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SPD fordert Sicherheitkonzept für Fachkräfte der Sozialen Arbeit

Friesland/Wangerland (7. 6. 2026) – Die SPD Friesland fordert ein Schutz- und Sicherheitskonzept für alle Mitarbeitenden des Landkreise, die unmittelbarem Publikumskontakt in Krisensituationen haben. Das gelte insbesondere für das Jugendamt, das Sozialamt, den Allgemeinen Sozialen Dienst, die Suchthilfe und die Wohnungslosenhilfe. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in den Kreistag einbringen. 

Reaktion auf Bluttat in Stade

„Fachkräfte der Sozialen Arbeit begleiten täglich Menschen in sozialen Ausnahmesituationen. Diese Nähe zu Krisen bringt reale Risiken für die eigene Sicherheit mit sich, die viel zu lange kaum benannt wurden”, so Jannes Wiesner (Wangerland), Fraktionsvorsitzender der SPD Friesland. „Die Tötung von sechs Fachkräften in einer Einrichtung in Stade hat auf tragische Weise deutlich gemacht, wie dringend wir dieses Thema angehen müssen.” 

Der Antrag sieht unter anderem vor, dass die Kreisverwaltung regelmäßig standortbezogene Gefährdungsanalysen durchführt, verpflichtende Deeskalations- und Selbstschutzschulungen anbietet und klare Notfall- und Alarmierungspläne einführt. Auch technische und organisatorische Mindeststandards wie Fluchtwege, Alarmsysteme oder das Zwei-Personen-Prinzip bei Hausbesuchen in Risikofällen sollen verbindlich verankert werden.

Frage der Fürsorgepflicht

Darüber hinaus soll geprüft werden, mit welchem Personalschlüssel diese Schutzstandards realistisch umsetzbar sind. Für Mitarbeitende des Kreises solle zudem ein verbindliches Nachsorgekonzept eingeführt werden, das nach körperlichen oder verbalen Übergriffen greift, so Wiesner.

„Verbindliche Schutzkonzepte, ausreichende Personalausstattung und eine strukturierte Nachsorge nach Übergriffen sind keine Kür, sondern eine Frage der Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten”, betont SPD-Kreisvorsitzende Lena Gronewold (Jever). „Der Landkreis trägt hier als Träger eigener sozialer Dienste und als Zuwendungsgeber freier Träger eine unmittelbare Verantwortung.“

Für landesweite Standards

Der Antrag sieht außerdem eine anonymisierte, jährliche Erfassung von Übergriffen auf Beschäftigte der Sozialen Arbeit im Kreisgebiet vor. Zudem soll der Landkreis einheitliche, landesweite Sicherheitsstandards sowie eine auskömmliche Finanzierung einfordern.  „Echter Schutz kann nur gelingen, wenn auch Land und Bund einheitliche Standards und die dafür notwendigen Mittel bereitstellen”, so Wiesner.

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