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Alle Beiträge zum Thema “Krankenhaus”

Konzept für Medizinisches Versorgungszentrum in Varel steht

Friesland/Varel (12. 7. 2026) – Im Streit um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Varel zeichnet sich eine Lösung ab. Nach der geplanten Schließung des St.-Johannes-Hospitals soll ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) etabliert werden. Wie der Landkreis Friesland mitteilt, stehen jetzt die Strukturen für das künftige Gesundheitszentrum. Mit der Gründung der neuen MVZ Gesundheitszentrum Varel GmbH sei die Versorgung am Standort des St. Johannes-Hospitals langfristig gesichert. 

Kassenarzt-Sitze übertragen

Der Kreisausschuss sowie der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der Friesland-Kliniken haben danach dem Verkauf der MVZ-Betriebe Chirurgie mit einem Kassenarzt-Sitz (KV-Sitz), Pädiatrie (ein KV-Sitz) und Gynäkologie (ein KV-Sitz) von den Friesland Kliniken gGmbH in die neue MVZ Gesundheitszentrum Varel GmbH zugestimmt. Gesellschafter des MVZ sind die Stadt Varel sowie die beiden Vareler Ärzte Dr. Tim Brinkmann und Dr. Arne Richter. Die Geschäftsführung solle die Medoplan GmbH (Hameln) übernehmen, die Expertise in der Organisation von MVZ habe.Der Kaufvertrag sei von den beiden Geschäftsführenden Petra Hohmann (Friesland Kliniken) und Tammo Horn (medoplan GmbH) unterzeichnet worden.

Unabhängig davon ist nach der Mitteilung des Landkreises der Gesundheitscampus Varel geplant, in dem auch das Ambulante Operationszentrum (AOZ) sowie die Frauenklinik angesiedelt werden sollen. Der Gesundheitscampus mit AOZ und Frauenklinik sowie MVZ ist als zentraler Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger im südlichen Landkreis vorgesehen.

Gesundheitsvorsorge für den Südkreis

„Unser Ziel ist es, tragfähige und finanzierbare Modelle zur Sicherung der regionalen medizinischen Versorgung vor Ort zu etablieren, um den Menschen eine moderne und leistungsfähige Gesundheitsversorgung vor Ort zu bieten“, betont Landrat Sven Ambrosy, der als Motor der der neuen Versorgungsstruktur gilt. Auch aus Sicht von Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner stärke das Konzept die Bemühungen für den Erhalt und den Ausbau der Versorgung in Varel. „Alle müssen jetzt den eingeschlagenen Weg aktiv beschreiten und das Angebot nutzen, damit es insgesamt mit Leben gefüllt wird“.

Petra Hohmann betont, dass die Zukunftsfähigkeit nur mit einer erhöhten Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig hoher medizinischer Versorgungsqualität gesichert werden könne. Dafür seien jetzt die Strukturen geschaffen worden.

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Krankenhaus: 40 Hitze-Notfälle allein am Wochenende

Sanderbusch (29. 6. 2026) – Die hohen Temperaturen am Wochenende haben sich auch auf der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) der Friesland Kliniken bemerkbar gemacht. „Wir hatten am Sonnabend und Sonntag etwa 40 hitzebedingte Fälle zu versorgen“, sagte Dr. Henning Fründt, Chefarzt der INA am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch. Dabei waren nahezu ausschließlich Patientinnen und Patienten ab 60 Jahren und älter betroffen.

Meist Herz-Kreislauf-Probleme

Damit war laut Angaben des Krankenhauses rund ein Viertel der insgesamt rund 160 Notfälle auf die hohen Temperaturen zurückzuführen. Insbesondere Herz-Kreislauf-Probleme mussten in diesem Zusammenhang behandelt werden. „Glücklicherweise konnte allen Betroffenen geholfen werden, so dass keine lebensbedrohlichen Situationen entstanden sind“, heißt es in einer Mitteilung. 

