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Alle Beiträge zum Thema “Umweltschutz”

Hoffnung auf Goldring hat sich schnell zerschlagen

Hooksiel (21. 9. 2026) – Der Hooksieler Badestrand ist sauber. Und das liegt nicht nur am „World Cleanup Days“, an dem sich Aktivistinnen und Aktivisten weltweit um den Schutz der Meere und Küsten kümmern. Dazu hatten sich am Sonntagnachmittag an die 20 Freiwillige aus dem gesamten Wangerland bei strammem Wind am Strandhaus 1 getroffen.

Ließen sich vom herbstlichen Wetter nicht am Sonntag nicht abhalten, den Hooksieler Badestrand von Müll und Abfall zu befreien. Foto: hol

Für sie war es nicht einfach, die Sammelbeutel mit Müll zu füllen. „Es lag hier wirklich nur sehr wenig Abfall herum“, sagte Julian Dreßel von „Weil wir Hooksieler sind“. Die Initiative hatte die Sammelaktion zusammen mit der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der DLRG Jugend organisiert.

Das kurioseste Fundstück präsentierte eine Müllsammlerin aus Hooksiel: „Ein Goldring.“ Bei näherer Betrachtung zeigte sich allerdings, dass das Schmuckstück keine Punze hat und vermutlich eher aus einem Kaugummi-Automaten als aus einem Juweliergeschäft stammt. 

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Aktion: Müll sammeln am Strand zum Schutz der Meere

Hooksiel (16. 9. 2026) – Am Sonntag, 20. September, steht in Hooksiel der Schutz von Küste und Meer im Mittelpunkt. Im Rahmen des weltweiten „World Cleanup Days“ findet von 15 bis 17 Uhr eine gemeinsame Strandreinigung statt. 

Organisiert wird die Aktion von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) gemeinsam mit der DLRG Jugend und „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS). Gäste und Einheimische sind eingeladen, sich an der Sammelaktion zu beteiligen und damit einen Beitrag zum Schutz der Küste und des Meeres zu leisten. 

Der „World Cleanup Day“ gilt als eine der größten Bürgerbewegungen weltweit gegen Umweltverschmutzung. Millionen Menschen in zahlreichen Ländern beteiligen sich jedes Jahr an den gemeinsamen Sammelaktionen. 

Treffpunkt für die Sammelaktion in Hooksiel ist das Strandhaus 1. Für die Müllsammlung sollten eigene Handschuhe sowie eine Mülltüte oder ein Eimer mitgebracht werden. „Ein kleiner Grundbedarf steht aber auch vor Ort zu Verfügung“, so die WTG. 

Im Anschluss klingt der Nachmittag gemütlich am Strandhaus 1 aus. Bei einer Wurst und/oder einem Getränk besteht Gelegenheit zum Austuasch und zur Stärkung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Landkreis sucht Mitstreiter für Nachhaltigkeitswoche

Friesland/Wangerland (9. 7. 2026) – Die Vielfalt von Nachhaltigkeit im Landkreis Friesland soll im Oktober bei der ersten „Küste & Moor. Nachhaltigkeitswoche“ vorgestellt werden. Ob Upcycling-Workshops, Tauschpartys, Energieberatungen, Müllsammeln oder eine Führung durch Wald und Moor – noch bis Sonntag, 26. Juli, können nachhaltige Aktionen und Veranstaltungen im Landkreis Friesland beim Regionalen Umweltzentrum Schortens (RUZ) per E-Mail an umwelt.aktiv@ruz-schortens.de angemeldet werden.

Die für den Zeitraum vom 3. bis 9. Oktober geplante „Nachhaltigkeitswoche“ soll nachhaltige Projekte und Initiativen in den Landkreisen Ammerland, Aurich, Friesland, Leer, Wittmund sowie in der Stadt Emden in den Mittelpunkt rücken. Der Landkreis Friesland nimmt gemeinsam mit dem RUZ teil und sucht weitere Partnerinnen und Partner, die ihr Engagement einem breiten Publikum präsentieren wollen.Mit Aktionen dabei sein können Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Vereine, Verbände, Kirchen, soziale und kulturelle Einrichtungen sowie Privatpersonen. 

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Auch Wangerländer dürfen beim „Stadtradeln“ mitmachen

Wangerland/Friesland (20.4. 2026) – Ab Sonntag, 3. Mai, ist es wieder so weit: Bis einschließlich Samstag, 23. Mai, sind alle Friesländerinnen und Friesländer aufgefordert, möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Appell des Landkreises Friesland ist Teil der bundesweiten Klimaschutzkampagne „Stadtradeln“.

