Wangerland (6. 7. 2026) . Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen die Vorschläge aus Hannover zu Fischerei-Sperrgebieten vor dem Wangerland. Die Wangerländerin, die fischereipolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, reagiert damit einen „Hilferuf“, der Wangerländer Fischer, die ihrem Unmut in einem offenen Brief Luft gemacht hatten.

„Die existenziellen Hilferufe der Küstenfischer werden immer lauter und verzweifelter“, sagt Jensen, die sich im „Weltnaturerbeportal Dangast“ mit Küstenfischern getroffen hat. „Die jetzt von den niedersächsischen Ministerien Umwelt und Landwirtschaft im Rahmen des Fischereidialogs vorgelegte Karte mit künftigen Sperrgebieten bedroht die Existenzen der Küstenfischer vor Hooksiel, Horumersiel und Minsener Oog und bedeutet Einschränkungen für die restliche Flotte.“
Wangerland stark betroffen
Entgegen erster Entwürfe beträfen die vorgeschlagenen Sperrgebiete viel größere Teile der Fanggebiete direkt vor den Heimathäfen Hooksiel, Horumersiel bis hin zu Minsener Oog. „Für mich als Wangerländerin, die auch um die Bedeutung der Küstenfischerei für den Tourismus weiß, sind diese Pläne so nicht hinnehmbar.“
Jensen räumt ein, dass die Landesregierung die Anforderungen der „EU-Biodiversitätsstrategie 2030“ zur Ausweisung strenger Schutzgebiete umsetzen müsse. Demnach müssen zehn Prozent des Küstenmeeres streng geschützt und somit fischereifrei werden. Aber die konkrete Umsetzung obliege allein dem Land Niedersachsen. Ihr Vorwurf: „Was wir hier sehen, ist kein Dialog, sondern ein politisches Agieren mit der Brechstange über die Köpfe der Fischer hinweg.“
Wichtig auch für den Tourismus
Der jetzt vorliegen Vorschlag sei keineswegs „ausgewogen“ , wie von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) behauptet. Der „Fischereidialog“ dürfe im Ergebnis keine Existenzen gefährden. Das sei aber bei den vorgeschlagenen Gebieten der Fall.
Die Fischerei finde seit jeher im Gebiet des heutigen Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer statt. Bislang liegen nach Ansicht der CDU-Politikerin zudem keine Nachweise für nachhaltige Beeinträchtigungen der Meereslebensräume durch diese traditionelle Nutzung vor. Vor diesem Hintergrund sollte die Fischerei als integrierter Bestandteil des Nationalparks und seiner gewachsenen Kulturlandschaft betrachtet werden.
„Eine Küste ohne Küstenfischerei kann nur von Nachteil sein, für die Wirtschaft und für den Tourismus. Ziel muss also sein, die Küstenfischerei zukunfts- und krisenfest aufzustellen“, betont Jensen. „Neben Gebieten ohne Fischerei auf zehn Prozent der Fläche sollte es im Rest des Küstenmeeres die Zusicherung geben, dass die Fischerei dort auch in Zukunft stattfinden kann.“















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