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Alle Beiträge zum Thema “Kirchengemeinde”

Männerkreis besichtigt das Küstenmuseum

Hooksiel (31. 3. 2026) – Der Männerkreis der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland unternimmt am Dienstag, 14. April, einen Ausflug nach Wilhelmshaven. Geplant ist die Besichtigung des Küstenmuseums. Die Abfahrt ist für 13.30 Uhr am Walter-Spitta-Haus geplant. Kostenbeitrag: 15 Euro. Nach der Rückkehr werde man sich noch für einen Kaffee oder Tee und ein Stück Kuchen zusammensetzen. Männerkreis-Organisator Herbert Ulfers bittet um Anmeldungen per Email (hulfers@aol.com) bis spätestens zum 12. April. 

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Es wird immer schwerer, die Kirche im Dorf zu lassen

Hooksiel (10. 3. 2026) – Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wangerland steht vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Mitglieder sinkt, die Kosten fürs Personal sowie den Unterhalt von Gebäuden und Friedhöfen seien kaum noch zu stemmen, sagte Fredo Eilts am Montagabend vor dem Männerkreis im Walter-Spitta-Haus. Vor diesem Hintergrund werde es immer schwerer, „die Kirche im Dorf“ zu lassen. 

Diakon Fredo Eilts (rechts) stellte sich als neuer Seelsorger beim Männerkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland in Hooksiel vor. Links im Bild: Männerkreis-Leiter Herbert Ulfers. Foto: hol

Treffen könnte das auch Hooksiel, räumte der Diakon ein, der seit dem 1. Februar Teil des Seelsorge-Teams im Wangerland ist. Nach den aktuellen Plänen der Oldenburgischen Landeskirche soll das zentral gelegene Stephanus-Haus in Hohenkirchen das Gemeindehaus fürs ganze Wangerland werden. Es soll entsprechend erweitert und energetisch saniert werden. Vom 1983 gebauten, von zahlreichen kirchlichen und anderen Gruppen genutzten Walter-Spitta-Haus in Hooksiel wolle sich die Kirche mittelfristig trennen. 

Walter-Spitta-Haus steht zum Verkauf

„Es gibt schon jetzt mehrere Interessenten“, sagte Eilts, der zusagte, sich dafür einsetzen zu wollen, dass die Menschen vor Ort bei den wirtschaftlich notwendig erscheinenden Veränderungen mitgenommen werden. Das Walter-Spitta-Haus gehört zur zentralen Infrastruktur im Ort. Vor allem dann, wenn die Wangerland Touristik GmbH das Gästehaus nicht mehr halten könne, sei das Haus als Treffpunkt für Vereine und Gruppen aller Art unverzichtbar, zumal es in Hooksiel kein Dorfgemeinschaftshaus gebe, hieß es aus der Runde des von Herbert Ulfers geleiteten Männerkreises.

Die ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland deckt nach dem Beitritt der Kirchengemeinden Wiarden und Minsen zum Jahresbeginn nahezu das gesamte Gemeindegebiet ab. Zu ihr gehören rund 4700 Christen, 13 überwiegend historische Kirchen sowie zahlreiche Friedhöfe und sonstige Gebäude. Wo sich früher acht Geistliche um das Seelenheil der Gläubigen kümmerten, war nach der Verabschiedung von Pastor Jürgen Walter (Hohenkirchen) und Sabine Kullik (Minsen) in den Ruhestand und dem Wechsel von Pastor Stefan Grünefeld (Hooksiel) nach Oldenburg Hanja Harke (Waddewarden), trotzt Unterstützung von einigen Interimskräften, weitgehend auf sich allein gestellt – mit einer Halbtagsstelle. 

Diakon darf trauen und beerdigen

Fredo Eilts (57) besetzt jetzt eine der Stellen im künftigen interprofessionellen Team, das sich um die Aufgaben in der Kirchengemeinde kümmern soll. Der aus Ostfriesland stammende Diakon, der im nördlichen Wangerland lebt, hat sein Theologiestudium mit einem Diplom absolviert, aber keine kirchlichen Examen abgelegt. Als Angestellter der Kirche darf er aber alle Aufgaben von Pastoren erledigen: Also predigen, taufen, trauen, beerdigen, seelsorgerische Gespräche führen und, wie Eilts mit einem gewissen Bedauern schilderte, bürokratische Pflichten erfüllen.