Neben dem Landkreis beteiligen sich die Städte Jever und Varel sowie die Gemeinden Wangerooge und Zetel an der Aktion. Die Gemeinde Wangerland hatte sich nach zuletzt sehr dürftigen Teilnehmerzahlen schon im vergangen Jahr aus der Aktion zurückgezogen.

Wangerländer können trotzdem mitradeln. Als Friesländer gelten alle, die im Landkreis leben, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen. „Durch die CO2-freie Fortbewegung mit dem Fahrrad leisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, wirbt der Landkreis.

Einzel- und Team-Preise warten auf die fleißigsten Radler. Zudem werden erneut gemeinsam mit der EWE als Sponsor Schulen bzw. Schulklassen mit den meist geradelten Kilometern pro Kopf in den drei Kategorien 1. bis 4. Klasse, 5. bis 9. Klasse und 10. bis 13. Klasse mit je 500 Euro für die Klassenkasse ausgezeichnet.

Eine Neuerung: In einem Stempelpass können Teilnehmende im Kreisgebiet Stempel sammeln. Es gibt 24 Stationen, an denen zum Kampagnenstart die Stempelpässe zum Mitnehmen bereit liegen. Im Wangerland gibt es die Pässe im Rathaus in Hohenkirchen, im Restaurant „8 Grad Ost“ in Schillig und bei Zweirad Lüpkes im Gewerbegebiet in Hooksiel. Wer die Karte ausfüllt und einreicht, hat eine weitere Chance auf attraktive Gewinne. Infos zum Stadtradeln unter www.stadtradeln.de und www.friesland.de/klimaschutz.

Wangerland Touristik Thalassa
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Seebadeverein lädt für Samstag zum Frühjahrsputz

Hooksiel (10. 3. 2026) – Der Seebadeverein Hooksiel lädt zum Frühjahrsputz. Alle Freiwilligen, die sich an der Verschönerung des Ortsbildes beteiligen wollen, sind dazu für Samstag, 14. März, eingeladen. Treffpunkt ist um 13 Uhr an der Bühne neben dem Hooksieler Gästehaus.

Den Frühjahrsputz gibt es seit 1997. Getragen wird die einst von der „Wilhelmshavener Zeitung“ aus der Taufe gehobene Aktion heute von den Kommunen in der Region – der Stadt Wilhelmshaven sowie den Landkreisen Friesland und Wittmund. Zu den Teilnehmern gehören neben Vereinen, Schulen, Bundeswehr, Verbänden und anderen Institutionen auch Privatleute. 

Geputzt wird in der Regel freitags und samstags. Der Seebadeverein würde sich über eine möglichst gute Beteiligung in Hooksiel freuen. Im Anschluss an den Putz- und Aufräumdienst ist ein gemütliches Beisammensein geplant. Anmeldungen dazu per Mail möglichst umgehend unter info@seebadeverein-hooksiel.de.

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Klimaschutz statt Konzernprofite: Schulterschluss gegen LNG-Importe

Hooksiel (8. 3. 2026) – Ein rotes Band zieht sich auf der Südseite des Hooksieler Außenhafens. Gehalten wird es von einer Menschenkette, die sich vom Radweg Richtung Wilhelmshöhe bis zum Hafenbecken aufgebaut hat. Die rund 100 Aktivisten verschiedener Umwelt- und Naturschutzverbände halten Plakate und Schilder in die Höhe. „Stop Gas“ ist darauf zu lesen. 

Rund 100 Umweltschutzaktivisten aus der Region warnten zusammen mit ausländischen Gästen vor den weltweiten ökologischen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Folgen von LNG-Importen. Foto: hol

Dazu erklingen Gesänge und Parolen, teils auf Englisch, teils auf Deutsch. Die Aktivisten eint die Sorge um das Klima, die Umwelt, aber auch um die Menschen, die im Umfeld von Im- und Exporteinrichtungen für fossile Energieträger wohnen. 

Großes Sicherheitsaufgebot

„LNG ist Kacke. Attacke!“ lautet eine der Kampfansagen. Wobei sich der Kampf an diesem Samstagvormittag auf Reden und Appelle beschränkt. Die Wilhelmshavener LNG-Terminals mit den Import-Fabrikschiffen „Höegh Esperanza“ und „Excelsior“ sind nicht in Gefahr. Aufgrund des dichten Nebels auf der Jade sind sie ohnehin kaum zu sehen. 