Das zusätzliche Aufkommen habe mit dem bestehenden Personalstamm bewältigt werden können. Die Zahl sonstiger Notfälle sei dabei geringer als im Durchschnitt gewesen. Offensichtlich habe die Hitze dazu geführt, dass viele Menschen weniger aktiv gewesen sind und somit auch eine geringere Zahl akuter Verletzungen und Erkrankungen in der stationären und akuten Versorgung aufgenommen werden musste. 

Klimaveränderungen berücksichtigen

Fründt betont, dass die hitzebedingten Notfälle angesichts der Klimaveränderung eine zunehmende Herausforderung darstellen. „Wir brauchen gerade angesichts der zunehmenden Temperaturen, aber auch angesichts der insgesamt steigenden Patientenzahlen in den Notaufnahmen perspektivisch einen Ausbau der Notfallkapazitäten.“ Dies sollte in der aktuellen Diskussion um die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitsbereich stärker berücksichtigt werden. 

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Schmerzfreie Geburt auch ohne Kaiserschnitt und Medikamente

Friesland (22. 6. 2026) – Die Frauenklinik der Friesland Kliniken am Standort St. Johannes-Hospital Varel erweitert ihr geburtshilfliches Angebot um einen „Hebammengeleiteten Kreißsaal“ (HKS). Der Start ist im Herbst dieses Jahres geplant.

Das Hebammenteam der Friesland Kliniken am Standort St. Johannes-Hospital in Varel freut sich auf das geplante neue Angebot des „Hebammengeleiteten Kreißsaals“.       Foto: Friesland Kliniken

Im Mittelpunkt steht die Förderung der selbstbestimmten und natürlichen Geburt. Die werdenden Mütter erhalten eine durchgehende Eins-zu-eins-Betreuung durch eine qualifizierte Hebamme. Dabei kommen ausschließlich medikamentenfreie Methoden der Schmerzlinderung zum Einsatz, etwa Wasser- und Wärmetherapie, Nervenstimulation über schwache elektrische Impulse sowie Atem- und Entspannungstechniken.

Neues Angebot in Frauenklinik

Eine ärztliche Unterstützung ist dabei auch im HKS jederzeit möglich, wird aber nur hinzugezogen, wenn dies medizinisch erforderlich ist oder die Gebärende dies ausdrücklich wünscht. „Der HKS ergänzt das bestehende Angebot der Frauenklinik damit auf eine sinnvolle und verantwortungsvolle Weise“, betont Geschäftsführerin Petra Hohmann. Mit drei Kreißsälen verfügt das St. Johannes-Hospital insgesamt über umfangreiche Möglichkeiten und bietet bei der Wahl der Geburtsmethode eine hohe Flexibilität.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Zertifizierung als HKS, erläutert die Leitende Hebamme der Frauenklinik, Helgrit Sudholz. Hebammen, Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzte werden speziell geschult und es werden entsprechende organisatorische Abläufe aufgebaut. 

Alternative für Hausgeburt

„Wir schaffen mit dem HKS ein zusätzliches Angebot, das den Wünschen vieler Familien nach einer selbstbestimmten und natürlichen Geburt entspricht. Gleichzeitig profitieren Eltern und Neugeborene von der umfassenden medizinischen Sicherheit unseres Hauses“, sagt Sudholz und ergänzt, dass der HKS auch eine gute Alternative für Frauen darstelle, die eine Hausgeburt in Erwägung ziehen.

Die Einführung des HKS wird durch das landesweite und vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung geförderte Projekt „Bauchgefühl 3.0“, das vom Hebammenverbandes Niedersachsen federführend geleitet wird. Die Friesland Kliniken sind daran als Projektpartner beteiligt. Ziel des Projektes ist es, die Rate natürlicher Geburten zu erhöhen und den Anteil an Kaiserschnittgeburten zu reduzieren.

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Kreisausschuss wehrt sich gegen Verschwörungstheorien

Friesland (19. 3. 2026) – Der Kreisausschuss des Landkreis Friesland wehrt sich gegen Unterstellungen, die Freistellung eines Chefarztes der „Friesland Kliniken“ sei Teil einer Schmutzkampagne gegen den Mediziner und habe eigentlich das Ziel, den Klinik-Standort Varel abzuwickeln. Entsprechende Vorwürfe hatte zuletzt der ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Johannes-Hospitals, Dr. Jürgen Knak, öffentlich erhoben. 