Die Zukunft des Walter-Spitta-Hauses ist ungewiss. Die Kirche will sich von dem Gemeindehaus mittelfristig trennen. Foto: hol

Zurzeit sei er mit der energetischen Bestandsaufnahme aller Kirchengebäude beschäftigt. Die Oldenburgische Landeskirche möchte bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Wichtiger für ihn seien aber die persönlichen Gespräche mit Menschen, versichert der Geistliche.

Weitere Pastorin in Sicht

Eilts hatte zuletzt mit einer halben Stelle als Diakon in Jever sowie einer halben Stelle als Religionslehrer gearbeitet. Das Wangerland, und auch Hooksiel, seien ihm aus der Jugendarbeit wohl vertraut, aber auch aus eigenem Erleben. „Ich habe noch zu Zeiten von Pastor Rudolf Brahms in meiner Studienzeit in Hooksiel Orgel gespielt.“ 

Möglicherweise bekommen Hanja Harke und Fredo Eilts demnächst weiter Verstärkung. Wie Eilts sagte, gebe es auf die erneut ausgeschriebene Stelle von Pastor Grünefeld eine Bewerbung einer erfahrenen Pastorin. Man könne aber nicht davon ausgehen, dass die Geistliche künftig in der Pastorei in Hooksiel wohnen werde. 

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Vorstellung abgesagt: Bundeswehr gibt Pfarrer nicht frei

Wangerland/Hooksiel (16. 12. 2025) – Die vakante Pfarrstelle im Wangerland wird möglicherweise doch nicht so schnell wieder besetzt wie erhofft. Wie Lübbo Meppen, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der evanglisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland, gegenüber „Hooksiel-life“ bestätigte, fällt die geplante Vorstellungspredigt eines möglichen Nachfolgers von Pastor Stefan Grünefeld aus. Grünefeld ist bekanntlich zum 1. Dezember nach Oldenburg gewechselt.

Die Stelle von Pastor Stefan Grünefeld (rechts), hier mit Kreispfarrer Christian Scheuer, bleibt vorerst vakant. Grünefeld selbst wird aber über die Weihnachtsfeiertage mehrere Gottesdienste im Wangerland gestalten. Archiv-Foto: hol

Mit Pfarrer Kai Kleina sollte sich am Sonntag, 21. Dezember, beim Gottesdienst in Hohenkirchen ein Militärseelsorger der Gemeinde vorstellen. Der 52-Jährige, seit Ende 2019 in Wilhelmshaven beschäftigt, hatte sich auf die freie Stelle beworben und sich auch bereits dem Gemeindekirchenrat vorgestellt. Der Vorstellungsgottesdienst wäre der nächste Schritt vor der Wahl durch den Gemeindekirchenrat gewesen, die für den 5. Januar geplant war. Ende Januar hätte dann die Oldenburgische Landeskirche die Entscheidung bestätigen können.

Nach den Worten von Meppen muss die Vorstellungspredigt ausfallen, weil die Bundeswehr dem Bewerber ihre Freigabe versagt habe. Wie es jetzt weiter gehen soll, ob man das Bewerberverfahren ganz neu auflegen müsse oder doch noch mit Kleina rechnen könne, soll Anfang des neuen Jahres beraten werden. Der normale Gottesdienst in Hohenkirchen findet ab 11 Uhr trotzdem statt.

Architekt der Fusion verlässt die Kirchengemeinde Wangerland

Wangerland/Hooksiel (10. 11. 2025) – Im Wangerland ist eine Ära zu Ende gegangen. Am Sonntag hat Kreispfarrer Christian Scheuer den Hooksieler Pastor Stefan Grünefeld von seinen Aufgaben entbunden. Nach 22 Jahren im Amt übernimmt Grünefeld mit Beginn des neuen Kirchenjahres, zum 1. Dezember, neue Aufgaben als Referent von Bischof Thomas Adomeit in Oldenburg.

