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Boßler kennen auf eigener Strecke jede Kurve und jede Rille

Hooksiel (2. 3. 2026) – Kraft allein reicht nicht. Dynamik, Geschick und ein gutes Auge sind ebenso wichtig, um ein erfolgreicher Boßler sein. Dazu gehört Ortskenntnis. Wie ist die Neigung der Straße? Wo gibt es eine Spurrille, die man zum eigenen Vorteil nutzen kann? Der Heimvorteil spielt im Boßelsport eine große Rolle.

Die Hooksieler Boßler (in den roten Jacken von links) Dieter Brand , Heinrich Theilen, Heinz Tiegges und Heinz de Neidels setzten sich gegen des KBV Wiefels durch, der mit Otto Gruner, Hannes Timermann, Alfred Luicken, Enno Oeltermann, Hermann Keemann und Wolfgang Kiesewetter an den Start ging. Foto: hol

Heinrich Theilen läuft an. In seiner Hand eine Gummi-Kugel. Vor ihm der Deichverteidigungsweg am Hooksieler Deich. Eigentlich führt die im Vergleich zu Landstraßen recht schmale Betonpiste zwischen Deich und Deichvorland vom Hooksieler Campingplatz bis zum Strandhaus 1 in der Nähe des Außenhafens fast geradeaus. Aber nicht am Abwurfpunkt.

Mit Geschick um die Kurve

Nach gut 60 Metern macht der schmale Weg eine Linkskurve. Die Herausforderungen für die Werfer: Nicht zu kräftig werfen, sonst rollt die Kugel im Kurvenbereich geradeaus und bleibt am Deichfuß im Gras stecken. Aber auch nicht zu lasch, sonst erreicht die Kugel die Kurve erst gar nicht.

Heinrich Theilen (81) wirft für den Boßelverein „So geiht he good“. Der Hooksieler Verein mit seinem Vorsitzenden Thomas Ulfers nimmt aktuell mit zwei Mannschaften am Punktspielbetrieb teil – einer Männer-Mannschaft und einem vierköpfigen Team in der Altersklasse Männer V (ab 75 Jahre). Der Gegner heute ist der Klootschießer- und Boßelverein „Free weg“ Wiefels. Das Hinspiel haben die Hooksieler knapp mit 0:1 verloren. Doch heute haben „Heini“ Theilen und seine Mitstreiter Dieter Berend, Heinz de Neidels und Heinz Tiegges Heimrecht. 

Vergleich mit Gummi und Holz

Das Wetter ist gut. Kein Regen, kein Wind und auch kein Schlamm oder Schnee mehr auf der Strecke. 3,5 Kilometer geht es Richtung Hooksieler Außenhafen. Werfer gegen Werfer. Immer die zurückliegende Mannschaft wirft zuerst. Ist ein Team zweimal hintereinander dran, weil die Kugel der Gegner nicht erreicht werden konnte, gibt es ein Schoet. Einen Wertungspunkt.

Heinrich Teilen findet schon beim Anwurf das richtige Maß. Die Kugel rollt bis zur Kurve, wird langsamer und folgt auf dem leicht nach links abschüssigen Beton dem Verlauf des Weges. Ein idealer Auftakt, dem sich eine ganz Reihe guter Würfe anschließen – auf dem Hinweg mit der Gummi-, auf dem Rückweg mit der Holzkugel. 

Stirbt das Boßeln aus

Die Revanche gelingt. Die Hooksieler gewinnen mit 7:0, sichern sich zwei Punkte und festigen damit ihren Platz im Mittelfeld der Tabelle. Die Saison läuft noch bis Mitte März. Wie und ob es im nächsten Winter weiter geht? Man wird sehen. „Der Boßelsport stirbt aus“, prognostiziert Thomas Ulfers mit Bedauern in der Stimme. Aber das muss ja nicht so schnell gehen …

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