Gut erkennbar ist nur ein Wachboot der Wasserschutzpolizei, was zwischen Außenhafen und LNG-Terminal patrouilliert. Und auch an Land haben sich eine Reihe von Polizisten eingefunden, die die „kritische Infrastruktur“ schützen sollen. Immerhin gelten die LNG-Terminals als Garanten dafür, dass die Versorgung Deutschlands mit Energie gewährleistet bleibt.

Friedliche Demonstration

Oder geht es gar nicht in erster Linie um eine sichere Energieversorgung? Geht es vielmehr um die Profite von weltweit agierenden Großkonzernen, die nicht auf ihre Geschäfte mit Öl und Gas verzichten wollen? Trotz aller Warnungen vor einem Klimakollaps. Trotz der Folgen für künftige Generationen. Trotz der Beeinträchtigungen von Natur und Mensch schon heute – weltweit.

Anlass für die auch nach Wahrnehmung der Sicherheitskräfte friedliche Demonstration am Hooksieler Außenhafen unter dem Motto „Stoppt den LNG-Wahn und die fossile Ausbeutung“ waren die Pläne eines Energiekonsortiums, in Wilhelmshaven ein drittes Importterminal für flüssige Gase wie LNG zu bauen. Dafür soll das als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesene Naturschutzgebiet auf dem Voslapper Groden-Nord geopfert werden. Dagegen – aber auch gegen die Industrialisierung des Wattenmeeres insgesamt etwa durch Ölbohrungen – laufen unter anderen die Initiative „Fridays for Future“, der Naturschutzbund (Nabu) und das Netzwerk Energiedrehscheibe, einem Bündnis aus 28 Verbänden und 180 Einzelpersonen, seit Wochen Sturm. 

Demonstrieren am Hooksieler Außenhafen den ökologischen Schulterschluss von Küste zu Küste: Stefanie Eilers, des Netzwerkes Energiedrehscheibe, und der US-Umweltaktivist James Hiatt aus Louisiana. Foto: hol

Unterstützt werden sie von internationalen Aktivisten, die ihrerseits vor den globalen Folgen des „Gasrausches“, so Martin Lüdders von Fridays for Future, warnten. Nach Ansicht von Milena Pressentin (Deutsche Umwelthilfe) sei der geplante Energiepark im Voslapper Groden-Nord ein Teil des Problems – und entgegen aller Versprechung kein Wegweiser hin zur Nutzung von „grünem Wasserstoff“. 

Fracking macht Menschen krank

Für einen Schulterschluss für eine globale Energiewende warb der US-Amerikaner James Hiatt, der in Louisiana am Golf von Texas mit der Umweltschutzgruppe „For A Better Bayou“ gegen die LNG-Industrie kämpft, die durch das so genannte Fracking und den Bau von Gasexport-Infrastruktur paradiesische Natur zerstöre sowie Gesundheit und Wohlstand von Menschen gefährde. Das allermeiste über Wilhelmshaven importierte Flüssigerdgas kommt aus den USA. Hiatt berichtete von giftigen Chemikalien, von Methan-Austritten und verdreckter Luft – und das bei steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie. Es gehe nicht um Wohlstand, sondern nur um Profite. Dagegen müssten sich die Menschen wehren – von Küste zu Küste. 

Die ukrainische Klimaaktivistin Dr. Svitlana Romanko, Gründerin der Umweltkampagne „Razom We Stand“, wies auf die machtpolitischen Folgen hin. Das Festhaltens an fossilen Energieträgern nütze Exportländern wie Russland. Sie würden dadurch Milliarden über Milliarden verdienen. Geld, mit dem Russland unter anderem den Angriffskrieg auf die Ukraine finanziere. Die Rednerin forderte vor diesem Hintergrund ein lückenloses und dauerhaftes Embargo für fossile Brennstoffe aus Russland.

Im Anschluss an die Demonstration kamen die Aktivisten in Wilhelmshaven zu einer Buchlesung zusammen. Autorin Kathrin Hartmann, die auch in Hooksiel dabei war, stellte ihr Buch „Öl ins Feuer“ vor. Darin geht es um die verfehlte Klimapolitik und deren globalen Folgen. 

Protest gegen LNG-Import in Hooksiel mit internationalen Aktivisten

Wangerland (3. 3. 2026) – Rund 50 Aktivisten verschiedener Umwelt- und Naturschutz-Gruppierungen haben am Wochenende auf dem Voslapper Groden-Nord gegen den geplanten Bau eines Energieterminals protestiert, für den ein vorhandenes Naturschutzgebiet aufgegeben werden soll. 

