Wangerland (28. 9. 2026) – Sonntag kurz nach 19 Uhr. Die Bürgermeisterwahl im Wangerland ist so gut wie entschieden. Beim künftigen Bürgermeister Thies Fischer (CDU) klingelt das Telefon. Noch-Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gratuliert seinem Nachfolger zum Wahlerfolg und verspricht einen geordneten Übergang.
Noch-Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) zeigt sich als fairer Verlierer. Noch am Abend der Stichwahl gratulierte der SPD-Politiker seinem designierten Nachfolger Thies Fischer von der CDU. Archiv-Foto: hol
Wechsel vom Land in die Kommune
Fischer, der derzeit noch beim Finanzamt in Wilhelmshaven tätig ist, wird am 2. November auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus in Hohenkirchen Platz nehmen. Was den 25-Jährigen dort erwartet, weiß er noch nicht so genau. Er hat bislang noch nicht für die Gemeinde gearbeitet – weder ehrenamtlich noch hauptberuflich. Auch deshalb will er, wie im Wahlkampf mehrfach angekündigt, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung persönliche Gespräche führen.
Zunächst aber geht es um den Übergang. Fischer wollte am heutigen Montag mit seiner Chefin im Finanzamt sprechen und ihr seine neue berufliche Perspektive schildern. Üblicherweise endet in einem solchen Fall das Beamtenverhältnis beim Land passgenau. Der angehende hauptamtliche Bürgermeister muss also keine Kündigungsfrist einhalten und wird seine Aufgabe als Kommunalbeamter auf Zeit pünktlich antreten können.
Szlezak auf Jobsuche
Schwieriger ist die Lage für Mario Szlezak. Der 52-Jährige ist vor fünf Jahren aus der Industrie an die Spitze der Gemeindeverwaltung gewechselt. Dafür musste er seinen Job kündigen, den sein Arbeitgeber zwischenzeitlich neu besetzt haben dürfte. „Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen guten Job in der Industrie finde. Es hat schon Gespräche gegeben und ich werde jetzt Bewerbungen schreiben“, sagte Szlezak heute im Gespräch mit „Hooksiel-life“.
Aktuell habe er noch zwei Wochen Urlaub. Danach werde er zurück ins Rathaus gehen, die nächste Ratssitzung (3. November) und die folgenden Ausschusssitzungen vorbereiten, seinen Schreibtisch aufräumen und die Amtsgeschäfte geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Da Szlezak sich nicht um ein Mandat im künftigen Gemeinderat beworben hat, wird er künftig die Kommunalpolitik im Wangerland nur von außen verfolgen – aber sicher mit großem Interesse. Immerhin zieht seine Frau Gaby für die Grünen ins neue Kommunalparlament ein.
Hooksieler rückt in den Rat nach
Der scheidende Bürgermeister bedankte sich heute über die sozialen Medien bei den Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Bürgermeister vom Wangerland sein zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dieses Amt mit viel Herz, großer Verantwortung und voller Überzeugung ausgeübt. Die vielen gemeinsamen Momente dieser Jahre werden mir bleiben.“
Spürbare Enttäuschung hier, sichtbarer Freude dort. Thies Fischer feierte am Wahlabend mit Freunden aus seiner Partei und Unterstützern seinen Wahlsieg in der Gaststätte „Friesenkate“ in Hooksiel. Mit dabei der Hooksieler Mitstreiter Björn Christiansen, der unmittelbar vom Aufstieg Fischers ins Bürgermeisteramt profitiert. Fischer macht dadurch einen Platz in der CDU-Fraktion im Rat frei, auf den Christiansen nachrücken wird.
Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat die Stichwahl gegen Mario Szlezak (SPD) deutlich gewonnen. 69,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für den 25-jährigen Herausforderer aus Middoge. Für Szlezak endet damit seine fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Gemeindeverwaltung am 31. Oktober.
Mario Szlezak abgewählt
Pünktlich um 18 Uhr waren die sechs Wahllokale im Gemeindegebiet geschlossen worden. Die Wahlvorstände begannen vor Ort mit der Auszählung der Stimmen. Im Rathaus wurden zeitgleich zwei Briefwahlbezirke ausgezählt.
Schon nach den ersten Ergebnissen zeichnete sich der Trend des Wahlabends ab. 18.15 Uhr: In Hooksiel, Horumersiel und Minsen – den am stärksten touristisch geprägten Orten im Wangerland – lag Fischer (Foto) mit um die 75 Prozent der Stimmen vorn.
Aber auch in den ländlicher geprägten Gemeindeteilen gelang es dem Tettenser Szlezak nicht, das Wahlergebnis noch zu drehen. In keinem der acht Wahlbezirke konnte er mehr Stimmen erzielen als sein Herausforderer.
