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Neue Mehrheitsgruppe im Wangerländer Gemeinderat steht

Wangerland (22. 10. 2026) – Der künftige Rat der Gemeinde Wangerland hat eine Mehrheitsgruppe. Die Fraktionen von SPD (6 Sitze), Pro Wangerland (4) und Bündnis 90/die Grünen (2) haben sich auf eine Gruppenbildung verständigt. Die Gruppe hat insgesamt zwölf Sitze und damit rechnerisch eine absolute Mehrheit im 23-köpfigen Gemeinderat.

Wollen im künftigen Gemeinderat als Gruppe eng zusammenarbeiten, ohne die anderen Ratsmitglieder auszuschließen: (von links) Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Ulfers (SPD). Foto: hol

Als Sprecher der Gruppe wird Holger Ulfers (SPD) fungieren. Seine Stellvertreter sind Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) und Gaby Szlezak (Grüne). Wie das Trio heute gegenüber „Hooksiel-Life“ betonte, solle sich an der Kommunikations-Kultur im Rat aber nichts ändern. „Wir sind immer offen für die Meinungen und Vorschläge der anderen Ratsmitglieder“, so Ulfers.

Guten Umgangsstil erhalten

Zweitstärkste Kraft im Rat, der sich am 3. November konstituieren wird, ist die neunköpfige Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ aus CDU (8) und FDP (1). Mit einem Sitz ist zudem die AfD in dem Kommunalparlament vertreten. Hinzu kommt der neue hauptamtliche Bürgermeister Thies Fischer (CDU).

„Der Umgangsstil soll so bleiben, wie wir ihn in der Vergangenheit schon in der Gruppe SPD/Pro Wangerland gepflegt haben“, sagte Ulfers. Man werde gemeinsam tagen und beraten, um Fragestellungen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. Wenn aber eine Fraktion am Ende zu einer anderen Erkenntnis kommt als die Gruppe insgesamt und möglicherweise im Rat mit der CDU stimme, dann sei das auch okay. „Das nennt man dann Demokratie.“

Mehrheit in Ausschüssen

Die Gruppenbildung hat ganz pragmatische Vorteile. Die niedersächsische Kommunalverfassung garantiert, dass die Mehrheitsgruppe im Rat auch in jedem Fachausschuss des Rates etwa für Soziales, Bauen oder Finanzen die Mehrheit der Sitze bekommt.

Man habe in der Gruppe keine Kernthemen festgelegt, in denen man auf jeden Fall eine gemeinsame Position durchdrücken wolle, so die Sprecher. Verständigt habe man sich aber auf einen ganzen Katalog von Aufgabenfeldern, die man im neuen Rat angehen wolle und müsse. Keinen Aufschub erlauben nach Ansicht von Schäfermeier die baurechtlichen Fragen, die sich aus der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ergeben.

Viele Baurechtsfragen

Bekanntlich will die gemeindeeigene WTG für ihre Sanierung große Teile ihres Immobilienvermögens (Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, Campingplatz Schillig und den Komplex des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel) an Investoren verkaufen. Für die Planungen der neuen Eigentümer müsste dann gegebenenfalls durch den Rat neues Baurecht geschaffen werden.

Zunächst aber müssten die neuen Ratsmitglieder im Rathaus ankommen und mit den Themen vertraut werden, unterstrichen Ulfers, Schäfermeier und Szlezak. Als Gruppe werde man sich möglichst schnell mit dem neuen Bürgermeister zusammensetzen, um das Miteinander und die Schnittstellen von Verwaltung und Politik zu besprechen. Darüber hinaus müssten eine Reihe von Themen aus dem alten Rat fortgeführt werden. Dazu gehöre der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule Hohenkirchen, die Planung für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel sowie die Gemeindeentwicklungs-Planung mit der Entzerrung von Dauerwohn-, Zweitwohn- und Ferienwohngebieten.

Neue Wohngebiete

Mit dem absehbaren Umzug der Feuerwehr in Hohenkirchen aus dem Ortskern ins Gewerbegebiet stelle sich zudem die Frage, so Gaby Szlezak, wie das Zentrum von Hohenkirchen gestärkt werden kann. Aus Sicht von Ulfers müsse der komplette Flächennutzungsplan für die Gemeinde überarbeitet werden. Dazu gehörten dann auch Überlegungen zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten. Dazu gehören auch neue Bauplätze in Hooksiel oder ein Platz für einen Netto-Markt im Ort.

Auf Initiative der Wählergruppe Pro Wangerland soll sich der neue Rat verstärkt das Thema „Bevölkerungsschutz“ in den Blick nehmen. Dazu gehörten neben der Umsetzung des Feuerwehrbedarfs-Planes und eines Generalentwässerungs-Planes auch Vorkehrungen für unterschiedlichste Katastrophen-Szenarien.

Priorität bei Gemeindefinanzen

Höchste Priorität für die Gruppe habe aber die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. „Wenn wir unsere Finanzen nicht in den Griff bekommen, ist mittelfristig die Selbstständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr“, befürchtet Gruppensprecher Ulfers. Ein wichtiger Schritt dabei wäre es, wenn die Einwohnerzahl über die 10.000er-Marke klettert.

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