Die Demonstranten auf dem Voslapper Groden sehen im geplanten Import von LNG und anderen flüssigen Gasen eine Verstetigung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Foto: Rohde

Im Anschluss an eine gemeinsame Mahnwache verblieb eine kleinere Gruppe bis zum Sonnenuntergang vor Ort. Sie trieb die Sorge um, dass eventuell bereits Rodungsarbeiten auf dem Gelände stattfinden könnten, für die aber noch keine Genehmigung vorliegt.

Am Eingangstor Müll gesammelt

Die Umwelt- und Naturschützer nutzten die Protestaktion zum gegenseitigen Kennenlernen. Wie Teilnehmer berichteten, habe man sich unter anderem über die Besonderheiten des „Natura 2000“-Gebietes mit seiner schützenwerten Flora und Fauna ausgetauscht. Zudem habe man gemeinsam rund ums Tor von der Straße Zum tiefen Fahrwasser zum Voslapper Groden und an den Gräben Müll gesammelt.

Die Aktivisten hoffen darauf, dass die bereits im Voslapper Groden installierten Amphibienzäune und die Entwässerung in dieser Woche zurückgebaut werden Wie angekündigt wurde, sollen dabei auch für die Vergrämung von Vögeln angebrachte Flatterbänder wieder entfernt werden.

Stadt: Arbeiten wurden überwacht

Die Wilhelmshavener Stadtverwaltung ist heute dem Eindruck entgegen getreten, dass die Investoren auf dem Areal vielleicht bereits ohne vorliegende Genehmigung Fakten schaffen wollen. Die Arbeiten seien zwar von der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV) durchgeführt worden. Sie seien aber von einem landschaftspflegerischen Fachbüro begleitet und regelmäßig vor Ort von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht worden, heißt es in einer Erklärung gegenüber „Hooksiel-Life“.

Gewerbeaufsicht zuständig

Um mit dem Bau der Anlagen beginnen zu können, bedürfe es entweder der erforderlichen immissionsschutzrechtlichen Genehmigung oder der Zulassung des vorzeitigen Beginns nach dem Bundesimmissonsschutz-Gesetz. Alle diese Entscheidungen lägen in der Zuständigkeit des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg, betont die Stadt.

In der vergangenen Woche sei die passive Entwässerung einer etwa sechs Hektar großen Teilfläche innerhalb des Voslapper Groden-Nord erfolgt. Das sei eine Maßnahme der Gewässerunterhaltung gewesen. Dafür habe es ebenso wenig wie für das Aufstellen von Amphibien-Leiteinrichtungen einer Genehmigung der Stadt Wilhelmshaven bedurft.

Bäume dürfen gefällt werden

„Soweit weitere Maßnahmen wie die Beseitigung von Gehölzen erfolgen, handelt es sich um ohnehin geplante Maßnahmen, die unabhängig von dem Vorhaben der DGGEV entsprechend den Zielen des Europäischen Vogelschutzgebiets und Naturschutzgebiets vorzunehmen sind“, heißt es in der Mitteilung. Sie würden also je nach Ausgang der weiteren Entscheidungen des Gewerbeaufsichtsamtes faktisch entweder dem beantragten Vorhaben oder dem Gebietsschutz dienen. „Dafür wurde eine Genehmigung zum Fällen von Bäumen nach der Baumschutzsatzung der Stadt Wilhelmshaven erteilt.“

Widerstand in den USA

Am kommenden Wochenende erwartet das „Netzwerk Energiedrehscheibe“ internationale Gäste. Zusammen mit der Gruppe „Fridays vor Future“ will man gegen den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) und den damit drohenden fossilen „Lock In“ demonstrieren. Eine Kundgebung ist für Samstag, 7. März, um 10.30 Uhr am Hooksieler Außenhafen geplant. 

Erwartet werden dazu unter anderem die Ukrainerin Svitlana Romanko und der Amerikaner James Hiatt, der von den ökologischen Folgen der LNG-Gewinnung in den USA und dem Widerstand in Texas und Louisiana berichten wird. Der allergrößte Teil des über Wilhelmshaven importierten LNG kommt aus den USA. Svitlana Romanko ist Gründerin und Direktorin der Gruppe „Razom We Stand“, die die globale Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, dem Nährboden der russischen Kriegsmaschinerie, beenden möchte. 