In der Grundschule Hooksiel stimmten fast 80 Prozent der Wähler für Fischer. Szlezak erzielte sein bestes Teilergebnis mit an die 47 Prozent der Stimmen in Tettens-Oldorf-Wiefels. Aber auch hier lag Fischer mit 53 Prozent der Stimmen vorn.
Das Endergebnis stand gegen 19.15 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 8180 Walberechtigten mit 54,2 Prozent deutlich niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen (66,8 %), als die Wähler neben der Bürgermeister-Frage auch noch über die Zusammensetzung des Gemeinderates, des Kreistages und den künftigen Landrat abzustimmen hatten. Szlezak holte 1334 Stimmen und damit deutlich weniger als im ersten Wahlgang (1655). Fischer, der vor zwei Wochen mit 2263 Stimmen gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung weiter aus und kam am Ende auf 3069 Stimmen.
Krettek bleibt im Amt
Spannend verlief die Auszählung der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn. Hier setzte sich Amtsinhaber Thorsten Krettek (parteilos) hauchdünn gegen seinen Herausforderer Marco Hans (SPD) durch. Auf Krettek entfielen 50,5 Prozent der Stimmen, auf Hans 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Krettek hat im vorläufigen Endergebnis 43 Stimmen Vorsprung.
Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat sich heute in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) durchgesetzt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Neuanfang im Rathaus.
Ergebnis überraschend deutlich
Obwohl Fischer bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen vorn lag, ist das Ergebnis in seiner Deutlichkeit überraschend. Mario Szlezak (52) hat einen engagierten Wahlkampf gezeigt. Und seine Bilanz nach fünf Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung ist so schlecht nicht. In schwierigen Zeiten konnten ein Reihe von Projekten umgesetzt werden. Unter anderem der Bau von zwei neuen Feuerwehrgerätehäusern, eines Kindergartens und der Verkauf der Rundinsel in Hohenkirchen, durch den der Ort mittelfristig weiter touristisch aufgewertet werden dürfte, gehören zu den Pluspunkten.
Aber für die Wähler waren offenbar die Dinge wichtiger, die nicht geklappt haben. Ausschlaggebend dürfte das Desaster bei der Kostenentwicklung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel gewesen sein. Bauherr war dabei noch nicht einmal die Gemeinde selbst, sondern mit der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein gemeindliches Tochterunternehmen mit einem eigenen Geschäftsführer.
Opfer des Thalaso-Desasters
Dennoch: Ein Bürgermeister trägt aus Sicht der Wähler eine Gesamtverantwortung für die Geschicke in der Gemeinde. Dabei geht es nicht um Schuld oder Nicht-Schuld. Die Beteuerung des Bürgermeisters, dass er aus den Fehlern von Rat und Verwaltung beim Thalasso-Bau gelernt habe und sich an die Spitze der Aufklärung der Vorfälle stellen werden, haben ganz offensichtlich nicht verfangen. Der Schmerz, den die Insolvenz der WTG und die Schließung der Bäder in Horumersiel und Hooksiel ausgelöst haben, wog deutlich schwerer.
Da hatte es Fischer leichter. Er hat selbst nicht mit im Gemeinderat gesessen, als die (Fehl-)Entscheidung über den Gesundheitstempel gefällt wurden. Die Wähler habe offenkundig einen Unterschied gemacht zwischen dem CDU-Kandidaten Fischer und der CDU-Ratsfraktion, die lange den Thalasso-Kurs der WTG aktiv mitgetragen hat.
Vertrauen zurückgewinnen
Nun mach der Umstand, bei einer Fehlentscheidung nicht dabei gewesen zu sein, noch keinen guten Bürgermeister aus. Dem jungen Mann aus Middoge ist es in den vergangenen Wochen gelungen, den Eindruck zu erwecken, dass er als Finanzbeamter Verwaltung kann. Jetzt muss er liefern. Ob es ihm wirklich gelingt, die Gemeinde auf einen wirtschaftlich und finanziell gesunden Kurs zu steuern, wird die Zukunft zeigen.
Entscheidend dabei dürfe werden, wie gut der künftige Bürgermeister mit dem neuen Rat zusammenarbeitet, in dem die CDU keinesfalls eine Mehrheit hat. Es wird also immer wieder um (gute) Kompromisse gehen. Eine weitere Messlatte wird die lückenlose Aufklärung des Thalasso-Desasters. Für einen Neuanfang muss zunächst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Das schafft man nur durch ein Höchstmaß an Transparenz.