Pastor Stefan Grünefeld öffnete zum Abschied seinen „Erinnerungskoffer“, der sich in 22 Jahren Wangerland gut gefüllt hat. Foto: Mario Krar

Gut zwei Stunden lang dauerte der Abschiedsgottesdienst in der Prall gefüllten Kirche in Hohenkirchen. Musikalisch wurde die Andacht vom Kinderchor der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland und dem Chor Free Voices begleitet. Neben Scheuer sprachen auch Bürgermeister Mario Szlezak, Vertreter des Gemeindekirchenrates, der Mitarbeiter und der Feuerwehren dem scheidenden Seelsorger Dank und Anerkennung aus.

Pastor Grünefeld geht nach Oldenburg

Grünefeld zog 2003 als Nachfolger von Stefan Welz in die Pastorei in Hooksiel ein. Sein Aufgabengebiet war zunächst auf die Kirchengemeinden Pakens-Hooksiel und St. Joost-Wüppels beschränkt. Grünefeld, der sich in seiner gesamten Amtszeit im Wangerland auch in der Notfallseelsorge engagiert hat, wurde in zurückliegenden Jahren so etwas wie der Architekt der Fusion der ehemals neun eigenständigen Gemeinden zur Kirchengemeinde Wangerland. Ein schwieriger Prozess mit endlosen Diskussionen, der am 1. Januar 2026 mit dem Beitritt der Kirchengemeinden Minsen und Wiarden beendet werden wird.

Aufruf zur Hilfsbereitschaft

In Abschiedspredigt erinnerte Grünefeld an die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Der appellierte an die Christen, anderen Menschen in Not zu helfen – unabhängig von deren Herkunft, Hautfarbe oder Glauben. Sein Aufruf „Habt keine Scheu vor Menschen, die ganz anders sind“ wurde mit Applaus bedacht.

Der Chor Free Voices begleitete am Sonntag den Abschiedsgottesdienst in der Kirche zu Hohenkirchen. Foto: hol

Scheuer würdige Grünefeld als reflektierten Menschen und Herren der freien Rede, der zugleich eine praktische Ader habe, die in seinen Hobbys zum Ausdruck komme – als Autoschrauber und „Bus-Pfarrer“. Grünefeld hatte sich erst vor einigen Monaten einen Herzenswunsch erfüllt und einen Busführerschein gemacht. Diese neue Fähigkeit setzte er unter anderem in der Jugendarbeit, aber auch bei seiner Abschiedstour mit ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde ein.

Einige Monate wird Grünefeld die Gemeinde noch begleiten. Bis Ostern kann er in Hooksiel wohnen bleiben und die Kirchengemeinde stundenweise unterstützen. Scheuer zeige sich zuversichtlich, dass die Neubesetzung der Pastorenstelle zeitnah erfolgen wird. 

Kirchengemeinde: Pastor Grünefeld verlässt nach 22 Jahren Hooksiel

Hooksiel (22. 8. 2025) – Der Hooksieler Pastor Stefan Grünefeld verlässt das Wangerland. Das bestätigte der 57-Jährige heute auf einer Pressekonferenz, an der auch Kreispfarrer Christian Scheuer und die Pastorin Hanja Harke teilnahmen. Grünefeld wird auf eigenen Wunsch nach Oldenburg wechseln und soll im Oberkirchenrat Referent von Bischof Thomas Adomeit werden. Wie Scheuer sagte, habe der gemeinsame Kirchenausschuss der Oldenburgischen Landeskirche in dieser Woche der entsprechenden Stellenbesetzung zugestimmt.

Kreispfarrer Christian Scheuer (links) und Pastorin Hanja Harke würdigten die Art des Hooksieler Pastors Stefan Grünefeld, der zum Dezember zum Oberkirchenrat nach Oldenburg wechseln wird. Foto: hol

Auch wenn der Wechsel für die evangelisch-lutherisch Kirchengemeinde Wangerland einen „herben Einschnitt“ bedeute, könne er nachvollziehen, dass Grünefeld dem „Ruf des Bischofs“ folgt. Das Wangerland verliere in bewegter Zeit einen Leistungsträger, der sich um die Seelsorge, die Organisation des Kirchenlebens und die Fusion von ehemals sieben eigenständigen Kirchengemeinden sehr verdient gemacht habe.