Anzeige Teil einer Schmutzkampagne?

Der überparteilich zusammengesetzte Kreisausschuss weist den Vorwurf entschieden zurück. Man verbitte sich „Drohungen und Unterstellungen gegenüber Klinikleitung, Aufsichtsrat und Kreistag sowie Verschwörungstheorien, die beinhalten, dass die Situation genutzt bzw. herbeigeführt worden sein soll, um den Standort Varel zu schließen“, heißt es in einer Stellungnahme. 

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach einer Strafanzeige gegen den fachlich hoch anerkannten Mediziner wegen des Vorwurfs der „sexuellen Nötigung“. Die Ereignisse, die sich im November vergangenen Jahres zugetragen haben sollen, müssten „rechtlich und neutral aufgearbeitet werden“, betont Kreisausschuss. Man bedauere in diesem Zusammenhang, dass eine in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Solidaritätsbekundung von Mitarbeitern des Beschuldigten die angezeigte Person identifizierbar gemacht habe. 

Es gilt die Unschuldsvermutung

Während der laufenden Ermittlungen gelte die Unschuldsvermutung, aber auch der Schutz der anzeigenden Person. „In unserem demokratischen Rechtsstaat müssen solche Situationen ohne Vorverurteilung ernst genommen werden.“ Der Kreisausschuss appelliert daran, in der öffentlichen Diskussion zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren und abzuwarten, bis Ermittlungsergebnisse vorliegen.

Zum Vorwurf, dass Geschäftsleitung und Landkreis im Zuge der Zentralisierung der „Friesland Kliniken“ den Standort Varel schließen wollen, verweist der Kreisausschuss auf das im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete Eckpunktepapier. Danach soll aus dem St.-Johannes-Hospital ein Gesundheitszentrum werden, in dem unter anderem eine Fachklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ausdrücklich erhalten werden soll. 

Vorwurf der sexuellen Nötigung gegen Chefarzt

Friesland/Varel (10. 3. 2026) – Nach Missbrauch-Vorwürfen gegen den Chefarzt der Frauenklinik haben die „Friesland Klinken“ jetzt die Führungsposition neu besetzt. Wie das Krankenhaus heute mitteilte, ist der Leitende Oberarzt Dr. Christoph Messner mit der kommissarischen Leitung der Geburtshilfe und Gynäkologie im St. Johannes-Hospital in Varel betraut worden. 

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Klinik-Leitung hatte den Chefarzt am vergangenen Freitag aufgrund klärungsbedürftiger Vorwürfe bis auf Weiteres freigestellt. Diese Entscheidung war in Abstimmung mit den Gremien des Krankenhauses getroffen worden, die im Vorfeld anonymisiert über den Sachverhalt informiert worden waren. 

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen den Beschuldigen wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung. Der im Februar angezeigte Vorfall soll sich im vergangenen November zugetragen haben. Nach der Freistellung hatten sich die Mitarbeitenden in der betroffenen Abteilung in einem offenen Brief „vollumfänglich“ hinter ihren Chefarzt gestellt.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Die Geschäftsführung der „Friesland Kliniken“ nennt mit Verweis auf die Unschuldsvermutung und die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten keine Details zu den Vorgängen. Die Freistellung des Mitarbeiters bis zur Klärung noch offener Punkte sei in vergleichbaren Situation eine „übliche Vorgehensweise“. 

Mit der Übernahme der Leitungsfunktion durch Dr. Messner sei die Patientenversorgung der Gynäkologie und Geburtshilfe weiterhin sichergestellt. Messner hatte bereits 2025 kommissarisch die Abteilung der Gynäkologie und Geburtshilfe geleitet. Aufgrund der kurzfristigen personellen Veränderung komme es aber zu Terminverschiebungen von geplanten Behandlungen. „Die Patientinnen und Patienten werden umgehend benachrichtigt“, versichert die Geschäftsleitung.