Wangerland (26. 9. 2026) – An diesem Sonntag geht ein monatelanger Wahlkampf zu Ende. In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Wangerland stehen sich Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Herausforderer Thies Fischer (CDU) gegenüber.
Wer wird Chef der Verwaltung?
Szlezak (52) möchte seine seit 2021 andauernde Tätigkeit im Rathaus fortsetzen. Für Fischer (25) wäre es die erste Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister. Der künftige hauptamtliche Bürgermeister ist als Beamter auf Zeit ab dem 1. November für acht Jahr Chef der Verwaltung im Rathaus und zugleich erster Repräsentant der Gemeinde. Aber auch er hat nur eine Stimme im Gemeinderat, der für wichtige politische Weichenstellungen verantwortlich ist.
Die Wangerländer haben am Sonntag die Wahl: Soll Thies Fischer (links) Mario Szlezak als Bürgermeister ablösen? Archiv-Fotos: CDU/hol
Der Ausgang der Wahl gilt als offen, auch wenn Fischer im ersten Wahlgang weit vorn lag. Szlezak hatte sich bereits vor fünf Jahre in der Stichwahl gegen seinen damaligen Kontrahenten Bernd Abrahams (Pro Wangerland) durchgesetzt.
Engagierter Wahlkampf
In der Schlussphase des von allen Bewerbern sehr engagiert geführten Wahlkampfes hatten die Grünen ihre Anhänger zur Wahl von Szlezak aufgefordert. Die FDP hingegen unterstützt Fischer. Die Wählergruppe Pro Wangerland, deren Kandidat Abrahams diesmal im ersten Wahlgang durchgefallen war, hat keine Wahlempfehlung abgegeben.
Ein wichtiger Faktor dürfte die Höhe der Wahlbeteiligung sein. Sie lag bei der Wahl am 13. September bei 66,8 Prozent. Vorteile dürfte der Kandidat haben, dem es in den beiden zurückliegenden Wochen gelungen ist, Wähler von Abrahams auf seine Seite zu ziehen und der gleichzeitig seine Stammwählerschaft dazu motivieren konnte, möglichst vollzählig an den Wahlurnen zu erscheinen.
Ergebnis gegen 19.30 Uhr
Im Wangerland sind am Wahltag sechs Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke. Die Auszählung der Stimmen beginnt um 18 Uhr. Bis 19.30 Uhr wird mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Das amtliche Wahlergebnis soll am kommenden Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr vom Gemeindewahlausschuss im Rathaus verkündet werden.
Wangerland/Hooksiel (22. 9. 2026) – Nach der Wahl ist vor der Wahl. Zumindest im Wangerland. Am kommenden Sonntag, 27. September, sind 8174 wahlberechtigte Frauen und Männer ab 16 Jahren aufgefordert, in einer Stichwahl zu entscheiden, wer der künftige Bürgermeister der Gemeinde wird.
Von den ursprünglich drei Bürgeermeister-Kandidaten fürs Wangerland sind bei der Stichwahl am kommenden Sonntag nur noch zwei dabei: Thies Fischer (links) und Mario Szlezak (Mitte). Rechts im Bild: Bernd Abrahams, der die Stichwahl knapp verpasst hat. Archiv-Foto: hol
Für die Stichwahl qualifiziert haben sich Thies Fischer (CDU) und Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD). Beide hatten bei der Kommunalwahl am 13. September mehr Stimmen erhalten als der dritte Bewerber, Bernd Abrahams (Pro Wangerland) – aber nicht die absolute Mehrheit. Für Fischer hatten 2263 Wählerinnen und Wähler gestimmt, auf Szlezak entfielen 1655 Stimmen. Für die absolute Mehrheit wären bei 5272 abgegebenen Stimmen 2687 Stimmen erforderlich gewesen. Wie viele Stimmen bei der Stichwahl reichen, hängt von der Wahlbeteiligung ab.
Ergebnis gegen 19.30 Uhr
Der Sieger der Stichwahl, der nach Einschätzung des stellvertretenden Gemeindewahlleiters, Thomas Hayen, am Sonntag gegen 19.30 Uhr feststehen dürfte, wird acht Jahre lang an der Spitze der Gemeindeverwaltung stehen. Zudem hat der Bürgermeister qua Amt einen Sitz im Gemeinderat. Sollte Fischer, der bereits in den Rat gewählt wurde, Bürgermeister werden, würde für ihn ein weiteres CDU-Mitglied in das Kommunalparlament nachrücken: der Hooksieler Björn Christiansen.