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages um die Stellungnahme der Stadt Wilhlemshaven ergänzt

Chance oder Risiko: Reaktionen auf neues CO2-Gesetz

Wangerland/Wilhelmshaven (7. 11. 2025) – Der Deutsche Bundestag hat gestern mit der Verabschiedung des Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetzes die rechtliche Grundlage dafür geschaffen, in industriellen Prozessen unvermeidbar anfallendes Kohlendioxid (CO2) abzuscheiden, zu transportieren, zu nutzen oder sicher zu speichern. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (Wittmund) sieht darin den richtigen Weg, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden. Umweltschutzverbände befürchten eine zunehmende Industrialisierung der Nordsee.

Lösung für unvermeidbares CO2

Mit dem neuen Gesetz, so Janssen, Vorsitzende des Arbeitskreis Küste der CDU/CSU-Fraktion, werde der Weg frei für industrielles, technologieoffenes CCS in Deutschland. CCS steht für Carbon Capture and Storage, also fürs Abspalten und Speichern von klimaschädlichem CO2. Insbesondere für die energieintensive Zement-, Stahl- und chemische Industrie, aber auch für Gaskraftwerke, gilt CCS als Chance, klimaverträglicher zu produzieren. 

Bislang war die unterirdische Speicherung von CO2 auf deutschem Boden weitgehend verboten. Mit dem neuen Gesetz, so Janßen, bekämen Unternehmen Planungssicherheit, um in emissionsarme Produktion zu investieren, statt abzuwandern. „Für unsere Region als bestehende Energiedrehscheibe ist das eine echte Zukunftschance“, sagte Janssen mit Blick auf Wilhelmshaven. „Mit CO₂-Infrastruktur, Offshore-Speicherung und der Verzahnung mit Wasserstoff können Wertschöpfung, gute Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit im an der Küste wachsen.“

Chance für die Energiedrehscheibe

Im Kreis der zum „Energy Hub Port of Wilhelmshaven“ gehörenden Unternehmen gibt es Pläne, über Wilhelmshaven den CO2-Export zu Speicherstätten in der Nordsee zu ermöglichen. „CCS ist ein wichtiger Baustein der deutschen Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit und für Wilhelmshaven und die Jade-Region als Drehscheibe eine große Chance“, sagt Uwe Oppitz, Sprecher des Energie Hub.

Das in der industriellen Produktion anfallende CO2 könnte abgeschieden und etwa per Pipeline nach Wilhelmshaven gebracht werden, von wo aus es zu einem CO2-Speicher unter der Nordsee transportiert würde. Die vom Gesetzgeber verabschiedete Carbon-Management-Strategie soll eine Kohlenstoffkreislauf-Wirtschaft ermöglichen. 

Scheinlösung mit hohem Risiko

Der Naturschutzbund (Nabu) sieht bei der CO₂-Speicherung im Meeresuntergrund noch offene Fragen zum Umweltrisiko. Der Verband fordert eine verbindliche Entlastung der Nordsee durch andere Maßnahmen vor der Freigabe von CCS im Meer für tatsächlich unvermeidbare Restemissionen.

Auch die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) mit Sitz in Varel äußert „starke
Bedenken“ gegen beabsichtigte Verpressung von CO2 unter dem Nordseegrund. Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Vorsitzender der SDN: „Wir lehnt diese Scheinlösung zum Klimaschutz entschieden ab!“ Es fehle zum Beispiel eine Bilanzierung zum wirklichen Nutzen von CCS. Die CO2-Verpressung im Nordseeuntergrund sei zudem ein Verstoß gegen die Vorgaben der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union. Der Weg, die Nordsee als Müllkippe zu nutzen, sei eine Gefahr für Mensch und Natur.

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Info-Veranstaltung: Wie mache ich meine Immobilie klimafit?

Wangerland (27. 10. 2025) – Über Möglichkeiten, das eigene Zuhause klimafreundlich zu gestalten, informiert der Landkreis Friesland am Montag, 10. November, in der Veranstaltung „Energieeffizientes Sanieren – Wie mache ich meine Immobilie klimafit?“. Gemeinsam mit der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), der EWE, der Firma Brötje und dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) lädt der Landkreis alle Interessierten in den Kursaal Horumersiel ein. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und endet gegen 20 Uhr.

Vorträge und Gespräche

Im Rahmen der Veranstaltung können Besucher sich in Impulsvorträgen und an Informationsständen über verschiedene Aspekte energieeffizienten Sanierens informieren und Fragen an Fachleute richten. Eine Anmeldung ist erforderlich und online möglich unter https://nol.is/y3z.