AWV: Zentralklinikum braucht Standort mit Perspektive

Friesland/Wilhelmshaven (20. 2. 2026) – Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) drängt auf eine möglichst schnelle Entscheidung über den Standort des geplanten Zentralklinikums für die Region. Der Beschluss des Kreistags des Landkreises Friesland und des Rates der Stadt Wilhelmshaven, gemeinsam die nächsten Schritte bei der Suche gehen zu wollen, sei zu begrüßen. 

Nun gelte es, das Verfahren voranzubringen, um zeitnah eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Das sei um so wichtiger, da man von einem Realisierungszeitraum von rund zehn Jahren ausgehen müsse. 

Hinsichtlich der Standort-Kriterien sei, so der AWV, die Zukunftsfähigkeit der Jade Wirtschaftsregion entscheidend. Deshalb sollte ein Standort mit Entwicklungsperspektiven gewählt werden. „Wir brauchen ein leistungsfähiges Krankenhaus, das langfristig die Menschen der Region versorgen kann und Entwicklungsspielräume für kommende Generationen berücksichtigt“, heißt es in einer Erklärung.

Sollte es den Krankenhausträgern in Wilhelmshaven und Friesland nicht gelingen, eine Einigung herbeizuführen, erwarte der Verband, dass das Land Niedersachsen moderierend eingreife und Verantwortung übernehme, um eine zeitnahe Entscheidung sicherzustellen.

Schwerverletzte in „Friesland-Kliniken“ gut aufgehoben

Sande/Wangerland (19. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ am Standort Sanderbusch sind erneut von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als regionales Traumazentrum (RTZ) zertifiziert worden. Damit nehmen sie in dem seit 2008 bestehenden Traumanetzwerk der Region Oldenburg-Ostfriesland als eines von vier RTZ weiter eine herausgehobene Stellung bei der Versorgung Schwerverletzter ein. 

Freut sich über die Anerkennung seiner Arbeit: Der Leitende Arzt des Regionalen Traumazentrums Egbert Stepanek. Foto: Friesland-Kliniken
 

Geschäftsführerin Petra Hohmann dankte dem Team der Unfallchirurgie und Orthopädie um Chefarzt Dr. Peter Bichmann und dem Leitenden Arzt Egbert Stepanek als Leiter des RTZ sowie den weiteren beteiligten Abteilungen. „Bei unseren fachlichen, technischen und strukturellen Voraussetzungen befinden wir uns in der Traumaversorgung auf einem sehr hohen Niveau und sind erstklassig auf die Behandlung von schweren und komplexen Verletzungen eingestellt“, betont Stepanek. Jährlich werden nach Klinikangaben im RTZ rund 70 schwerverletzte Patienten behandelt.

Kooperation mit Wilhelmshaven

Die Re-Zertifizierung war mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Dabei wurde unter anderem auch eine Kooperation im Bereich der Gefäßchirurgie mit dem „Klinikum Wilhelmshaven“ sowie der Aufbau einer radiologisch gestützten endovaskulären Gefäßversorgung umgesetzt, die vor allem bei Schlaganfällen eine wichtige Rolle spielt. 

Die externen Gutachter bescheinigen den „Friesland-Kliniken“ eine hohe Kompetenz und Qualität bei der Versorgung von Traumapatienten, die mit durch äußere Gewalt verursachten schweren Verletzungen eingeliefert werden. Zu komplexen Verletzungen zählen beispielsweise schwere Schädel-Hirn-Traumata, komplizierte Frakturen an Becken, Wirbelsäule, Armen oder Beinen, die operiert werden müssen, sowie Gefäßverletzungen oder schwere Verletzungen des Brustkorbs (Thorax). Auch Patientinnen und Patienten mit Polytrauma, also mit mehreren Verletzungen gleichzeitig, werden im Traumazentrum versorgt. 