Das Wahlprozedere gleicht dem im ersten Wahlgang. In den sechs Wahlbezirken im Gemeindegebiet ist am Sonntag jeweils von 8 bis 18 Uhr ein Wahllokal geöffnet. In Hooksiel können die Bürgerinnen und Bürger ihre Stimmen in der Turnhalle der Grundschule abgeben. Bei der Stichwahl hat jeder Bürger nur eine Stimme, was die Auszählung im Nachgang gegenüber der Gemeinderatswahl deutlich erleichtert.
Wahl im Rathaus möglich
Auch zur Stichwahl können Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Nach dem Druck der Stimmzettel habe die Gemeinde bereits am vergangenen Mittwoch 2205 Briefwahl-Unterlagen an diejenigen verschickt, die bereits im Vorfeld der Kommunalwahl kund getan hatten, das sie auch zwei Wochen später ihre Stimme nicht in einem Wahllokal abgeben wollen oder können. Wählern, die jetzt noch kurzfristig feststellen, dass sie am Sonntag gar nicht vor Ort sind, rät Hayen, persönlich im Rathaus in Hohenkirchen vorbei zu kommen, um noch Briefwahl-Unterlagen zu beantragen und dann gegebenenfalls dort umgehend zu wählen.
Alle Wahlberechtigten haben zur Kommunalwahl Wahlbenachrichtigungs-Karten bekommen, die sie im Wahllokal vorzeigen sollen, um Stimmzettel ausgehändigt zu bekommen. Aber auch Wähler, die ihre Benachrichtigung nach der Gemeinderatswahl weggeworfen oder verlegt haben, können an der Stichwahl teilnehmen. Hayen: „Die Wähler müssen dann einfach ihren Personalausweis vorzeigen, damit überprüft werden kann, ob sie im Wählerverzeichnis stehen.“
Stimmabgabe ist geheim
Dass sich vor den Wahlkabinen erneut lange Schlangen bilden werden, wie bei der Wahl am 13. September, gilt als unwahrscheinlich. Der Stimmzettel ist überschaubar, ein Kreuz schnell gemacht. Sollte es dennoch dazu kommen, warnt Hayen davor, das Kreuz bereits im Warteraum zu setzten. „Die Kommunalwahlen sind geheim. Das bedeutet, dass die Stimmzettel nur in den Kabinen ausgefüllt werden dürfen – unabhängig davon, ob es dem Wähler egal ist, ob andere Wähler mitbekommen, wie er abstimmt.“
Stimmzettel, die mehr oder weniger öffentlich ausgefüllt wurden, dürfen die Wahlvorstände nicht annehmen. Vorgesehen sei für einen solchen Fall, so Hayen, dass der öffentlich ausgefüllte Stimmzettel vernichtet wird und der Wähler einen neuen bekommt, den er dann in der Wahlkabine auszufüllen hat.
Wangerland (19. 9. 2026) – Anders als Grüne und FDP gibt Pro Wangerland keine Empfehlung zur Bürgermeister-Stichwahl im Wangerland am 27. September. Der Vorstand der Wählergemeinschaft habe beschlossen, bei der anstehenden Entscheidung zwischen Thies Fischer (CDU) und Mario Szlezak (SPD) neutral zu bleiben.
Keine Empfehlung zur Stichwahl
Unabhängig vom Ausgang der Wahl werde Pro Wangerland auch künftig Entscheidungen im Gemeinderat an der jeweiligen Sache orientiren und die Interessen der Bürger in den Mittelpunkt stelen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Pro-Wangerland war bei der Bürgermeisterwahl mit Bernd Abrahams als eigenem Kandidaten angetreten. Für den Einzug in die Stichwahl hat dessen Stimmenzahl nicht ausgereicht. Auch bei der Kommunalwahl musste Pro Wangerland gegenüber der Wahl 2021 Stimmenverluste von rund sieben Prozentpunkten hinnehmen. Künftig stellt man vier Ratsvertreter.
Die Ursachen für dieses Ergebnis werde man sorgfältig analysieren und aufarbeiten, so Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier. „Dabei ist es uns wichtig, selbstkritisch zu hinterfragen, welche Gründe zu diesem Vertrauensverlust geführt haben und welche Schlussfolgerungen wir daraus für unsere zukünftige politische Arbeit ziehen müssen.“
Wurzeln liegen in Hooksiel
Pro Wangerland, hervorgegangen aus der 2017 gegründeten Wählergemeinschaft Pro-Hooksiel, sei entstanden, weil viele Bürger mit der damaligen Kommunalpolitik der etablierten Parteien unzufrieden gewesen seien. 2021 trat Pro Wangerland erstmals zur Kommunalwahl an. Man habe dabei das Ziel verfolgt, so Schäfermeier, sich als unabhängige Wählergemeinschaft sachorientiert und ohne parteipolitische Bindungen in die Arbeit des Gemeinderates einzubringen. „An diesem Grundsatz wollen wir auch im neu gewählten Gemeinderat festhalten.“
Wangerland (16. 9. 2026) – Die FDP Wangerland spricht sich für die Bürgermeister-Stichwahl im Wangerland am Sonntag, 27. September, für Thies Fischer (CDU) aus. „Jetzt ist die Zeit für einen Wechsel und einen neuen Aufbruch“, betonen die Liberalen in einer Pressemitteilung.
