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20 Altanlagen sollen für neuen Windpark abgebaut werden

Wangerland (4. 6. 2026) – Der Umgang mit erneuerbaren Energie ist ein Politikum. Auf lokaler Ebene wie auf nationaler und internationaler. Deutlich wurde das zuletzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Wangerlandes. Das Ziel von Gemeinde und Kommunalpolitik: Einen Wildwuchs von Konvertern in der Landschaft vermeiden, zugleich aber Einnahmen für die Gemeindekasse und lokale Investoren ermöglichen – und im besten Fall einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Die klimafreundliche Nutzung der Windenergie hat nicht nur Befürworter. Immer größer werdende Konverter dominieren das Landschaftsbild in weitern Teilen der Region. Im Wangerland sollen jetzt Altanlagen abgebaut und durch wenige neue ersetzt werden. Archiv-Foto: hol

Dem gegenüber steht die Kritik von Bürgern, die sich zum Teil auch in der Ausschusssitzung zu Wort kamen. Weitere Windräder würden das Landschaftsbild verschandeln – unabhängig davon, ob im Gegenzug an anderen Orten Altanlagen abgebaut werden. Und: Ob der zusätzliche Windstrom tatsächlich dem Klima hilft, sei so lange fraglich, wie die Leitungstrassen nicht stark genug sind, zusätzlichen Windstrom aufzunehmen und zu potenziellen Verbrauchern zu transportieren. So lange das nicht der Fall ist, müssen immer wieder Windräder abgeschaltet oder überschüssiger Strom kostenträchtig „verschenkt“ werden.

Zustimmung für Projekt „Inikwarfe“

Für die konkreten Windprojekte wollten Kommunalpolitik und Verwaltung diese Pauschalkritik so nicht gelten lassen. Lutz Ahmels, Windpark-Projektierer und Sprecher von 14 Windbauern im Wangerland, stellte aktualisierte Pläne für den Repower-Windpark „Inikwarfe“ vor, in dem südlich von Hohenkirchen/Gottels drei Großanlagen aufwachsen sollen.

Die neuen Konverter würden rund 20 Altanlagen ersetzen, die sich derzeit noch im Wangerland drehen und die mit der Inbetriebnahme des neuen Windparks abgebaut werden sollen. Viele der Altanlagen sind unter 50 Meter hoch, einige aber auch höher. Wichtig ist das, weil größere Windräder ohnehin einen Rechtsanspruch auf Repowering haben, meist im Umfeld ihres bisherigen Standortes.

Höhere Steuereinnahmen

Kleinere Anlagen haben diese rechtlichen Privilegierung nicht. Sie würden sich, so erläuterte Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak, ohne eine Alternativplanung so lange drehen wie sie technisch dazu in der Lage sind. Einen weiteren Vorteil für die Gemeinde nannte Ahmels. Der neue Windpark mit einer über dreimal so hohen Stromleistung wie die Einzelanlagen würde auch mehr Gewerbesteuern in die Gemeindekasse spülen – nämlich rund 420.000 Euro, jedes Jahr, voraussichtlich rund 20 Jahre lang. Mit dem Baubeginn rechnen die Investoren für den Winter 2029. 

Die städtebaulichen Vorzüge des Repowerns hoben Sprecher der SPD-Ratsfraktion und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hervor. Für den neuen Park würden dieselben Regeln gelten, wie für andere Windparks im Wangerland, betonte Immo Müller (ZUW). Der Abstand zum nächsten Wohnhaus muss mindestens 500 Meter betragen – berechnet nach dem „Rotor-in-Prinzip“. Das bedeutet, dass der Abstand nicht vom Mast eines Windrades aus sondern von der Spitze des Rotors aus gemessen wird. Der Mastabstand wächst dabei bei modernen Anlagen um rund 70 bis 80 Meter.

Flächen für neue Investoren

Die Ausschussmitglieder signalisierte Zustimmung zur Planung für den Repower-Windpark. Mehrheitlich abgesegnet wurden danach auch Entwürfe für die Flächennutzungspläne für die Windparks bei Haddien und Nenndorf (in der Nähe von Oldorf). Die Unterlagen sollen im nächsten Schritt öffentlich ausgelegt werden. An beiden Standorten sollen nach den Vorstellungen von Investoren auf 18 beziehungsweise 33,5 Hektar Flächen jeweils zwei oder drei „neue“ Windräder aufgestellt werden.

Der von der ZUW eingebrachte Antrag, auch diese Windparkflächen als neue Standorte für repowerfähige Anlagen von anderen Standorten in der Gemeinde vorzusehen, fand keine Mehrheit. Damit, so Müller, hätte man mit dem „Aufräumen der Landschaft“ im Wangerland fortsetzen können. Jetzt sei zu erwarten, dass für eine Reihe der verbleibenden über 50 Meter großen Anlagen Ersatzbauten in der Nähe der alten Standorte erfolgen werden. 

Nach Einwenden des Landkreises Friesland gegen die ins Auge gefasste Fläche bei Haddien und Nenndorf war das Planungsareal Nenndorf bereits halbiert worden. Die Untere Naturschutzbehörde hat an beiden Standorten zudem zahlreiche Brut- und Gastvögel identifiziert, um deren Wohl man sich aber erst dann kümmern müsse, wenn der genaue Standort der einzelnen geplanten Windräder feststeht.

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