Rund um die Uhr im Einsatz

Ein RTZ muss eine 24/7-Notfallversorgung von Schwerverletzten gewährleisten, einen Hubschrauberlandeplatz, bestimmte Fallzahlen sowie Spezialabteilungen inklusive entsprechender bildgebender Technik, hochwertig ausgestattete OP-Säle und Eingriffsräume sowie einen Schockraum mit umfassender und modernster Technik vorweisen können. Zudem spielt die personelle Ausstattung und Qualifikation und damit die kontinuierliche Fortbildung der Mediziner und Pflegekräfte eine wichtige Rolle. 

Startschuss für Suche nach Grundstück für Zentralklinikum

Wangerland (18. 2. 2026) – Bei nur einer Gegenstimme und drei Enthaltungen haben am heutigen Mittwoch der Kreistag des Landkreises Friesland und der Rat der Stadt Wilhelmshaven den Startschuss für die Suche nach einem Grundstück für ein Zentralklinikum gegeben. Auf einer gemeinsamen Sitzung beider Gremien im Kursaal in Horumersiel unterstrichen Redner beider Kommunen die Bedeutung des Beschlusses und die Notwendigkeit des Vorgehens.

„180.000 Menschen in Wilhelmshaven und Friesland wollen ein Krankenhaus mit maximaler Qualität – und das möglichst schnell“, sagte Oberbürgermeister Carsten Feist. „Und das geht nur gemeinsam.“ Dafür sein ein Interessenausgleich der Beteiligen extrem wichtig, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy.

Zentral und wirtschaftlich

Dem stimmten zahlreiche Redner im Grundsatz zu, wobei es auch einige kritische Anmerkungen gab. Wilhelmshavens SPD-Fraktionschef Volker Block räumte ein, dass die SPD dem Beschlussvorschlag nur schweren Herzens zustimme. Man hätte sich bei der Abwägung von Zentralität und Wirtschaftlichkeit in der Entscheidungs-Matrix eine größere Gewichtung für die Wirtschaftlichkeit gewünscht.

Nach den gesundheitspolitischen Vorgaben von Land und Bund soll die Krankenhauslandschaft zentralisiert und damit die Qualität der Versorgung gesteigert werden. Für die „Friesland Kliniken“ und das „Klinikum Wilhelmshaven“ bedeutet das, dass sie in vielen medizinischen Bereichen den künftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden, wenn sie ihre Leistungen nicht bündeln.

Auf ein Zentralklinikum hatten sich Stadt und Landkreis bereits im Sommer 2025 geeinigt. Dafür soll ein Neubau entstehen. Offen ist aber unter anderem noch die Frage, wo das künftige Zentralklinikum stehen soll. An einem der beiden bisherigen Krankenhaus-Standorte in Wilhelmshaven und Sanderbusch oder auf einem unbebauten, möglichst zentral gelegenen Grundstück auf der grünen Wiese?

Entscheidungs-Matrix

Rat und Kreistag segneten heute die Vorarbeit der Verwaltungs-Dezernenten Thomas Bruns (Stadt) und Rolf Neuhaus (Landkreis) ab, die trotz aller Interessenunterschiede einen gemeinsamen Beschlussvorschlag für die Standortsuche erarbeitet haben. Die von ihnen entwickelte Entscheidungs-Matrix soll Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung sein, über die dann die politischen Gremien abschließend entscheiden müssen.

Neben Fragen der geografischen Zentralität soll gleichgewichtig die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Derzeit müssen beide Kommunen ihre Krankenhäuser in ein- oder auch zweistelliger Millionenhöhe im Jahr bezuschussen. Das sei Beleg dafür, dass die Krankenhäuser finanziell nicht auskömmlich ausgestattet sind, stellte der CDU-Ratsherr Martin Ehlers fest. „Und ich befürchte, auch das Zentralklinikum wird Zuschüsse brauchen.“

Schlüsselrolle beim Land

Im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich Mitglied im Kreistag, wurde die Schlüsselrolle deutlich, die das Land für den geplanten Neubau spielt. Bei der Finanzierung, aber auch bei Fragen wie: Müssen die bestehenden Kliniken im Fall eines Neubaus Fördermittel zurückerstatten? Können die 100 Millionen Euro, die das Land bereits für den ins Stocken geratenen Klinikneubau in Wilhelmshaven gewährt hat, auf das neue Projekt umgelenkt werden? Antworten auf diese Fragen werden aus Hannover Anfang März erwartet.