Suche nach Nachfolger läuft an

Stefan Grünefeld ist im Sommer 2003 als Pastor zur damals noch eigenständigen Kirchengemeinde Pakens-Hooksiel gekommen. Für den Hannoveraner war es die erste Pfarrstelle. Er wohnt seither mit seiner Familie im Pastorat neben dem Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Da das Wohnhaus an die Pfarrstelle gekoppelt ist, wird Grünefeld das Gebäude für seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger räumen müssen.

Die Landeskirche setze alles daran, die Nachfolge so schnell wie möglich zu regeln, versicherte Scheuer. Mit Blick auf die ohnehin angespannte Personalsituation im Wangerland werde man von der ansonsten üblichen Vakanz Abstand nehmen. Die Suche nach einem Nachfolger mit einer 100-Prozent-Stelle laufe bereits. Die Ausschreibung werde sechs Wochen lang bis Ende September veröffentlicht. Danach beginne das Auswahl- beziehungsweise Einstellungsverfahren mit den Bewerbern. „Im besten Fall können wir die Stelle Anfang 2026 wieder besetzen.“

Nur noch zwei Stellen fürs ganze Wangerland

Grünefeld ist aktuell der einzige Pfarrer mit einer Vollzeitstelle im Wangerland. Ihm zur Seite steht Hanja Harke, die mit Sitz in Waddewarden eine halbe Pfarrstelle besetzt und darüber hinaus in die Hospizseelsorge im Kirchenkreis eingebunden ist. Mit Pastorin Sabine Kullik (Minsen/Wiarden) und Jürgen Walter (Hohenkirchen) sind in diesem Jahr bereits zwei Pastoren mit 100-Prozent-Stellen in den Ruhestand verabschiedet worden. 

Insgesamt stehen dem Wangerland nach dem Personalschlüssel 2030 der Kirche mit Blick auf nur noch 4700 Mitglieder im Gemeindegebiet zwei Vollzeitstellen zu. Zurzeit ist noch Pastorin Katja Nolting-Möhlenbrock als Vertretungskraft in der Gemeinde eingesetzt. Dauerhaft soll die vakante halbe (Beamten-) Stelle durch eine Vollzeitstelle für eine Angestellte oder einen Angestellten ersetzt werden. Die Suche nach einem interdisziplinär tätigen Diakonen oder Theologen läuft. Bewerbungsgespräche würde bereits geführt, so Scheuer. Mit der Besetzung der Stelle sei aber nicht vor Anfang 2026 zu rechnen.

Fusion mit Minsen und Wiarden

Auf das Pastoren- und Theologen-Team kommt viel Arbeit zu. Scheuer, Grünefeld und Harke gehen angesichts der harmonischen Vorgespräche davon aus, dass die Kirchengemeinde Wangerland mit den noch selbstständigen Gemeinden Minsen und Wiarden fusioniert. „Die Notwendigkeit ist unstrittig“, so Grünefeld, der ausdrücklich den konstruktiven Umgang und den angemessenen Ton der Kirchenältesten in den Beratungen lobte. In den Gremien werde bereits wangerländisch gedacht.

Die Zukunft des Walter-Spitta-Gemeindehauses in Hooksiel ist ungewiss. Foto: Hol

Und das wird auch bei der Umsetzung des „Gebäudeplan-Effizienzgesetzes“ der Landeskirche nötig sein. Die Kirche will sich von überschüssigen Gebäude trennen und den verbleibenden Bestand möglichst klimafreundlich sanieren. „Das Wangerland hat den höchsten Gebäudebestand“, sagte Scheuer, der ankündigte, dass das detaillierte Gebäude-Konzept in drei Jahren stehen soll. 

