Wilhelmshaven/Friesland (31. 1. 2026) – Das „Klinikum Wilhelmshaven“ und die „Friesland Kliniken“ rücken medizinisch zusammen. Während die politischen Gremien von Stadt und Landkreis vor einer zentralen Weichenstellung für den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums stehen, haben die Geschäftsführungen beider Krankenhäuser verkündet, dass sie im Bereich der Behandlung von Brustkrebs ab sofort enger zusammenarbeiten.

Grünes Licht für die Kooperation beider Häuser haben die Aufsichtsräte der beiden kommunalen Kliniken bereits Ende vergangenen Jahres gegeben. „Damit sichern wir die regionale Versorgung bei Brustkrebsoperationen und damit der Behandlung der häufigsten Krebserkrankung von Frauen“, sagt die Geschäftsführerin der „Friesland Kliniken“, Petra Hohmann. Ihr Pendant im „Klinikum Wilhelmshaven“, Norman Schaaf: „Die Kooperation optimiert die Versorgung unserer Patientinnen und stärkt beide Standorte. Zudem ist es ein weiteres starkes Signal des Zusammenwachsens auf dem Weg zum geplanten Zentralklinikum.“
Kompetenzen gebündelt
Die Häuser bündeln ihre Kompetenzen im medizinischen Fachbereich der Senologie und damit der Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinome). Mit dieser Kooperation werde die zu beantragende Leistungsgruppe gesichert, heißt es. Gemeinsam würden beide Häuser die dafür geforderte Auflage von mindestens 100 Brustkrebsoperationen jährlich erfüllen. Damit werde die medizinische Versorgung in der Region in diesem Fachbereich erhalten.
Der Kern der Kooperation: Die chirurgischen Eingriffe werden in Wilhelmshaven konzentriert. Die Brustkrebspatienten der „Friesland Kliniken“ werden aber weiterhin durch Operateure der Geburtshilfe und Frauenheilkunde des St.-Johannes-Hospitals in Varel betreut, die des „Klinikums Wilhelmshaven“ durch deren Operateure. Sprechstunden, Behandlungen, Diagnostik und Therapie im Bereich der Senologie sollen wie gewohnt sowohl in Wilhelmshaven als auch in Varel stattfinden.
Leitende Ärzte zufrieden
Maßgeblich mit ausgehandelt hatten Vereinbarung die Leitenden Oberärzte Dr. Christoph Messner („Friesland Kliniken“) und Bert Hendrik Holmer („Klinikum Wilhelmshaven“). „Aus unserer Sicht ist das eine sehr gute Lösung, die sowohl die Gynäkologie im Klinikum Wilhelmshaven als auch in den Friesland Kliniken stärkt.“
Zum Hintergrund: Nach dem Krankenhausstrukturgesetz müssen sich Krankenhäuser für so genannte Leistungsgruppen bewerben. Davon gibt es 65. Die Leistungsgruppe 41 beinhaltet die Senologie. Durch die Bündelung der Kräfte und Kapazitäten des „Klinikums Wilhelmshaven“ und der „Friesland Kliniken“ am Standort St. Johannes-Hospital Varel werden die geforderten Mindestfallzahlen von 100 Brustkrebsoperationen erfüllt. Für diese Leistungsgruppe habe das Klinikum Wilhelmshaven einen entsprechenden Antrag gestellt. Diesen Antrag habe der Landesverband der Krankenkassen jetzt genehmigt.
Wichtige Weichenstellung
Für Mittwoch, 18. Februar, wird eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft beider Kliniken erwartet. Der Rat der Stadt Wilhelmshaven und der Kreistag des Landkreises Friesland wollen in einer gemeinsamen Sitzung die Modalitäten für die Suche nach einem Standort für ein neu zu bauendes Zentralklinikum verabschieden.
Der Allgemeine Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade (AWV) hat in dies Tagen darauf gepocht, den Beschluss nicht auf die lange Bank zu schieben. „Die Entscheidung ist überfällig und alternativlos.“










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