Auch mit der Standortsuche soll es jetzt zügig voran gehen. Mit der Identifikation sowie der fachlichen und wirtschaftlichen Bewertung möglicher Standorte wolle man „bis zur Sommerpause durch sein“, sagte Wilhelmshavens Kämmerer Bruns. Ob sich dieser Empfehlung dann eine politische Entscheidung über den Standort des Zentralklinikums noch vor der Kommunalwahl im September anschließt, bleibt abzuwarten. 

Gutachter sollen Standort für ein Zentralklinikum finden

Wangerland (16. 2. 2026) – Der Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven wollen als Träger der „Friesland Kliniken“ und des „Klinikums Wilhelmshaven“ in dieser Woche den nächsten Schritt in Richtung den Bau eines Zentralklinikums gehen. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Kreistag und Rat der Stadt soll am Mittwoch, 18. Februar, der Fahrplan für die Suche nach einem geeigneten Standort für das Großkrankenhaus beschlossen werden.

100 Millionen Euro hat das Land Niedersachsen bereits für den Teilneubau des Klinikums Wilhelmshaven bewilligt. Zu sehen ist von dem Projekt bislang nur eine Baugrube. Offen ist, inwieweit die Förderung auf den Bau eine Zentralklinikums übertragen werden kann. Foto: hol

Sitzung in Horumersiel

Im Kern geht es um den Auftrag für Fachgutachten, die die Suche nach einen optimalen Standort und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Projektes wissenschaftlich absichern sollen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr im Kursaal in Horumersiel

Neben den beiden vorhandenen Klinik-Standorten sollen die Gutachter zumindest ein weiteres, mindestens neun Hektar großes, möglichst gut erschließbares Grundstück identifizieren, das von den Patientinnen und Patienten in Wilhelmshaven und Friesland in maximal 30 Minuten zu erreichen wäre. Die Zentralität ist das wichtigste Kriterium bei der Standortsuche, aber nicht das einzige. Hinzu kommen eine Fülle von Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Förderfähigkeit des Großprojektes. 

Offene Fragen zu Fördergeldern

Beide Krankenhaus-Gesellschaften belasten die Haushalte ihrer Trägerkommunen aktuell jährlich mit Zuschussbedarfen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Dennoch dürfte es auch von den Rahmenbedingungen von Seiten des Bundes und des Land abhängen, ob sich Friesland und Wilhelmshaven einen mehrere Hundert Millionen Euro teuren Neubau leisten können. 

Eine Frage, die dabei zu klären sein wird: Inwieweit können die 100 Millionen Euro, die das Land Niedersachsen bereits für den Teilneubau des Klinikums Wilhelmshaven bewilligt hat, auf ein neues Projekt übertragen werden? Eine andere: Müssen Fördergelder, die bereits für Projekte in den bestehenden Kliniken ausgezahlt wurden, wieder zurückgezahlt werden, wenn der jeweilige Standort zugunsten eines Zentralklinikums aufgeben wird?

Sind Gutachten verbindlich? 

Unabhängig von den fachlichen Fragen gibt es im Oberzentrum Wilhelmshaven und im bevölkerungsstärkenen Friesland politische Kräfte, die das Zentralklinikum jeweils für ihre Kommune reklamieren. Unklar ist vor diesem Hintergrund, welche Verbindlichkeit der Standortsuche zukommt. Die Sorge zum Beispiel von Oberbürgermeister-Kandidatin Dr. Eva-Maria Haarmann: „Was passiert, wenn einem der beiden Auftraggeber das Ergebnis der Gutachter nicht gefallen sollte? Beginnen wir dann von vorne?“

Kliniken rücken zusammen: Brustkrebs-OPs in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven/Friesland (31. 1. 2026) – Das „Klinikum Wilhelmshaven“ und die „Friesland Kliniken“ rücken medizinisch zusammen. Während die politischen Gremien von Stadt und Landkreis vor einer zentralen Weichenstellung für den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums stehen, haben die Geschäftsführungen beider Krankenhäuser verkündet, dass sie im Bereich der Behandlung von Brustkrebs ab sofort enger zusammenarbeiten.