Zukunft des Walter-Spitta-Hauses ungewiss

Zur ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland gehören allen zwölf historische Gotteshäuser, dazu Pastoreien sowie etliche Gemeindehäuser und Friedhöfe. Wie Grünefeld sagte, seien erste Entscheidungen auf Gemeindeebene bereits gefallen. So sollen die Pastoreien Tettens und Minsen und das Karkhuus in Waddewarden aufgegeben werden. Was aus dem Walter-Spitta-Haus in Hooksiel wird, ist noch ungewiss. Die Prognose des scheidenden Pastors: „Zumindest als alleiniger Träger wird die Kirchengemeinde das Haus in fünf Jahren nicht mehr halten können.“ 

Kreispfarrer: Kirche muss das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen

Kreispfarrer Scheuer bei Hooksieler Frauen
Kreispfarrer Christian Scheuer fühlte sich im Kreise der Hooksieler Landfrauen und des Frauenkreises der Kirchengemeinde Wangerland ausgesprochen wohl. Foto: hol

Hooksiel (20. 11. 2024) – Die Kirche hat einen schweren Stand, auch im Kirchenkreis Wilhelmshaven/Friesland. Der demographische Wandel, Wegzüge aus dem ländlichen Raum in Ballungsgebiete, die allgemeine Säkularisierung der Gesellschaft, aber auch handfeste Skandale hätten schon seit Jahren zu sinkenden Mitgliederzahlen geführt, sagte Kreispfarrer Christian Scheuer bei einer Stippvisite in Hooksiel. „Es wurde aber lange versäumt, die Kirche den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.“

Fusion im Wangerland

Scheuer ließ bei seinem Besuch einer Teetafel des Landfrauenvereins Hooksiel und des Frauenkreises der ev.-luth- Kirchengemeinde Wangerland im Restaurant „Zum Schwarzen Bären“ keinen Zweifel daran, dass sich das ändert wird. Ändern muss. Auch im Wangerland. Von den ehemals neun eigenständigen Kirchengemeinden im Gemeindegebiet hätten sich bereits sieben zur ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland zusammengeschlossen. Scheuer zeigte sich zuversichtlich, dass die noch selbstständigen Gemeinden Minsen und Wiarden 2026 folgen werden.

Allerdings: Zur Betreuung der insgesamt unter 5000 Christen werde es nur noch 2,5 Pastorenstellen geben. Trotz der weiten Wege, der historischen Gotteshäuser und der vielen Kirchengebäude in der Gemeinde. In der Vergangenheit wurde das Gebiet von der Oldenburgischen Landeskirche mit 4 bis 4,5 Pastorenstellen bedacht.

Kirchenkreis als Mittelinstanz

Als von der Kreissynode, also den Vertretern der Gemeinden, gewählter Kreispfarrer ist Scheuer das Bindeglied zur Oldenburgischen Landeskirche in Oldenburg. Sein Büro hat er in der Gemeinde Sande. Der 56-Jährige ist gebürtiger Wilhelmshavener. Der Kirchenkreis arbeitet für 25 selbstständige Kirchengemeinden, 9 in Wilhelmshaven und 16 in Friesland. Darüber hinaus ist er verantwortlich für das Diakonische Werk Wilhelmshaven-Friesland mit über hundert Mitarbeitenden, die Ev. Familienbildungsstätte und den Trägerverbund für 15 christliche Kindergärten im Kirchenkreis mit rund 350 Mitarbeitenden und einem jährlichen Umsatz von um die 20 Millionen Euro.

Die Verwaltungsstrukturen innerhalb der Oldenburgischen Landeskirche sind selbst vielen langjährigen Kirchengliedern nicht geläufig. So hatte Landfrauenvereins-Vorsitzende Anita Eden zu dem Vortrag in Hooksiel eigentlich eine Frau einladen wollen, die Regionalbischöfin aus dem Harlingerland. Hier erhielt sie aber eine deutliche Absage: „Falsche Kirche!“ Ostfriesland gehört zur Landeskirche Hannover.

Belastung für Pastoren steigt

Wichtiger als Organisationsstrukturen seien ihm die direkten Kontakte zu Menschen, sagte Scheuer, der zu Beginn seiner Seelsorger-Laufbahn zwölf Jahre Gemeindepfarrer in Zetel-Neuenburg war. Aktuell nehme die Arbeitsbelastung vieler Pfarrerinnen und Pfarrer deutlich zu. Die Stellen ausscheidender Kollegen würden nicht und nur teilweise ersetzt. Zu seinen Aufgaben als Kirchen-“Manager“ gehöre es auch, als eine Art „Seelsorger der Amtsbrüder“ mit darauf zu achten, dass die rund 50 Geistlichen in seinem Zuständigkeitsbereich ihren Aufgaben noch gerecht werden können und sich gegebenenfalls auch mal Auszeiten gönnen.

