Wangerland (16. 2. 2026) – Der Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven wollen als Träger der „Friesland Kliniken“ und des „Klinikums Wilhelmshaven“ in dieser Woche den nächsten Schritt in Richtung den Bau eines Zentralklinikums gehen. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Kreistag und Rat der Stadt soll am Mittwoch, 18. Februar, der Fahrplan für die Suche nach einem geeigneten Standort für das Großkrankenhaus beschlossen werden.

Sitzung in Horumersiel
Im Kern geht es um den Auftrag für Fachgutachten, die die die Suche nach einen optimalen Standort und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Projektes wissenschaftlich absichern sollen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr im Kursaal in Horumersiel.
Neben den beiden vorhandenen Klinik-Standorten sollen die Gutachter zumindest ein weiteres, mindestens neun Hektar großes, möglichst gut erschließbares Grundstück identifizieren, das von den Patientinnen und Patienten in Wilhelmshaven und Friesland in maximal 30 Minuten zu erreichen wäre. Die Zentralität ist das wichtigste Kriterium bei der Standortsuche, aber nicht das einzige. Hinzu kommen eine Fülle von Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Förderfähigkeit des Großprojektes.
Offene Fragen zu Fördergeldern
Beide Krankenhaus-Gesellschaften belasten die Haushalte ihrer Trägerkommunen aktuell jährlich mit Zuschussbedarfen in Höhe von mehreren Millionen Euro. Dennoch dürfte es auch von den Rahmenbedingungen von Seiten des Bundes und des Land abhängen, ob sich Friesland und Wilhelmshaven einen mehrere Hundert Millionen Euro teuren Neubau leisten können.
Eine Frage, die dabei zu klären sein wird: Inwieweit können die 100 Millionen Euro, die das Land Niedersachsen bereits für den Teilneubau des Klinikums Wilhelmshaven bewilligt hat, auf ein neues Projekt übertragen werden? Eine andere: Müssen Fördergelder, die bereits für Projekte in den bestehenden Kliniken ausgezahlt wurden, wieder zurückgezahlt werden, wenn der jeweilige Standort zugunsten eines Zentralklinikums aufgeben wird?
Sind Gutachten verbindlich?
Unabhängig von den fachlichen Fragen gibt es im im Oberzentrum Wilhelmshaven und im bevölkerungsstärkenen Friesland politische Kräfte, die das Zentralklinikum jeweils für ihre Kommune reklamieren. Unklar ist vor diesem Hintergrund, welche Verbindlichkeit der Standortsuche zukommt. Die Sorge zum Beispiel von Oberbürgermeister-Kandidatin Dr. Eva-Maria Haarmann: „Was passiert, wenn einem der beiden Auftraggeber das Ergebnis der Gutachter nicht gefallen sollte? Beginnen wir dann von vorne?“










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