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Hooksiel radelt: Interessante Brückentour durch Wilhlemshaven

Hooksiel (30. 10. 2026) – Wer an Wilhelmshaven denkt, der denkt oft zugleich an die Kaiser-Wilhelm-Brücke, eines der Wahrzeichen der Stadt. Die 1907 fertiggestellte, 159 Meter lange Drehbrücke überspannt den Großen Hafen und steht als technischer Meisterwerk ihrer Zeit unter Denkmalschutz. Und auch die Jachmann-Brücke, die Deichbrücke und die Rüstringer Brücke gehören zu den prägenden maritimen Bauwerken der Stadt. 

Der Hooksieler Ulrich Hellkuhl testet die Fahrradroute über die neueste Brücke in Wilhelmshaven über die Hooksieler Landstraße. Foto: hol

Wer sich aber in Hooksiel auf sein Fahrrad setzt und in Richtung Jadestadt radelt, kann noch eine Reihe weiterer bemerkenswerter Brücke entdecken, die weniger im Fokus stehen. Zusammen mit dem Hooksieler Radtour-Experten Ulrich Hellkuhl hat „Hooksiel-Life“ einen schönen Spätsommertag für eine rund 40 Kilometer lange Rundfahrt genutzt. Eine Erkenntnis: Wilhelmshaven ist viel grüner als man vom Auto aus vermutet und hat viele spannende Ecken, die einen Blick wert sind. 

Bedarfsampel nutzen!

Los geht es am Hooksieler ZOB. Richtung Alter Hafen und Sengwarder Anteil zur Hooksieler Landstraße (Landesstraße 810) in Richtung Wilhelmshaven. Vorsicht bei der Querung der L 810. Hier sollten Radler unbedingt auch dann die Bedarfsampel betätigen, wenn noch kein Auto zu sehen ist, denn an die vorgeschriebenen Tempo 60 hält sich hier kaum jemand.

Wir fahren auf dem Radweg bis Sengwarden, durchqueren den Ort auf der Hauptstraße und radeln weiter entlang der Sengwarder Landstraße Richtung Fedderwarden. Interessant der Blick von oben auf das gewaltige Schutzbauwerk entlang der Eisenbahngleise in Richtung Wilhelmshavener Industrie und Häfen, das die elektromagnetischen Strahlen der Bahn abschirmen soll.

Zeichen der Energiewende

Wenig später biegen wir links ab in die Inhauser Landstraße, der wir bis Fedderwardergroden folgen. Auch hier passieren wir eine technische Großbaustelle. Im Zug der Energiewende werden hier Masten für eine neue Hochspannungsleitung aufgestellt, über die künftig Strom von der Küste ins Binnenland transportiert werden soll.

In Höhe des Lidl-Marktes überqueren wir an der Kreuzung die Ostfriesenstraße und nehmen den separaten Radweg (Kreuzweg) Richtung Himmelreich-Coldewei bis zur Klinkerstraße. Von dort nach rechts zum Radweg an der Ostfriesenstraße, auf dem wir die Autobahn überqueren. Direkt hinter der Autobahnauffahrt führt ein Radweg links von der Brücke herunter, unter der Straße hindurch zur Maade, dort links parallel zur Ostfriesenstraße um dann gleich rechts dem Schotterweg zu folgen.

Radweg entlang der Maade

Jetzt beginnt der schönste Teil der Tour. Wir radeln auf einem wunderbar ausgebautem Radweg mehrere Kilometer zwischen Maade und dem Wohngebiet Maadeboden bis zur Straße Schaarreihe. Hier biegen wir links ab, queren die Kreuzung und fahren wenig später rechts ab in die Lautsallee. An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab, durchfahren das Neubaugebiet Potenburg und können dank der neuen Fahrradbrücke die Hooksieler Landstraße sicher überqueren. Die Steigung der Brückenzufahrt ist gut zu meistern. Von oben hat man einen schönen Blick übers Neubaugebiet und das Nahversorgungszentrum.

Weiter geht es hinter der Brücke auf einem schönen Radweg entlang des Potenburger Zuggrabens bis zur verkehrsberuhigten Kurt-Schumacher-Straße. Links ab und wenig später stehen wir an der Kreuzung mit der Bundesstraße 210 (Höhe Hornbach). Wir queren die B 210 und fahren in die ebenfalls beruhige Umfangstraße Richtung Ems-Jade-Kanal.

