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Kurs für den Neubau eines Zentralklinikums abgesteckt

Friesland/Wilhelmshaven (10. 9. 2026) – Der Fahrplan für den Bau des neuen Zentralklinikum für die Region Wilhelmshaven/Friesland steht. Der friesländische Kreistag und der Rat der Stadt Wilhelmshaven haben am Mittwochnachmittag jeweils mit großer Mehrheit einem gleichlautenden Beschlussvorschlag zugestimmt, der den Kurs für Standortsuche und Finanzierung absteckt.

Favorisierter Standort in Sande

Beide Gebietskörperschaften betreiben derzeit mit dem Klinikum Wilhelmshaven und den Friesland Kliniken mit Standorten in Sande und Varel eigene Krankenhäuser, die die Haushalte der Kommunen aktuell jeweils mit jährlichen Zuschussbedarfen in Millionenhöhe belasten. Nach der Ansicht von Fachleuten könnte ein gemeinsames, hoch modernes Zentralklinikum wirtschaftlicher betrieben werden.

So könnte das geplante Zentralklinikum aussehen, dass Wilhelmshaven und Friesland gemeinsam bauen wollen. Grafik: Landkreis

Aber wo soll der Neubau errichtet werden? Gutachter hatten zuletzt sechs mögliche Standorte nach vorher festgelegten Kriterien bewertet, darunter die beiden Bestands-Krankenhäuser in Wilhelmshaven und Sanderbusch. Die Gremien haben gestern den von den Gutachtern empfohlenen Standort „C – Wilhelmshavener Kreuz Ost“ am Oldenburger Damm in Sande „als Vorzugsstandort für die weitere Entwicklung des gemeinsamen Zentralklinikums“ festgelegt. Der Standort gilt insbesondere für das gesamte Einzugsgebiet von Varel bis Hohenkirchen sowie von Jever ist Wilhelmshaven aus gut erreichbar.

Förderung durchs Land entscheidend

Der Beschluss ist allerdings noch keine finale Standortentscheidung. Sollte sich in der weiteren Planungs- und Genehmigungsphase rechtliche, bautechnische oder wirtschaftlich Gründe ergeben, die den Neubau am „Wilhelmshavener Kreuz Ost“ unmöglich machen, soll die Planung für das gemeinsame Großprojekt automatisch am nächstbest bewerteten Standort vorangetrieben werden. Der liegt zwischen der Hooksieler Landstraße und der Maade in Wilhelmshaven.

Entscheidend für das Projekt dürften aber auch die Rahmenbedingungen für dessen Finanzierung sein. Die politischen Gremien beauftragten ihre Verwaltungen, zusammen mit den Krankenhausgesellschaften mit dem Sozialministerium in Hannover Kontakt aufzunehmen, um möglichst schnell verbindliche Aussagen zu Fördermöglichkeiten durch das Land Niedersachen zu erhalten. Wilhelmshaven und Friesland hoffen auf eine Förderquote von 90 Prozent für das mehrere Hundert Millionen Euro teuer Projekt, das die stationäre Gesundheitsvorsorge der Region für die nächsten Generationen sichern soll. Bis zur Einweihung dürfe es aber im besten Fall wohl noch mindestens zehn Jahre dauern.

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