Hooksiel/Wangerland (12. 6. 2026) – Als „unhaltbaren Zustand“ bewertet der Hooksieler Verein für Handwerk, Handel und Gewerbe (HHG) die Situation, dass es aktuell in der Gemeinde Wangerland keine freien Gewerbeflächen gibt. „Handwerksbetriebe können nicht wachsen oder müssen notgedrungen das Wangerland verlassen“, beklagt HHG-Vorsitzender Tobias Geisen. Das Problem müsse „schnellstmöglich durch die Ausweisung neuer Gewebeflächen angegangen werden“.
Geisen kritisiert SPD und ZUW
Unternehmen und Unternehmern aus Handwerk, Handel und Gewerbe werde das Arbeiten und Wirtschaften durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen immer schwerer gemacht. Für Vieles seien Bund und Land verantwortlich, für Manches aber auch der Gemeinderat vor Ort. Enttäuscht zeigt sich Geisen in diesem Zusammenhang von dem Verlauf der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Sanierung in der vergangenen Woche, an der als beratendes Mitglied teilgenommen hat.
In der Sitzung hatte die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) einen Antrag eingebracht, wonach die Gemeindeverwaltung umgehend mit der Planung eines Gewerbegebietes in Tettens beginnen solle. Sprecher von SPD und ZUW (Unabhängige) waren zunächst skeptisch und verwiesen darauf, dass die Bauverwaltung der Gemeinde ohnehin überlastet sei und zunächst andere, zeitkritische Bauleitverfahren abarbeiten müsse.
Letztlich stimmte der Ausschuss dem Antrag aber doch einvernehmlich zu, was Geisen auf seine vehement Intervention zurückführt. Der HHG-Vorsitzende bewertet die zunächst gegen die Planung der neuen Gewerbeflächen eingebrachte Argumente als „fadenscheinig“, zumal auch Bürgermeister und Verwaltungschef Mario Szlezak (SPD) eingeräumt hatte, dass die Kapazitäten dafür im Rathaus vorhanden wären.
Müller weist Kritik zurück
Für die ZUW-Gruppe weist Ratsherr Immo Müller (UWW) die Vorwürfe des HHG zurück. Der Austausch von unterschiedlichen Meinungen und Argumenten sei ein ganz normaler Bestandteil der demokratischen Willensbildung in einem Fachausschuss. Hier werde nicht nur zugestimmt oder abgelehnt. „Genau das ist geschehen“, stellt Müller in einer Erklärung fest.
„Nicht in Ordnung“ sei es und möglicherweise dem Vor-Wahlkampf geschuldet, dass Geisen im Nachhinein die Argumente von Ratsmitgliedern als fadenscheinig bezeichne. Die Ausweisung von Gewerbeflächen stehe schon lange im Fokus aller im Rat vertretenen Parteien und Gruppen. „An welcher Stelle in der Gemeinde und ob in Tettens ist zu prüfen und vorzubereiten.“








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