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„Hooksiel sicher“: Kuriose Verkehrsschilder bereichern das Ortsbild

Hooksiel (19. 8. 2026) – In der losen Artikelserie „Hooksiel sicher“ werden an dieser Stelle seit einigen Monaten verschiedene potenziell gefährliche Verkehrslagen erörtert, irreführende Beschilderungen kritisiert oder auch auch weitgehend unbekannte Vorschriften erläutert wie etwa die Park-Regel in verkehrsberuhigten Bereichen (nur auf gekennzeichneten Flächen) oder die Vorfahrtsbestimmungen in Tempo-30-Zonen (stets rechts vor links). Bei der Recherche sind auch einige Kuriositäten aufgefallen, die vielleicht nicht gefährlich, aber doch berichtenswert sind.

Kuriosität am Hooksieler Sengwarder Anteil. Auf dem Verkehrsschild, das vor möglicherweise kreuzenden Radfahrern warnt, fährt das Fahrrad von links nach rechts – und damit genau andersherum als bei allen anderen „Achtung Radfahrer“-Schildern. Foto: hol

Wer zum Beispiel von der Bäderstraße kommend in die Straße An der Jaderennbahn in Richtung Sportbootmarina der Wangerland Touristik und Sportanlage fährt, erreicht formal nie Hooksiel – könne also, da er außerhalb geschlossener Ortschaft unterwegs ist, auf der maroden Straße Tempo 100 fahren. Dass das nicht in Sinne der Verkehrssicherheit sein kann, liegt auf er Hand. Der schnöde Grund für die Irritation: Es fehlt ein Ortseingangschild.

Fahrt über den Deich unzulässig

Im weiteren Verlauf überquert die Straße hinter der „Muschel“ die zweite Deichlinie in Richtung Viethstraße/Soltwarf. Eine bei Radfahrern und Fußgang sehr beliebte Verbindung. Aber: Aus guten Gründen ist die Durchfahrt auf der geklinkerten, schon arg in Mitleidenschaft gezogenen Straße in Richtung Viethstraße für Kraftfahrzeuge gesperrt. Dennoch werden die Autofahrer bei der (unzulässigen) Überquerung des Deiches mit einem Verkehrsschild darauf hingewiesen, dass sie jetzt in eine Tempo-30-Zone einfahren.

Gut zu wissen, dass ab der Deichüberquerung in Richtung Viethstraße/Soltwarf eine Tempo-30-Zone beginnt. Allerdings: In diese Fahrtrichtung ist die Durchfahrt ohnehin für Kraftfahrzeuge aller Art verboten. Foto: hol

Überflüssig sind eine Reihe von Schilder, die an Straßen stehen, die die Autofahrer an Einmündungen zu verkehrsberuhigten Bereichen darauf hinwiesen, dass sie Vorfahrt haben. Etwa durch die so genannte „Rakete“ (Vorfahrt an der nächsten Einmündung). Begründbar ist das nur mit dem Prinzip „Doppelt hält besser!“. Denn auch das konnten Autofahrer bereits in der Serie „Hooksiel sicher!“ lernen: Wer aus einem verkehrsberuhigten Bereich hinausfahrt, etwa in eine Tempo-30-Zone, hat sich so zu verhalten, als würde er ein privates Grundstück verlassen. Er hat also nie Vorfahrt, unabhängig davon, ob er von rechts oder von links kommt.

Doppelt hält besser: Die Rakete auf dem Middeldiek signalisiert Autofahrern Vorfahrt an der Einmündung Tegeler Plate. Autos, die aus dieser Straße kommen, hätten aber ohnehin nie Vorfahrt, da die einen „verketrsberuhgten Bereich“ verlassen. Foto: hol

Amüsant auch ein Verkehrsschild, das Verkehrsteilnehmer warnt, die den Sengwarder Anteil in Richtung Ortsausgang unterwegs sind. Auf dem rechten Fußweg steht ein „Achtung“-Schild, das auf Radfahrer hinweist, die möglicherweise die Straße kreuzen könnten, weil sie in die Bohnenburger Reihe einbiegen möchten – eine beliebte Radtour.

Fahrrad fährt in falsche Richtung

So weit, so gut. Das Emblem auf dem Schild war stark verwittert und wurde kürzlich erneuert. Allerdings: Das aufgedruckte Fahrrad fährt jetzt – vermutlich als einziges im deutschen Verkehrsschilderwald – von links nach rechts über das Schild.

Anmerkung: Liebe Leserinnen und Leser, wer die bereits erschienen Artikel im Rahmen der Serie „Hooksiel sicher“ lesen möchte, sollte im Suchfeld (oben links auf der Startseite) einfach „Hooksiel sicher“ eingeben. Anregungen, Hinweise oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.

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