Fischer stehe für einen Neuanfang. Er habe im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde angehen, wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig notwendige Veränderungen in Verwaltung und Politik vorantreiben wolle. Der CDU-Herausforderer hatte den ersten Wahlgang mit 42,1 Prozent der Stimmen vor Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gewonnen, der auf 30,8 Prozent kam. Inzwischen haben sich die Grünen für Szlezak ausgesprochen.
Wie die FDP betont, wolle man nicht die CDU als Partei unterstützen, sondern den Kandidaten. Ratsherr Lübbo Meppen: „Ich habe Thies Fischer in den vergangenen Jahren als jemanden erlebt, der stets nah bei den Menschen ist und sich nicht davor scheut, Probleme klar anzusprechen. Genau diese Anpacker-Mentalität brauchen wir jetzt .“ Das Wangerland könnees sich nicht leisten, einfach so weiterzumachen wie bisher.
Wangerland (15. 9. 2025) – Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf. Das Wangerland bereitet sich auf die Stichwahl um das Bürgermeisteramt am Sonntag, 27. September, vor. Mit Blick auf den ersten Wahlgang am vergangen Sonntag geht CDU-Herausforderer Thies Fischer (42,1 Prozent) gegen SPD-Amtsinhaber Mario Szlezak (30,8) Prozent als Favorit ins Rennen.
Einstimmiges Votum
Doch noch ist reichlich Zeit für beide Kandidaten, um neue Bündnispartner zu werben. So haben die Wangerländer Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen heute verkündet, dass sie sich einstimmig für eine Wiederwahl von Mario Szlezak ausgesprochen hätten. Überraschend ist das nicht. Schließlich ist der Bürgermeister familiär mit den Grünen verbunden. Er ist mit deren Spitzenkandidatin und künftigen Ratsfrau Gaby Szlezak verheiratet.
„Offenes Ohr für Menschen“
Mario Szlezak stehe seit 2021 für Bürgernahe und Pragmatik und habe trotz multipler Krisen während seiner Amtszeit ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen gehabt. Besondere Anerkennung verdiene sein Einsatz im Bevölkerungsschutz und für das Ehrenamt, so Thomas Schweers für die Grünen.
Die Corona-Pandemie, die logistischen Herausforderungen während der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine oder Asylsuchenden im damaligen „Dorf Wangerland“ und nicht zuletzt die Umstände beim Umbau zum Thalasso-Meeres Spa (TMS) hätten die Gemeinde vor große Aufgaben gestellt. Trotzdem sei Szlezak als Führungs- und Leitungskraft souverän geblieben.
Wangerland (13. 9. 2026) – Es ist das erwartet enge Rennen geworden. Im ersten Wahlgang zur Wahl des Bürgermeisters der Gemeinde Wangerland für die nächsten acht Jahre hat es am heutigen Sonntag noch keine Entscheidung gegeben. Keiner der drei Bewerber erreichte die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Dennoch: Sieger der Wahl ist Thies Fischer.
In zwei Wochen haben die Wangerländer die Wahl zwischen Thies Fischer (links) und Mario Szlezak.
Mit 42,1 Prozent (2262 Stimmen) entschied der erst 25-jährige Fischer (CDU) den Wahlgang für sich. Er muss jetzt im zweiten Wahlgang in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) antreten, der auf 30,8 Prozent der Stimmen (1655) kam und sich damit beim Rennen um Platz nur zwei knapp gegen Bernd Abrahams (Pro Wangerland) mit 27,1 Prozent der Stimmen (1454) durchsetzte.
Stichwahl in zwei Wochen
Entscheidend für den Ausgang der Stichwahl dürfte werden, wie sich die Abrahams-Wähler dann orientieren. Eine erste Analyse der Wahlergebnisse zeigt, dass einzelne Ortschaften im Wangerland ganz unterschiedliche Präferenzen haben.
