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Auch ohne Hallenbad: Die Lebensretter machen weiter

Hooksiel (19. 4. 2026) – Die DLRG Wangerland hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Im September 2025 hat die Wangerland Touristik GmbH das Hallenwellenbad in Hooksiel geschlossen. Damit verloren die Lebensretter nicht nur ihr Ausbildungs- und Trainingsdomizil, sondern auch ein Stück Heimat. „Wir wussten nicht, wie es weiter geht und ob es weiter geht“, sagte Vorsitzender Sven Hannemann. „Aber es geht weiter.“

Seit 60 Jahren ist Reinhard Thomsson (4. v. l.) Mitglied in der DLRG. Er wurde zusammen mit anderen langjährigen und verdienten Mitgliedern sowie den neuen Bootsführerschein-Inhabern auf der Jahreshauptversammlung im Gästehaus Hooksiel geehrt. Foto: hol

Und das nicht so schlecht. Wie Hannemann am Samstag auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe im Gästehaus Hooksiel sagte, hatte die DLRG Wangerland Ende vergangenen Jahres 759 Mitglieder – und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Und das trotz der erschwerten Bedingungen. Seit November findet die Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung jeweils samstags und sonntags im „Aqua-Fit“ in Schortens statt. Die Wettkampfgruppe trainiert freitags im „Nautimo“ in Wilhelmshaven.

Dank an die Gemeinde

Der Wechsel ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Finanziell und organisatorisch. Müssen doch die Kinder und Jugendlichen regelmäßig mit einem Fahrdienst zu den Sportstätten gebracht werden. Hannemann danke Bürgermeister Mario Szlezak ausdrücklich dafür, dass die Gemeinde Wangerland die Hallenkosten für die DLRG übernimmt. „Wir sind froh, dass uns die Gemeinde nicht im Stich gelassen hat.“

Aus für Altkleider-Sammlung

Zu den weniger erfreulichen Botschaften des Vorsitzenden zählte auch die Ankündigung, dass die DLRG Wangerland zum Ende dieses Monates ihre Altkleider-Sammlungen einstellt. Das Partnerunternehmen, das die Sammelcontainer geleert habe, sei insolvent. Die Container selbst müssten erneuert werden und die Sammelplätze seien zunehmend verunreinigt gewesen. Vor diesem Hintergrund habe man sich entschieden, auf aus die Altkleidersammlungen ganz zu verzichten. Die Sammlungen hatten der Ortsgruppe zuletzt noch zu 2700 Euro Einahmen im Jahr verholfen.

1500 Stunden am Beckenrand

Ausbildungsleiterin Marina Schmöckel berichtete von einem umfassenden Programm in der Schwimm- und Rettungsschwimmer-Ausbildung. Dabei seien 258 Anfänger und 193 Fortgeschrittene geschult und mit Abzeichen vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmer-Abzeichen in Gold belohnt worden. Insgesamt hätten die Ausbilder über 1500 Stunden am Beckenrand gestanden. Hinzu gekommen seien Fachausbildungen für Wasserretter sowie eine ganze Reihe von geselligen Veranstaltungen von Spieleabenden bis zum Weihnachtspunsch.

Der Leiter Einsatz der DLRG, Thorsten Knebel, erinnerte daran, dass die Ortsgruppe im vergangenen Jahr mit der „Otto Gehrke“ ein neues Rettungsboot in Dienst gestellt hat und ein zweites Boot, die „Wangerland 1“, grundsanieren konnte. Zum Programm gehörten unter anderem Bootsführerschein-Ausbildungen sowie Funklehrgänge. Knebel dankte ebenso wie Schatzmeisterin Sandra Kaufeld den Sponsoren, die die Investitionen durch Spenden mit ermöglich hätten.

Surfer aus Notlagen gerettet

Katastrophenschutz-Beauftragter Luca Esch verweis auf sieben Rettungseinsätze, bei denen es in erster Linie darum gegangen sei, vor den Wangerländer Stränden in Not geratenen Surfern und Kitesurfern zu helfen. Zum letzten Einsatz seien die Lebensretter im Dezember gerufen worden. Esch: „Da war es dann auch entsprechend kalt.“ Jugendvorstand Felix Schmöckel berichtete von einem abwechslungsreichen Jahr mit vielen Aktivitäten, Wettkämpfen und geselligen Veranstaltungen der Jugendlichen in der Ortsgruppe.

Zahlreiche Ehrungen

Zu den Höhepunkten der Versammlung gehörten die Ehrungen. Für 60-jährige Mitgliedschaft in der DLRG Wangerland wurde Reinhard Thomssen geehrt. Das Urgestein der Ortsgruppe war zudem lange Jahre lang als Kurdirektor ein wichtiger Partner der DLRG vor Ort. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde der ehemalige Vorsitzende und Leiter Ausbildung Wolfgang Schumann mit einer goldenen Ehrennadel der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft e. V. ausgezeichnet. Entsprechende Nadeln in Silber dürfen sich Vorsitzender Sven Hannemann, sein Stellvertreter Arne Schmöckel, Jörn Poppen und Toben Manzke anstecken. Sie sind alle seit 40 Jahren dabei.

Für ihre Verdienste um die Ortsgruppe wurden zudem Julia Hannemann aus dem Orga-Team der Ortsgruppe, der langjährige Tauchausbilder Horst Janßen und Katastrophenschutz-Beauftragte Luca Esch ausgezeichnet. 

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