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Die ersten Schollenfilets erhielten 60 Wattwanderer

Hooksiel (5. 8. 2026) – Mehr Erlebnis-Gastronomie geht nicht. Bei herrlichem Wetter genossen zahllose Menschen am Badestrand von Hooksiel leckere, mitten im Watt gebratene Schollenfilets. Dabei brachte der Ansturm der vierstelligen Zahl an Kunden die Köche und Servicekräfte der Wangerländer Betriebe, die sich für die Aktion zu den „Seesternen“ zusammengeschlossen haben, heute sichtbar an ihre Grenzen.

Auf riesiges Interesse stieß heute das Schollenbraten am Strand von Hooksiel. Foto: hol

„Ich wollte mich bei ihnen recht herzlich bedanken“, sagt eine Urlauberin, die die Gastronomin Ute Eden vom „Friesland-Stern“ in Horum beim Tellerwaschen unterbricht. „Wir hatten von der Veranstaltung bisher nur gelesen. Aber das das so schön ist …“

Großer Andrang von Urlaubern

Ute Eden freut sich sichtbar über das Kompliment, das man an diesem Schollentag immer wieder hört. Zeit für ein Gespräche mit der Urlauberin hat sie aber nicht. Die Zeit drängt, die Teller wollen gespült werden. Nicht nur, weil noch eine lange Schlange von Fischfreunden an der Tellerausgabe steht.

Das Zeitfenster für das „Schollenbraten im Watt“ ist durch die Gezeiten begrenzt. Mit dem ablaufen Wasser hatten 30 bis 40 Mitarbeiter der Seesterne-Restaurants die Verkaufsstände im Watt aufgebaut. Dem zum Teil aufkommenden Wind zum Trotz lagen um 11 Uhr die ersten Schollenfilets in den Pfannen.

Das geduldige Warten im Watt wurde mit einem frisch gebratenen Schollenfilets belohnt. Foto Hol

Bis 13.30 Uhr ging es dann Schlag auf Schlag. „Als der erste Priel hinter uns voll Wasser gelaufen war, mussten wird den Verkauf abbrechen“, sagte Sven Klostermann vom „Schwarzen Bären“ in Hooksiel. Da waren bereits über 300 Kilogramm Schollenfilets vertilgt. „Die letzen acht verbliebenen Schollen haben dann unsere Mitarbeiter gegessen.“

Insgesamt dürfte das Schollenbraten in Höhe des Strandhauses 2 in diesem Jahr eine rundum gelungene Sache gewesen sein. Die vergleichbare Aktion am Strand von Schillig hatte vor wenigen Tagen witterungsbedingt noch an den Strand verlegt werden müssen. Aber: Scholle mit Kartoffelsalat und Apfelsahnesoße, dazu ein erfrischendes Kaltgetränk – für viele Urlauber ist das offenbar „Friesland-Urlaub pur“. Geduldig standen sie barfuß an, um im Anschluss das Menü auf Holzbänken am Strand zu genießen – und sich dann zu bedanken.

Geburtsstunde 2004

Die Gründung der „Seesterne“ geht auf die Initiative der Wangerland Touristik GmbH im Jahr 2004 zurück. Unter Federführung eines Gastronomieberaters suchten Vertreter von gut zehn Betrieben aus dem Jeverland ein Konzept für ein Angebot, das Kreativität und Erfahrung der jeweiligen Partner unter Beweis stellen sollte, ohne die jeweiligen Eigenarten zu verwässern.

Mit der Geburtsstunde der Gastronomie-Kooperation wurden Sprecher gewählt sowie ein Ehrenkodex, ein Logo und einige Direktiven entwickelt. Dazu gehört etwa die Überzeugung: „Zusammen sind wir Stärker“ und „Gemeinsame Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit“. 

Grundlage für Kooperation von Gastronomen

Im Sommer 2004 wurde das „Erste Schollenbraten im Watt vor Schillig“ ins Leben gerufen. Nach unzähligen Meetings, Meinungsverschiedenheiten, jeder Menge Vorarbeit und Probeläufe war der Tag X gekommen. „Im Morgengrauen des 23. August 2004 wurden Kocher, frische Fischfilet, Pfannen, Deko, Stühle, Bänke, Getränke, . . . eben alles was man so braucht, um die geplanten 60 Wattwanderer zu verpflegen, ins Watt gekarrt“, heißt es in einer Chronik.

Die Aktion fand schnell überregional Anklang, war Gegenstand von Presse- und Fernsehberichterstattung. Der Grundstein für die Kooperation und viele weitere Aktivitäten war gelegt wie etwa für gemeinsame Messebesuche, Kartoffelfeste oder die Entwicklung einer gemeinsamen Fahrradkarte. Aber das sind andere Geschichten. 

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