Denn, so betonte der Kreispfarrer, Pastoren sind Diener ihrer Gemeinden. Als ganz normale Menschen seien auch sie anfällig für Fehler und Schwächen. Das habe man in den Kirchen früher nicht immer so wahrhaben wollen. Entsprechend habe man etwa auf Vorwürfe von sexuellem Missbrauch reagiert. Bestenfalls wurde Schuldige versetzt. Aber die Landeskirche zu Oldenburg habe dazugelernt. Heute würden Täter bedingungslos außer Dienst gestellt. Opfer erhielten Entschädigungen.

Kein Pardon bei Missbrauch

Man wisse längst, so Scheuer, dass sexueller Missbrauch nicht nur ein Problem der katholischen Kirche war und ist. Bei einer von der Landeskirche eingerichteten Meldestelle hätten sich 30 bis 40 Betroffene gemeldet, zum Teil Jahrzehnte nach den Taten. Alle Kirchenmitarbeiter würden jetzt in Schulungen für das richtige Verhältnis von Distanz und Nähe sensibilisiert. Selbst von Kirchenältesten werde heute ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. 

„Die Schutzregeln werden 1:1 umgesetzt. Da gibt es keine Kompromisse, auch wenn das manchmal anstrengend ist“, versicherte Scheuer während der lebhaften Diskussion mit den Frauen in Hooksiel. Ein Pastor, der ein 13-jähriges Mädchen nach dem Konfirmations-Unterricht in seinem Auto schnell nach Hause bringt, weil ihr Fahrrad kaputt ist? „Nein, das gibt es heute nicht mehr“, sagte der Kreispfarrer. „Wir müssen das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.“

Konfirmation mit Bürgermeister-Stuhl

Konfirmanden 2024 in Hooksiel
Die Pastoren Jürgen Walter (rechts) und Stefan Grünefeld gestalteten den festlichen Gottesdienst in Pakens: Konfirmiert wurden (von links) Patrick Janßen, Lorenz Kramer, Noa Wilts, Johann Janßen, Deik Reese, Celia Mewes und Louis Hundelt. Foto: hol

Hooksiel (21. 4. 2024) – Volle Kirche in Pakens, viele schick gekleidete Menschen, darunter zahlreiche junge Leute. Heute war ein Festtag für die ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland und ganz besonders für die sieben Jugendlichen aus Hooksiel, die im Rahmen des Gottesdienstes konfirmiert wurden.

Nach gut anderthalb Jahren Konfirmandenzeit wurden Cilia Mewes, Louis Hundelt, Johann Janßen, Patrick Janßen, Lorenz Kramer, Deik Reese und Noa Wilts von Pastor Stefan Grünefeld gesegnet. Damit sind die jungen Leute jetzt Mitglieder der christlichen Gemeinde. 

Grünefeld gestaltete den Gottesdienst zusammen mit Pastor Jürgen Walter. In einem anschaulichen Dialog verdeutlichten die Geistlichen, wie wichtig für Menschen ein fester Platz in einer Gemeinschaft ist. Etwa am Küchentisch der Familie oder im Kreise von Jugendlichen bei einer Konfirmanden-Freizeit. Aber auch die Ruhepause auf einem Sonnenstuhl gehöre zum Leben.

Man solle sich zwar stets anstrengen und Ziele verfolgen. „Aber niemand muss perfekt sein“, sagte Grünefeld. Die meisten anderen Menschen seien das ja auch nicht. Dass man dennoch Ziele im Leben haben sollte, symbolisierte der Stuhl von Bürgermeister Mario Szlezak aus dem Ratssaal in Hohenkirchen. Möglicherweise werde in einigen Jahren einer der heutigen Konfirmanden darauf Platz nehmen, mutmaßte Walter.

Gemeindekirchenrätin Bettina Schriever begrüßte die jungen Leute in der Kirchengemeinde. Silke Toben wurde für ihre Solo-Gesangseinlagen mit Applaus bedacht.

