Friesland/Wangerland (19. 6. 2026) – Die Tage der kostenfreien Sperrmüll-Abfuhr im Landkreis Friesland dürften gezählt sein. Es gilt als sicher, dass der Kreistag auf seiner Sitzung am Mittwoch, 1. Juli, einem entsprechenden Antrag der Verwaltung zustimmt. Damit würde die Abfallentsorgungs-Satzung so geändert, dass ab dem 1. August für die dritte und jede weitere Sperrmüll-Abholung in einem Jahr pro Haushalt eine Gebühr von 52,55 Euro fällig wird.

Derzeit ist die Zahl der kostenlosen Sperrmüllabfuhren pro Jahr und Haushalt nicht begrenzt. Es gibt keine Mindestmenge, ab der der Service in Anspruch genommen werden kann, jedoch eine Obergrenze für die Müllmenge von fünf Kubikmeter je Abfuhr.
Häufig werden Kleinstmengen angemeldet
Nach den Erhebungen des Landkreises gibt es in Friesland sehr viele Sperrmüll-Anmeldungen bei vergleichsweise geringen Mengen je Einzelauftrag. Nach Auswertung des beauftragten Entsorgungsunternehmens liegt das durchschnittliche Gewicht pro Abfuhr bei rund 220 Kilogramm. Rund 30 Prozent der angemeldeten Aufträge betreffen Kleinstmengen von weniger als 0,5 Kubikmeter. Aus Sicht der Verwaltung verdeutlichen die Zahlen, dass in erheblichem Umfang logistische Ressourcen, Personal und Fahrzeuge eingesetzt werden, obwohl teilweise nur sehr geringe Mengen zur Abholung bereitgestellt werden.
Die Auswertung zeige auch, dass die intensive Nutzung nicht flächendeckend erfolgt. Im betrachteten Zeitraum von neun Monaten hätten lediglich 344 von den rund 50.000 Haushalten mehr als zwei Sperrmüll-Anmeldungen vorgenommen. Spitzenreiter seien zwei Haushalte mit jeweils zwölf Anmeldungen innerhalb des Auswertungszeitraums gewesen.
Landkreis will System besser lenken
Die Einführung der Abfuhrgebühr solle auch mit dazu beitragen, die Stoffströme im Bereich des Sperrmüllsystems effektiver zu lenken, heißt es in der Beschlussvorlage. Mit der Änderung der Satzung wolle man die Entsorgung der Sperrmüllfraktion dauerhaft wirtschaftlich halten und Müllgebühren-Erhöhungen begrenzen. Eine stärkere Bündelung von Sperrmüllmengen reduziere zudem unnötige Fahrwege und leiste damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz.
Künftig sollen pro Haushalt und Kalenderjahr zwei Sperrmüll-Termine kostenfrei bleiben. Die Begrenzung erfolgeausdrücklich haushaltsbezogen und nicht adressbezogen, um Konflikte insbesondere bei Mehrfamilienhäusern zu vermeiden, heißt es in der Vorlage. Ab der dritten Sperrmüll-Abholung wird eine Gebühr von 52,55 Euro erhoben.
Zum Vergleich: Im Landkreis Wittmund werden 25 Euro je Sperrmüllabfuhr fällig, im Landkreis Aurich 70 Euro in der Stadt Emden 38 Euro. Als weitere Neuerung soll die Sperrmüllabfuhr künftig grundsätzlich erst ab einer angemeldeten Mindestmenge von einem Kubikmeter erfolgen. Damit wolle man die Zahl unwirtschaftlicher Abholfahrten für Kleinstmengen reduzieren.










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