Amelie Bruns, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Friesland, informiert über die Möglichkeiten Solar- und Geothermiekatasters des Landkreises Friesland. Die Firma Brötje gibt Einblicke in die Wärmewende im Gebäudebereich und erläutert, wie mit Wärmepumpen auch ohne fossile Brennstoffe effizient geheizt werden kann. Die EWE stellt das Konzept des energieautarken Zuhauses vor, bei dem Photovoltaikanlage und Stromspeicher für eine weitgehend unabhängige Energieversorgung sorgen. Der OOWV informiert über die zunehmende Bedeutung von Starkregen- und Trockenperioden und deren Auswirkungen auf Eigentümer. Die LzO ergänzt das Angebot mit Informationen zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Sanierungsvorhaben

Landkreis bündelt regionale Expertise

„Klimaschutz geht nur gemeinsam und besteht aus vielen kleinen Schritten und Maßnahmen“, betont Landrat Sven Ambrosy. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Veranstaltung die regionale Expertise aus unserem Landkreis bündeln und den Bürgerinnen und Bürgern umfassende Informationen anbieten können.“ Mario Szlezak, Bürgermeister der Gemeinde Wangerland: „Klimaschutz fängt im Kleinen an. Wir sind alle gefragt, um nachfolgenden Generationen eine sichere Lebensgrundlage zu bieten. Gerade als Gemeinde an der Küste hat das Thema für uns eine besondere Relevanz.“ 

Jede Menge Meeresmüll auf unbewohnter Insel Minsener Oog

Wilhelmshaven (15. 9. 2025) – Freiwillige haben wieder Meeresmüll auf Minsener Oog gesammelt: Bei der Gemeinschaftsaktion der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, der Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat e.V., der Wattfahrer-Vereinigung Soltwaters e.V. und der Salzwasser Union – Verband der Seekajakfahrer e.V. sowie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee kamen rund zehn Kubikmeter Unrat zusammen.

Wassersportler und Umweltschützen haben auf Minsener Oog rund zehn Kubikmeter Meeresmüll gesammelt. Foto: Mia Ruppaner

37 Segler und zehn Seekajak-Fahrer fuhren von Horumersiel, Varel und Cuxhaven aus mit sechs Segelbooten und zehn Seekajaks zur Südspitze der unbewohnten Insel Minsener Oog vor Schillig. Es wurde alles gesammelt, was nicht an den Strand gehört – vor allem Plastikteile, aber auch Glas und viele Netzreste aus der Fischerei.

Nach viereinhalb Stunden kamen durch die eifrigen Sammlerinnen und Sammler 16 Big Bags mit Meeresmüll zusammen. „Der engagierte Einsatz und die akribische Arbeit unserer vielen Freiwilligen haben der Aktion erneut zu einem großen Erfolg verholfen und den Strand von Minsener Oog von Meeresmüll befreit“, so Iris Bornhold, die Vorsitzende von Soltwaters.

Bis auf die Zwischenzone im Süden gehört Minsener Oog zur streng geschützten Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Dort sind von März bis Oktober die Naturschutzwarte des Mellumrates stationiert. Sie erfassen die Brutbestände der Vögel, informieren Besucher, die bei Wattwanderungen die Insel erreichen, über die ökologischen Besonderheiten des Schutzgebietes und schützen die Tiere vor Störungen.

Da die Insel sonst unbewohnt ist, wird der gesamte am Strand vorkommende Müll über Wind und Wellen auf die Insel verfrachtet. Dies führt eindrucksvoll vor Augen, wie auch von der Zivilisation entferntere Gebiete durch unseren Müll negativ beeinflusst werden. „Ich habe schon häufiger an Sammelaktionen teilgenommen und dennoch ist es immer wieder aufs Neue erschreckend, wie viel Müll man findet“, sagt Einsatzleiterin Dr. Thea Hamm von der Nationalparkverwaltung.

Allerdings sind Müllsammelaktionen sind wichtig, behandeln aber nur Symptome. Noch wichtiger sei es, so die Aktivisten, das Problem an der Wurzel zu bekämpfen und den Umgang mit Müll, insbesondere mit Plastik, grundlegend zu ändern. „Müll darf gar nicht erst in die Umwelt gelangen.“ Nur ein kleiner Teil des Meeresmülls, etwa 15 bis 20 Prozent, treibe an der Oberfläche und werde an Stränden angeschwemmt. Langfristig sammelt sich Müll am Meeresboden und schädigt dort auf lange Zeit Lebewesen und Habitate.

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