Die „Friesland Kliniken“ und das „Klinikum Wilhelmshaven“ arbeiten bei der Brustkrebs-Behandlung zusammen. Operationen finden nur noch in Wilhelmshaven statt. Foto: Archiv-hol

Grünes Licht für die Kooperation beider Häuser haben die Aufsichtsräte der beiden kommunalen Kliniken bereits Ende vergangenen Jahres gegeben. „Damit sichern wir die regionale Versorgung bei Brustkrebsoperationen und damit der Behandlung der häufigsten Krebserkrankung von Frauen“, sagt die Geschäftsführerin der „Friesland Kliniken“, Petra Hohmann. Ihr Pendant im „Klinikum Wilhelmshaven“, Norman Schaaf: „Die Kooperation optimiert die Versorgung unserer Patientinnen und stärkt beide Standorte. Zudem ist es ein weiteres starkes Signal des Zusammenwachsens auf dem Weg zum geplanten Zentralklinikum.“

Kompetenzen gebündelt

Die Häuser bündeln ihre Kompetenzen im medizinischen Fachbereich der Senologie und damit der Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinome). Mit dieser Kooperation werde die zu beantragende Leistungsgruppe gesichert, heißt es. Gemeinsam würden beide Häuser die dafür geforderte Auflage von mindestens 100 Brustkrebsoperationen jährlich erfüllen. Damit werde die medizinische Versorgung in der Region in diesem Fachbereich erhalten.

Der Kern der Kooperation: Die chirurgischen Eingriffe werden in Wilhelmshaven konzentriert. Die Brustkrebspatienten der „Friesland Kliniken“ werden aber weiterhin durch Operateure der Geburtshilfe und Frauenheilkunde des St.-Johannes-Hospitals in Varel betreut, die des „Klinikums Wilhelmshaven“ durch deren Operateure. Sprechstunden, Behandlungen, Diagnostik und Therapie im Bereich der Senologie sollen wie gewohnt sowohl in Wilhelmshaven als auch in Varel stattfinden.

Leitende Ärzte zufrieden

Maßgeblich mit ausgehandelt hatten Vereinbarung die Leitenden Oberärzte Dr. Christoph Messner („Friesland Kliniken“) und Bert Hendrik Holmer („Klinikum Wilhelmshaven“). „Aus unserer Sicht ist das eine sehr gute Lösung, die sowohl die Gynäkologie im Klinikum Wilhelmshaven als auch in den Friesland Kliniken stärkt.“ 

Zum Hintergrund: Nach dem Krankenhausstrukturgesetz müssen sich Krankenhäuser für so genannte Leistungsgruppen bewerben. Davon gibt es 65. Die Leistungsgruppe 41 beinhaltet die Senologie. Durch die Bündelung der Kräfte und Kapazitäten des „Klinikums Wilhelmshaven“ und der „Friesland Kliniken“ am Standort St. Johannes-Hospital Varel werden die geforderten Mindestfallzahlen von 100 Brustkrebsoperationen erfüllt. Für diese Leistungsgruppe habe das Klinikum Wilhelmshaven einen entsprechenden Antrag gestellt. Diesen Antrag habe der Landesverband der Krankenkassen jetzt genehmigt. 

Wichtige Weichenstellung

Für Mittwoch, 18. Februar, wird eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft beider Kliniken erwartet. Der Rat der Stadt Wilhelmshaven und der Kreistag des Landkreises Friesland wollen in einer gemeinsamen Sitzung die Modalitäten für die Suche nach einem Standort für ein neu zu bauendes Zentralklinikum verabschieden. 

Der Allgemeine Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) hat in dies Tagen darauf gepocht, den Beschluss nicht auf die lange Bank zu schieben. „Die Entscheidung ist überfällig und alternativlos-„