlausschuss durch seine Vorauswahl, die voraussichtlich erstmal jahrelang nach der Wahl Bestand hat, bis die gerichtliche Entscheidung fällt.“ 

Für ihn sei es „völlig bizarr“, dass er nach der Logik des niedersächsischen Innenministeriums Bundeskanzler oder Minister werden könne, nicht aber Landrat.

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Welche Perspektiven sieht die Politik für Hooksiel?

Hooksiel (17. 8. 2026) – Hooksiel steht vor einer Reihe von Debatte zur Kommunalwahl. Im Gästehaus werden in den nächsten Wochen gleich drei Podiumsdiskussionen stattfinden – alle mit unterschiedlichen Ausrichtugnen.

Feuerwehrgerätehaus zum Verkauf
Die Zukunft des ehemaligen Feuerwehrareals am Alten Hafen von Hooksiel ist bislang ungeklärt. Archiv-Foto: hol

Den Auftakt macht eine Debatte im Rahmen des „Gäste- und Bürgersnak“ des Hooksieler Seebadevereins am Dienstag, 25. August. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, die Polit-Debatte aber erst um 19.30 Uhr. Der Seebadeverein um den Vorsitzenden Wolfgang Ademes hat dazu Vertreter alle Parteien und Wählergruppen eingeladen, die sich bei der Kommunalwahl am 13. September um ein Mandat im Rat der Gemeinde Wangerland bemühen.

Drei Debatten im Gästehaus

Die Moderation übernimmt der Journalist Gerd Abeldt. In der Vorstellungs- und Diskussionsrunde, in deren Verlauf auch die Bürger selbst Fragen stellen können, soll es ausdrücklich um Fragen rund um den Ort Hooksiel gehen – unter anderem um Vorstellungen der Parteien für die Entwicklung am Alten Hafen und die Zukunft des ehemaligen Feuerwehrareals. Was wird aus dem ehemaligen Hallenwellenbad? Wie bekommt Hooksiel bezahlbaren Wohnraum? Kommt ein Netto-Markt? Fragen über Fragen, denen die Politik sich stellen soll.

Für eine zweite Diskussionsveranstaltung hat der Seebadeverein für Dienstag, 8. September, die drei Bürgermeister-Kandidaten Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) eingeladen. Diese Diskussion wird vom Journalisten Sebastian Urbanczyk moderiert. Beginn ist um 19 Uhr. Auch hierbei werden natürlich Themen im Vordergrund stehen, die gerade für Hooksiel wichtig sind. Hinzu kommt aber die Vorstellung der Personen, die sich um das Amt des Hauptverwaltungsbeamten und damit des Chefs der Gemeindeverwaltung für die nächsten acht Jahre bewerben.

Fragerunde für junge Leute

Neuland betritt die Jugendinitiative „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS) mit ihrem Debattenformat. Die Veranstaltung am Freitag, 4. September, mit dem Titel „Fragen an die Bürgermeister-Kandidaten“ richtet sich ausdrücklich an junge Wähler. Beginn ist um 18 Uhr.

Während der Sprecher der Initiative Julian Dreßel die Bürgermeister-Kandidaten auf dem Podium betreuen wird, sind als Zuhörer ausnahmslos junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren geladen. Den Fragenkatalog an die Kandidaten erarbeitet die Initiative im übrigen in Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Jever. Natürlich können auch Zuhörer direkt Fragen an die Kandidaten richten. Mit der Veranstaltung will die Initiative vor allem Interesse bei jungen Leuten für die Kommunalwahlen wecken.

Wie berichtet, findet am am Freitag, 28. August, eine weitere Bürgermeister-Debatte in Horumersiel statt. Dabei wollen der dortige Seebadeverein und die Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe die Perspektiven der Kandidaten für Horumersiel erfahren. Beginn im dortigen Kursaal ist um 19 Uhr.

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Grüne diskutieren über medizinische Notfälle im Wangerland

Wangerland (12. 8. 2026) – Wie gut sind wir im Wangerland aufgestellt, wenn plötzlich ein medizinischer Notfall eintritt? Das wollen die Grünen bei ihrem nächsten „Grünen Treffpunkt Wangerland“ besprechen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 18. August, ab 19 Uhr im Bürger- und Kulturhaus Friederikensiel statt.

Im Rahmen der Veranstaltung soll unter anderem erörtert werden, wie öffentlich zugängliche Defibrillatoren möglichst flächendeckend in den Wangerländer Ortschaften verfügbar gemacht und Erste-Hilfe-Angebote und Schulungen zur Wiederbelebung gestärkt werden können. Vor Ort besteht auch die Möglichkeit, Wiederbelebungsmaßnahmen unter professioneller Anleitung selbst zu üben.

Bei der lockeren Gesprächsrunde können Bürger können ihre eigenen Erfahrungen und Ideen einbringen. Zugleich besteht die Gelegenheit, mit den Kandidierenden von Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl ins Gespräch zu kommen.

Wie sieht die Zukunft von Horumersiel aus?

