Wangerland (28. 9. 2026) – Sonntag kurz nach 19 Uhr. Die Bürgermeisterwahl im Wangerland ist so gut wie entschieden. Beim künftigen Bürgermeister Thies Fischer (CDU) klingelt das Telefon. Noch-Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gratuliert seinem Nachfolger zum Wahlerfolg und verspricht einen geordneten Übergang.

Wechsel vom Land in die Kommune
Fischer, der derzeit noch beim Finanzamt in Wilhelmshaven tätig ist, wird am 2. November auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus in Hohenkirchen Platz nehmen. Was den 25-Jährigen dort erwartet, weiß er noch nicht so genau. Er hat bislang noch nicht für die Gemeinde gearbeitet – weder ehrenamtlich noch hauptberuflich. Auch deshalb will er, wie im Wahlkampf mehrfach angekündigt, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung persönliche Gespräche führen.
Zunächst aber geht es um den Übergang. Fischer wollte am heutigen Montag mit seiner Chefin im Finanzamt sprechen und ihr seine neue berufliche Perspektive schildern. Üblicherweise endet in einem solchen Fall das Beamtenverhältnis beim Land passgenau. Der angehende hauptamtliche Bürgermeister muss also keine Kündigungsfrist einhalten und wird seine Aufgabe als Kommunalbeamter auf Zeit pünktlich antreten können.
Szlezak auf Jobsuche
Schwieriger ist die Lage für Mario Szlezak. Der 52-Jährige ist vor fünf Jahren aus der Industrie an die Spitze der Gemeindeverwaltung gewechselt. Dafür musste er seinen Job kündigen, den sein Arbeitgeber zwischenzeitlich neu besetzt haben dürfte. „Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen guten Job in der Industrie finde. Es hat schon Gespräche gegeben und ich werde jetzt Bewerbungen schreiben“, sagte Szlezak heute im Gespräch mit „Hooksiel-life“.
Aktuell habe er noch zwei Wochen Urlaub. Danach werde er zurück ins Rathaus gehen, die nächste Ratssitzung (3. November) und die folgenden Ausschusssitzungen vorbereiten, seinen Schreibtisch aufräumen und die Amtsgeschäfte geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Da Szlezak sich nicht um ein Mandat im künftigen Gemeinderat beworben hat, wird er künftig die Kommunalpolitik im Wangerland nur von außen verfolgen – aber sicher mit großem Interesse. Immerhin zieht seine Frau Gaby für die Grünen ins neue Kommunalparlament ein.
Hooksieler rückt in den Rat nach
Der scheidende Bürgermeister bedankte sich heute über die sozialen Medien bei den Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Bürgermeister vom Wangerland sein zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dieses Amt mit viel Herz, großer Verantwortung und voller Überzeugung ausgeübt. Die vielen gemeinsamen Momente dieser Jahre werden mir bleiben.“
Spürbare Enttäuschung hier, sichtbarer Freude dort. Thies Fischer feierte am Wahlabend mit Freunden aus seiner Partei und Unterstützern seinen Wahlsieg in der Gaststätte „Friesenkate“ in Hooksiel. Mit dabei der Hooksieler Mitstreiter Björn Christiansen, der unmittelbar vom Aufstieg Fischers ins Bürgermeisteramt profitiert. Fischer macht dadurch einen Platz in der CDU-Fraktion im Rat frei, auf den Christiansen nachrücken wird.






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