Der Vorsteher des Wahlbezirks Hooksiel, Torsten Meuer (links), und seine ehrenamtlich tätigen Wahlhelfer hatten beim Auszählen der Stimmen für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl sowie für die Landrats- und Kreistagswahl alle Hände voll zu tun. Foto: hol
So entschied Szlezak die Wahl im Bereich Tettens-Oldorf-Wiefels mit 48,2 Prozent der Stimmen eindeutig für sich. Auch in Hohenkirchen sprachen sich 41,7 Prozent der Wähler für den Amtsinhaber aus. Fischer hingegen konnte die Wahlbereiche Hooksiel (40,9 Prozent), Minsen-Friederikensiel-Neugarmssiel (52,3 %) und Waddewarden (44,5 %) gewinnen. In Horumersiel-Altebrücke-Wiarden hatte Abrahams mit 38,6 Prozent der Stimmen die Nase vorn.
Abrechnung für Thalasso-Desaster?
Detaillierte Aussagen über das Wählerverhalten in den einzelnen Orten geben die veröffentlichten Wahlergebnisse allerdings nicht her. Weit über 2000 Wähler hatten im Vorfeld des Wahltages ihr Votum bereits per Briefwahl abgegeben. Diese Stimmen können im Nachhinein nicht mehr den Wohnsitzen der Wähler zugeordnet werden.
Klar aber dürfte sein, dass das Thalasso-Desaster großen Einfluss auf den Ausgang der Wahl hatte. Szlezak war der einzige der drei Kandidaten, der zum Zeitpunkt der Entscheidungen über den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel und im Zeitraum der Kostenexplosion für das Projekt bei der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) schon politische Verantwortung trug. Möglicherweise haben ihn einige der Wähler auch für die Schließung des Hallenwellenbades in Hooksiel mitverantwortlich gemacht. Jedenfalls gaben hier, im größten Wahlbezirk, nur 23,7 Prozent der Wähler ihre Stimme dem amtierenden Bürgermeister.
Abrahams hingegen gehörte schon bei der Wahl 2021, bei der er Szlezak denkbar knapp unterlag, zum Kreis der Skeptiker des Thalasso-Projektes, das die WTG in die Insolvenz gerissen hat. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat, die hinter Fischer steht, hatte das Vorhaben lange im Vertrauen auf die Geschäftsführung als alternativlos unterstützt, aber zuletzt – ebenso wie Abrahams und Szlezak – uneingeschränkte Transparenz bei der Klärung der Verantwortlichkeiten zugesagt.
Abrahams knapp geschlagen
Bis 19.30 Uhr – zu diesem Zeitpunkt lagen die Ergebnisse von sechs der acht Wahlbezirke vor – lag noch Abrahams mit drei Stimmen vor Szlezak auf Platz zwei. Nach der Auszählung in Tettens, wo nur 16 Prozent der Wähler für Abrahams stimmten, zog der Bürgermeister aber an Abrahams vorbei und hatte vor der Auszählung des zweiten Briefwahlbezirks einen Vorsprung von 176 Stimmen. Um 20.34 Uhr dann das Gesamtergebnis. Szlezak liegt nach Auszählung aller acht Wahlbezirke um 201 Stimmen vor Abrahams auf Platz zwei.
Für Abrahams ist der Bürgermeisterwahlkampf damit beendet. Szlezak tritt in zwei Wochen gegen Fischer an. Alle drei Bewerber hatten sich in den vergangenen Wochen einen intensiven, aber durchweg fairen Wahlkampf geliefert.
Neuhaus neuer Landrat
Bei der zweiten Direktwahl bei der heutigen Kommunalwahl, der Wahl des friesländischen Landrates, hat sich das Wangerland eindeutig für Rolf Neuhaus ausgesprochen. Dem Parteilosen, der aktuell bereits als Dezernent in der Kreisverwaltung arbeitet, sprachen über 54 Prozent der Wangerländer Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen aus. Neuhaus gewann die Wahl letztlich mit kreisweit mit 57,5 Prozent der Stimmen, also der absoluten Mehrheit der Stimmen. Sibylle Raquet (FDP) holte 23,8 Prozent der Stimmen, Jan Ole Möller (Die Partei) 18,7 Prozent.
Inwieweit das Wahlergebnis letztlich einer bereits angekündigten rechtlichen Anfechtung standhalten wird, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld war Martin Sichert (Zetel) als Kandidat der AfD vom Wahlausschuss als weiterer Bewerber für das Landratsamt abgelehnt worden. Als Grund dafür wurden Zweifel an seiner Verfassungstreue angegeben, die einer Berufung in ein Beamtenverhältnis entgegen stehen würde.
Weitere Wahlergebnisse aus der Region
In der Gemeinde Sande setzt sich Annika Ramke (SPD) mit 68 Prozent der Stimmen gegen Hanno Jelken (CDU) durch und wird damit ab dem 1. November Nachfolgerin von Stephan Eiklenborg.
