Hooksiel (28. 1. 2026) – Der Plan steht. Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier stellte beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Seebadevereins am Dienstagabend die im Dezember fertiggestellte Machbarkeitsstudie für die geplante Sicherung des Hooksieler Badestrandes vor. Das von mehreren Ingenieur- und Planungsbüros erstellte Konzept ist die Grundlage für Förderanträge, über die die Gemeinde Wangerland das Bauvorhaben finanzieren will.

Kern des Projektes sind der Bau von Buhnen und eines 700 Meter langen Deckwerks, mit dem die vorhandenen Strandhäuser und der Sand am Badestrand gesichert werden soll. Das massive Bauwerk würde fest im Untergrund verankert und bekäme die Höhe des derzeitigen Deichverteidigungsweges, so dass selbst bei Sturmfluten das Wasser aus der Jade nicht am Strand nagen könnte. Zwischen 2012 und 2024, so erläuterte Schäfermeier das Problem, habe die See im Bereich zwischen Strandhaus 1 und Hauptbadestrand rund 200 Meter Strandtiefe weggespült. Oder genauer: Der Sand hat sich in Richtung Hunde- und FKK-Strand verlagert.
Deckwerk wird Flaniermeile
Das Deckwerk selbst soll zu einer Flaniermeile werden. Den Weg zum Wasser beziehungsweise ins Wattenmeer ermöglichen drei Treppenanlagen. Wichtiger Baustein für das Gesamtprojekt ist Barrierefreiheit. Davon würden auch die Fördermittel abhängen, so Schäfermeier. Damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen die See erreichen können, sind mehrere Übergänge über das Deckwerk und auch über den Deich entlang der Bäderstraße vorgesehen. So soll vom oberen Parkplatz am Außenhafen eine entsprechende Rampe bis hin zum Strandhaus 1 gebaut werden.
Entspannung, Spiele und Natur
Der Hooksieler Strand soll drei Nutzungszonen erhalten. Rund ums Strandhaus1 gilt das Motto „Genuss und Entspannung“. Im weiteren durch das Deckwerk geschützten Bereich sollen Erholungs- und Spielflächen sowie eine Veranstaltungsbühne entstehen. Hinter dem Deckwerk in Richtung FKK-Strand und Campingplatz dominiert die Natur. Hier sollen zusätzliche Sanddünen angelegt werden. Als Sanddepot für den ungeschützten Badestrand zwischen Standhaus 1 und Außenhafen, aber auch als Schutz für den Nacktbadebereich.
Ein Knackpunkt bei dem Projekt: die Kosten. Nach den Worten von Schäfermeier gehen die Planer von Maximalkosten in Höhe von 16,8 Millionen Euro aus. Noch im Herbst hatte der Ratsherr von voraussichtlichen Kosten zwischen 8 und 9 Millionen Euro gesprochen. Dennoch sei er zuversichtlich, dass das Projekt realisiert werden kann, zumal es neben der Sicherung des Strandes für die nächsten 30 Jahre auch um Küstenschutz gehe.
Hoffnung: Kohlestrukturfonds
Bei der Finanzierung hoffe man vor allem auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Projekte in Regionen finanziert, die vom Ausstieg aus der Kohleverstromung betroffen sind. Zudem hat die Gemeinde nach den Worten von Schäfermeier bereits eine Zusage über drei Millionen Euro aus der Tourismusförderung des Landes. Er sei überzeugt, dass auch Ministerpräsident Olaf Lies hinter dem Projekt stehe.
Das notwendige Planfeststellungsverfahren soll vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durchgeführt werden. Wenn das in einem beschleunigen Verfahren gelinge, könnten die Bauarbeiten 2027/2028 vorgenommen werden. Allerdings nicht während der Haupturlaubssaison. Gearbeitet werden könnte jeweils von Februar bis April sowie von September bis November.











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