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CDU Wangerland kritisiert neue Mehrheitsgruppe scharf

Wangerland (26. 10. 2026) – Die CDU Wangerland sieht in der Bildung der neuen Mehrheitsgruppe aus SPD, Pro Wangerland und Bündnis 90/Die Grünen ein falsches Signal zum Beginn der neuen Ratsperiode. Nach Auffassung des CDU-Gemeindeverbandes wird damit eine große Chance vertan, den bei der Kommunalwahl deutlich gewordenen Wunsch nach Veränderung in eine neue politische Zusammenarbeit zu überführen.

Wählerwillen ignoriert

Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Gemeinderatswahl hervor und konnte ihre Zahl der Ratsmandate von sechs auf acht erhöhen. SPD und Pro Wangerland mussten hingegen deutliche Stimmenverluste hinnehmen. Bei der Bürgermeisterwahl wurde CDU-Kandidaten Thies Fischer mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löst den SPD-Amtsinhaber Mario Szlezak am 1. November ab.

„Die Menschen im Wangerland haben nicht nur neue Personen gewählt. Sie haben aus unserer Sicht auch deutlich gemacht, dass sie sich einen anderen politischen Kurs, neue Ideen und einen echten Neuanfang wünschen. Diesen Wählerwillen müssen wir ernst nehmen“, betont der Vorsitzender der CDU Wangerland, Christian Burchardt (Foto), in einer Presseerklärung.

Umso kritischer bewerte die CDU die Entscheidung von SPD, Pro Wangerland und Grünen, unmittelbar vor Beginn der neuen Ratsperiode eine feste Mehrheitsgruppe zu bilden. Bemerkenswert sei dabei, dass die Beteiligten nach eigenen Aussagen keine gemeinsamen Kernthemen festgelegt hätten, für die sie geschlossen eintreten wollen.

Erhalt von Posten und Einfluss

„Wenn drei politische Gruppierungen eine feste Mehrheit bilden, ohne zuvor deutlich zu machen, welches gemeinsame politische Konzept sie verbindet, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem eigentlichen Ziel dieses Zusammenschlusses“, so Burchardt.

Es entstehe der Eindruck, dass es bei dieser Gruppenbildung weniger um gemeinsame politische Überzeugungen, konkrete Inhalte oder die besten Lösungen für das Wangerland geht, sondern vielmehr um den Erhalt bestehender Positionen, politischer Einflussmöglichkeiten und Machtverhältnisse. „Gerade nach diesem Wahlergebnis wäre es jedoch das falsche Signal“, kritisiert Burchardt. Die CDU habe frühzeitig angeboten, die aus ihrer Sicht erfolgreiche Kultur einer sach- und ergebnisorientierter Ratsarbeit fortzuführen – ohne starre Mehrheitsblöcke, dafür mit offenen Gesprächen über die jeweils bestem Lösungen.

Besonders kritisch sieht Burchardt die Rolle der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, die nicht erkennen lasse, wie sie ihr Wahlergebnis analysiert und aufgearbeitet habe. „Wer nach einer deutlichen Wahlniederlage eine selbstkritische Aufarbeitung ankündigt, muss sich auch daran messen lassen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden“, so Burchardt. „Statt eines erkennbaren Kurswechsels erleben wir erneut einen Zusammenschluss mit der SPD – nun ergänzt durch die Grünen.“

Kein Zukunftskonzept

Selbstverständlich respektiere die CDU das Recht aller Ratsmitglieder, Fraktionen und Gruppen zu bilden. Eine rechnerische Mehrheit sei jedoch noch kein politisches Zukunftskonzept. „Wir brauchen Lösungen für die schwierige Finanzlage unserer Gemeinde, die Folgen der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH, die wirtschaftliche Entwicklung, unsere Infrastruktur und die Zukunft unserer Ortschaften. Entscheidend muss sein, was wir gemeinsam für die Menschen erreichen – nicht, wer am Ende die meisten Ausschusssitze besetzt“, betont Burchardt. 

Die CDU werde trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse an ihrem Kurs festhalten. Man biete allen demokratischen Kräften eine konstruktive Zusammenarbeit an.

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