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Betroffene beklagen willkürliche Festsetzungen der Gemeinde

Wangerland (6. 6. 2025) – Die Gemeinde-Entwicklungsplanung ist eines der Großprojekte, die die aktuelle Gemeinderat in großer Einhelligkeit in der laufenden Wahlperiode auf den Weg gebracht hat. Veränderungssperren wurden verhängt, neues Baurecht geschaffen, dutzende Bebauungspläne für verschiedene Ortschaften überarbeitet.

Ein Ziel: Den historisch gewachsenen Wildwuchs in etlichen Ortschaften rechtlich abzusichern. Unter anderem sollen bislang nicht ordnungsgemäß angemeldete Nutzungen etwa von Wohnungen und Anbauten als Feriendomizile legalisiert, Bereiche für Dauer- und Ferienwohnungen klar definiert und abgegrenzt werden.

Zahl der Ferienwohnungen begrenzt

Allerdings werden künftig nicht alle Ferienwohnungen weiterhin vermietet werden dürfen. Trotz Bestandsschutz. Sie wird etwa im neuen Bebauungsplan für Teilgebiete in „Horumersiel-Zentrum“ die maximal zulässige Zahl von Wohnungen je Grundstück auf zwei beschränkt. Nach Ansicht von Heiko Manott, Vorstand des Seebadevereins Horumersiel und beratendes Mitglied im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Gemeinderates, handelt es sich hierbei um einen massiven Eingriff in die Nutzungsrechte der Wohnungseigentümer.

Die Gemeinde provoziere mit den Neuregelungen geradezu Schwarzvemietungen, befürchtet Manott. Die angestrebte Umwidmung der überschüssigen Ferienwohnungen in Dauerwohnraum sei abwegig. „Viele der Ferienwohnungen sind schlichtweg als Dauerwohnung nicht geeignet.“

Entwertung von Immobilien

Bei vielen Horumersiel stößt vor allem sauer auf, dass die wundersame Vermehrung von Ferienwohnungen im Ort über Jahrzehnte unter den Augen von Wangerland Touristik GmbH und Gemeinde erfolgte. Wenn Dauerwohnungen zu Urlauber-Domizilen umfirmiert und Garagen zu touristischen Schlichtquartieren umgebaut wurden, sei das mit Blick auf die steigenden Übernachtungszahlen durchweg begrüßt worden. Vor diesem Hintergrund werden die neuen Regelung als Willkür, als Teilenteignung, zumindest aber als massive Entwertung der Immobilen empfunden.

Die Kommunalpolitiker ließen sich von der Kritik nicht beirren. Der Satzungsbeschluss für den überarbeiteten Bebauungsplan wurde von den Ausschussmitglieder einstimmig abgesegnet. Auch wenn es dabei nicht mehr darum gehe, das historische Ortsbild von Horumersiel zu sichern. Ratsherr Holger Ulfers (SPD): „Dann hätten wir damit schon vor 25 Jahren anfangen müssen.“ 

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