In Schortens gelingt der erst seit einigen Monaten in der Stadt lebenden SPD-Bewerberin Ermana Nurkovic ein Kantersieg gegen den langjährigen CDU-Kommunalpolitiker Axel Homfeldt, der mit nur 18 Prozent der Stimmen sogar noch hinter dem Einzelbewerber Karsten Töpel (18,5 Prozent) rangiert. Ermana Nurkovic wird Nachfolgerin von Gerhard Böhling, der in den Ruhestand geht.
In Varel muss SPD-Bürgermeister Gerd-Christian Wagner nach fast 20 Jahren im Amt seinen Posten räumen. Er unterlag in der Wahl Gesche Charlotte Wittkowski von der Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“, die auf 64,7 Prozent der Stimmen kam.
In Wilhelmshaven hat sich bei der Oberbürgermeisterwahl Dr. Eva Maria Haarmann im ersten Wahlgang mit 55,5 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Sie war von einem Bündnis aus mehreren Parteien, darunter die CDU, getragen worden. SPD-Bewerber Volker Block kam lediglich auf rund 22 Prozent der Stimmen. Eva Maria Haarmann, bislang Geschäftsführerin der Wiki gGmbH, wird Nachfolgerin von Carsten Feist, der sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte.
Alle vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahl finden sich im Internet.
Hooksiel (30. 6. 2026) – Man sieht ihn zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch auf einem Motorroller. Mit dabei immer ein Paket Flyer mit Informationen. Bernd Abrahams, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe Pro Wangerland, ist im Wahlkampfmodus. Seine Paradedisziplin: der Nahkampf.
Bernd Abrahams (links) will im zweien Anlauf den Sprung auf den Bürgermeistersessel im Wangerland schaffen. Unterstützt wird er von Dieter Schäfermeier und der Wählergemeinschaft Pro Wangerland. Foto: hol
Seit einigen Tagen zieht der 57-Jährige im gesamten Wangerland Haustür zu Haustür. „Ich möchte möglichst viele Menschen persönlich kennen lernen“, sagt Abrahams, der vermutet, dass seine Mitbewerber ihm auf großen Bühnen oder in öffentlichen Redeschlachten überlegen sein könnten. Auch deshalb hofft er, dass er bei den Haustür-Besuchen die Wähler von sich überzeugen kann.
Abrahams besucht Bürger
Seine ersten Eindrücke seien positiv, sagte Abrahams im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Viele Bürgerinnen und Bürger würden ihn noch aus seinem ersten Anlauf aufs Bürgermeisteramt vor fünf Jahren kennen. 2021 hatte er als unabhängiger Kandidat mehr oder weniger aus dem Stand den Sprung in die Stichwahl geschafft, in der er dann dem heutigen Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) knapp unterlag.
Allerdings: Die Vorkenntnisse der Bürger seien extrem unterschiedlich. „Die einen winken einem schon zu, wenn man kommt, und freuen sich auf ein Gespräch mit einem Kandidaten. Andere hingegen haben von der Kommunalwahl im September noch gar nichts gehört und kennen nicht mal den Namen des Bürgermeisters.“
Hauptthema: Das Thalasso-Desaster
Bei vielen von denen, die kommunalpolitisch interessiert sind, gebe es ein Hauptthema: Die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Viele Menschen sind sauer und enttäuscht“, so der Eindruck von Abrahams, der einräumt, dass er sich ohne eigenen Zugang zu den vertraulichen Details der Affäre noch kein abschließendes Bild über Schuld und Verantwortung für den Ausverkauf bei der Tochtergesellschaft der Gemeinde habe machen können. „Ich bin nur froh, dass Pro Wangerland erst seit 2021 im Rat ist …“. Die Entscheidung für das finanziell völlig aus dem Ruder gelaufene Bauprojekt „Thalasso Meeres Spa“ war da bereits gefallen.
Für Abrahams seht fest: Schon die Strategie, die hinter dem Bau des Thalasso-Zentrums stand, nämlich das Werben um neue, wohlhabendere Zielgruppen, war ein Fehler. „Wir sollten uns bei unserer Tourismusförderung in ersten Linie auf die Menschen konzentrieren, die schon bislang zu unserem Stammpublikum gehören.“ Dafür wäre es ratsam, wenn die Gemeinde und eine auf Marketing und Veranstaltungs-Management reduzierte WTG („Mit Immobilienverwaltung sollte die lieber nichts mehr zu tun haben“) den engen Schulterschluss mit den touristischen Leistungsträgern wie Hoteliers, Vermietern und Gastronomen suchen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene private Initiative war aus seiner Sicht die Strandparty „Wave & Sand“ am vergangenen Wochenende in Hooksiel.
