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DUH kritisiert Einleitung weiterer Chlor-Biozide in die Jade

Wilhelmshaven/Hooksiel (17. 9. 2026) – Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die geplante Einleitung von mit Chlor-Bioziden behandeltem Prozesswasser des LNG-Terminalschiffs „Excelsior“ in die Jade vorläufig zugelassen. Der Umweltschutzverband hält das für gefährlich und fahrlässig.

Das LNG-Terminalschiff „Excelsior“ setzt jetzt ebenso wie die „Höegh Esperanza“ auf Elektrochlorierung. Das zunächst für die Reiniung des schiffsinneren Rohrleitungssystems vorgesehene Ultraschall-Verfahren hatte sich aus Sicht der Betreiber nicht bewährt. Foto: DET

Die bundeseigene „Deutsche Energy Terminal“ (DET) hatte für die „Exelsior“ den Betrieb einer  Elektrochlorierungs-Anlage an Bord des Regasifizierungsschiffes beantragt, da sich das ursprünglich vorgesehene, von Umweltverbänden favorisierte Ultraschall-Verfahren beim Schutz des schiffsinternen Rohrleitungssystems vor Algen, Muschel und andere organischen Substanzen nicht bewährt habe. Das benachbarte LNG-Terminal „Höegh Esperanza“, das an der Hafeneinfahrt zu Hooksiel liegt, arbeitet ebenfalls mit der Elektrochlorierung, die als „Stand der Technik“ gilt.

Die Terminals nutzen Seewasser, um das tiefgekühlte Erdgas (LNG) an Bord zu erwärmen und in einen gasförmigen Zustand umzuwandeln. Bei der Elektrochlorierung wird aus dem Meerwasser gewonnenes Chlor genutzt, um die Rohrleitungen frei zu halten. Mit dem Abwasser gelangen Chlor-Biozide ins Wasser. 

„Wir halten Biozid-Einleitungen durch die LNG-Terminals in Wilhelmshaven für gefährlich und die bereits erteilte vorläufige Zulassung durch die Genehmigungsbehörde für fahrlässig“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. „Laut den Genehmigungsunterlagen sollen künftig zusätzlich rund 170 Millionen Kubikmeter behandeltes Prozesswasser pro Jahr aus dem Betrieb der ‚Excelsior‘ in die Innenjade eingeleitet werden.“

Es sei die Pflicht der Behörden, empfindliche Gewässer zu schützen und dafür zusätzliche Schadstoffeinträge zu reduzieren. Kraenner: „Wir fordern den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf, den Schutz der Natur zu priorisieren, Schäden am Weltnaturerbe zu verhindern und den Zulassungsantrag für Biozid abzulehnen.“

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