Christen haben gewählt: Kern des neuen Gemeindekirchenrates steht

Wangerland/Hooksiel (12. 3. 2024) – Das neue Führungsgremium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland steht. Zumindest im Kern. Bei den Gemeindekirchenratswahlen wurden 14 der künftig 21 Posten direkt besetzt. Weitere sieben sollen im Nachgang in das Gremium berufen werden.

Die Wahl, deren vorläufiges Ergebnis bis zum späten Sonntagabend ausgezählt wurde, war eine Premiere. Erstmals hat jetzt die zum 1. Januar 2023 aus sechs selbstständigen Gemeinden fusionierte Kirchengemeinde einen gemeinsam gewählten Kirchenrat.

Von 3642 wahlberechtigten Christen haben sich 1061 an der Abstimmung beteiligt. 236 davon nutzten die Möglichkeit, ihre Stimmen online abzugeben. 825 gaben ihren mit bis zu 14 Kreuzen versehenen Stimmzettel per Briefwahl ab. Eine Urnenwahl gab es nicht. Einige Stimmzettel und einige Wahlbriefe wurden dem ersten Anschein nach als ungültig eingestuft.

Nach den Feststellungen des Wahlvorstandes um Pastor Jürgen Walter liegen laut vorläufigem Ergebnis folgende Kandidaten vorn: Jürgen Habben, Bettina Schriever, Matthias Götzl, Gaby Szlezak, Kea Müller, Renate Peters, Eilert Kleyhauer, Klaus Anneken, Udo Braun, Herbert Ulfers, Lübbo Meppen, Nicole Menssen, Heinz Martin und Hermann Reents. Bettina Schriever und Herbert Ulfers aus Pakens-Hooksiel waren bereits bislang Kirchenälteste aus Hooksiel-Pakens, Kea Müller und Heinz Martin engagierten sich bislang im Bezirk St. Joost-Wüppels.

Erstes Weihnachtsfest in der fusionierten Kirchengemeinde

Kirche zu Pakets
Das Ortskirchgeld soll in Hooksiel für das Verfugen des Mauerwerks der Heilig-Kreuz-Kirche zu Pakens verwendet werden. Fotos: hol

Hooksiel (20. 12. 2023) – Weihnachen steht vor der Tür. Einer jener christlichen Festtage, an denen die Kirchen in der Regel gut gefüllt sind. Der Hooksieler Pastor Stefan Grünefeld hofft, dass das auch an diesem Heiligabend der Fall sein wird. Er lädt für Sonntag, 24. Dezember, um 15 Uhr in die Kirche zu Pakens ein. 

Grünefeld hält die Predigt. Darüber hinaus dürfen sich die Besucher auf den Auftritt eines Kinderchores unter Leitung von Barbara Köster sowie auf ein weihnachtliches Krippenspiel freuen, das der Pastor mit Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren in den vergangenen Wochen einstudiert hat.

Krippenspiel und Chor in Pakens

Die Vorbereitung des Heiligen Abends, die Proben fürs Krippenspiel, Besuche bei kirchlichen Gruppen, dazu Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Pastoren haben in der Vorweihnachtszeit jede Menge um die Ohren. Das gilt insbesondere für die drei Geistlichen in der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland. Stefan Grünefeld, Hanja Harke (Waddewarden) und Jürgen Walter (Tettens) betreuen insgesamt sieben Gemeinden, die sich erst Anfang dieses Jahres zusammengeschlossen haben. 

Pastor Stefan Grünefeld

Für Stefan Grünefeld (Foto) bedeutet das: Nach dem Gottesdienst in Pakens geht es an Heiligabend weiter zur Christvesper nach St. Joost (16.30 Uhr), im Anschluss zurück zur Christvesper in Pakens (18 Uhr) und in der Nacht um 22.30 Uhr zur gemeinsamen Christmette in Hohenkirchen. Am 1. Weihnachtstag geht es um 10 Uhr weiter mit einem Gottesdienst in St. Joost. Ähnlich gut gefüllt ist der Terminkalender von Pastor Walter, der mit Tettens und Hohenkirchen gleich zwei Krippenspiele betreut.