Horumersiel (10. 8. 2026) – Der Seebadeverein Horumersiel und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe Horumersiel-Schillig wollen den Bürgermeister-Kandidaten auf den Zahn fühlen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Freitag, 28. August, wollen sie von Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und dessen Herausforderern Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) wissen, wie die Zukunft des Wangerlandes und Horumersiels aussehen soll.

Stellen sich den Fragen der Bürger: die Bürgermeisterkandidaten (von links) Thies Fischer, Mario Szlezak und Bernd Abrahams. Foto: privat

Im Rahmen der Veranstaltungen sollen auch Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, ihre Fragen direkt an die Kandidaten zu richten. Schwerpunktthema dürfte dabei auch die touristische Entwicklung der Gemeinde werden.

Der Bürgermeister, der ab November acht Jahre lang an der Spitze der Gemeindeverwaltung stehen soll, wird bekanntlich im Rahmen der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September, neu gewählt. Die öffentliche Podiumsdiskussion beginnt um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Horumersiel.

Wangerland Touristik Thalassa
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Ausschluss von Landratswahl: Sichert setzt auf Gericht

Friesland (5. 8. 2026) – Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert (Zetel) will juristisch erzwingen, dass er doch noch als Kandidat zur Landratswahl in Friesland am 13. September zugelassen wird. Um das zu erreichen, habe er eine „einstweilige Anordnung“ gegen den Ausschluss von der Wahl durch den Kreiswahlausschuss beim Verwaltungsgericht Oldenburg beantragt, teilt Sichert mit.

Fehler bei Entscheidung?

Der Kreiswahlausschuss hatte unter anderem auf der Basis von Informationen des Verfassungsschutzes entschieden, Sichert nicht zur Wahl ins Landratsamt und damit einem Beamtenverhältnis auf Zeit zuzulassen, da nicht gewährleistet sei, dass er jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehe. Der Verfassungsschutz stuft des AfD-Landesverband Niedersachen, zu dessen führenden Köpfen der Abgeordnete gehört, als „gesichert rechtsextrem“ ein.

In seinem Antrag hat Sichert nach einen Angaben auf 45 Seiten plus Anhängen zahlreiche vermeintliche Verstöße des Wahlausschusses aufgelistet. Unter anderem bemängelt er die fehlende Auseinandersetzung der Ausschussmitglieder mit den Ausschlussgründen. Der Ausschussvorsitzende habe in der Sitzung gesagt, dass die Prüfung der Landesregierung obliege.

Sichert: Demokratiefeindlich

„Die Betonung der Landesregierung als auch des Wahlausschusses, dass die Tätigkeit als Funktionär in einer zugelassenen Partei als Ausschlussgrund für die Landratswahl ausreicht, ist absolut demokratiefeindlich“, so Sichert, der sich als Opfer „politischer Willkür“ sieht. Er habe die einstweilige Anordnung auch eingereicht, um den Schaden zu vermeiden, der durch eine Wiederholung der Wahl entsteht, die dann erforderlich wird, wenn die Wahl im Nachgang als juristisch fehlerhaft bewertet werden sollte.

SPD: Fragenrunde mit Olaf Lies und Rolf Neuhaus in Jever

Jever/Wangerland (27. 7. 2026) – Der SPD Kreisverband Friesland lädt unter dem Motto „Auf ein Wort“ zu einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Landesvorsitzenden der Partei, Ministerpräsident Olaf Lies (Sande), und dem Landratskandidaten für den Landkreis Friesland, Rolf Neuhaus (Jever), ein. Geplant ist eine Gesprächsrunde zu allen aktuellen Themen.

Gäste haben die Möglichkeit, Fragen loszuwerden. Das Prinzip ist einfach: Es gibt Bierdeckel auf denen Fragen notiert werden können. Lies und Neuhaus werden diese dann beantworten.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 11. August, ab 19 Uhr im Parkhotel Jever, Mühlenstr. 51, statt. Die SPD weist darauf hin, dass es auf dem Hotelgelände keine Parkmöglichkeiten für die Veranstaltungsbesucher gibt. Empfohlen wird die Anreise mit dem Fahrrad oder die Nutzung nahegelegener öffentlicher Parkplätze. Der Kreisverband bitten um Anmeldung per Mail unter spd-friesland@gmail.com bis zum 6. August. 

Kandidaten der Grünen stellen sich am Wangermeer vor

Wangerland (27. 7. 2026) – Das Bündnis 90/Die Grünen im Wangerland lädt ein zu einem „Treffpunkt“. Dabei soll es um einen Erfahrungsaustausch rund um die Themen klimafreundliches Wohnen, nachhaltiges Bauen und erneuerbare sowie dezentrale Energien gehen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. Juli, ab 19 Uhr in der Wilma-Teppe-Straße in Hohenkirchen direkt am Wangermeer statt. Dort hat die Familie Schweers 2022 ein Nullenergie-Haus gebaut. Mit dabei sein wird auch ein Vertreter der Firma PV Green, der Einblicke in moderne Photovoltaik-Lösungen gibt und für Fragen zur Verfügung steht.

Im Rahmen des „Treffpunkt“ sollen die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen vor, die bei der Kommunalwahl für den Gemeinderat kandidieren. Weitere „Treffpunkte“ sollen folgen.

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