Expertise im Bauingenieurwesen
Abrahams, gebürtiger Wangerländer, lebt seit der Rückkehr in die Gemeinde seit drei Jahren in Hooksiel. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern (24 und 27 Jahre alt) hat nach Schule, abgeschlossener landwirtschaftlicher Lehre und Bundeswehrzeit bei der Luftwaffe Bauingenieurwesen studiert. Seit 1996 habe er für verschiedene Ingenieurbüros, Baufirmen und Kommunen gearbeitet und habe dabei ausgewiesene Kenntnisse unter anderem im Bauvertrags- und Vergaberecht erworben. Heute ist er bei der niedersächsischen Hafengesellschaft NPorts beschäftigt.
Unter anderem durch seine Tätigkeit bei der Volkswagen AG habe er gelernt, Projekte sicher und im Rahmen des geplanten Budgets umzusetzen, so der Kandidat. „Das kann der Gemeinde zugute kommen. Immerhin habe wir ja noch den Bau einer Grundschule und von drei Feuerwehren vor der Brust.“
„Ein Bürgermeister muss zuhören können“
Verwaltungserfahrung habe er unter anderm durch seine siebenjährige Tätigkeit bei der Samtgemeinde Gellersen als Leiter vom Bauhof und Hausmeisterdienst. Aber auch durch Erfahrungen aus der Stadt Lübeck und NPorts. Sein Eindruck mit Blick auf das Rathaus in Hohenkirchen: „Die Abläufe müssen effizienter werden.“ Möglicherweise könnten Entscheidungswege verkürzt, Organisationsformern verändert und die Software des interne Kommunikationssystems optimiert werden.
Ein Erfolgsrezept, das er von VW-Sanierer Jose Lopez gelernt habe: „Jeder Mitarbeiter sollte möglichst das machen, was er am liebsten macht – und dafür dann die nötigen Mittel bekommen.“ Wichtig für einen Verwaltungschef im Umgang mit den Mitarbeitern sei dabei eine Tugend, die Abrahams für sich selbst reklamiert: „Man muss zuhören können.“
Lebensqualität erhöhen
Inhaltlich ist das mit Pro Wangerland abgestimmte Wahlprogramm überschaubar. Den Tourismus maßvoll weiterentwickeln, vorhandene Fördermittel stärker nutzen, durch kleine Projekte wie etwa die Absenkung von Bordsteinen, die Sanierung von Gehwegen sowie mehr Mülleimer und zusätzliche Sitzgelegenheiten die Lebensqualität erhöhen. Neue Windparks jenseits dem Ersatz von Altanlage durch moderne Konverter (Repowering) lehnt man ab. Und: Vor der Ausweisung neuer Gewerbegebiete, sollte zunächst einmal der tatsächlich Bedarf geprüft werden.
Das gelte auch für Hooksiel. Abrahams und Pro Wangerland wollen die derzeit noch landwirtschaftlichen Flächen zwischen Bäderstraße und Altendeich bedarfsgerecht entwickeln – für Wohnzwecke, aber teilweise vielleicht auch für „stilles“ Gewerbe, sagte Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier. Skeptisch sei man, ob sich die Markthallen-Pläne auf dem Areal des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen wirtschaftlich umsetzen lassen. Der ursprünglich geplante Hotelbau sei aber wohl ebenso schwierig.
Suche nach Maßnahmen gegen Schießlärm
Persönlich kümmert sich Abrahams seit Wochen um das Thema „Schießlärm“, der von der Wurftaubenschießanlage aus Wilhelmshaven ins Wangerland schallt und viele Bürger nervt. Einfache Lösungen werde es aber auch hier nicht geben, räumt der Bürgermeister-Kandidat ein. Rechtlich sei die Anlage aus seiner Sicht nicht anfechtbar. Einschränkungen im Schießbetrieb wolle und könne der Betreiberverein nicht hinnehmen.
Leisere Munition gebe es zwar, die sei aber auch langsamer und für Sportschützen deshalb nicht akzeptabel. Ein Erdwall? „Der schützt den Bereich unmittelbar dahinter, aber nicht Hooksiel“, ist Abrahams überzeugt. Seine letzte Hoffnung: Schalldämmende Maßnahmen. Dazu müsste aus seiner Sicht ein Schlallschutzexperte gehört werden.
Was dabei herauskommt, dürften die Bürgerinnen und Bürger für den Fall, dass Abrahams im September zum neuen Bürgermeister gewählt wird, auf jeden Fall schnell erfahren. Sein Versprechen: Die Ratsarbeit wird transparent sein. „Alles was rechtlich möglich ist, soll auch öffentlich beraten werden.“