Historische Klappbrücke

Wegen Bauarbeiten an der Jadebrücke biegen wir schon kurz vor dem Kanal nach links in die Fräukenstraße Richtung Eisenbahnbrücke Mariensiel ab. Über die Klappbrücke aus dem Jahr 1937 rollt bis heute der komplette Schienenverkehr Richtung Wilhelmshaven. Im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke wurde das Bauwerk vor einigen Jahren rundsaniert.

Wir überqueren die Schienen und biegen unmittelbar vor der Brücke links auf den Kanalweg ab. Nun am Ems-Jade-Kanal entlang an der Mariensieler Schleuse vorbei. Vor dem Gewerbegebiet biegen wir links in den Alten Banter Weg ab, an dem unser Zwischenziel liegt, die KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven (rechte Hand).

Die KZ-Gedenkstätte am Alten Banter Weg erinnert an die Opfer, die in Wilhelmshaven 1944/1945 in der Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme ums Leben gekommen sind. Foto: hol

In der Außenstelle des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme waren zwischen September 1944 und April 1945 1125 Menschen inhaftiert. Sie wurde als Arbeitssklaven für die Kriegswirtschaft eingesetzt. Mindestens 234 von ihnen wurden durch Hunger, Kälte und Folter getötet. Auf dem Gelände, auf dem Tafeln an die Opfer erinnern, finden sich noch die Grundmauern einer der Baracken, in denen die Häftlinge eingepfercht waren.

Weiter geht es. Wir fahren den Alten Banter Weg bis ans Ende und biegen rechts ab zum Banter Weg, dem wir (wieder rechts halten) wenige Meter bis zur Einmündung der Weserstraße folgen. Vorsicht: Ab hier sind wir im städtischen Bereich unterwegs. Die Radwege werden schlechter, die Verkehrsverhältnisse unübersichtlicher. 

Unter Denkmalschutz

Von der Weserstraße führt uns die Schmiedestraße (links) durch in unter Denkmalschutz stehende Banter Werftarbeitersiedlung bis zur Ebertstraße, wo ein weiteres imposantes Bauwerk steht: Eine Fußgängerbrücke über die Eisenbahntrasse nach Wilhelmshaven hinein, die früher als Fußweg zum Bahnhof Bant genutzt wurde. Auch dieses Denkmal aus dem Jahr 1907 wurde im Zuge der Elektrifizierung der Strecke erneuert und vor allem angehoben. Sie ist vornehmlich eine beliebt Plattform, die einen Überblick über die Wilhelmshavens Südstadt eröffnet.

Mit dem Rad fahren wir entlang der Ebertstraße bis zum Bahnübergang Werftstraße. Ab hier beginnt der Rückweg nach Hooksiel. Wir folgen der Werftstraße folgen vorbei an der Banter Kirche, kreuzen die Peterstraße und wenig später die Bismarckstraße, fahren bis zur Kirchreihe und weiter geradeaus auf einem reinen Radweg bis zur Friedenstraße, die wir in Höhe Jade-Stadion überqueren.

Zurück durch den Stadtpark

Am Fußballstadion vorbei erreichen wir den Rosenhügel. Der wunderbar zu befahrene Weg führt uns durch Kleingartenanlagen ins Stadtpark-Gelände bis zum Ehrenfriedhof. Links ab stoßen wie auf den Totenweg, dem wir bis zum Gelände der Jade Hochschule folgen. Dort erreichen wir die Friedrich-Paffrath-Straße, der wir in Richtung Norden bis nach Fedderwardergroden folgen, um von dort weiter den bekannten Weg zurück nach Hooksiel zu nehmen.

Anmerkung: Ein Abstecher quer durchs Kavernengelände, in dem unterirdisch Öl und Gas gelagert wird, ist zurzeit wenig ratsam, da dort aufgrund von Bauarbeiten etliche Wege gesperrt sind. Wer mag , kann von der Inhauser Landstraße einen Abstecher nach Rechts nach Breddewarden machen. Der Weg führt durch dann durch das historische Runddorf und über den Neuen Bredderwarder Weg wieder an die Sengwarder Landstraße, der uns nach Sengwarden und weiter zurück nach Hooksiel führt.

Weitere Vorschläge zu Fahrradtouren rund um Hooksiel finden sich in der Netzzeitung „Hooksiel-life“ im Untermenü „Hooksiel radelt“.

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