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Jade-Weser-Port: Acht Tonnen Kokain in Container entdeckt

Wilhelmshaven (3. 6. 2026) – Es war eines der größten Drogenfunde des deutschen Zolls überhaupt. Über acht Tonnen Kokain haben Einsatzkräfte des Hauptzollamts Oldenburg bereits am 9. Februar dieses Jahres im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven beschlagnahmt. Aus ermittlungstaktischen Gründen verkündeten die Staatsanwaltschaft Aurich und der Zoll ihren Erfolg erst heute.

In einem für Spanien bestimmten Container entdeckten Zollbeamte bereits im Februar acht Tonnen Kakain. Foto: Zoll

Die Belohnung: Nach erfolgreicher Zusammenarbeit des Zollfahndungsamts Hannover mit den spanischen Zollbehörden unter Einbindung des Zollkriminalamts nahmen spanische Ermittlungskräfte Mitte Mai zwei Beschuldigte in Spanien fest. Das sichergestellte Kokain hatte einen Straßenverkaufswert von circa 500 Millionen Euro. 

Verkaufswert von 500 Mio. Euro

Zur Vorgeschichte: Im Februar 2026 war nach einer entsprechender Risikoanalyse im Jade-Weser-Port ein Seecontainer kontrolliert worden, der mit einem Frachtschiff aus Westafrika nach Wilhelmshaven gebracht worden war. Laut Frachtpapieren sollte der Container mit Kakaobohnen in Säcken beladen sein, die für Spanien bestimmt waren.

Beim Röntgen des Containers sei der Kontrolleinheit des Hauptzollamts Oldenburg mehrere Unregelmäßigkeiten aufgefallen, die eine intensivere Kontrolle auslösten. „Statt der angemeldeten Kakaobohnen konnten insgesamt über 400 mit schwarzer Folie umwickelte Pakete festgestellt werden. In jedem dieser Pakete befanden sich rund 20 hartgepresste Kokainblöcke“, heißt es in einer Erklärung von Staatsanwaltschaft und Zoll. Das Gesamtgewicht der illegalen Fracht habe rund acht Tonnen betragen. Damit handelte es sich um eine der größten Kokain-Sicherstellungen in Deutschland der vergangenen Jahre.

Das Zollfahndungsamt Hannover führte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich (Zentralstelle zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität) die Ermittlungen. Da der Container mit dem Kokain für Spanien bestimmt war, wurden weitere Ermittlungsmaßnahmen durch die spanischen Zollbehörde unter Einbindung eines deutschen Zollverbindungsbeamten veranlasst.

Festnahmen in Spanien

Die Kokainpakete wurden durch die Täter mit GPS-Sendern versehen, um jederzeit den Standort der illegalen Fracht zu kennen. „Vor dem Weitertransport des Containers nach Barcelona wurde die illegale Ladung in Deutschland unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen vernichtet“, erläuterte Oberstaatsanwalt Jan Wilken von der Staatsanwaltschaft Aurich. „Wir nehmen so den Kriminellen die Möglichkeit, sich gewaltsam das beschlagnahmte Kokain zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuholen.“

Im Rahmen der Folgeermittlungen in Spanien wurden unter anderem zwei Drahtzieher identifiziert werden, die verdächtig sind, den Schmuggel der acht Tonnen Kokain nach Europa organisiert zu haben. Nach umfangreichen kriminaltaktischen Maßnahmen in Barcelona konnten die Beschuldigten schließlich Mitte Mai 2026 im Rahmen einer Übergabe des Containers in einem Gewerbegebiet bei El Ejido in der Provinz Almería festgenommen werden.

Das beschlagnahmte Rauschgift wurde von den Ermittlern vernichtet. Foto: Zoll

Einer der Beschuldigten, der Geschäftsführer eines Importunternehmens, wird zudem vom spanischen Zoll mit einer früheren Kokainlieferung auf dem Seeweg in Verbindung gebracht. Für die beiden Festgenommenen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Ihnen drohen in Spanien mehrjährige Haftstrafen.

International Zusammenarbeit

„Die Sicherstellung von acht Tonnen Kokain und der sich anschließende Ermittlungserfolg verdeutlichen erneut die Schlagkraft des deutschen Zolls“, betont Dr. Tino Igelmann vom Zollkrimanalamt. „Dieses Ermittlungsverfahren des Zollfahndungsamts Hannover unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Aurich erforderte höchste Professionalität und Konspirativität.“

Grundlage für den Erfolg sei die fachliche und operative Expertise sowie die Beharrlichkeit der deutschen und spanischen Zollbehörden gewesen. Damit habe die Logistikschiene zerschlagen werden können. Igelmann: „Die Bekämpfung des international organisierten Rauschgiftschmuggels ist nur durch eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich.“

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