Weihnachten, das Fest der Besinnung? Vor der Besinnung steht für viele Pastorinnen und Pastoren harte Arbeit. Und das wird sich auch kaum ändern. Die christlichen Kirchen in Deutschland beklagen seit Jahren rückläufige Mitgliederzahlen. Hinzu kommt ein eklatanter Fachkräftemangel im Bereich der Seelsorger. 

Aber: Heiligabend 2023 ist das erste Weihnachtsfest in der Anfang dieses Jahres fusionierten Kirchengemeinde Wangerland, zu der sich sieben von insgesamt neun bis dahin selbstständigen ev.-luth. Kirchengemeinden im Wangerland zusammengeschlossen haben. Stefan Grünefeld, Vorsitzender des Kirchenvorstands, zog im Gespräch mit „Hooksiel-life“ eine positive Bilanz, obwohl der laufende Prozess des Zusammenwachsens längst noch nicht abgeschlossen sei. 

Ortskirchgeld bleibt im jeweiligen Bezirk

„Viele Mitglieder hängen an ihrer Kirche vor Ort“, ist Grünefeld überzeugt. Und: „Vieles muss ganz neu gedacht werden.“ Ein Beispiel: Wie geht die fusionierte Gemeinde mit dem Ortskirchgeld um? Traditionell bitten Kirchengemeinden ihre Mitglieder zum Jahresende um eine Spende, mit der die Kirche vor Ort gestärkt werden soll. „Wir haben uns dazu entscheiden, dass das Ortskirchgeld in dem vom Spender gewünschten Gemeindebezirk bleibt“, sagt Stefan Grünefeld. „Wir wollen die lokale Bindung erhalten.“

Konkret bedeutet das: Hooksieler können gezielt für den Erhalt der Heilig-Kreuz-Kirche in Pakens spenden. An dem Gotteshaus sind dringend Fugenarbeiten nötig, um das Eindringen von Wasser ins Mauerwerk zu unterbinden, das für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Inneren sorgt.

Gemeinsames Kirchenbüro

Alle Schritte zur Zentralisierung oder Kosteneinsparung wollen wohl überlegt sein. Beides sei aber unausweichlich, so der Pastor. Perspektivisch soll das gesamte Wangerland, also einschließlich der beiden noch selbstständigen Kirchengemeinden Wiarden und Minsen, von nur noch zwei Pastoren betreut werden. Klar ist auch: Aktuell muss die Kirchengemeinde zu viele Gebäude unterhalten. „Die Kirchen bleiben alle bestehen“, ist sich Grünefeld sicher. „Gedanken machen müssen wir uns über die Zahl der Gemeinde- und Pfarrhäuser.“ 

Beschlossen wurde bereits ein weiterer wichtiger Schritt zur Zusammenarbeit. Mit Beginn des nächsten Jahres gibt es nur noch ein zentrales Kirchenbüro als Anlaufstelle für alle rund 4200 Mitglieder der Kirchengemeinde Wangerland. In Hohenkirchen werden zwei Mitarbeiterinnen vier Tage die Woche (montags bis donnerstags) als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen. 

Pfadfinder bringen das Friedenslicht nach Hooksiel

Friedenslicht  Hooksiel

„Frieden beginnt mit Dir“ – so lautet das Motto der diesjährigen Friedenslichtaktion, die an diesem Sonntag auch Hooksiel erreichte. Begleitet von Jugenddiakon Fredo Eilts trugen Pfadfinder aus dem Jeverland das aus Betlehem kommende Licht nach dem gut besuchten Entsendungs-Gottesdienst in der Stadtkirche Jever ins Wangerland. Eine Station von mehreren war hier das Walter-Spitta-Gemeindehaus in Hooksiel, wo Vertreter der ev.-luth. Kirchengemeinde den Hoffnungsträger übernahmen. Die Botschaft: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Frieden im Großen und im Kleinen. Das Friedenslicht wird seit 1986 verteilt, seit 1994 auch in Deutschland. Getragen wird die Aktion vom Ring deutscher Pfadfinder, die das per Flugzeug von Betlehem nach Wien transportiere Licht zur Adventszeit verteilen. Foto: hol