Wangerland (13. 9. 2026) – Es ist das erwartet enge Rennen geworden. Im ersten Wahlgang zur Wahl des Bürgermeisters der Gemeinde Wangerland für die nächsren acht Jahre hat es am heutigen Sonntag noch keine Entscheidung gegeben. Keiner der drei Bewerber erreichte die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Dennoch: Sieger der Wahl ist Thies Fischer.


Mit 42,1 Prozent (2262 Stimmen) entschied der erst 25-jährige Fischer (CDU) den Wahlgang für sich. Er muss jetzt im zweiten Wahlgang in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) antreten, der auf 30,8 Prozent der Stimmen (1655) kam und sich damit beim Rennen um Platz nur zwei knapp gegen Bernd Abrahams (Pro Wangerland) mit 27,1 Prozent der Stimmen (1454) durchsetzte.
Stichwahl in zwei Wochen
Entscheidend für den Ausgang der Stichwahl dürfte werden, wie sich die Abrahams-Wähler dann orientieren. Eine erste Analyse der Wahlergebnisse zeigt, dass einzelne Ortschaften im Wangerland ganz unterschiedliche Präferenzen haben.

So entschied Szlezak die Wahl im Bereich Tettens-Oldorf-Wiefels mit 48,2 Prozent der Stimmen eindeutig für sich. Auch in Hohenkirchen sprachen sich 41,7 Prozent der Wähler für den Amtsinhaber aus. Fischer hingegen konnte die Wahlbereiche Hooksiel (40,9 Prozent), Minsen-Friederikensiel-Neugarmssiel (52,3 %) und Waddewarden (44,5 %) gewinnen . In Horumersiel-Altebrücke-Wiarden hatte Abrahams mit 38,6 Prozent der Stimmen die Nase vorn.
Abrechnung für Thalasso-Desaster?
Detaillierte Aussagen über das Wählerverhalten in den einzelnen Orten geben die veröffentlichten Wahlergebnisse allerdings nicht her. Weit über 2000 Wähler hatten im Vorfeld des Wahltages ihr Votum bereits per Briefwahl abgegeben. Diese Stimmen können im Nachhinein nicht mehr den Wohnsitzen der Wähler zugeordnet werden.
Klar aber dürfte sein, dass das Thalasso-Desaster großen Einfluss auf den Ausgang der Wahl hatte. Szlezak war der einzige der drei Kandidaten, der zum Zeitpunkt der Entscheidungen über den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel und im Zeitraum der Kostenexplosion für das Projekt bei der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) schon politische Verantwortung trug. Möglicherweise haben ihn einige der Wähler auch für die Schließung des Hallenwellenbades in Hooksiel mitverantwortlich gemacht. Jedenfalls gaben hier, im größten Wahlbezirk, nur 23,7 Prozent der Wähler ihre Stimme dem amtierenden Bürgermeister.
Abrahams hingegen gehörte schon bei der Wahl 2021 zum Kreis der Skeptiker des Thalasso-Projektes, das die WTG in die Insolvenz gerissen hat. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat, die hinter Fischer steht, hatte das Vorhaben lange im Vertrauen auf die Geschäftsführung als alternativlos unterstützt, aber zuletzt – ebenso wie Abrahams und Szlezak – uneingeschränkte Transparenz bei der Klärung der Verantwortlichkeiten zugesagt.
Abrahams knapp geschlagen
Bis 19.30 Uhr – zu diesem Zeitpunkt lagen die Ergebnisse von sechs der acht Wahlbezirke vor – lag noch Abrahams mit drei Stimmen vor Szlezak auf Platz zwei. Nach der Auszählung in Tettens, wo nur 16 Prozent der Wähler für Abrahams stimmten, zog der Bürgermeister aber an Abrahams vorbei und hatte vor der Auszählung des zweiten Briefwahlbezirks einen Vorsprung von 176 Stimmen. Um 20.34 Uhr dann das Gesamtergebnis. Szlezak liegt nach Auszählung aller acht Wahlbezirke um 201 Stimmen vor Abrahams auf Platz zwei.
Für Abrahams ist der Bürgermeisterwahlkampf damit beendet. Szlezak tritt in zwei Wochen gegen Fischer an. Alle drei Bewerber hatten sich in den vergangenen Wochen einen intensiven, aber durchweg fairen Wahlkampf geliefert.
Neuhaus neuer Landrat
Bei der zweiten Direktwahl bei der heutigen Kommunalwahl, der Wahl des friesländischen Landrates, hat sich das Wangerland eindeutig für Rolf Neuhaus ausgesprochen. Dem Parteilosen, der aktuell bereits als Dezernent in der Kreisverwaltung arbeitet, sprachen über 54 Prozent der Wangerländer Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen aus. Neuhaus gewann die Wahl letztlich mit kreisweit mit 57,5 Prozent der Stimmen, also der absoluten Mehrheit der Stimmen. Sibylle Raquet (FDP) holte 23,8 Prozent der Stimmen, Jan Ole Möller (Die Partei) 18,7 Prozent.
Inwieweit das Wahlergebnis letztlich einer bereits angekündigten rechtlichen Anfechtung standhalten wird, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld war Martin Sichert (Zetel) als Kandidat der AfD vom Wahlausschuss als weiterer Bewerber für das Landratsamt abgelehnt worden. Als Grund dafür wurden Zweifel an seiner Verfassungstreue angegeben, die einer Berufung in ein Beamtenverhältnis entgegen stehen würde.
Alle vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahl finden sich im Internet.










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